MedikamenteWirkstoff

Doxylamin: Nebenwirkungen und Wirkung

Doxylamin ist ein Antihistaminikum mit müde machender Wirkung, das bei Erwachsenen gegen Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt wird, die eine Behandlung mit Medikamenten erfordern. Tabletten gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein und spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme enden. Sorgen Sie nach der Einnahme für eine ausreichende Schlafdauer, damit das Reaktionsvermögen am nächsten Morgen nicht beeinträchtigt ist. Bei älteren Menschen ist die Gefahr von Nebenwirkungen größer, wodurch auch die Sturzgefahr steigen kann.

Frau in den Fünfzigern sitzt nachts auf der Bettkante eines schwach beleuchteten Schlafzimmers und blickt nachdenklich zum Fenster
Bild: KI-generiert

Wofür wird Doxylamin eingesetzt?

Doxylamin ist ein Arzneimittel gegen allergische Reaktionen mit müde machenden Eigenschaften (Antihistaminikum, Sedativum). Angewendet wird es bei Erwachsenen mit Ein- und Durchschlafstörungen, die eine Behandlung mit Medikamenten erfordern [1, 2]. Es gehört zu den Beruhigungs- und Schlafmitteln. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten, beide mit Stand April 2026 [1, 2]. Für Erwachsene sind die Tabletten ohne Rezept in der Apotheke erhältlich; zur Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist Doxylamin laut Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig [2, 4].

Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass nicht alle Schlafstörungen eine Behandlung mit Medikamenten brauchen. Oft sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen und lassen sich durch andere Maßnahmen oder die Behandlung der Grunderkrankung beeinflussen. Halten Schlafstörungen länger an, ist keine Dauerbehandlung mit Doxylamin vorgesehen; dann sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt aufgesucht werden [1, 2].

Laut Embryotox ist Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin (Vitamin B6) in Deutschland außerdem zur Behandlung von Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen zugelassen [3]. Dafür gibt es eigene Präparate mit eigener Packungsbeilage: Die Tabletten XONVEA mit Doxylamin und Pyridoxin werden laut ihrer Packungsbeilage bei schwangeren Frauen angewendet, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, wenn Änderungen in der Ernährung oder andere nicht medizinische Behandlungen keinen Erfolg gezeigt haben [5]. Diese Seite beschreibt die Schlaftabletten. Mehr dazu auf der Seite Schwangerschaftsübelkeit.

Wie wirkt Doxylamin?

Doxylamin blockiert die H1-Rezeptoren für Histamin, einen körpereigenen Botenstoff, und wirkt außerdem sedierend, also müde machend [1, 2]. Das Beratungszentrum Embryotox beschreibt Doxylamin als Antihistaminikum der ersten Generation mit ausgeprägt sedierender Wirkung. Zusätzlich wirkt es anticholinerg; das kann zu Mundtrockenheit, Magen-Darm-Störungen und Herzrhythmusstörungen führen [3].

Die Wirkung setzt laut Fachinformation innerhalb von 30 Minuten ein und hält 3 bis 6 Stunden an. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 10,1 Stunden; abgebaut wird Doxylamin vorrangig in der Leber [2]. Nach der Einnahme sollen Sie für eine ausreichende Schlafdauer sorgen, damit Ihr Reaktionsvermögen am folgenden Morgen nicht beeinträchtigt ist [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Selten" heißt: bis zu 1 von 1.000 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Die meisten Nebenwirkungen von Doxylamin sind mit "nicht bekannt" angegeben. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Außerdem nennt die Packungsbeilage ohne Häufigkeitsangabe Begleitwirkungen am vegetativen Nervensystem wie verschwommenes Sehen, Mundtrockenheit, das Gefühl einer verstopften Nase, einen erhöhten Augeninnendruck, Verstopfung und Störungen beim Wasserlassen, ebenso Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder Appetitzunahme und Schmerzen im Bereich des Magens [1, 2]. Häufigkeit und Ausmaß von Nebenwirkungen lassen sich laut Packungsbeilage durch eine sorgfältige und individuelle Einstellung der Tagesdosis verringern [1, 2].

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemBlutzellschäden (Leukopenie, Thrombopenie, hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Magen und DarmLebensbedrohliche Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wenn Sie eine Nebenwirkung bei sich beobachten, nehmen Sie Doxylamin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und benachrichtigen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei Menschen mit erkennbaren Hirnschäden in der Großhirnrinde und Krampfanfällen in der Vorgeschichte können schon kleine Mengen Doxylamin Krampfanfälle auslösen [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Siebzigern geht morgens langsam durch einen hellen Flur und hält sich am Handlauf fest
Bild: KI-generiert

Müdigkeit am nächsten Tag: Nehmen Sie die Tablette etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen und sorgen Sie danach für eine ausreichende Schlafdauer, damit Ihr Reaktionsvermögen am folgenden Morgen nicht beeinträchtigt ist [1, 2]. Die Packungsbeilage sagt außerdem: Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt [1]. Mehr dazu auf der Seite Müdigkeit durch Medikamente.

Ältere Menschen: Bei ihnen ist die Gefahr von Nebenwirkungen größer, und dadurch kann sich auch die Sturzgefahr erhöhen [1, 2]. Unter Antihistaminika wurde über EKG-Veränderungen berichtet; die Fachinformation empfiehlt deshalb eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion, besonders bei älteren Menschen und bei Vorschädigung des Herzens [2]. Hinweise zu Arzneimitteln im höheren Alter gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Haut und Sonne: Weil die Haut empfindlicher auf Licht reagieren kann, rät die Packungsbeilage, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden [1]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit anderen zentral wirksamen Mitteln (Psychopharmaka, Schlaf-, Schmerz- und Narkosemitteln oder Mitteln gegen Anfallsleiden) sowie mit Alkohol können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken [1, 2]. Mit MAO-Hemmern, einer Gruppe von Antidepressiva, darf Doxylamin nicht angewendet werden: Es kann zu Blutdruckabfall und einer verstärkten Funktionseinschränkung des zentralen Nervensystems und der Atmung kommen [1, 2].

Mittel, die ebenfalls anticholinerg wirken, etwa Biperiden bei Parkinson oder trizyklische Antidepressiva, können zusammen mit Doxylamin unter anderem zu einer lebensbedrohlichen Darmlähmung, einem Harnverhalt oder einem akuten Anstieg des Augeninnendrucks führen [1, 2]. Blutdrucksenker, die auf das zentrale Nervensystem wirken, wie Clonidin, können die Müdigkeit verstärken [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Doxylamin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Zentral wirksame Arzneimittel wie Psychopharmaka, Schlaf-, Schmerz- und Narkosemittel oder Mittel gegen AnfallsleidenDie Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1, 2]Vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen
AlkoholDie Wirkungen können sich gegenseitig verstärken; Alkohol kann die Wirkung von Doxylamin unvorhersehbar verändern[1, 2]Während der Anwendung Alkohol vermeiden
Arzneimittel mit ebenfalls anticholinerger Wirkung, z. B. Biperiden (bei Parkinson), trizyklische Antidepressiva und MAO-HemmerGegenseitige Verstärkung, z. B. mit lebensbedrohlicher Darmlähmung, Harnverhalt oder akuter Erhöhung des Augeninnendrucks[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Blutdruckabfall und verstärkte Dämpfung des zentralen Nervensystems und der Atmung[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden (Gegenanzeige)
Phenytoin (gegen Anfallsleiden) und Neuroleptika (gegen psychische Erkrankungen)Deren Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Blutdrucksenker, die auf das zentrale Nervensystem wirken (Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa)Verstärkte Müdigkeit und Mattigkeit[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Arzneimittel, die das Innenohr schädigen können (z. B. Aminoglykosid-Antibiotika, einige Schmerzmittel, einige harntreibende Mittel)Anzeichen einer beginnenden Innenohrschädigung können abgeschwächt sein[1, 2]Vorher ärztlich besprechen
Epinephrin (Adrenalin)Laut Packungsbeilage Gefäßerweiterung, Blutdruckabfall und beschleunigter Herzschlag; laut Fachinformation kann Epinephrin paradoxerweise den Blutdruck weiter senken[1, 2]Epinephrin sollte nicht angewendet werden
Hauttests (Allergietests)Ergebnisse können verfälscht werden (falsch negativ)[1, 2]Vor einem Hauttest die Einnahme angeben

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Doxylamin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Doxylamin darf unter anderem bei einem akuten Asthma-Anfall, grünem Star (Engwinkel-Glaukom), einer vergrößerten Prostata mit Restharnbildung und bei Anfallsleiden nicht eingenommen werden [1, 2]. Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Doxylamin behandelt werden [1, 2]. Besondere Vorsicht gilt bei eingeschränkter Leberfunktion, Vorschädigung des Herzens und Bluthochdruck, chronischen Atembeschwerden und Asthma sowie bei Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Doxylamin, andere Antihistaminika oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Akuter Asthma-Anfall[1, 2]
  • Grüner Star (Engwinkel-Glaukom)[1, 2]
  • Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom)[1, 2]
  • Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata-Hypertrophie) mit Restharnbildung[1, 2]
  • Akute Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel oder Psychopharmaka (Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Lithium)[1, 2]
  • Anfallsleiden (Epilepsie)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern (Hemmstoffe der Monoaminoxidase)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Eingeschränkte Leberfunktion[1, 2]
  • Vorschädigung des Herzens und Bluthochdruck: Laut Fachinformation können Antihistaminika den Blutdruck ansteigen lassen; unter Antihistaminika wurde über EKG-Veränderungen berichtet, deshalb wird eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion empfohlen, besonders bei älteren Menschen und bei Vorschädigung des Herzens[1, 2]
  • Chronische Atembeschwerden und Asthma[1, 2]
  • Unzureichender Verschluss des Mageneingangs mit Rückfluss von Nahrung in die Speiseröhre (gastro-ösophagealer Reflux)[1, 2]
  • Erkennbare Hirnschäden in der Großhirnrinde und Krampfanfälle in der Vorgeschichte: Schon kleine Mengen Doxylamin können Krampfanfälle (Grand-mal-Anfälle) auslösen. Laut Fachinformation werden EEG-Kontrollen empfohlen, und eine bestehende Behandlung der Krampfanfälle sollte nicht unterbrochen werden[1, 2]
  • Ältere Menschen: Die Gefahr von Nebenwirkungen ist größer; dadurch kann sich auch die Sturzgefahr erhöhen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Doxylamin behandelt werden[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Anwendung sollten Sie Alkohol meiden [1]. Doxylamin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass Sie auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren können [1]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Autofahren und Medikamente und Alkohol. Zu Schwangerschaft und Stillzeit nennen die Karten die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox; sie weichen voneinander ab [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage soll Doxylamin in der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden. Laut Fachinformation haben epidemiologische Studien mit einem doxylaminhaltigen Arzneimittel beim Menschen keinen Hinweis auf eine keimschädigende Wirkung ergeben; dennoch soll es in der Schwangerschaft nur nach strenger Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken für das Kind verordnet werden.[1, 2]

Embryotox stuft Doxylamin als Mittel der Wahl ein, verlangt aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. In Kombination mit Pyridoxin gehört es zu den Mitteln der Wahl bei Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen; bei Schlafstörungen darf Doxylamin laut Embryotox auch kurzfristig eingesetzt werden. Als Schlafmittel rät Embryotox zur ärztlichen Rücksprache, weil je nach Art der Schlafstörung unterschiedliche Wirkstoffgruppen geeignet sind. Eine große Metaanalyse aus dem Jahr 2021 fand keine erhöhten Risiken; bei Einnahme rund um die Geburt sind wie bei anderen sedierenden Antihistaminika in Einzelfällen leichte Anpassungsstörungen des Neugeborenen nicht auszuschließen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Doxylamin geht in die Muttermilch über; deshalb sollte das Stillen für die Dauer der Behandlung unterbrochen werden.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es keine veröffentlichten Daten zur Verträglichkeit in der Stillzeit; ältere sedierende Antihistaminika können beim gestillten Säugling zu Schläfrigkeit oder Unruhe führen. Einzeldosen von Doxylamin sind laut Embryotox in der Stillzeit akzeptabel.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Anwendung sollten Sie Alkohol meiden: Alkohol und Doxylamin können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken, Alkohol kann die Wirkung von Doxylamin unvorhersehbar verändern und verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit noch weiter.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Doxylamin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Die Packungsbeilage sagt: Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt. Laut Fachinformation sollten diese Tätigkeiten zumindest in der ersten Phase der Behandlung ganz unterbleiben; im Einzelfall entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.[1, 2]

Sorgen Sie nach der Einnahme für eine ausreichende Schlafdauer, damit Ihr Reaktionsvermögen am folgenden Morgen nicht beeinträchtigt ist.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einnehmen; danach für eine ausreichende Schlafdauer sorgen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Bei akuten Schlafstörungen die Behandlung möglichst auf einzelne Einnahmen beschränken und so kurz wie möglich halten; im Allgemeinen kann sie einige Tage bis zu einer Woche dauern. Spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme sollte die Behandlung beendet werden. Die Dosisangaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".[1, 2]

Absetzen

Nach längerer täglicher Einnahme können beim plötzlichen Absetzen die Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten.[1, 2]

Bemerken Sie eine Nebenwirkung, nehmen Sie Doxylamin nicht weiter ein und benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Überdosierung

Eine Überdosierung kann sich zunächst durch Beschwerden wie Unruhe, gesteigerte Muskelreflexe, Bewusstlosigkeit, abgeschwächte Atmung (Atemdepression) und Herz-Kreislauf-Stillstand zeigen. Weitere Zeichen sind weite Pupillen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Fieber, heiße, rote Haut und trockene Schleimhäute. Treten solche Zeichen auf, sollte unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt verständigt werden. Nach Überdosierung wurde außerdem ein Zerfall von Muskelfasern (Rhabdomyolyse) beobachtet.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten wieder [1]. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt etwas anderes verordnet, gilt das; die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein [1, 2].

Einnahme und Absetzen

Schlucken Sie die Tabletten etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nach längerer täglicher Einnahme können beim plötzlichen Absetzen die Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt verständigt werden [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Doxylamin

Doxylamin gibt es als Tabletten und Schmelztabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten [1, 2]. Präparate können sich in Darreichungsform und Hilfsstoffen unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Doxylamin
PräparatAnbieterHinweis
SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tablettenratiopharm GmbHTabletten zur Anwendung bei Erwachsenen; Grundlage dieser Seite
Hoggar Night 25 mg TablettenSTADA Consumer Health Deutschland GmbHTabletten
Hoggar Night 25 mg SchmelztablettenSTADA Consumer Health Deutschland GmbHSchmelztabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten (Versionscode Z06). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation SchlafTabs-ratiopharm 25 mg Tabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Doxylamin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Doxylamin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation XONVEA 10 mg/10 mg magensaftresistente Tabletten (Doxylaminhydrogensuccinat/Pyridoxinhydrochlorid). Exeltis Germany GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange darf ich Doxylamin einnehmen?

Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein; bei akuten Schlafstörungen möglichst nur einzelne Einnahmen. Im Allgemeinen kann sie einige Tage bis zu einer Woche dauern und sollte spätestens nach 2 Wochen täglicher Einnahme beendet werden. Bei länger anhaltenden Schlafstörungen ist keine Dauerbehandlung vorgesehen. Suchen Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Bin ich nach Doxylamin am nächsten Morgen noch müde?

Das ist möglich. Die Halbwertszeit von Doxylamin beträgt laut Fachinformation 10,1 Stunden, und Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit und eine verlängerte Reaktionszeit gehören zu den möglichen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage ist nach der Einnahme für eine ausreichende Schlafdauer zu sorgen, um eine Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens am folgenden Morgen zu vermeiden. Außerdem sollen Sie laut Packungsbeilage nicht Auto oder andere Fahrzeuge fahren und keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Ist Doxylamin für ältere Menschen geeignet?

Laut Packungsbeilage ist die Gefahr von Nebenwirkungen bei älteren Menschen größer, und dadurch kann sich auch die Sturzgefahr erhöhen. Die Fachinformation empfiehlt unter Antihistaminika eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion, besonders bei älteren Menschen und bei Vorschädigung des Herzens. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, vor allem wenn Sie weitere Medikamente nehmen.

Darf ich Doxylamin mit Alkohol einnehmen?

Während der Anwendung sollten Sie Alkohol meiden. Alkohol und Doxylamin können sich gegenseitig verstärken. Alkohol kann außerdem die Wirkung von Doxylamin unvorhersehbar verändern und verschlechtert die Verkehrstüchtigkeit noch weiter. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Doxylamin nicht eingenommen werden.

Was passiert, wenn ich Doxylamin plötzlich absetze?

Nach längerer täglicher Einnahme können beim plötzlichen Absetzen die Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten. Bemerken Sie eine Nebenwirkung, nehmen Sie Doxylamin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und benachrichtigen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Doxylamin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes; in der Stillzeit sollte für die Dauer der Behandlung nicht gestillt werden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Laut dem Beratungszentrum Embryotox darf Doxylamin in der Schwangerschaft auch kurzfristig bei Schlafstörungen eingesetzt werden; als Schlafmittel rät Embryotox aber zur ärztlichen Rücksprache. Einzeldosen in der Stillzeit sind laut Embryotox akzeptabel.

Wer darf Doxylamin nicht einnehmen?

Laut Packungsbeilage unter anderem Menschen mit akutem Asthma-Anfall, grünem Star (Engwinkel-Glaukom), Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom), Prostatavergrößerung mit Restharnbildung oder Anfallsleiden, bei akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlaf-, Schmerz- oder Psychopharmaka und bei gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern. Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Doxylamin behandelt werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu