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Amitriptylin: Nebenwirkungen und Wirkung
Amitriptylin ist ein verschreibungspflichtiges trizyklisches Antidepressivum. Es wird bei Depression, Nervenschmerzen, zur Vorbeugung von chronischem Spannungskopfschmerz und Migräne sowie bei Kindern ab 6 Jahren gegen nächtliches Einnässen eingesetzt. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, Schwitzen und Gewichtszunahme. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Aggression[1, 2]
- Sehr häufig: Schläfrigkeit und Benommenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Zittern der Hände oder anderer Körperteile (Tremor)[1, 2]
- Sehr häufig: Schwindel[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Undeutliches oder langsames Sprechen (Dysarthrie)[1, 2]
- Sehr häufig: Sehstörungen (Störung der Nah-Fern-Einstellung des Auges, Akkommodationsstörung)[1, 2]
- Sehr häufig: Herzklopfen, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
- Sehr häufig: Schwindelgefühl beim Aufstehen wegen zu niedrigen Blutdrucks (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
- Sehr häufig: Verstopfte Nase[1, 2]
- Sehr häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Verstopfung[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]
- Sehr häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
- Häufig: Verwirrtheit[1, 2]
- Häufig: Verminderter sexueller Antrieb (Libido vermindert)[1, 2]
- Häufig: Ruhelosigkeit (Agitiertheit)[1, 2]
- Häufig: Aufmerksamkeitsstörungen[1, 2]
- Häufig: Geschmacksstörungen[1, 2]
- Häufig: Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen oder Beinen (Parästhesie)[1, 2]
- Häufig: Koordinationsstörungen (Ataxie)[1, 2]
- Häufig: Erweiterte Pupillen (Mydriasis)[1, 2]
- Häufig: Herzblock, also gestörte Erregungsleitung im Herzen (atrioventrikulärer Block, Schenkelblock)[1, 2]
- Häufig: Störungen bei der Blasenentleerung[1, 2]
- Häufig: Erektionsschwierigkeiten[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit[1, 2]
- Häufig: Durstgefühl[1, 2]
- Häufig: Veränderungen im EKG, darunter ein verlängertes QT-Intervall und ein verlängerter QRS-Komplex[1, 2]
- Häufig: Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]
Wofür wird Amitriptylin eingesetzt?
Amitriptylin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva [1, 2]. Bei Erwachsenen wird er zur Behandlung einer Depression (Episoden einer Major Depression) und von Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) eingesetzt sowie zur Vorbeugung von chronischen Spannungskopfschmerzen und von Migräne [1, 2].
Bei Kindern ab 6 Jahren ist Amitriptylin gegen nächtliches Einnässen zugelassen, aber nur, wenn organische Ursachen wie eine Spina bifida ausgeschlossen sind und alle anderen medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungen keinen Erfolg hatten. Verordnen sollen es nur Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrung bei anhaltendem Bettnässen [1, 2]. In den übrigen Anwendungsgebieten wird es bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet, weil Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen sind [1, 2].
Wie wirkt Amitriptylin?
Amitriptylin hemmt an den Nervenendigungen die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin, sodass sie im Gehirn stärker wirken; das wird mit der Wirkung gegen Depressionen in Verbindung gebracht. Außerdem blockiert es Natrium-, Kalium- und NMDA-Kanäle im Gehirn und im Rückenmark. Die Wirkung auf Noradrenalin sowie auf Natrium- und NMDA-Kanäle trägt laut Fachinformation zur Linderung von Nervenschmerzen und zur Vorbeugung von Spannungskopfschmerz und Migräne bei; die schmerzlindernde Wirkung beruht nicht auf der antidepressiven [2].
Amitriptylin hat ausgeprägte anticholinerge und beruhigende (sedierende) Eigenschaften [2]. Die antidepressive und die schmerzlindernde Wirkung setzen im Normalfall nach 2 bis 4 Wochen ein, die beruhigende Wirkung ohne Verzögerung. Die Halbwertszeit beträgt rund 25 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Sehr häufig sind unter anderem Mundtrockenheit, Verstopfung, Schläfrigkeit, Schwindel, Sehstörungen, Herzklopfen, starkes Schwitzen und Gewichtszunahme [1, 2]. Laut Fachinformation können einige Nebenwirkungen (zum Beispiel Kopfschmerzen, Zittern, Verstopfung und verminderte Libido) auch Zeichen der Depression sein und werden in der Regel schwächer, wenn sich der depressive Zustand bessert [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheAggression[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- NervensystemSchläfrigkeit und Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemZittern der Hände oder anderer Körperteile (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemUndeutliches oder langsames Sprechen (Dysarthrie)[1, 2]
- AugenSehstörungen (Störung der Nah-Fern-Einstellung des Auges, Akkommodationsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzklopfen, unregelmäßiger oder schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufSchwindelgefühl beim Aufstehen wegen zu niedrigen Blutdrucks (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- AtemwegeVerstopfte Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HautStarkes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheVerwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- PsycheVerminderter sexueller Antrieb (Libido vermindert)[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheRuhelosigkeit (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemAufmerksamkeitsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemGeschmacksstörungen[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemTaubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen oder Beinen (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemKoordinationsstörungen (Ataxie)[1, 2]
- AugenErweiterte Pupillen (Mydriasis)[1, 2]
- HerzHerzblock, also gestörte Erregungsleitung im Herzen (atrioventrikulärer Block, Schenkelblock)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Nieren und HarnwegeStörungen bei der Blasenentleerung[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsschwierigkeiten[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenDurstgefühl[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenVeränderungen im EKG, darunter ein verlängertes QT-Intervall und ein verlängerter QRS-Komplex[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheAufregung, Angst[1, 2]Mehr dazu: AngstUnruhe und Nervosität
- PsycheÜbersteigert gehobene Stimmung und Antrieb (Hypomanie, Manie)[2]
- PsycheSchlafstörungen und Albträume[1, 2]Mehr dazu: SchlafstörungenAlbträume
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Druck im Augapfel[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzKollapszustände[1, 2]
- HerzVerschlimmerung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck (Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Magen und DarmDurchfall, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: DurchfallErbrechen
- Leber und GalleStörungen der Leberfunktion, zum Beispiel eine Lebererkrankung mit Gallestau (cholestatische Lebererkrankung)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHautausschlag, Nesselausschlag (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsucht
- HautSchwellung von Gesicht und Zunge (Gesichtsödem, Zungenödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustVermehrte Bildung oder Ausfluss von Muttermilch, ohne dass ein Kind gestillt wird (Galaktorrhoe)[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemStörungen von Blut und Knochenmark: zu wenige rote oder weiße Blutzellen oder Blutplättchen; die Fachinformation nennt Knochenmarkdepression, Agranulozytose, Leukopenie, Eosinophilie und Thrombozytopenie[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheDelirium (vor allem bei älteren Menschen), Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitPsychose und Halluzinationen
- PsycheSuizidgedanken oder suizidales Verhalten; berichtet während der Behandlung oder kurz nach ihrem Ende[1, 2]
- HerzUnregelmäßigkeiten im Herzrhythmus (Arrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Magen und DarmGeschwollene Speicheldrüsen[1, 2]
- Magen und DarmLähmung von Teilen des Darms (paralytischer Ileus) mit schwerer Verstopfung, geschwollenem Bauch, Fieber und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungErbrechenFieber
- Leber und GalleGelbfärbung von Haut und Augäpfeln (Gelbsucht, Ikterus) als mögliches Zeichen einer Leberschädigung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautErhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- Geschlechtsorgane und BrustBrustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
- Laborwerte und UntersuchungenAuffällige Leberwerte (Leberfunktionstest anomal, alkalische Phosphatase und Transaminasen im Blut erhöht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- NervensystemGefühl innerer Unruhe mit überwältigendem Drang, sich ständig zu bewegen (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemStörungen der peripheren Nerven (Polyneuropathie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenAkuter Anstieg des Drucks im Augapfel (akutes Glaukom, grüner Star) mit vorübergehenden Anfällen von verschwommenem Sehen, Regenbogensehen und Augenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzErkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie)[1, 2]
- HerzBestimmte Form eines gefährlichen Herzrhythmus (Torsades de Pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- AtemwegeAllergische Entzündung der Lungenbläschen und des Lungengewebes (Alveolitis, Löffler-Syndrom)[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Stoffwechsel und ErnährungFehlendes Appetitempfinden (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte oder zu niedrige Blutzuckerwerte[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerUnterzuckerung
- PsycheParanoia[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- NervensystemBewegungsstörungen mit unwillkürlichen Bewegungen oder verminderter Beweglichkeit (extrapyramidale Störungen)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- AugenTrockenes Auge[1, 2]
- HerzEntzündung des Herzmuskels durch Überempfindlichkeit (Hypersensitivitätsmyokarditis)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Gefäße und KreislaufErhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie)[2]Mehr dazu: Fieber
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktion mit großflächigem Hautausschlag, hoher Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten (DRESS, Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Suizidgedanken: Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid verstärkt sein, weil die Wirkung erst nach einiger Zeit eintritt. Wahrscheinlicher ist das bei früheren Suizidgedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Die Packungsbeilage regt an, Angehörige oder Freunde einzubeziehen und sie zu bitten, auf Verschlechterungen oder Verhaltensänderungen zu achten [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Herz: Eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG ist laut Packungsbeilage häufig; mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung. Bei hoher Dosis können Herzrhythmusstörungen und ein zu niedriger Blutdruck auftreten, bei einer vorbestehenden Herzerkrankung auch bei normaler Dosierung [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit und Schwindel: Amitriptylin kann Schläfrigkeit und Schwindel hervorrufen, besonders zu Beginn der Behandlung. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen [1]. Schwindel beim Aufstehen durch niedrigen Blutdruck ist sehr häufig; ältere Menschen sind dafür besonders anfällig [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Verstopfung und Wasserlassen: Die Fachinformation zählt Harnverhalt und Verstopfung zu den anticholinergen Beschwerden [2]. Schwere Verstopfung mit geschwollenem Bauch, Fieber und Erbrechen kann auf eine Darmlähmung hinweisen und braucht sofort ärztliche Hilfe [1]. Bei Problemen mit dem Wasserlassen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Hintergründe unter Blasenprobleme.
Gewicht und Schwitzen: Wenn Sie zunehmen, stark schwitzen oder unter Mundtrockenheit leiden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ändern Sie Dosis und Einnahme nicht ohne Rücksprache [1]. Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie dazu sagen und wann eine Zunahme ein Warnzeichen sein kann, lesen Sie unter Amitriptylin und Gewichtszunahme.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über pflanzliche wie Johanniskraut [1]. MAO-Hemmer dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden. Mit Tramadol oder Buprenorphin steigt das Risiko für ein Serotoninsyndrom [1, 2]. Andere Antidepressiva wie Fluoxetin oder Bupropion können den Abbau von Amitriptylin hemmen und seinen Spiegel im Blut erhöhen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (z. B. Phenelzin, Tranylcypromin, Moclobemid, Selegilin) | Gefahr eines Serotoninsyndroms[1, 2] | Kombination nicht erlaubt; Abstände von 14 Tagen bzw. bei Moclobemid 1 Tag einhalten |
| Buprenorphin und andere serotonerge Arzneimittel | Serotoninsyndrom möglich, eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung[1, 2] | Nur nach ärztlicher Rücksprache und mit sorgfältiger Beobachtung kombinieren |
| Tramadol | Höheres Risiko für Krampfanfälle und Serotoninsyndrom; die Tramadolkonzentration kann steigen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern (z. B. Chinidin, Sotalol, Pimozid, Sertindol, Cisaprid, Halofantrin, Astemizol, Terfenadin), Methadon sowie Entwässerungsmittel wie Furosemid | Höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Thioridazin | Höheres Risiko für Nebenwirkungen am Herzen[1, 2] | Kombination laut Fachinformation vermeiden |
| Anticholinergika (z. B. Atropin, Hyoscyamin, bestimmte Mittel gegen Parkinson oder Magen-Darm-Beschwerden) | Wirkungen auf Augen, Gehirn, Darm und Blase verstärkt; Risiko für Darmlähmung und Überhitzung (Hyperpyrexie)[1, 2] | Kombination laut Fachinformation vermeiden |
| Adrenalin, Ephedrin, Isoprenalin, Noradrenalin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin (auch in Husten- und Erkältungsmitteln und Betäubungsmitteln) | Wirkungen auf Herz und Kreislauf können verstärkt werden[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Blutdrucksenker wie Guanethidin, Betanidin, Clonidin, Reserpin oder Methyldopa | Blutdrucksenkende Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2] | Blutdruckbehandlung ärztlich überprüfen lassen |
| Hemmer des Leberenzyms CYP2D6, z. B. Bupropion, Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin, Duloxetin, Neuroleptika, SSRI, Betablocker, Antiarrhythmika | Abbau von Amitriptylin gehemmt, Spiegel im Blut kann steigen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten; die Dosis muss eventuell angepasst werden |
| Fluvoxamin | Amitriptylin-Spiegel im Blut steigt[1, 2] | Kombination laut Fachinformation vermeiden |
| Cimetidin, Methylphenidat, Calciumkanalblocker wie Diltiazem oder Verapamil | Amitriptylin-Spiegel kann steigen und die Giftigkeit zunehmen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Pilzmittel wie Fluconazol und Terbinafin | Amitriptylin-Spiegel kann steigen; Fälle von Ohnmacht (Synkope) und Torsades de Pointes sind aufgetreten[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir | Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen sind laut Fachinformation potenziell zu erwarten[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Valproinsäure (Natriumvalproat, Valpromid) | Amitriptylin-Spiegel kann steigen[1, 2] | Ärztliche Überwachung empfohlen |
| Schilddrüsenmittel | Laut Fachinformation drohen Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Orale Verhütungsmittel, Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate, Johanniskraut | Amitriptylin-Spiegel kann sinken und die antidepressive Wirkung nachlassen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Alkohol, Barbiturate und andere dämpfende Mittel | Beruhigende, dämpfende Wirkung verstärkt[1, 2] | Alkohol während der Behandlung nicht ratsam |
| Neuroleptika | Gegenseitig gehemmter Abbau; die Krampfschwelle kann sinken und Krampfanfälle können auftreten[2] | Vorher Rücksprache halten; die Dosis muss eventuell angepasst werden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Amitriptylin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder wissen Sie es nicht genau, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Vor einer Operation kann es nötig sein, die Behandlung auszusetzen; mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Amitriptylin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Kürzlich zurückliegender Herzinfarkt[1, 2]
- Herzprobleme wie im EKG festgestellte Herzrhythmusstörungen, Herzblock oder koronare Herzkrankheit[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern oder Einnahme eines MAO-Hemmers in den letzten 14 Tagen; nach dem Ende einer Amitriptylin-Behandlung müssen bis zum Beginn eines MAO-Hemmers ebenfalls 14 Tage vergehen[1, 2]
- Einnahme von Moclobemid (MAO-Hemmer) am Vortag[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Herzerkrankungen: Herzrhythmusstörungen und zu niedriger Blutdruck können bei hoher Dosis auftreten, bei vorbestehender Herzerkrankung auch bei normaler Dosierung[1, 2]
- Risiko für eine QT-Verlängerung: verlangsamter Herzschlag, Herzschwäche, andere Arzneimittel, die Herzprobleme verursachen können, zu niedriger Kalium- oder Magnesiumwert oder zu hoher Kaliumwert im Blut[1, 2]
- Schilddrüsenüberfunktion oder Einnahme von Schilddrüsenmitteln: laut Fachinformation große Vorsicht wegen drohender Herzrhythmusstörungen[1, 2]
- Geplante Operation oder Narkose: Die Behandlung muss eventuell vorher ausgesetzt werden; bei kurzfristigen Eingriffen die Anästhesistin oder den Anästhesisten informieren; auch beim Zahnarzt vor einer örtlichen Betäubung Bescheid geben[1, 2]
- Engwinkelglaukom (Sehverlust durch erhöhten Druck im Augapfel)[1, 2]
- Epilepsie, Zuckungen oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte[1, 2]
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder vergrößerte Prostata[1, 2]
- Bipolare Störung oder Schizophrenie[1, 2]
- Schwere Leber- oder Herzerkrankung[1, 2]
- Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) oder Darmverschluss (paralytischer Ileus)[1, 2]
- Diabetes: Die Diabetesbehandlung muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
- Suizidgedanken können zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva verstärkt sein, besonders nach früheren Suizidgedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre; auch bei Behandlung des nächtlichen Einnässens[1, 2]
- Ältere Menschen: Bestimmte Nebenwirkungen sind wahrscheinlicher, zum Beispiel Schwindelgefühl beim Aufstehen wegen niedrigen Blutdrucks[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: bei Depression, Nervenschmerzen, Spannungskopfschmerz und Migräne unter 18 Jahren nicht anwenden (Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen); vor einer Behandlung des nächtlichen Einnässens ist ein EKG nötig, um ein Long-QT-Syndrom auszuschließen[1, 2]
- Erkrankungen der Leber oder langsamer Abbau des Wirkstoffs im Körper: in der Regel niedrigere Dosis, eventuell Bestimmung der Konzentration im Blut[1, 2]
- Bei Menschen, die mit dieser Gruppe von Arzneimitteln behandelt wurden, wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Alkohol ist während der Behandlung nicht ratsam, weil er die dämpfende Wirkung verstärken kann [1]. In der Schwangerschaft wird Amitriptylin laut Packungsbeilage nicht empfohlen, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko für eindeutig erforderlich [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
Amitriptylin wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält es für eindeutig erforderlich und hat Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen. Nach Einnahme im letzten Abschnitt der Schwangerschaft können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten, zum Beispiel Reizbarkeit, erhöhte Muskelspannung, Zittern, unregelmäßige Atmung, ungenügendes Trinken, lautes Schreien, Harnverhalt und Verstopfung.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es bei mehr als 1.000 ausgewerteten Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch Amitriptylin. Embryotox hält die Anwendung bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch für möglich. Bei Einnahme von Antidepressiva bis zur Geburt ist das Risiko für Anpassungsstörungen beim Neugeborenen erhöht; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Amitriptylin und seine Abbaustoffe gehen in die Muttermilch über; ein Risiko für den Säugling kann laut Fachinformation nicht ausgeschlossen werden. Ob gestillt oder die Behandlung unterbrochen wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Abwägung des Nutzens für Kind und Mutter.[1, 2]
Laut Embryotox ist Stillen bei Behandlung mit Amitriptylin als einzigem Mittel und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel; die allermeisten gestillten Kinder waren unauffällig.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol ist während der Behandlung nicht ratsam, weil er die dämpfende Wirkung von Amitriptylin verstärken kann. Laut Fachinformation kann Alkohol auch die Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Konzentration verstärken und die Folgen einer Überdosierung verschlimmern.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Amitriptylin kann Schläfrigkeit und Schwindel hervorrufen, besonders zu Beginn der Behandlung. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Mit oder ohne Nahrung einnehmen; die Tabletten mit Wasser und ohne zu kauen gleich schlucken, weil der Wirkstoff bitter schmeckt. Beim nächtlichen Einnässen 1 bis 1,5 Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Dosis vergessen: zum nächsten regulären Zeitpunkt die normale Dosis nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Bis zur Besserung einer Depression oder von Schmerzen kann es einige bis mehrere Wochen dauern. Bei Depression dauert die Behandlung in der Regel mindestens 6 Monate; beim nächtlichen Einnässen prüft die Ärztin oder der Arzt nach 3 Monaten, ob sie fortgesetzt wird.[1]
Absetzen
Ändern Sie die Dosis nicht und beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Bei zu plötzlichem Abbruch können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit auftreten; laut Fachinformation sollte Amitriptylin über mehrere Wochen schrittweise abgesetzt werden. Wird die Behandlung einer Depression zu früh beendet, können die Beschwerden wiederkehren.[1, 2]
Überdosierung
Sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme wenden, auch ohne Beschwerden, und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind unter anderem erweiterte Pupillen, schneller, unregelmäßiger oder langsamer Herzschlag, Krampfanfälle, Verwirrtheit, Atembeschwerden, Bewusstlosigkeit und Koma. Laut Fachinformation sind Todesfälle durch Überdosierung bei dieser Arzneimittelklasse aufgetreten. Bei Kindern kann eine Überdosierung schwerwiegende Folgen haben.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt getrennte Angaben für Depression, für Nervenschmerzen, Spannungskopfschmerz und Migräne sowie für das nächtliche Einnässen; für ältere Menschen und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es eigene Angaben [1]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Schlucken Sie sie mit Wasser gleich und ohne zu kauen, weil der Wirkstoff bitter schmeckt [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie zum nächsten regulären Zeitpunkt die normale Dosis, nicht die doppelte Menge [1]. Bei Depressionen dauert die Behandlung in der Regel mindestens 6 Monate; wird sie zu früh beendet, können die Beschwerden wiederkehren [1].
Setzen Sie Amitriptylin nicht eigenmächtig ab. Bei zu plötzlichem Abbruch können Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit auftreten; laut Fachinformation sollte es über mehrere Wochen schrittweise abgesetzt werden [1, 2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinie zum Ausschleichen sagen und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Amitriptylin absetzen. Bei einer Überdosierung wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme, auch ohne Beschwerden, und nehmen die Packung mit [1].
Präparate mit Amitriptylin
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Amitriptylin-CT [1, 2]. Achten Sie auf die Stärkeangabe: Ein Hersteller gibt seit 2023 die Menge an Amitriptylin selbst statt an Amitriptylinhydrochlorid an, um Verwechslungen zu vermeiden [4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Amitriptylin-CT | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Amitriptylin neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Stärke seit 2023/2024 als Gehalt an Amitriptylin (Base) angegeben |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amitriptylin-CT 25 mg Tabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Amitriptylin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Herstellerinformation: Änderung der Bezeichnungen für Amitriptylin-neuraxpharm, alle Stärken (veröffentlicht von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Amitriptylin verschrieben?
Amitriptylin ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung von Depressionen und von Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) sowie zur Vorbeugung von chronischen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Bei Kindern ab 6 Jahren kann es gegen nächtliches Einnässen eingesetzt werden, wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind und andere Behandlungen nicht geholfen haben.
Macht Amitriptylin dick?
Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Selten kommt es dagegen zu Gewichtsverlust oder vermindertem Appetit. Wenn Sie ungewollt zunehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und setzen Sie das Mittel nicht eigenmächtig ab.
Macht Amitriptylin müde?
Ja, Schläfrigkeit und Benommenheit sind sehr häufig, Müdigkeit ist häufig. Laut Fachinformation hat Amitriptylin eine beruhigende Wirkung, die ohne Verzögerung eintritt. Sind Sie schläfrig oder schwindelig, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Amitriptylin nehme?
Die Packungsbeilage rät davon ab, während der Behandlung Alkohol zu trinken, weil er die dämpfende Wirkung von Amitriptylin verstärken kann. Laut Fachinformation kann Alkohol außerdem die Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Konzentration verstärken.
Wie lange dauert es, bis Amitriptylin wirkt?
Bei Depressionen kann es einige Wochen dauern, bis Sie eine Besserung bemerken; bei Schmerzen können es mehrere Wochen sein. Laut Fachinformation setzen die antidepressive und die schmerzlindernde Wirkung im Normalfall nach 2 bis 4 Wochen ein, die beruhigende Wirkung dagegen ohne Verzögerung.
Kann ich Amitriptylin einfach absetzen?
Nein. Beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Bei zu plötzlichem Abbruch können Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit auftreten. Laut Fachinformation sollte Amitriptylin über mehrere Wochen schrittweise abgesetzt werden.
Darf ich Amitriptylin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage wird Amitriptylin in der Schwangerschaft nicht empfohlen, außer die Ärztin oder der Arzt hält es nach sorgfältiger Abwägung für eindeutig erforderlich. Das Beratungszentrum Embryotox fand bei mehr als 1.000 ausgewerteten Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Sprechen Sie bei Kinderwunsch oder einer Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Amitriptylin?
Die Dosis hängt vom Anwendungsgebiet, vom Alter und von Begleiterkrankungen ab und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt. Was die Packungsbeilage dazu nennt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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