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Reflux und Sodbrennen
Bei der Refluxkrankheit fließt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück und verursacht belästigende Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen oder Schäden an der Speiseröhre. Laut S2k-Leitlinie der DGVS (Version 3.0, 2023) sollen Betroffene über Allgemeinmaßnahmen beraten werden (starke Empfehlung); bei typischen Refluxbeschwerden ohne Alarmsymptome, ohne Krebs des oberen Verdauungstrakts in der Familie und ohne Risikofaktoren für Komplikationen sollte ein Protonenpumpenhemmer in Standarddosis verordnet werden (Empfehlung), unter denselben Bedingungen können probatorisch auch H2-Rezeptorantagonisten, Alginate oder Antazida eingesetzt werden, wenn sie die Beschwerden aus Sicht der Betroffenen genügend kontrollieren (Empfehlung offen). Bei Alarmsymptomen wie Schluckbeschwerden, Zeichen einer Blutung, ungewolltem Gewichtsverlust oder wiederholtem Erbrechen sowie dann, wenn eine erste probatorische Behandlung erfolglos bleibt, soll laut Leitlinie eine Magenspiegelung erfolgen (starke Empfehlung).

Sodbrennen ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein brennendes Gefühl, das vom Oberbauch oder aus der Region hinter dem Brustbein nach oben zum Hals strahlt [2]. Gelegentliches Sodbrennen nach einer üppigen Mahlzeit hat gewöhnlich keine weiteren Folgen; häufiges oder starkes Sodbrennen kann auf eine Refluxkrankheit hindeuten [2]. Manchmal hilft es, einige Gewohnheiten zu verändern; Medikamente wie Protonenpumpenhemmer können die Beschwerden lindern [2].
Was ist eine Refluxkrankheit?
Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) liegt laut S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS, Version 3.0 vom März 2023) vor, wenn durch Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre belästigende Symptome und/oder Schäden (Läsionen) in der Speiseröhre auftreten (Statement, starker Konsens) [1]. Der Begriff umfasst danach unter anderem die erosive Refluxösophagitis mit entzündlichen Veränderungen der Speiseröhre, die nicht erosive Refluxkrankheit (NERD) mit typischen Beschwerden ohne sichtbare Schäden und den Barrett-Ösophagus, eine Umwandlung der Schleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre [1].
Steigt Magensaft auf, reizt er laut IQWiG die Schleimhaut der Speiseröhre, was sich als Sodbrennen bemerkbar macht; wirkt er länger ein, kann sich die Schleimhaut entzünden und schmerzen [2]. In den westlichen Ländern haben laut IQWiG bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen [2]. Bei bis zu 2 von 3 Personen mit Reflux-Beschwerden ist die Schleimhaut der Speiseröhre nicht angegriffen [2].
Symptome
Neben Sodbrennen und Aufstoßen kann eine Refluxkrankheit laut IQWiG mit Schluckbeschwerden einhergehen. Weitere mögliche Beschwerden sind ein Brennen im Rachen, ein schlechter Geschmack im Mund und Magengeräusche; oft kommen ein starkes Völlegefühl, teilweise auch Übelkeit und Brechreiz hinzu [2]. Gerät zurücklaufender Magensaft in die Luftröhre oder steigt er bis in den Mund auf, sind auch Reizhusten, Asthmaanfälle, eine belegte Stimme, Heiserkeit oder Zahnschmerzen möglich [2]. Solche Beschwerden allein, etwa Husten oder Asthma, sind laut Leitlinie als einzige Erscheinung aber selten [1]. Mehr dazu: Husten und Asthma.
Eine Refluxkrankheit bleibt laut IQWiG meist dauerhaft bestehen und tritt in der Regel in Schüben auf: Beschwerdefreie Zeiten und Zeiten mit stärkerem Sodbrennen wechseln sich ab [2]. Normalerweise schreitet sie nicht fort. Nach Schätzungen entsteht bei 5 von 100 Personen mit Reflux im Laufe der Jahre ein Barrett-Ösophagus, bei dem das Risiko für Speiseröhrenkrebs etwas erhöht ist; eine stärkere Entzündung kann außerdem eine Narbe hinterlassen und die Speiseröhre verengen [2].
Ursachen und Risikofaktoren
Bei der Refluxkrankheit funktioniert laut IQWiG der Verschluss am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen nicht richtig; woran das liegt, bleibt oft unklar. Bei manchen Menschen ist ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) die Ursache [2]. Als etablierte Risikofaktoren nennt die DGVS-Leitlinie einen erhöhten Body-Mass-Index, Rauchen und die genetische Veranlagung sowie die Hiatushernie [1]. Übergewicht begünstigt danach die Entstehung einer Refluxkrankheit und ihrer Komplikationen [1].
Die Beschwerden können laut IQWiG nach körperlicher Anstrengung oder in bestimmten Körperhaltungen zunehmen, etwa beim Vorbeugen oder Hinlegen [2]. Häufig ist Reflux in der Schwangerschaft: Laut Embryotox tritt eine Refluxkrankheit bei etwa 30 bis 50 Prozent der Schwangeren auf, besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel [14].
Medikamente als Ursache: Laut IQWiG können zum Beispiel bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck und die "Pille" die Beschwerden verstärken [2]. Beim Schmerzmittel Ibuprofen aus der Gruppe der NSAR sind Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [18]. Welche Wirkstoffe Sodbrennen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Magenbeschwerden und Sodbrennen durch Medikamente. Haben Sie ein Medikament als Auslöser im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Diagnose
Eine Refluxkrankheit lässt sich laut IQWiG an den typischen Beschwerden erkennen. Die Ärztin oder der Arzt fragt, welche Beschwerden wo und wie häufig auftreten, ob sie nach dem Essen oder bei nüchternem Magen kommen und ob sie in Rückenlage zunehmen [2, 4]. Einen Goldstandard für die Diagnose gibt es laut Leitlinie nicht; dass die Beschwerden auf einen Protonenpumpenhemmer ansprechen, hat danach für die Sicherung der Diagnose keine Bedeutung (Statement) [1].
Bei Alarmsymptomen oder wenn eine erste probatorische Behandlung keinen Erfolg hat, soll laut Leitlinie eine weitere Abklärung mit einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophagogastroduodenoskopie, ÖGD) erfolgen (starke Empfehlung) [1]. Als Alarmsymptome nennt sie Schluckbeschwerden (Dysphagie), Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie), Hinweise auf eine Blutung im Magen-Darm-Trakt einschließlich einer Blutarmut durch Eisenmangel, Appetitlosigkeit, ungewollten Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen und Tumoren des Magen-Darm-Trakts in der Familie [1]. Bei mehrjährig bestehenden Refluxbeschwerden sollte eine Magenspiegelung erfolgen, um einen Barrett-Ösophagus zu erkennen (Empfehlung) [1]. Zeigt die Spiegelung keinen eindeutigen Befund oder bessern sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht, wird laut IQWiG über 24 Stunden mit einer dünnen Sonde der Säuregehalt in der unteren Speiseröhre gemessen (pH-Metrie) [4]. Einen Überblick über Ihre Medikamente für das Gespräch gibt der Medikationsplan.
Behandlung ohne Medikamente
Menschen mit Refluxbeschwerden und mit gesicherter Refluxkrankheit sollen laut DGVS-Leitlinie über den Stellenwert von Allgemeinmaßnahmen im Therapiekonzept beraten werden (starke Empfehlung) [1]. Eine spezifische Antireflux-Diät gibt es danach nicht; ein Effekt einzelner Eingriffe in die Ernährung, etwa weniger Alkohol oder der Verzicht auf Schokolade, Kaffee, scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, fette Speisen oder kohlensäurehaltige Getränke, ist nicht schlüssig und allgemeingültig belegt [1]. In ihrer Übersicht zu Allgemeinmaßnahmen nennt die Leitlinie [1]:
- eine Gewichtsabnahme für Menschen mit Übergewicht oder einer Gewichtszunahme in der letzten Zeit,
- bei nächtlichen Refluxbeschwerden ein erhöhtes Kopfende des Bettes und den Verzicht auf Spätmahlzeiten,
- Zwerchfelltraining (Bauchatmung) bei entsprechendem Behandlungswunsch,
- den Rauchstopp als allgemein gute Empfehlung, wirksam bei normgewichtigen Rauchenden,
- eine individualisierte Ernährungsberatung.
Laut IQWiG kann es einen Versuch wert sein, nicht mehr zu rauchen, weniger Alkohol zu trinken oder Lebensmittel wegzulassen, die Beschwerden auszulösen scheinen. Bei nächtlichen Beschwerden kann es auch helfen, sich auf die linke Körperseite zu drehen, weil der Magenverschluss dann oben liegt [3]. Auch besonders kalorienreiche Mahlzeiten oder große Portionen können laut IQWiG Beschwerden hervorrufen [3]. Enge Kleidung und eng geschnallte Gürtel sollten laut Hintergrundtext der DGVS-Leitlinie vermieden werden, weil sie zu mehr Reflux führen [1].
Helfen Medikamente nicht ausreichend, kann laut IQWiG auch eine Operation infrage kommen, bei der der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt wird (Fundoplikatio) [3].
Behandlung mit Medikamenten

Laut DGVS-Leitlinie sollte zwischen der Behandlung von Refluxbeschwerden ohne gesicherte Refluxkrankheit und der einer gesicherten Refluxkrankheit unterschieden werden (Empfehlung) [1]. Die wichtigsten Empfehlungen zur Behandlung mit Medikamenten lauten [1]:
- Typische Refluxbeschwerden: Ohne Alarmsymptome, ohne Krebs des oberen Verdauungstrakts in der Familie und ohne Risikofaktoren für Komplikationen (schwere Refluxösophagitis, Verengung durch Säure, Barrett-Ösophagus) sollte ein Protonenpumpenhemmer (PPI) in Standarddosis gemäß der Zulassung des jeweiligen Präparats verordnet werden (Empfehlung). Unter denselben Bedingungen können probatorisch auch andere Antirefluxmittel wie H2-Rezeptorantagonisten, Alginate oder Antazida eingesetzt werden, wenn sie die Beschwerden aus Sicht der Betroffenen genügend kontrollieren (Empfehlung offen).
- Gesicherte oder wahrscheinliche Refluxkrankheit: Ein PPI soll mindestens 4 bis 8 Wochen gegeben werden; die Dosierung soll sich nach der Form der Erkrankung und nach der Zulassung des PPI richten (starke Empfehlung). Sprechen die Beschwerden auf eine Standarddosis nicht ausreichend an, kann die Ärztin oder der Arzt auf einen anderen PPI wechseln, die Dosis des PPI anpassen oder ihn mit einem anderen Wirkprinzip wie einem Alginat kombinieren (Empfehlung offen).
- Keine Besserung: Sprechen typische Refluxbeschwerden ohne vorangegangene Diagnostik auf eine mindestens 8 Wochen korrekt durchgeführte PPI-Behandlung nicht ausreichend an, sollte weiter abgeklärt werden (Empfehlung).
- Langzeitbehandlung: Bei unkomplizierter Refluxkrankheit (NERD, leichte Refluxösophagitis Los Angeles Grad A/B) sollte sich die langfristige Behandlung an den Beschwerden ausrichten (Empfehlung); eine Übertherapie soll vermieden werden. Bei komplizierter Refluxkrankheit (Refluxösophagitis Grad C/D, Verengung durch Säure) sollte eine PPI-Dauertherapie erfolgen (Empfehlung).
- Nächtliche Beschwerden: Bei Schlafstörungen im Rahmen einer Refluxkrankheit kann ein PPI und/oder ein Alginat zur Nacht gegeben werden (Empfehlung offen). Mehr dazu: Schlafstörungen.
Diese Empfehlungen gelten laut Leitlinie für Kinder und Erwachsene [1]. Welches Mittel infrage kommt und in welcher Dosis, legt die Ärztin oder der Arzt fest.
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Protonenpumpenhemmer (PPI) | Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol [5, 8, 10] | Verringern die Säuremenge, die der Magen bildet [5, 9, 10]; Omeprazol hemmt laut Fachinformation gezielt die Protonenpumpe (das Enzym H+/K+-ATPase) in den säurebildenden Zellen der Magenschleimhaut, den letzten Schritt der Magensäurebildung [6] | Omeprazol und Esomeprazol, häufig: Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen, gutartige Magenpolypen [5, 10]; Pantoprazol, häufig: gutartige Magenpolypen [8] |
| H2-Rezeptorantagonisten (H2-Blocker) | Famotidin [11] | Famotidin hemmt als Gegenspieler am Histamin-H2-Rezeptor die Ausschüttung von Magensäure; neben dem Säuregehalt sinkt auch der Pepsingehalt des Magensafts [11] | Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung und/oder Durchfall [11] |
| Antazida (säurebindende Mittel) | Hydrotalcit, ein Antazidum mit Aluminium und Magnesium [12] | Die Wirkung beruht laut Fachinformation weitgehend auf der Neutralisierung von Magensäure [13] | Ohne Häufigkeitsangabe: bei hoher Dosierung weiche Stühle, häufigerer Stuhlgang, Durchfälle und Erbrechen, außerdem ein verringerter Phosphatspiegel, ein erhöhter Magnesiumgehalt im Blut und allergische Reaktionen [12] |
"Häufig" heißt bei bis zu 1 von 10 Behandelten [5, 11]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Protonenpumpenhemmer
Omeprazol und Esomeprazol werden laut Packungsbeilage bei Erwachsenen unter anderem bei der Refluxkrankheit angewendet, Esomeprazol auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Omeprazol bei Kindern älter als 1 Jahr mit mindestens 10 kg Körpergewicht [5, 10]. Verschreibungspflichtiges Pantoprazol mit 20 mg ist bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zur Behandlung von Refluxbeschwerden wie Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder Schmerzen beim Schlucken zugelassen, außerdem zur Langzeitbehandlung der Refluxösophagitis und zur Vorbeugung von Rückfällen [8]. Mehr zur Gruppe: Protonenpumpenhemmer und Pantoprazol oder Omeprazol.
Ohne Rezept: Pantoprazol und Omeprazol gibt es mit 20 mg auch rezeptfrei in der Apotheke, zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxbeschwerden wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei Erwachsenen [7, 9]. Rezeptfreies Pantoprazol nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht länger als 4 Wochen ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein; sind die Beschwerden nach 2 Wochen nicht abgeklungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zur Vorbeugung sollten Sie es nicht einnehmen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten es nicht einnehmen [9]. Rezeptfreies Omeprazol nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht länger als 14 Tage ein, ohne Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu befragen [7]. Bei beiden kann es laut Packungsbeilage nötig sein, sie 2 bis 3 Tage hintereinander einzunehmen, bis die Beschwerden nachlassen [7, 9]. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosis stehen auf den Wirkstoffseiten unter Pantoprazol und Omeprazol. Mehr im Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.
Vor der Einnahme von rezeptfreiem Pantoprazol sprechen Sie laut Packungsbeilage unter anderem mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie schon 4 Wochen oder länger wegen Sodbrennen oder Verdauungsstörungen behandelt werden mussten, wenn Sie älter als 55 Jahre sind und neue oder kürzlich veränderte Refluxbeschwerden haben oder wenn Sie früher ein Magengeschwür oder eine Magenoperation hatten [9]. Nicht einnehmen dürfen Sie es zusammen mit HIV-Mitteln wie Atazanavir oder Nelfinavir und bei einer Allergie gegen Protonenpumpenhemmer [9].
H2-Rezeptorantagonisten
Famotidin ist ein Histamin-H2-Rezeptorantagonist [11]. Nicht jedes Famotidin-Präparat ist für die Refluxkrankheit zugelassen: Laut Fachinformation von Famotidin STADA ist die Tablette mit 20 mg unter anderem zur symptomatischen Behandlung leichter Formen der Refluxösophagitis zugelassen, die Tablette mit 40 mg bei leichten bis mittelschweren Formen; beide sind verschreibungspflichtig [11].
Antazida und Alginate
Antazida können laut IQWiG den sauren Magensaft in Speiseröhre und Magen neutralisieren; gute Studien, die zeigen, dass sie bei einer Refluxkrankheit helfen, gibt es danach nicht. Gleiches gilt laut IQWiG für Alginat-haltige Mittel: Alginat nimmt im Magen eine gelartige Beschaffenheit an, was den Rückfluss von Mageninhalt bremsen soll [3].
Hydrotalcit-ratiopharm ist laut Packungsbeilage zur symptomatischen Behandlung bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden sowie bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren zugelassen, für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren [12]. Weil länger anhaltende und wiederkehrende Magenbeschwerden Zeichen einer ernsthaften Erkrankung sein können, sollte die Behandlung ohne ärztliche Untersuchung nicht länger als 14 Tage dauern [12]. Nicht eingenommen werden darf es bei schweren Nierenfunktionsstörungen, einer erniedrigten Phosphatkonzentration im Blut und bei Myasthenia gravis; andere Arzneimittel sollten grundsätzlich 1 bis 2 Stunden vor oder nach Hydrotalcit eingenommen werden [12].
In der Schwangerschaft
Bei Refluxbeschwerden in der Schwangerschaft sollte laut DGVS-Leitlinie schrittweise vorgegangen werden: Allgemeinmaßnahmen, Antazidum, Alginat, Sucralfat, H2-Rezeptorantagonist, PPI (Empfehlung) [1]. Auch Embryotox beschreibt eine schrittweise Behandlung mit nicht-medikamentösen Allgemeinmaßnahmen an erster Stelle. Zur vorübergehenden Behandlung der Beschwerden können danach aluminium- und magnesiumhaltige Schichtgitter-Antazida, calciumcarbonathaltige Antazida und Alginat-haltige Antazida-Kombinationen angewandt werden; auch Protonenpumpenhemmer können in der gesamten Schwangerschaft verordnet werden, Omeprazol ist das am besten untersuchte Mittel dieser Gruppe [14]. Bei leichten Refluxbeschwerden können laut Embryotox zur symptomatischen Therapie vorübergehend in üblicher Dosierung Antazida verwendet werden; je nach Indikation und Therapiedauer können aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer Omeprazol oder Pantoprazol verwendet werden [14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Rezeptfreies Pantoprazol sollten Sie laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen [9]; bei rezeptfreiem Omeprazol entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob Sie es in der Schwangerschaft einnehmen können [7]. Hydrotalcit soll in der Schwangerschaft nur kurzfristig und in möglichst niedriger Dosierung angewendet werden, um eine Aluminiumbelastung des Kindes zu vermeiden [12]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Protonenpumpenhemmer bei längerer Einnahme: Laut Packungsbeilage von rezeptfreiem Pantoprazol birgt die Langzeitanwendung zusätzliche Risiken: eine verminderte Aufnahme von Vitamin B12 und einen Vitamin-B12-Mangel, wenn der Wert bereits niedrig ist, Brüche von Hüfte, Handgelenk oder Wirbelsäule, vor allem bei Osteoporose oder einem Osteoporose-Risiko, und sinkende Magnesiumwerte im Blut [9]. Nach einer Bewertung der europäischen Pharmakovigilanz-Arbeitsgruppe (PhVWP) forderte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit einer Mitteilung vom 25.07.2012, veröffentlicht am 26.07.2012, die Zulassungsinhaber aller verschreibungspflichtigen PPI auf, ihre Produktinformationen anzupassen [17]. Danach können PPI, besonders in hoher Dosierung und über mehr als ein Jahr, das Risiko für Brüche von Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule mäßig erhöhen, vor allem bei älteren Menschen oder bei anderen Risikofaktoren; bei einer Einnahme über mehr als drei Monate kann der Magnesiumgehalt im Blut sinken [17]. Ein schwerer Magnesiummangel wurde laut Fachinformation von Omeprazol bei Menschen berichtet, die mindestens drei Monate, in den meisten Fällen ein Jahr lang mit PPI behandelt wurden; Erschöpfungszustände, krampfähnliche Muskelzuckungen (Tetanie), ein Verwirrtheitszustand (Delir), Krämpfe, Schwindel und Herzrhythmusstörungen der Herzkammern können auftreten, sich aber schleichend entwickeln [6]. Wer Pantoprazol länger als drei Monate einnimmt und Müdigkeit, Muskelzuckungen, Desorientiertheit, Krämpfe, Schwindel oder Herzrasen bemerkt, informiert laut Packungsbeilage umgehend die Ärztin oder den Arzt [8]. Mehr dazu: Nährstoffmangel durch Medikamente und Osteoporose durch Medikamente.
Warnzeichen unter PPI: Bei Zeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion wie Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Kehle mit Schluck- oder Atembeschwerden, Quaddeln oder starkem Schwindel mit sehr schnellem Herzschlag und starken Schweißausbrüchen nehmen Sie laut Packungsbeilage keine weiteren Tabletten ein und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder wenden sich an die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses; dasselbe gilt bei schweren Hautreaktionen, einer Gelbfärbung von Haut und Augen oder bei Fieber, Hautausschlag und Nierenvergrößerung, manchmal mit Schmerzen beim Wasserlassen und im unteren Rücken (schwere Nierenentzündung) [9]. Ein Hautausschlag, besonders an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, ist unverzüglich der Ärztin oder dem Arzt zu melden, weil die Behandlung eventuell abgebrochen werden sollte. Schwere oder anhaltende Durchfälle gehören ebenfalls sofort gemeldet, weil das Mittel mit einem leichten Anstieg infektiöser Durchfallerkrankungen in Verbindung gebracht wird [9]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie und Schwere Hautreaktionen.
Wechselwirkungen: Laut Fachinformation von Clopidogrel, einem Mittel gegen Blutgerinnsel, sollte als Vorsichtsmaßnahme von der gleichzeitigen Anwendung von Omeprazol oder Esomeprazol abgeraten werden; die Ergebnisse mit Pantoprazol weisen danach darauf hin, dass Clopidogrel zusammen mit Pantoprazol angewendet werden kann [15]. Über mögliche Wechselwirkungen von Protonenpumpenhemmern mit Clopidogrel informierten bereits Rote-Hand-Briefe zu clopidogrelhaltigen Arzneimitteln, die das BfArM am 31.07.2009 veröffentlichte [16]. Rezeptfreies Pantoprazol kann laut Packungsbeilage unter anderem die Wirksamkeit von Ketoconazol, Methotrexat und Blutverdünnern wie Phenprocoumon beeinflussen und soll nicht zusammen mit anderen Säureblockern eingenommen werden; Antazida sind dazu bei Bedarf erlaubt [9]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Famotidin: Häufig sind laut Fachinformation Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung und/oder Durchfall [11]. Hydrotalcit: Bei einer Langzeitbehandlung von Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es laut Packungsbeilage zu Vergiftungen durch Aluminium kommen, die zu Knochenerweichung (Osteomalazie) und Veränderungen des Gehirns (Enzephalopathie) führen können; bei langfristigem Gebrauch sind regelmäßige Kontrollen der Aluminiumspiegel erforderlich [12]. Bekommen Sie unter Hydrotalcit Durchfälle, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [12]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.
Beenden: Ist eine PPI-Behandlung nicht mehr notwendig, soll sie laut DGVS-Leitlinie beendet werden (starke Empfehlung); das kann ausschleichend geschehen, mit einem Mittel bei Bedarf, falls Beschwerden durchbrechen [1]. Bei Gesunden kann das abrupte Absetzen eines PPI danach zu einem Säurerebound mit Verdauungsbeschwerden führen [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Pantoprazol absetzen. Ist eine Langzeittherapie mit PPI nötig, sollte laut Leitlinie bei der Untersuchung und Behandlung einer Infektion mit Helicobacter pylori nach der aktuellen Leitlinie dazu vorgegangen werden (Empfehlung) [1]; mehr dazu: Helicobacter-pylori-Infektion.
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [9, 12]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage von rezeptfreiem Pantoprazol nennt Beschwerden, die auf eine andere, ernsthaftere Erkrankung hinweisen können; dann informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [9]:
- unbeabsichtigter Gewichtsverlust,
- Erbrechen, besonders wiederholtes Erbrechen,
- Erbrechen von Blut, das wie dunkler Kaffeesatz aussehen kann,
- Blut im Stuhl, der schwarz oder teerig aussehen kann,
- Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken,
- Blässe und Schwächegefühl (Blutarmut),
- Schmerzen in der Brust oder Magenschmerzen.
Bei Teerstuhl, Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut ist laut Packungsbeilage von Hydrotalcit unverzüglich eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen [12]. Außerhalb der Sprechzeiten hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, zum Beispiel bei akuten Bauchschmerzen. Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, schwere Atemnot und starke, nicht stillbare Blutungen sind Fälle für den Notruf 112 [19]. Mehr dazu: Herzinfarkt.
Quellen
- Leitlinie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis, Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. 021-013), digitale Fassung mit Empfehlungen 3.1 bis 4.17, Tabelle 2 (Allgemeinmaßnahmen) und Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 03/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Sodbrennen und Refluxkrankheit. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Wie wird Reflux behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Wie wird eine Refluxkrankheit festgestellt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln, Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Hartkapseln (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Tabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg, 40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Famotidin STADA 20 mg/40 mg Filmtabletten (verschreibungspflichtig), Abschnitte 4.1, 4.8 und 5.1. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Hydrotalcit-ratiopharm 500 mg Kautabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Hydrotalcit-ratiopharm 500 mg Kautabletten, Abschnitte 4.8 und 5.1. ratiopharm GmbH. Stand 10/2020. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Refluxkrankheit (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clopidogrel ratiopharm 75 mg Filmtabletten, Abschnitt 4.5. Teva B.V. (Zulassungsinhaber)/ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Briefe zu clopidogrelhaltigen Arzneimitteln (Plavix, Iscover): potentielle Wechselwirkungen mit Protonen-Pumpen-Inhibitoren. Zulassungsinhaber; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 31.07.2009. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Risikoinformation: Protonenpumpeninhibitoren (verschreibungspflichtige Formen), Risiko von Knochenbrüchen sowie von Hypomagnesiämie, Aufforderung zur Textanpassung, mit Mitteilung vom 25.07.2012 und Anlagen 1 und 2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.07.2012. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Sodbrennen?
Die Wirkung des Antazidums Hydrotalcit beruht laut Fachinformation weitgehend auf der Neutralisierung von Magensäure. Rezeptfreies Pantoprazol kann Sodbrennen laut Packungsbeilage bereits nach einem Behandlungstag lindern, muss aber keine sofortige Erleichterung bringen; es kann nötig sein, die Tabletten an 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen einzunehmen. Bei typischen Refluxbeschwerden ohne Alarmsymptome, ohne Krebs des oberen Verdauungstrakts in der Familie und ohne Risikofaktoren für Komplikationen können laut DGVS-Leitlinie probatorisch auch andere Mittel als ein Protonenpumpenhemmer, etwa Antazida, Alginate oder H2-Rezeptorantagonisten, eingesetzt werden, wenn sie die Beschwerden aus Sicht der Betroffenen genügend kontrollieren (Empfehlung offen).
Wie lange darf ich Pantoprazol oder Omeprazol ohne Rezept nehmen?
Rezeptfreies Pantoprazol (20 mg) nehmen Erwachsene laut Packungsbeilage nicht länger als 4 Wochen ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein; sind die Beschwerden nach 2 Wochen nicht abgeklungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Rezeptfreies Omeprazol (20 mg) nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht länger als 14 Tage ein, ohne Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu befragen. Beide sind nur für Erwachsene. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosis stehen auf den Seiten Pantoprazol und Omeprazol.
Ist jedes Sodbrennen eine Refluxkrankheit?
Nein. Nach einer üppigen Mahlzeit haben laut IQWiG viele Menschen schon einmal Sodbrennen, und auch gelegentliches Aufstoßen nach dem Essen ist normal; beides hat gewöhnlich keine weiteren Folgen. Von einer Refluxkrankheit spricht man, wenn häufiges oder starkes Sodbrennen oder Aufstoßen die Lebensqualität beeinträchtigt oder die Speiseröhre sich entzündet hat.
Was kann ich selbst gegen Reflux tun?
Laut DGVS-Leitlinie gibt es keine spezifische Antireflux-Diät. Als Allgemeinmaßnahmen nennt sie unter anderem eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht oder kürzlicher Gewichtszunahme sowie bei nächtlichen Beschwerden ein erhöhtes Kopfende des Bettes und den Verzicht auf Spätmahlzeiten. Laut IQWiG kann es einen Versuch wert sein, nicht mehr zu rauchen, weniger Alkohol zu trinken oder einzelne Lebensmittel wegzulassen, die man schlecht verträgt, etwa Kaffee, Schokolade, fettige oder stark gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke.
Sind Säureblocker auf Dauer schädlich?
Die Packungsbeilage von rezeptfreiem Pantoprazol nennt bei Langzeitanwendung zusätzliche Risiken: eine verminderte Aufnahme von Vitamin B12, Brüche von Hüfte, Handgelenk oder Wirbelsäule und sinkende Magnesiumwerte im Blut. Wegen des Risikos von Knochenbrüchen und Magnesiummangel forderte das BfArM mit einer Mitteilung vom 25.07.2012 die Zulassungsinhaber aller verschreibungspflichtigen Protonenpumpenhemmer auf, die Produktinformationen anzupassen. Bei unkomplizierter Refluxkrankheit sollte sich die Langzeitbehandlung laut DGVS-Leitlinie an den Beschwerden ausrichten (Empfehlung), eine Übertherapie soll vermieden werden; ist die Behandlung nicht mehr nötig, soll sie beendet werden (starke Empfehlung). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was hilft bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?
Laut DGVS-Leitlinie sollte bei Refluxbeschwerden in der Schwangerschaft schrittweise vorgegangen werden: Allgemeinmaßnahmen, Antazidum, Alginat, Sucralfat, H2-Rezeptorantagonist, Protonenpumpenhemmer (Empfehlung). Bei leichten Refluxbeschwerden können laut Embryotox zur symptomatischen Therapie vorübergehend in üblicher Dosierung Antazida verwendet werden; je nach Indikation und Therapiedauer können aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer Omeprazol oder Pantoprazol verwendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann muss ich mit Sodbrennen zum Arzt?
Als Alarmsymptome nennt die DGVS-Leitlinie Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, Hinweise auf eine Blutung im Magen-Darm-Trakt einschließlich einer Blutarmut durch Eisenmangel, Appetitlosigkeit, ungewollten Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen und Tumoren des Magen-Darm-Trakts in der Familie; bei diesen Zeichen oder wenn eine erste probatorische Behandlung erfolglos bleibt, soll eine Magenspiegelung erfolgen (starke Empfehlung). Laut Packungsbeilage von rezeptfreiem Pantoprazol informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unter anderem bei Erbrechen von Blut, schwarzem oder teerigem Stuhl, Brustschmerzen oder Magenschmerzen. Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind laut KBV ein Fall für den Notruf 112.
Können Medikamente Sodbrennen auslösen?
Ja. Laut IQWiG können zum Beispiel bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck und die Pille Refluxbeschwerden verstärken. Bei Ibuprofen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen laut Packungsbeilage häufig. Welche Wirkstoffe Sodbrennen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Magenbeschwerden und Sodbrennen durch Medikamente.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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