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Veränderte Laborwerte durch Medikamente

Medikamente beeinflussen laut IQWiG den Stoffwechsel und damit Laborwerte, manche stören auch die Messung selbst. Die Produktinformationen nennen zum Beispiel einen Anstieg des Muskelenzyms CK unter Atorvastatin, der Bauchspeicheldrüsenenzyme Lipase und Amylase unter Semaglutid und des Hormons Prolaktin unter Risperidon. Finasterid senkt laut Fachinformation den PSA-Wert. Ein auffälliger Wert allein bedeutet noch keine Krankheit. Lassen Sie ihn ärztlich einordnen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau um die fünfzig mit hellbraunem Haar sitzt nach einer Blutabnahme entspannt im Wartebereich einer Arztpraxis und hält sich die Armbeuge
Bild: KI-generiert

Laboruntersuchungen von Blut oder Urin zeigen Veränderungen in Zellen oder im Stoffwechsel; im Blut lassen sich zum Beispiel Enzyme, Hormone und Stoffwechselprodukte messen [1]. Medikamente beeinflussen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Stoffwechsel und damit auch Laborwerte; manche stören die Bestimmung einzelner Werte auch direkt [1]. Viele dieser Veränderungen fallen erst im Laborbefund auf: Ein erhöhter Prolaktinwert unter Risperidon zum Beispiel kann laut Packungsbeilage Symptome hervorrufen, muss es aber nicht, und ein leichter Kalziumüberschuss macht laut IQWiG keine Beschwerden [3, 9].

Welche Medikamente Laborwerte verändern können

Für weitere Werte nennen die Produktinformationen zum Beispiel Folgendes:

  • Muskelenzym Kreatinkinase (CK): Die CK kommt vor allem in der Herz- und Skelettmuskulatur vor; werden Muskelzellen geschädigt, gelangt sie ins Blut [2]. Selten führen laut IQWiG auch manche Medikamente wie Cholesterinsenker als Nebenwirkung zu Muskelschäden [2]. In der Packungsbeilage von Atorvastatin ist ein Anstieg der CK im Blut als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten) [6]. Werte über dem 3-Fachen des oberen Normwerts traten in klinischen Studien laut Fachinformation bei 2,5 Prozent der Behandelten auf, Werte über dem 10-Fachen bei 0,4 Prozent [5]. Mehr unter Statine und weitere Lipidsenker und Muskelschmerzen.
  • Bauchspeicheldrüsenenzyme Lipase und Amylase: Für Semaglutid stuft die Packungsbeilage eine Erhöhung von Pankreasenzymen wie Lipase und Amylase als häufig ein [7]. Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) wurde laut Fachinformation unter GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet; die Packungsbeilage von Semaglutid stuft sie als gelegentlich ein (bis zu 1 von 100 Behandelten) [7]. Mehr unter Bauchspeicheldrüsenentzündung.
  • Hormon Prolaktin: Wie andere Arzneimittel, die Dopamin-D2-Rezeptoren blockieren, erhöht Risperidon laut Fachinformation den Prolaktinspiegel; eine erhöhte Prolaktinkonzentration im Blut ist dort als häufige Nebenwirkung beschrieben [8]. Laut Packungsbeilage kann das zum Beispiel zu Menstruationsstörungen oder Problemen mit der Gebärfähigkeit bei Frauen und zum Anschwellen der Brustdrüsen bei Männern führen [9]. Mehr unter Antipsychotika und Prolaktin und Brustveränderungen.
  • Prostatawert PSA: Für Testosteron nennt die Packungsbeilage von Testogel einen erhöhten PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) als gelegentliche Nebenwirkung [11]. Umgekehrt senkt Finasterid 5 mg den PSA-Wert laut Fachinformation um etwa 50 Prozent, auch bei einem bestehenden Prostatakarzinom; das muss bei der Bewertung des Werts berücksichtigt werden [12]. Mehr unter Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
  • Kalzium: Lithium, entwässernde Mittel wie Thiazide und Tamoxifen können laut IQWiG den Kalziumspiegel erhöhen; Furosemid, Kortison und Mittel gegen Epilepsie können ihn senken [3]. In der österreichischen Fachinformation von Lithium ist ein erhöhter Kalziumspiegel (Hyperkalzämie) bei den Hormonstörungen als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten), bei den Stoffwechselerkrankungen dagegen mit nicht bekannter Häufigkeit; die deutsche Fassung kann in Einzelheiten abweichen [19]. Selten kann laut IQWiG auch zu viel Vitamin D oder Vitamin A aus Nahrungsergänzungsmitteln den Wert erhöhen [3].
  • Ammoniak: Unter Valproinsäure ist laut Fachinformation eine isolierte, mäßige Erhöhung des Ammoniaks im Blut ohne veränderte Leberwerte sehr häufig; ein Absetzen der Behandlung ist dann laut Fachinformation nicht erforderlich [16]. Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit zusammen mit Erbrechen können laut Packungsbeilage dagegen auf zu viel Ammoniak im Blut zurückgehen [15].
  • Schilddrüsenwerte und Gamma-GT: Manche Medikamente können laut IQWiG als Nebenwirkung eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen; erhöhte TSH-Werte deuten auf eine solche Unterfunktion hin [4]. Carbamazepin kann laut Fachinformation die Konzentration von Schilddrüsenhormonen im Blut senken [17]. Ein Anstieg des Leberwerts Gamma-GT ist unter Carbamazepin sehr häufig; laut Fachinformation geht er auf eine vermehrte Enzymbildung in der Leber (Enzyminduktion) zurück und ist üblicherweise klinisch nicht relevant [17].

In der Tabelle steht je Wirkstoff die höchste Einstufung einer Zeile mit veränderten Laborwerten; welcher Wert betroffen ist, zeigt der Wortlaut.

Veränderte Laborwerte als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
CarbamazepinSehr häufigHoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie), möglicherweise mit Reizbarkeit, Verwirrtheit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schläfrigkeit · Anstieg des Leberwerts Gamma-GT; laut Fachinformation durch Enzyminduktion…
DimethylfumaratSehr häufigKetone (Ketonkörper) im Urin, Stoffe, die der Körper auch natürlich bildet · Eiweiß (Albumin) im Urin (Proteinurie)
HeparinSehr häufigAnstieg der Leberwerte (GOT, GPT, Gamma-GT) sowie von LDH und Lipase
HydrochlorothiazidSehr häufigZucker im Urin (Glukosurie) · Wieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut · Verstärkte Ausscheidung von Magnesium im Urin (Hypermagnesiurie) · Anstieg des Enzyms Amylase im Blut, akute Entzündung…
LithiumSehr häufigZu viel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie) · Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), Anstieg des Kalziums im Blut (Hyperkalzämie)
MycophenolsäureSehr häufigVerminderter Kalziumspiegel im Blut (Hypokalziämie)
NivolumabSehr häufigIm Bluttest (laut Fachinformation sehr häufig): Anstieg der Leberwerte (AST, ALT, alkalische Phosphatase), des Kreatinins und der Enzyme Lipase und Amylase; zu niedrige oder zu hohe Werte von Kalium und Kalzium; zu…
OlanzapinSehr häufigErhöhte Prolaktinwerte im Blut · Erhöhte Harnsäure- und Kreatinphosphokinasewerte (CK) im Blut · Erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase und der Gamma-Glutamyltransferase (GGT) im Blut
RituximabSehr häufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: verminderte Immunabwehr durch niedrigere Spiegel schützender Antikörper im Blut (Immunglobuline vom Typ IgG) · Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: hohe Blutzuckerwerte, Gewichtsverlust,…
ValproinsäureSehr häufigErhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), erkennbar etwa an Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit mit Erbrechen; laut Fachinformation ist eine…
XipamidSehr häufigVermehrte Ausscheidung von Magnesium im Urin (Hypermagnesiurie) · Entstehung oder Verschlechterung einer metabolischen Alkalose (Anstieg des pH-Werts im Blut) · Vorübergehender Anstieg harnpflichtiger Stoffe im Blut…
AdalimumabHäufigIm Bluttest: erhöhte Harnsäure, auffällige Natriumwerte, niedriges Kalzium, Phosphat oder Kalium, hoher Blutzucker, erhöhte Laktatdehydrogenase, Nachweis von Autoantikörpern
AllopurinolHäufigErhöhter Wert des schilddrüsenstimulierenden Hormons im Blut (Thyreotropin, TSH)
ApixabanHäufigErhöhte Gamma-Glutamyltransferase (GGT) in Blutuntersuchungen
AtorvastatinHäufigAnstieg der Kreatinphosphokinase (CK) im Blut · Positiver Test auf weiße Blutzellen im Urin
AzithromycinHäufigWeniger Bikarbonat im Blut · Auffällige Laborwerte, z. B. bei Blut- oder Lebertests
CelecoxibHäufigIn Langzeitstudien außerhalb von Gelenkerkrankungen (Einnahme bis zu 3 Jahre) zusätzlich beobachtet: Gewichtszunahme, Abweichungen bei nierenbezogenen Blutwerten (Kreatinin erhöht) · In Langzeitstudien außerhalb von…
DapagliflozinHäufigMehr rote Blutkörperchen im Blut (erhöhter Hämatokrit), festgestellt in Laboruntersuchungen · Anstieg von Harnstoff im Blut, festgestellt in Laboruntersuchungen
EtanerceptHäufigGegen körpereigenes Gewebe gerichtete Antikörper (Bildung von Autoantikörpern)
FluvastatinHäufigAuffällige Blutwerte für Muskeln und Leber (erhöhte Kreatinkinase, erhöhte Transaminasen)
IrbesartanHäufigErhöhte Werte der Kreatinkinase (CK) in Blutuntersuchungen, einem Enzym, das auf Schädigungen von Herz- und Skelettmuskulatur hinweist; laut Fachinformation in keinem Fall mit nachweisbaren, klinisch bedeutsamen…
IsotretinoinHäufigEiweiß oder Blut im Urin (Proteinurie, Hämaturie) · Kalkablagerungen im Weichteilgewebe, Sehnenentzündung, hohe Werte von Muskelzerfallsprodukten im Blut bei intensiver körperlicher Betätigung
LeflunomidHäufigErhöhung eines bestimmten Blutwerts (Kreatin-Phosphokinase, CK) · Zu niedrige Phosphatwerte im Blut (Hypophosphatämie) · Erhöhung eines bestimmten Blutwerts (Lactat-Dehydrogenase, LDH) · Absinken der Harnsäurespiegel…
LiraglutidHäufigErhöhung von Bauchspeicheldrüsenenzymen wie Lipase und Amylase
OfatumumabHäufigVerminderter Blutspiegel von Immunglobulin M, einem Eiweiß, das an der Infektionsabwehr beteiligt ist
OlmesartanHäufigAnstieg des Harnstoffs im Blut und erhöhte Werte in Untersuchungen der Leber- und Muskelfunktion (Leberenzyme, Kreatinphosphokinase)
PembrolizumabHäufigErhöhte Leberwerte, erhöhter Kalziumspiegel und veränderte Nierenwerte im Blut · Erhöhte Amylase im Blut
PiroxicamHäufigAnstieg des Harnstoffs im Blut
QuetiapinHäufigVeränderte Werte der Schilddrüsenhormone im Blut · Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) · Erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut (ein Muskelenzym)
RisperidonHäufigIm Bluttest erhöhter Wert des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie); er kann Beschwerden verursachen, muss es aber nicht · Erhöhter Wert des Enzyms CPK (Creatinphosphokinase) im Blut, das manchmal bei Muskelschäden…
RosuvastatinHäufigAnstieg der Eiweißmenge im Urin bei der höchsten Dosis von 40 mg; normalisiert sich üblicherweise bei fortgesetzter Behandlung, ein Absetzen ist nicht notwendig · Anstieg der Eiweißmenge im Urin bei Dosen von 5, 10…
SemaglutidHäufigErhöhung von Bauchspeicheldrüsenenzymen (Lipase und Amylase)
SulfasalazinHäufigEiweiß im Urin (Proteinurie) · Anstieg antinukleärer Antikörper (ANA); Schübe einer akuten Porphyrie (Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs)
TacrolimusHäufigErhöhte Blutwerte des Enzyms alkalische Phosphatase, Gewichtszunahme · Erhöhte Blutwerte des Enzyms Laktatdehydrogenase, Gewichtsverlust
TestosteronHäufigVeränderungen von Laborwerten (Polyzythämie, Blutfette); Anstieg des Hämatokritwerts (Anteil der roten Blutkörperchen am Blut), des Hämoglobinwerts und der Zahl der roten Blutkörperchen · Erhöhter PSA-Wert
TicagrelorHäufigErhöhte Kreatininwerte im Blut
TirzepatidHäufigErhöhte Werte von Bauchspeicheldrüsenenzymen (Lipase und Amylase) im Blut · Im Gewichtsmanagement: erhöhte Calcitonin-Werte im Blut · Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes oder mit obstruktiver Schlafapnoe bei Adipositas:…
UpadacitinibHäufigAnstieg des Enzyms Kreatinkinase (CK) im Blut, nachgewiesen durch Blutuntersuchungen
AgomelatinGelegentlichErhöhte Gamma-GT (Gammaglutamyltransferase) auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwerts · Erhöhte alkalische Phosphatase auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwerts
AlprazolamGelegentlichHohe Prolaktinwerte im Blut (Hyperprolaktinämie)
AnastrozolGelegentlichErhöhter Kalziumspiegel im Blut (laut Fachinformation mit oder ohne Erhöhung des Parathormons)
Beclometason/FormoterolGelegentlichAnstieg der Blutplättchenzahl, erhöhte Werte von Insulin, freien Fettsäuren und Ketonkörpern im Blut; laut Fachinformation auch erhöhtes C-reaktives Protein · Bei COPD: Abnahme des Cortisols im Blut als Folge der…
BempedoinsäureGelegentlichErhöhtes Kreatinin und erhöhte Blut-Harnstoff-Stickstoff-Werte (Laborwerte der Nierenfunktion); laut Fachinformation scheint der Kreatininanstieg nicht auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hinzuweisen
CefaclorGelegentlichLeichter Anstieg von Harnstoff oder Kreatinin im Blut · Verlängerte Blutgerinnungszeiten, positiver Coombs-Test
CefuroximGelegentlichPositiver Coombs-Test (kann Kreuzblutuntersuchungen vor Bluttransfusionen beeinflussen)
CiprofloxacinGelegentlichAnstieg der alkalischen Phosphatase im Blut · Erhöhte Werte des Enzyms Amylase
ClarithromycinGelegentlichAnstieg der Spiegel bestimmter Enzyme im Blut (alkalische Phosphatase, Laktatdehydrogenase)
ClopidogrelGelegentlichVerlängerte Blutungszeit, verminderte Zahl der Neutrophilen und der Blutplättchen in Blutuntersuchungen
ColecalciferolGelegentlichErhöhter Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) und im Urin (Hyperkalzurie)
DonepezilGelegentlichGeringfügiger Anstieg der Muskel-Kreatinkinase im Blut
DrospirenonGelegentlichErhöhte Blutwerte von Leberenzymen (ALT, AST, GGT), Bilirubin, Kreatin-Phosphokinase und Triglyceriden
DuloxetinGelegentlichErhöhte Blutwerte von Kalium oder Kreatinphosphokinase (einem Muskelenzym), die man selbst nicht bemerkt
EmpagliflozinGelegentlichHöherer Anteil roter Blutkörperchen im Blut (erhöhter Hämatokrit)
EplerenonGelegentlichErhöhte Blutzuckerwerte; Veränderungen bei einigen Bluttestergebnissen (verminderter Wert für den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor)
EstradiolGelegentlichErhöhung bestimmter Leberenzyme (Gamma-GT) und des Cholesterins im Blut
EtoricoxibGelegentlichErhöhter Harnstoff-Stickstoff im Blut, erhöhte Kreatinkinase, Anstieg der Harnsäure
EzetimibGelegentlichErhöhte Werte in einigen Labortests der Leberfunktion (Transaminasen) oder der Muskulatur (Kreatinphosphokinase)
FebuxostatGelegentlichErhöhter Wert des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons (TSH), verminderte Schilddrüsenaktivität (Hypothyreose) · Veränderte Blutwerte: weniger Blutplättchen, weiße Blutkörperchen oder Lymphozyten, weniger Hämoglobin,…
InfliximabGelegentlichIm Bluttest Nachweis von Antikörpern gegen den eigenen Körper (Autoantikörper) · Abnormale Werte eines Bluteiweißes des Immunsystems (Komplementfaktor)
IvabradinGelegentlichErhöhte Werte des Kreatinins, eines Abbauprodukts der Muskeln, im Blut
LeuprorelinGelegentlichBei Männern mit Prostatakrebs: Gewichtsabnahme; veränderte Blutwerte, etwa ein Anstieg der Enzyme Lactatdehydrogenase (LDH), alkalische Phosphatase oder Transaminasen (ALT, AST, Gamma-GT) · Bei Frauen (Enantone-Gyn):…
MelatoninGelegentlichAusscheidung von Zucker im Urin (Glukosurie), übermäßiges Eiweiß im Urin (Proteinurie) · Abnorme Blutelektrolyte und abnorme Laborwerte
MesalazinGelegentlichVeränderte Leberwerte (erhöhte Transaminasen und Cholestaseparameter) und veränderte Werte der Bauchspeicheldrüsenenzyme (erhöhte Lipase und Amylase)
MoxifloxacinGelegentlichAnstieg eines Verdauungsenzyms im Blut (Amylase) · Erhöhte Blutgerinnung (Anstieg des Prothrombinspiegels, INR-Abfall)
OxcarbazepinGelegentlichErhöhte Leberenzymwerte im Blut; laut Fachinformation auch Anstieg der alkalischen Phosphatase · Abfall des Schilddrüsenhormons T4 (klinische Bedeutung unklar)
PaliperidonGelegentlichAnstieg des Muskelenzyms CPK im Blut, Muskelkrämpfe, Gelenksteifheit, Muskelschwäche
PregabalinGelegentlichHoher Blutzucker; erhöhte Kreatinphosphokinase und erhöhtes Kreatinin im Blut, verringertes Kalium im Blut, verringerte Zahl der Blutplättchen
RanolazinGelegentlichErhöhte Kreatinin- oder Harnstoffwerte im Blut, mehr Blutplättchen oder weiße Blutkörperchen, veränderte EKG-Werte (verlängertes QT-Intervall), Gewichtsverlust
RivaroxabanGelegentlichErhöhte Werte für Bilirubin, einige Enzyme der Bauchspeicheldrüse oder der Leber sowie für die Zahl der Blutplättchen in Bluttests
SpironolactonGelegentlichWieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut
AciclovirSeltenVorübergehender Anstieg von Blutwerten (Leberwerte, Nierenwerte, Gallenfarbstoff, Harnstoff)
AmitriptylinSeltenAuffällige Leberwerte (Leberfunktionstest anomal, alkalische Phosphatase und Transaminasen im Blut erhöht)
AtomoxetinSeltenBei Kindern und Jugendlichen: Erhöhtes Bilirubin im Blut · Bei Erwachsenen: Erhöhtes Bilirubin im Blut
BudesonidSeltenZu viel oder zu wenig Cortisol im Blut (Hyperkortizismus, Hypokortizismus), Unterdrückung der Nebennierenfunktion; laut Fachinformation Anzeichen und Symptome von Kortison-Wirkungen im ganzen Körper
ClozapinSeltenErhöhte Werte des Enzyms Kreatinphosphokinase (CK) im Blut
DoxycyclinSeltenErhöhte Harnstoffwerte im Blut (BUN)
FamotidinSeltenErhöhte Laborwerte (Transaminasen, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin)
HaloperidolSeltenHohe Konzentration des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)
HydromorphonSeltenVeränderte Blutwerte, die die Aktivität der Bauchspeicheldrüse anzeigen (erhöhte Pankreasenzyme)
ItraconazolSeltenErhöhter Kreatinphosphokinasespiegel (CK) im Blut
MorphinSeltenErhöhung von Bauchspeicheldrüsenenzymen
SertralinSeltenErhöhte Cholesterinwerte im Blut, anormale Laborwerte, verändertes Sperma, Gerinnungsstörungen (veränderte Funktion der Blutplättchen)
SimvastatinSeltenErhöhte Leberwerte (Transaminasen ALT, AST und Gamma-GT), erhöhte alkalische Phosphatase und erhöhte Werte des Muskelenzyms Kreatinkinase (CK)
TelmisartanSeltenVerminderter Hämoglobinwert, erhöhte Harnsäure, erhöhte Leberenzyme oder erhöhte Kreatinphosphokinase (CK) im Blut
TopiramatSeltenVerminderte Bicarbonatwerte im Blut
AtenololSehr seltenAnstieg bestimmter Laborwerte (antinukleäre Antikörper, ANA); die klinische Bedeutung ist laut Fachinformation noch nicht geklärt
FlecainidSehr seltenErhöhte Konzentrationen bestimmter Antikörper (antinukleäre Antikörper), laut Fachinformation mit oder ohne Entzündung im ganzen Körper
MethylphenidatSehr seltenVeränderungen bei Testergebnissen, einschließlich Leberwerten und Blutbild
AmisulpridNicht bekanntErhöhter Kreatinphosphokinase-Spiegel im Blut (Hinweis auf Muskelschäden)
AripiprazolNicht bekanntBei Bluttests erhöhte oder schwankende Blutzuckerwerte und erhöhte Werte für glykosyliertes Hämoglobin; laut Fachinformation auch Verlängerung der QT-Zeit im EKG und erhöhte Kreatinphosphokinase
DiazepamNicht bekanntErhöhte Werte bestimmter Leberenzyme (Transaminasen und alkalische Phosphatase)
DomperidonNicht bekanntVeränderte Ergebnisse bestimmter Labortests wie abnormale Leberwerte und ein erhöhter Prolaktinwert im Blut
EscitalopramNicht bekanntErhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie)
FormoterolNicht bekanntAnstieg der Blutspiegel von Insulin, freien Fettsäuren, Glycerin und Ketonkörpern
GabapentinNicht bekanntErhöhte Kreatinphosphokinase im Blut
Levodopa/BenserazidNicht bekanntErhöhte Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut
MirtazapinNicht bekanntErhöhte Creatinkinase-Werte im Blut
OrlistatNicht bekanntVeränderte Blutgerinnung bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin oder anderen blutverdünnenden Arzneimitteln (laut Fachinformation verringertes Prothrombin und erhöhte INR)
PipamperonNicht bekanntErhöhter Prolaktinspiegel im Blut
TerbinafinNicht bekanntAnstieg des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase (CK) im Blut
ValsartanNicht bekanntErhöhte Werte von Harnstoffstickstoff und Kreatinin im Blut als mögliches Zeichen einer gestörten Nierenfunktion
VerapamilNicht bekanntErhöhte Prolaktinwerte im Blut

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (102 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Veränderte Laborwerte als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Veränderte Laborwerte als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
CarbimazolMuskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten Kreatinkinase-Wert im BlutNicht bekannt
FluvastatinAnhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie mit anhaltender Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhter Kreatinkinase, die auch nach dem Absetzen fortbestehenNicht bekannt
LevetiracetamAbbau von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse) mit erhöhter Kreatinphosphokinase im Blut; bei japanischen Patienten deutlich häufigerSelten
PravastatinAnhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation immunvermittelte nekrotisierende Myopathie mit anhaltender Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhter Kreatinkinase, die auch nach dem Absetzen fortbestehenNicht bekannt
ThiamazolMuskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten Kreatinkinase-Wert im BlutNicht bekannt

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie veränderte Laborwerte durch ein Medikament erkennen

Was ein auffälliger Wert bedeutet

Ob ein Wert auffällig ist, beurteilen Ärztinnen und Ärzte anhand von Referenzbereichen; sie werden meist so festgelegt, dass 95 Prozent der gesunden Menschen innerhalb des Bereichs liegen [1]. Laut IQWiG liegen damit 5 Prozent außerhalb, obwohl sie gesund sind [1]. Weil die Werte mit verschiedenen Geräten und Methoden bestimmt werden, können die Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen; maßgeblich ist der Referenzbereich auf dem eigenen Laborbefund [1]. Ein zu hoher oder zu niedriger Laborwert hat für sich meist keinen Krankheitswert und muss nicht zwingend behandelt werden; manchmal wird er nach einigen Tagen oder Wochen erneut bestimmt [1]. Umgekehrt schließt ein Wert im Referenzbereich eine Krankheit nicht immer sicher aus; eine Erhöhung fällt manchmal erst im Vergleich mit älteren Befunden auf [1].

Veränderter Wert oder Schaden?

Manche Laborwerte verändern sich durch ein Medikament, ohne dass ein Organ geschädigt ist. Unter Bempedoinsäure steigen Kreatinin und Harnstoff im Blut laut Fachinformation in der Regel innerhalb der ersten 4 Behandlungswochen an und gehen nach dem Absetzen wieder auf die Ausgangswerte zurück; der Kreatininanstieg scheint dort nicht auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hinzuweisen [18]. Auch die Gamma-GT-Erhöhung unter Carbamazepin und die isolierte, mäßige Ammoniakerhöhung unter Valproinsäure beschreiben die Fachinformationen als üblicherweise nicht relevant bzw. ohne Notwendigkeit, die Behandlung abzubrechen [16, 17].

Andere Werte können dagegen auf eine Nebenwirkung hinweisen, vor allem zusammen mit Beschwerden. Treten unter Atorvastatin Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Muskeln auf, sollte laut Fachinformation die CK gemessen werden [5]. Bei Risperidon wird laut Fachinformation eine Überwachung des Prolaktinspiegels empfohlen, wenn Anzeichen möglicher Prolaktin-Nebenwirkungen auftreten, etwa eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Menstruationsstörungen oder Milchfluss [8].

In der Packungsbeilage nachlesen

In der Packungsbeilage stehen veränderte Laborwerte in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen, bei Risperidon zum Beispiel mit dem Zusatz "bei einem Bluttest nachgewiesen" [9]. Hinweise, welche Untersuchungen ein Mittel beeinflussen kann, stehen in Abschnitt 2, bei Cefuroxim zum Beispiel unter "Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung vorgesehen ist" [14]. Notieren Sie, seit wann Sie welches Mittel einnehmen, und heben Sie Laborbefunde auf, zum Beispiel zusammen mit dem Nebenwirkungs-Tagebuch.

Warum Medikamente Laborwerte verändern können

Schaden an Zellen: Werden Muskelzellen geschädigt, gelangt CK ins Blut und ist dort nachweisbar [2]. Leber- und Nierenwerte erklären die Seiten Leberwerte und Nierenschäden.

Wirkung auf Hormone: Wie andere Arzneimittel, die Dopamin-D2-Rezeptoren blockieren, erhöht Risperidon laut Fachinformation den Prolaktinspiegel; eine Hyperprolaktinämie kann laut Fachinformation die Freisetzung von Hormonen unterdrücken, die die Keimdrüsen steuern [8].

Mehr Enzyme in der Leber: Carbamazepin regt laut Fachinformation die Bildung von Enzymen in der Leber an (Enzyminduktion); das erklärt den Gamma-GT-Anstieg und kann die Konzentration von Schilddrüsenhormonen senken [17].

Ausscheidung über die Nieren: Bempedoinsäure hemmt laut Fachinformation im Laborversuch (in vitro) einen Transporter in den Nierenkanälchen (OAT2); das ist möglicherweise der Grund für geringfügige Erhöhungen von Kreatinin und Harnsäure im Blut [18]. Mehr unter Harnsäure und Gicht.

Störung der Messung: Cefuroxim kann laut Packungsbeilage die Ergebnisse von Blutzuckermessungen und des Coombs-Tests beeinträchtigen [14]. Weil Valproinsäure zum Teil zu Ketonkörpern abgebaut wird, kann sie laut Fachinformation bei der üblichen Nitroprussid-Methode zum Nachweis von Ketonkörpern im Urin zu falsch positiven Ergebnissen führen [16].

Was Sie tun können

Älterer Mann mit grauem Bart bespricht in einem hellen Sprechzimmer ruhig ein Ergebnis mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laborbefunde sollte man sich laut IQWiG stets von einer Ärztin oder einem Arzt erklären lassen, die die Ergebnisse einordnen können [1]. Führen Medikamente zum Beispiel zu auffälligen Kalziumwerten, lassen sie sich laut IQWiG womöglich in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt austauschen oder in der Dosis anpassen [3]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Vor der Blutabnahme Bescheid geben. Nehmen Sie Cefuroxim und ist eine Blutuntersuchung vorgesehen, informieren Sie laut Packungsbeilage die Person, die das Blut abnimmt [14]. Vor einer PSA-Bestimmung sprechen Sie laut Packungsbeilage von Finasterid mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil das Mittel das Ergebnis beeinflussen kann [13]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen; einen Überblick über Ihre Mittel gibt der Medikationsplan.

Messbedingungen beachten. Intensiver Sport, schweres Heben oder ein Sturz können die CK laut IQWiG erhöhen [2]. Laut Fachinformation von Atorvastatin sollte die CK nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen gemessen werden, da dies die Auswertung der Messwerte erschwert [5]. Für manche Untersuchungen ist es laut IQWiG wichtig, nüchtern zur Blutabnahme zu erscheinen [1]. Wegen der Schwankungen von Laborwerten sollten Testosteronmessungen laut Fachinformation von Testogel bei einer Person immer im selben Labor erfolgen [10].

Kontrolltermine wahrnehmen. Manche Fachinformationen sehen Laborkontrollen vor, zum Beispiel bei Atorvastatin eine CK-Messung vor Behandlungsbeginn bei bestimmten Risikofaktoren wie eingeschränkter Nierenfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion und bei Testosteron regelmäßige Kontrollen der Prostata einschließlich des PSA-Werts [5, 10]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Manche Beschwerden zusammen mit veränderten Laborwerten brauchen sofort ärztliche Hilfe. Die Packungsbeilage von Atorvastatin nennt Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder einen Riss in der Muskulatur oder eine rotbraune Verfärbung des Urins, besonders zusammen mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, als mögliche Zeichen eines krankhaften Muskelschwunds (Rhabdomyolyse); dann soll die Einnahme abgebrochen und umgehend die Ärztin oder der Arzt informiert oder die nächste Krankenhaus-Notfallaufnahme aufgesucht werden [6]. Bei starken und anhaltenden Bauchschmerzen unter Semaglutid sollen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe suchen, weil das ein Anzeichen einer akuten Pankreatitis sein kann [7]. Bei Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit zusammen mit Erbrechen unter Valproinsäure wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [15]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Ein erhöhter CK-Wert kann auch auf eine Schädigung des Herzmuskels hinweisen, etwa durch einen Herzinfarkt; ein Herzinfarkt ist ein Notfall [2]. Ein stark erhöhter Kalziumspiegel kann laut IQWiG zu Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen führen [3]. Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, Bewusstlosigkeit und schwere Atemnot sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [20].

Andere Ursachen

Nicht jeder auffällige Wert unter einem Medikament kommt vom Medikament. Laborwerte hängen laut IQWiG unter anderem von Alter, Geschlecht, Hormonhaushalt, Körpergewicht, körperlicher Aktivität und Ernährung ab, außerdem von Zigaretten, Koffein und Alkohol und von der Tageszeit der Blutabnahme [1]. Manchmal führen auch Fehler bei der Blutabnahme oder eine falsche Temperatur beim Transport ins Labor zu falschen Ergebnissen; fallen sie auf, wird in der Regel erneut Blut abgenommen [1].

Für einzelne Werte nennt das IQWiG weitere Ursachen: Die CK steigt zum Beispiel nach intensivem Sport, schwerem Heben, einer Muskelprellung oder einer Geburt, bei Muskelerkrankungen sowie bei Schäden am Herzmuskel [2]. Ein erhöhter Kalziumspiegel entsteht meist, weil Knochen abgebaut wird, zum Beispiel bei zu viel Parathormon, bei Tumoren oder langer Bettlägerigkeit; auch eine Schilddrüsenüberfunktion ist möglich [3]. Ein erhöhter TSH-Wert kann zum Beispiel auf eine Autoimmunentzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis), eine Schilddrüsenoperation oder eine Radiojodbehandlung zurückgehen [4]. Der PSA-Wert hängt laut Fachinformation von Finasterid mit dem Alter und der Größe der Prostata zusammen [12]; mehr unter Prostatavergrößerung.

Quellen

  1. Laborwerte richtig verstehen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.04.2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Kreatinkinase. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Kalzium. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026 (PDF vom 20.07.2026). abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Testogel Dosiergel 16,2 mg/g Gel. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Testogel Dosiergel 16,2 mg/g Gel. Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Finasterid STADA® 5 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Finasterid STADA® 5 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cefuroxim-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  17. Fachinformation Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Nilemdo (Bempedoinsäure), Anhang I: Fachinformation. Daiichi Sankyo Europe GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026 (PDF vom 23.02.2026). abgerufen am 12.10.2026
  19. Fachinformation Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  20. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente verändern Laborwerte?

Viele. Laut IQWiG beeinflussen Medikamente den Stoffwechsel und damit Laborwerte, manche stören auch die Messung selbst. Die Packungsbeilagen stufen zum Beispiel einen CK-Anstieg unter Atorvastatin, erhöhte Lipase und Amylase unter Semaglutid und einen erhöhten Prolaktinwert unter Risperidon als häufig ein. Unter Valproinsäure ist eine mäßige Ammoniakerhöhung laut Fachinformation sehr häufig. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website veränderte Laborwerte nennen, zeigt die Tabelle oben.

Was bedeutet ein erhöhter CK-Wert unter einem Cholesterinsenker?

Die CK ist ein Muskelenzym, das bei Muskelschäden vermehrt ins Blut gelangt; auch intensiver Sport oder schweres Heben können den Wert laut IQWiG erhöhen. In der Packungsbeilage von Atorvastatin ist ein CK-Anstieg als häufig eingestuft. Treten Muskelschmerzen, Krämpfe oder Schwäche auf, sollte laut Fachinformation die CK gemessen werden. Bei Muskelbeschwerden mit rotbraunem Urin holen Sie sofort ärztliche Hilfe. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Kann ein Medikament den PSA-Wert verfälschen?

Ja. Finasterid 5 mg senkt den PSA-Wert laut Fachinformation um etwa 50 Prozent, auch bei einem bestehenden Prostatakarzinom. Das muss bei der Bewertung berücksichtigt werden. Die Packungsbeilage bittet deshalb, vor einer PSA-Bestimmung mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen. Unter Testosteron ist dagegen ein erhöhter PSA-Wert als gelegentliche Nebenwirkung genannt.

Muss ich vor einer Blutabnahme sagen, welche Medikamente ich nehme?

Das ist sinnvoll, weil Medikamente laut IQWiG Laborwerte beeinflussen und manche die Bestimmung einzelner Werte direkt stören. Die Packungsbeilage von Cefuroxim bittet zum Beispiel, die Person zu informieren, die das Blut abnimmt, weil das Mittel Blutzuckermessungen und den Coombs-Test beeinträchtigen kann. Mehr im Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.

Ist ein auffälliger Laborwert gefährlich?

Nicht unbedingt. Ein zu hoher oder zu niedriger Laborwert hat laut IQWiG für sich meist keinen Krankheitswert, und 5 von 100 gesunden Menschen liegen mit ihrem Ergebnis außerhalb des Referenzbereichs. Manche Veränderungen unter Medikamenten beschreiben die Fachinformationen als üblicherweise nicht relevant, etwa den Gamma-GT-Anstieg unter Carbamazepin. Lassen Sie auffällige Werte ärztlich einordnen. Bei Beschwerden wie Muskelschmerzen mit rotbraunem Urin oder starken und anhaltenden Bauchschmerzen holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Warum steigt der Prolaktinwert unter Antipsychotika?

Laut Fachinformation erhöht Risperidon, wie andere Arzneimittel, die Dopamin-D2-Rezeptoren blockieren, den Prolaktinspiegel. Dort ist das als häufige Nebenwirkung beschrieben. Ein hoher Wert kann Symptome wie Menstruationsstörungen oder eine Schwellung der Brustdrüsen bei Männern hervorrufen, muss es aber nicht. Treten solche Anzeichen auf, wird laut Fachinformation eine Bestimmung des Prolaktinwerts empfohlen. Mehr unter Prolaktin und Brustveränderungen.

Muss ich das Medikament absetzen, wenn ein Laborwert auffällig ist?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut IQWiG kann die Ärztin oder der Arzt bei einem abweichenden Wert erst einmal abwarten und ihn nach einigen Tagen oder Wochen erneut bestimmen. Führen Medikamente zum Beispiel zu auffälligen Kalziumwerten, lassen sie sich laut IQWiG womöglich in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt austauschen oder in der Dosis anpassen. Bei einer isolierten, mäßigen Ammoniakerhöhung unter Valproinsäure ist ein Absetzen laut Fachinformation nicht erforderlich.

Was bedeuten erhöhte Lipase- und Amylasewerte unter Semaglutid?

Eine Erhöhung dieser Bauchspeicheldrüsenenzyme ist in der Packungsbeilage von Semaglutid als häufig eingestuft. Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist dort als gelegentlich genannt. Bei starken und anhaltenden Bauchschmerzen sollen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe suchen. Mehr unter Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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