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Desogestrel: Nebenwirkungen und Wirkung

Desogestrel ist ein Gestagen, das als verschreibungspflichtige reine Gestagen-Pille ("Minipille") ohne Östrogen zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt wird, unter anderem in Desirett. Häufig sind unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen, veränderte Stimmung, depressive Verstimmung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne, Brustschmerzen und Gewichtszunahme. Bei möglichen Anzeichen einer Thrombose wie starken Schmerzen oder Schwellung in einem Bein, nicht abgeklärten Schmerzen im Brustbereich oder Atemnot wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Junge Frau Mitte zwanzig macht Yoga auf einer Matte in einem hellen Wohnzimmer
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Veränderte Stimmungslage, depressive Verstimmung[1, 2]
  • Häufig: Vermindertes sexuelles Verlangen (Libido)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit[1, 2]
  • Häufig: Akne[1, 2]
  • Häufig: Brustschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Unregelmäßige oder keine Blutungen[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Desogestrel eingesetzt?

Desogestrel ist ein weibliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Gestagene. In geringer Menge ist es als verschreibungspflichtige Pille zur Schwangerschaftsverhütung zugelassen. Weil die Tabletten nur das Gestagen und anders als die Kombinationspille kein Östrogen enthalten, spricht man von einer reinen Gestagen-Pille oder Minipille [1, 2]. Mehr zu dieser Gruppe lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel.

Laut Packungsbeilage können auch Frauen Desogestrel anwenden, die keine Östrogene vertragen oder stillen. Ein Nachteil sind mögliche unregelmäßige Blutungen; die Regelblutung kann auch ganz ausbleiben [1]. Vor der Verordnung ist laut Fachinformation eine sorgfältige Anamnese zu erheben, und eine gründliche gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss einer Schwangerschaft wird empfohlen [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Desirett mit 75 Mikrogramm Desogestrel je Filmtablette [1, 2].

Wie wirkt Desogestrel?

Die meisten reinen Gestagen-Pillen wirken vor allem, indem sie verhindern, dass Samenzellen in die Gebärmutter eindringen; die Reifung einer Eizelle verhindern sie nicht immer. Bei Desogestrel reicht die Menge laut Packungsbeilage in den meisten Fällen aus, um auch die Ausreifung der Eizelle zu verhindern; dadurch hat es eine hohe empfängnisverhütende Wirksamkeit [1]. Laut Fachinformation wird die Wirkung in erster Linie durch die Hemmung des Eisprungs erreicht; außerdem wird der Schleim am Gebärmutterhals zäher [2].

In einer vergleichenden Studie, in der vergessene Tabletten höchstens 3 Stunden zu spät eingenommen werden durften, lag der Pearl-Index laut Fachinformation bei 0,4. Desogestrel wird nach der Einnahme sehr rasch aufgenommen und im Körper in den wirksamen Stoff Etonogestrel umgewandelt, der mit einer Halbwertszeit von ungefähr 30 Stunden ausgeschieden wird. Die Behandlung senkt den Estradiolspiegel im Blut auf einen Wert wie in der frühen ersten Zyklushälfte [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Frauen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten wurden in Studien Blutungsstörungen berichtet: Laut Fachinformation hatten bis zu 50 Prozent der Anwenderinnen unregelmäßige Blutungen; bei 20 bis 30 Prozent können Blutungen häufiger, bei weiteren 20 Prozent seltener oder gar nicht auftreten, und nach einigen Monaten werden sie tendenziell seltener [2]. Laut Packungsbeilage kann es sich um leichte Schmierblutungen oder um stärkere Blutungen ähnlich einer leichten Regelblutung handeln; sie sind kein Zeichen für eine verminderte Wirkung, und Sie setzen die Einnahme einfach fort. Sind die Blutungen stark oder halten sie länger an, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.

Außerdem kann Brustausfluss auftreten [1]; Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter wurden laut Fachinformation selten berichtet [2]. Brustkrebs wird bei Frauen, die die Pille einnehmen, geringfügig häufiger festgestellt; das Risiko unter einer reinen Gestagen-Pille wird ähnlich wie unter einer Kombinationspille angenommen, die Hinweise sind aber weniger schlüssig [1].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • InfektionenInfektion der Scheide (vaginale Infektion)[1, 2]
  • AugenSchwierigkeiten beim Tragen von Kontaktlinsen[1, 2]
  • Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
  • HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
  • Geschlechtsorgane und BrustMenstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe), Zyste des Eierstocks[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen), laut Fachinformation einschließlich Angioödem und Anaphylaxie[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • Gutartige und bösartige NeubildungenIn der Regel gutartiger Tumor des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt (Meningeom)[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verschließen kann, etwa in den tiefen Beinvenen. Löst es sich, kann es die Lunge erreichen und eine Lungenembolie auslösen, die zum Tod führen kann. Eine tiefe Venenthrombose kommt selten vor; das Risiko ist bei Frauen mit Pille höher als ohne, unter reinen Gestagen-Pillen wie Desogestrel wird es aber niedriger angenommen als unter Pillen mit Östrogen [1]. Mehr dazu unter Thromboserisiko und Lungenembolie.

Meningeom: Die Anwendung von Desogestrel wurde laut Packungsbeilage mit einem leicht erhöhten Risiko für Meningeome in Verbindung gebracht, in der Regel gutartige Tumoren des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Das Risiko scheint bei längerer Anwendung und bei Frauen zu steigen, die zuvor Gestagene angewendet haben, die mit Meningeomen in Verbindung gebracht werden; insgesamt wird geschätzt, dass bei 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen etwa ein zusätzlicher Fall auftritt [1]. Bei welchen Anzeichen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, zeigt der Kasten oben; wird ein Meningeom festgestellt, beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung [1, 2]. Laut Rote-Hand-Brief vom 6. August 2026 sollte eine frühere Anwendung von Gestagenen mit bekanntem Meningeomrisiko, etwa Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron oder Chlormadinon, vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden [4].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Junge Frau im ruhigen Gespräch mit einer Frauenärztin in einer hellen Praxis, beide sitzen
Bild: KI-generiert

Blutungen: Bei unregelmäßigen Blutungen müssen Sie im Allgemeinen nichts unternehmen; nehmen Sie die Tabletten einfach weiter [1]. Laut Fachinformation können Information, Beratung und ein Blutungstagebuch helfen, mit dem Blutungsmuster besser zurechtzukommen; bei sehr häufigen und sehr unregelmäßigen Blutungen sollte eine andere Verhütungsmethode erwogen werden [2].

Stimmung und Kontrollen: Bemerken Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten [1]. Tasten Sie Ihre Brust regelmäßig ab und informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie einen Knoten ertasten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen auffordern; Häufigkeit und Art richten sich nach Ihrer Situation [1]. Haben oder hatten Sie gelblich-braune Pigmentflecken der Haut, vor allem im Gesicht (Chloasma), meiden Sie zu viel Sonnen- und UV-Strahlung [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Sagen Sie jeder Ärztin, jedem Arzt, jeder Zahnarztpraxis und Ihrer Apotheke, dass Sie Desogestrel einnehmen. Dort erfahren Sie, ob Sie wegen eines anderen Arzneimittels zusätzlich verhüten müssen und wie lange. Andere Arzneimittel können die Wirksamkeit bis zu 28 Tage nach dem Ende ihrer Anwendung beeinflussen; so lange ist dann auch die zusätzliche Barrieremethode nötig [1]. Umgekehrt kann Desogestrel die Wirkung von Lamotrigin herabsetzen und die von Ciclosporin erhöhen [1, 2]. Hintergründe bietet der Ratgeber Pille und Antibiotika.

Wechselwirkungen von Desogestrel
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Felbamat, Topiramat, Phenobarbital), Tuberkulose (z. B. Rifampicin, Rifabutin), HIV-Infektionen (z. B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin, Efavirenz), Hepatitis C (z. B. Boceprevir, Telaprevir), Griseofulvin, Bosentan sowie JohanniskrautKönnen die Blutspiegel der Pille beeinflussen, die empfängnisverhütende Wirkung herabsetzen oder unerwartete Blutungen auslösen[1, 2]Zusätzlich eine Barrieremethode (z. B. Kondom) anwenden, während der Behandlung und bis zu 28 Tage danach; bei Langzeitbehandlung laut Fachinformation eine andere Verhütungsmethode erwägen
Clarithromycin, Erythromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol, DiltiazemKönnen die Blutspiegel der Pille beeinflussen; laut Fachinformation können sie die Konzentration von Gestagenen im Blut erhöhen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
CiclosporinSeine Wirkung kann durch die Pille erhöht werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Lamotrigin (gegen Epilepsie)Seine Wirkung kann durch die Pille herabgesetzt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
LabortestsLaut Fachinformation können Verhütungshormone bestimmte Laborwerte beeinflussen; in welchem Ausmaß das für reine Gestagen-Pillen gilt, ist nicht bekannt[2]

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Desogestrel nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, dürfen Sie Desogestrel nicht einnehmen; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, die oder der Ihnen gegebenenfalls eine nichthormonelle Methode zur Verhütung empfiehlt. Tritt eine dieser Gegebenheiten erstmals während der Einnahme auf, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Die Tabletten enthalten Sojaöl; bei einer Allergie gegen Erdnuss oder Soja dürfen Sie Desogestrel nicht nehmen [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Desogestrel, Erdnuss, Soja oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Bestehende Thrombose, also ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, z. B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder in der Lunge (Lungenembolie)[1, 2]
  • Gelbfärbung der Haut (Ikterus) oder schwere Lebererkrankung, jetzt oder früher, solange sich die Leberfunktion nicht normalisiert hat[1, 2]
  • Bestehender oder vermuteter sexualhormonabhängiger Krebs, z. B. bestimmte Arten von Brustkrebs[1, 2]
  • Nicht abgeklärte vaginale Blutungen[1, 2]
  • Meningeom (in der Regel gutartiger Tumor der Gewebeschicht, die Gehirn und Rückenmark umgibt), jetzt oder früher[1, 2]
  • Schwangerschaft oder Verdacht auf eine Schwangerschaft[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Früherer Brustkrebs, Leberkrebs, frühere Thrombose, Diabetes, Epilepsie, Tuberkulose oder hoher Blutdruck: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; eine sorgfältige Überwachung kann erforderlich sein[1, 2]
  • Meningeom: Laut Fachinformation wurde die derzeitige langfristige Anwendung (mindestens 1 Jahr) von Desogestrel mit einem leicht erhöhten Meningeomrisiko in Verbindung gebracht; das Risiko stieg mit längerer Behandlungsdauer. Bei Frauen, die zuvor Gestagene mit erhöhtem Meningeomrisiko angewendet haben (laut Rote-Hand-Brief z. B. Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron und Chlormadinon), kann es höher sein; das sollte vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden. Insgesamt wird geschätzt, dass bei 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen etwa ein zusätzlicher Fall eines Meningeoms auftritt. Anwenderinnen sollten auf Anzeichen und Symptome eines Meningeoms überwacht werden; die verfügbaren Daten deuten laut Fachinformation darauf hin, dass sich das Risiko nach dem Absetzen verringert[1, 2, 4]
  • Thromboserisiko: Es ist bei Frauen, die die Pille einnehmen, höher als bei Frauen ohne Pille; unter reinen Gestagen-Pillen wie Desogestrel wird es niedriger angenommen als unter Pillen, die auch ein Östrogen enthalten[1]
  • Bevorstehende Bettlägerigkeit oder Operation: mindestens vier Wochen vorher an die Ärztin oder den Arzt wenden; laut Fachinformation sollte bei Ruhigstellung aufgrund einer Operation oder Krankheit ein Absetzen in Betracht gezogen werden[1, 2]
  • Diabetes: laut Fachinformation in den ersten Monaten der Anwendung sorgfältig kontrollieren[2]
  • Anhaltender Bluthochdruck während der Einnahme oder ein deutlicher Blutdruckanstieg, der sich mit Blutdrucksenkern nicht ausreichend behandeln lässt: laut Fachinformation sollte ein Absetzen erwogen werden[2]
  • Gelblich-braune Pigmentflecken der Haut, vor allem im Gesicht (Chloasma), jetzt oder früher: zu viel Sonnen- und UV-Strahlung vermeiden[1, 2]
  • Knochendichte: Desogestrel senkt den Estradiolspiegel im Blut; ob diese Abnahme die Knochenmineraldichte klinisch bedeutsam beeinflusst, ist laut Fachinformation bisher unbekannt[2]
  • Jugendliche unter 18 Jahren: Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit liegen nicht vor[1, 2]
  • Kein Schutz vor HIV-Infektionen (AIDS) oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; das enthaltene Sojaöl kann allergische Reaktionen hervorrufen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Aufmerksamkeit, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit kommen die Angaben von Embryotox hinzu, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin [3]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthalten beide Dokumente nicht. Mehr zur Stillzeit lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Desogestrel nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein; tritt während der Einnahme eine Schwangerschaft ein, ist das Präparat laut Fachinformation abzusetzen. Laut Fachinformation fand sich in umfangreichen Studien kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Müttern, die vor der Schwangerschaft oder unabsichtlich in der Frühschwangerschaft eine Kombinationspille eingenommen hatten.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für Gestagene, zu denen es Desogestrel zählt, mit "sehr hoch" an: Die Erfahrungen in der Frühschwangerschaft stammen vor allem aus der häufigen versehentlichen Einnahme von Ovulationshemmern (Pillen, die den Eisprung hemmen) bis in eine Schwangerschaft hinein; die Daten, unter anderem aus einer großen skandinavischen Registerstudie, ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Zur (versehentlichen) Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und um die Geburt liegen laut Embryotox keine Erfahrungen vor. Eine versehentliche Einnahme gestagenhaltiger hormonaler Verhütungsmittel bis in die Frühschwangerschaft hinein erfordert laut Embryotox keine Konsequenzen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Desogestrel kann in der Stillzeit angewendet werden. Es scheint im Allgemeinen keinen Einfluss auf Menge oder Qualität der Muttermilch zu haben; in seltenen Fällen wurde jedoch über eine verminderte Milchproduktion berichtet. Eine geringe Menge des Wirkstoffs geht in die Muttermilch über. Bei Kindern, die 7 Monate gestillt und bis zum Alter von 2,5 Jahren untersucht wurden, zeigten sich keine Auswirkungen auf Wachstum oder Entwicklung; laut Fachinformation sollten Entwicklung und Wachstum gestillter Kinder sorgfältig beobachtet werden. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie stillen und Desogestrel einnehmen möchten.[1, 2]

Laut Embryotox liegen zur gesamten Gruppe der Gestagene Erfahrungen zu mehr als 300 Mutter-Kind-Paaren vor. Eine niedrig dosierte Gestagen-Behandlung zur Verhütung hat danach in der Regel keinen negativen Einfluss auf die Milchbildung. Embryotox zählt reine Gestagenpräparate (Minipille) zu den Mitteln der ersten Wahl für die hormonale Verhütung in der Stillzeit.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es gibt keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Konzentration.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eine Tablette als Ganzes mit etwas Wasser schlucken, in Pfeilrichtung der Blisterpackung; auch bei Blutungen wie gewohnt weiter einnehmen. Ist eine Blisterpackung aufgebraucht, am nächsten Tag ohne Unterbrechung mit einer neuen beginnen.[1]

Erbrechen oder starker Durchfall innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme: Der Wirkstoff wurde möglicherweise nicht vollständig aufgenommen; dann den Hinweisen für vergessene Tabletten folgen.[1, 2]

Absetzen

Sie können die Einnahme beenden, wann Sie möchten; ab diesem Tag sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. Laut Fachinformation setzte der Eisprung in einer Studie, in der die Einnahme nach 2 Zyklen (56 Tagen) beendet wurde, im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein (Bereich 7 bis 30 Tage).[1, 2]

Überdosierung

Berichte über schwerwiegende schädliche Wirkungen nach Einnahme zu vieler Tabletten auf einmal liegen nicht vor. Als Beschwerden können Übelkeit, Erbrechen und bei jungen Mädchen leichte vaginale Blutungen auftreten. Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage beschreibt eine tägliche Einnahme ohne Pause sowie Regeln für den Beginn, den Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel und vergessene Tabletten [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie, wenn Sie unsicher sind [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eine Tablette als Ganzes mit etwas Wasser, in Pfeilrichtung der Blisterpackung. Auch wenn Blutungen auftreten, setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort; ist eine Packung aufgebraucht, beginnen Sie am nächsten Tag ohne Unterbrechung mit der neuen [1]. Erbrechen Sie innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme oder haben Sie starken Durchfall, gelten die Hinweise für vergessene Tabletten [1, 2]. Müssen Sie operiert werden oder werden Sie bettlägerig, wenden Sie sich mindestens vier Wochen vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Sie können die Einnahme beenden, wann Sie möchten; ab diesem Tag sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt, und Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was beim Beenden, vor Operationen und zu den neuen Angaben über Meningeome gilt, lesen Sie auf der Seite Desogestrel absetzen. Haben Sie zu viele Tabletten auf einmal eingenommen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Desogestrel

Desogestrel gibt es als Minipille von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Desirett [1, 2]. Kombinationspillen, die Desogestrel zusammen mit einem Östrogen enthalten, und andere Minipillen, etwa mit Drospirenon, sind eigene Arzneimittel mit eigener Packungsbeilage.

Präparate mit Desogestrel
PräparatAnbieterHinweis
DesirettExeltis Germany GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 75 Mikrogramm Desogestrel (28 Tabletten je Blisterpackung, ohne Pause); Grundlage dieser Seite
SolgestGedeon Richter Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 75 Mikrogramm Desogestrel

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Gestagene. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu desogestrel- und etonogestrelhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines Meningeoms und Maßnahmen zur Risikominimierung. Zulassungsinhaber desogestrel- und etonogestrelhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 06.08.2026. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Desogestrel und der Kombinationspille?

Die Minipille mit Desogestrel ist eine reine Gestagen-Pille und enthält anders als die Kombinationspille kein Östrogen. Im Gegensatz zur Kombinationspille kann sie laut Packungsbeilage auch von Frauen angewendet werden, die keine Östrogene vertragen oder stillen. Sie wird ohne Pause eingenommen; ein Nachteil sind mögliche unregelmäßige Blutungen, die Regelblutung kann auch ganz ausbleiben.

Sind Zwischenblutungen unter Desogestrel normal?

Unregelmäßige Blutungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Fachinformation traten sie in Studien bei bis zu 50 Prozent der Anwenderinnen auf; nach einigen Monaten werden Blutungen tendenziell seltener. Laut Packungsbeilage sind sie kein Zeichen für einen verminderten Empfängnisschutz, und Sie nehmen die Pille einfach weiter. Sind die Blutungen stark oder halten sie länger an, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Was mache ich, wenn ich die Minipille vergessen habe?

Bemerken Sie die vergessene Einnahme nach weniger als 12 Stunden, ist die Zuverlässigkeit noch gegeben: Nehmen Sie die Tablette sofort und die nächsten zur gewohnten Zeit. Bei mehr als 12 Stunden kann der Schutz vermindert sein; nehmen Sie die letzte vergessene Tablette sofort ein und verhüten Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich, etwa mit einem Kondom. Hatten Sie in der ersten Einnahmewoche Tabletten vergessen und in der Woche davor Geschlechtsverkehr, lassen Sie sich ärztlich beraten.

Darf ich Desogestrel in der Stillzeit nehmen?

Ja, laut Packungsbeilage kann Desogestrel in der Stillzeit angewendet werden. Es scheint im Allgemeinen Menge und Qualität der Muttermilch nicht zu beeinflussen; in seltenen Fällen wurde jedoch über weniger Milch berichtet, und eine geringe Menge des Wirkstoffs geht in die Muttermilch über. Laut Embryotox hat eine niedrig dosierte Gestagen-Behandlung zur Verhütung in der Regel keinen negativen Einfluss auf die Milchbildung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie stillen und Desogestrel einnehmen möchten.

Erhöht Desogestrel das Thromboserisiko?

Das Risiko für eine Thrombose ist laut Packungsbeilage bei Frauen, die die Pille einnehmen, höher als bei Frauen ohne Pille; unter reinen Gestagen-Pillen wie Desogestrel wird es niedriger angenommen als unter Pillen mit Östrogen. Bei einer bestehenden Thrombose dürfen Sie Desogestrel nicht nehmen. Bei Anzeichen wie starken Schmerzen oder Schwellung in einem Bein, nicht abgeklärten Schmerzen im Brustbereich oder Atemnot wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Erhöht Desogestrel das Risiko für ein Meningeom?

Laut Packungsbeilage wurde die Anwendung von Desogestrel mit einem leicht erhöhten Risiko für Meningeome in Verbindung gebracht, in der Regel gutartige Tumoren des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Das Risiko scheint bei längerer Anwendung und bei Frauen zu steigen, die zuvor Gestagene angewendet haben, die mit Meningeomen in Verbindung gebracht werden. Liegt bei Ihnen ein Meningeom vor oder wurde jemals eines festgestellt, dürfen Sie Desogestrel nicht einnehmen. Bemerken Sie Beschwerden wie Veränderungen des Sehvermögens, Hörverlust oder Ohrensausen, Verlust des Geruchssinns, sich im Laufe der Zeit verstärkende Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Krampfanfälle oder Schwäche in Armen oder Beinen, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Kann Desogestrel depressiv machen?

Veränderte Stimmungslage und depressive Verstimmung gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Frauen. Laut Packungsbeilage können Depressionen schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Treten Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden auf, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten.

Wie schnell bin ich nach dem Absetzen wieder fruchtbar?

Ab dem Tag, an dem Sie die Einnahme beenden, sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. Laut Fachinformation setzte der Eisprung in einer Studie, in der die Einnahme nach 2 Zyklen (56 Tagen) beendet wurde, im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein, im Bereich von 7 bis 30 Tagen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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    Den Verdacht einer Nebenwirkung können Sie selbst melden, online bei BfArM und Paul-Ehrlich-Institut.