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Atorvastatin absetzen

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin abbrechen wollen, fragen Sie laut Packungsbeilage vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; die Dauer der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Absetzerscheinungen und ein Schema zum Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei bestimmten Muskelbeschwerden mit stark erhöhten Muskelwerten im Blut, in der Schwangerschaft und während einer Behandlung mit dem Antibiotikum Fusidinsäure sieht die Fachinformation vor, die Behandlung zu beenden oder zu unterbrechen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Ende fünfzig mit schulterlangem graublondem Haar in einer petrolfarbenen gemusterten Bluse spricht in einer hellen Praxis ruhig mit einem Arzt
Bild: KI-generiert

Wenn Sie die Einnahme von Atorvastatin abbrechen wollen, fragen Sie laut Packungsbeilage vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal; die Dauer der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt [1]. Beschwerden, die durch das Absetzen selbst entstehen, und ein Schema zum Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].

Die Fachinformation beschreibt aber, wann die Behandlung beendet oder unterbrochen wird, unter anderem bei Muskelbeschwerden mit stark erhöhten Muskelwerten im Blut, in der Schwangerschaft und während einer Behandlung mit dem Antibiotikum Fusidinsäure [2]. Bei koronarer Herzkrankheit sollen Ärztinnen und Ärzte laut Nationaler VersorgungsLeitlinie (NVL), für Statine allgemein, dauerhaft ein Statin empfehlen und bei Nebenwirkungen zuerst versuchen, mit einer geringeren Dosis oder einem anderen Statin weiterzubehandeln [11].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Im Abschnitt "Wenn Sie die Einnahme abbrechen" nennt die Packungsbeilage nur die Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke. Haben Sie den Eindruck, dass das Mittel zu stark oder zu schwach wirkt, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. In den placebokontrollierten Studien der Fachinformation mit durchschnittlich 53 Wochen Behandlung brachen 5,2 Prozent der Behandelten unter Atorvastatin die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab, unter einem Scheinmedikament (Placebo) 4,0 Prozent [2].

Muskelbeschwerden und erhöhte Muskelwerte

Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen, sie können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen [1]. Wie andere Statine kann Atorvastatin in seltenen Fällen eine Muskelerkrankung (Myopathie) verursachen, die sich zu einem möglicherweise lebensbedrohlichen krankhaften Muskelschwund (Rhabdomyolyse) entwickeln kann [2]. Für Ärztinnen und Ärzte legt die Fachinformation fest [2]:

  • Behandelte sollen Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Muskeln umgehend melden, besonders wenn allgemeines Unwohlsein oder Fieber hinzukommen. Dann sollte das Muskelenzym Kreatinkinase (CK) im Blut gemessen werden.
  • Ist der CK-Wert auf mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes erhöht, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
  • Bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden sollte ein Abbruch auch dann erwogen werden, wenn der CK-Wert höchstens auf das 5-Fache erhöht ist.
  • Steigt der CK-Wert auf mehr als das 10-Fache des oberen Normwertes oder wird eine Rhabdomyolyse vermutet oder festgestellt, muss die Behandlung abgebrochen werden.
  • Sind die Beschwerden abgeklungen und die CK-Werte wieder normal, kann erwogen werden, Atorvastatin oder ein anderes Statin in der niedrigsten Dosis und unter engmaschiger Überwachung wieder zu geben.

Die CK sollte laut Fachinformation nicht nach schwerer körperlicher Anstrengung oder bei anderen möglichen Ursachen eines Anstiegs gemessen werden, weil das die Auswertung erschwert [2]. Bemerken Sie Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder einen Riss in der Muskulatur oder rotbraun verfärbten Urin, besonders mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, brechen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme ab und informieren umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen die nächste Notaufnahme auf [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Muskelschmerzen durch Medikamente.

Weitere Gründe für ein Ende oder eine Pause

In diesen Situationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, die Behandlung zu beenden, zu unterbrechen oder anzupassen; die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt [1, 2]:

  • Fusidinsäure: Müssen Sie das Antibiotikum Fusidinsäure einnehmen oder als Spritze bekommen, wird Atorvastatin laut Packungsbeilage vorübergehend abgesetzt; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, ab wann Sie es wieder einnehmen können [1]. Laut Fachinformation wird die Statinbehandlung während der gesamten Fusidinsäure-Behandlung ausgesetzt und kann 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure fortgesetzt werden. Unter der Kombination wurden Fälle von Rhabdomyolyse berichtet, einige mit tödlichem Ausgang [2].
  • Daptomycin: Mit diesem Antibiotikum kann das Risiko für Muskelerkrankungen und Rhabdomyolyse steigen. Überwiegt der Nutzen der gemeinsamen Gabe dieses Risiko nicht, sollte laut Fachinformation ein vorübergehendes Absetzen von Atorvastatin in Betracht gezogen werden [2].
  • Leberwerte: Bleiben bestimmte Leberwerte (Transaminasen) auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwertes erhöht, empfiehlt die Fachinformation, die Dosis zu verringern oder die Behandlung abzubrechen [2]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.
  • Myasthenie: Statine können laut Packungsbeilage manchmal eine Erkrankung mit Muskelschwäche (Myasthenia gravis oder okuläre Myasthenie) auslösen oder verschlimmern; laut Fachinformation wurde das in wenigen Fällen berichtet. Verschlimmern sich die Beschwerden, sollte Atorvastatin laut Fachinformation abgesetzt werden [1, 2].
  • Lungenerkrankung: Bei einigen Statinen wurde in Ausnahmefällen, besonders bei Langzeitbehandlung, eine Erkrankung des Lungengewebes (interstitielle Lungenkrankheit) berichtet. Die Beschwerden können Atemnot, trockenen Husten, Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber einschließen. Wird sie vermutet, sollte die Statinbehandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [2].
  • Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ: Nehmen Sie zugleich einen solchen Gerinnungshemmer, sollte laut Fachinformation nach dem Absetzen oder einer Dosisänderung von Atorvastatin die Blutgerinnung (Prothrombinzeit) wieder so häufig bestimmt werden wie zu Behandlungsbeginn [2].

Ein Anstieg des Blutzuckers sollte laut Fachinformation dagegen nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen. Menschen mit erhöhtem Risiko für Diabetes werden während der Behandlung engmaschig überwacht [1, 2]. Mehr dazu: Blutzucker und Medikamente.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Packungsbeilage und Fachinformation von Atorvastatin beschreiben weder Absetzerscheinungen noch einen Rückschlag nach dem Absetzen (Rebound) [1, 2]. Nach dem Ende der Behandlung können aber Beschwerden bestehen bleiben, die während der Einnahme entstanden sind.

Muskelbeschwerden, die nicht vergehen

Ein krankhafter Muskelschwund ist laut Packungsbeilage nicht immer rückbildungsfähig und kann auch nach dem Ende der Einnahme fortbestehen. Er kann lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen [1]. Laut Fachinformation wurde in sehr seltenen Fällen während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie berichtet. Kennzeichen sind eine anhaltende Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhte CK-Werte, die trotz Absetzen des Statins bestehen bleiben, und eine Besserung durch Mittel, die das Immunsystem dämpfen [2]. Tritt bei Ihnen eine anhaltende Muskelschwäche auf, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; zur Abklärung und Behandlung sind möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel nötig [1].

Bei Myasthenie wurde laut Fachinformation über einen Rückfall berichtet, wenn dasselbe oder ein anderes Statin erneut gegeben wurde [2]. Deutlich erhöhte Leberwerte (Transaminasen über dem 3-Fachen des oberen Normwertes) waren in Studien laut Fachinformation dagegen dosisabhängig und bildeten sich bei allen Betroffenen zurück [2].

Muskelbeschwerden ohne Zusammenhang mit dem Statin

Bei Muskelschwäche, Muskelschmerzen und rotbraunem Urin gelten die Hinweise der Packungsbeilage weiter oben, und Muskelbeschwerden sollen laut Fachinformation umgehend gemeldet werden [1, 2]. Muskelbeschwerden sind laut IQWiG auch ohne Statine häufig; manche Menschen bringen sie irrtümlich mit dem Medikament in Verbindung [15]. Die Leitliniengruppe der NVL vermutet bei Muskelschmerzen einen starken Nocebo-Effekt, weil verblindete Vergleiche keine Unterschiede zum Scheinmedikament zeigten [11]. Mehr dazu: Nocebo-Effekt. Ob Beschwerden vom Statin kommen, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wenn die Behandlung endet

Zur Langzeitbehandlung der koronaren Herzkrankheit werden laut IQWiG fast allen Betroffenen Statine und Mittel gegen das Verklumpen der Blutplättchen empfohlen. Ihre schützende Wirkung hält laut IQWiG nur so lange an, wie man sie nimmt [16].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Frau Anfang sechzig mit kurzem silbergrauem Haar im kornblumenblauen Strickpullover pflanzt an einem sonnigen Herbsttag Kräuter in ein Hochbeet im Garten
Bild: KI-generiert

Ein schrittweises Verringern der Dosis vor dem Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation für Atorvastatin nicht [1, 2]. Ob die Behandlung endet, pausiert oder angepasst wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Die NVL Chronische KHK gibt dafür, für Statine allgemein, diese Hinweise [11]:

  • Dauerhafte Behandlung: Allen Menschen mit koronarer Herzkrankheit soll unabhängig von den Ausgangswerten der Blutfette dauerhaft ein Statin als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden (starke Empfehlung) [11].
  • Bei Nebenwirkungen: Treten unter einem Statin Nebenwirkungen auf, soll versucht werden, die Behandlung mit einer geringeren Dosis oder einem anderen Statin weiterzuführen (starke Empfehlung). Diese Möglichkeiten sollen gemeinsam mit den Betroffenen geprüft werden, bevor andere Behandlungen infrage kommen [11].
  • Pause zur Klärung: Eine Statinpause von 4 bis 6 Wochen sieht die Leitliniengruppe als Möglichkeit, um festzustellen, ob Beschwerden vom Statin kommen, oder um kurzfristigen Wechselwirkungen mit einem anderen Medikament entgegenzuwirken [11].
  • Wenn Beschwerden bleiben: Bestehen weiter Beschwerden oder Anzeichen einer Unverträglichkeit, sieht die Leitlinie eine gemeinsame Entscheidung vor: Die Ursache wird geprüft, auch durch ein Pausieren des Statins, und die Bedeutung der Beschwerden eingeschätzt. Als weitere Möglichkeiten nennt sie andere Lipidsenker (Ezetimib, Bempedoinsäure, PCSK9-Hemmer) und, zum Beispiel bei kritischen Nebenwirkungen, das Absetzen [11].
  • Bei Herzschwäche: Kommt bei koronarer Herzkrankheit eine Herzschwäche hinzu, sollte die Statinbehandlung laut NVL fortgeführt werden, vor allem in zeitlicher Nähe zu einem akuten Ereignis an den Herzkranzgefäßen (abgeschwächte Empfehlung). Wie sich das Beenden auf den Krankheitsverlauf auswirkt, ist laut Leitliniengruppe nicht ausreichend untersucht; wegen eines möglicherweise erhöhten Risikos für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse empfiehlt sie bei guter Verträglichkeit und ausreichenden Fähigkeiten zum Selbstmanagement die Fortsetzung [11].

Laut Patientenblatt der NVL zu Statinen prüfen Sie bei vermuteter Unverträglichkeit gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob ein anderer Wirkstoff oder eine andere Dosis besser passt [12]. Ob für Sie eine geringere Dosis, ein anderes Statin, eine Pause oder ein anderes Mittel infrage kommt, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Mehr zur Gruppe: Statine und andere Lipidsenker.

Ohne Erkrankung von Herz und Gefäßen

Ob eine Behandlung mit Statinen sinnvoll ist, hängt laut IQWiG vom persönlichen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Besonders für Menschen ohne Vorerkrankungen mit einem nur leicht erhöhten Risiko lohnt es sich, Vor- und Nachteile gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abzuwägen. Eine Entscheidung lässt sich später noch ändern, zum Beispiel wenn Risikofaktoren hinzukommen [15]. Mehr dazu: Erhöhtes Cholesterin.

Vor einer Operation

Packungsbeilage und Fachinformation von Atorvastatin enthalten keine Angaben zu Operationen [1, 2]. Nach der gemeinsamen Empfehlung der Deutschen Gesellschaften für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), für Chirurgie (DGCH) und für Innere Medizin (DGIM) von 2024 soll eine bestehende Statinbehandlung um die Operation herum fortgesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [13]. Auch die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zu nichtkardialen Operationen (deutsche Pocket-Fassung der DGK) empfiehlt das (Empfehlungsklasse I) [14]. Was in Ihrem Fall gilt, legt das Behandlungsteam fest. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten, dürfen Sie Atorvastatin laut Packungsbeilage nicht einnehmen; Frauen im gebärfähigen Alter nehmen es nur mit zuverlässiger Empfängnisverhütung [1]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung für die Dauer der Schwangerschaft oder bis feststeht, dass keine Schwangerschaft vorliegt, abgesetzt werden. Gefäßverkalkung (Atherosklerose) ist laut Fachinformation ein chronischer, also lang andauernder Vorgang; das übliche Absetzen von Lipidsenkern während einer Schwangerschaft sollte das Langzeitrisiko einer primären Hypercholesterinämie, einer Form erhöhter Cholesterinwerte, nur wenig beeinflussen [2].

Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, sollte eine Atorvastatin-Behandlung in der Schwangerschaft pausiert werden. Eine Behandlung während der Schwangerschaft bleibt besonderen Fällen vorbehalten, in denen eine Unterbrechung mit eindeutigen Risiken für die Schwangere verbunden ist. Nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden [3]. In der Stillzeit dürfen Sie Atorvastatin laut Packungsbeilage nicht einnehmen [1]. Laut Embryotox sollten vor allem Neugeborene und Frühgeborene unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage zum üblichen Zeitpunkt die nächste Dosis ein, nicht die doppelte Menge [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:

  • Warum nehme ich Atorvastatin, und wie hoch schätzen wir mein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein?
  • Können meine Muskelbeschwerden vom Statin kommen, und sollte mein CK-Wert gemessen werden?
  • Kommen für mich eine geringere Dosis, ein anderes Statin oder eine Pause zur Klärung infrage?
  • Nehme ich andere Medikamente, die das Risiko für Muskelschäden erhöhen, oder steht eine Behandlung mit Fusidinsäure an?
  • Ich plane eine Schwangerschaft: Wann wird Atorvastatin abgesetzt?
  • Bei welchen Beschwerden melde ich mich sofort, auch nach dem Absetzen?

Eine Vorlage für Ihre Fragen bietet das Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Muskelbeschwerden: Ein krankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) kann laut Packungsbeilage auch nach dem Ende der Einnahme fortbestehen [1]. Seine Warnzeichen, darunter Muskelschwäche, Muskelschmerzen und rotbraun verfärbter Urin, stehen in der Liste unten.

Notfall bei koronarer Herzkrankheit: Zeichen für einen Notfall sind laut einer Kurzinformation zur NVL unter anderem starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Nacken, Hals, Kiefer, Schulterblätter, Arme oder Oberbauch ausstrahlen können, ein starkes Engegefühl in der Brust, stärkere Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit, Erbrechen und Beschwerden, die in Ruhe auftreten oder länger als ein paar Minuten dauern. Haben Sie den Eindruck, dass ein Notfall vorliegt, rufen Sie den Rettungsdienst unter 112. Sind Sie unsicher, ob ein Notfall vorliegt, holen Sie laut Kurzinformation möglichst schnell fachlichen Rat ein, etwa in Ihrer Hausarztpraxis oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 [17]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm 10 mg / 20 mg / 40 mg / 80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Atorvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, Langfassung, Version 7.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-004), Kapitel 7.3.1 Statine, Empfehlungen 7-8, 7-9 und 7-11, Empfehlung 7-16 mit Abbildung 7. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (NVL-Programm). Stand Version 7.0, 15.08.2024 (gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 16.10.2026
  5. Leitlinie Patientenblatt "Warum empfiehlt mir meine Ärztin oder mein Arzt Statine?" (Bestandteil der NVL Chronische KHK). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Stand 2024. abgerufen am 16.10.2026
  6. Leitlinie Präoperative Evaluation erwachsener Patientinnen und Patienten vor elektiven, nicht herz-thorax-chirurgischen Eingriffen. Gemeinsame Empfehlung der DGAI, DGCH und DGIM (Anästh Intensivmed 2024;65:240-270), Abschnitt C.3 und Empfehlung E53. Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Stand 05/2024. abgerufen am 16.10.2026
  7. Leitlinie ESC Pocket Guidelines: Kardiovaskuläres Management vor nichtkardialen chirurgischen Eingriffen (NCS), Version 2022, Abschnitt 4.2 Medikamentöse Therapie. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), übernommen von der European Society of Cardiology (ESC). Stand Version 2022. abgerufen am 16.10.2026
  8. Wann sind Statine sinnvoll?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 16.10.2026
  9. Medikamente zur langfristigen Behandlung der koronaren Herzkrankheit. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.10.2021. abgerufen am 16.10.2026
  10. Leitlinie Kurzinformation für Patienten "Verhalten im Notfall bei KHK" (auf Grundlage der NVL Chronische KHK). Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Stand 09/2023. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Atorvastatin einfach absetzen?

Wenn Sie die Einnahme abbrechen wollen, fragen Sie laut Packungsbeilage vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal. Die Dauer der Behandlung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Atorvastatin absetzen oder ausschleichen?

Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation von Atorvastatin nicht, und sie nennen auch keine Absetzerscheinungen. Für Statine allgemein sieht die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK vor, dass Ärztinnen und Ärzte bei Nebenwirkungen zuerst eine geringere Dosis oder ein anderes Statin versuchen. Ob die Behandlung endet, pausiert oder angepasst wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Muss ich Atorvastatin bei Muskelschmerzen absetzen?

Bemerken Sie Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder einen Riss in der Muskulatur oder rotbraunen Urin, besonders zusammen mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, brechen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme ab und holen umgehend ärztliche Hilfe. Laut Fachinformation sollte bei Muskelbeschwerden das Muskelenzym Kreatinkinase (CK) im Blut gemessen werden. Ist der Wert auf mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes erhöht, sollte die Behandlung abgebrochen werden; bei anhaltenden, starken Beschwerden sollte ein Abbruch auch bei geringerer Erhöhung erwogen werden. Wie es danach weitergeht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Was passiert, wenn man Atorvastatin absetzt?

Beschwerden, die durch das Absetzen selbst entstehen, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut IQWiG hält die schützende Wirkung von Statinen bei koronarer Herzkrankheit nur so lange an, wie man sie nimmt. Ein krankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) kann laut Packungsbeilage auch nach dem Ende der Einnahme fortbestehen; eine sehr seltene, durch das Immunsystem vermittelte Muskelerkrankung kann laut Fachinformation trotz Absetzen bestehen bleiben.

Muss ich Atorvastatin vor einer OP absetzen?

Packungsbeilage und Fachinformation sagen dazu nichts. Nach der gemeinsamen Empfehlung der Fachgesellschaften für Anästhesiologie, Chirurgie und Innere Medizin von 2024 soll eine bestehende Statinbehandlung um die Operation herum fortgesetzt werden; die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt das ebenfalls. Was in Ihrem Fall gilt, legt das Behandlungsteam fest. Sprechen Sie rechtzeitig vor dem Eingriff über alle Medikamente, die Sie nehmen.

Wann wird Atorvastatin vorübergehend abgesetzt?

Laut Packungsbeilage und Fachinformation zum Beispiel während einer Behandlung mit dem Antibiotikum Fusidinsäure; frühestens 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure kann die Statinbehandlung laut Fachinformation fortgesetzt werden. Bei einer Behandlung mit Daptomycin kommt laut Fachinformation eine vorübergehende Pause in Betracht. Die Nationale VersorgungsLeitlinie sieht außerdem, für Statine allgemein, eine Pause von 4 bis 6 Wochen als Möglichkeit, um zu klären, ob Beschwerden vom Statin kommen. Ob und wie lange pausiert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Atorvastatin bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft absetzen?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie Atorvastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Laut Fachinformation sollte die Behandlung für die Dauer der Schwangerschaft oder bis feststeht, dass keine Schwangerschaft vorliegt, abgesetzt werden. Laut Embryotox sollte eine Atorvastatin-Behandlung in der Schwangerschaft pausiert werden; nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wann Atorvastatin bei Kinderwunsch abgesetzt wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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