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Gastritis
Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut; meist wird sie laut IQWiG durch das Bakterium Helicobacter pylori oder durch die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) verursacht. Halten die Beschwerden an oder sind sie sehr stark, wird laut IQWiG in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt: Antazida, Protonenpumpenhemmern oder H2-Rezeptor-Antagonisten; bei einer Helicobacter-Infektion werden Protonenpumpenhemmer mit zwei Antibiotika und Bismut kombiniert. Weil sich ein Geschwür bilden und bluten kann, sollten Sie schwarzen Stuhl, Erbrechen von Blut und Zeichen einer Blutarmut laut IQWiG rasch ärztlich abklären lassen und bei Verdacht auf einen Magendurchbruch mit plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen sofort den Notruf 112 wählen.

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Meist wird sie durch das Bakterium Helicobacter pylori oder durch die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) verursacht [1]. Eine akute Gastritis klingt in der Regel nach ein paar Tagen von selbst wieder ab [1]. Halten die Beschwerden an oder sind sie sehr stark, wird laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt; steckt Helicobacter dahinter, mit einem Protonenpumpenhemmer, zwei Antibiotika und Bismut [1].
Was ist eine Gastritis?
Die Magenschleimhaut schützt die Magenwand vor Säure und Krankheitserregern. Wird sie gereizt oder geschädigt, kann sie sich entzünden [1]. Das IQWiG unterscheidet zwei Formen [1]:
- Akute Gastritis: Sie löst meist deutlich spürbare Magen-Darm-Beschwerden aus, die in der Regel nach ein paar Tagen von selbst abklingen.
- Chronische Gastritis: Sie kann unbemerkt bleiben, aber auch die Magenwand verletzen. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn ein Magengeschwür Beschwerden verursacht.
Schätzungen zufolge bekommen in Deutschland 20 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis. Die meisten Frauen erkranken zwischen 45 und 64 Jahren, die meisten Männer nach dem 65. Lebensjahr [1]. Schützt die Schleimhaut die Wand von Magen oder Zwölffingerdarm nicht mehr ausreichend, kann sich ein Geschwür bilden. Bleibt die Schleimhaut dauerhaft entzündet, kann eine Blutarmut entstehen, sehr selten ein bösartiger Tumor [1]. Mehr dazu: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür.
Die S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Version 4.0 von Juli 2022, beschreibt die Helicobacter-Infektion als bakterielle Erkrankung des Magens, unabhängig von Beschwerden. Das Bakterium steht danach in ursächlichem Zusammenhang mit chronisch aktiver Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Magenkrebs und einem bestimmten Lymphom des Magens (Marginalzonen-B-Zell-Lymphom) [3].
Symptome
Eine akute Gastritis kann laut IQWiG diese Beschwerden auslösen [1]:
- Magenschmerzen,
- Völlegefühl, Blähungen und einen aufgeblähten Bauch,
- Sodbrennen und Aufstoßen,
- Übelkeit, manchmal mit Erbrechen,
- Appetitlosigkeit.
Bei einer chronischen Gastritis spürt man oft nur leichte oder gar keine Beschwerden; es können aber auch dieselben Beschwerden auftreten wie bei der akuten Form [1]. Einige dieser Beschwerden kommen auch bei anderen Erkrankungen vor, etwa bei Reflux und Sodbrennen, einem Reizmagen, einem Reizdarm oder einer Magen-Darm-Infektion mit Durchfall (Magen-Darm-Grippe) [1].
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigsten Ursachen sind laut IQWiG eine Infektion mit Helicobacter pylori und die Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel [1].
Helicobacter pylori: Die Bakterien stören laut IQWiG die Magensäureproduktion. Die entstehende Übersäuerung kann Schleimhaut und Magenwand schädigen [1]. Übertragen wird Helicobacter laut Leitlinie von Mensch zu Mensch; der wichtigste Übertragungsweg ist der enge Kontakt von Kindern mit infizierten Familienangehörigen. Zwischen erwachsenen Lebenspartnern ist eine Übertragung selten [3]. Mehr dazu: Helicobacter-pylori-Infektion.
Schmerzmittel: Zu den NSAR gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Kurz gegen akute Schmerzen eingenommen, sind Nebenwirkungen laut IQWiG eher selten. Über Wochen oder Monate eingenommen, können NSAR die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören: Sie hemmen die Produktion des Hormons Prostaglandin, das die Bildung von Magenschleim und säureneutralisierenden Stoffen fördert. Zusammen mit Kortison kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken [1]. Welche Medikamente Magenbeschwerden als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Magenbeschwerden durch Medikamente, mehr zur Gruppe unter NSAR.
Alkohol und weitere Ursachen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann eine akute Gastritis auslösen. Rauchen, anhaltender Stress und die Ernährung, etwa stark fett- und zuckerhaltige oder scharfe Speisen, können zu Magenbeschwerden führen. Seltener ist ein Galle-Reflux die Ursache: Dabei fließt Gallenflüssigkeit aus dem Dünndarm in den Magen zurück und schädigt die Schleimhaut [1].
Diagnose
Zuerst tastet die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG Magenregion und Oberbauch ab. Je nach Beschwerden kann eine Magenspiegelung (Gastroskopie) sinnvoll sein: Ein Instrument wird durch Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt, die Untersuchung dauert 5 bis 10 Minuten. Dabei lassen sich Entzündungen oder Blutungen erkennen und Gewebeproben entnehmen, die zum Beispiel auf Helicobacter oder auf Zellveränderungen wie bei Krebs untersucht werden. Helicobacter lässt sich auch mit einem Atemtest, einer Blut- oder einer Stuhluntersuchung nachweisen [1].
Bei der Abklärung von Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie) soll laut Leitlinie auf Helicobacter getestet werden (starke Empfehlung); je nach persönlichem Risiko kann der Test ohne Magenspiegelung oder mit Gewebeprobe erfolgen (Empfehlung offen) [3]. Ein positiver Test bedeutet bei Erwachsenen danach, dass eine Behandlung angezeigt ist; die Entscheidung für eine mögliche Behandlung sollte deshalb schon vor dem Test fallen (Empfehlung) [3]. Bei einer geplanten oder laufenden Dauerbehandlung mit Protonenpumpenhemmern sollte laut Leitlinie auf Helicobacter getestet werden (Empfehlung) [3]. Bringen Sie zum Termin eine Liste aller Medikamente mit, auch rezeptfreier Schmerzmittel, zum Beispiel als Medikationsplan.
Behandlung ohne Medikamente
Bei einer akuten Gastritis ist es laut IQWiG wichtig, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Häufig wird geraten, Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim zu essen, Kaffee sowie fetthaltige oder scharfe Speisen zu meiden und sich auszuruhen. Ärztinnen und Ärzte empfehlen oft auch, 1 bis 2 Tage nichts oder nur kleine Portionen zu essen. Ob diese Maßnahmen helfen, ist laut IQWiG aber wissenschaftlich kaum untersucht [1]. Wer merkt, dass Stress die Magenbeschwerden verstärkt, kann versuchen, anders damit umzugehen und für mehr Entspannung im Alltag zu sorgen [1].
Behandlung mit Medikamenten

Halten die Beschwerden an oder sind sie sehr stark, wird eine Gastritis laut IQWiG in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt, bis die Beschwerden abklingen. Je nach Ausprägung kommen säurebindende Mittel (Antazida), Protonenpumpenhemmer (PPI) oder H2-Rezeptor-Antagonisten infrage. Wurde die Gastritis durch Helicobacter ausgelöst, werden Protonenpumpenhemmer mit zwei Antibiotika und Bismut kombiniert; die Behandlung dauert mindestens zehn Tage [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Säurebindende Mittel (Antazida) | Ohne eigene Wirkstoffseite; laut IQWiG etwa Aluminium- oder Magnesiumhydroxid [1]. Das Antazidum Magaldrat enthält beides [5] | Neutralisieren die vorhandene Magensäure [1]; Magaldrat bindet laut Fachinformation außerdem Pepsin und Gallensäure [5] | Magaldrat: sehr häufig weicher Stuhl; sehr selten Durchfall, Verstopfung und, nur nach langjähriger Einnahme hoher Dosen, eine Erweichung der Knochen [4] |
| Protonenpumpenhemmer (PPI) | Pantoprazol, Omeprazol | Hemmen in den säurebildenden Zellen der Magenschleimhaut die Protonenpumpe, den letzten Schritt der Magensäurebildung [7, 9] | Omeprazol häufig: Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen, gutartige Magenpolypen [8]. Pantoprazol häufig: gutartige Magenpolypen; gelegentlich unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen [6] |
| H2-Rezeptor-Antagonisten | Famotidin | Blockieren bestimmte Histamin-Rezeptoren (H2-Rezeptoren) und verringern so die Magensäureabsonderung; laut Fachinformation sinkt auch der Pepsingehalt des Magensaftes [10, 11] | Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Durchfall [10] |
| Antibiotika gegen Helicobacter pylori (zusammen mit einem PPI, in der Vierfachtherapie mit Bismut): Makrolide, Nitroimidazole und Penicilline | Metronidazol und Tetracyclin (ohne eigene Wirkstoffseite) in der Vierfachtherapie laut IQWiG [2]; Amoxicillin und Clarithromycin laut Leitlinie in der Standard-Dreifachtherapie zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer [3] | Metronidazol schädigt das Erbgut (DNS) der Erreger [15]; Amoxicillin hemmt den Aufbau der Bakterienzellwand [13]; Clarithromycin hemmt die Eiweißherstellung der Bakterien [17]; Bismut hemmt laut IQWiG das Wachstum der Bakterien und bildet einen schützenden Film über der geschädigten Schleimhaut [1] | Metronidazol häufig: Geschmacksstörungen wie metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Dunkelfärbung des Urins ohne Krankheitswert [14]. Amoxicillin häufig: Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall [12]. Clarithromycin häufig unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen, Hautausschlag, verstärktes Schwitzen [16] |
Sehr häufig heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig: bis zu 1 von 10, gelegentlich: bis zu 1 von 100, sehr selten: bis zu 1 von 10.000 [10]. Was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Anwendungsgebiete: Eine Gastritis nennen die Packungsbeilagen der Mittel in dieser Tabelle nicht als eigenes Anwendungsgebiet. Magaldrat ist zur Behandlung von Beschwerden zugelassen, bei denen Magensäure gebunden werden soll: Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden sowie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre [4]. Pantoprazol (Tabletten mit 40 mg) und Omeprazol sind unter anderem für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre und für eine Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure zugelassen, zusammen mit Antibiotika außerdem für die Beseitigung von Helicobacter pylori bei Geschwüren [6, 8]. Famotidin ist für Zwölffingerdarmgeschwüre, gutartige Magengeschwüre und das Zollinger-Ellison-Syndrom zugelassen; bei geringfügigen Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel einem nervösen Magen, ist es laut Packungsbeilage nicht angebracht [10]. Amoxicillin wird laut Packungsbeilage zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung eines Magengeschwürs angewendet, laut Fachinformation zur Beseitigung von Helicobacter pylori [12, 13]. Metronidazol ist bei Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich zugelassen [14]. Clarithromycin ist zusammen mit anderen Antibiotika und einem Mittel gegen Geschwüre bei Helicobacter-pylori-Infektionen mit Geschwüren angezeigt, und zwar nur, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Beta-Lactam-Antibiotika wie Penicillin besteht oder diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind [16, 17]. Ob ein Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Helicobacter pylori beseitigen
In der ersten Behandlung sollte laut Leitlinie bevorzugt eine Bismut-haltige Vierfachtherapie für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung) [3]. Laut IQWiG besteht sie aus einem Protonenpumpenhemmer, Bismut und den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol, die gleichzeitig eingenommen werden [2]. Eine Dreifachtherapie mit Clarithromycin wird laut Hintergrundtext der Leitlinie in der ersten Behandlung nicht mehr empfohlen, weil die Resistenzen gegen Clarithromycin auch in Deutschland gestiegen sind und eine gut dokumentierte örtliche Resistenzlage fehlt [3].
War die erste Vierfachtherapie erfolglos, sollte laut Leitlinie getestet werden, gegen welche Antibiotika die Bakterien unempfindlich sind (Empfehlung); die zweite Behandlung soll unter Berücksichtigung eines vorliegenden Tests mit einer Dreifachtherapie über 14 Tage erfolgen (starke Empfehlung) [3]. Den Erfolg beeinflussen laut Leitlinie unter anderem die regelmäßige Einnahme (Therapietreue) und das Rauchen [3]. Ob die Bakterien beseitigt sind, soll überprüft werden, frühestens 4 Wochen nach Ende der Antibiotika und frühestens 2 Wochen nach Ende einer Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (starke Empfehlung) [3]. Mehr dazu: Helicobacter-pylori-Infektion und Antibiotika richtig einnehmen.
Wenn Schmerzmittel die Ursache sind
Ist ein Schmerzmittel der Auslöser, ist es laut IQWiG ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Medikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem säurehemmenden Medikament zu kombinieren [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wird eine Behandlung mit nicht-selektiven NSAR begonnen, soll laut Leitlinie gleichzeitig vorbeugend ein Protonenpumpenhemmer gegeben werden, wenn ein weiterer Risikofaktor für ein Geschwür oder eine Geschwürkomplikation vorliegt (starke Empfehlung). Ist ein Alter über 60 Jahre der einzige Risikofaktor, ist dieser Schutz danach nicht erforderlich [3]. Welche Risikofaktoren die Leitlinie nennt, steht auf der Seite Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür.
Säurebindende Mittel ohne Rezept
Das Antazidum Magaldrat wird laut Packungsbeilage zur Behandlung von Beschwerden angewendet, bei denen Magensäure gebunden werden soll, unter anderem bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden, und sollte nur kurzfristig eingenommen werden. Bleiben die Beschwerden länger als 2 Wochen bestehen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [4]. Kinder unter 12 Jahren sollten laut Packungsbeilage nicht mit Magaldrat behandelt werden, weil ausreichende Erfahrungen fehlen [4]. Antazida können die Aufnahme anderer Arzneimittel vermindern; nehmen Sie laut Packungsbeilage 2 Stunden vor oder nach Magaldrat keine anderen Arzneimittel ein. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke vorher besonders dann, wenn Sie bestimmte Antibiotika (Chinolone wie Ciprofloxacin, Tetracycline), Digoxin, Isoniazid, Eisenpräparate, Chlorpromazin oder Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ einnehmen [4]. Bei Nierenproblemen oder Dialyse, bei Alzheimer oder einer anderen Demenz, bei einer Phosphat-Diät, bei einem gestörten Knochenstoffwechsel und bei langfristigem Gebrauch dürfen Sie Magaldrat nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle des Aluminiumwerts im Blut einnehmen [4]. Wie viel Sie nehmen dürfen, steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats.
Schwangerschaft und Stillzeit
Magaldrat enthält Aluminium. Schwangere sollten es laut Packungsbeilage nur kurzfristig anwenden, um eine Aluminiumbelastung des ungeborenen Kindes zu vermeiden; vor der Einnahme aluminiumhaltiger Mittel zur Bindung von Magensäure sollte in der Schwangerschaft das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden [4]. Famotidin dürfen Schwangere laut Packungsbeilage nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt den Nutzen größer einschätzt als die möglichen Risiken für das Kind; während der Behandlung sollten Sie nicht stillen [10]. Mehr dazu: Pantoprazol in der Schwangerschaft, Omeprazol in der Schwangerschaft und Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Protonenpumpenhemmer: Bei längerer Einnahme nennt die Packungsbeilage von Pantoprazol weitere Punkte. Protonenpumpenhemmer können das Risiko für Brüche von Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule leicht erhöhen, besonders bei Einnahme über mehr als ein Jahr. Über mehr als drei Monate eingenommen, kann der Magnesiumwert im Blut sinken; das kann sich durch Müdigkeit, Muskelzuckungen, Desorientiertheit, Krämpfe, Schwindel oder Herzrasen zeigen. Wie alle säurehemmenden Wirkstoffe kann Pantoprazol außerdem dazu führen, dass Vitamin B12 schlechter aufgenommen wird [6]. Wegen eines erhöhten Risikos für Knochenbrüche und für einen schweren Magnesiummangel im Blut (Hypomagnesiämie) hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Schreiben vom 25.07.2012 die Zulassungsinhaber aller verschreibungspflichtigen Protonenpumpenhemmer aufgefordert, die Produktinformationen anzupassen [18]. Schwere oder anhaltende Durchfälle sind ein Grund, sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren, weil das Mittel mit einem leichten Anstieg infektiöser Durchfallerkrankungen in Verbindung gebracht wird [6]. Laut Fachinformation von Omeprazol sollte von einer gleichzeitigen Anwendung mit dem Blutverdünner Clopidogrel sicherheitshalber abgeraten werden [9]. Mehr dazu: Protonenpumpenhemmer, Osteoporose durch Medikamente, Nährstoffmangel durch Medikamente und Pantoprazol absetzen.
Antibiotika: Schwere, anhaltende, manchmal blutig-schleimige Durchfälle mit krampfartigen Bauchschmerzen während oder nach der Behandlung können laut Packungsbeilage von Clarithromycin auf eine lebensbedrohliche Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) hinweisen. Dann unterbrechen Sie die Einnahme, suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und nehmen keine Mittel ein, die die Darmbewegung hemmen [16]. Auch die Packungsbeilage von Metronidazol nennt schwere anhaltende Durchfälle während oder in den ersten Wochen nach der Behandlung, die eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern [14]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Während der Behandlung mit Metronidazol und mindestens 48 Stunden danach sollten Sie keinen Alkohol trinken, sonst können zum Beispiel Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten [14]. Spüren Sie unter Metronidazol Taubheit, Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen, müssen Sie sofort die Ärztin oder den Arzt verständigen, auch wenn die Erscheinungen nur mild sind [14]. Für Kombinationspräparate mit Bismut, Metronidazol und Tetracyclin wurde nach einer Stellungnahme der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 30.01.2025, die das BfArM am 07.05.2025 umgesetzt hat, ein Kleinhirnsyndrom als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit in die Produktinformation aufgenommen; mögliche Zeichen sind Störungen der Bewegungskoordination, des Sprechens oder Gehens, unwillkürliche Augenbewegungen und Zittern, die sich nach dem Ende der Behandlung zurückbilden können [19]. Clarithromycin darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht eingenommen werden, wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Herzrhythmusstörungen oder ein langes QT-Syndrom aufgetreten sind oder der Kalium- oder Magnesiumspiegel zu niedrig ist [16]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente, Medikamente und Alkohol, Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie durch Medikamente und QT-Verlängerung.
Antazida: Bei ungenügender Nierenleistung oder langfristiger Einnahme hoher Dosen kann Magaldrat laut Packungsbeilage den Aluminium- und Magnesiumgehalt des Blutes erhöhen; Aluminium kann sich dann vor allem in Nerven- und Knochengewebe einlagern [4].
Haben Sie ein Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Aus einer Gastritis kann sich ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür entwickeln [1]. Dessen häufigste Komplikationen sind laut IQWiG Blutungen. Rasch ärztlich abklären lassen sollten Sie deshalb [2]:
- schwarz gefärbten Stuhl,
- Erbrechen von Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes),
- Zeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Blässe oder Luftnot bei körperlicher Anstrengung,
- häufiges Erbrechen nach dem Essen.
Plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen können laut IQWiG auf einen lebensbedrohlichen Durchbruch der Magen- oder Darmwand hinweisen. Bei diesem Verdacht sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden [2].
Die Packungsbeilage von Pantoprazol nennt weitere Zeichen, bei denen Sie vor oder während der Behandlung sofort die Ärztin oder den Arzt informieren sollen, weil sie auf eine ernsthaftere Erkrankung hinweisen können: unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Erbrechen, besonders wiederholtes, Erbrechen von Blut, das wie dunkler Kaffeesatz aussehen kann, Blut im Stuhl, der schwarz oder teerartig aussehen kann, Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken, Blässe und Schwächegefühl sowie Brust- oder Bauchschmerzen [6]. Unter Magaldrat sind Beschwerden, die länger als 2 Wochen bestehen bleiben, ein Grund für den Arztbesuch [4].
Quellen
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. 021-001), digitale Fassung mit Empfehlungen 3.1 bis 10.20 und Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Magaldrat-ratiopharm 800 mg Kautabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Magaldrat-ratiopharm 800 mg Kautabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Famotidin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Famotidin-ratiopharm 20 mg/40 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clarithromycin STADA 500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Protonenpumpeninhibitoren (verschreibungspflichtige Formen): Risiko von Knochenbrüchen sowie von Hypomagnesiämie, Aufforderung zur Textanpassung (Schreiben vom 25.07.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.07.2012. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Citronensäure-Bismut-Kalium-Salz/Metronidazol/Tetracyclin: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00010199/202405), Stellungnahme der CMDh vom 30.01.2025, vom BfArM mit Bescheid vom 07.05.2025 umgesetzt. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 30.01.2025. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft bei einer akuten Gastritis?
Bei einer akuten Gastritis ist es laut IQWiG wichtig, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Häufig wird zu Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim und zu Ruhe geraten; ob das hilft, ist laut IQWiG wissenschaftlich kaum untersucht. Halten die Beschwerden an oder sind sie sehr stark, wird laut IQWiG in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt. Säurebindende Mittel (Antazida) neutralisieren die vorhandene Magensäure. Das Antazidum Magaldrat wird laut Packungsbeilage unter anderem bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden angewendet und sollte nur kurzfristig eingenommen werden.
Wie lange dauert eine Gastritis?
Die Beschwerden einer akuten Gastritis klingen laut IQWiG in der Regel nach ein paar Tagen von selbst wieder ab. Eine chronische Gastritis kann dagegen unbemerkt bleiben und wird manchmal erst entdeckt, wenn ein Magengeschwür Beschwerden macht. Bleiben Beschwerden unter dem säurebindenden Mittel Magaldrat länger als 2 Wochen bestehen, sollten Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.
Welche Medikamente helfen bei einer Gastritis?
Laut IQWiG kommen je nach Stärke der Beschwerden säurebindende Mittel (Antazida) wie Aluminium- oder Magnesiumhydroxid, Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol und H2-Rezeptor-Antagonisten wie Famotidin infrage. Ist Helicobacter pylori die Ursache, werden Protonenpumpenhemmer mit zwei Antibiotika und Bismut kombiniert. Eine Gastritis nennen die Packungsbeilagen dieser Mittel nicht als eigenes Anwendungsgebiet; zugelassen sind sie zum Beispiel für säurebedingte Magenbeschwerden (Magaldrat) oder Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Protonenpumpenhemmer, Famotidin). Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Muss eine Gastritis durch Helicobacter behandelt werden?
Die S2k-Leitlinie der DGVS beschreibt die Helicobacter-Infektion als bakterielle Erkrankung des Magens, unabhängig davon, ob sie Beschwerden macht. Ein positiver Test bedeutet bei Erwachsenen danach, dass eine Behandlung angezeigt ist; die Entscheidung für eine mögliche Behandlung sollte deshalb schon vor dem Test fallen (Empfehlung). In der ersten Behandlung sollte bevorzugt eine Bismut-haltige Vierfachtherapie für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung). Mehr dazu auf der Seite Helicobacter-pylori-Infektion.
Darf ich bei einer Gastritis Ibuprofen nehmen?
Ibuprofen gehört zu den entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR). Über Wochen oder Monate eingenommen, können NSAR laut IQWiG die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören; zusammen mit Kortison kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken. Ist ein Schmerzmittel der Auslöser, ist es laut IQWiG ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Medikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem säurehemmenden Medikament zu kombinieren. Mehr dazu: Ibuprofen und Schmerzmittel richtig anwenden.
Kann eine Gastritis von Stress kommen?
Laut IQWiG können Rauchen, anhaltender Stress und die Ernährung, etwa stark fett- und zuckerhaltige oder scharfe Speisen, zu Magenbeschwerden führen. Die häufigsten Ursachen einer Gastritis sind aber eine Infektion mit Helicobacter pylori und die Einnahme von NSAR. Wer merkt, dass Stress die Beschwerden verstärkt, kann laut IQWiG versuchen, anders damit umzugehen und für mehr Entspannung im Alltag zu sorgen.
Welche Medikamente können eine Gastritis auslösen?
Laut IQWiG gehören entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen zu den häufigsten Ursachen; bei Einnahme über Wochen oder Monate können sie die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören. Sie hemmen die Bildung des Hormons Prostaglandin, das die Bildung von Magenschleim und säureneutralisierenden Stoffen fördert. Zusammen mit Kortison kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken. Welche Medikamente Magenbeschwerden als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Magenbeschwerden durch Medikamente.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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