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Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür

Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkus) ist eine Wunde in der Wand des Magens oder des Zwölffingerdarms; meist wird es laut IQWiG durch das Bakterium Helicobacter pylori oder eine längere Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) verursacht. Behandelt wird es laut IQWiG mit Protonenpumpenhemmern; ist Helicobacter die Ursache, in der Regel mit einer Vierfachkombination aus Protonenpumpenhemmer, Bismut und den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol. Schwarzer Stuhl, Erbrechen von Blut und Zeichen einer Blutarmut sollten Sie laut IQWiG rasch ärztlich abklären lassen; bei Verdacht auf einen Magendurchbruch mit plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen wählen Sie sofort den Notruf 112.

Mann Ende sechzig mit kurzem weißem Haar in einer rostroten Steppjacke sitzt an einem Herbsttag ruhig auf einer Parkbank und blickt über einen See
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Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkus) ist eine Wunde in der Wand des Magens oder des Zwölffingerdarms, des Darmabschnitts direkt hinter dem Magen [1]. Meist wird es durch Helicobacter-Bakterien oder eine längere Einnahme von Schmerzmitteln verursacht [1]. Behandelt wird es laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit Protonenpumpenhemmern, die die Produktion von Magensäure bremsen; ist Helicobacter die Ursache, kommen Antibiotika und Bismut dazu [1]. Ernsthafte Komplikationen wie Blutungen oder ein Magendurchbruch sind laut IQWiG eher selten [1].

Was ist ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür?

Die Magenschleimhaut kleidet die Magenwand aus und schützt sie vor Magensäure und Keimen. Lässt dieser Schutz nach, kann es zu Entzündungen und Verletzungen kommen, als Folge zu einem Geschwür. Dasselbe gilt für den Zwölffingerdarm. Von einem Ulkus spricht man laut IQWiG, wenn die Wunde einen Durchmesser von mindestens fünf Millimetern hat [1]. Meist sind Geschwüre die Folge einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) [1].

Das Risiko für ein Geschwür steigt mit dem Alter, Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Zwischen 18 und 29 Jahren bekommen laut IQWiG etwa 1 bis 2 von 100 Menschen ein Geschwür; ab 45 Jahren erkranken 8 bis 10 von 100 Frauen und 9 bis 14 von 100 Männern [1].

Symptome

Vor allem Geschwüre durch Schmerzmittel können laut IQWiG lange ohne Beschwerden bleiben. Sie werden deshalb oft nicht bemerkt, oder erst, wenn sie zu Komplikationen wie Blutungen führen [1]. Treten Beschwerden auf, sind sie oft unspezifisch, können also auch andere Ursachen haben [1]:

  • Druck- und Völlegefühl,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen,
  • Blähungen und unregelmäßiger Stuhlgang,
  • saures Aufstoßen und Sodbrennen.

Bei einem Magengeschwür können die Beschwerden im mittleren bis linken Oberbauch auftreten, direkt nach dem Essen, aber auch unabhängig von den Mahlzeiten. Beim Zwölffingerdarmgeschwür treten sie eher bei leerem Magen auf und lassen nach dem Essen nach, manchmal begleitet von Übelkeit und Erbrechen [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Die meisten Geschwüre gehen laut IQWiG auf zwei Ursachen zurück, manchmal auf beide gleichzeitig [1]:

  • Helicobacter pylori: Die Bakterien können sich in der Schleimhaut ausbreiten und eine Entzündung auslösen. Sie schädigt die Schleimhaut von Magen oder Zwölffingerdarm und verstärkt die Säurebildung, sodass die Schleimhaut auf Dauer ihre Schutzfunktion verliert [1]. Mehr dazu: Helicobacter-pylori-Infektion.
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): Dazu gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Sie hemmen die Produktion des Hormons Prostaglandin, das die Bildung von Magenschleim und säureneutralisierenden Stoffen reguliert. Zusammen mit Kortison kann sich die magenschädigende Wirkung verstärken [1].

Laut der S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Version 4.0 von Juli 2022, sind NSAR und ASS häufige Ursachen für Geschwüre ohne Helicobacter [2]. Weitere Ursachen sind laut IQWiG zum Beispiel das Zollinger-Ellison-Syndrom, bei dem zu viel Magensäure gebildet wird, oder eine Magenoperation; Geschwüre können auch ohne erkennbare Ursache entstehen [1]. Liegen weder Helicobacter noch ASS oder NSAR vor, sollte laut Leitlinie nach seltenen Ursachen gesucht werden, etwa einem Morbus Crohn (Empfehlung) [2].

Risikofaktoren: Als Risikofaktoren für Geschwüre nennt die Leitlinie ein Alter über 60 Jahre, ein früheres Geschwür und die genannten Ursachen. Für Komplikationen, also eine Blutung oder einen Durchbruch, kommen gerinnungsaktive Mittel wie ASS, P2Y12-Hemmer und Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) sowie schwere andere Erkrankungen hinzu; Kortison erhöht das Risiko für Komplikationen danach nur zusammen mit NSAR [2]. Mehr dazu: Blutverdünner, Magenbeschwerden durch Medikamente und Blutungen und Blutbildveränderungen durch Medikamente.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Geschwür tastet die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG zunächst den Bauch ab. Normalerweise folgt eine Magenspiegelung, bei der Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm untersucht werden. Dabei kann eine Gewebeprobe entnommen werden, die auf Helicobacter, eine Entzündung oder Gewebeveränderungen wie bei Krebs untersucht wird [1].

Bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür soll laut Leitlinie auf Helicobacter getestet werden (starke Empfehlung) [2]. Bei einem Magengeschwür sollten mindestens 8 Gewebeproben aus Grund und Rand des Geschwürs entnommen werden (Empfehlung). Nach 4 bis 8 Wochen soll eine Kontrollspiegelung mit Gewebeprobe bestätigen, dass es abgeheilt ist; bei unvollständiger Abheilung werden erneut Proben entnommen, um Krebs auszuschließen (starke Empfehlung) [2]. Vor einer Behandlung mit Famotidin muss laut Packungsbeilage eine Bösartigkeit von Magengeschwüren ausgeschlossen werden [16]. Auch Pantoprazol kann laut Packungsbeilage die Beschwerden einer Krebserkrankung lindern, sodass sie erst mit Verzögerung erkannt wird; dauern die Beschwerden trotz Behandlung an, müssen weitere Untersuchungen in Betracht gezogen werden [3].

Behandlung ohne Medikamente

Manche Geschwüre heilen laut IQWiG ohne Behandlung innerhalb von 2 bis 3 Monaten ab, häufig treten sie aber erneut auf [1]. Ob Ernährung, Rauchen oder anhaltender Stress zur Entstehung beitragen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es kann laut IQWiG aber hilfreich sein, darauf zu achten, ob zum Beispiel fettige oder scharfe Speisen oder Stressphasen Magenbeschwerden auslösen. Auslöser wie Alkohol oder Zigaretten kann man versuchen zu meiden [1].

Blutet ein Geschwür stark, wird es laut IQWiG bei einer Magenspiegelung (Endoskopie) behandelt, zum Beispiel durch Einspritzen von Adrenalin, Abklemmen oder Veröden der blutenden Stelle. Manchmal ist eine offene Operation nötig [1].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Anfang sechzig mit silbernem Bob in einer petrolfarbenen Bluse rührt am Herd in einem Topf Gemüsesuppe, ihr Mann mit grauem Haar deckt im Hintergrund den Tisch
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Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre werden laut IQWiG mit Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder Pantoprazol behandelt. Sie bremsen die Produktion von Magensäure; man nimmt sie über 4 bis 8 Wochen ein [1]. Wurde das Geschwür durch Schmerzmittel ausgelöst, kann es laut IQWiG helfen, diese wenn möglich für eine Weile abzusetzen, damit sich die Schleimhaut erholen kann; vielleicht gibt es magenverträglichere Alternativen [1]. Das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Medikamente bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Protonenpumpenhemmer (PPI)Pantoprazol, Omeprazol, EsomeprazolHemmen in den säurebildenden Zellen der Magenschleimhaut die Protonenpumpe, den letzten Schritt der Magensäurebildung [4, 7, 9]Omeprazol und Esomeprazol häufig: Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen, gutartige Magenpolypen [6, 8]. Pantoprazol häufig: gutartige Magenpolypen; gelegentlich unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen [3]
Antibiotika gegen Helicobacter pylori (zusammen mit einem PPI, in der Vierfachtherapie mit Bismut): Makrolide, Nitroimidazole und PenicillineMetronidazol und Tetracyclin (ohne eigene Wirkstoffseite) in der Vierfachtherapie laut IQWiG [1]; Amoxicillin und Clarithromycin laut Leitlinie in der Standard-Dreifachtherapie zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer [2]Metronidazol schädigt das Erbgut (DNS) der Erreger [13]; Amoxicillin hemmt den Aufbau der Bakterienzellwand [11]; Clarithromycin hemmt die Eiweißherstellung der Bakterien [15]; Bismut hemmt laut IQWiG das Wachstum der Bakterien und bildet einen schützenden Film über der geschädigten Stelle [1]Metronidazol häufig: Geschmacksstörungen wie metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Dunkelfärbung des Urins ohne Krankheitswert [12]. Amoxicillin häufig: Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall [10]. Clarithromycin häufig unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Geschmacksstörungen, Hautausschlag, verstärktes Schwitzen [14]

Häufig heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, gelegentlich: bis zu 1 von 100 [16]. Mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Anwendungsgebiete: Pantoprazol (Tabletten mit 40 mg) ist bei Erwachsenen für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre zugelassen und zusammen mit zwei Antibiotika für die Beseitigung von Helicobacter pylori bei diesen Geschwüren [3]. Omeprazol ist für die Behandlung von Zwölffingerdarm- und Magengeschwüren und die Vorbeugung eines Rückfalls zugelassen, für die Beseitigung von Helicobacter pylori bei Geschwüren sowie für die Behandlung von Geschwüren durch NSAR und ihre Vorbeugung bei Menschen mit erhöhtem Risiko [6, 7]. Esomeprazol ist zusammen mit Antibiotika bei Geschwüren mit Helicobacter-Befall zugelassen, außerdem für die Heilung von Magengeschwüren durch NSAR und die Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren durch NSAR bei Risikopatienten, die dauerhaft NSAR brauchen [8, 9]. Amoxicillin wird laut Packungsbeilage zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung eines Magengeschwürs angewendet, laut Fachinformation zur Beseitigung von Helicobacter pylori [10, 11]; Metronidazol bei Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich [12]. Clarithromycin ist zusammen mit anderen Antibiotika und einem Mittel gegen Geschwüre bei Helicobacter-pylori-Infektionen mit Geschwüren angezeigt, und zwar nur, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Beta-Lactam-Antibiotika wie Penicillin besteht oder diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind [14, 15]. Auch der H2-Rezeptor-Antagonist Famotidin ist laut Packungsbeilage für Zwölffingerdarmgeschwüre und gutartige Magengeschwüre zugelassen; bei Geschwüren mit Helicobacter ist danach, wo immer möglich, eine Beseitigung des Bakteriums anzustreben [16].

Geschwür durch Helicobacter pylori

Ist Helicobacter die Ursache, wird laut IQWiG in der Regel eine Kombination aus vier Medikamenten eingesetzt: ein Protonenpumpenhemmer, Bismut, ein ungiftiges Schwermetall, sowie die Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol. Die Wirkstoffe werden gleichzeitig für mindestens zehn Tage eingenommen. Sind danach noch Beschwerden spürbar, kann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung mit dem Protonenpumpenhemmer laut IQWiG fortsetzen [1]. Auch laut Leitlinie sollte in der ersten Behandlung bevorzugt eine Bismut-haltige Vierfachtherapie für mindestens 10 Tage eingesetzt werden (Empfehlung) [2]. Eine Dreifachtherapie mit Clarithromycin wird laut Hintergrundtext der Leitlinie in der ersten Behandlung nicht mehr empfohlen, weil die Resistenzen gegen Clarithromycin auch in Deutschland gestiegen sind und eine gut dokumentierte örtliche Resistenzlage fehlt [2].

War die erste Vierfachtherapie erfolglos, sollte laut Leitlinie getestet werden, gegen welche Antibiotika die Bakterien unempfindlich sind (Empfehlung); die zweite Behandlung soll unter Berücksichtigung eines vorliegenden Tests mit einer Dreifachtherapie über 14 Tage erfolgen (starke Empfehlung) [2]. Den Erfolg beeinflussen danach unter anderem die regelmäßige Einnahme (Therapietreue) und das Rauchen [2]. Ob die Bakterien beseitigt sind, soll überprüft werden, frühestens 4 Wochen nach Ende der Antibiotika und frühestens 2 Wochen nach Ende einer Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (starke Empfehlung). Ist eine Kontrollspiegelung ärztlich angezeigt, bei einem Magengeschwür, nach einem blutenden Zwölffingerdarmgeschwür oder bei einem bestimmten Lymphom des Magens (MALT-Lymphom), soll der Erfolg über eine Gewebeprobe geprüft werden; ist keine Kontrollspiegelung erforderlich, mit einem Atemtest oder einem Stuhltest (jeweils starke Empfehlung) [2]. Routinemäßige Kontrollen auf eine erneute Infektion sollten nach erfolgreicher Behandlung nicht erfolgen (Empfehlung); die Rate erneuter Infektionen bei Erwachsenen ist in Industrieländern laut Leitlinie niedrig [2]. Mehr dazu: Antibiotika richtig einnehmen.

Geschwür durch Schmerzmittel und Magenschutz

Tritt unter einer Dauerbehandlung mit nicht-selektiven NSAR ein Geschwür oder eine Geschwürblutung im oberen Magen-Darm-Trakt auf, sollten die NSAR laut Leitlinie bis zur Abheilung abgesetzt werden; werden sie danach erneut gegeben, sollte dauerhaft vorbeugend ein Protonenpumpenhemmer eingenommen werden (Empfehlung) [2]. Nach einer Komplikation wie einer Blutung soll diese Dauervorbeugung immer erfolgen, wenn die NSAR fortgesetzt werden, auch wenn eine begleitende Helicobacter-Infektion erfolgreich behandelt wurde (starke Empfehlung) [2]. Zur Vorbeugung sieht die Leitlinie außerdem vor [2]:

  • Beginn einer Behandlung mit nicht-selektiven NSAR: Gleichzeitig soll ein Protonenpumpenhemmer gegeben werden, wenn ein weiterer Risikofaktor für ein Geschwür oder eine Komplikation vorliegt (starke Empfehlung). Ist ein Alter über 60 Jahre der einzige Risikofaktor, ist das nicht erforderlich.
  • ASS, ein P2Y12-Hemmer oder ein Gerinnungshemmer (DOAK oder Vitamin-K-Antagonist) allein: Ein Protonenpumpenhemmer sollte gegeben werden, wenn mindestens ein weiterer Risikofaktor vorliegt (Empfehlung); auch hier ist das nicht erforderlich, wenn ein Alter über 60 Jahre der einzige Risikofaktor ist.
  • Zwei gerinnungsaktive Mittel gleichzeitig: Ein Protonenpumpenhemmer soll gegeben werden (starke Empfehlung).
  • Vor einer geplanten Dauerbehandlung mit NSAR oder niedrig dosierter ASS: Menschen mit erhöhtem Risiko für ein Geschwür oder eine Komplikation sollen auf Helicobacter getestet und bei Nachweis behandelt werden (starke Empfehlung).

Zur Vorbeugung von Geschwüren bei Risikopatienten, die dauerhaft NSAR einnehmen müssen, sind zum Beispiel Pantoprazol in Tabletten mit 20 mg, Omeprazol und Esomeprazol zugelassen [5, 7, 9]. Laut den Fachinformationen von Omeprazol und Esomeprazol sollte von einer gleichzeitigen Anwendung mit dem Blutverdünner Clopidogrel sicherheitshalber abgeraten werden [7, 9]. Bei Geschwüren ohne erkennbare Ursache soll laut Leitlinie eine hochdosierte Behandlung mit Protonenpumpenhemmern zur Abheilung erfolgen (starke Empfehlung) [2]. Mehr dazu: NSAR und Schmerzmittel richtig anwenden.

Nebenwirkungen der Medikamente

Protonenpumpenhemmer: Bei längerer Einnahme nennt die Packungsbeilage von Pantoprazol weitere Punkte. Protonenpumpenhemmer können das Risiko für Brüche von Hüfte, Handgelenk und Wirbelsäule leicht erhöhen, besonders bei Einnahme über mehr als ein Jahr. Über mehr als drei Monate eingenommen, kann der Magnesiumwert im Blut sinken; das kann sich durch Müdigkeit, Muskelzuckungen, Desorientiertheit, Krämpfe, Schwindel oder Herzrasen zeigen. Wie alle säurehemmenden Wirkstoffe kann Pantoprazol außerdem dazu führen, dass Vitamin B12 schlechter aufgenommen wird [3]. Wegen eines erhöhten Risikos für Knochenbrüche und für einen schweren Magnesiummangel im Blut (Hypomagnesiämie) hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Schreiben vom 25.07.2012 die Zulassungsinhaber aller verschreibungspflichtigen Protonenpumpenhemmer aufgefordert, die Produktinformationen anzupassen [18]. Schwere oder anhaltende Durchfälle sind ein Grund, sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren, weil das Mittel mit einem leichten Anstieg infektiöser Durchfallerkrankungen in Verbindung gebracht wird [3]. Mehr dazu: Protonenpumpenhemmer, Osteoporose durch Medikamente, Vitamin-B12-Mangel und Pantoprazol absetzen.

Antibiotika: Schwere, anhaltende, manchmal blutig-schleimige Durchfälle mit krampfartigen Bauchschmerzen während oder nach der Behandlung können laut Packungsbeilage von Clarithromycin auf eine lebensbedrohliche Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis) hinweisen. Dann unterbrechen Sie die Einnahme, suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und nehmen keine Mittel ein, die die Darmbewegung hemmen [14]. Auch die Packungsbeilage von Amoxicillin nennt eine Entzündung des Dickdarms mit Durchfall, der manchmal Blut enthält, Schmerzen und Fieber als Grund, das Mittel nicht weiter einzunehmen und sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden [10]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Während der Behandlung mit Metronidazol und mindestens 48 Stunden danach sollten Sie keinen Alkohol trinken, sonst können zum Beispiel Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten [12]. Spüren Sie unter Metronidazol Taubheit, Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen, müssen Sie sofort die Ärztin oder den Arzt verständigen, auch wenn die Erscheinungen nur mild sind [12]. Für Kombinationspräparate mit Bismut, Metronidazol und Tetracyclin wurde nach einer Stellungnahme der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 30.01.2025, die das BfArM am 07.05.2025 umgesetzt hat, ein Kleinhirnsyndrom als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit in die Produktinformation aufgenommen; mögliche Zeichen sind Störungen der Bewegungskoordination, des Sprechens oder Gehens, unwillkürliche Augenbewegungen und Zittern, die sich nach dem Ende der Behandlung zurückbilden können [19]. Clarithromycin darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht eingenommen werden, wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Herzrhythmusstörungen oder ein langes QT-Syndrom aufgetreten sind oder der Kalium- oder Magnesiumspiegel zu niedrig ist [14]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente, Medikamente und Alkohol, Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie durch Medikamente und QT-Verlängerung.

Haben Sie ein Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die häufigsten Komplikationen eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs sind laut IQWiG Blutungen. Rasch ärztlich abklären lassen sollten Sie deshalb [1]:

  • schwarz gefärbten Stuhl,
  • Erbrechen von Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes),
  • Zeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Schwindel, Blässe oder Luftnot bei körperlicher Anstrengung.

Auch häufiges Erbrechen nach dem Essen ist laut IQWiG ein Grund, rasch zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen: Treten Geschwüre immer wieder am Magenausgang auf, können Narben ihn verengen, sodass der Mageninhalt manchmal nicht mehr in den Darm weitertransportiert und erbrochen wird [1]. Viel seltener führt ein Geschwür zu einem Durchbruch der Magen- oder Darmwand. Er macht sich durch plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar und ist lebensbedrohlich; bei diesem Verdacht sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden [1].

Anzeichen einer Magen-Darm-Blutung wie stärkere Schmerzen im Oberbauch, Blut im Stuhl oder Schwarzfärbung des Stuhls (Teerstuhl), Bluterbrechen oder Erbrochenes, das aussieht wie Kaffeesatz, sind laut Packungsbeilage von Ibuprofen ein Grund, das Mittel nicht weiter einzunehmen und sich sofort in ärztliche Behandlung zu begeben [17].

Quellen

  1. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
  2. Leitlinie S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. 021-001), digitale Fassung mit Empfehlungen 3.1 bis 10.20 und Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg, 40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg/40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 17.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 17.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clarithromycin STADA 500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 17.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 17.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Famotidin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 17.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  18. Behörde Protonenpumpeninhibitoren (verschreibungspflichtige Formen): Risiko von Knochenbrüchen sowie von Hypomagnesiämie, Aufforderung zur Textanpassung (Schreiben vom 25.07.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.07.2012. abgerufen am 17.10.2026
  19. Behörde Citronensäure-Bismut-Kalium-Salz/Metronidazol/Tetracyclin: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00010199/202405), Stellungnahme der CMDh vom 30.01.2025, vom BfArM mit Bescheid vom 07.05.2025 umgesetzt. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 30.01.2025. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Magengeschwür abheilt?

Manche Geschwüre heilen laut IQWiG ohne Behandlung innerhalb von 2 bis 3 Monaten ab, häufig treten sie aber erneut auf. Protonenpumpenhemmer nimmt man laut IQWiG über 4 bis 8 Wochen ein. Bei einem Magengeschwür soll laut S2k-Leitlinie der DGVS nach 4 bis 8 Wochen eine Kontrollspiegelung mit Gewebeprobe zeigen, ob es abgeheilt ist (starke Empfehlung). Wie lange Sie Ihre Medikamente nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Welche Medikamente helfen bei einem Magengeschwür?

Laut IQWiG werden Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre mit Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder Pantoprazol behandelt; sie bremsen die Produktion von Magensäure. Ist Helicobacter die Ursache, wird in der Regel eine Kombination aus Protonenpumpenhemmer, Bismut und den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol eingesetzt. Wurde das Geschwür durch Schmerzmittel ausgelöst, kann es laut IQWiG helfen, diese wenn möglich für eine Weile abzusetzen; das besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ist ein Magengeschwür gefährlich?

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind laut IQWiG mit Medikamenten gut behandelbar, und ernsthafte Komplikationen sind eher selten. Die häufigsten Komplikationen sind Blutungen; schwarzer Stuhl, Erbrechen von Blut und Zeichen einer Blutarmut sollten Sie deshalb rasch ärztlich abklären lassen. Viel seltener bricht ein Geschwür durch die Magen- oder Darmwand durch. Das macht sich durch plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar und ist lebensbedrohlich: Wählen Sie bei diesem Verdacht sofort den Notruf 112.

Welche Schmerzmittel darf ich bei einem Magengeschwür nehmen?

Das besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ibuprofen zum Beispiel darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden bei bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder Blutungen (mindestens 2 unterschiedliche Episoden) und nach einer Magen-Darm-Blutung oder einem Durchbruch im Zusammenhang mit einer früheren NSAR-Behandlung. Mehr dazu: NSAR und Schmerzmittel richtig anwenden.

Muss ich bei einem Magengeschwür auf Helicobacter getestet werden?

Bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür soll laut S2k-Leitlinie der DGVS auf Helicobacter pylori getestet werden (starke Empfehlung). Die Gewebeprobe aus der Magenspiegelung wird laut IQWiG unter anderem auf Helicobacter untersucht. Wird das Bakterium nachgewiesen, ist bei Erwachsenen laut Leitlinie eine Behandlung angezeigt. Mehr dazu: Helicobacter-pylori-Infektion.

Was ist der Unterschied zwischen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür?

Der Zwölffingerdarm ist der Darmabschnitt direkt hinter dem Magen. Bei einem Magengeschwür können die Beschwerden laut IQWiG im mittleren bis linken Oberbauch auftreten, direkt nach dem Essen, aber auch unabhängig von den Mahlzeiten. Beim Zwölffingerdarmgeschwür treten sie eher bei leerem Magen auf und lassen nach dem Essen nach. Das IQWiG beschreibt Ursachen und Behandlung für beide Formen gemeinsam.

Kann Stress ein Magengeschwür auslösen?

Ob Ernährung, Rauchen oder anhaltender Stress zur Entstehung eines Geschwürs beitragen, ist laut IQWiG wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es kann aber hilfreich sein, darauf zu achten, ob fettige oder scharfe Speisen oder Stressphasen Magenbeschwerden auslösen, und solche Auslöser zu meiden. Die häufigsten Ursachen sind Helicobacter-Bakterien und die längere Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel.

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