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Estriol: Nebenwirkungen und Wirkung
Estriol ist ein weibliches Geschlechtshormon (Östrogen), das als verschreibungspflichtige Vaginalcreme bei Beschwerden durch Östrogenmangel an Scheide und Vulva eingesetzt wird, etwa bei Trockenheit, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Vaginalzäpfchen und Tabletten haben eigene Anwendungsgebiete. Gelegentlich treten bei der Creme Reizungen der Scheide, Brustspannen, Schmierblutungen oder ein Blutdruckanstieg auf. Bei Gelbsucht, Zeichen eines Blutgerinnsels oder Schwellungen von Gesicht und Rachen brechen Sie die Behandlung sofort ab und suchen eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Wofür wird Estriol eingesetzt?
Estriol ist ein weibliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Östrogene. Als Vaginalcreme gehört es zu den Arzneimitteln, die als lokale Hormonersatzbehandlung bezeichnet werden: Die Creme wird in der Scheide angewendet und dient zur Behandlung örtlicher Beschwerden durch Östrogenmangel [1]. Dazu zählen Rückbildungserscheinungen (Atrophie) an Scheide und Vulva mit Juckreiz, Brennen und trockener Scheide, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Entzündungen von Scheide, Vulva oder Gebärmutterhalskanal, Ausfluss, eine Scheidenverengung, druck- und dehnungsbedingte Geschwüre an Scheide und Gebärmutterhals sowie die begleitende Behandlung von Scheideninfektionen. Außerdem wird die Creme vor und nach Operationen im Scheidenbereich angewendet [1, 2].
Estriol gibt es auch als Vaginalzäpfchen und als Tabletten zum Einnehmen, jeweils mit eigener Packungsbeilage. Vaginalzäpfchen mit 0,5 mg Estriol sind laut ihrer Fachinformation zur lokalen Behandlung vaginaler Östrogenmangelbeschwerden nach der Menopause zugelassen [4]. Tabletten mit 2 mg Estriol sind zur Hormonersatztherapie bei Östrogenmangelbeschwerden nach der Menopause zugelassen, und zwar nur bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Vaginalcreme OeKolp-Creme; die Angaben zu Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Dosierung gelten für diese Creme [1, 2]. Mehr zum Hintergrund lesen Sie unter Wechseljahre und Hormonersatztherapie.
Wie wirkt Estriol?
Der synthetisch hergestellte Wirkstoff ist laut Fachinformation chemisch und biologisch mit dem körpereigenen Estriol identisch. In der Scheide angewendet, mindert er durch Östrogenmangel bedingte Beschwerden: Entzündliche Veränderungen bilden sich zurück, statt atrophischer Zellen zeigen sich vorwiegend Intermediär- und zunehmend Superfizialzellen, und das Wiederauftreten der natürlichen Scheidenflora (Döderlein-Flora) wird begünstigt [2].
Die Creme wird laut Packungsbeilage nur zu einem sehr geringen Teil ins Blut aufgenommen [1]. Laut Fachinformation wird Estriol in der Leber abgebaut und vorwiegend über die Nieren ausgeschieden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation der Creme mit einer Häufigkeit angeben. "Gelegentlich" heißt: bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Bei Frauen, die im Blut zirkulierende Arzneimittel zur Hormonersatzbehandlung anwenden, werden Eierstockkrebs, Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge, Schlaganfall und, bei Beginn nach dem 65. Lebensjahr, Gedächtnisstörungen häufiger beobachtet. Diese Risiken treffen laut Packungsbeilage in geringerem Maße auf in der Scheide angewendete Behandlungen wie die Creme zu [1]. Unter anderen Präparaten zur Hormonersatzbehandlung wurden außerdem Gallenblasenerkrankungen und verschiedene Hauterkrankungen berichtet, etwa Pigmentflecken im Gesicht und am Hals (Chloasma), schmerzhafte rötliche Hautknötchen (Erythema nodosum) und Ausschlag mit kreisförmigen rötlichen Flecken (Erythema multiforme) [1, 2].
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Gefäße und KreislaufErhöhung des Blutdrucks[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Magen und DarmÜbelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Geschlechtsorgane und BrustSchmerzen und Spannungsgefühle in der Brust (während der ersten Wochen)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Geschlechtsorgane und BrustSchmierblutungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustReizungen der Scheide mit Hitzegefühl, Juckreiz, Brennen und Rötungen[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- Geschlechtsorgane und Brust(Vermehrter) Ausfluss; laut Fachinformation auch vermehrte Absonderung aus dem Gebärmutterhals (zervikale Hypersekretion)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenÖdeme mit vorübergehender Gewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenGewichtszunahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Geschlechtsorgane und BrustGebärmutterblutungen[1, 2]
- Allgemeine Beschwerden(Migräneartige) Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Muskeln, Knochen und GelenkeBeinkrämpfe, "schwere Beine"[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, ist das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen laut Packungsbeilage etwa 1,3- bis 3-fach erhöht, vor allem im ersten Anwendungsjahr. Wandert ein Blutgerinnsel in die Lunge, kann das Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod führen [1]. Die Creme wird zwar nur in sehr geringem Maße ins Blut aufgenommen; bei Bedenken wenden Sie sich aber an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Thromboserisiko.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kontrollen: Nach Beginn der Behandlung sollten Sie mindestens einmal pro Jahr zur Kontrolluntersuchung gehen und dabei Nutzen und Risiken der Fortführung besprechen. Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer Brüste; haben Sie die Möglichkeit, am Mammographie-Screening-Programm teilzunehmen, rät die Packungsbeilage, dieses Angebot zu nutzen [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird versuchen, die niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste notwendige Zeit zu verordnen; sprechen Sie mit ihr oder ihm, wenn Sie die Wirkung als zu stark oder zu schwach empfinden [1].
Blutungen und Brust: (Schmier-)Blutungen sind normalerweise kein Grund zur Sorge; vereinbaren Sie aber einen Termin, denn sie können darauf hinweisen, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker geworden ist [1]. Laut Fachinformation sind die Ursachen von Blutungen während der Behandlung abzuklären; zum Ausschluss einer bösartigen Veränderung kann eine Gewebeprobe nötig sein [2]. Schmerzen und Spannungsgefühle in der Brust beschreibt die Packungsbeilage für die ersten Wochen der Behandlung [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden. Weil die Creme in der Scheide angewendet wird und nur minimal ins Blut gelangt, ist ein Einfluss auf andere Arzneimittel laut Packungsbeilage unwahrscheinlich; sie kann jedoch andere Behandlungen in der Scheide beeinflussen [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Arzneimittel und andere Behandlungen in der Scheide | Ein Einfluss auf andere Arzneimittel ist bei Anwendung in der Scheide unwahrscheinlich; die Creme kann jedoch andere Behandlungen in der Scheide beeinflussen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Kondome aus Latex | Ihre Reißfestigkeit und damit ihre Sicherheit kann vermindert sein[1, 2] |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Estriol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie nicht sicher, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Tritt eine der Krankheiten, bei denen die Creme nicht angewendet werden darf, während der Behandlung erstmals auf, beenden Sie die Behandlung sofort und suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe [1]. Erfahrungen bei Frauen mit vorzeitiger Menopause liegen nur begrenzt vor [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Bestehender oder früherer Brustkrebs oder Verdacht darauf[1, 2]
- Krebs, dessen Wachstum von Östrogenen abhängig ist, z. B. Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), oder Verdacht darauf[1, 2]
- Nicht abgeklärte vaginale Blutungen[1, 2]
- Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie), die nicht behandelt wird[1, 2]
- Bestehendes oder früheres Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose), z. B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder in der Lunge (Lungenembolie)[1, 2]
- Blutgerinnungsstörung (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)[1, 2]
- Bestehende oder frühere Krankheit durch Blutgerinnsel in den Arterien, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder anfallsartig auftretende Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris); laut Fachinformation bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle Thromboembolien[1, 2]
- Bestehende oder frühere Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben[1, 2]
- Porphyrie, eine seltene, erblich bedingte Blutkrankheit[1, 2]
- Allergie gegen Estriol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwangerschaft[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Gutartige Geschwülste der Gebärmutter (Myome), Endometriose oder früher aufgetretene Endometriumhyperplasie, erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel, erhöhtes Risiko für östrogenabhängigen Krebs (z. B. Brustkrebs bei Mutter, Schwester oder Großmutter), Bluthochdruck, Lebererkrankungen wie ein gutartiger Lebertumor, Diabetes, Gallensteine, Migräne oder schwere Kopfschmerzen, systemischer Lupus erythematodes, Epilepsie, Asthma, Otosklerose, sehr hohe Blutfettwerte (Triglyzeride), Flüssigkeitseinlagerung infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen, erbliches oder erworbenes Angioödem: Diese Erkrankungen können während der Behandlung wieder auftreten oder sich verschlimmern, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Sie sollten dann häufiger zu Kontrolluntersuchungen gehen[1, 2]
- Gebärmutterschleimhaut: Werden reine Östrogen-Tabletten über längere Zeit eingenommen, kann sich das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs erhöhen; ob ein ähnliches Risiko bei wiederholter oder Langzeitbehandlung (mehr als ein Jahr) mit der Creme besteht, ist unklar. Da die Creme nur zu einem sehr geringen Teil ins Blut gelangt, ist die zusätzliche Gabe eines Gestagens nicht notwendig; laut Fachinformation sollte die Behandlung bei wiederholter Anwendung mindestens jährlich überprüft werden[1, 2]
- Brustkrebs: Die vorliegenden Erkenntnisse legen nahe, dass die Creme das Brustkrebsrisiko bei Frauen ohne frühere Brustkrebserkrankung nicht erhöht; ob sie bei Frauen nach Brustkrebs sicher angewendet werden kann, ist nicht bekannt[1, 2]
- Risiken einer im Blut zirkulierenden Hormonersatzbehandlung (Blutgerinnsel in den Venen, Schlaganfall, Eierstockkrebs, Gedächtnisstörungen bei Beginn nach dem 65. Lebensjahr) betreffen die in der Scheide angewendete Creme in geringerem Maße; dass sich solche Erkrankungen verschlimmern oder erneut auftreten, ist relativ unwahrscheinlich, bei Bedenken mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen[1, 2]
- Blutgerinnsel: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist mit zunehmendem Alter höher und wenn Sie wegen einer größeren Operation, Verletzung oder Krankheit längere Zeit nicht laufen können, stark übergewichtig sind (BMI über 30 kg/m²), eine Gerinnungsstörung haben, die eine medikamentöse Langzeitbehandlung zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erfordert, bei einem nahen Verwandten schon einmal ein Blutgerinnsel im Bein, in der Lunge oder in einem anderen Organ aufgetreten ist, Sie an systemischem Lupus erythematodes (SLE) leiden oder Krebs haben, sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1]
- Geplante Operation: die operierende Ärztin oder den operierenden Arzt informieren; möglicherweise muss die Creme 4 bis 6 Wochen vorher abgesetzt werden, um das Thromboserisiko zu verringern[1, 2]
- Vorzeitige Menopause: Erfahrungen liegen nur begrenzt vor, die Risiken können sich von denen anderer Frauen unterscheiden[1, 2]
- Kein Mittel zur Empfängnisverhütung: Liegt die letzte Monatsblutung weniger als 12 Monate zurück oder sind Sie jünger als 50 Jahre, kann zusätzliche Verhütung erforderlich sein[1, 2]
- Scheideninfektionen sollten laut Fachinformation vor Beginn der Behandlung gezielt behandelt werden[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Straßenverkehr, Anwendung und Absetzen sagen [1, 2]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthalten beide Dokumente nicht.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Estriol-Creme nicht angewendet werden. Werden Sie während der Behandlung schwanger, brechen Sie die Behandlung sofort ab und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Die meisten Beobachtungsstudien, in denen ein ungeborenes Kind unbeabsichtigt Östrogen ausgesetzt war, zeigen keine fruchtschädigenden Wirkungen; wie viel des in die Scheide eingebrachten Estriols das ungeborene Kind erreicht, ist nicht bekannt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Estriol geht zum Teil in die Muttermilch über. Ist in der Stillzeit die Anwendung eines Estriolpräparats notwendig, sollte sie deshalb lokal und in möglichst niedriger Dosierung erfolgen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind nicht erforderlich; laut Fachinformation hat die Creme keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Creme am besten abends vor dem Schlafengehen mit dem Applikator in Rückenlage mit leicht angezogenen Beinen möglichst tief in die Scheide einführen; an den äußeren Geschlechtsteilen eine entsprechende Menge dünn auftragen. Den Applikator nach Gebrauch mit warmem Wasser reinigen. Nach Anbruch ist die Creme höchstens 6 Monate verwendbar.[1]
Anwendung vergessen: Bei täglicher Anwendung in den ersten (2 bis) 3 Behandlungswochen eine erst am nächsten Tag bemerkte Anwendung nicht nachholen, sondern wie gewohnt weitermachen; bei Anwendung 2-mal pro Woche die vergessene Anwendung so bald wie möglich nachholen.[1, 2]
Absetzen
Vor einer geplanten Operation kann es nötig sein, die Creme 4 bis 6 Wochen vorher abzusetzen; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie die Anwendung fortsetzen können.[1]
Überdosierung
Anzeichen einer möglichen Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Spannungsgefühl in den Brüsten und Blutungen aus der Scheide, die einige Tage später auftreten können. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat; die Beschwerden lassen sich durch eine geringere Dosis oder einen Behandlungsabbruch beseitigen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Creme beschreibt eine tägliche Anfangsbehandlung, eine Erhaltungstherapie und ein eigenes Schema vor und nach Scheidenoperationen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Menge und Dauer für Sie richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Anwendung und Absetzen
Die Creme wird am besten abends vor dem Schlafengehen mit dem beiliegenden Applikator tief in die Scheide eingeführt; an den äußeren Geschlechtsteilen wird eine entsprechende Menge dünn aufgetragen. Nach Gebrauch reinigen Sie den Applikator mit warmem Wasser [1]. Haben Sie eine Anwendung vergessen, richtet sich das Vorgehen danach, ob Sie die Creme täglich oder zweimal pro Woche anwenden; die Karte oben fasst es zusammen [1, 2].
Ist bei Ihnen eine Operation geplant, informieren Sie die operierende Ärztin oder den operierenden Arzt. Möglicherweise müssen Sie die Creme 4 bis 6 Wochen vorher absetzen, um das Thromboserisiko zu verringern; fragen Sie, wann Sie die Anwendung fortsetzen können [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP.
Präparate mit Estriol
Estriol gibt es als Vaginalcreme, als Vaginalzäpfchen und als Tabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von OeKolp-Creme [1, 2]. Andere Östrogene wie Estradiol sind eigene Wirkstoffe mit eigener Packungsbeilage.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| OeKolp-Creme | Besins Healthcare Germany GmbH | verschreibungspflichtig; Vaginalcreme mit 1 mg Estriol je Gramm; Grundlage dieser Seite |
| OeKolp forte Ovula | Besins Healthcare Germany GmbH | Vaginalzäpfchen mit 0,5 mg Estriol (eigene Packungsbeilage) |
| OeKolp-Tabletten | Besins Healthcare Germany GmbH | Tabletten mit 2 mg Estriol zum Einnehmen (eigene Packungsbeilage, anderes Anwendungsgebiet) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation OeKolp-Creme 1 mg/g Vaginalcreme. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation OeKolp-Creme 1 mg/g Vaginalcreme. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation OeKolp-Tabletten 2 mg. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation OeKolp forte Ovula 0,5 mg Vaginalzäpfchen. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 01/2022. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Erhöht Estriol-Creme das Brustkrebsrisiko?
Laut Packungsbeilage legen die vorliegenden Erkenntnisse nahe, dass die Creme das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die in der Vergangenheit keinen Brustkrebs hatten, nicht erhöht. Ob sie bei Frauen nach einer Brustkrebserkrankung sicher angewendet werden kann, ist nicht bekannt; bei bestehendem, früherem oder vermutetem Brustkrebs dürfen Sie sie nicht anwenden. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste und gehen Sie bei Veränderungen zur Ärztin oder zum Arzt.
Brauche ich zusätzlich ein Gestagen?
Nein. Laut Packungsbeilage wird die Creme nur zu einem sehr geringen Teil ins Blut aufgenommen; deshalb ist die zusätzliche Gabe eines Gestagens nicht notwendig. Ob bei wiederholter oder Langzeitbehandlung über mehr als ein Jahr ein ähnliches Risiko für die Gebärmutterschleimhaut besteht wie bei Östrogen-Tabletten, ist unklar; laut Fachinformation sollte die Behandlung bei wiederholter Anwendung mindestens jährlich überprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Creme, Zäpfchen und Tabletten?
Die Creme wird in der Scheide und an den äußeren Geschlechtsteilen angewendet und ist für Beschwerden durch Östrogenmangel an Scheide und Vulva zugelassen. Vaginalzäpfchen sind laut ihrer Fachinformation zur lokalen Behandlung von Östrogenmangelbeschwerden der Scheide nach der Menopause zugelassen. Tabletten zum Einnehmen sind laut ihrer Fachinformation für die Hormonersatztherapie bei Östrogenmangelbeschwerden nach der Menopause zugelassen, und zwar nur bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde. Jede Darreichungsform hat eine eigene Packungsbeilage; die Angaben auf dieser Seite gelten für die Vaginalcreme.
Wie wird die Creme angewendet?
Die Creme wird am besten abends vor dem Schlafengehen mit dem Applikator in Rückenlage mit leicht angezogenen Beinen möglichst tief in die Scheide eingeführt; an den äußeren Geschlechtsteilen tragen Sie sie dünn auf. Wie oft und in welcher Menge Sie die Creme anwenden, steht im Abschnitt Dosierung; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nach Anbruch ist die Creme höchstens 6 Monate verwendbar.
Kann ich mit Estriol-Creme Kondome verwenden?
Bei gleichzeitiger Anwendung der Creme und von Kondomen aus Latex kann deren Reißfestigkeit abnehmen und damit die Sicherheit der Kondome beeinträchtigt sein. Die Creme selbst ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung; liegt Ihre letzte Monatsblutung weniger als 12 Monate zurück oder sind Sie jünger als 50 Jahre, kann zusätzliche Verhütung nötig sein. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Was bedeuten Blutungen während der Behandlung?
(Schmier-)Blutungen während der Behandlung sind laut Packungsbeilage normalerweise kein Grund zur Sorge, Sie sollten aber einen Termin bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbaren. Sie können ein Zeichen dafür sein, dass die Gebärmutterschleimhaut dicker geworden ist. Laut Fachinformation müssen die Ursachen von (Schmier-)Blutungen während der Behandlung abgeklärt werden.
Darf ich Estriol in der Stillzeit anwenden?
Estriol geht zum Teil in die Muttermilch über. Ist in der Stillzeit eine Behandlung mit Estriol notwendig, sollte sie deshalb lokal und in möglichst niedriger Dosierung erfolgen. In der Schwangerschaft darf die Creme nicht angewendet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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