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Johanniskraut: Nebenwirkungen und Wirkung
Johanniskraut-Trockenextrakt ist ein pflanzliches Arzneimittel bei depressiven Verstimmungen: Präparate gegen leichte depressive Störungen sind nicht verschreibungspflichtig, Präparate zur Behandlung mittelschwerer Depressionen schon. Johanniskraut kann die Wirkung anderer Arzneimittel abschwächen oder verstärken. Betroffen sind zum Beispiel die Pille, Mittel nach Transplantationen, HIV-Mittel und Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ. Die Haut kann lichtempfindlicher werden; während der Einnahme sollen Sie intensive UV-Strahlung wie lange Sonnenbäder, Höhensonne und Solarien meiden.

Wofür wird Johanniskraut eingesetzt?
Jarsin 300 mg enthält einen Trockenextrakt aus Johanniskraut. Die Packungsbeilage beschreibt es als pflanzliches Arzneimittel bei depressiven Verstimmungen; angewendet wird es bei leichten depressiven Störungen (depressiven Episoden) bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre [1]. Auch Jarsin 450 mg ist laut seiner Packungsbeilage zur Behandlung leichter depressiver Episoden bestimmt [4]. Laut dem Beratungszentrum Embryotox werden Johanniskraut-Extrakte bei leichten und mittelschweren Depressionen eingesetzt [3]. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Depression.
Ob Sie für Johanniskraut ein Rezept brauchen, hängt vom Anwendungsgebiet ab: Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Johanniskraut zur Behandlung mittelschwerer Depressionen verschreibungspflichtig [2]. Präparate gegen leichte depressive Störungen wie Jarsin 300 mg sind es nicht [1, 2]. Bei schweren depressiven Störungen dürfen Sie Johanniskraut nicht einnehmen [1]. Verschlimmern sich Ihre Beschwerden oder tritt keine Besserung ein, müssen Sie auf jeden Fall eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [1].
Wie wirkt Johanniskraut?
Johanniskraut-Extrakte enthalten laut Embryotox verschiedene Pflanzenstoffe; für die Stillzeit untersucht wurden nur Hyperforin und Hypericin [3]. Einen Wirkmechanismus nennt die Packungsbeilage von Jarsin 300 mg nicht. Bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden ist nach ihren Angaben erfahrungsgemäß eine Einnahmedauer von 4 bis 6 Wochen erforderlich [1].
Nach der Packungsbeilage können Wirkstoffe aus Johanniskraut die Ausscheidung anderer Arzneimittel beschleunigen und dadurch deren Wirksamkeit herabsetzen; sie können die Wirkung anderer Arzneimittel aber auch verstärken [1]. Deshalb kann es nötig sein, die Dosis anderer Mittel anzupassen, und manche Kombinationen sind ganz ausgeschlossen (mehr dazu im Abschnitt Wechselwirkungen) [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Packungsbeilage von Jarsin 300 mg ordnet alle Nebenwirkungen der Klasse "nicht bekannt" zu: Ihre Häufigkeit lässt sich auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Genannt werden allergische Reaktionen der Haut mit Rötung und Juckreiz, Reaktionen durch Lichtüberempfindlichkeit, Müdigkeit, Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall [1]. Wie Sie Häufigkeitsangaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Lichtüberempfindlichkeit (Photosensibilisierung) betrifft vor allem hellhäutige Menschen, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren: Es kann zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen oder Rötung der Haut kommen, außerdem zu Missempfindungen wie Kribbeln, Schmerz- und Kälteempfindlichkeit oder Brennen [1]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit durch Medikamente.
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautAllergische Reaktionen der Haut mit Rötung und Juckreiz[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreiz
- HautSonnenbrandähnliche Reaktionen oder Rötung der Haut und Missempfindungen (Kribbeln, Schmerz- und Kälteempfindlichkeit, Brennen) durch Lichtüberempfindlichkeit (Photosensibilisierung), vor allem bei hellhäutigen Menschen, die starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren[1]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der HautKribbeln und Taubheitsgefühl
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1]Mehr dazu: Müdigkeit
- PsycheUnruhe[1]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel Übelkeit, Bauchschmerzen (Abdominalschmerzen), Durchfall[1]Mehr dazu: ÜbelkeitBauchschmerzenDurchfall
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Treten Nebenwirkungen auf, sollte laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt aufgesucht werden; sie oder er entscheidet, ob Johanniskraut abgesetzt werden muss [1]. Nehmen Sie zusätzlich bestimmte Antidepressiva, Buspiron oder Triptane ein, kann es in Einzelfällen zu einem Serotoninsyndrom kommen, mit Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Fieber, Angst, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit und Bewegungsveränderungen wie rhythmischen Muskelzuckungen oder Zittern [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Haut und Sonne: Während der Einnahme soll eine intensive UV-Bestrahlung durch lange Sonnenbäder, Höhensonne und Solarien vermieden werden [1]. Nehmen Sie weitere Arzneimittel ein, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, können sich die Hautreaktionen verstärken [1]. Bemerken Sie Rötungen, sonnenbrandähnliche Reaktionen, Juckreiz oder Missempfindungen der Haut, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Unruhe: Die Packungsbeilage sieht vor, die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit morgens, mittags und abends einzunehmen, am besten zu den Mahlzeiten [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Laut Embryotox können Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln auftreten [3]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Nicht zusammen mit Johanniskraut einnehmen dürfen Sie Mittel gegen Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen wie Ciclosporin oder Tacrolimus, bestimmte Mittel gegen HIV-Infektionen, bestimmte Krebsmittel wie Imatinib oder Irinotecan und Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon oder Warfarin [1].
Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel: Es können Zwischenblutungen auftreten, und die Sicherheit der Verhütung kann herabgesetzt sein; Sie sollten deshalb zusätzlich verhüten [1]. Laut Embryotox können die Spiegel der Pille im Blut sinken [3]. Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, sollten vor der Einnahme mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen [1]. Mehr dazu unter Hormonelle Verhütungsmittel.
Antidepressiva und Migränemittel: Die Wirkung von Antidepressiva vom SSRI-Typ wie Paroxetin oder Sertralin, von Buspiron und von Triptanen kann verstärkt sein; die Wirkung von Amitriptylin und Nortriptylin kann dagegen abgeschwächt sein [1]. In Einzelfällen wurden außerdem Wechselwirkungen festgestellt, die die Wirksamkeit von Digoxin, Simvastatin, Fexofenadin, Benzodiazepinen wie Midazolam, Methadon, Theophyllin, Finasterid und Mitteln gegen epileptische Anfälle abschwächen können [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus; HIV-Mittel wie Fosamprenavir, Indinavir, Amprenavir, Efavirenz, Nevirapin, Abacavir; Zytostatika wie Imatinib, Irinotecan; Cumarine wie Phenprocoumon, Warfarin | Wirkstoffe aus Johanniskraut können die Ausscheidung anderer Arzneimittel beschleunigen und dadurch deren Wirksamkeit herabsetzen oder auch die Wirkung anderer Arzneimittel verstärken[1] | Darf nicht zusammen eingenommen werden |
| Hormonelle Verhütungsmittel ("Pille", Depotspritze, Pflaster, Implantat, Vaginalring) | Zwischenblutungen; die Sicherheit der Verhütung kann herabgesetzt sein[1, 3] | Zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen |
| Digoxin, Simvastatin, Fexofenadin, Benzodiazepine (z. B. Midazolam), Methadon, Theophyllin, Finasterid, Antidepressiva wie Amitriptylin und Nortriptylin, Mittel gegen epileptische Anfälle | In Einzelfällen wurden Wechselwirkungen festgestellt, die zu einer Abschwächung der Wirksamkeit führen können[1] | Rat der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes einholen |
| Antidepressiva vom SRI- bzw. SSRI-Typ wie Nefazodon, Paroxetin, Sertralin sowie Buspiron oder Triptane | Deren Wirkung kann verstärkt sein; in Einzelfällen verstärkte unerwünschte Wirkungen wie ein Serotoninsyndrom[1] | Rat der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes einholen |
| Andere Arzneimittel, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen | Die Nebenwirkungen an der Haut können sich verstärken[1] | Vorher ärztlich besprechen; intensive UV-Bestrahlung vermeiden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Johanniskraut nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie Johanniskraut einnehmen, vor allem wenn Sie bereits andere Arzneimittel anwenden [1]. Bei Kindern unter 12 Jahren soll Johanniskraut nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Johanniskraut oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Bekannte Lichtüberempfindlichkeit der Haut[1]
- Schwere depressive Störungen[1]
- Gleichzeitige Einnahme von Mitteln zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen (Immunsuppressiva zur innerlichen Anwendung), z. B. Ciclosporin, Tacrolimus, Everolimus, Sirolimus[1]
- Gleichzeitige Einnahme von Mitteln gegen HIV-Infektionen oder AIDS, z. B. Fosamprenavir, Indinavir, Amprenavir, Efavirenz, Nevirapin, oder von nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmern wie Abacavir[1]
- Gleichzeitige Einnahme von zellwachstumshemmenden Mitteln in der Krebsbehandlung (Zytostatika), z. B. Imatinib, Irinotecan[1]
- Gleichzeitige Einnahme von gerinnungshemmenden Mitteln vom Cumarin-Typ, z. B. Phenprocoumon, Warfarin[1]
Besondere Vorsicht bei
- Einnahme anderer Arzneimittel: Deren Wirksamkeit kann abgeschwächt oder verstärkt sein, sodass ihre Dosierung eventuell angepasst werden muss, Rat der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes einholen[1]
- Hormonelle Verhütung ("Pille", Depotspritze, Verhütungspflaster, Verhütungsimplantat, Vaginalring): Zwischenblutungen möglich, die Verhütungssicherheit kann herabgesetzt sein, zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ergreifen[1]
- Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten: vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1]
- Geplante Operation mit Voll- oder Teilnarkose: mindestens 1 bis 2 Wochen vorher ärztlich besprechen; Johanniskraut sollte mindestens eine Woche vor dem Eingriff abgesetzt werden[1]
- Intensive UV-Bestrahlung (lange Sonnenbäder, Höhensonne, Solarium) während der Einnahme vermeiden[1]
- Kinder unter 12 Jahren: Das Arzneimittel soll bei ihnen nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Jarsin 300 mg enthält Lactose, Glucose und Saccharose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage von Jarsin 300 mg keine Angabe. Ausreichende Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit wurden laut Packungsbeilage nicht durchgeführt [1]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten zusammen, was die Packungsbeilage und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 3]. Als besser geeignete Alternativen in der Schwangerschaft nennt Embryotox die Antidepressiva Sertralin, Citalopram und Escitalopram [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Erfahrungen bei Schwangeren vor; Jarsin 300 mg sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt notwendig hält. Daten zu Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit liegen nicht vor.[1]
Embryotox ordnet Johanniskraut als Mittel mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen ein. Drei Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 300 Schwangerschaften, in denen im ersten Drittel Johanniskraut eingenommen wurde, zeigten heterogene Ergebnisse. Der Großteil der Daten stammt aus einer Registerstudie mit deutschen Krankenversicherungsdaten, deren Autoren unter anderem ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko diskutieren; eine statistisch signifikante Erhöhung des Fehlbildungsrisikos zeigte sich jedoch in keiner der drei Studien. Für eine differenzierte Risikobewertung reichen die Daten nicht aus. Bei einer Neueinstellung und vor einer geplanten Schwangerschaft sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva bevorzugt werden. Anpassungsstörungen beim Neugeborenen wurden bisher nicht beschrieben, sind bei einer Einnahme bis zur Entbindung aber nicht auszuschließen. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Sertralin, Citalopram bzw. Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Erfahrungen bei stillenden Müttern vor; Jarsin 300 mg sollte in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt notwendig hält.[1]
Laut Embryotox ist Stillen bei alleiniger Einnahme von Johanniskraut und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel. Die untersuchten Inhaltsstoffe Hyperforin und Hypericin lagen im Blut gestillter Kinder an oder unter der Nachweisgrenze. In einer Untersuchung an 33 Mutter-Kind-Paaren berichteten zwei Mütter über kolikartige Beschwerden und drei über eine vorübergehende Benommenheit ihrer Kinder; ein ursächlicher Zusammenhang blieb unklar. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Beschwerden wie starke Schläfrigkeit (Sedierung), Trinkschwäche oder Unruhe neu auf, sollten laut Embryotox die Kinderärztin oder der Kinderarzt und Embryotox kontaktiert werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Ausreichende Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, wurden nicht durchgeführt.[1]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) morgens, mittags und abends einnehmen, am besten zu den Mahlzeiten. Bis zur deutlichen Besserung ist erfahrungsgemäß eine Einnahmedauer von 4 bis 6 Wochen erforderlich.[1]
Einnahme vergessen: die Behandlung wie in der Dosierungsanleitung beschrieben oder wie ärztlich verordnet fortsetzen, nicht die doppelte Menge nehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Laut Packungsbeilage von Jarsin 300 mg nehmen Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre, soweit nicht anders verordnet, 3-mal täglich 1 überzogene Tablette ein. Bestehen die Krankheitszeichen länger als 4 Wochen oder verstärken sie sich trotz vorschriftsmäßiger Dosierung, suchen Sie erneut Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.[1]
Absetzen
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden. Vor einer geplanten Operation mit Narkose sollte Johanniskraut mindestens eine Woche vorher abgesetzt werden.[1]
Überdosierung
Nach der Einnahme erheblicher Überdosen über zwei Wochen wurden Krämpfe und Verwirrtheit beobachtet. Nach erheblichen Überdosen sollten Betroffene umgehend 1 bis 2 Wochen lang vor Sonnenlicht und anderer UV-Strahlung geschützt werden (Aufenthalt im Freien einschränken, bedeckende Kleidung, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor); die beschriebenen Nebenwirkungen können verstärkt auftreten.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Jarsin 300 mg wieder; andere Präparate wie Jarsin 450 mg enthalten eine andere Extraktmenge je Tablette und haben eigene Dosierungsangaben [1, 4]. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, etwa einem Glas Wasser, morgens, mittags und abends ein, am besten zu den Mahlzeiten [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, setzen Sie die Behandlung wie beschrieben fort und nehmen nicht die doppelte Menge [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden [1].
Vor einer geplanten Operation mit Voll- oder Teilnarkose sollten Sie mindestens 1 bis 2 Wochen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen; Johanniskraut sollte mindestens eine Woche vor dem Eingriff abgesetzt werden [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP. Nach erheblichen Überdosen über zwei Wochen wurden Krämpfe und Verwirrtheit beobachtet; was dann zu tun ist, steht in der Karte oben. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Johanniskraut
Jarsin 300 mg gibt es als überzogene Tabletten, Jarsin 450 mg als Filmtabletten mit einer anderen Extraktmenge je Tablette [1, 4]. Das Beratungszentrum Embryotox führt unter anderem Hyperforat, Jarsin, Laif und Neuroplant als Präparate mit Johanniskraut [3]. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Jarsin 300 mg überzogene Tabletten [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Jarsin 300 mg | Cassella-med GmbH & Co. KG | überzogene Tabletten bei leichten depressiven Störungen; Grundlage dieser Seite |
| Jarsin 450 mg | Cassella-med GmbH & Co. KG | Filmtabletten zur Behandlung leichter depressiver Episoden |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Jarsin 300 mg überzogene Tabletten. Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 01/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Johanniskraut. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Johanniskraut. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Jarsin 450 mg Filmtabletten. Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 04/2020. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Hebt Johanniskraut die Wirkung der Pille auf?
Laut Packungsbeilage können bei Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, die Depotspritze, ein Verhütungspflaster, ein Implantat oder einen Vaginalring anwenden, unter Johanniskraut Zwischenblutungen auftreten, und die Sicherheit der Verhütung kann herabgesetzt sein. Sie sollten deshalb zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen. Laut Embryotox können die Spiegel der Pille im Blut sinken.
Brauche ich für Johanniskraut ein Rezept?
Das hängt vom Anwendungsgebiet ab. Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Johanniskraut zur Behandlung mittelschwerer Depressionen verschreibungspflichtig. Präparate gegen leichte depressive Störungen, etwa Jarsin 300 mg, sind nicht verschreibungspflichtig. Bei schweren depressiven Störungen darf Johanniskraut laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden.
Wie lange dauert es, bis Johanniskraut wirkt?
Laut Packungsbeilage ist erfahrungsgemäß eine Einnahmedauer von 4 bis 6 Wochen bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden erforderlich. Bestehen die Krankheitszeichen länger als 4 Wochen oder verstärken sie sich trotz vorschriftsmäßiger Einnahme, suchen Sie erneut Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Macht Johanniskraut lichtempfindlich?
Ja, das ist möglich. Vor allem bei hellhäutigen Menschen, die starker Sonne ausgesetzt waren, kann es durch Lichtüberempfindlichkeit zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen oder Hautrötung und zu Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen kommen; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Während der Einnahme soll intensive UV-Bestrahlung durch lange Sonnenbäder, Höhensonne oder Solarien vermieden werden. Bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit der Haut dürfen Sie Johanniskraut nicht einnehmen.
Darf ich Johanniskraut zusammen mit anderen Antidepressiva nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Laut Packungsbeilage kann die Wirkung von Antidepressiva vom SSRI-Typ wie Paroxetin oder Sertralin, von Buspiron und von Triptanen verstärkt sein; in Einzelfällen können unerwünschte Wirkungen wie ein Serotoninsyndrom mit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Fieber, Angst, Ruhelosigkeit und Verwirrtheit auftreten. Die Wirkung von Amitriptylin und Nortriptylin kann dagegen abgeschwächt sein.
Muss ich Johanniskraut vor einer Operation absetzen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie vor einer geplanten Operation mit Voll- oder Teilnarkose mindestens 1 bis 2 Wochen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, um mögliche Wechselwirkungen zu erkennen. Johanniskraut sollte dann mindestens eine Woche vor dem Eingriff abgesetzt werden.
Darf ich Johanniskraut in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor; Johanniskraut sollte nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt notwendig hält. Das Beratungszentrum Embryotox ordnet Johanniskraut als Mittel mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen ein; bei einer Neueinstellung und vor einer geplanten Schwangerschaft sollten laut Embryotox besser untersuchte Antidepressiva bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Stillen hält Embryotox bei alleiniger Einnahme und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Nebenwirkungen Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Demenz-Symptome durch MedikamenteManche Medikamente können vergesslich, unkonzentriert oder verwirrt machen.