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Diphenhydramin: Nebenwirkungen und Wirkung
Diphenhydramin ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen; Tabletten zum Einnehmen sind nicht verschreibungspflichtig. Am häufigsten berichtet werden Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag sowie Schwindel und Muskelschwäche. Die Einnahme sollte im Allgemeinen nur wenige Tage dauern und 2 Wochen nicht überschreiten; Alkohol dürfen Sie während der Anwendung nicht trinken.

Wofür wird Diphenhydramin eingesetzt?
Diphenhydramin ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika. Die Packungsbeilage von Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten nennt als Anwendungsgebiet die Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen [1]. Tabletten zum Einnehmen sind nicht verschreibungspflichtig; verschreibungspflichtig ist Diphenhydramin nur zur parenteralen Anwendung [2]. Mehr zu den Ursachen und zur Behandlung lesen Sie auf der Seite Schlafstörungen; einen Überblick über ähnliche Mittel gibt die Seite Beruhigungs- und Schlafmittel.
Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird Diphenhydramin außerdem zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen und bei Reisekrankheit eingesetzt [3]. Diese Präparate haben eigene Packungsbeilagen; diese Seite beschreibt die Schlaftabletten. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen; zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Diphenhydramin als Schlafmittel liegen in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vor [1].
Wie wirkt Diphenhydramin?
Laut Embryotox gehört Diphenhydramin zu den Antihistaminika der ersten Generation: Es hemmt die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin an den H1-Rezeptoren. Daneben wirkt es dämpfend (sedierend), antiallergisch, gegen Übelkeit und Erbrechen sowie anticholinerg [3].
Die Tablette wird abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen; danach sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein [1]. Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen können sich auch am Folgetag noch auswirken, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer [1]. Nach wiederholter Einnahme über längere Zeit kann die Wirksamkeit nachlassen [1]. Laut Embryotox liegt die Halbwertszeit von Diphenhydramin (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) bei 2,4 bis 9,3 Stunden; vom eingenommenen Wirkstoff gelangen 40 bis 60 Prozent in den Blutkreislauf [3].
Nebenwirkungen
Die Packungsbeilage von Diphenhydraminhydrochlorid STADA erklärt zwar die üblichen Häufigkeitsangaben, ordnet die einzelnen Nebenwirkungen aber keiner Häufigkeitsklasse zu [1]. Sie unterscheidet die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, weitere häufiger auftretende Nebenwirkungen und weitere berichtete Beschwerden; besonders zu Beginn der Behandlung ist mit ihnen zu rechnen [1]. Wie Sie Angaben in Beipackzetteln lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Packungsbeilage ist mit den folgenden Nebenwirkungen besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen: Am häufigsten berichtet werden Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer, sowie Schwindel und Muskelschwäche. Weitere häufiger auftretende Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall und anticholinerge Wirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Sodbrennen, Sehstörungen oder Beschwerden beim Wasserlassen. Außerdem können bestimmte Herzrhythmusstörungen (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG) auftreten. Berichtet wurden zudem Überempfindlichkeitsreaktionen, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, Veränderungen des Blutbildes, ein erhöhter Augeninnendruck, Gelbsucht durch Gallestau (cholestatischer Ikterus) und sogenannte "paradoxe Reaktionen" wie Ruhelosigkeit, Nervosität, Erregung, Angstzustände, Zittern oder Schlafstörungen.[1]
Mehrere der genannten Beschwerden gehen auf die anticholinerge Wirkung zurück, etwa Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörungen oder Beschwerden beim Wasserlassen; ältere Menschen können dafür besonders empfindlich sein [1]. Mehr zu einzelnen Beschwerden auf den Seiten Müdigkeit, Mundtrockenheit und QT-Verlängerung.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Überdosierungen und die Einnahme durch Kinder und Kleinkinder können gefährlich sein; sie äußern sich vor allem durch Störungen des zentralen Nervensystems und des Herz-Kreislauf-Systems [1]. Bewahren Sie die Tabletten für Kinder unzugänglich auf [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit am Folgetag: Nehmen Sie die Tablette abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen ein und planen Sie danach 7 bis 8 Stunden Schlaf ein; Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen am Folgetag treten vor allem nach zu kurzer Schlafdauer auf [1]. Bedenken Sie, dass sich Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen auch am Folgetag noch auf die Fahrtüchtigkeit und das Arbeiten mit Maschinen auswirken können [1].
Weitere Beschwerden: Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Bestehen die Schlafstörungen fort, suchen Sie ärztlichen Rat, statt die Einnahme zu verlängern [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Zusammen mit MAO-Hemmern darf Diphenhydramin nicht eingenommen werden. Andere dämpfende Mittel wie Schlaf-, Beruhigungs- oder Schmerzmittel, angstlösende Mittel, Antidepressiva oder Mittel gegen Anfallsleiden können sich in ihrer Wirkung mit Diphenhydramin gegenseitig verstärken [1]. Mittel, die das QT-Intervall im EKG verlängern oder zu Kaliummangel führen, sollen nicht gleichzeitig angewendet werden [1]. Auch andere Arzneimittel mit Diphenhydramin, einschließlich solcher zum Auftragen, sollten Sie nicht gleichzeitig verwenden [1]. Zusammen mit Mitteln, die ebenfalls anticholinerg wirken, etwa Atropin, Biperiden oder trizyklischen Antidepressiva, können ein erhöhter Augeninnendruck, ein Harnverhalt oder eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmlähmung auftreten; mit Blutdrucksenkern kann die Müdigkeit zunehmen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| MAO-Hemmer (bestimmte Mittel gegen Depressionen) | Die Wirkung der MAO-Hemmer kann beeinflusst werden; verstärkte anticholinerge Wirkung möglich[1] | Nicht zusammen einnehmen |
| Andere Arzneimittel mit Diphenhydramin, auch äußerlich angewendete | Zusätzliche Aufnahme desselben Wirkstoffs[1] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Andere zentral dämpfende Mittel: Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- oder Narkosemittel, angstlösende Mittel, Antidepressiva, Mittel gegen Anfallsleiden | Die Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1] | Vorher ärztlich oder in der Apotheke besprechen |
| Mittel mit anticholinerger Wirkung wie Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer | Erhöhung des Augeninnendrucks, Harnverhalt oder eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmlähmung möglich[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Blutdrucksenkende Mittel | Verstärkte Müdigkeit[1] | Vorher ärztlich besprechen |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern, z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin), Cisaprid, Malariamittel, Antihistaminika, Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Citalopram oder Escitalopram; Mittel, die zu Kaliummangel führen können | Bestimmte Herzrhythmusstörungen[1] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Allergietests | Diphenhydramin kann die Testergebnisse verfälschen[1] | Mindestens 3 Tage vorher nicht mehr anwenden |
| Alkohol | Die Wirkung von Diphenhydramin wird in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt[1] | Während der Anwendung keinen Alkohol trinken |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Diphenhydramin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Die Packungsbeilage nennt zahlreiche Gegenanzeigen, unter anderem bestimmte Herzerkrankungen wie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder Herzrhythmusstörungen, grünen Star (Engwinkelglaukom), eine vergrößerte Prostata mit Restharn, Epilepsie und akutes Asthma [1]. Ältere Menschen sollten Diphenhydramin nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen, weil sie empfindlicher für Nebenwirkungen sein können; eine eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion und weitere Arzneimittel machen Nebenwirkungen wahrscheinlicher [1]. Haben Sie früher einmal eine Abhängigkeit von Alkohol, Arzneimitteln oder Drogen gehabt, ist das Risiko einer Abhängigkeit erhöht [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit und Absetzerscheinungen.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Diphenhydraminhydrochlorid, andere Antihistaminika oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, verengte Magen-Darm-Passage[1]
- Akutes Asthma[1]
- Grüner Star (Engwinkelglaukom)[1]
- Bestimmte Geschwülste des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)[1]
- Vergrößerte Vorsteherdrüse mit Restharnbildung, Harnverhaltung[1]
- Epilepsie[1]
- Kalium- oder Magnesiummangel[1]
- Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[1]
- Bestimmte Herzerkrankungen: angeborenes QT-Syndrom oder andere bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen oder Herzrhythmusstörungen[1]
- Gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Antiarrhythmika der Klassen IA oder III, bestimmte Antibiotika, Malariamittel, Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Citalopram oder Escitalopram) oder die zu einem Kaliummangel führen (z. B. bestimmte Diuretika)[1]
- Gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder von MAO-Hemmern (Mittel zur Behandlung von Depressionen)[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren[1]
- Schwangerschaft und Stillzeit (laut Packungsbeilage)[1]
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Leberfunktion[1]
- Chronische Lungenerkrankungen oder Asthma[1]
- Bestimmte Magenfunktionsstörungen (Pylorusstenose oder Achalasie der Kardia)[1]
- Wiederholte Einnahme über längere Zeit: Die Wirksamkeit kann nachlassen (Toleranz)[1]
- Abhängigkeit: Wie andere Schlafmittel kann Diphenhydramin zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer und ist bei Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte erhöht[1]
- Ältere Menschen: nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, weil die Empfindlichkeit für Nebenwirkungen, vor allem anticholinerge, erhöht sein kann; eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion und weitere Arzneimittel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken [1]. Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und noch am Folgetag so beeinträchtigt sein, dass Sie nicht sicher am Straßenverkehr teilnehmen können [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Zu Schwangerschaft und Stillzeit weichen Packungsbeilage und das Beratungszentrum Embryotox voneinander ab; die Karten nennen beide Angaben [1, 3].
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage darf Diphenhydraminhydrochlorid STADA in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.[1]
Embryotox ordnet Diphenhydramin als Mittel mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen ein. In Untersuchungen mit insgesamt etwa 3.000 Schwangerschaften erwies es sich als nicht Fehlbildungen auslösend; laut Embryotox kann es während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, bei Schlafstörungen möglichst nur kurzfristig und nicht zusammen mit Benzodiazepinen oder anderen dämpfenden Mitteln. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox je nach Anwendungsgebiet gegen Übelkeit und Erbrechen Doxylamin plus Pyridoxin, Meclozin oder auch Dimenhydrinat und als nicht dämpfendes Mittel gegen Allergien z. B. Loratadin; für ein Schlafmittel rät Embryotox zur ärztlichen Rücksprache, weil je nach Art der Schlafstörung unterschiedliche Wirkstoffgruppen geeignet sind. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Diphenhydramin geht in die Muttermilch über; eine Sedierung des gestillten Säuglings ist nicht ausgeschlossen. Laut Packungsbeilage darf es deshalb in der Stillzeit nicht eingenommen werden.[1]
Laut Embryotox ist Diphenhydramin in der Stillzeit für einige Tage akzeptabel; eines von zwölf gestillten Kindern zeigte unter der Behandlung der Mutter leichte Schläfrigkeit, die keiner Behandlung bedurfte.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Anwendung dürfen Sie keinen Alkohol trinken, weil er die Wirkung von Diphenhydramin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt.[1]
Autofahren und Maschinen
Diphenhydramin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Werkzeugen und Maschinen und zur Ausübung gefahrvoller Tätigkeiten beeinträchtigt ist. Auch am Folgetag können Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen nachwirken, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer.[1]
Einnahme
Die Tablette unzerkaut abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise einem Glas Trinkwasser) einnehmen; anschließend sollte eine ausreichende Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern wie beschrieben oder verordnet fortfahren.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Erwachsene: falls ärztlich nicht anders verordnet 1 Tablette mit 50 mg Diphenhydraminhydrochlorid; diese Dosis sollte nicht überschritten werden. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein, im Allgemeinen nur wenige Tage, und 2 Wochen nicht überschreiten. Bei fortbestehenden Schlafstörungen suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.[1]
Absetzen
Beim plötzlichen Absetzen können die Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung gegebenenfalls durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden.[1]
Überdosierung
Überdosierungen und die Einnahme durch Kinder und Kleinkinder können gefährlich sein; bei Verdacht sofort eine Ärztin oder einen Arzt informieren, zum Beispiel über den Giftnotruf. Eine Überdosierung äußert sich, abhängig von der Menge, vor allem durch Störungen des zentralen Nervensystems (Verwirrung, Erregungszustände bis hin zu Krampfanfällen, Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, Atemstörungen bis zum Atemstillstand) und des Herz-Kreislauf-Systems; außerdem können gesteigerte Muskelreflexe, Fieber, trockene Schleimhäute, Sehstörungen, Verstopfung, Störungen der Harnausscheidung und schwere Muskelschädigungen (Rhabdomyolysen) auftreten.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Übersicht gibt die Angaben der Packungsbeilage von Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten wieder [1]. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese; die übliche Dosis sollte nicht überschritten werden [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tablette unzerkaut abends 30 Minuten vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit ein, am besten mit einem Glas Trinkwasser [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis [1]. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein [1].
Beim plötzlichen Absetzen können die Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten; deshalb wird empfohlen, die Behandlung gegebenenfalls durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden [1]. Mindestens 3 Tage vor einem Allergietest sollten Sie Diphenhydramin nicht mehr einnehmen, weil es die Ergebnisse verfälschen kann [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Diphenhydramin
Diphenhydramin gibt es von mehreren Anbietern. Embryotox nennt als Präparatenamen unter anderem Betadorm-D, Dolestan, Dorm, Emesan, Halbmond und Vivinox Sleep [3]. Präparate können sich in Anwendungsgebiet und Stärke unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Diphenhydraminhydrochlorid STADA | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | 50 mg Tabletten zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diphenhydraminhydrochlorid STADA 50 mg Tabletten. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Diphenhydramin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diphenhydramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange darf ich Diphenhydramin einnehmen?
Laut Packungsbeilage sollte die Behandlung so kurz wie möglich sein: im Allgemeinen nur wenige Tage und nicht länger als 2 Wochen. Bestehen die Schlafstörungen fort oder fühlen Sie sich nach spätestens 2 Wochen nicht besser oder sogar schlechter, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Macht Diphenhydramin abhängig?
Das ist möglich. Wie andere Schlafmittel kann Diphenhydramin zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen; das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei einer früheren Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit erhöht. Nach wiederholter Einnahme über längere Zeit kann außerdem die Wirksamkeit nachlassen. Beim plötzlichen Absetzen können die Schlafstörungen vorübergehend wieder auftreten; deshalb wird empfohlen, die Dosis gegebenenfalls schrittweise zu verringern.
Bin ich nach Diphenhydramin am nächsten Morgen noch müde?
Das kann sein. Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen am Folgetag, vor allem nach zu kurzer Schlafdauer. Laut Packungsbeilage sollte nach der Einnahme eine Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden gewährleistet sein. Restmüdigkeit und ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen können sich am Folgetag auf das Autofahren und die Arbeit mit Maschinen auswirken.
Darf ich Diphenhydramin mit Alkohol einnehmen?
Nein. Laut Packungsbeilage dürfen Sie während der Anwendung keinen Alkohol trinken, weil er die Wirkung von Diphenhydramin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt. Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol ist eine Gegenanzeige.
Darf ich Diphenhydramin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage von Diphenhydraminhydrochlorid STADA darf das Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden; in der Stillzeit ist eine Sedierung des Säuglings nicht ausgeschlossen. Das Beratungszentrum Embryotox bewertet Diphenhydramin anders: Es könne während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden, bei Schlafstörungen möglichst nur kurzfristig, und sei in der Stillzeit für einige Tage akzeptabel. Sprechen Sie vor einer Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Hilft Diphenhydramin auch gegen Reiseübelkeit?
Laut Embryotox wird Diphenhydramin auch zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen und bei Reisekrankheit eingesetzt. Dafür gibt es eigene Präparate mit eigener Packungsbeilage. Diese Seite beschreibt die Schlaftabletten; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Für wen ist Diphenhydramin nicht geeignet?
Laut Packungsbeilage darf Diphenhydramin unter anderem nicht eingenommen werden bei Engwinkelglaukom, Prostatavergrößerung mit Restharn, Harnverhaltung, Epilepsie, akutem Asthma, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, Kalium- oder Magnesiummangel, verlangsamtem Herzschlag und bestimmten Herzerkrankungen, zusammen mit Alkohol oder MAO-Hemmern sowie von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Ältere Menschen sollten es nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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