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Dextromethorphan: Nebenwirkungen und Wirkung
Dextromethorphan ist ein Hustenstiller zur Behandlung von trockenem Reizhusten ohne Auswurf. Hartkapseln für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Häufig sind starke Müdigkeit, Schwindelgefühl, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Erbrechen. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva kann ein Serotonin-Syndrom auftreten. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Dextromethorphan nicht länger als 3 bis 5 Tage einnehmen.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Dextromethorphan eingesetzt?
Dextromethorphan ist ein Hustenstiller aus der Gruppe der Husten- und Bronchitismittel. Es wird zur symptomatischen Behandlung von Reizhusten angewendet, also von trockenem Husten, bei dem kein Schleim abgehustet wird [1, 2]. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln, ergänzt um die Fachinformation von Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan; beide Präparate enthalten je Hartkapsel dieselbe Wirkstoffmenge [1, 2].
Chronischer Husten kann ein Frühzeichen von Asthma sein. Zur Dämpfung eines solchen Hustens ist Dextromethorphan nicht vorgesehen, insbesondere bei Kindern [1, 2]. Fühlen Sie sich nach 3 bis 5 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Wie wirkt Dextromethorphan?
Laut Fachinformation wirkt Dextromethorphan hustenstillend (antitussiv). In therapeutischen Dosen wirkt es weder schmerzstillend noch atemdämpfend noch psychoseähnlich, und seine Abhängigkeitspotenz ist schwach [2]. Das Beratungszentrum Embryotox beschreibt Dextromethorphan als Abkömmling eines Opiumalkaloids, dessen hustenstillende Wirkung der von Codein vergleichbar ist [3].
Die Wirkung tritt laut Fachinformation 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme ein und hält ca. 3 bis 6 Stunden an [2]. Abgebaut wird der Wirkstoff in der Leber, vor allem über das Enzym CYP2D6. Wie aktiv dieses Enzym ist, ist genetisch bedingt: Etwa 10 % der Bevölkerung bauen Dextromethorphan langsam ab. Bei ihnen kann die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) statt 1,2 bis 2,2 Stunden bis zu 45 Stunden betragen, und die Wirkung kann übermäßig stark oder verlängert sein [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage von Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln mit Häufigkeit aufführt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "sehr selten" weniger als 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten sind Müdigkeit, Schwindel und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit und Erbrechen [1]. Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich allergischem Schock sind mit der Häufigkeit "nicht bekannt" aufgeführt [1]; mehr dazu auf der Seite Arzneimittelallergie.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- PsycheHalluzinationen[1]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheBei Missbrauch Entwicklung einer Abhängigkeit[1]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- NervensystemSchläfrigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich allergischem Schock, Schwellungen von Gesicht, Zunge und/oder Lippen (Angioödem), Atemnot durch Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus), Nesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag und Hautrötung[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtJuckreizHautausschlagAtemnot
- PsycheVerwirrtheit[1]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemSchwindel (Vertigo)[1]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemUndeutliche Aussprache und unkontrollierbare Augenbewegungen[1]
- NervensystemStörung der Muskelspannung, insbesondere bei Kindern[1]
- Magen und DarmVerstopfung[1]Mehr dazu: Verstopfung
- HautFixer Arzneimittelausschlag (eine Form von Hautausschlag)[1]Mehr dazu: Hautausschlag
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ein Serotonin-Syndrom ist laut Fachinformation möglicherweise lebensbedrohlich. Es wurde für Dextromethorphan bei gleichzeitiger Einnahme von serotonerg wirkenden Mitteln wie SSRI, von Mitteln, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen (einschließlich MAO-Hemmern), und von CYP2D6-Hemmern berichtet [2]. Das Syndrom kann Veränderungen der Psyche, eine Instabilität des unwillkürlichen (autonomen) Nervensystems, Störungen von Nerven und Muskeln und Magen-Darm-Beschwerden umfassen [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit und Schwindelgefühl treten häufig auf. Fahren Sie dann nicht Auto, bedienen Sie keine Maschinen und verzichten Sie auf Alkohol, der die dämpfende Wirkung verstärkt [1]. Laut Fachinformation sollte Dextromethorphan bevorzugt zur Nacht eingenommen werden, um durch die zeitweise Anwendung die Wirksamkeit zu erhalten [2].
Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion dürfen Sie Dextromethorphan nicht noch einmal einnehmen; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit sie oder er über weitere Maßnahmen entscheiden kann [1]. Halten andere Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mit MAO-Hemmern, einer Gruppe von Antidepressiva, dürfen Sie Dextromethorphan nicht kombinieren, auch nicht innerhalb von 2 Wochen nach deren Einnahme [1, 2]. Arzneimittel, die das Enzym CYP2D6 hemmen, verlangsamen den Abbau von Dextromethorphan, zum Beispiel die Antidepressiva Fluoxetin und Paroxetin sowie Amiodaron und Terbinafin [1]. Laut Fachinformation steigt dadurch das Risiko für Nebenwirkungen und für ein Serotonin-Syndrom [2].
Laut Packungsbeilage kann die Kombination mit schleimlösenden Mitteln die Behandlung von Husten mit Auswurf verbessern; empfohlen wird dann tagsüber die Schleimlösung und nachts die Hustendämpfung. Schleimlösende Wirkstoffe beschreiben wir zum Beispiel auf den Seiten Ambroxol und Acetylcystein. Bei Erkrankungen mit vermehrter Schleimbildung wie zystischer Fibrose oder Bronchiektasie kann wegen des eingeschränkten Hustenreflexes aber ein gefährlicher Sekretstau entstehen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (bestimmte stimmungsaufhellende Mittel), auch wenn sie in den letzten 2 Wochen eingenommen wurden | Wirkungen auf das Nervensystem; laut Fachinformation kann sich ein möglicherweise lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom entwickeln[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen (Gegenanzeige) |
| Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI und andere serotonerg wirkende Mittel, bestimmte Antipsychotika | Veränderungen der Psyche wie Erregung, Halluzinationen oder Koma, Anstieg der Körpertemperatur auf über 38 °C, schnellerer Herzschlag, schwankender Blutdruck, übersteigerte Reflexe, Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen und Magen-Darm-Beschwerden möglich (Serotonin-Syndrom)[1, 2] | Vorher mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke sprechen |
| Mittel, die das Leberenzym CYP2D6 hemmen, z. B. Amiodaron, Chinidin, Fluoxetin, Haloperidol, Paroxetin, Propafenon, Thioridazin, Cimetidin, Ritonavir, Berberin, Bupropion, Cinacalcet, Flecainid und Terbinafin | Mehr Dextromethorphan im Blut; laut Fachinformation steigt das Risiko für Nebenwirkungen wie Erregungszustände, Verwirrtheit, Zittern, Schlaflosigkeit, Durchfall und Atemdepression sowie für ein Serotonin-Syndrom[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen; laut Fachinformation sollte überwacht und die Dosis bei Bedarf gesenkt werden |
| Andere Stoffe mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem, einschließlich Alkohol | Gegenseitige Wirkungsverstärkung[1] | Keinen Alkohol trinken; andere dämpfende Mittel vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen |
| Schleimlösende Hustenmittel (Sekretolytika) | Bei Atemwegserkrankungen mit vermehrter Schleimbildung wie zystischer Fibrose oder Bronchiektasie kann wegen des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen[1, 2] | Nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Dextromethorphan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei Asthma bronchiale, chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD), Lungenentzündung und einer geschwächten Atmung dürfen Sie Dextromethorphan nicht einnehmen [1, 2]. Die Hartkapseln sind für Kinder unter 12 Jahren wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet; für Kinder ab 6 Jahren gibt es Dextromethorphan in anderen Zubereitungen mit eigener Packungsbeilage [1].
Dextromethorphan kann abhängig machen. Laut Packungsbeilage wurden Fälle von Missbrauch berichtet, vorwiegend bei Jugendlichen; Vorsicht gilt auch, wenn Sie zu Alkoholmissbrauch neigen oder früher eine psychiatrische Erkrankung hatten [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit und Absetzerscheinungen.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Dextromethorphanhydrobromid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern (bestimmte stimmungsaufhellende Mittel) oder Einnahme in den letzten 2 Wochen[1, 2]
- Asthma bronchiale[1, 2]
- Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung[1, 2]
- Lungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]
- Atemhemmung (Atemdepression) oder unzureichende Atemtätigkeit (Ateminsuffizienz)[1, 2]
- Stillzeit[1, 2]
- Seltene angeborene Unverträglichkeiten gegen einen der Bestandteile (die Hartkapseln enthalten Lactose)[1]
- Kinder unter 12 Jahren: Die Hartkapseln sind wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion oder Mastozytose: nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt anwenden[1]
- Husten mit erheblicher Schleimbildung (z. B. bei Bronchiektasen oder zystischer Fibrose) sowie neurologische Erkrankungen mit erheblich eingeschränktem Hustenreflex (Schlaganfall, Parkinson, Demenz): nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, weil ein gedämpfter Hustenreiz dann unerwünscht sein kann[1]
- Chronischer Husten kann ein Frühzeichen von Asthma bronchiale sein; zur Dämpfung dieses Hustens ist Dextromethorphan, insbesondere bei Kindern, nicht vorgesehen (nicht indiziert)[1, 2]
- Abhängigkeit: Dextromethorphan kann zu Abhängigkeit führen, deshalb sollte die Behandlung kurz sein. Bei Neigung zu Arzneimittelmissbrauch oder Medikamentenabhängigkeit nur kurzfristig und unter strengster ärztlicher Kontrolle. Laut Fachinformation können sich bei längerem Gebrauch Gewöhnung (Toleranz) sowie seelische und körperliche Abhängigkeit entwickeln[1, 2]
- Neigung zu Alkoholmissbrauch oder psychiatrische Erkrankungen in der Vorgeschichte[1]
- Missbrauch: Es wurden Fälle von Dextromethorphan-Missbrauch berichtet, vorwiegend bei Jugendlichen; laut Fachinformation ist besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie bei Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte Vorsicht geboten[1, 2]
- Langsamer Abbau über das Enzym CYP2D6 (genetisch bedingt) oder gleichzeitige Anwendung von CYP2D6-Hemmern: Laut Fachinformation kann die Wirkung übermäßig stark oder verlängert sein[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Hartkapseln enthalten Lactose; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Einnahme sollten Sie keinen Alkohol trinken [1]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit weichen Packungsbeilage und das Beratungszentrum Embryotox voneinander ab: Die Packungsbeilage erlaubt die Anwendung in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und schließt die Stillzeit aus; laut Embryotox kann es in allen Phasen der Schwangerschaft für wenige Tage eingesetzt und in der Stillzeit für kurze Zeit angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen [1, 3]. Die Karten nennen beide Angaben. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Beobachtungen am Menschen haben bisher keinen Hinweis auf fruchtschädigende Eigenschaften von Dextromethorphan ergeben; die vorliegenden Untersuchungen reichen für eine endgültige Beurteilung der Sicherheit aber nicht aus. Deshalb darf Dextromethorphan in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt und nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Laut Fachinformation können hohe Dosen möglicherweise, auch bei kurzer Gabe, beim Neugeborenen die Atmung dämpfen.[1, 2]
Embryotox: Mehrere kleinere Studien mit insgesamt etwa 600 dokumentierten Schwangerschaften ergaben für das erste Schwangerschaftsdrittel keine Hinweise auf Fehlbildungen; für das zweite und dritte Drittel gibt es deutlich weniger Erfahrungen, Berichte über Schäden beim ungeborenen Kind liegen nicht vor. Laut Embryotox kann Dextromethorphan in allen Phasen der Schwangerschaft als Hustenstiller eingesetzt werden; wegen des geringen, aber vorhandenen Suchtpotenzials sollte sich die Anwendung auf wenige Tage beschränken.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit darf Dextromethorphan nicht angewendet werden: Ob es in die Muttermilch übergeht, ist nicht untersucht, und eine atemhemmende Wirkung auf den Säugling ist nicht auszuschließen.[1, 2]
Embryotox: Daten zum Übergang in die Muttermilch liegen nicht vor, Berichte über Beschwerden bei gestillten Säuglingen ebenfalls nicht. Reichen Inhalationen, ausreichendes Trinken und unterstützend schleimlösende Mittel nicht aus, darf Dextromethorphan bei quälendem, trockenem Reizhusten laut Embryotox für kurze Zeit angewendet werden; bei Kindern mit Neigung zu Atemaussetzern (Apnoeneigung) ist Vorsicht geboten.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Einnahme keinen Alkohol: Dextromethorphan verstärkt die dämpfende Wirkung von Alkohol auf das zentrale Nervensystem.[1]
Autofahren und Maschinen
Dextromethorphan kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch häufig leichte Müdigkeit und Schwindelgefühl verursachen und dadurch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol oder mit Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können.[1]
Einnahme
Die Hartkapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einnehmen. Nehmen Sie nicht mehr und nicht länger ein als empfohlen.[1]
Laut Fachinformation von Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan sollte die Einnahme bevorzugt zur Nacht erfolgen, um durch die zeitweise (intermittierende) Anwendung die Wirksamkeit zu erhalten.[2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern wie empfohlen fortfahren.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Nicht mehr und nicht länger einnehmen als in der Packungsbeilage angegeben: ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 bis 5 Tage, auch auf ärztliche Verordnung nicht länger als zwei bis drei Wochen. Einzel- und Tagesgesamtdosis der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".[1]
Absetzen
Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Dextromethorphan nicht noch einmal eingenommen werden; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom sollte die Behandlung laut Fachinformation beendet werden.[1, 2]
Überdosierung
Mögliche Zeichen einer Überdosierung sind Übelkeit und Erbrechen, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Unruhe, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, unwillkürliche schnelle Augenbewegungen, schneller Herzschlag, Koordinationsstörungen, Psychosen mit Sinnestäuschungen beim Sehen und Übererregbarkeit; bei massiver Überdosierung Koma, schwere Atemprobleme und Krämpfe. Wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus, auch schon, wenn Sie befürchten, zu viel eingenommen zu haben. Bei gleichzeitiger Überdosierung von Dextromethorphan und anderen Arzneimitteln kam es zu Vergiftungen mit tödlichem Ausgang. Unter Umständen ist eine intensivmedizinische Überwachung nötig; Naloxon kann als Gegenmittel angewendet werden.[1]
Laut Fachinformation kann eine Überdosierung auch das Herz betreffen, mit schnellem Herzschlag und einem auffälligen EKG einschließlich einer QTc-Verlängerung.[2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln wieder [1]. Nehmen Sie nicht mehr und nicht länger ein als dort angegeben; Lutschpastillen und andere Zubereitungen haben eigene Dosisangaben in ihrer Packungsbeilage [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Hartkapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, sondern fahren Sie wie empfohlen fort [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom sollte die Behandlung laut Fachinformation beendet werden [2]. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Dextromethorphan
Dextromethorphan gibt es unter anderem als Hartkapseln und Lutschpastillen. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln, ergänzt um die Fachinformation von Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan [1, 2]. Präparate können sich in Wirkstoffmenge, Altersgrenze und Dosierung unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | Hartkapseln für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene; Grundlage dieser Seite |
| Silomat Hustenstiller Dextromethorphan 7,7 mg Lutschpastillen | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | Lutschpastillen für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene; eigene Packungsbeilage |
| Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan | ratiopharm GmbH | Hartkapseln für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln (Druckfassung 9357082 2404). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan Hartkapseln (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dextromethorphan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange darf ich Dextromethorphan einnehmen?
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie Dextromethorphan laut Packungsbeilage nicht länger als 3 bis 5 Tage einnehmen, auch auf ärztliche Verordnung nicht länger als zwei bis drei Wochen. Fühlen Sie sich nach 3 bis 5 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Einzel- und Tagesgesamtdosis der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".
Macht Dextromethorphan müde?
Ja, das ist möglich. Starke Müdigkeit und Schwindelgefühl gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; sehr selten tritt Schläfrigkeit auf. Dadurch kann das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein, verstärkt zusammen mit Alkohol oder Medikamenten, die ebenfalls das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
Darf ich Dextromethorphan zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Zusammen mit MAO-Hemmern und bis 2 Wochen nach deren Einnahme dürfen Sie Dextromethorphan nicht einnehmen. Auch mit anderen Antidepressiva wie SSRI oder mit bestimmten Antipsychotika kann es zu Wechselwirkungen kommen, etwa mit Erregung, Halluzinationen, einem Anstieg der Körpertemperatur auf über 38 °C, schnellerem Herzschlag, Muskelsteifheit oder Durchfall (Serotonin-Syndrom). Manche Antidepressiva wie Fluoxetin und Paroxetin hemmen außerdem den Abbau von Dextromethorphan. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Kann Dextromethorphan abhängig machen?
Ja. Laut Packungsbeilage kann Dextromethorphan zu Abhängigkeit führen, deshalb sollte die Behandlung kurz sein. Es wurden Fälle von Missbrauch berichtet, vorwiegend bei Jugendlichen. Laut Fachinformation kann Missbrauch zu Zeichen einer Überdosierung führen, etwa Unruhe, Verwirrtheit und Halluzinationen, bei massiver Überdosierung Koma, eine gedämpfte Atmung (Atemdepression) und Krämpfe. Laut Packungsbeilage kam es bei gleichzeitiger Überdosierung mit anderen Arzneimitteln zu tödlichen Vergiftungen.
Hilft Dextromethorphan auch bei Husten mit Schleim?
Dextromethorphan ist für trockenen Reizhusten ohne Auswurf zugelassen. Bei Husten mit erheblicher Schleimbildung, etwa bei Bronchiektasen oder zystischer Fibrose, sollten Sie es nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Laut Packungsbeilage kann eine Kombination mit schleimlösenden Mitteln die Behandlung von Husten mit Auswurf verbessern: tagsüber schleimlösend, nachts hustendämpfend. Bei Erkrankungen mit vermehrter Schleimbildung kann sich wegen des gedämpften Hustenreflexes aber gefährlich Schleim in den Atemwegen stauen.
Darf ich Dextromethorphan in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage darf Dextromethorphan in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt und nur in Ausnahmefällen angewendet werden, in der Stillzeit gar nicht. Das Beratungszentrum Embryotox schätzt es anders ein: Dextromethorphan könne in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden, die Anwendung sollte sich aber auf wenige Tage beschränken; in der Stillzeit dürfe es für kurze Zeit angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie während der Einnahme keinen Alkohol trinken, weil Dextromethorphan die dämpfende Wirkung von Alkohol auf das zentrale Nervensystem verstärkt. Auch die Fähigkeit, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, wird dann stärker beeinträchtigt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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