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Testosteron: Nebenwirkungen und Wirkung

Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon; als verschreibungspflichtiges Gel oder als Injektion wird es bei erwachsenen Männern mit nachgewiesenem Testosteronmangel (männlicher Hypogonadismus) eingesetzt. Häufige Nebenwirkungen des Gels sind unter anderem Stimmungsveränderungen, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, Reaktionen an der Anwendungsstelle und ein Anstieg der roten Blutkörperchen. Das Gel kann bei Hautkontakt auf Frauen und Kinder übertragen werden; bei Zeichen eines Blutgerinnsels suchen Sie dringend ärztliche Hilfe auf.

Mann in den Fünfzigern joggt am Morgen in Sportkleidung durch einen Park
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Störungen der Stimmungslage; emotionale Beschwerden (Stimmungsschwankungen, affektive Störungen, Wut, Aggression, Ungeduld, Schlaflosigkeit, abnorme Träume, gesteigerte Libido)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel, "Ameisenlaufen" (Parästhesie), Gedächtnisverlust (Amnesie), gesteigertes Schmerzempfinden (Hyperästhesie), Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Haarausfall, Nesselsucht[1, 2]
  • Häufig: Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie)[1, 2]
  • Häufig: Reaktionen an der Anwendungsstelle[1, 2]
  • Häufig: Veränderungen von Laborwerten (Polyzythämie, Blutfette); Anstieg des Hämatokritwerts (Anteil der roten Blutkörperchen am Blut), des Hämoglobinwerts und der Zahl der roten Blutkörperchen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Testosteron eingesetzt?

Testosteron ist ein im Körper natürlich gebildetes männliches Hormon. Als verschreibungspflichtiges Gel wird es bei erwachsenen Männern zur Testosteronersatztherapie angewendet, um gesundheitliche Beschwerden durch einen Mangel an Testosteron (männlicher Hypogonadismus) zu behandeln. Der Mangel muss durch zwei voneinander unabhängige Bestimmungen der Testosteronkonzentration im Blut bestätigt sein, und es sollten klinische Anzeichen vorhanden sein [1, 2]. Als solche nennt die Packungsbeilage unter anderem Störungen der Sexualfunktion, Unfruchtbarkeit, Abnahme des Geschlechtstriebs, Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Verlust von Knochensubstanz, Rückbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale, Rückgang der fettfreien Körpermasse und Erektionsstörungen [1]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie unter Testosteronmangel.

Testosteron gibt es auch als Injektionslösung mit Testosteronundecanoat, die in einen Muskel gespritzt, dort gespeichert und über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird; dafür gilt eine eigene Packungsbeilage mit teils anderen Angaben [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Testogel Dosiergel mit 16,2 mg Testosteron je Gramm Gel; Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Anwendungshinweise beziehen sich auf dieses Gel [1, 2]. Junge Männer unter 18 Jahren sollten das Gel nicht anwenden; Frauen dürfen es nicht anwenden [1].

Wie wirkt Testosteron?

Die natürlichen Androgene, vor allem Testosteron und sein Hauptstoffwechselprodukt Dihydrotestosteron, sind laut Fachinformation verantwortlich für die Entwicklung der äußeren und inneren Geschlechtsorgane und für die Aufrechterhaltung der männlichen Geschlechtsmerkmale wie Körperbehaarung, Stimmbruch und Libido. Sie fördern außerdem den Eiweißaufbau, die Entwicklung der Skelettmuskulatur und die Verteilung des Körperfetts [2]. In einigen Organen wirkt Testosteron erst, nachdem es im Körper in Estradiol umgewandelt wurde [2].

Nach dem Auftragen des Gels werden laut Fachinformation zwischen 1 und 8,5 Prozent des Testosterons über die Haut aufgenommen. Ungefähr am 2. Behandlungstag erreicht der Testosteronspiegel im Blut ein gleichbleibendes Niveau; danach wird er morgens vor dem Auftragen gemessen, um die Dosis zu beurteilen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation des Gels eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten berichtet wurden laut Fachinformation bei Anwendung der empfohlenen täglichen Dosis Hautreaktionen an der Anwendungsstelle (Rötungen, Akne, trockene Haut), Angstzustände und Schwäche (Asthenie) [2]. Wegen des Alkohols im Gel können häufige Anwendungen die Haut reizen und austrocknen [1]. Eine Vergrößerung der Brustdrüsen (Gynäkomastie) kann sich laut Fachinformation entwickeln und bestehen bleiben [2]. Mehr dazu unter Brustveränderungen und Blutdruckanstieg.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Gefäße und KreislaufMaligne Hypertonie, Hitzewallungen/Gesichtsrötung (Flush), Venenentzündung (Phlebitis)[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegHitzewallungen
  • Magen und DarmSchmerzen im Mund, Blähbauch[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
  • HautAkne, Hirsutismus, Ausschlag, trockene Haut, fettige Haut (Seborrhoe), Hautläsionen, Kontaktdermatitis, Veränderung der Haarfarbe, Überempfindlichkeit und Juckreiz an der Anwendungsstelle[1, 2]Mehr dazu: AkneHautausschlagJuckreiz
  • Geschlechtsorgane und BrustBrustwarzenbeschwerden, Anomalien der Prostata, Hodenschmerzen, häufigere Erektionen[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenEindrückbares Ödem[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter PSA-Wert[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Gutartige und bösartige NeubildungenNeubildungen (Neoplasien) in der Leber[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte Dauererektionen (Priapismus)[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Gutartige und bösartige NeubildungenProstatakrebs[1, 2]
  • PsycheNervosität, Depression, Feindseligkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätDepressive VerstimmungAggressivität und Reizbarkeit
  • AtemwegeSchlafapnoe (Atembeschwerden beim Schlafen)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHarnverhalten; laut Fachinformation Behinderung des Harnabflusses (Harnwegsobstruktion)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Geschlechtsorgane und BrustLibidoveränderungen; bei hohen Dosen im Allgemeinen umkehrbare Unterbrechung oder Verringerung der Samenbildung (Spermatogenese) mit dadurch bedingter Verkleinerung der Hoden[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie), Unwohlsein, Ödeme, erhöhtes Auftreten von Wassereinlagerungen und Ödemen, Überempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)WassereinlagerungenAllergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme; bei hoher Dosierung und/oder längerer Behandlung Veränderungen der Elektrolyte (Rückhaltung von Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, anorganischen Phosphaten und Wasser)[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeVeränderter Kaliumspiegel
  • HautHautreaktionen: Wegen des Alkoholgehalts können häufige Anwendungen Hautreizungen und trockene Haut verursachen[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wurden bei Männern mit Gerinnungsneigung (Thrombophilie) oder Risikofaktoren für Blutgerinnsel unter Testosteron Thrombosen berichtet, etwa tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien und Thrombosen am Auge [2]. Bei Männern mit schwerer Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung oder einer Durchblutungsstörung des Herzens kann die Behandlung ernsthafte Komplikationen durch Wassereinlagerungen verursachen, mit oder ohne Herzschwäche; die Therapie muss dann sofort abgebrochen werden [1, 2]. Mehr dazu unter Thromboserisiko.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern im grauen T-Shirt wäscht sich am Waschbecken mit Seife gründlich die Hände
Bild: KI-generiert

Übertragung auf andere vermeiden: Waschen Sie sich nach dem Auftragen die Hände gründlich mit Wasser und Seife und bedecken Sie die Anwendungsstelle mit Kleidung, sobald das Gel getrocknet ist. Vor einem engen Körperkontakt waschen Sie die Stelle nach mindestens einer Stunde gründlich mit Wasser und Seife; ist das nicht möglich, tragen Sie Kleidung, z. B. ein Hemd oder T-Shirt, die die Stelle während des Kontakts bedeckt. Bei Kontakt mit Kindern ist besondere Vorsicht nötig, da Testosteron durch die Kleidung dringen kann [1, 2]. Ein Durchführungsbeschluss der EU-Kommission vom 30.01.2026 sieht für Testosteron zur Anwendung auf der Haut zusätzlich vor, stets Kleidung zu tragen, die die Anwendungsstelle bedeckt, um eine versehentliche Übertragung auf andere Personen sowie Haustiere zu verhindern [4]. Schwangere Frauen dürfen keinerlei Kontakt mit dem Gel oder den behandelten Hautstellen haben, da es beim ungeborenen Kind zu einer Vermännlichung führen kann [1, 2].

Kontrollen wahrnehmen: Vor und während der Behandlung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Testosteronkonzentration und das vollständige Blutbild; regelmäßige Kontrolluntersuchungen finden mindestens einmal pro Jahr statt, bei älteren Männern und Risikopatienten zweimal pro Jahr [1]. Laut Fachinformation werden dabei Prostata und Brust untersucht, der PSA-Wert bestimmt und bei Langzeittherapie auch Hämoglobin, Hämatokrit, Leberwerte und Blutfette kontrolliert [2]. Haben Sie Diabetes und spritzen Insulin, kann Testosteron die Reaktion auf Insulin beeinflussen; die Diabetestherapie muss dann möglicherweise angepasst werden [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden, insbesondere über Blutverdünner zum Einnehmen, Kortikosteroide und Insulin [1]. Diese Mittel können dazu führen, dass die Dosis des Gels oder des anderen Arzneimittels angepasst werden muss [1, 2]. Werden zusätzlich SGLT-2-Hemmer wie Dapagliflozin oder Empagliflozin angewendet, kann die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut steigen [3, 4]; laut Packungsbeilage der Injektionslösung muss die Ärztin oder der Arzt die Blutwerte dann möglicherweise häufiger kontrollieren [3]. Für Testosteron zur Anwendung auf der Haut hat die EU-Kommission am 30.01.2026 beschlossen, diesen Hinweis in die Produktinformation aufzunehmen [4].

Wechselwirkungen von Testosteron
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Blutverdünner zum Einnehmen (orale Antikoagulanzien)Ihre gerinnungshemmende Wirkung kann sich verändern bzw. verstärken[1, 2]Laut Fachinformation häufigere Kontrolle der Gerinnungswerte (INR), insbesondere zu Beginn und nach dem Ende der Testosteronbehandlung
ACTH oder Kortikosteroide (entzündungshemmende Arzneimittel)Das Risiko für Wassereinlagerungen (Ödeme) kann steigen[1, 2]Vorsichtig anwenden, besonders bei Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen
Insulin und andere Mittel gegen DiabetesTestosteron kann die Insulinempfindlichkeit verbessern; die Dosis der Diabetesmittel muss möglicherweise verringert werden[1, 2]Laut Fachinformation Blutzucker und HbA1c-Wert überwachen
SGLT-2-Hemmer wie Empagliflozin, Dapagliflozin oder CanagliflozinDie gleichzeitige Anwendung mit Testosteron kann die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut erhöhen[3, 4]Laut Packungsbeilage der Injektionslösung muss die Ärztin oder der Arzt die Blutwerte möglicherweise häufiger kontrollieren. Für Testosteron zur Anwendung auf der Haut hat die EU-Kommission am 30.01.2026 beschlossen, diesen Hinweis in die Produktinformation aufzunehmen; laut Beschluss wird bei Patienten, die beide Behandlungen erhalten, die Überwachung von Hämatokrit und Hämoglobin empfohlen
Schilddrüsen-LaborwerteAndrogene können das thyroxinbindende Globulin und damit den gemessenen T4-Gesamtspiegel senken; die freien Schilddrüsenhormone bleiben unverändert[2]
Sonnenschutzmittel oder KörperlotionVerringern laut Fachinformation die Wirksamkeit nicht[2]

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Testosteron nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie nicht sicher, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn die Behandlung kann manche Beschwerden verschlimmern [1]. Vor Beginn muss der Testosteronmangel eindeutig durch Krankheitszeichen nachgewiesen und durch Laborwerte bestätigt sein [1, 2]. Mehr zu Prostataerkrankungen lesen Sie unter Prostatavergrößerung.

Nicht einnehmen bei

  • Prostatakrebs oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Brustkrebs oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Allergie gegen Testosteron oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Frauen jeden Alters: Das Gel darf von Frauen nicht angewendet werden (mögliche vermännlichende Wirkungen)[1, 2]
  • Für die Injektionslösung zusätzlich: bestehender oder früherer Lebertumor[3]

Besondere Vorsicht bei

  • Junge Männer unter 18 Jahren sollten das Gel nicht anwenden; für Jungen unter 18 Jahren liegen keine klinischen Untersuchungen vor[1, 2]
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen aufgrund einer vergrößerten Prostata[1]
  • Prostata: Androgene können das Risiko für eine gutartige Prostatavergrößerung oder für Prostatakrebs erhöhen; vor und während der Behandlung sind regelmäßige Untersuchungen der Prostata nötig, laut Fachinformation mindestens einmal pro Jahr, bei älteren Männern und Risikopatienten zweimal pro Jahr (Tastuntersuchung und PSA-Wert), zusammen mit Kontrollen der Brust[1, 2]
  • Blutbild: Vor und während der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt die Testosteronkonzentration und das vollständige Blutbild. Bei längerer Behandlung kann die Zahl der roten Blutkörperchen anormal ansteigen (Polyzythämie), daher sind regelmäßige Blutuntersuchungen nötig; laut Fachinformation werden bei Langzeittherapie auch Hämoglobin, Hämatokrit, Leberwerte und Blutfette kontrolliert[1, 2]
  • Knochenkrebs: Die Ärztin oder der Arzt prüft den Calciumspiegel[1, 2]
  • Bluthochdruck oder Behandlung wegen Bluthochdrucks: Testosteron kann zu einem Anstieg des Blutdrucks führen[1, 2]
  • Schwere Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung oder Durchblutungsstörung des Herzens (ischämische Herzerkrankung): Wassereinlagerungen können ernsthafte Komplikationen verursachen, manchmal mit einer Herzschwäche durch Rückstau des Blutes (kongestive Herzinsuffizienz); laut Fachinformation muss die Therapie in diesem Fall sofort abgebrochen werden[1, 2]
  • Thrombophilie oder Risikofaktoren für Blutgerinnsel in einer Vene: frühere Blutgerinnsel in einer Vene, Rauchen, Fettleibigkeit, Krebs, Bewegungsmangel, Blutgerinnsel bei einem engsten Verwandten in jüngeren Jahren (z. B. unter 50 Jahren), höheres Alter[1, 2]
  • Epilepsie oder Migräne: können sich verschlimmern[1, 2]
  • Atembeschwerden beim Schlafen (Schlafapnoe): wahrscheinlicher bei Übergewicht oder chronischen Lungenproblemen[1, 2]
  • Diabetes mit Insulinbehandlung: Testosteron kann die Reaktion auf Insulin beeinflussen; die Diabetestherapie muss möglicherweise angepasst werden[1, 2]
  • Das Gel enthält Alkohol und ist brennbar: Bis es auf der Haut getrocknet ist, keine Wärmequellen oder offenen Flammen in der Nähe; auf geschädigter Haut kann es ein brennendes Gefühl hervorrufen[1, 2]
  • Sport: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
  • Missbrauch: Laut Packungsbeilage einer Testosteron-Injektionslösung kann der Missbrauch von Testosteron und anderen anabolen androgenen Steroiden zu schwerwiegenden Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf (in einigen Fällen tödlich), Leber und Psyche führen; er kann Abhängigkeits- und Entzugssymptome auslösen, wenn die Dosis erheblich verringert oder die Anwendung abrupt beendet wird[3]
  • Für die Injektionslösung: Wie alle öligen Lösungen muss sie exakt in einen Muskel und sehr langsam injiziert werden. Laut Packungsbeilage kann die ölige Flüssigkeit in die Lunge gelangen (pulmonale Mikroembolie durch ölige Lösungen), was in seltenen Fällen zu Anzeichen wie Husten, Kurzatmigkeit, allgemeinem Unwohlsein, übermäßigem Schwitzen, Brustkorbschmerz, Schwindelgefühl, Kribbeln oder Ohnmacht führen kann; diese Reaktionen können während oder unmittelbar nach der Injektion auftreten und sind umkehrbar. Deshalb sollten Sie während und unmittelbar nach jeder Injektion beobachtet werden; darauf weist auch das mit dem BfArM abgestimmte Schulungsmaterial für Angehörige der Heilberufe (Version 1, 04/2025) hin[3, 5]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Straßenverkehr, Anwendung und Absetzen sagen [1, 2]. Einen eigenen Hinweis zum Trinken von Alkohol enthalten beide Dokumente nicht; das Gel selbst enthält Alkohol und ist brennbar, bis es auf der Haut getrocknet ist [1, 2].

Schwangerschaft

Das Gel darf von Frauen nicht angewendet werden. Schwangere Frauen dürfen keinerlei Kontakt mit dem Gel oder den Hautbereichen haben, auf die es aufgetragen wurde, da es beim ungeborenen Kind zu einer Vermännlichung führen kann. Ist Ihre Partnerin schwanger oder möchte sie schwanger werden, befolgen Sie die Hinweise zur Vermeidung einer Übertragung besonders sorgfältig; nach versehentlichem Hautkontakt muss sie die Kontaktstelle so schnell wie möglich gründlich mit Wasser und Seife waschen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Das Gel ist bei stillenden Frauen nicht angezeigt; Frauen dürfen es nicht anwenden. Achten Sie darauf, dass stillende Frauen nicht mit dem Gel oder den damit behandelten Hautpartien in Kontakt kommen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage hat das Gel keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen; Studien dazu wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt.[1, 2]

Einnahme

Das Gel einmal täglich etwa zur gleichen Uhrzeit, vorzugsweise morgens, selbst in einer dünnen Schicht möglichst großflächig auf die saubere, trockene, gesunde Haut beider Schultern und Oberarme auftragen, nicht einreiben und vor dem Anziehen mindestens 3 bis 5 Minuten trocknen lassen. Nicht auf Penis und Hoden auftragen, da der hohe Alkoholgehalt Reizungen verursachen kann. Danach die Hände mit Wasser und Seife waschen und die Stelle nach dem Trocknen mit sauberer Kleidung bedecken; mindestens eine Stunde bis zum Duschen oder Baden warten.[1, 2]

Vor engem Körperkontakt mit einer anderen Person (Erwachsener oder Kind) die Anwendungsstelle nach mindestens einer Stunde mit Wasser und Seife waschen und erneut mit sauberer Kleidung bedecken; bei Kontakt mit Kindern besonders vorsichtig sein, da Testosteron durch die Kleidung dringen kann.[1, 2]

Ein Durchführungsbeschluss der EU-Kommission vom 30.01.2026 sieht für Testosteron zur Anwendung auf der Haut zusätzlich vor, stets Kleidung zu tragen, die die Anwendungsstelle bedeckt, um eine versehentliche Übertragung auf andere Personen sowie Haustiere zu verhindern.[4]

Vor der ersten Anwendung den Dosierspender vorbereiten: Druckknopf dreimal drücken und dieses Gel sicher entsorgen. Anwendung vergessen: nicht die doppelte Menge anwenden, sondern die nächste Dosis zur gewohnten Zeit.[1, 2]

Absetzen

Brechen Sie die Therapie nicht ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu aufgefordert hat.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viel Gel angewendet, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat; möglicherweise wird Ihnen geraten, die Anwendungsstelle sofort zu waschen, und die Ärztin oder der Arzt kann Ihnen raten, die Behandlung abzubrechen. Anzeichen einer zu hohen Dosis können Reizbarkeit, Nervosität, Gewichtszunahme sowie häufige oder lang anhaltende Erektionen sein.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage des Gels nennt eine empfohlene Menge an Pumpenhüben und eine Höchstmenge pro Tag; für die Injektionslösung nennt deren Packungsbeilage den Abstand zwischen den Injektionen [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie viel Gel Sie benötigen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].

Anwendung und Absetzen

Tragen Sie das Gel selbst in einer dünnen Schicht möglichst großflächig auf die saubere, trockene, gesunde Haut beider Schultern und Oberarme auf, ohne es einzureiben, und lassen Sie es vor dem Anziehen mindestens 3 bis 5 Minuten trocknen. Tragen Sie es nicht auf Penis und Hoden auf, da der hohe Alkoholgehalt Reizungen verursachen kann [1, 2]. Vor der ersten Anwendung muss der Dosierspender vorbereitet werden; das Gel aus den ersten drei Pumpenhüben wird nicht verwendet [1].

Die Injektionslösung spritzt die Ärztin oder der Arzt sehr langsam in einen Muskel [3]. Laut ihrer Packungsbeilage kann die ölige Flüssigkeit in die Lunge gelangen (pulmonale Ölmikroembolie) und in seltenen Fällen während oder unmittelbar nach der Injektion Anzeichen wie Husten, Kurzatmigkeit, Brustkorbschmerz, Schwindelgefühl oder Ohnmacht auslösen; diese Reaktionen bilden sich zurück. Deshalb sollten Sie während und unmittelbar nach jeder Injektion beobachtet werden [3]. Ein mit dem BfArM abgestimmtes Schulungsmaterial für Angehörige der Heilberufe (Version 1, Stand April 2025) beschreibt die richtige Injektionstechnik sowie das Erkennen und Behandeln einer solchen Ölmikroembolie [5].

Brechen Sie die Therapie nicht ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu aufgefordert hat [1]. Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [1, 2]. Laut Packungsbeilage einer Testosteron-Injektionslösung kann der Missbrauch von Testosteron und anderen anabolen androgenen Steroiden zu schwerwiegenden Nebenwirkungen an Herz und Kreislauf, Leber und Psyche sowie zu Abhängigkeits- und Entzugsbeschwerden führen [3]. Haben Sie zu viel Gel angewendet, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Testosteron

Testosteron gibt es als Gel in einem Dosierspender oder in Beuteln sowie als Injektionslösung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Testogel Dosiergel [1, 2]; für die Injektionslösung wurde zusätzlich die Packungsbeilage von Testosteron-ratiopharm herangezogen [3]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Testosteron
PräparatAnbieterHinweis
TestogelBesins Healthcare Germany GmbHverschreibungspflichtig; Dosiergel mit 16,2 mg Testosteron je Gramm Gel (Grundlage dieser Seite); außerdem als Gel im Beutel mit 40,5 mg oder 50 mg Testosteron
Testosteron-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Injektionslösung mit 1000 mg Testosteronundecanoat in 4 ml zur Injektion in einen Muskel (eigene Packungsbeilage)
Testosteron BesinsBesins Healthcare Germany GmbHInjektionslösung 1000 mg/4 ml (eigene Packungsbeilage)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Testogel Dosiergel 16,2 mg/g Gel. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Testogel Dosiergel 16,2 mg/g Gel. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Testosteron-ratiopharm 1000 mg/4 ml Injektionslösung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 17.10.2026
  4. Behörde Durchführungsbeschluss der Kommission C(2026) 700 final vom 30.01.2026 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Testosteron (topische Anwendung) gemäß Artikel 107e der Richtlinie 2001/83/EG, mit Anhängen I und II. Europäische Kommission (veröffentlicht vom BfArM). Stand 30.01.2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Leitfaden zur Verringerung von Arzneimittel- und Anwendungsrisiken für Angehörige der Heilberufe: Testosteronundecanoat und Testosteronenantat Injektionslösung (behördlich beauflagtes Schulungsmaterial, mit dem BfArM abgestimmt). Zulassungsinhaber in Abstimmung mit dem BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand Version 1, 04/2025. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Kann Testosteron-Gel auf meine Partnerin oder Kinder übertragen werden?

Ja. Bei wiederholtem oder längerem Körperkontakt kann das Gel auf eine andere Person übertragen werden. Bei Frauen kann das zu stärkerer Gesichts- oder Körperbehaarung, einer tieferen Stimme oder Veränderungen des Menstruationszyklus führen, bei Kindern zu beschleunigtem Körperwachstum, Vergrößerung der Genitalien und vorzeitiger Pubertät. Waschen Sie nach dem Auftragen die Hände, bedecken Sie die getrocknete Stelle mit Kleidung und waschen Sie sie vor engem Kontakt nach mindestens einer Stunde mit Wasser und Seife.

Warum muss unter Testosteron das Blutbild kontrolliert werden?

Bei einer längeren Testosteronersatztherapie kann die Zahl der roten Blutkörperchen anormal ansteigen (Polyzythämie). Ein Anstieg des Hämatokrits, des Hämoglobins und der roten Blutkörperchen gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage müssen Sie deshalb regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen lassen; vor und während der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt das vollständige Blutbild und die Testosteronkonzentration.

Erhöht Testosteron das Risiko für Prostatakrebs?

Laut Packungsbeilage können Androgene das Risiko für eine vergrößerte Prostata oder für Prostatakrebs erhöhen; Prostatakrebs ist als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit aufgeführt. Bei Prostatakrebs oder dem Verdacht darauf dürfen Sie Testosteron-Gel nicht anwenden. Vor und während der Behandlung sind regelmäßige Untersuchungen der Prostata nötig, laut Fachinformation mindestens einmal pro Jahr, bei älteren Männern und Risikopatienten zweimal pro Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Gel und Spritze?

Das Gel wird täglich auf die Haut von Schultern und Oberarmen aufgetragen; das Testosteron wird über die Haut aufgenommen. Die Injektionslösung enthält Testosteronundecanoat, wird von der Ärztin oder dem Arzt in einen Muskel gespritzt, dort gespeichert und über einen längeren Zeitraum freigesetzt. Beide Formen haben eigene Packungsbeilagen mit teils unterschiedlichen Angaben; die Nebenwirkungsliste auf dieser Seite gilt für das Gel.

Macht Testosteron unfruchtbar?

Die Produktion von Samenzellen kann unter Testosteron unterdrückt werden; laut Packungsbeilage ist das jedoch umkehrbar. Eine Therapie mit hohen Dosen Testosteron führt laut Packungsbeilage zu einer im Allgemeinen umkehrbaren Unterbrechung oder Verringerung der Samenbildung und dadurch zu kleineren Hoden. Haben Sie einen Kinderwunsch, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wann darf ich nach dem Auftragen duschen?

Warten Sie nach dem Auftragen des Gels mindestens eine Stunde, bevor Sie duschen oder baden. Lassen Sie das Gel vor dem Anziehen mindestens 3 bis 5 Minuten trocknen und bedecken Sie die Stelle danach mit sauberer Kleidung. Sonnenschutzmittel oder Körperlotion verringern laut Fachinformation die Wirksamkeit nicht.

Welche Beschwerden deuten auf eine zu hohe Dosis hin?

Reizbarkeit, Nervosität, Gewichtszunahme sowie häufige oder lang anhaltende Erektionen können darauf hindeuten, dass die Dosis zu hoch ist. Wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; die Dosis muss möglicherweise angepasst werden. Schmerzhafte Dauererektionen (Priapismus) sind eine seltene Nebenwirkung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

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