MedikamenteWirkstoff
Lidocain: Nebenwirkungen und Wirkung
Lidocain ist ein örtlich wirkendes Betäubungs- und Schmerzmittel (Lokalanästhetikum). Diese Seite beschreibt das verschreibungspflichtige wirkstoffhaltige Pflaster gegen Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie); Sprays, Salben und Injektionslösungen mit Lidocain haben eigene Packungsbeilagen. Sehr häufig sind Hautreaktionen an der Klebestelle wie Rötung, Juckreiz oder Brennen. Bei Hautreizung oder Brennen entfernen Sie das Pflaster.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Lidocain eingesetzt?
Lidocain ist ein örtlich wirkendes Schmerzmittel (Lokalanalgetikum) [1]. Diese Seite beschreibt das wirkstoffhaltige Pflaster mit 700 mg Lidocain: Es wird zur Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie verschrieben, einer schmerzhaften Erkrankung mit brennenden, einschießenden oder stechenden Schmerzen in den betroffenen Hautregionen [1]. Laut Fachinformation ist es zur Linderung der Beschwerden neuropathischer Schmerzen nach einer Herpes-zoster-Infektion bei Erwachsenen zugelassen [2]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie auf den Seiten Gürtelrose und Nervenschmerzen.
Lidocain kommt auch in vielen anderen Arzneimitteln vor. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird es zur Oberflächenbetäubung, zur örtlichen Betäubung bei chirurgischen und zahnmedizinischen Eingriffen, in der Schmerztherapie und als Mittel gegen Herzrhythmusstörungen eingesetzt; weil es gut über die Schleimhaut aufgenommen wird, kommt es auch als Spray, Salbe oder Gleitmittel zum Einsatz [3]. Dazu gehört etwa eine Rektalsalbe, die laut ihrer Packungsbeilage bei Erwachsenen angewendet wird, um Schmerzen im Analbereich vor einer Untersuchung des Enddarms zu lindern und Juckreiz und Schmerzen im Analbereich örtlich zu behandeln, die zum Beispiel durch Hämorrhoiden verursacht werden [5]. Diese Arzneimittel haben eigene Packungsbeilagen und werden hier nicht beschrieben. Ob ein Rezept nötig ist, hängt von der Art der Anwendung ab: Lidocain ist grundsätzlich verschreibungspflichtig, Arzneimittel zum Aufbringen auf Haut oder Schleimhaut sind davon ausgenommen, außer zur Anwendung am Auge, am äußeren Gehörgang und gegen Post-Zoster-Neuralgie [4].
Wie wirkt Lidocain?
Laut Embryotox ist Lidocain ein Lokalanästhetikum vom Säureamidtyp: Es hemmt die Weiterleitung von Reizen an den Nervenfasern, indem es spannungsabhängige Natriumkanäle blockiert [3]. Das Pflaster wirkt laut Fachinformation auf zwei Wegen: Lidocain dringt kontinuierlich in die Haut ein und lindert dort den Schmerz, vermutlich weil es Natriumkanäle herunterreguliert und so die Membran der Nervenzellen stabilisiert. Zusätzlich deckt das Hydrogelpflaster den überempfindlichen Hautbereich mechanisch ab [2].
Gewöhnlich spüren Sie schon am ersten Tag eine gewisse Schmerzlinderung; bis sich die vollständige Wirkung einstellt, kann es 2 bis 4 Wochen dauern [1]. Bei der höchsten empfohlenen Anwendung gelangen etwa 3 ± 2 Prozent der aufgebrachten Wirkstoffmenge in den Blutkreislauf. Lidocain wird in der Leber schnell abgebaut und mit seinen Abbauprodukten über die Nieren ausgeschieden; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) lag nach Anwendung des Pflasters bei Gesunden bei 7,6 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Versatis. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation ist bei etwa 16 Prozent der Behandelten mit Nebenwirkungen zu rechnen, die entsprechend der Darreichungsform örtlich auftreten; am häufigsten sind Reaktionen an der Klebestelle wie Brennen, Hautentzündung, Rötung, Juckreiz, Ausschlag, Hautreizung und Bläschen. Die Nebenwirkungen waren im Wesentlichen schwach bis mäßig ausgeprägt, weniger als 5 Prozent führten zum Abbruch der Behandlung [2]. Nebenwirkungen im ganzen Körper sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht zu erwarten, weil die Konzentration von Lidocain im Blut sehr niedrig ist [2]. Mehr zu Hautreaktionen auf den Seiten Hautausschlag und Juckreiz.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenHauterscheinungen im oder um den Bereich, auf dem das Pflaster klebt: Rötung, Hautausschlag, Juckreiz, Brennen, Hautentzündung und kleine Bläschen (Reaktionen an der Anwendungsstelle)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktion) und Allergien (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Verletzungen und VergiftungenOffene Wunden[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, können schwere allergische Reaktionen auftreten [1, 2]. Die Hilfsstoffe Methyl- und Propyl-4-hydroxybenzoat können allergische Reaktionen hervorrufen, auch zeitverzögert, unter Umständen erst nach längerer Anwendung [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Hautreizung oder Brennen: Entfernen Sie das Pflaster und kleben Sie auf diesen Bereich kein neues, bis die Reizung abgeklungen ist [1]. Das Pflaster gehört nur auf unverletzte, trockene Haut ohne Reizung und erst nach dem Abheilen der Gürtelrose; nicht auf Schleimhäute und nicht in die Nähe von Mund und Augen [1, 2]. Der Hilfsstoff Propylenglycol kann Hautreizungen verursachen [1, 2].
Richtig aufkleben und abnehmen: Behaarte Stellen kürzen Sie vorher mit einer Schere, statt sie zu rasieren. Nach dem Baden oder Duschen warten Sie, bis die Haut abgekühlt ist. Lässt sich ein Pflaster schwer lösen, können Sie es ein paar Minuten mit warmem Wasser einweichen [1]. Halten Sie die vorgesehene Tragezeit und die pflasterfreie Pause ein; mehr Pflaster oder eine längere Tragezeit erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Studien zu Wechselwirkungen gibt es für das Pflaster nicht; in klinischen Studien wurden keine bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet, und weil nur wenig Lidocain ins Blut gelangt, ist laut Fachinformation eine klinisch relevante pharmakokinetische Wechselwirkung (eine gegenseitige Beeinflussung bei Aufnahme, Abbau oder Ausscheidung) unwahrscheinlich [2]. Vorsicht gilt dennoch bei Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse I und bei anderen Lokalanästhetika [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse I (z. B. Tocainid, Mexiletin) und andere Lokalanästhetika | Das Risiko, dass sich die Wirkungen im ganzen Körper addieren, ist nicht ausgeschlossen, obwohl über die Haut normalerweise wenig Lidocain aufgenommen wird[2] | Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung |
| Betablocker, CYP3A4-Hemmer (z. B. Imidazolderivate, Makrolide) und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen | Bei einer Überdosierung können bekannte Wechselwirkungen mit diesen Mitteln bedeutsam werden[1, 2] | Nicht mehr Pflaster und nicht länger anwenden als verordnet |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Lidocain nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Haben Sie eine schwere Herzschwäche oder schwere Störungen der Leber- oder Nierenfunktion, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde das Pflaster nicht untersucht; die Anwendung wird nicht empfohlen [1, 2]. Ein Abbauprodukt von Lidocain, 2,6-Xylidin, verursachte bei Ratten in hohen Dosen Tumoren; die Bedeutung für den Menschen ist nicht bekannt, deshalb ist eine Langzeitbehandlung laut Fachinformation nur bei therapeutischem Nutzen gerechtfertigt [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Lidocain oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Überempfindlichkeit gegen andere Lokalanästhetika vom Amidtyp, die Lidocain ähneln, etwa Bupivacain, Etidocain, Mepivacain oder Prilocain[1, 2]
- Anwendung auf verletzter oder entzündeter Haut und auf offenen Wunden, etwa auf noch nicht abgeheilten Herpes-zoster-Hautveränderungen oder bei atopischer Dermatitis[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder schwere Störungen der Leber- oder Nierenfunktion: vorher ärztlich besprechen; das Pflaster darf dann nur mit Vorsicht angewendet werden[1, 2]
- Erst anwenden, wenn die Gürtelrose abgeheilt ist; nicht im Bereich von Mund und Augen und nicht auf Schleimhäuten anwenden[1, 2]
- Ein Abbauprodukt von Lidocain, 2,6-Xylidin, verursachte bei Ratten in hohen Dosen über die gesamte Lebensspanne Tumoren; die Bedeutung für den Menschen ist nicht bekannt. Laut Fachinformation ist eine Langzeitbehandlung deshalb nur gerechtfertigt, wenn sie einen therapeutischen Nutzen bringt[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: nicht untersucht, Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Hilfsstoffe: Propylenglycol kann Hautreizungen verursachen; Methyl- und Propyl-4-hydroxybenzoat können allergische Reaktionen hervorrufen, auch zeitverzögert, unter Umständen erst nach längerer Anwendung[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation des Pflasters keine Angabe [1, 2]. Auswirkungen auf das Autofahren sind unwahrscheinlich [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox sagen; Embryotox bezieht sich dabei auf Lidocain als Lokalanästhetikum allgemein [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Lidocain geht über die Plazenta zum Ungeborenen über; ausreichende Daten zur Anwendung bei Schwangeren fehlen, Tierversuche gaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen. Weil das Risiko für den Menschen nicht bekannt ist, sollte das Pflaster in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt erforderlich ist.[1, 2]
Laut Embryotox ist die Anwendung von Lidocain als Lokalanästhetikum in der Schwangerschaft möglich; dazu gibt es lediglich eine Studie aus dem Jahr 1977 mit 293 Frauen, die in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten behandelt wurden; sie ergab keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, weitere systematische Untersuchungen liegen nicht vor. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox je nach Anwendungsgebiet gegebenenfalls Articain (Zahnheilkunde), Bupivacain oder Ropivacain (Geburtshilfe). Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Lidocain geht in die Muttermilch über; Studien zur Anwendung des Pflasters in der Stillzeit liegen nicht vor. Weil bei der Anwendung nur sehr geringe Mengen Lidocain ins Blut gelangen, ist eine Wirkung auf das gestillte Kind laut Packungsbeilage unwahrscheinlich.[1, 2]
Laut Embryotox kann Lidocain indikationsgerecht in der Stillzeit angewendet werden; Berichte über Beschwerden bei gestillten Säuglingen liegen bisher nicht vor.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen sind unwahrscheinlich, weil nur sehr wenig Wirkstoff in den Körper gelangt; laut Packungsbeilage können Sie während der Anwendung Fahrzeuge führen und Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Behaarte Hautstellen vorher mit einer Schere kürzen, nicht rasieren. Die Haut muss sauber, trocken und unverletzt sein; nach dem Baden oder Duschen warten, bis die Haut abgekühlt ist. Das Pflaster mindestens 10 Sekunden fest andrücken, auch an den Ecken. Solange es klebt, möglichst keinen Kontakt mit Wasser; Baden, Duschen und Schwimmen in die pflasterfreie Zeit legen. Hautcremes und Lotionen sind in der pflasterfreien Zeit möglich.[1, 2]
Vergessen, das Pflaster nach 12 Stunden zu entfernen: sofort abnehmen; nach 12 Stunden kann wieder ein Pflaster aufgeklebt werden. Vergessen, nach der pflasterfreien Pause ein neues aufzukleben: sofort nachholen. Löst sich ein Pflaster, erneut auf dieselbe Stelle kleben; haftet es nicht, ein neues verwenden.[1]
Der Beutel muss nach jeder Entnahme gut verschlossen werden, sonst trocknen die Pflaster aus; nach dem ersten Öffnen sind sie 14 Tage haltbar. Auch ein benutztes Pflaster enthält noch Wirkstoff: mit den Klebeflächen zusammenkleben und für Kinder unzugänglich entsorgen.[1]
Absetzen
Haben Sie nach 2 bis 4 Wochen noch Schmerzen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation wird das Ergebnis nach 2 bis 4 Wochen neu bewertet und die Behandlung abgebrochen, wenn sie nicht anspricht; später wird regelmäßig geprüft, ob weniger Pflaster ausreichen oder die pflasterfreie Zeit verlängert werden kann.[1, 2]
Überdosierung
Werden mehr Pflaster benutzt als vorgesehen oder bleiben sie zu lange auf der Haut, steigt das Risiko für Nebenwirkungen. Laut Fachinformation ist eine Überdosierung durch das Pflaster nicht zu erwarten, bei unsachgemäßer Anwendung aber nicht ausgeschlossen; mögliche Zeichen sind Schwindel, Erbrechen, Schläfrigkeit, Krämpfe, weite Pupillen, verlangsamter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen und Schock. Dann muss das Pflaster entfernt werden; ein Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Packungsbeilage und Fachinformation nennen, wie viele Pflaster gleichzeitig verwendet werden dürfen, wie lange sie auf der Haut bleiben und wie lange die pflasterfreie Pause dauert [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie Sie das Pflaster anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Anwendung und Absetzen
Wenden Sie das Pflaster immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an [1]. Kleben Sie es direkt nach der Entnahme und dem Abziehen der Schutzfolie auf und drücken Sie es mindestens 10 Sekunden fest an, auch an den Ecken. Solange es klebt, vermeiden Sie möglichst Kontakt mit Wasser [1, 2]. Haben Sie vergessen, das Pflaster rechtzeitig abzunehmen, entfernen Sie es, sobald Sie es bemerken; haben Sie vergessen, nach der Pause ein neues aufzukleben, holen Sie das sofort nach [1]. Verschließen Sie den Beutel nach jeder Entnahme gut; nach dem ersten Öffnen sind die Pflaster 14 Tage haltbar [1].
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüft in regelmäßigen Abständen, wie gut das Pflaster wirkt [1]. Laut Fachinformation wird das Ergebnis nach 2 bis 4 Wochen neu bewertet; spricht die Behandlung nicht an, muss sie abgebrochen werden, weil dann mögliche Risiken den Nutzen überwiegen können. Später wird regelmäßig geprüft, ob weniger Pflaster ausreichen oder die pflasterfreie Zeit verlängert werden kann [2]. Auch ein benutztes Pflaster enthält noch Wirkstoff: Kleben Sie es mit den Klebeflächen zusammen und entsorgen Sie es für Kinder unzugänglich [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente entsorgen.
Präparate mit Lidocain
Wirkstoffhaltige Pflaster mit 700 mg Lidocain gibt es unter anderem als Versatis und Lidocain Libra-Pharm. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Versatis 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster [1, 2]. Embryotox nennt als Präparate mit Lidocain für andere Anwendungen unter anderem Dynexan Mundgel, Posterisan akut und Xylocain [3].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Versatis | Grünenthal GmbH | 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster (verschreibungspflichtig); Grundlage dieser Seite |
| Lidocain Libra-Pharm | Libra-Pharm GmbH | 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster (verschreibungspflichtig) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Versatis 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster. Grünenthal GmbH. Stand 12/2017. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Versatis 700 mg wirkstoffhaltiges Pflaster. Grünenthal GmbH. Stand 12/2017. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Lidocain. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Lidocain. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Posterisan akut 50 mg/g Rektalsalbe (Lidocain). DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Wie viele Lidocain-Pflaster darf ich verwenden und wie lange?
Wie viele Pflaster Sie verwenden und wann Sie sie aufkleben, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung. Wichtig ist, dass auf jede Tragezeit eine pflasterfreie Pause folgt. Werden mehr Pflaster benutzt als vorgesehen oder bleiben sie zu lange auf der Haut, steigt das Risiko für Nebenwirkungen.
Wie schnell wirkt das Lidocain-Pflaster?
Laut Packungsbeilage spüren Sie gewöhnlich schon am ersten Tag eine gewisse Schmerzlinderung. Bis sich die vollständige schmerzlindernde Wirkung einstellt, kann es 2 bis 4 Wochen dauern. Haben Sie danach noch Schmerzen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation wird die Behandlung abgebrochen, wenn sie nicht anspricht.
Darf ich mit dem Lidocain-Pflaster duschen oder baden?
Solange ein Pflaster klebt, sollten Sie Kontakt mit Wasser möglichst vermeiden und Baden, Duschen oder Schwimmen in die pflasterfreie Zeit legen. Nach dem Baden oder Duschen warten Sie, bis die Haut abgekühlt ist, bevor Sie ein neues Pflaster aufkleben. Hautcremes und Lotionen können Sie in der pflasterfreien Zeit verwenden.
Kann ich das Lidocain-Pflaster zerschneiden?
Ja. Laut Packungsbeilage kann das Pflaster in kleinere Stücke geschnitten werden, bevor Sie die Schutzfolie entfernen, um den schmerzenden Bereich besser abzudecken. Wenn Sie den Beutel mit einer Schere öffnen, achten Sie darauf, die Pflaster dabei nicht zu beschädigen; verschließen Sie den Beutel nach der Entnahme wieder gut, damit die übrigen Pflaster nicht austrocknen.
Darf ich mit dem Lidocain-Pflaster Auto fahren?
Laut Packungsbeilage sind Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen unwahrscheinlich; Sie können während der Anwendung Fahrzeuge führen und Maschinen bedienen. Die Fachinformation begründet das damit, dass nur sehr wenig Wirkstoff in den Körper aufgenommen wird; eigene Studien dazu gibt es nicht.
Gibt es Lidocain ohne Rezept?
Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Lidocain grundsätzlich verschreibungspflichtig. Ausgenommen sind unter anderem Arzneimittel zum Aufbringen auf Haut oder Schleimhaut, außer zur Anwendung am Auge, am äußeren Gehörgang und zur Linderung von Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose. Das Pflaster gegen Post-Zoster-Neuralgie ist deshalb verschreibungspflichtig.
Darf ich Lidocain in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Für das Pflaster gilt laut Packungsbeilage: In der Schwangerschaft nur, wenn es unbedingt erforderlich ist; in der Stillzeit ist eine Wirkung auf das Kind unwahrscheinlich, weil nur sehr wenig Lidocain ins Blut gelangt. Das Beratungszentrum Embryotox hält die Anwendung von Lidocain als Lokalanästhetikum in der Schwangerschaft für möglich; in der Stillzeit kann Lidocain laut Embryotox indikationsgerecht angewendet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
Medikamente Tilidin/Naloxon (Valoron)Tilidin/Naloxon ist ein verschreibungspflichtiges Opioid gegen starke Schmerzen.
-
-
Impfungen Tollwut-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenNach der Tollwut-Impfung mit Verorab sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig.