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Kopfschmerzen
Kopfschmerzen verschwinden laut IQWiG meist von selbst; eine Behandlung mit Medikamenten ist oft nicht nötig. Wer sich beeinträchtigt fühlt, kann kurzfristig rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol nehmen, laut Packungsbeilage ohne ärztlichen Rat nur wenige Tage. Werden Schmerzmittel zu häufig genommen, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen. Starke Kopfschmerzen mit Lähmungen oder Sprachstörungen sind ein Fall für den Notruf 112, Kopfschmerzen mit Fieber und Nackensteife ein Grund, sofort ins Krankenhaus zu gehen.

Kopfschmerzen sind sehr häufig und verschwinden in der Regel rasch von selbst; eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig [1]. Wer sich beeinträchtigt fühlt, kann kurzfristig rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol nehmen [1]. Werden Schmerzmittel zu häufig eingenommen, können sie die Kopfschmerzen verstärken [1, 2].
Was sind Kopfschmerzen?
Treten Kopfschmerzen wiederholt ohne konkrete Ursache auf, sprechen Fachleute von primären Kopfschmerzen; sie gelten als eigene Erkrankung und sind der häufigste Grund für Kopfschmerzen [1]. Dazu gehören unter anderem Spannungskopfschmerzen, die Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen sind dagegen ein Zeichen einer anderen Erkrankung, etwa einer Erkältung, oder gehen auf eine Verletzung oder den Gebrauch von Arzneimitteln zurück [1].
Spannungskopfschmerzen haben laut der Gesundheitsinformation "Kopfschmerzen" des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mehr als 300 von 1.000 Menschen, Migräne etwa 100 bis 150 und Cluster-Kopfschmerzen etwa 1 von 1.000 [1]. Frauen haben öfter Migräne als Männer, Cluster-Kopfschmerzen sind bei Männern häufiger [1]. Nach der IQWiG-Gesundheitsinformation "Spannungskopfschmerzen" gelten Spannungskopfschmerzen als chronisch, wenn sie innerhalb von drei Monaten an 15 oder mehr Tagen im Monat oder an mehr als 180 Tagen im Jahr auftreten und jeweils über Stunden andauern oder gar nicht mehr aufhören. Bei etwa 1 von 100 Menschen sind die Beschwerden über längere Zeit sehr häufig oder dauerhaft [2].
Symptome: welche Kopfschmerzen es gibt
Spannungskopfschmerzen werden meist als dumpf und drückend empfunden. Bei vielen tut der ganze Kopf weh, bei manchen vor allem die Stirn; andere beschreiben einen drückenden Ring um den Schädel [2]. Sie sind leicht bis mittelstark, können nach wenigen Minuten verschwinden oder bis zu einer Woche dauern und werden bei körperlicher Aktivität nicht stärker. Begleitbeschwerden wie Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit fehlen [2].
Eine Migräne kann laut IQWiG zum Beispiel von Übelkeit und vorübergehenden Sehstörungen begleitet werden; Spannungskopfschmerzen sind weniger stark als Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Migräne. Typisch für Cluster-Kopfschmerzen sind eine einseitig laufende Nase und ein gerötetes, tränendes Auge [1].
Ursachen und Risikofaktoren
Warum manche Menschen primäre Kopfschmerzen haben, ist noch nicht eindeutig erforscht; möglicherweise spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle [1]. Einzelne Attacken können zum Beispiel eine Änderung des Tag-Nacht-Rhythmus, ausgelassene Mahlzeiten oder Stress auslösen; bekannte Auslöser für Cluster-Kopfschmerzen sind Alkohol und der Aufenthalt in großer Höhe [1]. Spannungskopfschmerzen kommen in manchen Familien gehäuft vor, als Risikofaktor gelten unter anderem Depressionen [2]. Muskelverspannungen sind anders als der Name vermuten lässt nicht die typische Ursache [2].
Sekundäre Kopfschmerzen gehen meist auf Ursachen zurück wie eine Erkältung, eine muskuläre Verspannung, einen "Kater" nach zu viel Alkohol oder bei Frauen Hormonschwankungen im Monatszyklus [1]. Nur selten stecken behandlungsbedürftige Krankheiten dahinter, etwa ein ausgeprägter Bluthochdruck, ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), eine Hirnhautentzündung oder ein Hirntumor; dann bestehen aber zusätzliche Beschwerden oder Auffälligkeiten [1].
Medikamente als Ursache: Hormonpräparate, Herzmittel, Blutdruckmittel oder Potenzmittel können Kopfschmerzen verursachen [1]. Wer wegen Kopfschmerzen sehr häufig Schmerz- oder Migränemittel nimmt, kann dadurch zusätzliche Kopfschmerzen bekommen [1]. Welche Mittel Kopfschmerzen als Nebenwirkung nennen und woran Sie das erkennen, steht auf der Seite Kopfschmerzen durch Medikamente.
Diagnose
Meist reicht ein ausführliches ärztliches Gespräch, um eine Diagnose zu stellen. Wichtig sind etwa Fragen danach, wie sich die Kopfschmerzen anfühlen, wo es wehtut und seit wann, ob es solche Beschwerden schon früher gab, ob weitere Beschwerden bestehen und welche Medikamente Sie nehmen [1]. Danach folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung; nur selten sind weitere Maßnahmen wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes angebracht [1]. Wer öfter Kopfschmerzen hat, bespricht dies am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt [2]. Für den Termin helfen die Fragen für das Arztgespräch und der Medikationsplan.
Behandlung ohne Medikamente
Manchen Menschen tut es gut, Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl zu betupfen, eine kalte Kompresse auf die Stirn zu legen oder an der frischen Luft spazieren zu gehen [1]. Bei leichten Spannungskopfschmerzen kommen viele ohne Medikamente aus [2].
Damit Spannungskopfschmerzen seltener auftreten, nennt das IQWiG regelmäßigen leichten Ausdauersport, manuelle Behandlungen, Entspannungsübungen, Yoga und nach Anleitung Biofeedback [2]. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen können auch eine Verhaltenstherapie oder eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein, die verschiedene Behandlungen kombiniert [2]. Cluster-Kopfschmerzen lassen sich auch durch das Einatmen von reinem Sauerstoff lindern [1].
Behandlung mit Medikamenten

Gegen Spannungskopfschmerzen kommen laut IQWiG rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol und die nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Naproxen infrage, wenn die Beschwerden so stark sind, dass Medikamente nötig sind [3]. Triptane eignen sich bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen, helfen aber nicht bei Spannungskopfschmerzen [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| NSAR (rezeptfrei erhältlich) [3] | Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Naproxen [3] | Ibuprofen hemmt die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Botenstoffen; beim Menschen verringert es entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [9] | Ibuprofen: häufig Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit [8] |
| Paracetamol (Nichtopioid-Analgetika) [3] | Paracetamol [3] | Wirkt schmerzstillend und fiebersenkend; wie genau, ist nicht eindeutig geklärt [14] | Selten leichter Anstieg bestimmter Leberwerte, sehr selten allergische Reaktionen und Veränderungen des Blutbilds [13] |
| Kombination mit Coffein [3] | Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein [12] | Schmerzstillendes, fiebersenkendes und entzündungshemmendes Mittel aus drei Wirkstoffen; ob der Coffein-Zusatz bei Spannungskopfschmerzen besser wirkt, ist laut IQWiG unklar [3, 12] | Häufig Schwindel, Nervosität, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen [12] |
| Metamizol (verschreibungspflichtig, Nichtopioid-Analgetika) [3] | Metamizol [3] | Wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend; die Wirkweise ist nicht vollständig aufgeklärt [16] | Gelegentlich violetter bis tiefroter, zum Teil blasiger Hautausschlag und Blutdruckabfall, sehr selten starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) [15] |
| Vorbeugung chronischer Spannungskopfschmerzen: Antidepressiva [2] | Amitriptylin [2] | Hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin; die Wirkung auf Noradrenalin sowie auf Natrium- und NMDA-Kanäle trägt zur Vorbeugung chronischer Spannungskopfschmerzen bei [18] | Sehr häufig Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Verstopfung, Gewichtszunahme, Herzklopfen [17] |
| Nur bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen: Triptane (Migränemittel) [1] | Sumatriptan [1] | Sumatriptan regt bestimmte Serotonin-Rezeptoren (5-HT1) an und verengt so Blutgefäße im Kopf; in Tierversuchen hemmte es außerdem die Aktivität des Trigeminusnervs, beides trägt wahrscheinlich zur Wirkung bei [20] | Häufig Schmerzen, Druck- oder Engegefühl in Brust oder Hals, Kribbeln, Übelkeit, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel [19] |
Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10, gelegentlich bei bis zu 1 von 100, selten bei bis zu 1 von 1.000 und sehr selten bei bis zu 1 von 10.000. Jede Angabe gilt für das Präparat, aus dessen Packungsbeilage sie stammt [8, 13]. Was die Klassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Schmerzmittel ohne Rezept: was die Packungsbeilage sagt
Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Naproxen und die Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein sind laut Packungsbeilage gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopfschmerzen zugelassen, Paracetamol gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen [8, 10, 11, 12, 13]. Ohne ärztlichen Rat gelten diese Höchstdauern:
- Paracetamol: nicht länger als 3 Tage [13],
- Acetylsalicylsäure: 3 bis 4 Tage bei Schmerzen [10],
- Ibuprofen: bei Erwachsenen 4 Tage bei Schmerzen, bei Kindern und Jugendlichen 3 Tage [8],
- Naproxen und die Kombination mit Coffein: nicht länger als 4 Tage [11, 12].
Halten Schmerzen oder Kopfschmerzen länger als 3 bis 4 Tage an oder verschlimmern sie sich, sollte laut Packungsbeilage der Kombination eine Ärztin oder ein Arzt zurate gezogen werden, weil das Zeichen einer schweren Erkrankung sein kann [12]. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf den Seiten Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Naproxen. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Wie oft? Bei Schmerzmitteln wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen gilt laut IQWiG die Einnahme an 15 oder mehr Tagen im Monat als übermäßig, bei Migränemitteln wie Triptanen schon an 10 Tagen [4]. Die Leitlinie zur Migräne nennt die Schwelle von 10 oder mehr Einnahmetagen im Monat auch für Kombinationsschmerzmittel [5]. Wer regelmäßig an mehr als 10 Tagen im Monat Medikamente einnimmt, wendet sich laut IQWiG am besten an eine Ärztin oder einen Arzt [2].
Metamizol und Mittel zur Vorbeugung
Verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Metamizol gelten laut IQWiG zwar als wirksam, sind bei Spannungskopfschmerzen aber meist nicht nötig, weil sich die Beschwerden in der Regel mit rezeptfreien Mitteln ausreichend lindern lassen [3]. Zugelassen ist Metamizol laut Packungsbeilage unter anderem bei sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit eine andere Behandlung nicht infrage kommt [15]. Häufigen Attacken lässt sich mit einigen Medikamenten vorbeugen, vor allem mit Amitriptylin [2]. Es ist laut Packungsbeilage zur Vorbeugung chronischer Spannungskopfschmerzen bei Erwachsenen zugelassen [17]. Über eine Vorbeugung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Kinder
Rezeptfreie Ibuprofen-Tabletten mit 400 mg sind laut Packungsbeilage für Kinder unter 20 kg (6 Jahre) in der Regel nicht geeignet, Paracetamol-Tabletten mit 500 mg werden für Kinder unter 4 Jahren bzw. unter 17 kg nicht empfohlen [8, 13]. Acetylsalicylsäure-Tabletten mit 500 mg, Naproxen-Tabletten mit 220 mg und die Kombination mit Coffein sind für Kinder unter 12 Jahren nicht vorgesehen [10, 11, 12]. Bei Kindern mit Viruserkrankungen wurde unter Acetylsalicylsäure ein seltenes, aber sehr schweres Reye-Syndrom beobachtet [10]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, gehört Paracetamol laut dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl; wie jedes Schmerzmittel darf es nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang genommen werden [21]. Als Alternative nennt Embryotox im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel gegebenenfalls Ibuprofen [21]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ibuprofen gehört laut Embryotox in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft neben Paracetamol zu den Schmerzmitteln der Wahl; ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Ibuprofen und andere NSAR nicht angewendet werden [22]. In der Stillzeit sind Ibuprofen und Paracetamol laut Embryotox Schmerzmittel der Wahl [21, 22]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
NSAR: Ibuprofen und Acetylsalicylsäure können laut IQWiG Bauchschmerzen, Magengeschwüre oder Blutungen auslösen; bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenschäden können hoch dosierte NSAR das Risiko für Komplikationen erhöhen [3]. Bei Ibuprofen sind Magen-Darm-Beschwerden laut Packungsbeilage häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [8]. Mehr unter Magenbeschwerden und Blutungen und Blutbildveränderungen.
Paracetamol: Es wird über die Leber abgebaut und kann bei zu hoher Dosierung akute Leberschäden hervorrufen [3]. Schon die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis kann laut Fachinformation zu schweren Leberschäden führen [14]. Mehr unter Leberwerte.
Coffein-Zusatz: Koffein kann laut IQWiG zusätzliche Nebenwirkungen wie Nervosität oder Schwindel hervorrufen [3]. In der Packungsbeilage der Kombination sind Schwindel und Nervosität als häufig eingestuft [12].
Metamizol: Es kann sehr selten eine Agranulozytose auslösen [15]. Laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 müssen Behandelte bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften Schleimhautveränderungen die Einnahme abbrechen und sofort ärztliche Hilfe suchen, auch kurz nach Behandlungsende [23]. Laut Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 wurden unter Metamizol außerdem Fälle eines arzneimittelbedingten Leberschadens berichtet [24].
Amitriptylin: Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit und Gewichtszunahme sind laut Packungsbeilage sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten; häufig sind unter anderem Veränderungen im EKG wie ein verlängertes QT-Intervall [17]. Mehr unter Mundtrockenheit, Gewichtszunahme und QT-Verlängerung.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [8]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit häufigen Kopfschmerzen
Menschen mit primären Kopfschmerzen können versuchen, möglichen Auslösern mithilfe eines Schmerztagebuchs auf die Spur zu kommen und sie künftig zu meiden [1]. Es ist auch sinnvoll aufzuschreiben, wann man Schmerzmittel nimmt, um herauszufinden, ob das zu häufig geschieht [1]. Manchen Menschen helfen Ausdauersport, Yoga oder Entspannungsübungen [1]. Bei chronischen Kopfschmerzen kann eine Kombination aus unterschiedlichen Behandlungsformen sinnvoll sein, etwa von Medikamenten und Verhaltenstherapie [1].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Ein Schlaganfall ist laut gesund.bund.de ein akuter Notfall. Zu den häufigsten Anzeichen zählen plötzlich auftretende Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, ein Gesichtsfeldausfall oder ein herabhängender Mundwinkel, Schwindel und ein unsicherer Gang; manchmal kommt es auch zu starken Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen [6]. Bei jedem Verdacht ist es wichtig, schnell den Notruf 112 zu wählen [6]. Mehr unter Schlaganfall.
Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteife sind laut gesund.bund.de die wichtigsten Merkmale einer Hirnhautentzündung (Meningitis); besteht der Verdacht, sollte man sofort ein Krankenhaus aufsuchen, besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen [7]. Halten Kopfschmerzen länger als 3 bis 4 Tage an oder verschlimmern sie sich, sollte laut Packungsbeilage eines Schmerzmittels eine Ärztin oder ein Arzt zurate gezogen werden [12].
Quellen
- Kopfschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Spannungskopfschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Welche Medikamente helfen bei Spannungskopfschmerzen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Arzneimittelbedingte Kopfschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, Version 7 (AWMF-Register-Nr. 030/057), Die wichtigsten Empfehlungen und Kapitel 2.4 (Schwelle für Kopfschmerz durch Übergebrauch). Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Stand vollständig überarbeitet 08.08.2025, gültig bis 07.08.2028. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Meningitis (Hirnhautentzündung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 10.01.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-ratiopharm Schmerztabletten 220 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2018. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation THOMAPYRIN CLASSIC Schmerztabletten. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sumatriptan-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Paracetamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ibuprofen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel. Stand 09.12.2024. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.12.2020. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Kopfschmerzen?
Gewöhnliche Kopfschmerzen verschwinden laut IQWiG oft von allein. Manchen hilft es, Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl zu betupfen, eine kalte Kompresse auf die Stirn zu legen oder an der frischen Luft spazieren zu gehen. Wer sich beeinträchtigt fühlt, kann kurzfristig rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol nehmen. Bei Spannungskopfschmerzen nennt das IQWiG außerdem Naproxen.
Ibuprofen oder Paracetamol bei Kopfschmerzen?
Beide sind laut Packungsbeilage gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen zugelassen, Ibuprofen ausdrücklich auch gegen Kopfschmerzen. Ibuprofen gehört zu den NSAR und kann Magen-Darm-Beschwerden auslösen; Paracetamol kann in zu hoher Dosis die Leber schädigen. Welches Mittel für Sie infrage kommt, hängt auch von Vorerkrankungen ab; fragen Sie im Zweifel in der Apotheke. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol.
Wie lange darf ich Schmerzmittel ohne Arzt nehmen?
Laut Packungsbeilage ohne ärztlichen Rat Paracetamol nicht länger als 3 Tage, Acetylsalicylsäure bei Schmerzen 3 bis 4 Tage, Ibuprofen, Naproxen und die Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein nicht länger als 4 Tage; bei Kindern und Jugendlichen gilt für Ibuprofen 3 Tage. Bessern sich die Beschwerden nicht oder werden sie schlimmer, gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt. Wie viel Sie am Tag nehmen dürfen, steht auf den Seiten der Wirkstoffe unter Dosierung, etwa bei Ibuprofen und Paracetamol.
Können Schmerzmittel Kopfschmerzen verursachen?
Ja. Wer sehr häufig Schmerz- oder Migränemittel nimmt, kann dadurch laut IQWiG mehr Kopfschmerzen bekommen. Bei Schmerzmitteln wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen gilt laut IQWiG die Einnahme an 15 oder mehr Tagen im Monat als übermäßig, bei Triptanen schon an 10 Tagen; die Leitlinie zur Migräne nennt auch für Kombinationsschmerzmittel 10 oder mehr Tage. Mehr unter Kopfschmerzen durch Medikamente.
Woran erkenne ich Spannungskopfschmerzen?
Spannungskopfschmerzen werden laut IQWiG meist als dumpf und drückend empfunden, oft am ganzen Kopf, manchmal wie ein enger Ring um den Schädel. Sie sind leicht bis mittelstark, werden bei körperlicher Aktivität nicht stärker, und Begleitbeschwerden wie Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit fehlen. Laut IQWiG sind Spannungskopfschmerzen weniger stark als eine Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen.
Welche Kopfschmerzmittel sind in der Schwangerschaft möglich?
Bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, gehört Paracetamol laut Embryotox in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl; Ibuprofen gehört in den ersten zwei Dritteln neben Paracetamol dazu, ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Ibuprofen und andere NSAR nicht angewendet werden. Als Alternative nennt Embryotox im ersten und zweiten Drittel gegebenenfalls Ibuprofen statt Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann sind Kopfschmerzen gefährlich?
Starke Kopfschmerzen mit Lähmungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühlen oder einem herabhängenden Mundwinkel können laut gesund.bund.de auf einen Schlaganfall hinweisen; dann wählen Sie sofort den Notruf 112. Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteife sind die wichtigsten Merkmale einer Hirnhautentzündung; dann sollten Sie sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Halten Kopfschmerzen länger als 3 bis 4 Tage an oder werden sie schlimmer, sollte laut Packungsbeilage eines Schmerzmittels eine Ärztin oder ein Arzt zurate gezogen werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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