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Trospiumchlorid (Spasmex): Nebenwirkungen und Wirkung
Trospiumchlorid ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen eine instabile oder überaktive Blase mit häufigem, nicht unterdrückbarem Harndrang und Einnässen, unter anderem enthalten in Spasmex. Sehr häufig ist Mundtrockenheit, häufig sind Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit. Bei Harnverhaltung, Engwinkelglaukom oder Myasthenia gravis dürfen Sie es nicht einnehmen; bei schweren Hautreaktionen mit Blutungen und Blasen suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Trospiumchlorid eingesetzt?
Trospiumchlorid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zur Entspannung der Muskulatur der inneren Organe (Spasmolytikum) [1, 2]. Angewendet wird er zur Behandlung einer instabilen Blase (unwillkürlicher Harndrang und Blasenentleerungen mit unklarer Ursache) oder einer Blasenentleerungsstörung aufgrund bestimmter Nervenerkrankungen. Typische Krankheitszeichen sind häufiger Harndrang, starker, nicht unterdrückbarer Harndrang und Einnässen mit starkem Harndrang [1]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie unter Reizblase und Inkontinenz, mehr zur Wirkstoffgruppe unter Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
Vor Beginn der Behandlung lässt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt organische Ursachen für häufigen Harndrang ausschließen, etwa Herz- oder Nierenkrankheiten, starkes Durstgefühl (Polydipsie), Infektionen und Tumoren der Harnorgane [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Spasmex 30 mg TC Filmtabletten von Dr. Pfleger [1, 2]. Spasmex gibt es außerdem in weiteren Stärken; für jede Stärke gilt die eigene Packungsbeilage.
Wie wirkt Trospiumchlorid?
Trospiumchlorid gehört zu den Parasympatholytika, auch Anticholinergika genannt. Es konkurriert mit dem körpereigenen Botenstoff Acetylcholin um dessen Bindungsstellen; wesentlich für die Wirkung ist die Entspannung der glatten Muskulatur über die sogenannten Muskarin-Rezeptoren, unter anderem im Magen-Darm- und im Urogenitaltrakt [2]. Zugleich hemmt Trospiumchlorid die Absonderung von Bronchialsekret, Speichel und Schweiß und lähmt die Naheinstellung des Auges (Akkommodation). Wirkungen auf das zentrale Nervensystem wurden laut Fachinformation bislang nicht beobachtet [2].
Die höchsten Blutspiegel werden 4 bis 6 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit ist sehr variabel und liegt im Mittel bei 5 bis 18 Stunden. Der Wirkstoff wird nur zu einem kleinen Teil verstoffwechselt und überwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden; bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion war die durchschnittliche Wirkstoffmenge im Blut (AUC) in einer Studie vierfach erhöht. Bei älteren Menschen ergaben die Daten zu Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung des Wirkstoffs (Pharmakokinetik) keine wesentlichen Unterschiede [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Spasmex eine Häufigkeitsklasse angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Nebenwirkungen gehen laut Fachinformation vorwiegend auf die typischen anticholinergen Wirkungen zurück, etwa Mundtrockenheit, Verdauungsbeschwerden und Verstopfung [1, 2]. Mehr dazu unter Mundtrockenheit und Verstopfung. Störungen beim Scharfsehen in der Nähe betreffen laut Fachinformation besonders weitsichtige Menschen, deren Sehschwäche nicht ausreichend korrigiert ist [2]. Aus einer kontrollierten klinischen Studie mit 30-mg-Filmtabletten nennt die Fachinformation außerdem Schwindel (1,2 %) und Kopfschmerz (1,1 %) als unerwünschte Ereignisse mit zumindest möglichem Zusammenhang [2].
Die jüngere Fachinformation eines anderen Trospiumchlorid-Präparats (Spasmolyt in der Stärke 30 mg, Stand Januar 2023) führt zusätzlich unter anderem gelegentlich Kopfschmerz, selten Schwindel sowie Muskel- und Gelenkschmerzen und mit nicht bekannter Häufigkeit Juckreiz, Nesselsucht, Halluzinationen, Verwirrtheit und Unruhe (Agitiertheit) auf. Halluzinationen, Verwirrtheit und Agitiertheit sind laut dieser Fachinformation überwiegend bei älteren Patientinnen und Patienten aufgetreten; neurologische Erkrankungen und die gleichzeitige Einnahme anderer anticholinerg wirkender Mittel können sie begünstigen [3].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmVerdauungsbeschwerden (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenVerstopfungBauchschmerzenÜbelkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Nieren und HarnwegeStörungen der Harnentleerung (z. B. Restharnbildung)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- HerzSchnelle Herzschlagfolge, Herzklopfen, Herzrasen (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- AugenStörungen der Fähigkeit des Auges zum Scharfsehen in der Nähe (Akkommodation); laut Fachinformation besonders bei weitsichtigen Menschen, deren Sehschwäche nicht ausreichend korrigiert ist[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmDurchfall (Diarrhö), Blähungen (Flatulenz)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBlähungen
- HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeine Körperschwäche, Brustschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Nieren und HarnwegeHarnverhaltung[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- HerzSchneller und unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
- HautMeist schmerzhafte, allergisch bedingte Schwellung der Haut und Unterhaut, meist im Gesicht (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg der Leberwerte; laut Fachinformation milder bis mäßiger Anstieg der Transaminasen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- ImmunsystemLebensbedrohlicher, allergischer Schockzustand (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemSchwere Hautreaktionen mit Blutungen und Blasenbildung, gegebenenfalls auch mit Beteiligung der Schleimhäute (laut Fachinformation Stevens-Johnson-Syndrom und toxisch-epidermale Nekrolyse); ein ursächlicher Zusammenhang mit Trospiumchlorid lässt sich nicht mit letzter Sicherheit bestimmen[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere Hautreaktionen mit Blutungen und Blasenbildung, gegebenenfalls auch an den Schleimhäuten, sind mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben; ein ursächlicher Zusammenhang mit Trospiumchlorid lässt sich laut Packungsbeilage nicht mit letzter Sicherheit bestimmen [1]. Selten, bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, treten eine allergisch bedingte Schwellung von Haut und Unterhaut, meist im Gesicht (Angioödem), ein lebensbedrohlicher allergischer Schock (Anaphylaxie) und Kurzatmigkeit auf [1, 2]. Mehr zu allergischen Reaktionen lesen Sie unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mundtrockenheit, Verdauung und Verstopfung: Diese Beschwerden gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen [1]. Konkrete Maßnahmen dagegen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie die Beschwerden belasten; setzen Sie Trospiumchlorid nicht eigenmächtig ab [1].
Sehen und Straßenverkehr: Trospiumchlorid kann die Sehschärfe so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist; das gilt verstärkt zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, beim Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Wasserlassen: Gelegentlich kommt es zu Störungen der Harnentleerung, etwa zu Restharn, selten zu einer Harnverhaltung [1, 2]. Bemerken Sie, dass sich Ihre Blase nicht mehr richtig entleert, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Blasenprobleme. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Trospiumchlorid kann die anticholinerge Wirkung anderer Mittel verstärken, etwa von trizyklischen Antidepressiva, Antihistaminika oder Amantadin, und die herzbeschleunigende Wirkung von Beta-Sympathomimetika [1, 2]. Stoffwechselbedingte Wechselwirkungen werden laut Packungsbeilage nicht erwartet, da Trospiumchlorid nur in geringem Umfang verstoffwechselt wird [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Amantadin (gegen Parkinson), trizyklische Antidepressiva, Chinidin und Disopyramid (gegen unregelmäßigen Herzschlag), Antihistaminika (gegen Allergien) | Deren anticholinerge Wirkung kann verstärkt werden, bis hin zu einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Beta-Sympathomimetika (u. a. als Herzmittel, Asthmamittel und Wehenhemmer) | Ihre herzbeschleunigende Wirkung kann verstärkt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Prokinetika wie Metoclopramid oder Cisaprid (unterstützen die Funktion des Magen-Darm-Trakts) | Ihre Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Arzneimittel mit Guar, Colestyramin oder Colestipol | Es ist nicht auszuschließen, dass Trospiumchlorid schlechter ins Blut aufgenommen wird[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen |
| Andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel | Da Trospiumchlorid Beweglichkeit und Sekretion im Magen-Darm-Trakt beeinflussen kann, ist nicht auszuschließen, dass ihre Aufnahme verändert wird[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Trospiumchlorid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei grünem Star mit erhöhtem Augeninnendruck durch Verengung des Augenwinkels (Engwinkelglaukom) dürfen Sie Trospiumchlorid nicht einnehmen [1, 2]. Mehr dazu unter Grüner Star. Bei schweren Lebererkrankungen wird von der Einnahme abgeraten, bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Trospiumchlorid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Harnverhaltung[1, 2]
- Erhöhter Augeninnendruck durch Verengung des Augenwinkels, eine Form des grünen Stars (Engwinkelglaukom)[1, 2]
- Beschleunigter und dabei unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie)[1, 2]
- Myasthenia gravis, eine Erkrankung mit vorzeitiger Ermüdung und Schwäche der Muskeln bei Belastung[1, 2]
- Schwere chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)[1, 2]
- Schwere Erkrankung mit Erweiterung des Dickdarms und Verstopfung (Megakolon)[1, 2]
- Dialysepflichtige Nierenfunktionseinschränkung[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Behinderung der Magen-Darm-Passage, z. B. Verengung des Magenpförtners (Pylorusstenose)[1, 2]
- Abflussbehinderung des Harns aus der Blase mit dem Risiko, dass Restharn zurückbleibt, z. B. bei gutartiger Prostatavergrößerung[1, 2]
- Zwerchfellbruch mit Entzündung der Speiseröhre durch Rückfluss von Magensäure (Hiatushernie mit Refluxösophagitis)[1, 2]
- Erkrankung des unwillkürlichen Nervensystems (autonome Neuropathie)[1, 2]
- Wenn eine schnelle Herzschlagfolge nicht erwünscht ist, zum Beispiel bei Schilddrüsenüberfunktion, koronarer Herzkrankheit oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]
- Schwerwiegende Lebererkrankung: nicht einnehmen bzw. laut Fachinformation nicht empfohlen; bei leichter bis mäßiger Lebererkrankung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Trospiumchlorid wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion wurden beträchtlich erhöhte Wirkstoffspiegel im Blut beobachtet. Auch bei leichter bis mäßiger Einschränkung die Behandlung nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt beginnen[1, 2]
- Vor Behandlungsbeginn lässt die Ärztin oder der Arzt organische Ursachen für häufigen Harndrang ausschließen, etwa Herz- oder Nierenkrankheiten, starkes Durstgefühl (Polydipsie), Infektionen und Tumoren der Harnorgane[1, 2]
- Kinder unter 12 Jahren: Behandlung nicht empfohlen, da keine Daten vorliegen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Straßenverkehr, Schwangerschaft, Stillzeit, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Weitere Hinweise zu Alkohol und Arzneimitteln finden Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
In Tierversuchen fanden sich keine Hinweise auf Missbildungen; Erfahrungen mit der Anwendung in der Schwangerschaft beim Menschen liegen nicht vor. Wenden Sie Trospiumchlorid in der Schwangerschaft daher nur an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es als absolut erforderlich ansieht.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Erfahrungen mit der Anwendung in der Stillzeit beim Menschen liegen nicht vor. Wenden Sie Trospiumchlorid in der Stillzeit nur an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es als absolut erforderlich ansieht.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Einnahme sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Zusammen mit Alkohol kann die Beeinträchtigung der Sehschärfe im Straßenverkehr verstärkt sein.[1]
Autofahren und Maschinen
Trospiumchlorid kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Sehschärfe so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, nach einer Dosiserhöhung, bei einem Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtabletten oder ihre Hälften unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise einem Glas Trinkwasser) vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen einnehmen, vorzugsweise morgens, mittags und abends oder morgens und abends. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung das Arzneimittel zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen. Die Tabletten lassen sich an der Bruchkerbe in zwei gleiche Teile teilen.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis einnehmen, sondern wie verordnet fortfahren. Die Notwendigkeit der Weiterbehandlung lässt die Ärztin oder der Arzt in Abständen von 3 bis 6 Monaten überprüfen.[1, 2]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne dies vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.[1]
Überdosierung
Vergiftungserscheinungen sind beim Menschen bislang nicht bekannt geworden. Haben Sie zu viel eingenommen oder treten Vergiftungserscheinungen auf, suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. Zeichen einer Überdosierung sind anticholinerge Beschwerden wie Sehstörungen, beschleunigter Herzschlag, Mundtrockenheit und Hautrötung.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage von Spasmex 30 mg TC nennt eine empfohlene Tagesdosierung, die auf mehrere Einnahmen verteilt wird, sowie eigene Angaben bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Filmtabletten oder deren Hälften unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise einem Glas Trinkwasser, vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen ein; bei schwerer Nierenfunktionsstörung nennt die Packungsbeilage dagegen die Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit. Die Tabletten lassen sich auf einer harten Unterlage durch kurzen, kräftigen Druck auf die Bruchkerbe in zwei gleiche Teile teilen [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, sondern fahren Sie wie verordnet fort [1].
Die Dauer der Einnahme legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Notwendigkeit der Weiterbehandlung sollte alle 3 bis 6 Monate überprüft werden. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne dies vorher abgesprochen zu haben [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Trospiumchlorid
Trospiumchlorid gibt es in verschiedenen Stärken als Filmtabletten, Tabletten oder Retardkapseln. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Spasmex 30 mg TC Filmtabletten [1, 2]. Andere Mittel gegen eine überaktive Blase, etwa Solifenacin oder Propiverin, sind eigene Wirkstoffe mit eigener Packungsbeilage.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Spasmex | Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig; Spasmex 30 mg TC Filmtabletten (teilbar): Grundlage dieser Seite; außerdem Stärken mit 5, 15, 20 und 45 mg |
| Trospi | medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH | Tabletten mit 30 mg Trospiumchlorid |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spasmex 30 mg TC Filmtabletten. Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spasmex 30 mg TC Filmtabletten. Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spasmolyt 30 mg Teilbare Filmtabletten. Viatris Healthcare GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Trospiumchlorid?
Trospiumchlorid wird zur Behandlung einer instabilen Blase oder einer Blasenentleerungsstörung durch bestimmte Nervenerkrankungen eingesetzt. Typische Beschwerden sind häufiger Harndrang, starker, nicht unterdrückbarer Harndrang und Einnässen bei starkem Harndrang. Vor Behandlungsbeginn sollten andere Ursachen wie Herz- oder Nierenkrankheiten, starkes Durstgefühl, Infektionen und Tumoren der Harnorgane ausgeschlossen werden.
Ist Mundtrockenheit bei Trospiumchlorid normal?
Mundtrockenheit ist die häufigste Nebenwirkung und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Sie gehört zu den anticholinergen Wirkungen, die laut Packungsbeilage auch Verdauungsbeschwerden und Verstopfung verursachen können. Belastet Sie die Mundtrockenheit, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Trospiumchlorid nehme?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme möglichst keinen Alkohol trinken. Zusammen mit Alkohol kann sich außerdem die Beeinträchtigung der Sehschärfe verstärken, die Ihre Fahrtüchtigkeit einschränken kann.
Darf ich mit Trospiumchlorid Auto fahren?
Trospiumchlorid kann auch bei richtiger Anwendung die Sehschärfe so verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind. Das gilt verstärkt zu Behandlungsbeginn, nach einer Dosiserhöhung, bei einem Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Kann Trospiumchlorid verwirrt oder müde machen?
In der Nebenwirkungsliste von Spasmex 30 mg TC stehen Verwirrtheit und Müdigkeit nicht; gelegentlich, bei bis zu 1 von 100 Behandelten, können allgemeine Körperschwäche und Störungen beim Scharfsehen in der Nähe auftreten. Die jüngere Fachinformation eines anderen Trospiumchlorid-Präparats (Spasmolyt 30 mg, Stand Januar 2023) nennt dagegen Verwirrtheit, Halluzinationen und Unruhe mit nicht bekannter Häufigkeit, überwiegend bei älteren Menschen; begünstigt werden können sie durch neurologische Erkrankungen und andere anticholinerg wirkende Arzneimittel. Bemerken Sie ungewohnte Beschwerden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was gilt bei einer vergrößerten Prostata?
Bei einer Abflussbehinderung des Harns aus der Blase mit dem Risiko, dass Restharn zurückbleibt, etwa bei gutartiger Prostatavergrößerung, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten. Bei einer Harnverhaltung dürfen Sie Trospiumchlorid nicht einnehmen. Störungen der Harnentleerung sind gelegentlich, eine Harnverhaltung ist selten als Nebenwirkung beschrieben.
Wie lange wird Trospiumchlorid eingenommen?
Die Dauer der Einnahme legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Packungsbeilage sollte die Notwendigkeit der Weiterbehandlung in regelmäßigen Abständen von 3 bis 6 Monaten überprüft werden. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne das vorher abzusprechen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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