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Husten
Husten ist ein Schutzreflex, der Schleim und Fremdkörper aus den Atemwegen befördert; zu den häufigsten Gründen zählen akute Atemwegsinfektionen wie eine Erkältung oder akute Bronchitis, und dann verschwindet der Husten in der Regel nach wenigen Wochen von selbst. Medikamente sind bei akutem Husten laut IQWiG meist nicht nötig; Hustenlöser sollen das Abhusten von zähem Schleim erleichtern, Hustenstiller sollen den Hustenreiz unterdrücken und dürfen laut IQWiG nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden. Laut der fachärztlichen S2k-Leitlinie Husten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) von 2025 soll bei akutem Husten in der Regel keine Antibiotikatherapie verordnet werden (starke Empfehlung). Bei Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen, blutigem Auswurf, anhaltend hohem Fieber oder einem Husten, der länger als 8 Wochen dauert, brauchen Sie ärztlichen Rat.

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex: Er befördert Schmutzpartikel, Fremdkörper und Schleim aus den Atemwegen [1]. Meist klingt er nach wenigen Wochen ab. Bei akutem oder subakutem Husten, zum Beispiel durch eine Erkältung, akute Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung oder Grippe, ist eine Behandlung mit Medikamenten laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) meist nicht nötig [1]. Ob Hustenlöser und Hustenstiller bei einer akuten Bronchitis helfen, ist laut IQWiG nicht ausreichend untersucht [3].
Was ist Husten?
Ausgelöst wird Husten über spezielle Zellen (Rezeptoren) auf der Schleimhaut von Rachen, Kehlkopf und Bronchien. Reizen Fremdkörper, Schleim, Rauch oder Gas diese Zellen, senden sie Signale an das Gehirn, die den Hustenreflex auslösen; manchmal reichen schon Kälte, trockene Luft oder Sprechen [1]. Husten ist sehr verbreitet, vor allem im Winter, und der häufigste Anlass, zur Hausärztin oder zum Hausarzt zu gehen [1].
Fachleute teilen Husten nach seiner Dauer ein [1, 4]:
- akuter Husten: bis zu 3 Wochen,
- subakuter Husten: zwischen 3 und 8 Wochen,
- chronischer Husten: mehr als 8 Wochen.
Laut der S2k-Leitlinie "Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten" der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) von 2025 ist diese Einteilung willkürlich, die Übergänge sind fließend [4]. Husten mit Schleim heißt produktiver Husten; wird kein Schleim ausgehustet, spricht man von unproduktivem, trockenem oder Reizhusten [1]. Laut der Leitlinie wird der Hustenreiz, eine Folge der Reizung und Überempfindlichkeit der Hustenrezeptoren, oft als Schleim wahrgenommen, obwohl kein Auswurf und kein Schleimbelag den Husten auslöst [4].
Ursachen: Infekte, Lunge, Reflux, Medikamente
Zu den häufigsten Gründen für Husten zählen laut IQWiG akute Infektionen der Atemwege wie Erkältung, akute Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Grippe, Covid-19 und Lungenentzündung [1]. Weitere mögliche Ursachen sind [1]:
- chronische Erkrankungen der Lunge, zum Beispiel Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD),
- Sodbrennen und Refluxkrankheit,
- Herzschwäche und Lungenembolie,
- ein Bronchial- oder Lungentumor,
- ein eingeatmeter Fremdkörper, kalte Luft, giftige Gase oder Rauch,
- Allergien,
- bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer (blutdrucksenkende Mittel),
- psychische Faktoren, zum Beispiel Stress.
Rauchen und andere Reizungen der Lunge wie Staub gelten als Risikofaktor für Husten; bei Raucherinnen und Rauchern ist außerdem das Risiko höher, dass eine Erkältung länger dauert [1].
Medikamente als Ursache: Welche Medikamente Husten als Nebenwirkung nennen, etwa ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck, und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Reizhusten durch Medikamente [1].
Diagnose
Bei akutem und subakutem Husten reichen laut IQWiG ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung in der Hausarztpraxis meist aus; laut der S2k-Leitlinie sollen hier außer Anamnese und körperlicher Untersuchung keine weiteren Untersuchungen erfolgen, es sei denn, es liegen Warnzeichen vor (starke Empfehlung) [1, 4]. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten und danach, ob Sie rauchen, manchmal auch nach Rauch oder Staub am Arbeitsplatz. Danach werden unter anderem der Rachen angeschaut und meist Lunge und Herz abgehört [1]. Notieren Sie Ihre Medikamente vorher, zum Beispiel im Medikationsplan.
Bei chronischem Husten soll die Basisdiagnostik laut der S2k-Leitlinie zügig erfolgen oder vervollständigt werden (starke Empfehlung): Über Anamnese und körperliche Untersuchung hinaus sollen bei allen Betroffenen eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und eine Lungenfunktionsprüfung erfolgen (starke Empfehlung). Eine HNO-ärztliche Untersuchung, eine Computertomografie, eine Spiegelung der Bronchien, eine Schlafapnoe- oder Refluxdiagnostik, Laboruntersuchungen sowie kardiologische und neurologische Untersuchungen sollen erfolgen, wenn sie klinisch angezeigt sind (starke Empfehlung) [4].
Bei Husten mit typischen Refluxbeschwerden wie Sodbrennen und Aufstoßen wird laut IQWiG probeweise ein Protonenpumpenhemmer gegeben; bessern sich die Beschwerden, ist sehr wahrscheinlich eine Refluxkrankheit die Ursache [2]. Bei Menschen, die ACE-Hemmer einnehmen, wird das Mittel laut IQWiG für einige Zeit weggelassen, um zu beobachten, ob die Beschwerden abnehmen [2]. Ob und wie das geschieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Behandlung ohne Medikamente
Um den Hustenreiz zu lindern, kann man laut IQWiG die Atemwege feucht halten und Auslöser wie trockene Luft oder Rauch meiden. Einige Menschen empfinden es als angenehm, zu inhalieren, viel zu trinken oder Bonbons zu lutschen; auch ätherische Öle werden von einigen als wohltuend empfunden [1]. Ob es bei einer akuten Bronchitis hilft, mehr als normal zu trinken, haben bisher keine geeigneten Studien geprüft [3].
Ein hustenstillendes Hausmittel kann Honig sein, pur oder in warmem Tee gelöst. Studien mit Kindern deuten laut IQWiG darauf hin, dass Honig bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lindern kann. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet, weil Säuglinge empfindlich auf bestimmte Bakterien im Honig reagieren können [3]. Raucherinnen und Raucher mit akuter Bronchitis können ihre Atemwege schonen, indem sie möglichst nicht zur Zigarette greifen [3].
Laut der S2k-Leitlinie sollte bei Husten mit Auswurf, auch bei Schleimverhalt, Atemphysiotherapie mit Techniken verordnet werden, die den Schleim mobilisieren, und bei trockenem Reizhusten mit Techniken, die den Husten hemmen; bei einer Überempfindlichkeit von Kehlkopf und Rachen sollte Logopädie erfolgen (jeweils schwache Empfehlung) [4].
Behandlung mit Medikamenten

Ist eine Grunderkrankung als Ursache bekannt, soll sie laut der S2k-Leitlinie leitliniengerecht behandelt werden (starke Empfehlung). Bei akutem Husten soll in der Regel keine Antibiotikatherapie verordnet werden (starke Empfehlung) [4]. Bei akutem und subakutem Husten sollten pflanzliche und synthetische Mittel, die den Abtransport des Schleims fördern, und Hustenstiller mit belegter Wirksamkeit verordnet werden; eine Langzeitanwendung ist nicht zugelassen (schwache Empfehlung). Wünschen Erkrankte mit akutem Husten eine lindernde Behandlung, können laut Leitlinie Hustenlöser (Ambroxol, N-Acetylcystein), Hustenstiller (Dextromethorphan) und pflanzliche Arzneimittel verordnet werden [4]. Eine Lungenentzündung wird in der Regel mit Antibiotika behandelt, bei Asthma oder COPD ist oft eine Kombination aus Medikamenten, anderen Behandlungen und Änderungen des Lebensstils sinnvoll [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiel | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Hustenlöser (Schleimlöser), apothekenpflichtig | Acetylcystein | Abkömmling der Aminosäure Cystein; wirkt schleimlösend und fördert den Abtransport des Schleims. Diskutiert wird, dass es Verbindungen zwischen den Schleimfasern sprengt; dadurch soll die Zähigkeit des Schleims sinken [6] | Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich unter anderem allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [5] |
| Hustenlöser (Schleimlöser), apothekenpflichtig | Ambroxol | Abbauprodukt von Bromhexin; der Wirkmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt, in Untersuchungen wurden schleimlösende und den Schleimtransport fördernde Effekte gefunden [8] | Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen [7] |
| Pflanzliche Hustenmittel | Efeublätter-Trockenextrakt | Extrakte aus Efeublättern können laut Embryotox zähen Bronchialschleim verflüssigen und das Abhusten fördern; zusätzlich wird ihnen eine hustenstillende Wirkung zugeschrieben [20] | Ohne bekannte Häufigkeit: allergische Reaktionen wie Atemnot, Schwellungen, Hautrötungen und Juckreiz; bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [9] |
| Hustenstiller, apothekenpflichtig | Dextromethorphan | Wirkt hustenstillend, hat in therapeutischen Dosen laut Fachinformation keine schmerzstillende oder atemdämpfende Wirkung und nur eine schwache Abhängigkeitspotenz [11] | Häufig: Schwindelgefühl, starke Müdigkeit, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Erbrechen [10] |
| Hustenstiller, apothekenpflichtig | Pentoxyverin | Nicht narkotisches, zentral wirkendes Hustenmittel; verringert die Überstimulierung des Hustenzentrums [13] | Häufig: Oberbauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen [12] |
| Hustenstiller, verschreibungspflichtig (Opioid) | Codein | Wirkt abhängig von der Dosis zentral hustenstillend und schmerzstillend; ein Teil der Wirkungen wird über sein Abbauprodukt Morphin vermittelt [15] | Sehr häufig: Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (vor allem zu Beginn), und Verstopfung; häufig: leichte Kopfschmerzen und leichte Schläfrigkeit [14] |
Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10, gelegentlich bei bis zu 1 von 100; bei "ohne bekannte Häufigkeit" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [5, 9, 10, 14]. Jede Angabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht. Mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Hustenlöser: nur, wenn sich der Schleim abhusten lässt
Hustenlöser (Expektorantien) sollen die Schleimbildung in den Bronchien fördern oder zähen Schleim verflüssigen, damit er sich besser abhusten lässt. Ob sie bei einer akuten Bronchitis tatsächlich helfen, lassen die bisherigen Studien laut IQWiG offen; sie sollten, wenn überhaupt, nur eingenommen werden, wenn der gebildete Schleim auch abgehustet werden kann [3].
Rezeptfreies Acetylcystein wird laut Packungsbeilage zur Schleimlösung und zum erleichterten Abhusten bei akuten Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim angewendet, laut Fachinformation bei akuter erkältungsbedingter Bronchitis [5, 6]. Ambroxol wird bei akuten und chronischen Erkrankungen der Bronchien und der Lunge mit zähem Schleim angewendet [7]. Beide sind apothekenpflichtig [6, 8]. Laut den Packungsbeilagen verbessert zusätzliches Trinken die schleimlösende Wirkung. Verschlimmern sich die Beschwerden oder bessern sie sich nach 4 bis 5 Tagen nicht, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt fragen bzw. aufsuchen; ohne ärztlichen Rat nehmen Sie die Mittel laut Packungsbeilage bzw. Fachinformation nicht länger als 4 bis 5 Tage ein [5, 6, 7]. Wie viel Sie nehmen dürfen, steht unter Dosierung von Acetylcystein und Dosierung von Ambroxol.
Pflanzliche Mittel: Mittel mit Efeu-, Thymian- oder Primelwurzel-Extrakten kann man laut IQWiG ausprobieren; sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich [1]. Efeublätter-Trockenextrakt wird laut Packungsbeilage zur Besserung der Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und bei akuten Entzündungen der Atemwege mit Husten angewendet. Die Behandlung sollte in der Regel 1 Woche dauern; halten die Beschwerden länger an, sollte medizinischer Rat eingeholt werden [9]. Weitere pflanzliche Mittel wie Cineol und Myrtol stehen auf der Seite Bronchitis.
Hustenstiller: nur bei trockenem Reizhusten
Hustenstiller (Antitussiva) wirken nicht auf die entzündete Schleimhaut, sondern sollen den Hustenreiz unterdrücken. Laut IQWiG dürfen sie nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden, vor allem bei quälendem Husten, der einen nicht schlafen lässt. Bei Husten mit Auswurf sind sie nicht sinnvoll, weil der Schleim ohne Hustenreiz nicht abgehustet werden kann [3]. Medikamente mit Codein dürfen wegen ihrer möglichen Nebenwirkungen und der Abhängigkeitsgefahr laut IQWiG nur vorübergehend angewendet werden [1].
Dextromethorphan und Pentoxyverin gibt es ohne Rezept in der Apotheke, Codein ist verschreibungspflichtig [11, 13, 15]. Dextromethorphan-Hartkapseln nehmen Sie laut Packungsbeilage ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 bis 5 Tage ein, auch unter ärztlicher Verordnung sollten sie nicht länger als zwei bis drei Wochen eingenommen werden [10]. Pentoxyverin-Saft darf ohne Zustimmung der Ärztin oder des Arztes nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden [12]. Hält der Husten unter Pentoxyverin oder Codein länger als 2 Wochen an, muss die Ursache laut Packungsbeilage ärztlich abgeklärt werden [12, 14]. Chronischer Husten kann ein frühes Zeichen von Asthma sein; zur Dämpfung dieses Hustens ist Dextromethorphan laut Packungsbeilage, besonders bei Kindern, nicht vorgesehen [10]. Die Angaben zur Dosis stehen unter Dextromethorphan, Pentoxyverin und Codein.
Schleimlöser und Hustenstiller zusammen?
Nehmen Sie einen Schleimlöser zusammen mit einem Hustenstiller, kann der verflüssigte Schleim laut den Packungsbeilagen von Acetylcystein und Ambroxol eventuell nicht mehr ausreichend abgehustet werden; fragen Sie deshalb vor einer kombinierten Anwendung unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5, 7]. Laut Fachinformation von Acetylcystein kann wegen des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen [6]. Die Packungsbeilagen von Dextromethorphan und Pentoxyverin beschreiben, dass eine Kombination die Behandlung eines Hustens mit Auswurf verbessern kann, wobei tagsüber die Schleimlösung und nachts die Hustendämpfung empfohlen wird; bei Husten mit erheblicher Schleimbildung sollte ein Hustenstiller aber nur nach Rücksprache angewendet werden [10, 12].
Kinder
Bei Kindern gilt zuerst die Altersgrenze in der Packungsbeilage des Präparats. Codein darf Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden [14]; das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat mit Bescheid vom 17.06.2015 einen europäischen Beschluss umgesetzt, nach dem die Anwendung codeinhaltiger Arzneimittel gegen Husten bei Kindern unter 12 Jahren nicht mehr erlaubt ist [21]. Acetylcystein darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden; Brausetabletten mit 600 mg sollten Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren nicht gegeben werden [5]. Pentoxyverin-Saft darf in den ersten zwei Lebensjahren nicht angewendet werden; Kleinkinder sind nach der Einnahme sorgfältig zu beobachten, weil in Einzelfällen, insbesondere bei Kleinkindern, Krampfanfälle und eine verminderte Atemtätigkeit beobachtet wurden [12]. Ambroxol-Tabletten mit 30 mg sind für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet, Efeublätter-Flüssigkeit ebenfalls nicht, Dextromethorphan-Hartkapseln nicht für Kinder unter 12 Jahren; für jüngere Kinder gibt es teils andere Zubereitungen [7, 9, 10]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern und auf den Seiten Pseudokrupp und Keuchhusten.
Schwangerschaft und Stillzeit
Laut Embryotox (Charité Berlin) können Acetylcystein und Ambroxol auch in der Schwangerschaft verwendet werden, wenn Inhalationen und ausreichendes Trinken nicht genügen [16, 17]. Laut den Packungsbeilagen dürfen Sie Acetylcystein in Schwangerschaft und Stillzeit nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entschieden hat, dass die Anwendung absolut notwendig ist; Ambroxol sollten Sie in der Schwangerschaft, vor allem im ersten Drittel, nur nach ärztlicher Anordnung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen [5, 7]. Dextromethorphan kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft als Hustenstiller eingesetzt werden; wegen des geringen, aber vorhandenen Suchtpotenzials sollte sich die Anwendung auf wenige Tage beschränken [18]. Laut Packungsbeilage darf es nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt und nur in Ausnahmefällen angewendet werden [10]. Codein darf laut Embryotox in begründeten Fällen bei hartnäckigem Reizhusten und Versagen physikalischer Maßnahmen kurzfristig verwendet werden [19]; laut Packungsbeilage dürfen Sie es in der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche ärztliche Verordnung einnehmen, bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt nicht [14].
Für Efeublätter-Trockenextrakt fehlen laut Embryotox systematische Studien; die Anwendung erscheint akzeptabel, alkoholhaltige Zubereitungen sind zu meiden. Reichen Inhalationen und Trinken nicht aus, sollten laut Embryotox zunächst die besser untersuchten Wirkstoffe Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin angewendet werden [20]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Efeublätter-Flüssigkeit soll laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen [9]. Pentoxyverin darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden, Dextromethorphan und Codein nicht in der Stillzeit [10, 12, 14]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
Hustenlöser: Bei Acetylcystein wurde sehr selten über schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und das Lyell-Syndrom berichtet, bei Ambroxol über schwere Hautreaktionen wie Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse. Bekommen Sie einen Hautausschlag oder neue Veränderungen an Haut oder Schleimhäuten, etwa in Mund, Hals, Nase, Augen oder Genitalbereich, beenden Sie laut den Packungsbeilagen die Anwendung und holen unverzüglich ärztlichen Rat ein [5, 7]. Nach einem europäischen Bewertungsverfahren zu akuten und verzögerten Überempfindlichkeitsreaktionen hat die EU-Kommission am 14.01.2016 entschieden, die Fach- und Gebrauchsinformationen ambroxol- und bromhexinhaltiger Arzneimittel um einen Warnhinweis zu Berichten über schwere Hautreaktionen zu ergänzen; das BfArM hat die Umsetzung mit Bescheid vom 11.02.2016 angeordnet [22]. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion dürfen Sie die Mittel nicht nochmals einnehmen [5, 7]. Atemnot und verkrampfte Bronchien treten unter Acetylcystein selten auf, überwiegend bei Menschen mit überempfindlichem Bronchialsystem bei Asthma [5]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen und Arzneimittelallergie.
Dextromethorphan kann laut Packungsbeilage häufig leichte Müdigkeit und Schwindelgefühl verursachen und dadurch das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol [10]. Es kann zu Abhängigkeit führen, deshalb sollte die Behandlung kurz sein; berichtet wurden Fälle von Missbrauch, vorwiegend bei Jugendlichen [10]. Mit MAO-Hemmern, auch in den letzten zwei Wochen, darf es nicht eingenommen werden. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva oder Antipsychotika können Veränderungen der Psyche wie Erregung oder Halluzinationen, ein Anstieg der Körpertemperatur auf über 38 °C, schneller Herzschlag, schwankender Blutdruck, Muskelsteifheit und Magen-Darm-Beschwerden auftreten [10]. Mehr dazu: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.
Pentoxyverin kann laut Packungsbeilage gelegentlich müde machen. Trinken Sie keinen Alkohol, weil er zusammen mit Pentoxyverin das Reaktionsvermögen erheblich beeinträchtigt. Arzneimittel, die dämpfend auf Gehirn und Psyche wirken, etwa Beruhigungs- und Schlafmittel, sollen nicht zusammen damit angewendet werden [12].
Codein ist ein Opioid und kann abhängig und süchtig machen; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendung steigen [14]. Bei langsamer oder flacher Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, engen Pupillen, Übelkeit oder Erbrechen, Verstopfung oder Appetitlosigkeit beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und holen sofort ärztlichen Rat ein, weil bei manchen Menschen sehr viel Morphin gebildet wird [14]. Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdämpfung und Koma; das kann lebensbedrohlich sein [14]. Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken [14]. Mehr dazu: Verstopfung, Absetz- und Entzugserscheinungen und Opioide.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit Husten: vorbeugen und mit chronischem Husten umgehen
Ansteckung vermeiden: Regelmäßiges Händewaschen sowie Niesen und Husten in die Armbeuge oder ein Taschentuch können laut IQWiG die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern; auch Abstand zu anderen Menschen zählt zu den allgemeinen Schutzmaßnahmen. Gesichtsmasken können vor allem sinnvoll sein, wenn sich Krankheiten wie Covid-19 neu verbreiten [1]. Für bestimmte Erkrankungen mit dem Hauptsymptom Husten gibt es Impfungen, etwa gegen Grippe, Covid-19 und Keuchhusten [1]. Weil Rauchen Husten fördert und eine Erkältung verlängern kann, ist es laut IQWiG sinnvoll, damit aufzuhören [1].
Ungeklärter chronischer Husten: Wird auch nach ausführlicher Untersuchung keine Ursache gefunden, sprechen Fachleute von einem ungeklärten chronischen Husten. Laut IQWiG ist ungeklärter chronischer Husten "ungefährlich, kann aber belastend sein und den Alltag einschränken"; vermutet wird eine Überempfindlichkeit des Hustenreflexes, zum Beispiel nach einem früheren Atemwegsinfekt [2]. Manchen Betroffenen hilft es, die Atemwege mit Wasser, Kräutertee oder Salzwasser-Inhalationen zu befeuchten, den Hustenreiz mit Kaugummi, Bonbons oder Wasser zu lindern und Auslöser zu meiden [2]. Codein und Noscapin sind laut IQWiG nur für die kurzzeitige Behandlung von Reizhusten zugelassen; Codein darf wegen der Abhängigkeitsgefahr nicht über längere Zeit eingenommen werden [2].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Treten zusätzlich zum Husten anhaltend hohes Fieber, Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder blutiger Auswurf auf, ist laut IQWiG ein Arztbesuch notwendig [1]. Typische Warnzeichen für einen Notfall sind laut IQWiG [1]:
- pfeifende oder zischende Atemgeräusche,
- Luftnot oder zu schnelle Atmung,
- eine bläuliche Verfärbung der Haut,
- ein zu schneller Herzschlag,
- Schmerzen im Brustbereich,
- das Aushusten von Blut oder blutigem Schleim,
- schaumiger Auswurf.
Warnzeichen wie das Aushusten von Blut, hohes Fieber oder Atemnot sollen laut der S2k-Leitlinie je nach klinischer Situation, wenn nötig sofort, abgeklärt werden (starke Empfehlung); als weitere Warnzeichen nennt sie unter anderem Stridor (ein pfeifendes Atemgeräusch), bei subakutem und chronischem Husten Heiserkeit und bei chronischem Husten Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Schluckstörungen [4]. Hält ein Husten länger als 8 Wochen an, ist laut IQWiG ein Arztbesuch sinnvoll [2]. Außerhalb der Sprechzeiten hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, zum Beispiel bei einer Erkältung mit Fieber über 39 °C, wenn die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Schwere Atemnot und starke Brustschmerzen sind Fälle für den Notruf 112 [23].
Quellen
- Husten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Ungeklärter chronischer Husten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Behandlung bei akuter Bronchitis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Diagnosis and Treatment of Adult Patients with Cough. Englische Fassung der S2k-Leitlinie "Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten" (AWMF-Register-Nr. 020-003, Fassung 02/2025, gültig bis 30.01.2030), Respiration 2025, DOI 10.1159/000549999, Open Access (CC BY-NC). P. Kardos, S. Becker, K.-R. Heidenreich, L. Klimek, T. Köhnlein et al. für die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP); S. Karger AG. Stand online veröffentlicht 12.12.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ambroxol-ratiopharm 30 mg Hustenlöser Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ambroxol-ratiopharm 30 mg, 60 mg Hustenlöser Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Prospan Hustenliquid, Flüssigkeit zum Einnehmen. Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 03/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln (9357082 2404). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan Hartkapseln (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat gegen Reizhusten Pentoxyverin Saft, 2,13 mg/ml Lösung zum Einnehmen (9302570 2207). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Silomat Hustenstiller Pentoxyverin 1,35 mg/ml Saft, Lösung zum Einnehmen. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen, Tropfen zum Einnehmen, Lösung. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Acetylcystein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ambroxol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dextromethorphan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Codein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Efeu. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Codein: Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von codeinhaltigen Arzneimitteln zur Behandlung von Husten bei Kindern und Jugendlichen (Eintrag vom 19.06.2015 zum Bescheid vom 17.06.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 19.06.2015. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Ambroxol und Bromhexin: Erhöhte Zahl von akuten und verzögerten Hypersensitivitätsreaktionen (Eintrag vom 23.02.2016 zum Durchführungsbeschluss der EU-Kommission). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.02.2016. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Husten?
Akuter Husten durch eine Erkältung oder akute Bronchitis verschwindet laut IQWiG in der Regel nach wenigen Wochen von selbst; Medikamente sind meist nicht nötig. Um den Hustenreiz zu lindern, können Sie die Atemwege feucht halten und Auslöser wie trockene Luft oder Rauch meiden; manche empfinden Inhalieren oder Bonbons als angenehm, auch pflanzliche Mittel mit Efeu-, Thymian- oder Primelwurzel-Extrakten kann man ausprobieren. Ein hustenstillendes Hausmittel kann laut IQWiG Honig sein; für Kinder unter einem Jahr ist er nicht geeignet. Hustenstiller dürfen laut IQWiG nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Hustenlöser und Hustenstiller?
Hustenlöser (Expektorantien) sollen die Schleimbildung in den Bronchien fördern oder zähen Schleim verflüssigen, damit er sich leichter abhusten lässt. Hustenstiller (Antitussiva) wirken nicht auf die entzündete Schleimhaut, sie sollen den Hustenreiz unterdrücken. Laut IQWiG sollten Hustenlöser, wenn überhaupt, nur eingenommen werden, wenn der Schleim abgehustet werden kann; Hustenstiller dürfen nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden.
Darf ich Schleimlöser und Hustenstiller zusammen nehmen?
Fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut den Packungsbeilagen von Acetylcystein und Ambroxol kann der verflüssigte Schleim zusammen mit einem Hustenstiller eventuell nicht mehr ausreichend abgehustet werden; die Fachinformation von Acetylcystein warnt vor einem gefährlichen Sekretstau. Die Packungsbeilagen von Dextromethorphan und Pentoxyverin beschreiben, dass eine Kombination die Behandlung von Husten mit Auswurf verbessern kann, mit dem Schleimlöser tagsüber und dem Hustenstiller nachts; bei Husten mit viel Schleim nur nach Rücksprache.
Wie lange darf ich Hustenmittel ohne Arzt nehmen?
Das steht in der Packungsbeilage des Präparats. Ohne ärztlichen Rat nennen die Packungsbeilagen bzw. Fachinformationen zum Beispiel 4 bis 5 Tage bei Acetylcystein und Ambroxol, 3 bis 5 Tage bei Dextromethorphan-Kapseln (auch unter ärztlicher Verordnung sollten sie nicht länger als zwei bis drei Wochen eingenommen werden) und 2 Wochen bei Pentoxyverin-Saft. Bei Efeublätter-Flüssigkeit sollte die Behandlung in der Regel 1 Woche dauern; halten die Beschwerden länger als 1 Woche an, sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Wie viel Sie nehmen dürfen, steht auf den Wirkstoffseiten unter Dosierung, etwa bei Ambroxol.
Wann muss ich mit Husten zum Arzt?
Kommen zum Husten anhaltend hohes Fieber, Luftnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder blutiger Auswurf hinzu, ist laut IQWiG ein Arztbesuch notwendig. Als Warnzeichen für einen Notfall nennt das IQWiG unter anderem pfeifende Atemgeräusche, Luftnot oder zu schnelle Atmung, eine bläuliche Verfärbung der Haut und schaumigen Auswurf. Hält ein Husten länger als 8 Wochen an, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Bei schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112.
Welche Hustenmittel dürfen Kinder bekommen?
Maßgeblich ist die Altersgrenze in der Packungsbeilage des Präparats; fragen Sie bei Kindern in der Kinderarztpraxis oder Apotheke nach. Codein darf Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden. Acetylcystein darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden, Pentoxyverin in den ersten zwei Lebensjahren nicht. Für Ambroxol-Tabletten mit 30 mg, Efeublätter-Flüssigkeit und Dextromethorphan-Kapseln nennen die Packungsbeilagen Altersgrenzen von 6 bzw. 12 Jahren. Honig ist für Kinder unter einem Jahr laut IQWiG nicht geeignet.
Welche Hustenmittel sind in der Schwangerschaft möglich?
Das besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Embryotox können Acetylcystein und Ambroxol auch in der Schwangerschaft verwendet werden, wenn Inhalationen und ausreichendes Trinken nicht genügen; Dextromethorphan kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft als Hustenstiller eingesetzt werden, die Anwendung sollte sich aber auf wenige Tage beschränken. Laut den Packungsbeilagen dürfen Sie Acetylcystein nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Anwendung für absolut notwendig hält, und Dextromethorphan nur in Ausnahmefällen nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden; Pentoxyverin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
Können Medikamente Husten auslösen?
Ja. Das IQWiG nennt bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer, also Blutdrucksenker, als mögliche Ursache von Husten. Welche Medikamente Husten als Nebenwirkung nennen und wie Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Reizhusten durch Medikamente. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie an Ihrer Behandlung etwas ändern.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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