MedikamenteDetailfrage
Desogestrel absetzen
Die Minipille mit Desogestrel können Sie laut Packungsbeilage beenden, wann Sie möchten; ab diesem Tag sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; in einer Studie setzte der Eisprung nach dem Absetzen laut Fachinformation im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Besprechen Sie die Entscheidung und die weitere Verhütung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Die Minipille mit Desogestrel können Sie laut Packungsbeilage beenden, wann Sie möchten. Ab dem Tag, an dem Sie die Einnahme beenden, sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt [1]. Beschwerden durch das Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Ob und wann Sie die Minipille absetzen, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt, vor allem wenn Sie weiter verhüten möchten oder sich ein Kind wünschen.
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Desirett in der Fassung vom August 2026 [1, 2]. Diese Fassung enthält neue Angaben zu Meningeomen, in der Regel gutartigen Tumoren der Hirnhäute; der Rote-Hand-Brief vom 6. August 2026 kündigt die Aktualisierung für alle Arzneimittel mit Desogestrel an [4]. Andere Minipillen mit Desogestrel haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Im Abschnitt zum Abbrechen der Einnahme steht in der Packungsbeilage: Sie können die Einnahme beenden, wann Sie möchten, und sind von diesem Tag an nicht länger vor einer Schwangerschaft geschützt [1]. Ein schrittweises Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Tabletten werden jeden Tag ohne Pause eingenommen; ist eine Blisterpackung aufgebraucht, beginnt am nächsten Tag die neue, ohne Unterbrechung und ohne Abwarten einer Blutung [1, 2].
Möchten Sie die Minipille später wieder einnehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für den Beginn nennt die Packungsbeilage eigene Regeln, etwa zum Start am 1. Tag der Regelblutung, wenn im Vormonat kein hormonelles Verhütungsmittel angewendet wurde; sie stehen auf der Seite Desogestrel [1]. Vor der Verordnung erheben Ärztinnen und Ärzte laut Fachinformation eine sorgfältige Anamnese, und eine gründliche gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss einer Schwangerschaft wird empfohlen [2].
Wann die Ärztin oder der Arzt die Einnahme beendet
In diesen Situationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, die Einnahme zu beenden oder ein Absetzen zu erwägen [1, 2]. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt; Warnzeichen, bei denen Sie selbst sofort handeln, stehen im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
- Meningeom: Wird ein Meningeom festgestellt, muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden; laut Packungsbeilage stellt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung dann ein. Ein Meningeom, auch in der Vorgeschichte, ist laut Fachinformation eine Gegenanzeige [1, 2].
- Thrombose: Bei Auftreten einer Thrombose sollte die Einnahme laut Fachinformation beendet werden. Frauen mit Blutgerinnseln in der Vorgeschichte sollten auf die Möglichkeit eines Wiederauftretens hingewiesen werden [2]. Mehr dazu: Thrombose.
- Operation und Bettlägerigkeit: Bei einer Ruhigstellung aufgrund einer Operation oder Krankheit sollte laut Fachinformation ein Absetzen in Betracht gezogen werden [2]. Werden Sie demnächst bettlägerig oder operiert, wenden Sie sich laut Packungsbeilage mindestens vier Wochen vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.
- Neu auftretende Erkrankungen: Tritt eine Erkrankung, bei der Desogestrel nicht eingenommen werden darf, erstmals während der Anwendung auf, wenden Sie sich laut Packungsbeilage umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Verschlechtert sich einer der Umstände, bei denen laut Fachinformation Nutzen und Risiken abzuwägen sind, oder tritt er erstmals auf, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob die Anwendung unterbrochen werden sollte [2].
- Blutdruck: Entwickelt sich ein anhaltender Bluthochdruck oder lässt sich ein deutlicher Blutdruckanstieg mit blutdrucksenkenden Mitteln nicht ausreichend behandeln, sollte laut Fachinformation ein Absetzen erwogen werden [2].
- Blutungen: Bei sehr häufig und sehr unregelmäßig auftretenden Blutungen sollte laut Fachinformation eine andere Verhütungsmethode erwogen werden; halten die Beschwerden an, sollte eine organische Ursache ausgeschlossen werden [2]. Mehr dazu: Zyklusstörungen durch Medikamente.
- Schwangerschaft: Tritt während der Anwendung eine Schwangerschaft ein, ist das Präparat laut Fachinformation abzusetzen [2]. Laut Embryotox erfordert die versehentliche Anwendung gestagenhaltiger hormonaler Verhütungsmittel bis in die Frühschwangerschaft hinein keine Konsequenzen [3].
Kombinationspillen mit Desogestrel
Desogestrel ist auch in Kombinationspillen zusammen mit dem Östrogen Ethinylestradiol enthalten [4]. Für sie gelten eigene Packungsbeilagen mit eigenen Einnahmepausen. Bei kombinierten hormonalen Verhütungsmitteln ist das Risiko für Blutgerinnsel laut Rote-Hand-Brief des BfArM vom 30. September 2021 im ersten Jahr der Anwendung und nach einem erneuten Beginn nach einer Anwendungspause von mindestens 4 Wochen am höchsten [11]. Mehr zu Pausen bei Kombinationspillen steht auf der Seite Drospirenon absetzen.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Beschwerden, die durch das Absetzen entstehen, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Sie beschreiben aber, wann der Eisprung zurückkehrt und wie sich bestimmte Risiken nach dem Absetzen entwickeln.
Eisprung, Zyklus und Fruchtbarkeit
Laut Fachinformation wirkt Desogestrel in erster Linie, indem es den Eisprung hemmt [2]. In einer Studie über 2 Zyklen, nach der Desogestrel nach 56 aufeinanderfolgenden Tagen abgesetzt wurde, setzte der Eisprung im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein, im Bereich von 7 bis 30 Tagen [2]. Einen Zeitpunkt für die erste Monatsblutung nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].
Laut BIÖG ist es unterschiedlich, wann sich nach dem Absetzen der Minipille wieder ein normaler Zyklus mit Eisprung einstellt: Bei manchen Frauen ist das schon im nächsten Zyklus der Fall, sodass sie direkt schwanger werden können, bei anderen können einige Monate vergehen, bis sich der Zyklus normalisiert hat. Wie lange die Minipille vorher eingenommen wurde, spielt dafür laut BIÖG keine Rolle [12].
Während der Einnahme können unregelmäßige Blutungen auftreten oder ganz ausbleiben [1]. Laut Fachinformation hatten in Studien bis zu 50 Prozent der Anwenderinnen unregelmäßige Blutungen [2]. Ungewöhnlich schwere Blutungen aus der Scheide während der Einnahme gehören laut Packungsbeilage zu den Gründen, sich so bald wie möglich an die Ärztin oder den Arzt zu wenden [1].
Meningeom-Risiko nach dem Absetzen
Laut Fachinformation wurde die derzeitige langfristige Anwendung von Desogestrel über mindestens 1 Jahr mit einem leicht erhöhten Risiko für Meningeome in Verbindung gebracht. Das Risiko stieg bei längerer Behandlungsdauer und kann bei Frauen höher sein, die zuvor Gestagene angewendet haben, die mit einem erhöhten Meningeomrisiko verbunden sind [2]. Als Beispiele dafür nennt der Rote-Hand-Brief Cyproteron, Nomegestrol, Medroxyprogesteron und Chlormadinon [4]. Insgesamt wird laut Packungsbeilage geschätzt, dass bei 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen etwa ein zusätzlicher Fall eines Meningeoms auftritt [1].
Die verfügbaren Daten deuten laut Fachinformation darauf hin, dass sich das Meningeomrisiko nach dem Absetzen verringert. In der französischen Studie, auf der die neuen Angaben beruhen, wurde ein Jahr nach dem Absetzen von Desogestrel kein erhöhtes Risiko mehr beobachtet [2, 4]. Ob Sie die Minipille weiter einnehmen, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Brustkrebsrisiko nach dem Absetzen
Brustkrebs wurde laut Packungsbeilage bei Frauen, die die Pille einnehmen, geringfügig häufiger festgestellt als bei gleichaltrigen Frauen ohne Pille. Hören Frauen mit der Pille auf, verringert sich das Risiko kontinuierlich, sodass es zehn Jahre danach dem Risiko von Frauen entspricht, die nie die Pille eingenommen haben. Ob das unterschiedliche Risiko auf die Pille zurückzuführen ist, ist nicht bekannt. Für eine reine Gestagen-Pille wie Desogestrel wird ein ähnliches Risiko wie für die Kombinationspille angenommen, die Hinweise sind aber weniger schlüssig [1].
Wechseljahre
Für die Frage, wie lange noch verhütet werden muss, nennt das BIÖG allgemeine Regeln: Frauen über 50, die ein Jahr lang keine Regelblutung hatten, können im Allgemeinen auf Verhütung verzichten. Bleibt die Regel schon vor dem 50. Lebensjahr ein Jahr lang aus, wird zur Sicherheit ein weiteres Jahr Verhütung geraten; sicher aufhören können Frauen laut BIÖG erst mit 55 Jahren [13]. Die Hormone der Minipille können Anzeichen der Wechseljahre wie unregelmäßige Blutungen und Schweißausbrüche überlagern, den Beginn der Wechseljahre aber nicht hinauszögern. Ob die Wechseljahre begonnen haben, zeigt sich laut BIÖG erst nach dem Absetzen [12]. Mehr dazu: Wechseljahresbeschwerden.
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; die Einnahme kann laut Packungsbeilage jederzeit beendet werden [1, 2]. Laut Packungsbeilage fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen auf; Häufigkeit und Art richten sich nach Ihrer Situation [1, 2].
Seit der Aktualisierung im August 2026 sollten Frauen, die Desogestrel anwenden, laut Fachinformation auf Anzeichen und Symptome eines Meningeoms überwacht werden. Haben sie früher Gestagene angewendet, die mit einem erhöhten Meningeomrisiko verbunden sind, sollte das vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden [2, 4]. Wenn Sie früher andere Hormonpräparate genommen haben, sagen Sie das Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Für einen Wechsel nennen die Packungsbeilagen eigene Regeln. Wer von einer anderen Minipille auf Desirett umsteigt, kann laut Packungsbeilage von Desirett an jedem Tag wechseln und braucht keine zusätzliche Verhütung [1]. Wer von Desogestrel auf ein anderes Verhütungsmittel wechselt, folgt den Regeln in dessen Packungsbeilage. Welche Verhütung nach dem Absetzen für Sie infrage kommt, legen Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt fest.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Bemerken Sie eine vergessene Einnahme nach weniger als 12 Stunden, ist die Zuverlässigkeit laut Packungsbeilage noch gegeben: Nehmen Sie die vergessene Tablette sofort und die nächsten zu den gewohnten Zeiten. Bei mehr als 12 Stunden Verspätung kann die Zuverlässigkeit vermindert sein; dann verhüten Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich, etwa mit einem Kondom [1]. Die Regeln im Einzelnen stehen auf der Seite Desogestrel und in der Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was Sie tun können
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei der Minipille geht es dabei vor allem um den Schutz vor einer Schwangerschaft [1]; besprechen Sie das Absetzen und die weitere Verhütung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:
- Ab wann bin ich nach der letzten Tablette nicht mehr geschützt, und wie verhüte ich danach?
- Ich möchte schwanger werden: Worauf achte ich nach dem Absetzen?
- Ich nehme Desogestrel seit mehr als einem Jahr: Was bedeuten die neuen Angaben zu Meningeomen für mich?
- Habe ich früher Gestagene genommen, die mit Meningeomen in Verbindung gebracht werden?
- Steht eine Operation oder eine längere Bettlägerigkeit an, und was gilt dann für die Minipille?
- Welche Blutungen nach dem Absetzen sollte ich abklären lassen?
- Ich bin über 40: Wie lange brauche ich noch eine Verhütung?
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bemerken Sie Anzeichen, die auf ein Meningeom hinweisen können, müssen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [1]:
- Veränderungen des Sehvermögens, zum Beispiel Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen [1]
- Hörverlust oder Ohrensausen, Verlust des Geruchssinns [1]
- Kopfschmerzen, die sich im Laufe der Zeit verstärken [1]
- Gedächtnisverlust, Krampfanfälle oder Schwäche in Armen oder Beinen [1]
Die Anzeichen einer Thrombose und einer schweren allergischen Reaktion stehen in der Liste unten; bei einer Thrombose sollte die Einnahme laut Fachinformation beendet werden [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Mehr dazu: Thromboserisiko durch Medikamente.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Gestagene. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu desogestrel- und etonogestrelhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines Meningeoms und Maßnahmen zur Risikominimierung. Zulassungsinhaber desogestrel- und etonogestrelhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 06.08.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu kombinierten hormonalen Kontrazeptiva: Verordnung solcher mit dem niedrigsten Risiko für venöse Thromboembolien und Nutzung des behördlich beauflagten Schulungsmaterials. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 30.09.2021. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Die Minipille (Gestagenpille). Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de. Stand 06.10.2025. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Verhütungsmittel für die Wechseljahre. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), familienplanung.de. Stand 30.09.2024. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Desogestrel einfach absetzen?
Laut Packungsbeilage können Sie die Minipille mit Desogestrel beenden, wann Sie möchten; von diesem Tag an sind Sie nicht länger vor einer Schwangerschaft geschützt. Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Wann kommt die Periode nach dem Absetzen der Minipille?
Einen Zeitpunkt für die erste Monatsblutung nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In einer Studie, in der Desogestrel nach 56 Tagen abgesetzt wurde, setzte der Eisprung laut Fachinformation im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein, im Bereich von 7 bis 30 Tagen. Laut BIÖG ist es von Frau zu Frau verschieden, wann sich wieder ein normaler Zyklus einstellt; bei manchen können einige Monate vergehen. Fragen zu Blutungen nach dem Absetzen besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Wie schnell kann ich nach dem Absetzen schwanger werden?
Von dem Tag an, an dem Sie die Einnahme beenden, sind Sie laut Packungsbeilage nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. In einer Studie setzte der Eisprung laut Fachinformation im Durchschnitt nach 17 Tagen wieder ein. Laut BIÖG haben manche Frauen gleich im nächsten Zyklus wieder einen Eisprung, bei anderen können einige Monate vergehen; wie lange das dauert, hängt nicht davon ab, wie lange die Minipille eingenommen wurde.
Sollte ich Desogestrel wegen des Meningeomrisikos absetzen?
Laut Rote-Hand-Brief vom 6. August 2026 besteht bei einer derzeitigen Anwendung über mindestens 1 Jahr ein gering erhöhtes Risiko für ein Meningeom, einen überwiegend gutartigen Tumor der Hirnhäute; geschätzt tritt bei 67.300 mit Desogestrel behandelten Frauen etwa ein zusätzlicher Fall auf. Wird ein Meningeom festgestellt, muss die Behandlung beendet werden. Ein Jahr nach dem Absetzen wurde in der zugrunde liegenden Studie kein erhöhtes Risiko mehr beobachtet. Ob Sie die Minipille weiter einnehmen, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Muss ich Desogestrel vor einer Operation absetzen?
Laut Packungsbeilage wenden Sie sich mindestens vier Wochen vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie demnächst bettlägerig sein werden oder operiert werden. Bei einer Ruhigstellung aufgrund einer Operation oder Krankheit sollte laut Fachinformation ein Absetzen in Betracht gezogen werden. Was für Sie gilt, legt die Ärztin oder der Arzt fest.
Wann kann ich die Minipille in den Wechseljahren absetzen?
Packungsbeilage und Fachinformation nennen dafür keinen Zeitpunkt. Das BIÖG beschreibt allgemein: Frauen über 50, die ein Jahr lang keine Regelblutung hatten, können im Allgemeinen auf Verhütung verzichten, vor 50 wird noch ein weiteres Jahr Verhütung geraten, und sicher aufhören können Frauen mit 55 Jahren. Die Minipille kann Anzeichen der Wechseljahre wie unregelmäßige Blutungen überlagern; ob sie begonnen haben, zeigt sich laut BIÖG erst nach dem Absetzen. Den Zeitpunkt besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Was passiert, wenn ich unter Desogestrel schwanger werde?
Tritt während der Anwendung eine Schwangerschaft ein, ist das Präparat laut Fachinformation abzusetzen. Laut Embryotox erfordert die versehentliche Anwendung gestagenhaltiger hormonaler Verhütungsmittel bis in die Frühschwangerschaft hinein keine Konsequenzen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Ändert sich mein Gewicht nach dem Absetzen?
Dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe. Während der Einnahme nennen sie Gewichtszunahme als häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Frauen. Notieren Sie Ihr Gewicht im Nebenwirkungs-Tagebuch und sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt an.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Medikamente Omeprazol in der SchwangerschaftOmeprazol in der Schwangerschaft nehmen Sie laut Packungsbeilage nur nach Rücksprache.
-
-
Medikamente Paracetamol in der SchwangerschaftFalls erforderlich, kann Paracetamol laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft eingenommen werden.
-
RatgeberAntworten rund um Medikamente im Alltag.