MedikamenteDetailfrage
Omeprazol in der Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Omeprazol Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation haben drei Studien mit mehr als 1.000 Schwangerschaften keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen auf die Schwangerschaft oder das Kind ergeben, und Omeprazol kann in der Schwangerschaft angewendet werden. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an, nennt Omeprazol ein Medikament der Wahl und hält dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Omeprazol Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Laut Fachinformation haben drei Studien mit mehr als 1.000 Schwangerschaften keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Kindes ergeben; Omeprazol kann danach in der Schwangerschaft angewendet werden [2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an und nennt Omeprazol ein Medikament der Wahl; eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko hält es dennoch für nötig [3].
Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, ergeben sich laut Embryotox aus der Anwendung keine Konsequenzen [3]. Was Omeprazol ist und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Omeprazol ist grundsätzlich verschreibungspflichtig [2]. Rezeptfrei ist es in der Apotheke nur zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen erhältlich, mit einer Einzeldosis von 20 mg [6]; diese Präparate sind für die kurzzeitige Behandlung bei Erwachsenen bestimmt [4, 5]. Die Packungsbeilagen beider Präparate formulieren die Angaben zur Schwangerschaft unterschiedlich.
Verschreibungspflichtige Kapseln: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].
Rezeptfreie Kapseln: Informieren Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie schwanger sind oder versuchen, schwanger zu werden. Ob Sie das Präparat in dieser Zeit einnehmen können, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [4].
Fachinformation: Die Fachinformationen beider Präparate sagen zur Schwangerschaft dasselbe. Drei vorausschauend angelegte (prospektive) epidemiologische Studien mit mehr als 1.000 Fällen, in denen Omeprazol in der Schwangerschaft angewendet wurde, haben keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen von Omeprazol auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus oder Neugeborenen ergeben. Omeprazol kann in der Schwangerschaft angewendet werden [2, 5].
Die Übersicht stellt die Angaben nebeneinander:
| Quelle | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Packungsbeilage, verschreibungspflichtige Kapseln | Vor der Einnahme ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen [1] | Übergang in die Muttermilch; Einfluss auf das Kind bei therapeutischen Dosen unwahrscheinlich; die Ärztin oder der Arzt entscheidet [1] |
| Packungsbeilage, rezeptfreie Kapseln | Vorher informieren; die Ärztin oder der Arzt entscheidet [4] | Die Ärztin oder der Arzt entscheidet [4] |
| Fachinformationen | Keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen in drei Studien; kann angewendet werden [2, 5] | Übergang in die Muttermilch; Einfluss auf das Kind bei therapeutischen Dosen unwahrscheinlich [2, 5] |
| Embryotox | Erfahrungsumfang sehr hoch; Ampelfarbe grün; Medikament der Wahl, dennoch sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig [3] | Einsetzbar, falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist [3] |
Einschätzung von Embryotox
Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Sein Wissen zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruht nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [3].
Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Omeprazol mit "sehr hoch" an [3]. Das ist die höchste Stufe und bedeutet mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [13].
Erstes Schwangerschaftsdrittel: Studien zu etwa 5.000 Schwangerschaftsverläufen, davon etwa 1.800 aus Verschreibungsstudien, haben laut Embryotox keinen Hinweis auf Fehlbildungen auslösende (teratogene) Effekte ergeben. Ein diskutiertes erhöhtes Asthmarisiko beim Kind durch eine Behandlung der Mutter mit Omeprazol in der Schwangerschaft hat sich nicht bestätigt [3].
Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Hinweise auf eine schädigende Wirkung der Protonenpumpenhemmer auf das ungeborene Kind (fetotoxische Wirkung) liegen laut Embryotox nicht vor [3].
Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Omeprazol gehört zu den Mitteln der Wahl zur Behandlung einer Refluxösophagitis (Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure) oder zur Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung (Gastritisprophylaxe) in der Schwangerschaft. Auch bei einer Dreifachtherapie gegen das Bakterium Helicobacter pylori in der Schwangerschaft ist Omeprazol laut Embryotox der Protonenpumpenhemmer der ersten Wahl. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht: keine [3].
Ampel: Embryotox kennzeichnet Omeprazol grün mit dem Zusatz "Medikament der Wahl. Dennoch: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig." [3]. Grün steht nach der Erläuterung von Embryotox für ein Medikament der Wahl für das angegebene Anwendungsgebiet, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Potenzial erkennen lassen, Embryo oder Fötus zu schädigen. Auch die grüne Ampel erfordert danach eine sorgfältige Prüfung, ob das Mittel nötig ist, und sollte nicht zu sorglosem Gebrauch verleiten; eine hundertprozentige Sicherheit gibt es laut Embryotox bei keinem Medikament. Die Ampel bezieht sich auf eine dem Anwendungsgebiet entsprechende Anwendung in therapeutischer Dosis, ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen [12].
Andere Mittel: Besser geeignete Alternativen nennt Embryotox auf seiner Seite zu Omeprazol keine. Wird eine Schwangere mit mehreren Arzneimitteln behandelt, sollte laut Embryotox gegebenenfalls Pantoprazol bevorzugt werden, da dieses weniger Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bedingt [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Sodbrennen und Refluxkrankheit in der Schwangerschaft
Eine Refluxkrankheit tritt laut Embryotox bei etwa 30 bis 50 Prozent der Schwangeren auf, wesentlich häufiger als außerhalb der Schwangerschaft. Möglich ist sie in jedem Schwangerschaftsdrittel, besonders im letzten Drittel kommen Refluxbeschwerden wegen der körperlichen Veränderungen häufig vor [11]. Mehr zur Erkrankung: Reflux und Sodbrennen.
Die Behandlung richtet sich laut Embryotox oft nach den Beschwerden und wird stufenweise aufgebaut, an erster Stelle mit Allgemeinmaßnahmen ohne Medikamente. Bei leichten Refluxbeschwerden nennt Embryotox säurebindende Mittel (Antazida) zur vorübergehenden Behandlung [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Protonenpumpenhemmer können laut Embryotox in der gesamten Schwangerschaft verordnet werden. Omeprazol ist nach Angabe von Embryotox das am besten untersuchte Mittel dieser Gruppe, die Verwendung von Pantoprazol ist ebenfalls möglich; welches Mittel infrage kommt, hängt laut Embryotox vom Anwendungsgebiet und von der Behandlungsdauer ab [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Stillzeit

Packungsbeilage und Fachinformation: Omeprazol wird in die Muttermilch abgegeben, ein Einfluss auf das Kind ist bei Anwendung therapeutischer Dosen aber unwahrscheinlich [1, 2]. Ob Sie Omeprazol einnehmen können, wenn Sie stillen, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Auch beim rezeptfreien Präparat entscheidet laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt, ob Sie es in der Stillzeit einnehmen können [4].
Embryotox: Die Daten zum Übergang in die Muttermilch beruhen auf einem einzigen Fallbericht. Ein Kind, das drei Monate lang unter der Behandlung der Mutter mit Omeprazol gestillt wurde, zeigte keine Auffälligkeiten. Die relative Dosis gibt Embryotox mit 1,1 Prozent an [3]. Gemeint ist der Anteil an der auf das Körpergewicht bezogenen Tagesdosis der Mutter, den ein voll gestillter Säugling pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden mit der Milch erhält [14]. Falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist, können laut Embryotox Omeprazol oder Pantoprazol in der Stillzeit eingesetzt werden [3].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Es bittet sie, sich an die Kinderärztin oder den Kinderarzt, die Gynäkologin oder den Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [15]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Zur Fruchtbarkeit nennt die Fachinformation der verschreibungspflichtigen Kapseln Tierstudien: Sie ergaben bei Einnahme über den Mund keine Hinweise auf einen Einfluss von Omeprazol auf die Fruchtbarkeit. Daten beim Menschen nennt sie dazu nicht [2].
Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]; beim rezeptfreien Präparat informieren Sie sie vorher, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden [4]. Die Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [3]. Für solche Fragen hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [15].
Was Sie tun können
Schwanger geworden unter Omeprazol: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Auch die Packungsbeilage sieht vor, die Einnahme nicht abzubrechen, ohne zuerst mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke zu sprechen [1]. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, und seit wann Sie Omeprazol einnehmen. Laut Embryotox ergeben sich nach einer Anwendung in der Schwangerschaft keine Konsequenzen [3]. Was allgemein beim Beenden der Behandlung gilt, auch zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, steht auf der Seite Omeprazol absetzen.
Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer aktuellen und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [15].
Rezeptfreies Omeprazol: Vor der Einnahme in der Schwangerschaft informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; ob Sie es einnehmen können, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [4]. Was bei Sodbrennen für Sie infrage kommt, klären Sie in der Praxis oder in der Apotheke.
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Brauche ich Omeprazol in der Schwangerschaft weiter, und wie lange?
- Welche Maßnahmen ohne Medikamente kommen bei meinen Beschwerden infrage?
- Ich nehme weitere Arzneimittel: Passen sie zu Omeprazol?
- Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?
Einnahme und Beschwerden notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie Omeprazol einnehmen und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [15]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Omeprazol kann die Anzeichen anderer Erkrankungen verdecken. Laut Packungsbeilage sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie vor oder während der Einnahme ohne ersichtlichen Grund viel Gewicht verlieren und Probleme beim Schlucken haben, Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen bekommen, Nahrung oder Blut erbrechen, schwarzen Stuhl oder schweren oder anhaltenden Durchfall haben [1, 4]. Bei unklaren Beschwerden kann laut Embryotox auch in der Schwangerschaft eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) mit den üblichen vorbereitenden Medikamenten durchgeführt werden [11].
Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion, einer schweren Hautreaktion oder von Leberproblemen mit gelber Haut, dunklem Urin und Müdigkeit sieht die Packungsbeilage vor, die Einnahme zu beenden und sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt zu wenden [1, 4]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Omeprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Hartkapseln (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Hartkapseln (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Omeprazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Refluxkrankheit. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Relative Dosis. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf man Omeprazol in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Fachinformation kann Omeprazol in der Schwangerschaft angewendet werden: Drei Studien mit mehr als 1.000 Schwangerschaften haben keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des ungeborenen oder neugeborenen Kindes ergeben. Die Packungsbeilage sieht vor, dass Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke fragen. Embryotox nennt Omeprazol ein Medikament der Wahl, hält aber eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko für nötig. Ob die Behandlung für Sie nötig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Was sagt Embryotox zu Omeprazol?
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an, das heißt mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. In der Ampel ist Omeprazol grün gekennzeichnet. Zur Behandlung einer Refluxösophagitis oder zur Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung zählt Embryotox Omeprazol zu den Mitteln der Wahl; bei einer Dreifachtherapie gegen Helicobacter pylori nennt es Omeprazol den Protonenpumpenhemmer der ersten Wahl. Besser geeignete Alternativen nennt Embryotox keine; nimmt eine Schwangere mehrere Medikamente, sollte laut Embryotox gegebenenfalls Pantoprazol bevorzugt werden, weil es weniger Wechselwirkungen bedingt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Spielt es eine Rolle, ob ich im 1. oder 3. Trimester bin?
Embryotox bewertet die Abschnitte der Schwangerschaft getrennt. Für das erste Drittel haben Studien zu etwa 5.000 Schwangerschaftsverläufen keinen Hinweis auf Fehlbildungen ergeben. Für das zweite und dritte Drittel und die Zeit um die Geburt liegen laut Embryotox keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung der Protonenpumpenhemmer auf das ungeborene Kind vor. Refluxbeschwerden kommen laut Embryotox besonders im letzten Drittel häufig vor. Ob und wie lange Sie Omeprazol nehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Ich habe Omeprazol genommen und bin schwanger. Was nun?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, seit wann Sie Omeprazol einnehmen. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine. Embryotox berät außerdem kostenlos; die Anfrage können Sie über einen Online-Fragebogen für eine aktuelle Schwangerschaft schicken.
Darf ich rezeptfreies Omeprazol gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage der rezeptfreien Kapseln informieren Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Ob Sie das Präparat in dieser Zeit einnehmen können, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Was bei Sodbrennen in der Schwangerschaft für Sie infrage kommt, klären Sie in der Praxis oder in der Apotheke.
Wie oft und wie lange darf ich Omeprazol in der Schwangerschaft nehmen?
Eine eigene Dosierung oder Behandlungsdauer für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Dosis und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Omeprazol im Abschnitt zur Dosierung.
Wie nehme ich Omeprazol in der Schwangerschaft ein?
Für Schwangere nennt die Packungsbeilage keine eigenen Einnahmeregeln. Allgemein empfiehlt sie, die Kapsel morgens einzunehmen, mit dem Essen oder auf nüchternen Magen. Schlucken Sie sie im Ganzen mit einem halben Glas Wasser und zerkauen oder zerdrücken Sie sie nicht, weil die überzogenen Kügelchen den Wirkstoff vor der Magensäure schützen.
Darf ich Omeprazol in der Stillzeit nehmen?
Omeprazol geht in die Muttermilch über, ein Einfluss auf das Kind ist laut Packungsbeilage und Fachinformation bei therapeutischen Dosen aber unwahrscheinlich. Ob Sie es in der Stillzeit einnehmen können, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Embryotox stützen sich die Daten zum Übergang in die Muttermilch auf einen einzelnen Fallbericht; ein Kind, das drei Monate unter der Behandlung der Mutter gestillt wurde, zeigte keine Auffälligkeiten. Falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist, können laut Embryotox Omeprazol oder Pantoprazol in der Stillzeit eingesetzt werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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