MedikamenteDetailfrage

Paracetamol in der Schwangerschaft

Falls erforderlich, kann Paracetamol laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft eingenommen werden, wobei Sie die geringstmögliche Dosis, die Schmerzen oder Fieber lindert, für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen sollten; vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und zählt Paracetamol bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl; tagelang oder über mehrere Wochen darf es aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Einen ursächlichen Zusammenhang mit ADHS oder Autismus beim Kind haben aktuelle Studien und Metaanalysen laut Embryotox nicht bestätigen können; die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA sah am 23. September 2025 keine neuen Erkenntnisse, die eine Änderung der Empfehlungen in der EU erfordern.

Schwangere Frau Anfang dreißig mit dunkelblondem Haar und rostrotem Strickpullover sitzt entspannt mit einer Tasse Tee an einem hellen Wohnzimmerfenster
Bild: KI-generiert

Falls erforderlich, kann Paracetamol laut Packungsbeilage während der Schwangerschaft eingenommen werden; Sie sollten die geringstmögliche Dosis einnehmen, mit der Ihre Schmerzen oder Ihr Fieber gelindert werden, und das Mittel für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen. Vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme um Rat [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und zählt Paracetamol bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl [3].

Diskutiert wird, ob eine Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes beeinflusst, etwa im Hinblick auf ADHS oder Autismus. Einen ursächlichen Zusammenhang haben aktuelle Studien und Metaanalysen laut Embryotox nicht bestätigt [3]. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sah im September 2025 keine neuen Erkenntnisse, die eine Änderung der Empfehlungen in der EU erfordern [15]. Wie Paracetamol wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.

Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen

Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten, beide mit Stand Dezember 2024 [1, 2]. Paracetamol zum Einnehmen gegen leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber gibt es in Packungen mit bis zu 10 g Wirkstoff ohne Rezept in der Apotheke, ebenso Zäpfchen; größere Packungen zum Einnehmen sind verschreibungspflichtig [4]. Für andere Präparate und Kombinationen mit weiteren Wirkstoffen gelten deren eigene Packungsbeilagen.

Rezeptfrei aus der Apotheke

Laut Packungsbeilage sollten Sie Paracetamol in der Schwangerschaft nicht über längere Zeit, in hohen Dosen oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln einnehmen, da die Sicherheit der Einnahme für diese Fälle nicht belegt ist. Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme um Rat, ebenso, wenn die Schmerzen oder das Fieber durch das Mittel nicht gelindert werden oder Sie es häufiger einnehmen müssen [1]. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie Paracetamol nicht länger als 3 Tage ein [1].

Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte sichergestellt sein, dass andere Arzneimittel, die Sie gleichzeitig anwenden, kein Paracetamol enthalten [1]. Die Mengenangaben der Packungsbeilage nach Körpergewicht stehen auf der Seite Paracetamol unter Dosierung laut Packungsbeilage.

Auf ärztliche Verordnung

Größere Packungen gibt es nur auf Rezept [4]; wie viel und wie lange Sie dann einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Fachinformation für Fachleute schreibt: Eine große Datenmenge zu Schwangeren weist weder auf Fehlbildungen noch auf eine schädigende Wirkung beim ungeborenen oder neugeborenen Kind (fetale oder neonatale Toxizität) hin. Epidemiologische Studien zur Entwicklung des Nervensystems (Neuroentwicklung) von Kindern, die im Mutterleib Paracetamol ausgesetzt waren, zeigen keine eindeutigen Ergebnisse. Falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol in der Schwangerschaft angewendet werden; es sollte jedoch mit der geringsten wirksamen Dosis, für den kürzestmöglichen Zeitraum und mit der geringstmöglichen Häufigkeit angewendet werden [2]. Konventionelle Studien nach heute anerkannten Standards zur Fortpflanzungs- und Entwicklungstoxizität gibt es laut Fachinformation nicht [2].

Paracetamol-ratiopharm 500 mg hat eine Standardzulassung [2]. Laut Mustertext des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Standardzulassung (Fachinformation, Stand 11. März 2026) sollte Paracetamol in der Schwangerschaft nicht über einen längeren Zeitraum, in höheren Dosen oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, da eine Sicherheit der Anwendung für diese Fälle nicht belegt ist [11].

Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit: die Angaben im Vergleich
QuelleSchwangerschaftStillzeit
PackungsbeilageFalls erforderlich; geringstmögliche Dosis, kürzestmöglicher Zeitraum; vorher Ärztin, Arzt, Apotheke oder Hebamme fragen [1]Geht in die Muttermilch über; Stillpause in der Regel nicht erforderlich [1]
FachinformationGroße Datenmenge ohne Hinweis auf Fehlbildungen oder fetale und neonatale Toxizität; Studien zur Neuroentwicklung nicht eindeutig [2]Geringe Mengen in der Muttermilch; keine unerwünschten Wirkungen bekannt [2]
EmbryotoxErfahrungsumfang hoch; Ampelfarbe grün; in jeder Phase ein Schmerzmittel der Wahl [3]Ein Schmerzmittel der Wahl [3]

Einschätzung von Embryotox

Schwangere Frau Mitte dreißig mit kastanienbraunem Haar im türkisfarbenen gemusterten Oberteil spricht in einem hellen Raum mit einer Hebamme mit kurzen grauen Haaren
Bild: KI-generiert

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Wie die meisten anderen Arzneimittel geht Paracetamol laut Embryotox über den Mutterkuchen (Plazenta) zum Kind über [3].

Erfahrungsumfang und Ampel: Den Erfahrungsumfang gibt Embryotox mit "hoch" an [3], also umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften mit Anwendung im ersten Drittel [13]. In der Ampel ist Paracetamol "grün" gekennzeichnet: Medikament der Wahl, dennoch ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig [3]. Auch die grüne Ampel erfordert laut Embryotox eine sorgfältige Prüfung, ob das Mittel angezeigt ist, und sollte nicht zu sorglosem Gebrauch verleiten; eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei keinem Medikament. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text [12].

Erstes Schwangerschaftsdrittel: Verschiedene bevölkerungsbezogene Fall-Kontroll-Studien sprechen laut Embryotox gegen ein erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen. Eine Studie aus dem Jahr 2002 fand ein gering erhöhtes Risiko für einen Bauchwanddefekt (Gastroschisis), vor allem nach Kombinationspräparaten mit Pseudoephedrin; andere Studien fanden keinen solchen Zusammenhang. Studien zu einem verringerten Abstand zwischen After und Genitalien bei neugeborenen Jungen waren widersprüchlich. Eine aktuelle Beobachtungsstudie aus Dänemark berichtet über mögliche Auswirkungen auf die Funktion der Eierstöcke und die Größe der Gebärmutter bei Töchtern; eine klinische Bedeutung lässt sich laut Embryotox bisher nicht ableiten [3].

ADHS, Autismus und andere diskutierte Auffälligkeiten

In wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden laut Embryotox Auffälligkeiten der geistigen Entwicklung, des Verhaltens und der Sprache beim Kind nach einer Paracetamol-Einnahme der Mutter diskutiert, darunter die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen. Diese Studienergebnisse sind laut Embryotox unter anderem aus diesen Gründen kritisch zu bewerten: Die Auffälligkeiten können viele Ursachen haben, etwa erbliche Faktoren oder das soziale Umfeld, die in den Studien nur unvollständig erfasst waren. Die Diagnosekriterien werden uneinheitlich angewandt, die statistische Signifikanz ist in vielen Untersuchungen grenzwertig, und Dosis, Dauer und Schwangerschaftsdrittel der Einnahme unterscheiden sich zwischen den Studien oder sind nur unzureichend oder gar nicht angegeben. Ein plausibler Mechanismus ist nicht bekannt. Einige Studien zeigen ähnlich erhöhte Risiken für Verhaltensauffälligkeiten auch nach einer Paracetamol-Einnahme des Vaters vor oder nach einer Schwangerschaft, was laut Embryotox gegen einen ursächlichen Zusammenhang spricht und eher auf familiäre Faktoren hindeutet [3].

Aktuelle Studien und Metaanalysen haben laut Embryotox unter Berücksichtigung weiterer möglicher Einflussfaktoren keine ursächliche Verbindung mit ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen bestätigen können. Auch zu asthmatischen Beschwerden beim Kind und zu einem gering erhöhten Risiko für Hodenhochstand (Kryptorchismus) waren die Ergebnisse teilweise widersprüchlich oder nur grenzwertig signifikant [3]. Zum Ende der Schwangerschaft gibt es einige Fallberichte über einen vorzeitigen Verschluss eines Blutgefäßes am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus Botalli); in einer Beobachtungsstudie mit 604 Schwangerschaften, in denen Paracetamol im letzten Drittel eingenommen wurde, wurde kein solches Ereignis berichtet. Diese und andere Untersuchungen sprechen laut Embryotox dafür, dass ein Risiko offenbar sehr gering ist [3]. Zusammenfassend darf Paracetamol laut Embryotox wie jedes wirksame Medikament nicht leichtfertig eingenommen werden; bei klarer Indikation ist es weiterhin ein Mittel der Wahl [3].

Was EMA und europäische Fachleute sagen

EMA, 23. September 2025: In der EU kann Paracetamol bei klinischer Notwendigkeit gegen Schmerzen oder Fieber in der Schwangerschaft angewendet werden; neue Erkenntnisse, die eine Änderung der Empfehlungen erfordern, gibt es laut EMA nicht. Ihre Prüfung im Jahr 2019 ergab laut dieser Mitteilung nicht eindeutige Studienergebnisse zur Neuroentwicklung von Kindern, die im Mutterleib Paracetamol ausgesetzt waren, und ein Zusammenhang mit Störungen der Neuroentwicklung ließ sich nicht feststellen. Wie jedes Mittel zur akuten Behandlung sollte es in der niedrigsten wirksamen Dosis, so kurz und so selten wie möglich angewendet werden [15]. In einer Ergänzung vom 20. Januar 2026 verweist die EMA auf eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse in der Fachzeitschrift The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women's Health, die keinen Beleg für ein erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderung bei Einnahme in den empfohlenen Dosen fand [15].

PRAC, März 2019: Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA bewertete Studien dazu, ob Paracetamol vor der Geburt die Harn- und Geschlechtsorgane der Kinder beeinflusst oder zu Störungen der Neuroentwicklung führt. Er hielt die Studien für nicht eindeutig und empfahl, die Fachinformationen aller Paracetamol-Arzneimittel mit einem einheitlichen Wortlaut anzupassen [16]; ihm entspricht der oben genannte Satz der Fachinformation [2, 16].

ENTIS, Oktober 2021: Laut Embryotox hält das Europäische Netzwerk der Teratologie-Informationsdienste (ENTIS) Paracetamol weiterhin für ein Schmerz- und Fiebermittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft; wie jedes Arzneimittel sollte es nur eingenommen werden, wenn es angezeigt ist, und nicht länger als notwendig [17].

Empfehlung von Embryotox und andere Mittel

Empfehlung: Bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, gehört Paracetamol laut Embryotox in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl, bei hohem Fieber zu den fiebersenkenden Mitteln der Wahl. Es kann innerhalb des angezeigten Dosisbereichs für die notwendige Behandlungsdauer eingesetzt werden, darf aber wie jede Schmerzmedikation nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden. Das gilt auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine [3].

Andere Mittel: Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox für das erste und zweite Schwangerschaftsdrittel gegebenenfalls Ibuprofen, ausdrücklich nicht für das letzte Drittel. Im letzten Drittel gibt es bei hohem Fieber oder Schmerzen laut Embryotox keine besser geeigneten Mittel; bei sehr starken Schmerzen kann der Einsatz von Opioiden unter Berücksichtigung ihrer Risiken erwogen werden [3]. Ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Ibuprofen und andere NSAR laut Embryotox nicht angewendet werden [18]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol?

Schmerzen in der Schwangerschaft: Auch unbehandelte Schmerzen können laut Embryotox ein Risiko für die Schwangerschaft darstellen. Vorzugsweise sollten Medikamente eingesetzt werden, die im Hinblick auf Schäden bei Embryo und Fötus gut untersucht sind, und keine Mischpräparate oder mehrere Wirkstoffe derselben Gruppe. Bei typischen Beschwerden wie Rücken- und Beckenschmerzen sollte laut Embryotox besonderer Wert auf Behandlungen ohne Medikamente gelegt werden, etwa Physiotherapie oder Entspannungsverfahren [18].

Stillzeit

Packungsbeilage und Fachinformation: Paracetamol geht in die Muttermilch über, laut Fachinformation in geringen Mengen [1, 2]. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, ist eine Unterbrechung des Stillens laut Packungsbeilage in der Regel nicht erforderlich [1]. Laut Fachinformation kann Paracetamol in der Stillzeit in therapeutischen Dosen gegeben werden [2].

Embryotox: Die Angaben zum Übergang in die Muttermilch beruhen auf kleinen Studien mit Messungen bei insgesamt 30 Müttern; veröffentlichte Daten zu Auswirkungen auf gestillte Kinder gibt es zu 55 Säuglingen. Anhand dieser Daten ist anzunehmen, dass ein gestilltes Kind mit einer Mahlzeit höchstens etwa 2 % der an das Körpergewicht angepassten Dosis der Mutter aufnimmt. Nennenswerte Hinweise auf Unverträglichkeiten gibt es nicht; Paracetamol wird bereits bei Früh- und Neugeborenen zur Behandlung eingesetzt. Paracetamol ist laut Embryotox neben Ibuprofen ein Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit [3].

Stillende berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst und bittet, sich an Kinderärztin oder Kinderarzt, Gynäkologin oder Gynäkologen, Hebamme, Stillberaterin oder Apotheke zu wenden [14]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Kinderwunsch und Fruchtbarkeit

Laut Mustertext des BfArM für die Standardzulassung (Fachinformation, Stand 11. März 2026) wurden keine Studien zur Auswirkung auf die menschliche Fruchtbarkeit durchgeführt, und es gibt nicht genügend geeignete klinische Daten zum Einfluss von Paracetamol auf die Fruchtbarkeit von Männern oder Frauen [11]. Die Behandlung chronischer Schmerzerkrankungen mit Medikamenten sollte laut Embryotox idealerweise schon vor einer Schwangerschaft kritisch überdacht werden [18]. Für die Planung einer Schwangerschaft hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [14].

Was Sie tun können

Vor der Einnahme: Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme und prüfen Sie, ob andere Arzneimittel, die Sie gleichzeitig anwenden, ebenfalls Paracetamol enthalten [1]. Mehr zu den Beschwerden selbst steht unter Kopfschmerzen und Fieber.

Paracetamol auf Rezept: Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind, es vermuten oder planen. Nehmen Sie das Mittel so ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [14].

Fragen für das Gespräch in Praxis oder Apotheke:

  • Woher kommen meine Schmerzen oder mein Fieber, und brauche ich ein Medikament?
  • Wie viel Paracetamol und wie lange ist für mich vorgesehen?
  • Enthält eines meiner anderen Arzneimittel ebenfalls Paracetamol?
  • Was kann ich ohne Medikamente tun?
  • Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?

Einnahme notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, wann und wie lange Sie Paracetamol eingenommen haben. Das hilft in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [14]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen melden: Wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen; Sie können sie auch direkt dem BfArM melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Akute Schmerzen sollten laut Embryotox auch in der Schwangerschaft nach Klärung der Ursache konsequent behandelt werden [18]. Welche Zeichen laut Packungsbeilage und Fachinformation sofortige ärztliche Hilfe erfordern, auch nach einer Überdosierung, steht im Kasten unten [1, 2]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Paracetamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Paracetamol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Mustertext Fachinformation Paracetamol (Standardzulassung, Muster-Nr. 8000443). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 11.03.2026. abgerufen am 16.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  7. Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Use of paracetamol during pregnancy unchanged in the EU. European Medicines Agency (EMA). Stand 23.09.2025, Ergänzung 20.01.2026. abgerufen am 16.10.2026
  10. Behörde PRAC recommendations on signals adopted at the 12-15 March 2019 PRAC meeting (EMA/PRAC/157165/2019), Abschnitt 1.2 Paracetamol. European Medicines Agency (EMA), Pharmacovigilance Risk Assessment Committee. Stand 08.04.2019. abgerufen am 16.10.2026
  11. Embryotox Embryotox: Aktuelles, Paracetamol (Oktober 2021). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 06.10.2021. abgerufen am 16.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Schmerztherapie. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Paracetamol in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage kann Paracetamol falls erforderlich während der Schwangerschaft eingenommen werden; Sie sollten die geringstmögliche Dosis einnehmen, mit der Schmerzen oder Fieber gelindert werden, und das Mittel für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen. Über längere Zeit, in hohen Dosen oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln sollten Sie es nicht einnehmen, weil die Sicherheit dafür nicht belegt ist. Vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder Ihre Hebamme. Embryotox zählt Paracetamol bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl; es darf aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden.

Erhöht Paracetamol in der Schwangerschaft das Risiko für ADHS oder Autismus?

Laut Embryotox werden ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen im Zusammenhang mit einer Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft in wissenschaftlichen Veröffentlichungen diskutiert. Aktuelle Studien und Metaanalysen haben unter Berücksichtigung weiterer möglicher Einflussfaktoren keine ursächliche Verbindung bestätigen können. Die EMA sah in ihrer Mitteilung vom 23. September 2025 keine neuen Erkenntnisse, die eine Änderung der Empfehlungen in der EU erfordern. Ihre Prüfung im Jahr 2019 ergab laut dieser Mitteilung nicht eindeutige Studienergebnisse, und ein Zusammenhang mit Störungen der Neuroentwicklung ließ sich nicht feststellen. In einer Ergänzung vom 20. Januar 2026 verweist sie auf eine Metaanalyse, die keinen Beleg für ein erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderung bei Einnahme in den empfohlenen Dosen fand. In der Fachinformation steht, dass Studien zur Entwicklung des Nervensystems keine eindeutigen Ergebnisse zeigen.

Wie viel Paracetamol darf ich in der Schwangerschaft nehmen?

Eine eigene Höchstmenge für Schwangere nennt die Packungsbeilage nicht. Sie sieht vor, dass Sie die geringstmögliche Dosis einnehmen, mit der Ihre Schmerzen oder Ihr Fieber gelindert werden, für den kürzestmöglichen Zeitraum und nicht in hohen Dosen. Die allgemeinen Mengenangaben der Packungsbeilage nach Körpergewicht stehen auf der Seite Paracetamol im Abschnitt zur Dosierung. Welche Menge für Sie infrage kommt, besprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder Ihrer Hebamme.

Gilt das im 1., 2. und 3. Trimester gleichermaßen?

Embryotox zählt Paracetamol bei Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl. Für das erste Drittel sprechen laut Embryotox verschiedene Fall-Kontroll-Studien gegen ein erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen. Zum Ende der Schwangerschaft gibt es einige Fallberichte über einen vorzeitigen Verschluss eines Blutgefäßes am Herzen des Kindes; Untersuchungen sprechen laut Embryotox dafür, dass dieses Risiko offenbar sehr gering ist. Als gegebenenfalls besser geeignete Alternative nennt Embryotox für das erste und zweite Drittel Ibuprofen, im letzten Drittel dagegen kein besser geeignetes Mittel bei hohem Fieber oder Schmerzen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was ist mit der Studie zu Töchtern von Frauen, die Paracetamol genommen haben?

Embryotox erwähnt eine Beobachtungsstudie aus Dänemark. Sie berichtet über mögliche Auswirkungen auf die Funktion der Eierstöcke und die Größe der Gebärmutter bei Töchtern von Frauen, die in der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen haben. Eine klinische Bedeutung der Ergebnisse lässt sich laut Embryotox bisher nicht ableiten.

Ist Ibuprofen in der Schwangerschaft eine Alternative zu Paracetamol?

Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox auf seiner Seite zu Paracetamol für das erste und zweite Schwangerschaftsdrittel gegebenenfalls Ibuprofen, ausdrücklich nicht für das letzte Drittel. Ab der 28. Schwangerschaftswoche dürfen Ibuprofen und andere NSAR laut Embryotox nicht angewendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol?

Darf ich Paracetamol in der Stillzeit nehmen?

Paracetamol geht in die Muttermilch über. Da nachteilige Folgen für den Säugling bisher nicht bekannt geworden sind, ist eine Unterbrechung des Stillens laut Packungsbeilage in der Regel nicht erforderlich. Laut Fachinformation kann es in der Stillzeit in therapeutischen Dosen gegeben werden. Embryotox nennt Paracetamol ein Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit; nennenswerte Hinweise auf Unverträglichkeiten beim gestillten Säugling gibt es danach nicht.

Ich habe in der Schwangerschaft Paracetamol genommen. Was nun?

Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox zu Paracetamol: keine. Haben Sie Fragen zu Ihrer Schwangerschaft, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Embryotox berät außerdem kostenlos und bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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