WirkstoffgruppenWirkstoffgruppe
Antihistaminika (Allergiemittel)
Antihistaminika hemmen die Wirkung des Botenstoffs Histamin an den H1-Rezeptoren und lindern so allergische Beschwerden wie Niesen, tränende Augen, Juckreiz und Quaddeln. Es gibt sie als Tabletten und Tropfen zum Einnehmen, als Augentropfen, Nasenspray, Gel und Spritze; viele sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Als häufigste Nebenwirkungen der Tabletten nennt das IQWiG Müdigkeit und Kopfschmerzen. Wie stark ein Mittel müde macht, kann vom Wirkstoff abhängen.

Antihistaminika, genauer H1-Antihistaminika, sind Mittel gegen Allergien (Antiallergika) [2, 20]. Wenn das Immunsystem allergisch reagiert, setzt der Körper den Botenstoff Histamin frei; er löst Niesen, tränende Augen und Hautausschlag aus, und Antihistaminika unterdrücken diese Wirkung [38]. Eingesetzt werden sie unter anderem bei Heuschnupfen, ganzjährigem allergischem Schnupfen und Nesselsucht [2, 4, 6, 8]. Einzelheiten zu den einzelnen Mitteln stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.
Was sind Antihistaminika?
Antihistaminika hemmen die Wirkung von Histamin an den H1-Rezeptoren, den Andockstellen des Botenstoffs [27, 28, 30]. In Abschnitt 5.1 ihrer Fachinformationen ist zum Beispiel Cetirizin den Antihistaminika zur systemischen Anwendung aus der Gruppe der Piperazin-Derivate zugeordnet, Desloratadin den H1-Antihistaminika [2, 8].
Mehrere Wirkstoffe hängen eng zusammen: Cetirizin entsteht im Körper aus Hydroxyzin, Levocetirizin ist eine der beiden spiegelbildlichen Formen (das R-Enantiomer) von Cetirizin [2, 4]. Desloratadin ist das wirksame Abbauprodukt von Loratadin, Fexofenadin das von Terfenadin [6, 8, 10]. Ebastin wird laut Embryotox im Körper in den wirksamen Bestandteil Carebastin umgewandelt [30].
Wie Antihistaminika wirken
Die Hemmung an den H1-Rezeptoren ist kompetitiv: Antihistaminika konkurrieren mit Histamin um dessen Andockstellen [27, 28]. Tabletten wirken laut IQWiG innerhalb der ersten Stunde, Nasensprays innerhalb der ersten 15 Minuten [38]. Bei Ketotifen deuten Labor- und Tierstudien laut Fachinformation darauf hin, dass zusätzlich eine Stabilisierung der Mastzellen eine Rolle spielt [20]; Mastzellstabilisatoren verhindern laut IQWiG den Austritt von Histamin aus diesen Zellen [38].
Dämpfende und wenig dämpfende Antihistaminika
Embryotox ordnet Dimetinden und Clemastin den Antihistaminika der 1. Generation mit dämpfender (sedierender) und anticholinerger Wirkung zu; anticholinerg heißt, sie hemmen zusätzlich den Botenstoff Acetylcholin [31, 32]. Azelastin und Levocabastin bezeichnet Embryotox als nicht sedierende Antihistaminika der 2. Generation, Ebastin als neueres, nicht sedierendes und Cetirizin als wenig sedierendes Antihistaminikum [25, 30, 34, 35]. Laut Fachinformation tritt Desloratadin nicht ohne Weiteres in das zentrale Nervensystem über und ist ein nicht sedierender, lang wirksamer Histaminhemmer; Loratadin hat bei den meisten Menschen in der empfohlenen Dosierung keine klinisch bedeutsamen dämpfenden oder anticholinergen Eigenschaften [6, 8]. Wie sehr ein Antihistaminikum müde macht, kann laut IQWiG vom Wirkstoff abhängen [38].
Wofür Antihistaminika eingesetzt werden
Bei allergischem Schnupfen bieten sich laut IQWiG Kortisonsprays oder neuere Antihistaminika als erste Wahl an [38]. Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation bzw. Packungsbeilage des jeweiligen Präparats:
- Cetirizin und Levocetirizin: Nasen- und Augenbeschwerden bei saisonalem und ganzjährigem allergischem Schnupfen sowie Nesselsucht (laut beiden Fachinformationen chronische Nesselsucht ohne bekannte Ursache), als Filmtabletten ab 6 Jahren [2, 3, 4].
- Loratadin und Desloratadin: allergischer Schnupfen wie Heuschnupfen und Nesselsucht (bei Loratadin chronische Nesselsucht ohne bekannte Ursache); Loratadin-Tabletten laut Packungsbeilage ab 2 Jahren, Desloratadin-Filmtabletten ab 12 Jahren [5, 6, 7, 8].
- Fexofenadin: Beschwerden bei Heuschnupfen ab 12 Jahren [9, 10]; laut Embryotox auch chronische Nesselsucht [29].
- Ebastin: saisonaler und ganzjähriger allergischer Schnupfen sowie Nesselsucht, ab 12 Jahren; bei Nesselsucht sollte bei Jugendlichen unter 18 Jahren vorläufig darauf verzichtet werden [11].
- Dimetinden (Tropfen zum Einnehmen): Juckreiz durch Histamin, Juckreiz bei Windpocken im Kleinkindalter, allergischer Schnupfen bei Menschen über 6 Jahren, Nesselsucht und Insektenstiche [13].
- Clemastin (Spritze): zur Vorbeugung von Reaktionen durch Histamin vor der Gabe von Röntgen-Kontrastmitteln und zur kurzfristigen Akutbehandlung schwerer allergischer Erkrankungen, ab 1 Jahr [16]. Mehr unter Kontrastmittel.
Promethazin: ein stark dämpfendes Antihistaminikum
Promethazin ist laut Fachinformation ein Phenothiazin-Abkömmling und ein starkes H1-Antihistaminikum mit stark dämpfender Wirkung [17]. Zugelassen ist es bei Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen sowie (wenn andere Behandlungen nicht möglich sind oder nicht geholfen haben) bei Übelkeit und Erbrechen und bei Schlafstörungen Erwachsener [17]. Für die Anwendung als Antihistaminikum sieht die Fachinformation ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis nur noch, wenn es unter Umgehung des Verdauungstrakts gegeben wird [17]. Es ist verschreibungspflichtig [17].
Laut einer Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 20.11.2025 dürfen Kinder unter 6 Jahren nicht mehr mit Promethazin behandelt werden (bisher: unter 2 Jahren); Promethazin kann in diesem Alter zu Nebenwirkungen an Nervensystem und Psyche führen, insbesondere zu Halluzinationen und aggressivem Verhalten [37]. Die Fachinformation nennt außerdem ein Risiko für eine tödliche Atemdämpfung; Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche unter 18 Jahren sollten aufgrund dieses Risikos nur bei zwingender Indikation mit Promethazin behandelt werden [17]. Mehr unter Beruhigungs- und Schlafmittel.
Augentropfen, Nasensprays und Gel
Örtlich wirkende Antihistaminika werden direkt an Auge, Nase oder Haut angewendet. Bei Azelastin und Levocabastin wird dabei laut Embryotox nur sehr wenig bzw. wenig Wirkstoff in den Körper aufgenommen [34, 35]; nach wiederholter Anwendung von Ketotifen-Augentropfen lagen die Blutwerte in einer Studie meist unter der Bestimmungsgrenze [20].
- Ketotifen-Augentropfen: Augenbeschwerden bei Heuschnupfen (jahreszeitlich bedingte allergische Bindehautentzündung), ab 3 Jahren [19, 20].
- Azelastin: Augentropfen und Nasenspray bei Heuschnupfen mit allergischer Bindehautentzündung; die Kombipackung ab 6 Jahren [21].
- Levocabastin: Augentropfen bei allergischer Bindehautentzündung und Nasenspray bei allergischem Schnupfen, jeweils ab 1 Jahr [22, 23].
- Dimetinden-Gel: kurzfristige Linderung von Juckreiz bei Hauterkrankungen, Nesselsucht, Insektenstichen, Sonnenbrand und oberflächlichen Verbrennungen 1. Grades [14, 15].
Mehr zu Nasensprays unter Schnupfenmittel (Nasensprays).
Rezeptfrei: was die Packungsbeilagen sagen
Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und Desloratadin in den hier beschriebenen Präparaten sowie Dimetinden-Tropfen und -Gel, Ketotifen-Augentropfen und die Azelastin-Kombipackung sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich; Fexofenadin, Ebastin und Promethazin sind verschreibungspflichtig [2, 4, 6, 8, 10, 11, 13, 15, 17, 20, 21]. Für Erwachsene und Jugendliche über bzw. ab 12 Jahren nennen die Packungsbeilagen von Cetirizin, Loratadin und Desloratadin eine Tablette einmal täglich, die von Levocetirizin eine Tablette täglich ab 6 Jahren; für Kinder gelten eigene Angaben, bei Loratadin nach Körpergewicht [1, 3, 5, 7]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen Cetirizin nicht besser, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Dimetinden-Tropfen sollen ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als 14 Tage, das Gel nicht länger als 7 Tage angewendet werden, Azelastin-Augentropfen nicht länger als 6 Wochen ununterbrochen [12, 14, 21]. Die Einzelheiten stehen auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt Dosierung.
Wirkstoffe der Gruppe
Diese Antihistaminika sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:
- Azelastinz. B. Vividrin Azelastin Kombipackung, Vividrin Azelastin Nasenspray, Vividrin Azelastin AugentropfenHeuschnupfen und allergische Bindehautentzündung
- Cetirizinz. B. Cetirizin AbZ 10 mg Filmtabletten, Cetirizin-ratiopharm bei Allergien, Cetirizin-ratiopharm SaftHeuschnupfen, ganzjähriger allergischer Schnupfen, Nesselsucht
- Clemastinz. B. Tavegil Injektionslösung 2 mg/2 mlVorbeugung allergischer Reaktionen vor Kontrastmitteln, schwere allergische Erkrankungen
- Desloratadinz. B. Desloratadin AbZ 5 mg Filmtabletten, Desloratadin-ratiopharm 5 mg FilmtablettenAllergischer Schnupfen, Heuschnupfen, Nesselsucht
- Dimetindenz. B. Fenistil Tropfen, Dimetin ADGC 1 mg/g Gel, Fenistil DrageesJuckreiz, Nesselsucht, allergischer Schnupfen, Insektenstiche
- Ebastinz. B. Ebastin Aristo 10 mg Filmtabletten, Ebastin Aristo 20 mg Filmtabletten, Ebastin Aristo SchmelztablettenAllergischer Schnupfen, Nesselsucht
- Fexofenadinz. B. Fexofenadin Winthrop 120 mg Filmtabletten, Fexofenadin Winthrop 180 mg Filmtabletten, Telfast 120 mgHeuschnupfen, chronische Nesselsucht
- Ketotifenz. B. Zaditen ophtha, Zaditen ophtha sine, Ketotifen STADAAugenbeschwerden bei Heuschnupfen (allergische Bindehautentzündung)
- Levocabastinz. B. Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Augentropfensuspension, Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Nasenspray, Suspension, Levocabastin axicur Kombi-PackungAllergische Bindehautentzündung und allergischer Schnupfen
- Levocetirizinz. B. Levocetirizin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten, Levoceti-AbZ 5 mg Filmtabletten, Levocetirizin STADA 5 mg FilmtablettenHeuschnupfen, ganzjährige Allergien, chronische Nesselsucht
- Loratadinz. B. Loratadin-ratiopharm 10 mg Tabletten, Loratadin STADA 10 mg TablettenHeuschnupfen und andere allergische Schnupfen, chronische Nesselsucht
- Promethazinz. B. Atosil, Promethazin-neuraxpharmUnruhe- und Erregungszustände, Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen
Auch Diphenhydramin, Doxylamin und Dimenhydrinat sind laut Embryotox Antihistaminika [39, 40, 41]. Beschrieben sind sie auf dieser Website bei den Schlafmitteln (Diphenhydramin, Doxylamin) und den Mitteln gegen Übelkeit (Dimenhydrinat). Zwei häufig verwendete Wirkstoffe vergleicht der Ratgeber Cetirizin oder Loratadin.
Typische Nebenwirkungen
Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Die häufigsten Nebenwirkungen von Antihistaminika-Tabletten sind laut IQWiG Müdigkeit und Kopfschmerzen; Nasensprays können einen bitteren Geschmack verursachen [38]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Müdigkeit | Kopfschmerzen | Mundtrockenheit | Schwindel | Unruhe und Nervosität |
|---|---|---|---|---|---|
| Azelastin | Sehr selten | nicht genannt | nicht genannt | Sehr selten | nicht genannt |
| Cetirizin | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Gelegentlich |
| Clemastin | Sehr häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | nicht genannt |
| Desloratadin | Häufig | Häufig | Häufig | Sehr selten | Sehr selten |
| Dimetinden | Sehr häufig | Selten | Selten | Selten | Häufig |
| Ebastin | Häufig | Sehr häufig | Häufig | Selten | Selten |
| Fexofenadin | Häufig | Häufig | nicht genannt | Häufig | Nicht bekannt |
| Ketotifen | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | Nicht bekannt | nicht genannt |
| Levocabastin | Häufig | Sehr häufig | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Levocetirizin | Häufig | Häufig | Häufig | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Loratadin | Häufig | Gelegentlich | Sehr selten | Sehr selten | nicht genannt |
| Promethazin | Sehr häufig | nicht genannt | Sehr häufig | nicht genannt | Nicht bekannt |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Bei Ketotifen beziehen sich die Angaben auf Augentropfen, bei Azelastin und Levocabastin auf Augentropfen und Nasenspray, bei Dimetinden auf die Tropfen zum Einnehmen und das Gel [12, 14, 19, 21, 22, 23]. Promethazin wird vor allem als Beruhigungsmittel eingesetzt; seine Angaben stammen aus der Produktinformation von Atosil [17, 18].
Müdigkeit und Verkehrstüchtigkeit

Antihistaminika können laut IQWiG unter Umständen das Autofahren und andere Tätigkeiten beeinträchtigen [38]. Laut Fachinformation von Fenistil Tropfen kann Dimetinden wie andere Antihistaminika auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bei einigen Menschen die Aufmerksamkeit so herabsetzen, dass die Fahrtüchtigkeit leidet (verstärkt zusammen mit Alkohol); dasselbe beschreibt die Fachinformation von Clemastin für das Reaktionsvermögen [13, 16]. Promethazin kann das Reaktionsvermögen auch am Folgetag verändern; zumindest in den ersten Tagen der Behandlung sollen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [17, 18].
Für Cetirizin zeigten objektive Messungen der Fahrtüchtigkeit in der empfohlenen Dosis keine klinisch relevanten Wirkungen; wer dennoch schläfrig ist, soll laut Fachinformation nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen [2]. Bei Desloratadin, Loratadin, Ebastin, Fexofenadin und Levocetirizin raten die Packungsbeilagen, die persönliche Reaktion abzuwarten bzw. vorsichtig zu sein, bevor Sie fahren [3, 5, 7, 9, 11]. Augentropfen können unmittelbar nach dem Eintropfen das Sehen trüben; warten Sie, bis es wieder klar ist [19, 21, 22]. Mehr unter Müdigkeit und im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden
Mundtrockenheit und Kopfschmerzen gehören bei mehreren Wirkstoffen zu den häufigen Nebenwirkungen, wie die Tabelle zeigt. Bei Promethazin nennen Packungsbeilage und Fachinformation neben der Mundtrockenheit eine Eindickung von Schleim mit Störungen der Speichelabsonderung [17, 18]. Laut Fachinformation von Cetirizin wurden trotz geringer anticholinerger Wirkung Einzelfälle von Beschwerden beim Wasserlassen, Sehstörungen durch eine gestörte Nah- und Fernanpassung des Auges und Mundtrockenheit gemeldet [2]. Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen kommen ebenfalls vor; die Häufigkeit unterscheidet sich je nach Wirkstoff [1, 9, 11].
Unruhe bei Kindern und älteren Menschen
Bei jüngeren Kindern können Antihistaminika laut Fachinformation von Fenistil Tropfen möglicherweise zu Erregungszuständen führen; bei älteren Menschen sind Unruhe und Ermüdung wahrscheinlicher, bei verwirrten älteren Menschen soll Dimetinden nicht angewendet werden [13]. Unter Clemastin kann es vorwiegend bei Kindern sehr häufig zu Erregungszuständen kommen [16]. Mehr unter Unruhe und Angst und im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Herzrasen und Herzrhythmus
Laut Fachinformation von Fexofenadin wird die Arzneimittelklasse der Antihistaminika mit schnellem Herzschlag (Tachykardie) und Herzklopfen in Verbindung gebracht; Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollen darauf hingewiesen werden [10]. Promethazin kann laut Fachinformation als Phenothiazin das QT-Intervall im EKG verlängern; sehr selten wurden bestimmte Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes) beschrieben [17, 18]. Bei Clemastin verlangt die Fachinformation besondere Vorsicht und gegebenenfalls EKG-Kontrollen bei Herzerkrankungen, angeborenem Long-QT-Syndrom und Störungen der Blutsalze [16]. Mehr unter Herzrasen und QT-Verlängerung.
Juckreiz nach dem Absetzen, Krampfanfälle und Allergien
Nach dem Beenden einer Behandlung mit Cetirizin oder Levocetirizin kann Juckreiz auftreten, auch wenn er vorher nicht bestand; in manchen Fällen ist er so stark, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss [2, 4]. Bei Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen ist laut den Fachinformationen von Cetirizin, Levocetirizin, Desloratadin und Fenistil Vorsicht geboten [2, 4, 8, 13]. Schwere allergische Reaktionen auf das Antihistaminikum selbst stufen die Produktinformationen von Cetirizin und Desloratadin als sehr selten ein, die Fachinformation von Clemastin Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Atemnot oder Schock als selten [1, 7, 16]. Bei Atemnot, Schluckbeschwerden oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen raten die Packungsbeilagen von Fenistil Tropfen und Fexofenadin, die Einnahme zu beenden und sofort ärztliche Hilfe zu holen [9, 12]. Mehr unter Juckreiz und Arzneimittelallergie.
Wichtige Wechselwirkungen
Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen bzw. Packungsbeilagen der einzelnen Wirkstoffe [2, 6, 10, 11, 13, 16, 17]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Alkohol und andere dämpfende Mittel wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, Opioide, Antidepressiva, Neuroleptika | Verstärkte Dämpfung des Nervensystems; bei Dimetinden-Tropfen sind laut Fachinformation sogar lebensbedrohliche Auswirkungen möglich [13]. Bei Promethazin können sich Dämpfung und Blutdrucksenkung gegenseitig verstärken [17]. Bei Cetirizin können Aufmerksamkeit und Leistung bei empfindlichen Menschen zusätzlich abnehmen [2] |
| Anticholinerg wirkende Mittel, z. B. bestimmte Mittel gegen Blasenschwäche oder Darmkrämpfe, trizyklische Antidepressiva | Die anticholinergen Wirkungen können sich addieren; das Risiko einer Verschlechterung eines Grünen Stars (Glaukom) oder eines Harnverhalts steigt [13] |
| Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Pilzmittel wie Ketoconazol | Höhere Spiegel von Loratadin, Ebastin und Fexofenadin [6, 10, 11]; bei Ebastin kann das EKG stärker verändert sein [11]. Mit Clemastin sollte die gleichzeitige Einnahme unterbleiben [16] |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern, z. B. bestimmte Antipsychotika, Antiarrhythmika, Makrolide | Bei Promethazin besondere Vorsicht bzw. zu vermeiden [17] |
| MAO-Hemmer (bestimmte Antidepressiva) | Verlängern und verstärken die anticholinergen Wirkungen von Clemastin [16]; von der Kombination mit Promethazin wird abgeraten [17] |
| Säurebindende Magenmittel mit Aluminium- oder Magnesiumhydroxid | Fexofenadin wird schlechter aufgenommen; zwischen beiden sollen 2 Stunden liegen [10] |
| Rifampicin (Tuberkulose-Mittel) | Niedrigere Ebastin-Spiegel, schwächere Wirkung möglich [11] |
Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies.
Mehr in den Ratgebern Wechselwirkungen und Medikamente und Alkohol.
Vor einem Allergietest
Antihistaminika schwächen die Reaktionen bei Allergie-Hauttests ab. Laut den Fachinformationen von Cetirizin und Levocetirizin ist vor dem Test eine Pause von 3 Tagen nötig, Loratadin soll mindestens 48 Stunden vorher abgesetzt werden [2, 4, 6]. Besprechen Sie die Pause mit der Ärztin oder dem Arzt, die den Test durchführen. Mehr im Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.
Wann Antihistaminika nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Bei einer Allergie gegen den Wirkstoff darf das jeweilige Antihistaminikum nicht angewendet werden; Cetirizin und Levocetirizin auch nicht bei einer Allergie gegen Hydroxyzin oder andere Piperazin-Abkömmlinge, Desloratadin nicht bei einer Allergie gegen Loratadin [2, 4, 8]. Bei einer Nierenerkrankung im Endstadium sind Cetirizin und Levocetirizin nicht erlaubt [2, 4]. Dimetinden-Tropfen und Clemastin dürfen Kindern unter 1 Jahr nicht gegeben werden, Promethazin Kindern unter 6 Jahren nicht [13, 16, 17]. Clemastin ist außerdem bei Porphyrie und eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht erlaubt [16].
Vorsicht ist laut Fachinformationen unter anderem geboten bei einer Veranlagung zum Harnverhalt, etwa bei vergrößerter Prostata (Cetirizin, Levocetirizin, Dimetinden, Clemastin), bei Grünem Star (Dimetinden, Clemastin) und bei schweren Leberfunktionsstörungen (Loratadin, Ebastin) [2, 4, 6, 11, 13, 16]. Bei Promethazin nennt die Fachinformation zahlreiche weitere Situationen, darunter Herzerkrankungen, Asthma, Parkinson-Syndrom und Krampfanfälle in der Vorgeschichte [17]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Augentropfen mit dem Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid können weiche Kontaktlinsen verfärben; nehmen Sie die Linsen laut Packungsbeilagen vor dem Eintropfen heraus und setzen Sie sie frühestens nach 15 Minuten wieder ein [19, 21, 22]. Mit Dimetinden-Gel behandelte größere Hautflächen sollen nicht längere Zeit direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden [14].
Schwangerschaft und Stillzeit
Als systemische Antihistaminika der Wahl in der Schwangerschaft nennt das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) Loratadin oder Cetirizin; Azelastin und Levocabastin zur örtlichen Anwendung sind danach akzeptabel [24]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Loratadin ist laut Embryotox das am besten untersuchte Antihistaminikum; in Untersuchungen mit über 5.000 Schwangerschaften wurde kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet [26]. Für Cetirizin konnten in Studien mit über 1.300 Schwangerschaften keine fehlbildenden Wirkungen nachgewiesen werden [25]. Beide können laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingenommen werden [25, 26]. Die Fachinformationen raten dagegen zur Vorsicht bzw. aus Vorsichtsgründen dazu, Loratadin in der Schwangerschaft zu meiden [2, 6].
Für Levocetirizin und Desloratadin nennt Embryotox Cetirizin bzw. Loratadin als besser geeignete Alternativen [27, 28]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für Fexofenadin, Ebastin und Dimetinden zum Einnehmen nennt Embryotox Loratadin oder Cetirizin als besser geeignet, für Ketotifen-Augentropfen Levocabastin; bei Promethazin hängen besser geeignete Alternativen laut Embryotox vom Anwendungsgebiet ab [29, 30, 31, 33, 36]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Clemastin kann laut Embryotox während der ganzen Schwangerschaft angewendet werden, wenn eine dämpfende Wirkung erwünscht ist; sonst sollten danach Loratadin oder Cetirizin bevorzugt werden [32]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In der Stillzeit können Loratadin und Cetirizin laut Embryotox ohne Stillpause eingenommen werden; auch unter Levocetirizin und Desloratadin kann danach gestillt werden [25, 26, 27, 28]. Die örtliche Anwendung von Azelastin und Levocabastin ist danach in der Stillzeit akzeptabel bzw. möglich [34, 35]. Bei Fexofenadin und Ebastin nennt Embryotox für die Stillzeit Loratadin oder Cetirizin als Mittel der Wahl bzw. als zu bevorzugen, bei Dimetinden und Clemastin, falls keine dämpfende Wirkung benötigt wird; Einzeldosen von Clemastin sind danach bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel, Einzeldosen von Dimetinden vermutlich akzeptabel [29, 30, 31, 32]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehrere Packungsbeilagen raten in der Stillzeit von der Einnahme ab oder verlangen ärztlichen Rat [5, 7, 11]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Unterschied zu Kortison-Nasensprays und H2-Blockern
Kortisonhaltige Nasensprays enthalten das entzündungshemmende Hormon Kortison; sie lassen die Schleimhäute abschwellen, ihre Wirkung ist laut IQWiG oft innerhalb von zwölf Stunden spürbar und tritt voll nach wenigen Tagen ein [38]. Mastzellstabilisatoren (Chromone) verhindern den Austritt von Histamin aus den Mastzellen [38]. Manche Nasensprays kombinieren ein Antihistaminikum mit Kortison und sind dann verschreibungspflichtig [38]. Mehr unter Schnupfenmittel (Nasensprays).
H2-Rezeptorantagonisten wie Famotidin blockieren eine andere Art von Histamin-Rezeptoren. Vor der Gabe von Röntgen-Kontrastmitteln wird Clemastin laut Fachinformation gegebenenfalls mit einem H2-Rezeptorantagonisten kombiniert [16].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm® bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm® bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocetirizin-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levocetirizin-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loratadin-ratiopharm® 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Loratadin-ratiopharm® 10 mg Tabletten (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desloratadin-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Desloratadin-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fexofenadin Winthrop 120 mg Filmtabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 02/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Fexofenadin Winthrop 120 mg Filmtabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ebastin Aristo 10 mg Filmtabletten. Aristo Pharma GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fenistil® Tropfen, Dimetindenmaleat 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Haleon Germany GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Fenistil® Tropfen, Dimetindenmaleat 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Haleon Germany GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dimetin ADGC 1 mg/g Gel. Zentiva Pharma GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Dimetin ADGC 1 mg/g Gel. Zentiva Pharma GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Tavegil® Injektionslösung 2 mg/2 ml (Clemastin). Gebro Pharma GmbH (Mitvertrieb: Pharmore GmbH). Stand 01/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Atosil® Filmtabletten 25 mg/Atosil Tropfen (Promethazin). DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atosil® 25 mg Filmtabletten (Promethazin). DESITIN Arzneimittel GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zaditen® ophtha 0,25 mg/ml Augentropfen, Lösung (Ketotifen). Laboratoires THEA (Zulassungsinhaber)/Théa Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Zaditen® ophtha 0,25 mg/ml Augentropfen, Lösung (Ketotifen). Laboratoires THEA (Zulassungsinhaber)/Théa Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vividrin® Azelastin Kombipackung 0,5 mg/ml Augentropfen und 1 mg/ml Nasenspray. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Bausch & Lomb). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Augentropfensuspension. Dermapharm AG, Mitvertrieb axicorp Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levocabastin axicur 0,5 mg/ml Nasenspray, Suspension. Dermapharm AG, Mitvertrieb axicorp Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Allergie (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Cetirizin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Loratadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levocetirizin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Desloratadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fexofenadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ebastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dimetinden. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Clemastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ketotifen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Azelastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levocabastin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Promethazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Risikoinformation: Promethazin, Neue Kontraindikation für Kinder unter 6 Jahren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 20.11.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Welche Medikamente können Heuschnupfen lindern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diphenhydramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Doxylamin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dimenhydrinat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was sind Antihistaminika?
Antihistaminika sind Allergiemittel: Sie hemmen die Wirkung des Botenstoffs Histamin, den der Körper bei einer allergischen Reaktion freisetzt und der Niesen, tränende Augen und Hautausschlag auslöst. Bekannte Wirkstoffe sind Cetirizin, Loratadin, Desloratadin und Levocetirizin; örtlich angewendet werden zum Beispiel Azelastin und Levocabastin als Augentropfen oder Nasenspray.
Machen Antihistaminika müde?
Das ist möglich. Laut IQWiG gehören Müdigkeit und Kopfschmerzen zu den häufigsten Nebenwirkungen der Tabletten, und wie sehr ein Mittel müde macht, kann vom Wirkstoff abhängen. Ältere Wirkstoffe wie Dimetinden und Clemastin wirken laut Embryotox dämpfend; bei Promethazin kann das Reaktionsvermögen sogar am Folgetag verändert sein. Wer sich müde fühlt, sollte nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen.
Welche Antihistaminika gibt es ohne Rezept?
Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin und Desloratadin als Tabletten, Dimetinden als Tropfen und Gel, Augentropfen mit Ketotifen sowie Augentropfen und Nasenspray mit Azelastin sind in den hier beschriebenen Präparaten apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Fexofenadin, Ebastin und Promethazin sind verschreibungspflichtig. Halten Sie sich an die Packungsbeilage und fragen Sie bei Unsicherheit in der Apotheke nach.
Darf ich Antihistaminika in der Schwangerschaft nehmen?
Als Antihistaminika der Wahl zum Einnehmen nennt Embryotox Loratadin oder Cetirizin; Azelastin und Levocabastin als Augentropfen oder Nasenspray sind danach akzeptabel. Für andere Wirkstoffe wie Fexofenadin, Ebastin oder Dimetinden nennt Embryotox Loratadin oder Cetirizin als besser geeignet. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich zu Antihistaminika Alkohol trinken?
Die Packungsbeilage von Cetirizin empfiehlt, wie bei allen Antihistaminika, Alkohol zu meiden. Alkohol kann die dämpfende Wirkung verstärken; bei Dimetinden-Tropfen, Clemastin und Promethazin weisen die Fachinformationen ausdrücklich darauf hin. Auch bei Cetirizin und Levocetirizin kann Alkohol bei empfindlichen Menschen Aufmerksamkeit und Leistung zusätzlich mindern.
Muss ich Antihistaminika vor einem Allergietest absetzen?
Ja, denn Antihistaminika schwächen die Reaktionen im Hauttest ab. Laut Fachinformation ist bei Cetirizin und Levocetirizin eine Pause von 3 Tagen nötig, Loratadin soll mindestens 48 Stunden vorher abgesetzt werden. Besprechen Sie das mit der Ärztin oder dem Arzt, die den Test machen.
Was ist der Unterschied zwischen Cetirizin und Levocetirizin?
Cetirizin besteht aus zwei spiegelbildlichen Formen; Levocetirizin ist laut Fachinformation die wirksame R-Form davon. Ähnlich ist Desloratadin das wirksame Abbauprodukt von Loratadin. Welche Dosis jeweils in der Packungsbeilage steht, finden Sie auf den Wirkstoffseiten.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Wirkstoffgruppen Mittel gegen Übelkeit und ErbrechenMittel gegen Übelkeit wie MCP, Domperidon, Dimenhydrinat und Ondansetron wirken über Dopamin, Histamin oder Serotonin.
-
Wirkstoffgruppen Hormonelle Verhütungsmittel (Pille & Co.)Pille, Minipille, Vaginalring, Hormonspirale und Dreimonatsspritze verhüten mit Hormonen.
-
Wirkstoffgruppen Cannabis-Arzneimittel (Medizinal-Cannabis, Dronabinol, Nabiximols, Cannabidiol)Cannabis-Arzneimittel enthalten Wirkstoffe der Cannabispflanze oder verwandte Stoffe.
-