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Naproxen: Nebenwirkungen und Wirkung
Naproxen ist ein Schmerz- und Entzündungshemmer aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Verschreibungspflichtige Tabletten lindern Schmerzen und Entzündungen unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Gichtanfall, nach Verletzungen und bei Regelschmerzen; rezeptfrei gibt es Tabletten mit bis zu 250 mg gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber. Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden; bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung oder einer schweren allergischen Reaktion setzen Sie Naproxen sofort ab und holen ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall[1, 2]
- Sehr häufig: Geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) auslösen können[1, 2]
- Häufig: Geschwüre im Magen-Darm-Trakt (gastrointestinale Ulzera), unter Umständen mit Blutung und Durchbruch[1, 2]
- Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Hautjucken und Hautblutungen[1, 2]
- Häufig: Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Störungen des zentralen Nervensystems wie Kopfschmerzen und Schwindel[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen[1, 2]
- Häufig: Hörstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
- Häufig: Wassereinlagerungen in Armen und Beinen (periphere Ödeme), besonders bei Bluthochdruck[1, 2]
Wofür wird Naproxen eingesetzt?
Naproxen ist ein schmerzstillender und entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, kurz NSAR [1]. Verschreibungspflichtige Filmtabletten mit 500 mg werden eingesetzt, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern: bei akuten Gelenkentzündungen einschließlich Gichtanfall, bei chronischen Gelenkentzündungen, insbesondere rheumatoider Arthritis, bei Morbus Bechterew und anderen entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen, bei Reizzuständen einer Arthrose an Gelenken oder Wirbelsäule, bei entzündlichem Weichteilrheuma und bei schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach Verletzungen. Zugelassen sind sie außerdem bei krampfartigen Regelschmerzen und bei Beschwerden nach dem Einsetzen einer Spirale [1, 2].
Ohne Rezept gibt es Naproxen nur in niedriger Stärke: laut Arzneimittelverschreibungsverordnung in Tabletten und anderen festen Formen zum Einnehmen bis 250 mg je Einheit, mit einer Tagesdosis bis 750 mg und einer Packungsgröße bis 7.500 mg, für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber [6]. Rezeptfreie Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium, das entspricht 200 mg Naproxen, sind zugelassen bei leichten bis mäßig starken Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen, bei Schmerzen durch eine bekannte Arthrose und bei Fieber. Sie sind apothekenpflichtig [3, 4]. Fühlen Sie sich nach 4 Tagen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [3].
Wie wirkt Naproxen?
Naproxen hemmt die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Botenstoffen. Beim Menschen verringert es so entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [2]. Laut Embryotox hemmt Naproxen die beiden Enzyme COX-1 und COX-2 (Cyclooxygenasen) ungefähr gleich stark; außerdem hemmt es umkehrbar die Verklumpung der Blutplättchen [5]. Naproxen verursacht eine vorübergehende, von der Dosis abhängige Verlängerung der Blutungszeit [3, 4].
Naproxen wird zum Teil schon im Magen und dann vollständig aus dem Dünndarm aufgenommen [2]. Bei den rezeptfreien Filmtabletten mit Naproxen-Natrium ist die höchste Konzentration im Blut innerhalb von 1 bis 2 Stunden erreicht [4]. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt bei Gesunden und Nierenkranken 10 bis 18 Stunden. Naproxen wird in der Leber abgebaut und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Naproxen-CT-Filmtabletten mit 500 mg eine Häufigkeit angibt [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Die Nebenwirkungen hängen überwiegend von der Dosis ab und sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich; am häufigsten betreffen sie den Verdauungstrakt [1, 2]. Die Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten ordnet einige Nebenwirkungen anderen Häufigkeitsklassen zu und nennt weitere, die in der Liste unten nicht stehen. Ihre Angaben jenseits sehr seltener Meldungen beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung bis zu 750 mg Naproxen am Tag [3]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Magen und Darm: Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt, auch mit tödlichem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet, zu jedem Zeitpunkt der Behandlung und mit oder ohne vorherige Warnzeichen. Das Risiko ist höher mit steigender Dosis, bei Geschwüren in der Vorgeschichte und bei älteren Menschen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Magenbeschwerden durch Medikamente.
Herz und Kreislauf: Arzneimittel wie Naproxen sind laut Packungsbeilage möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden; jedes Risiko ist bei hohen Dosen und länger dauernder Behandlung wahrscheinlicher [1]. Laut Fachinformation weisen Daten darauf hin, dass Naproxen möglicherweise mit einem niedrigeren Risiko verbunden ist; ein gewisses Risiko ist aber nicht auszuschließen [2]. Wassereinlagerungen, Bluthochdruck und Herzschwäche wurden im Zusammenhang mit NSAR berichtet [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzenBlähungenVerstopfungDurchfall
- Magen und DarmGeringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) auslösen können[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreVeränderungen des Blutbilds
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmGeschwüre im Magen-Darm-Trakt (gastrointestinale Ulzera), unter Umständen mit Blutung und Durchbruch[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Hautjucken und Hautblutungen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreizBlutungen und blaue Flecken
- PsycheSchlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: SchlafstörungenUnruhe und NervositätAggressivität und ReizbarkeitMüdigkeit
- NervensystemStörungen des zentralen Nervensystems wie Kopfschmerzen und Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtHörstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Nieren und HarnwegeWassereinlagerungen in Armen und Beinen (periphere Ödeme), besonders bei Bluthochdruck[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- AtemwegeAsthmaanfälle, eventuell mit Blutdruckabfall, und Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmen)[1, 2]Mehr dazu: AtemnotNiedriger Blutdruck
- AtemwegeLungenentzündung (laut Fachinformation eosinophile Pneumonie)[1, 2]
- Magen und DarmErbrechen von Blut (Hämatemesis), Blutstuhl (Meläna) oder blutiger Durchfall[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreErbrechenDurchfall
- Magen und DarmBeschwerden im Unterbauch, zum Beispiel blutende Dickdarmentzündungen (Colitis) oder Verstärkung einer Colitis ulcerosa oder eines Morbus Crohn[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Magen und DarmMundschleimhautentzündung (Stomatitis)[1, 2]
- Magen und DarmVerletzungen der Speiseröhre (Ösophagusläsionen)[1, 2]
- Leber und GalleLeberfunktionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautErhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, auch mit Blasenbildung[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HautHaarausfall (Alopezie), meist umkehrbar[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Nieren und HarnwegeAkutes Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Nieren und HarnwegeNephrotisches Syndrom (Wasseransammlung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn)[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenWassereinlagerungen
- Nieren und HarnwegeEntzündliche Veränderungen des Nierengewebes (interstitielle Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- InfektionenVerschlechterung infektionsbedingter Entzündungen, zum Beispiel Entwicklung einer nekrotisierenden Fasciitis (akute Entzündung der Faszien unter der Haut mit Absterben von Unterhautfettgewebe und Muskulatur), beschrieben im zeitlichen Zusammenhang mit NSAR[1, 2]
- InfektionenNicht bakterielle Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis) mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinstrübung; ein erhöhtes Risiko scheinen Menschen mit Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, Mischkollagenosen) zu haben[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenÜbelkeitErbrechenFieber
- Blut und LymphsystemStörungen der Blutbildung (aplastische Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch beschleunigten Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemSchwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Angioödem) mit Anschwellen von Gesicht, Zunge und Kehlkopf, Atemnot, erhöhtem Herzschlag und schweren Kreislaufstörungen bis zum lebensbedrohlichen Schock, auch schon bei der ersten Anwendung[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotHerzrasenNiedriger Blutdruck
- HerzHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Leber und GalleLeberschäden, insbesondere bei Langzeitbehandlung, und Leberentzündung (Hepatitis), einschließlich Todesfällen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Rötung und Blasenbildung (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeNierenschäden (Papillennekrose), insbesondere bei Langzeitbehandlung[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Nieren und HarnwegeErhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautArzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS): großflächiger Hautausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberenzyme, Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten und Beteiligung anderer Organe[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagLeberschäden und erhöhte LeberwerteFieber
- HautFixes Arzneimittelexanthem: runde oder ovale Flecken mit geröteter und geschwollener Haut, Blasenbildung und Juckreiz, die bei erneuter Anwendung normalerweise an derselben Stelle wiederkehren[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere allergische Reaktionen können schon bei der ersten Anwendung auftreten [1, 2]. Schwere Hautreaktionen traten in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behandlungsmonat auf. Hatten Sie unter Naproxen eine solche Hautreaktion oder ein DRESS, darf die Behandlung laut Fachinformation nicht wieder aufgenommen werden [1, 2]. Bei Anzeichen einer Störung der Blutbildung behandeln Sie sich nicht selbst mit Schmerz- oder Fiebermitteln [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen Magen und Darm [1]. Nebenwirkungen lassen sich verringern, wenn die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten notwendigen Zeitraum angewendet wird [1, 3]. Haben Sie einen empfindlichen Magen, empfiehlt die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten die Einnahme während der Mahlzeiten [3]. Hatten Sie schon einmal Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt, melden Sie jede ungewöhnliche Beschwerde im Bauchraum Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders in höherem Alter und zu Beginn der Behandlung [1]. Bei Geschwüren in der Vorgeschichte, im höheren Alter oder bei gleichzeitiger Einnahme niedrig dosierter ASS kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich ein Mittel zum Schutz der Magenschleimhaut erwägen, zum Beispiel einen Protonenpumpenhemmer [1, 2]. Auf Alkohol verzichten Sie möglichst [1].
Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erregung und Reizbarkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Sind Sie müde oder schwindelig, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Bei Sehstörungen nehmen Sie Naproxen nicht mehr ein und informieren umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2]. Häufig sind auch Ohrgeräusche, Hörstörungen und Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, besonders bei Bluthochdruck [1]. Bei längerer Behandlung werden Leberwerte, Nierenfunktion und Blutbild regelmäßig kontrolliert [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Die gleichzeitige Anwendung anderer NSAR sollte vermieden werden. Kortison zum Einnehmen, Blutverdünner wie Warfarin, ASS und bestimmte Antidepressiva (SSRI) können das Risiko für Geschwüre und Blutungen im Magen-Darm-Trakt erhöhen [1, 2]. Nehmen Sie niedrig dosierte ASS zum Schutz vor Blutgerinnseln, sprechen Sie vor der Einnahme von Naproxen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Wird Naproxen länger als einen Tag eingenommen, kann es die Wirkung von ASS abschwächen [1, 3]. Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und Sartane sowie Entwässerungsmittel können schwächer wirken; zugleich kann das Risiko für Nierenfunktionsstörungen steigen [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere NSAR, auch COX-2-Hemmer | Höheres Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosis zur Vorbeugung von Blutgerinnseln | Wird Naproxen länger als einen Tag eingenommen, kann die Wirkung von ASS auf die Blutplättchen abgeschwächt werden; laut Fachinformation kann dies bis zu mehrere Tage nach dem Ende der Naproxen-Einnahme anhalten, die klinische Bedeutung ist nicht bekannt[1, 2, 3] | Vor der Einnahme ärztlich besprechen |
| Kortison zum Einnehmen (Glukokortikoide) | Höheres Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS und Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI | Höheres Risiko für Magen-Darm-Blutungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Gerinnungshemmer (Blutverdünner) wie Warfarin | Gerinnungshemmende Wirkung kann verstärkt werden[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Digoxin, Phenytoin oder Lithium | Blutspiegel dieser Mittel kann steigen[1, 2, 3] | Lithiumspiegel kontrollieren lassen; bei der rezeptfreien Kurzanwendung (höchstens 4 Tage) ist eine Spiegelkontrolle laut Packungsbeilage der 220-mg-Tabletten in der Regel nicht erforderlich |
| Entwässerungsmittel (Diuretika) und Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und Sartane (Angiotensin-II-Antagonisten) | Blutdrucksenkende und entwässernde Wirkung kann nachlassen; höheres Risiko für Nierenfunktionsstörungen; bei eingeschränkter Nierenfunktion ist ein in der Regel umkehrbares akutes Nierenversagen möglich[1, 2] | Nur mit Vorsicht kombinieren, vor allem bei älteren Menschen: ausreichend trinken, Kontrolle der Nierenwerte nach Beginn der Kombination erwägen lassen |
| Kaliumsparende Entwässerungsmittel | Kaliumwert im Blut kann steigen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Methotrexat | Einnahme innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Methotrexat: höhere Methotrexat-Konzentration und mehr Nebenwirkungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Ciclosporin oder Tacrolimus | Nierenschädigende Wirkung dieser Mittel kann zunehmen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Probenecid oder Sulfinpyrazon (Gichtmittel) | Naproxen wird langsamer ausgeschieden, kann sich im Körper anreichern, Nebenwirkungen können sich verstärken[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Mittel gegen Magenübersäuerung (Antacida) | Naproxen kann vermindert aufgenommen werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Sulfonylharnstoffe (blutzuckersenkende Mittel) | Vereinzelt Beeinflussung des Blutzuckers, die eine Dosisanpassung der Diabetesmittel nötig machte[1, 2] | Blutzucker vorsichtshalber kontrollieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Naproxen nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Naproxen darf unter anderem nicht eingenommen werden bei bestehenden oder wiederholten Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, bei schwerer Herzschwäche und im letzten Drittel der Schwangerschaft [1, 2]. Haben Sie Herzprobleme, hatten Sie einen Schlaganfall oder haben Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte oder rauchen Sie, besprechen Sie die Behandlung vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Die rezeptfreien Filmtabletten sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet, die Filmtabletten mit 500 mg für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht [1, 3]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Naproxen oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Frühere Reaktionen auf Acetylsalicylsäure oder andere NSAR mit Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Asthmaanfällen, Schwellungen der Nasenschleimhaut, Nesselsucht oder plötzlichen Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem)[1, 2]
- Ungeklärte Störungen der Blutbildung[1, 2]
- Bestehende oder wiederholt aufgetretene Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre oder Blutungen (mindestens 2 nachgewiesene Episoden)[1, 2]
- Magen-Darm-Blutung oder -Durchbruch in der Vorgeschichte im Zusammenhang mit einer früheren Behandlung mit NSAR[1, 2]
- Hirnblutungen oder andere aktive Blutungen[1, 2]
- Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen[1, 2]
- Schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]
- Letztes Drittel der Schwangerschaft[1, 2]
- Kinder unter 1 Jahr: Naproxen darf nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Filmtabletten mit 500 mg sind wegen des zu hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[1, 2]
- Kinder unter 12 Jahren: rezeptfreie Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium sind wegen des zu hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[3, 4]
Besondere Vorsicht bei
- Ältere Menschen: häufiger Nebenwirkungen, vor allem Blutungen und Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt, die unter Umständen tödlich sein können; besonders sorgfältige ärztliche Überwachung[1, 2]
- Magen-Darm-Erkrankungen in der Vorgeschichte, auch Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn: Der Zustand kann sich verschlechtern[1, 2]
- Herzprobleme, früherer Schlaganfall oder Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder Rauchen: Behandlung vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprechen; laut Fachinformation bei unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzschwäche, Durchblutungsstörungen des Herzens, der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit) oder des Gehirns nur nach sorgfältiger Abwägung[1, 2]
- Bluthochdruck oder Herzschwäche: Überwachung und Beratung nötig, da unter NSAR Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme berichtet wurden[2]
- Bestimmte angeborene Störungen der Blutbildung wie akute intermittierende Porphyrie oder bestimmte Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, Mischkollagenose): nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion und die Zeit direkt nach größeren Operationen: besonders sorgfältige ärztliche Überwachung[1, 2]
- Allergien, Asthma, Heuschnupfen, chronische Schwellungen der Nasenschleimhaut oder chronische Atemwegserkrankungen mit verengten Atemwegen: höheres Risiko für allergische Reaktionen wie Asthmaanfälle, Angioödem oder Nesselsucht[1, 2]
- Blutgerinnungsstörungen: Naproxen kann die Funktion der Blutplättchen vorübergehend hemmen[1, 2]
- Infektionen: NSAR können Anzeichen einer Infektion oder von Fieber verdecken[1, 2]
- Längere Einnahme: Leberwerte, Nierenfunktion und Blutbild regelmäßig kontrollieren lassen[1, 2]
- Frühere exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder DRESS unter Naproxen: Die Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden[2]
- Wochenbett: Naproxen sollte nicht angewendet werden, weil sich die Gebärmutter langsamer zurückbilden und die Blutung nach der Geburt verstärkt sein kann[1, 2]
- Kinder unter 5 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, da für die Behandlung rheumatischer Erkrankungen in diesem Alter keine ausreichenden Erfahrungen zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen[1, 2]
- Vor Operationen: Ärztin, Arzt oder Zahnarzt nach der Einnahme fragen bzw. darüber informieren[1]
- Urinuntersuchungen: Naproxen kann bestimmte Tests auf 5-Hydroxyindolessigsäure im Urin stören[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Naproxen nicht angewendet werden; in den ersten 6 Monaten sollte es laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [1, 2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité zählt Naproxen in Schwangerschaft und Stillzeit nicht zu den Mitteln der Wahl [5]. Im Wochenbett sollte Naproxen nicht angewendet werden, weil sich die Gebärmutter langsamer zurückbilden und die Blutung nach der Geburt verstärkt sein kann [1, 2]. Naproxen kann es erschweren, schwanger zu werden; diese Wirkung bildet sich nach dem Absetzen zurück [1, 3]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 5]. Laut Fachinformation kann Alkohol bei NSAR wie Naproxen Nebenwirkungen verstärken, insbesondere im Magen-Darm-Trakt und im zentralen Nervensystem; zusammen mit Alkohol kann außerdem die Fahrtüchtigkeit stärker beeinträchtigt sein [1, 2, 3, 4]. Eine Wartezeit oder eine Alkoholmenge ohne Risiko nennen Packungsbeilagen und Fachinformationen nicht [1, 2, 3, 4]. Mehr dazu: Naproxen und Alkohol.
Schwangerschaft
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft dürfen Sie Naproxen nicht anwenden: Es kann Ihr ungeborenes Kind schädigen, bei ihm Nieren- und Herzprobleme verursachen, die Blutungsneigung von Mutter und Kind beeinflussen und dazu führen, dass die Geburt später einsetzt oder länger dauert als erwartet.[1, 2]
In den ersten 6 Monaten sollten Sie Naproxen nicht anwenden, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Müssen Sie in dieser Zeit behandelt werden oder versuchen Sie, schwanger zu werden, sollte die Dosierung so niedrig wie möglich und der Zeitraum so kurz wie möglich sein. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Anwendung über mehr als ein paar Tage beim Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser (Oligohydramnion) verursachen oder ein Blutgefäß am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus) verengen; bei längerer Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt eine zusätzliche Überwachung empfehlen. Wird während der Einnahme eine Schwangerschaft festgestellt, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Laut Embryotox gehört Naproxen in der Schwangerschaft nicht zu den Mitteln der Wahl; bevorzugt werden sollten die besser untersuchten NSAR Ibuprofen und Diclofenac (im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel), Paracetamol ist in der gesamten Schwangerschaft die besser geeignete Alternative. Naproxen sollte nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Naproxen und andere NSAR nicht angewendet werden. Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel ist laut Embryotox kein wesentlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko zu erwarten. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Naproxen und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung in der Stillzeit sollte vorsichtshalber vermieden werden.[1, 2]
Embryotox zählt Naproxen wegen seiner relativ langen Halbwertszeit und begrenzter Erfahrungen in der Stillzeit nicht zu den Mitteln der Wahl. Einzeldosen erfordern laut Embryotox keine Einschränkung des Stillens; für eine Behandlung sieht Embryotox Ibuprofen, gegebenenfalls auch Diclofenac vor. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Anwendung möglichst keinen Alkohol. Als Grund nennen die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 500 mg und die Fachinformationen, dass Nebenwirkungen, insbesondere im zentralen Nervensystem und im Magen-Darm-Trakt, verstärkt werden können.[1, 2, 3, 4]
Autofahren und Maschinen
Bei höherer Dosierung können Müdigkeit und Schwindel auftreten und im Einzelfall das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol. Fahren Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge, bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt.[1, 2]
Einnahme
Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, möglichst vor dem Essen einnehmen, bei akuten Schmerzen auch auf nüchternen Magen; die Einnahme zu den Mahlzeiten kann die Aufnahme ins Blut verzögern. Über die Dauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt; bei rheumatischen Erkrankungen kann eine längere Einnahme nötig sein, bei Regelschmerzen und nach Einlage einer Spirale sollte sie wenige Tage nicht überschreiten.[1, 2]
Rezeptfreie Filmtabletten mit 220 mg: unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit möglichst vor dem Essen einnehmen, das fördert den Wirkungseintritt; bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme während der Mahlzeiten.[3]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Rezeptfreie Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium, Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: zu Beginn 1 bis 2 Filmtabletten, danach bei Bedarf 1 weitere Filmtablette im Abstand von 8 bis 12 Stunden; höchstens 3 Filmtabletten (660 mg Naproxen-Natrium) am Tag.[3, 4]
Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion: höchstens 2 Filmtabletten am Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen; bei eingeschränkter Herzfunktion kann eine geringere Dosis nötig sein.[3, 4]
Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage einnehmen. Fühlen Sie sich nach 4 Tagen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; reicht die Linderung nicht aus, erhöhen Sie die Dosis nicht selbst.[3]
Rezeptfrei ist Naproxen laut Arzneimittelverschreibungsverordnung nur in festen Zubereitungen zum Einnehmen ohne weitere Wirkstoffe bis 250 mg je abgeteilter Form (z. B. Tablette), mit einer Tagesdosis bis 750 mg und einer Packungsgröße bis 7.500 mg, für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber.[6]
Absetzen
Kommt es während der Behandlung zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren, ist die Behandlung abzusetzen.[1, 2]
Bei ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautschäden oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen sollte Naproxen abgesetzt und umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.[1, 2]
Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen; leiden Sie trotz der Einnahme häufig unter Kopfschmerzen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, besonders mehrerer Wirkstoffe zusammen, kann die Nieren dauerhaft schädigen.[1, 2]
Naproxen kann es erschweren, schwanger zu werden; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder Probleme haben, schwanger zu werden. Laut Fachinformation wird Naproxen Frauen, die schwanger werden möchten, nicht empfohlen; laut Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten ist die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit nach dem Absetzen umkehrbar.[1, 2, 3]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mögliche Zeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Bewusstlosigkeit (bei Kindern auch Muskelzuckungen, sogenannte myoklonische Krämpfe), Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen; außerdem sind Magen-Darm-Blutungen, Funktionsstörungen von Leber und Nieren, Blutdruckabfall, verminderte Atmung und eine blaurote Färbung von Haut und Schleimhäuten möglich. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Filmtabletten nennt einen Dosisbereich und Angaben je Anwendungsgebiet; die Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten nennt eine Höchstmenge und eine Höchstdauer für die Selbstbehandlung [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis eines verschreibungspflichtigen Präparats für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Naproxen so ein, wie es Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gesagt hat oder wie es in der Packungsbeilage steht [1, 3]. Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, möglichst vor dem Essen; bei akuten Schmerzen auch auf nüchternen Magen. Die Einnahme zu den Mahlzeiten kann die Aufnahme ins Blut verzögern. Über die Dauer der Behandlung entscheidet die Ärztin oder der Arzt; bei rheumatischen Erkrankungen kann eine längere Einnahme nötig sein, bei Regelschmerzen sollte sie wenige Tage nicht überschreiten [1, 2]. Die rezeptfreien Filmtabletten nehmen Sie ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage ein. Reicht die Schmerzlinderung nicht aus, erhöhen Sie die Dosis nicht selbst, sondern sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [3]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1, 3].
Kommt es während der Einnahme zu Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren, ist die Behandlung abzusetzen [1, 2]. Bei längerem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen; leiden Sie trotz der Einnahme häufig unter Kopfschmerzen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, besonders mehrerer Wirkstoffe zusammen, kann die Nieren dauerhaft schädigen [1, 2]. Haben Sie Naproxen vor einer Operation eingenommen, fragen oder informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Zahnarztpraxis [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Präparate mit Naproxen
Naproxen zum Einnehmen gibt es von mehreren Anbietern, unter anderem als verschreibungspflichtige Filmtabletten mit 500 mg und als rezeptfreie Tabletten in niedrigerer Stärke, teils mit dem Salz Naproxen-Natrium. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten sowie, für die Selbstbehandlung, von Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten 220 mg Filmtabletten [1, 2, 3, 4]. Andere Präparate können andere Anwendungsgebiete haben; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Aleve | ||
| Dolormin für Frauen bei Menstruationsbeschwerden mit Naproxen | Kenvue Germany GmbH | Anwendungsgebiet laut Pflichtangaben: schmerzhafte Beschwerden während der Regelblutung |
| Dolormin GS mit Naproxen | Kenvue Germany GmbH | Anwendungsgebiet laut Pflichtangaben: leichte bis mäßig starke Schmerzen, z. B. bei bekannter Arthrose |
| Naproxen-CT | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten mit 500 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium (entsprechend 200 mg Naproxen), apothekenpflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten 220 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten 220 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Naproxen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Naproxen. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Gibt es Naproxen ohne Rezept?
Ja, aber nur in niedriger Stärke. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Naproxen in Tabletten und anderen festen Formen zum Einnehmen bis 250 mg je Einheit von der Verschreibungspflicht aus. Die Ausnahme gilt mit einer Tagesdosis bis 750 mg und einer Packungsgröße bis 7.500 mg für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber. Höhere Stärken, etwa Filmtabletten mit 500 mg gegen rheumatische Erkrankungen, sind verschreibungspflichtig.
Wie viel Naproxen darf ich ohne Rezept höchstens nehmen?
Laut Packungsbeilage der rezeptfreien Filmtabletten mit 220 mg Naproxen-Natrium nehmen Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zu Beginn 1 bis 2 Filmtabletten und bei Bedarf nach 8 bis 12 Stunden 1 weitere, höchstens aber 3 Filmtabletten am Tag. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sind es höchstens 2 Filmtabletten am Tag. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie sie nicht länger als 4 Tage ein. Die Angaben für verschreibungspflichtige Tabletten stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage"; dort legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis fest.
Wie schnell und wie lange wirkt Naproxen?
Bei den rezeptfreien Filmtabletten mit Naproxen-Natrium ist die höchste Konzentration im Blut laut Fachinformation innerhalb von 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Einnahme vor dem Essen fördert laut Packungsbeilage den Wirkungseintritt, die Einnahme zu den Mahlzeiten kann die Aufnahme verzögern. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt 10 bis 18 Stunden. Zwischen der ersten und einer weiteren Einnahme der rezeptfreien Tabletten liegen laut Packungsbeilage 8 bis 12 Stunden.
Darf ich Naproxen mit Alkohol nehmen?
Die Packungsbeilagen der verschreibungspflichtigen Filmtabletten mit 500 mg und der rezeptfreien Filmtabletten mit 220 mg raten, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken. Als Grund nennen die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 500 mg und die Fachinformationen, dass Nebenwirkungen verstärkt werden können, insbesondere im zentralen Nervensystem und im Magen-Darm-Trakt. Zusammen mit Alkohol kann außerdem das Reaktionsvermögen beim Autofahren verstärkt beeinträchtigt sein. Einen festen zeitlichen Abstand nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht.
Schadet Naproxen dem Magen?
Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt treten laut Packungsbeilage der 500-mg-Tabletten sehr häufig auf, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; Geschwüre sind häufig. Blutungen, Geschwüre und Durchbrüche können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, auch ohne Warnzeichen; das Risiko steigt mit der Dosis, im Alter und bei früheren Geschwüren. Bei stärkeren Oberbauchschmerzen, schwarzem Stuhl oder Blut im Stuhl setzen Sie Naproxen sofort ab und holen ärztliche Hilfe.
Ist Naproxen schlecht für das Herz?
Arzneimittel wie Naproxen sind laut Packungsbeilage möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden; jedes Risiko ist bei hohen Dosen und längerer Behandlung wahrscheinlicher. Laut Fachinformation weisen Daten darauf hin, dass Naproxen möglicherweise mit einem niedrigeren Risiko verbunden ist, ein gewisses Risiko ist aber nicht auszuschließen. Haben Sie Herzprobleme, hatten Sie einen Schlaganfall oder haben Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder rauchen Sie, besprechen Sie die Behandlung vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Darf ich Naproxen in der Schwangerschaft nehmen?
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht: Naproxen kann dann dem ungeborenen Kind schaden und die Geburt verzögern oder verlängern. In den ersten 6 Monaten sollten Sie es laut Packungsbeilage nicht anwenden, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Das Beratungszentrum Embryotox zählt Naproxen in der Schwangerschaft nicht zu den Mitteln der Wahl und nennt Ibuprofen und Diclofenac (im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel) sowie Paracetamol als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Naproxen in der Stillzeit nehmen?
Naproxen geht in geringen Mengen in die Muttermilch über; laut Packungsbeilage sollte es in der Stillzeit vorsichtshalber vermieden werden. Embryotox zählt Naproxen wegen seiner relativ langen Halbwertszeit und begrenzter Erfahrungen nicht zu den Mitteln der Wahl in der Stillzeit; Einzeldosen erfordern dort keine Einschränkung des Stillens. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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