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Regelschmerzen

Regelschmerzen sind Krämpfe und Schmerzen im Unterleib während der Periode, die in Rücken und Beine ausstrahlen können. Wirksam sind laut IQWiG Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen; auch viele hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille oder die Hormonspirale können Regelschmerzen lindern, und nach Hinweisen aus Studien können Wärmepflaster und Wärmegürtel die Schmerzen lindern. Sind die Schmerzen sehr stark oder werden sie mit der Zeit stärker, lassen Sie die Ursache frauenärztlich abklären, denn manchmal steckt eine behandelbare Krankheit wie eine Endometriose dahinter.

Frau Ende zwanzig mit dunkelbraunem Haar in einem weinroten Kapuzenpullover sitzt entspannt auf einem Sofa im Wohnzimmer und hält eine gestrickte Wärmflasche an ihren Unterbauch
Bild: KI-generiert

Für viele Mädchen und Frauen ist die Periode mit Krämpfen und Schmerzen im Unterleib verbunden [1]. Wirksam sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Auch viele hormonelle Verhütungsmittel können Regelschmerzen lindern [1, 4]. Sind die Schmerzen sehr stark oder werden sie mit der Zeit immer stärker, ist es laut IQWiG gut, mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt zu sprechen, denn manchmal steckt eine behandelbare Krankheit dahinter, zum Beispiel eine Endometriose [1].

Was sind Regelschmerzen?

Die medizinische Bezeichnung für schmerzhafte Regelblutungen ist Dysmenorrhoe [1]. In jedem Monatszyklus verdickt sich die Gebärmutterschleimhaut, um eine befruchtete Eizelle aufnehmen zu können. Nistet sich keine ein, wird die oberste Schleimhautschicht mit der Menstruation abgestoßen. Dazu ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter in unregelmäßigen Abständen zusammen und entspannen sich wieder. Manche Frauen spüren davon nichts oder nur ein leichtes Ziehen, bei anderen löst es schmerzhafte Krämpfe aus [1, 4].

Fachleute unterscheiden primäre Regelschmerzen, die allein durch das Zusammenziehen der Gebärmutter ausgelöst werden, und sekundäre Regelschmerzen. Sekundäre Regelschmerzen beginnen oft erst, wenn eine junge Frau bereits einige Jahre ihre Menstruation hatte, und können auch außerhalb der Regelblutung auftreten [1, 4].

Menstruationsschmerzen sind weit verbreitet: Die meisten Mädchen und Frauen haben während ihrer Periode zeitweise mehr oder weniger starke Schmerzen. Bei 1 von 10 Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie jeden Monat für 1 bis 3 Tage nicht in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen [1]. Bei Frauen unter 20 Jahren sind die Schmerzen meist stärker als bei älteren. Meist lassen sie wenige Jahre nach der ersten Periode nach, bei manchen hören sie ganz auf, und viele Frauen haben nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger Beschwerden [1].

Symptome

Regelschmerzen können auf den Unterleib beschränkt sein, aber auch in den Rücken und die Beine ausstrahlen. Bei einigen Frauen lösen die Krämpfe zudem Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall aus; Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein können hinzukommen [1]. Frauen mit starker Blutung haben oft auch stärkere Regelschmerzen [1, 4]. Beschwerden in den Tagen vor der Regelblutung beschreibt die Seite Prämenstruelles Syndrom (PMS).

Ursachen und Risikofaktoren

Bei primären Regelschmerzen spielen hormonähnliche Botenstoffe eine wichtige Rolle, die Prostaglandine. Sie bewirken, dass sich die Gebärmuttermuskulatur zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Vermutlich produziert der Körper bei primären Regelschmerzen zu viel davon oder ist besonders empfindlich dagegen [1]. Häufiger sind primäre Regelschmerzen bei Frauen unter 30 Jahren und bei Frauen mit starken Regelblutungen; auch eine familiäre Veranlagung und Stress können eine Rolle spielen [1, 4].

Sekundäre Regelschmerzen werden oft durch gutartige Geschwulste der Gebärmutter wie Myome oder Polypen verursacht. Starke Schmerzen können auch auf eine Endometriose hinweisen: Dann befindet sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum [1, 4]. Manchmal löst eine Kupferspirale zur Empfängnisverhütung sekundäre Regelschmerzen aus [1, 4]. Auch Medikamente können die Blutung verändern: Unter einer Kombinationspille kann es laut Packungsbeilage in den ersten Monaten zu unerwarteten Blutungen außerhalb der Einnahmepause kommen [11]. Mehr dazu auf der Seite Zyklusstörungen.

Diagnose

Bei starken Regelschmerzen ist die frauenärztliche Praxis die erste Anlaufstelle [1]. Mit ärztlicher Hilfe lässt sich herausfinden, was die Ursache der Beschwerden ist und welche Behandlung infrage kommt [3]. Notieren Sie vorher, wann die Schmerzen auftreten, wie stark sie sind und welche Medikamente Sie schon genommen haben, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch; Fragen für den Termin sammeln Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.

Behandlung ohne Medikamente

Zum Umgang mit Regelschmerzen gibt es viele, zum Teil widersprüchliche Ratschläge [1]. Laut IQWiG gibt es Hinweise aus Studien, dass Wärmepflaster und Wärmegürtel Schmerzen während der Menstruation lindern können. Einige Studien deuten zudem an, dass vielleicht auch körperliche Aktivitäten wie Joggen, Yoga und Gymnastik helfen [1, 4]. Für die Wirksamkeit anderer Behandlungen wie Akupunktur, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate gibt es laut IQWiG keine Belege: Die Studien dazu zeigten widersprüchliche Ergebnisse oder waren nicht gut gemacht [1].

Sind die Schmerzen sehr belastend, kann eine psychologische Schmerztherapie infrage kommen. Sie umfasst unter anderem Gespräche und Techniken zur Schmerzbewältigung, zum Beispiel Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen [1]. Sind Myome oder eine Endometriose die Ursache der Beschwerden, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, dazu können auch Operationen gehören [1, 4].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Anfang dreißig mit zurückgebundenem blondem Haar in einem salbeigrünen Sportoberteil macht auf einer Matte in einem hellen Wohnzimmer mit Pflanzen eine sanfte Yoga-Dehnung
Bild: KI-generiert

Gegen Regelschmerzen können entzündungshemmende Schmerzmittel eingenommen werden, vor allem Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen aus der Gruppe der NSAR. Sie hemmen die Bildung von Prostaglandin und sollen dadurch Menstruationskrämpfe und Menstruationsschmerzen lindern; viele NSAR sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [2]. Nebenwirkungen können laut IQWiG vorkommen, insbesondere Magenbeschwerden [1].

Schmerzmittel gegen Regelschmerzen im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)Ibuprofen [5], Naproxen [6, 7], Diclofenac [8]Hemmen die Bildung von Prostaglandinen, den Botenstoffen, die die Gebärmuttermuskulatur zusammenziehen lassen, und können so die Beschwerden lindern [1, 2]Ibuprofen häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung sowie geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [5]. Naproxen, rezeptfreie Tabletten, häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Übelkeit, Sodbrennen und Magenschmerzen sowie Kopfschmerzen, Schwindel und Ohnmachtsgefühl [6]; verschreibungspflichtige Tabletten, sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall sowie geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [7]. Diclofenac, rezeptfreie Tabletten, sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt; häufig unter anderem Verdauungsstörungen, Blähungen, Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen und Schwindel [8]

"Sehr häufig" heißt laut Packungsbeilage: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10 Behandelten [5, 7, 8]. Jede Angabe gilt für das Präparat, aus dessen Packungsbeilage sie stammt.

Schmerzmittel in der Selbstbehandlung

Rezeptfreies Ibuprofen wird laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen wie Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen angewendet. Ist bei Erwachsenen die Einnahme für mehr als 4 Tage bei Schmerzen erforderlich oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden; bei Kindern und Jugendlichen gilt das schon nach mehr als 3 Tagen [5]. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst, wenn die Schmerzlinderung nicht ausreicht, sondern fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5].

Rezeptfreies Naproxen wird laut Packungsbeilage unter anderem gegen Regelschmerzen angewendet; ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie es nicht länger als 4 Tage ein. Kinder unter 12 Jahren dürfen diese Tabletten nicht einnehmen [6]. Verschreibungspflichtige Naproxen-Tabletten werden laut Packungsbeilage auch bei krampfartigen, schmerzhaften Beschwerden während der Regelblutung und nach Einlage einer Spirale angewendet; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen sie nicht einnehmen [7].

Rezeptfreies Diclofenac wird laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber angewendet, ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage bei Schmerzen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen [8]. Welche Mengen die Packungsbeilagen nennen, steht auf den Wirkstoffseiten unter Dosierung bei Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.

Ibuprofen darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht eingenommen werden [5]:

  • bei früheren Reaktionen auf Acetylsalicylsäure oder andere NSAR mit Verkrampfung der Atemwege, Asthmaanfällen, Schwellungen der Nasenschleimhaut, Hautreaktionen oder plötzlichen Schwellungen,
  • bei bestehenden oder wiederholt aufgetretenen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder Blutungen und bei einer Magen-Darm-Blutung oder einem Durchbruch nach einer früheren Behandlung mit NSAR,
  • bei ungeklärten Blutbildungsstörungen, Hirnblutungen oder anderen aktiven Blutungen,
  • bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, schwerer Herzschwäche oder starkem Flüssigkeitsmangel,
  • im letzten Drittel der Schwangerschaft.

Auch rezeptfreies Naproxen darf laut Packungsbeilage unter anderem bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, aktiven Blutungen, schwerer Herzschwäche und in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden [6]. Rezeptfreies Diclofenac darf laut Packungsbeilage unter anderem nicht eingenommen werden, wenn eine Herzkrankheit oder eine Krankheit der Hirngefäße festgestellt wurde, etwa nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer TIA, oder bei Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit) [8].

Paracetamol

Paracetamol wird laut Packungsbeilage zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber angewendet [9]. Wie es wirkt, ist laut Fachinformation nicht eindeutig geklärt; nachgewiesen ist eine ausgeprägte Hemmung der Prostaglandinbildung im Gehirn, während die Bildung außerhalb des Gehirns nur schwach gehemmt wird [10]. Als wirksame Mittel gegen Regelschmerzen nennen IQWiG und gesund.bund.de die NSAR; Paracetamol erwähnt das IQWiG als Vergleichsmittel in Studien zu NSAR [1, 2, 4]. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie Paracetamol laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage ein, und es darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden [9].

Hormonelle Verhütungsmittel

Auch viele hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder die Hormonspirale können laut IQWiG Regelschmerzen lindern. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich dann nicht in normaler Dicke auf, und die Blutungen sind meist schwächer und kürzer als die natürliche Regelblutung oder bleiben sogar ganz aus [1, 4]. Für Mädchen kommen sie laut IQWiG vor allem infrage, wenn sie ohnehin verhüten möchten [3]. Hormonelle Verhütungsmittel können jedoch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit haben, einige erhöhen zudem das Thromboserisiko. Welche infrage kommen, dazu berät die Frauenärztin oder der Frauenarzt [1].

Eine Kombinationspille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol ist laut ihrer Packungsbeilage ein Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung; eine Behandlung von Regelschmerzen nennt sie nicht [11]. Laut Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 30.09.2021 haben kombinierte hormonale Verhütungsmittel mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat das geringste Risiko für Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolien); bei jeder Verordnung sollten die unterschiedlichen Risiken berücksichtigt und insbesondere Mittel mit dem niedrigsten Risiko verordnet werden [12]. Mehr dazu: Verhütungsmittel und Thromboserisiko.

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Ibuprofen gehört laut Packungsbeilage zu einer Gruppe von Arzneimitteln (NSAR), die die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen können; diese Wirkung ist nach dem Absetzen umkehrbar. Müssen Sie es einnehmen, während Sie versuchen, schwanger zu werden, sollte die Dosierung so niedrig und der Zeitraum so kurz wie möglich sein [5]. In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft dürfen Sie Ibuprofen nicht einnehmen; in den ersten 6 Monaten sollten Sie es nicht einnehmen, sofern es nicht absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [5]. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage laut Packungsbeilage beim ungeborenen Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser verursachen oder ein Blutgefäß am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus) verengen [5]. In der Stillzeit ist bei kurzfristiger Einnahme der empfohlenen Dosis eine Unterbrechung des Stillens laut Packungsbeilage in der Regel nicht erforderlich [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Ibuprofen: Bei Anzeichen einer Magen-Darm-Blutung wie stärkeren Schmerzen im Oberbauch, Blut im Stuhl, schwarzem Stuhl (Teerstuhl), Bluterbrechen oder Erbrochenem, das wie Kaffeesatz aussieht, nehmen Sie Ibuprofen laut Packungsbeilage nicht weiter ein und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung. Dasselbe gilt bei Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Hautjucken oder Asthmaanfällen und bei Sehstörungen [5]. Laut Risikoinformation des BfArM vom 27.07.2015 haben Menschen, die Ibuprofen hochdosiert anwenden, ein ähnliches Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen wie bei einigen anderen NSAR, mit einem leichten Anstieg des Risikos für Herzinfarkt oder Schlaganfall; bis zur höchsten rezeptfreien Tagesdosis zum Einnehmen sahen die EU-Gremien keine Zunahme dieses Risikos [14]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Blutungen und Blutbild.

Naproxen: Treten stärkere Schmerzen im Oberbauch, Bluterbrechen, Blut im Stuhl oder eine Schwarzfärbung des Stuhls auf, müssen Sie das rezeptfreie Naproxen laut Packungsbeilage absetzen und sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren [6].

Diclofenac: Laut Rote-Hand-Brief vom Juli 2013, den das BfArM am 16.07.2013 veröffentlichte, besteht für systemisch angewendetes Diclofenac nach einer europaweiten Überprüfung der Sicherheit für Herz und Kreislauf eine Gegenanzeige bei bestehender Herzschwäche (NYHA-Stadien II bis IV), ischämischer Herzerkrankung, peripherer Arterienerkrankung oder Erkrankungen der Hirngefäße. Die verfügbaren Daten weisen danach auf ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in den Arterien (arterielle thrombotische Ereignisse) hin, vergleichbar mit selektiven COX-2-Hemmern; bei signifikanten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung begonnen werden [13].

Hormonelle Verhütungsmittel: Eine Kombinationspille nennt in ihrer Packungsbeilage unter anderem Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungslage, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Brustschmerzen oder Empfindlichkeit der Brust und Gewichtszunahme als häufige Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Anwenderinnen [11]. Depressionen können laut Packungsbeilage schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen; bei Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen lassen Sie sich so schnell wie möglich ärztlich beraten [11]. Mehr dazu: Kopfschmerzen und Zyklusstörungen.

Haben Sie ein verordnetes Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Regelschmerzen

Menstruationsbeschwerden werden laut IQWiG manchmal nicht ernst genommen, und viele Frauen denken, sie müssten die Schmerzen einfach aushalten. Starke Schmerzen, die jeden Monat für mehrere Tage den Alltag beeinträchtigen und vielleicht sogar arbeitsunfähig machen, muss aber niemand als natürlich hinnehmen [1, 4]. Mit dem eigenen Umfeld über die Beschwerden sprechen, ärztlichen Rat einholen und nach einer passenden Behandlung suchen, können wichtige Schritte sein [1].

Viele Frauen lassen es während der Monatsblutung etwas ruhiger angehen; es kann zum Beispiel sinnvoll sein, anstrengende Termine nicht in diese Zeit zu legen. Einige empfinden Entspannungstechniken, Atemübungen, Yoga oder Tai Chi als hilfreich, manchen verschafft Spazierengehen oder leichter Sport Erleichterung. Warme Bäder, Wärmflaschen und Saunagänge können als wohltuend empfunden werden [1]. Verständnis und Unterstützung durch Partner oder Partnerin, Familie und Freundeskreis bedeuten für viele Frauen eine große Entlastung [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Sind die Regelschmerzen sehr stark oder werden sie mit der Zeit immer stärker, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt [1]; dann sollte eine ärztliche Untersuchung zur Abklärung erfolgen [4]. Sind die Schmerzen so stark, dass ein Mädchen während der Regel zu Hause bleiben muss, oder möchte es Medikamente gegen die Schmerzen nehmen, ist ärztlicher Rat laut IQWiG sinnvoll [3]. Rasch ärztliche Hilfe brauchen Sie in diesen Fällen:

  • Akute oder stärkste Schmerzen: Akute Bauchschmerzen gehören laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) außerhalb der Sprechzeiten zum ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände, starke, nicht stillbare Blutungen, Bewusstlosigkeit und Komplikationen in der Schwangerschaft sind Fälle für den Notruf 112 [15].
  • Warnzeichen unter NSAR: Bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung oder bei Schwellung von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf, Luftnot, Herzjagen oder Blutdruckabfall nehmen Sie Ibuprofen laut Packungsbeilage nicht weiter ein und holen sofort ärztliche Hilfe [5].
  • Zeichen eines Blutgerinnsels unter der Pille: Laut Packungsbeilage suchen Sie dringend ärztliche Hilfe auf, unter anderem bei Schwellung eines Beins, vor allem mit Schmerzen, Erwärmung oder Verfärbung, bei plötzlicher unerklärlicher Atemlosigkeit, stechendem Brustschmerz, der beim tiefen Einatmen zunimmt, starker Benommenheit oder schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag [11].

Quellen

  1. Regelschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Regelschmerzen: Können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Regelschmerzen: Infos für Mädchen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Regelschmerzen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 27.08.2024. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten 220 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten (verschreibungspflichtig). AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  12. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu kombinierten hormonalen Kontrazeptiva: Verordnung solcher mit dem niedrigsten Risiko für venöse Thromboembolien und Nutzung des behördlich beauflagten Schulungsmaterials. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 30.09.2021. abgerufen am 18.10.2026
  13. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Kardiovaskuläre Risiken. Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 16.07.2013. Stand 07/2013. abgerufen am 18.10.2026
  14. Behörde Ibuprofenhaltige Arzneimittel: Kardiovaskuläre Nebenwirkungen (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 22.07.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.07.2015. abgerufen am 18.10.2026
  15. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Regelschmerzen?

Wirksam sind laut IQWiG Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen. Sie hemmen die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen, die die Gebärmuttermuskulatur zusammenziehen lassen. Viele Frauen versuchen es auch mit Wärme, Entspannungstechniken oder Bewegung; für Wärmepflaster und Wärmegürtel gibt es laut IQWiG Hinweise aus Studien, dass sie Schmerzen während der Menstruation lindern können. Warme Bäder, Wärmflaschen und Saunagänge können als wohltuend empfunden werden.

Welche Tabletten helfen gegen Regelschmerzen?

Laut IQWiG können entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen starke Menstruationsschmerzen lindern; viele davon gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Rezeptfreies Ibuprofen und rezeptfreies Naproxen werden laut ihren Packungsbeilagen ausdrücklich auch gegen Regelschmerzen angewendet, rezeptfreies Diclofenac gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen. Die NSAR können Nebenwirkungen haben, vor allem Magenbeschwerden. Fragen Sie in der Apotheke, welches Mittel zu Ihren Vorerkrankungen und anderen Medikamenten passt.

Wie lange darf ich Schmerzmittel gegen Regelschmerzen ohne Arzt nehmen?

Das steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats. Ist bei Erwachsenen die Einnahme von rezeptfreiem Ibuprofen gegen Schmerzen länger als 4 Tage nötig, sollte laut Packungsbeilage ärztlicher Rat eingeholt werden. Rezeptfreies Naproxen und rezeptfreies Diclofenac nehmen Sie laut Packungsbeilage ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage gegen Schmerzen ein, Paracetamol nicht länger als 3 Tage. Welche Mengen die Packungsbeilagen nennen, steht auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel unter Ibuprofen.

Hilft Paracetamol gegen Regelschmerzen?

Paracetamol wird laut Packungsbeilage zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen angewendet. Als wirksame Mittel gegen Regelschmerzen nennen IQWiG und gesund.bund.de Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen oder Naproxen; Paracetamol erwähnt das IQWiG als Vergleichsmittel in Studien zu NSAR. Ohne ärztlichen Rat nehmen Sie Paracetamol laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage und nicht zusammen mit Alkohol ein. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol.

Hilft die Pille gegen Regelschmerzen?

Laut IQWiG können viele hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder die Hormonspirale Regelschmerzen lindern: Die Gebärmutterschleimhaut baut sich dann nicht in normaler Dicke auf, und die Blutungen sind meist schwächer und kürzer oder bleiben ganz aus. Sie können aber Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit haben, einige erhöhen das Thromboserisiko. Eine Kombinationspille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol ist laut ihrer Packungsbeilage ein Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung, eine Behandlung von Regelschmerzen nennt die Packungsbeilage nicht. Für Mädchen kommen hormonelle Verhütungsmittel laut IQWiG vor allem infrage, wenn sie ohnehin verhüten möchten. Welches Mittel infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Was hilft Mädchen bei Regelschmerzen?

Laut IQWiG probieren Mädchen und Frauen verschiedene Mittel aus, etwa Wärme, Bewegungs- und Entspannungsübungen wie Gymnastik oder Yoga und entzündungshemmende Schmerzmittel. Bei Schmerzmitteln zählen die Grenzen der Packungsbeilage: Rezeptfreies Naproxen darf laut Packungsbeilage nicht von Kindern unter 12 Jahren eingenommen werden, rezeptfreies Diclofenac wird unter 16 Jahren nicht empfohlen, und bei Ibuprofen richtet sich die Menge nach dem Körpergewicht (siehe Dosierung). Sind die Schmerzen so stark, dass ein Mädchen während der Regel zu Hause bleiben muss, oder möchte es Medikamente nehmen, ist laut IQWiG ärztlicher Rat sinnvoll. Meist werden die Beschwerden wenige Jahre nach der ersten Periode schwächer oder hören auf.

Wann sind Regelschmerzen ein Grund für den Arzt?

Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder mit der Zeit immer stärker werden, ist es laut IQWiG gut, mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt zu sprechen; manchmal steckt eine behandelbare Krankheit wie eine Endometriose dahinter. Sekundäre Regelschmerzen beginnen oft erst nach einigen Jahren mit Periode und können auch außerhalb der Regelblutung auftreten. Bei akuten Bauchschmerzen außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117; akute und anhaltende stärkste Schmerzen sind laut KBV ein Fall für den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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