MedikamenteDetailfrage
Amoxicillin in der Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Amoxicillin Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation kann Amoxicillin in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung das mögliche Risiko überwiegt. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "sehr hoch" an und zählt Amoxicillin zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; auch in der Stillzeit gehört Amoxicillin laut Embryotox zu den Antibiotika der Wahl. Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Amoxicillin Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Laut Fachinformation weisen begrenzte Daten beim Menschen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler hin; Amoxicillin kann in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung das mögliche Risiko überwiegt [2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und zählt Amoxicillin zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft [3].
Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, ergeben sich laut Embryotox aus der Anwendung keine Konsequenzen [3]. Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten, einem verschreibungspflichtigen Präparat [1, 2]. Für Präparate mit Amoxicillin und Clavulansäure gelten eigene Packungsbeilagen; mehr dazu auf der Seite Amoxicillin und Clavulansäure.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Packungsbeilage: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Steht ein Estriol-Test an, mit dem in der Schwangerschaft die Entwicklung des Babys kontrolliert wird, sagen Sie laut Packungsbeilage Bescheid, dass Sie Amoxicillin einnehmen, weil es die Ergebnisse beeinflussen kann [1]. Laut Fachinformation kann das Vorliegen von Amoxicillin die Untersuchungsergebnisse für Estriol bei Schwangeren verfälschen [2].
Fachinformation: Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung (Reproduktion) schließen. Begrenzte Daten beim Menschen zur Anwendung von Amoxicillin in der Schwangerschaft weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler hin. Amoxicillin kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung das mögliche Risiko überwiegt [2]. Amoxicillin passiert den Mutterkuchen (Plazentaschranke) [2]. Die präklinischen Daten, auch zur Fortpflanzungs- und Entwicklungstoxizität, lassen laut Fachinformation keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen [2].
Anwendung in der Schwangerschaft: Unter den zugelassenen Anwendungsgebieten nennt die Fachinformation ausdrücklich Bakterien im Urin ohne Beschwerden in der Schwangerschaft (asymptomatische Bakteriurie), daneben unter anderem die akute Blasenentzündung und die akute Nierenbeckenentzündung [2]. Mehr zur Erkrankung: Blasenentzündung.
| Quelle | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Packungsbeilage | Vor der Einnahme ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen [1] | Vor der Einnahme ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen [1] |
| Fachinformation | Tierstudien ohne Hinweis auf schädliche Auswirkungen; begrenzte Daten beim Menschen ohne Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler; Anwendung, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko überwiegt [2] | Übergang in geringen Mengen; Durchfall, Pilzinfektion der Schleimhäute und Sensibilisierung beim Säugling möglich; nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt [2] |
| Embryotox | Erfahrungsumfang sehr hoch; Ampelfarbe grün: "Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig."; Antibiotikum der Wahl [3] | Antibiotikum der Wahl in der Stillzeit [3] |
Einschätzung von Embryotox
Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Sein Wissen zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruht nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [3].
Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Amoxicillin mit "sehr hoch" an [3]. Das ist die höchste Stufe und bedeutet mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [13].
Erstes Schwangerschaftsdrittel: Zu Amoxicillin liegen laut Embryotox Veröffentlichungen mit insgesamt mehr als 20.000 Schwangerschaften vor, in denen es im ersten Drittel angewendet wurde; für die gesamte Gruppe der Penicilline sind es mehrere zehntausend dokumentierte Schwangerschaftsverläufe. Aus diesen Daten ergeben sich in der Gesamtschau keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten durch Amoxicillin und andere Penicilline [3]. In Fall-Kontroll-Studien wurde ein gering erhöhtes Risiko für Lippen- und/oder Gaumenspalten nach Anwendung im ersten Drittel diskutiert. Ein ursächlicher Zusammenhang erscheint laut Embryotox jedoch unwahrscheinlich, zumal der Großteil der Studien weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko insgesamt noch erhöhte Risiken für bestimmte Fehlbildungen fand [3].
Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Die bisher veröffentlichten Studien und die langjährige Markterfahrung sprechen laut Embryotox gegen ein Risiko, das ungeborene Kind zu schädigen (fetotoxisches Risiko) [3]. Weiter Gegenstand der Diskussion ist laut Embryotox, ob die Gabe von Amoxicillin zusammen mit Clavulansäure bei Schwangeren mit vorzeitigem Blasensprung das Risiko für eine Erkrankung des Darms beim Neugeborenen (nekrotisierende Enterokolitis) erhöht. Für eine abschließende Bewertung reichen die Daten bisher nicht aus [3].
Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Amoxicillin gehört zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht: keine [3].
Ampel: Embryotox kennzeichnet Amoxicillin grün mit dem Zusatz "Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig." [3]. Grün steht nach der Erläuterung von Embryotox für ein Medikament der Wahl für das angegebene Anwendungsgebiet, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Potenzial erkennen lassen, Embryo oder Fötus zu schädigen. Auch die grüne Ampel erfordert danach eine sorgfältige Prüfung, ob das Mittel nötig ist, und sollte nicht zu sorglosem Gebrauch verleiten; eine hundertprozentige Sicherheit gibt es laut Embryotox bei keinem Medikament. Die Ampel bezieht sich auf eine dem Anwendungsgebiet entsprechende Anwendung in therapeutischer Dosis während der Schwangerschaft, ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [12].
Andere Mittel: Besser geeignete Alternativen nennt Embryotox auf seiner Seite zu Amoxicillin nicht, dort steht "keine" [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bakterielle Infektionen in der Schwangerschaft
Bakterielle Infektionen können laut Embryotox die Mutter gefährden und den Verlauf der Schwangerschaft komplizieren. Eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt, meist nach vorzeitigen Wehen, einem vorzeitigen Blasensprung oder beidem, kann die Folge sein. Bestimmte Erreger können auf das ungeborene Kind übergehen und es direkt schädigen [11]. Manche bakteriellen Infektionen gehen mit hohem Fieber einher. Einige Studien berichteten über ein geringfügig erhöhtes Risiko für Fehlbildungen bei Fieber oder Überwärmung (Hyperthermie) in der Frühschwangerschaft, besonders wenn das Fieber unbehandelt blieb. Es gibt aber auch Studien, in denen kein Risiko beobachtet wurde. Weil Fehlbildungen viele Ursachen haben können, ist laut Embryotox schwer zu sagen, welche Rolle das Fieber, die Infektion selbst oder andere Umstände spielen [11].
Bakterielle Infektionen müssen laut Embryotox auch in der Schwangerschaft angemessen und konsequent mit Antibiotika behandelt werden, und auch bestimmte Infektionen ohne Beschwerden sollten behandelt werden. Die Schwangere sollte über die Notwendigkeit und Sicherheit der Behandlung aufgeklärt werden [11].
Wer allergisch auf Amoxicillin oder ein anderes Penicillin reagiert, darf Amoxicillin laut Packungsbeilage nicht einnehmen [1]. Die Behandlung bakterieller Infektionen in Schwangerschaft und Stillzeit stützt sich laut Embryotox im Wesentlichen auf Betalactam-Antibiotika: Penicilline und Cephalosporine sind für die Schwangerschaft am besten untersucht und Mittel der ersten Wahl; als Alternative, zum Beispiel bei einer Allergie, nennt Embryotox Makrolide [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Stillzeit

Packungsbeilage: Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].
Fachinformation: Amoxicillin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, mit dem möglichen Risiko einer Sensibilisierung. Beim gestillten Säugling sind deshalb Durchfall und eine Pilzinfektion der Schleimhäute möglich, sodass eventuell abgestillt werden muss. Amoxicillin sollte in der Stillzeit nur nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt angewendet werden [2].
Embryotox: Die Angaben zum Übergang in die Muttermilch beruhen auf Messungen bei sechs Müttern; veröffentlichte Daten zu Auswirkungen auf gestillte Kinder liegen zu über 100 Säuglingen vor [3]. Die relative Dosis gibt Embryotox mit höchstens 1 Prozent an [3]. Gemeint ist der Anteil an der auf das Körpergewicht bezogenen Tagesdosis der Mutter, den ein voll gestillter Säugling pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden mit der Milch erhält [14]. Die meisten unter Amoxicillin gestillten Kinder haben laut Embryotox keine Symptome. Dass Penicilline auch bei Säuglingen zur Behandlung eingesetzt werden können, spricht laut Embryotox ebenfalls für eine gute Stillverträglichkeit. Gelegentlich wirkt sich eine Antibiotika-Behandlung der Mutter auf die Bakterienbesiedlung (Mikrobiom) des gestillten Kindes aus und kann zum Beispiel zu vorübergehendem Durchfall oder Soor führen [3]. Amoxicillin gehört laut Embryotox zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit [3].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Es bittet sie, sich an die Kinderärztin oder den Kinderarzt, die Gynäkologin oder den Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [15]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Zur Fruchtbarkeit (Fertilität) gibt es laut Fachinformation keine Daten beim Menschen. In Tierstudien zur Fortpflanzung wurden keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beobachtet [2].
Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Die Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [3]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [15].
Was Sie tun können
Schwanger geworden unter Amoxicillin: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, und seit wann Sie Amoxicillin einnehmen. Laut Embryotox ergeben sich nach einer Anwendung in der Schwangerschaft keine Konsequenzen [3]. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Amoxicillin so lange ein, wie es verordnet wurde, auch wenn Sie sich schon besser fühlen; überleben einige Bakterien, kann die Infektion erneut auftreten [1].
Vor Untersuchungen Bescheid geben: Steht ein Estriol-Test, ein Zuckertest im Urin oder eine Bestimmung der Leberwerte an, sagen Sie, dass Sie Amoxicillin einnehmen; es kann die Ergebnisse beeinflussen [1].
Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer aktuellen und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [15].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Welche Infektion habe ich, und warum ist ein Antibiotikum in der Schwangerschaft nötig?
- Wie lange nehme ich Amoxicillin ein?
- Ich hatte schon einmal eine allergische Reaktion auf ein Antibiotikum: Was bedeutet das?
- Ich nehme weitere Arzneimittel: Passen sie zu Amoxicillin?
- Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?
Einnahme und Beschwerden notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie Amoxicillin einnehmen und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [15]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft. Was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol sagen, steht auf der Seite Amoxicillin und Alkohol.
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Eigene Warnzeichen für Schwangere oder Stillende nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion, etwa Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Zunge oder Atembeschwerden, nehmen Sie Amoxicillin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und wenden sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Die weiteren Warnzeichen und was jeweils zu tun ist, zeigt die Übersicht; Zeichen schwerer Nebenwirkungen an der Leber können auch noch bis zu einigen Wochen nach der Einnahme auftreten [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amoxicillin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Amoxicillin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Infektionen, bakterielle. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Relative Dosis. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf man Amoxicillin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Fachinformation kann Amoxicillin in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen einer Behandlung das mögliche Risiko überwiegt; begrenzte Daten beim Menschen weisen nicht auf ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler hin. Die Packungsbeilage sieht vor, dass Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat fragen. Embryotox zählt Amoxicillin zu den Antibiotika der Wahl in der Schwangerschaft und kennzeichnet es grün als Medikament der Wahl, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Ob die Behandlung für Sie nötig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Spielt es eine Rolle, ob ich im 1., 2. oder 3. Trimester bin?
Embryotox bewertet die Abschnitte der Schwangerschaft getrennt. Für das erste Drittel liegen zu Amoxicillin Veröffentlichungen zu mehr als 20.000 Schwangerschaften vor, für die gesamte Gruppe der Penicilline mehrere zehntausend dokumentierte Schwangerschaftsverläufe; in der Gesamtschau ergeben sich daraus keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten durch Amoxicillin und andere Penicilline. Für das zweite und dritte Drittel und die Zeit um die Geburt sprechen laut Embryotox die bisher veröffentlichten Studien und die langjährige Markterfahrung gegen ein Risiko, das ungeborene Kind zu schädigen. Ob und wie lange Sie Amoxicillin nehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Ich habe Amoxicillin genommen und bin schwanger. Was nun?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind, und seit wann Sie Amoxicillin einnehmen. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine. Embryotox berät außerdem kostenlos; die Anfrage können Sie über einen Online-Fragebogen für eine aktuelle Schwangerschaft schicken.
Wie hoch ist die Dosis von Amoxicillin in der Schwangerschaft?
Eine eigene Dosierung für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich laut Packungsbeilage nach dem Schweregrad und der Art der Infektion, und bei Nierenproblemen kann sie niedriger sein. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Amoxicillin im Abschnitt zur Dosierung.
Welche Nebenwirkungen kann Amoxicillin in der Schwangerschaft haben?
Eigene Nebenwirkungen für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Übelkeit, Durchfall und Hautausschlag. Steht in der Schwangerschaft ein Estriol-Test an, sagen Sie Bescheid, dass Sie Amoxicillin einnehmen, weil es das Ergebnis beeinflussen kann. Alle Nebenwirkungen und Warnzeichen stehen auf der Seite Amoxicillin.
Wird Amoxicillin in der Schwangerschaft bei einer Blasenentzündung eingesetzt?
Laut Fachinformation ist Amoxicillin unter anderem zur Behandlung einer akuten Blasenentzündung und von Bakterien im Urin ohne Beschwerden in der Schwangerschaft (asymptomatische Bakteriurie) zugelassen. Laut Embryotox sollten in der Schwangerschaft auch bestimmte Infektionen ohne Beschwerden behandelt werden. Welches Antibiotikum für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Darf ich Amoxicillin in der Stillzeit nehmen?
Laut Fachinformation geht Amoxicillin in geringen Mengen in die Muttermilch über. Beim gestillten Säugling sind Durchfall und eine Pilzinfektion der Schleimhäute möglich, sodass eventuell abgestillt werden muss, und eine Sensibilisierung ist möglich; in der Stillzeit sollte Amoxicillin nur nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt angewendet werden. Embryotox zählt Amoxicillin zu den Antibiotika der Wahl in der Stillzeit; die meisten gestillten Kinder haben keine Symptome.
Gilt das auch für Amoxicillin mit Clavulansäure?
Für Präparate, die Amoxicillin zusammen mit Clavulansäure enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen und eine eigene Seite bei Embryotox. Auf seiner Seite zu Amoxicillin schreibt Embryotox, dass weiter diskutiert wird, ob die Kombination mit Clavulansäure bei Schwangeren mit vorzeitigem Blasensprung das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis beim Neugeborenen erhöht; für eine abschließende Bewertung reichen die Daten bisher nicht. Mehr dazu auf der Seite Amoxicillin und Clavulansäure.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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