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Clozapin: Nebenwirkungen und Wirkung

Clozapin ist ein verschreibungspflichtiges Antipsychotikum für Menschen mit Schizophrenie, bei denen andere Antipsychotika nicht gewirkt haben, und für Psychosen bei Parkinson-Krankheit. Weil es einen gefährlichen Mangel an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) verursachen kann, darf es nur mit regelmäßigen Blutuntersuchungen eingenommen werden. Sehr häufig sind Schläfrigkeit, Schwindel, schneller Herzschlag, Verstopfung und vermehrte Speichelbildung. Bei Fieber, Halsschmerzen oder anderen Infektzeichen informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette nehmen.

Mann in den Dreißigern sitzt tagsüber ruhig auf einer Parkbank im Grünen, ein Freund sitzt neben ihm, beide unterhalten sich entspannt
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie), mögliche Zeichen sind Erkältungsanzeichen, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder andere Infektionen; erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Sprachstörungen, z. B. undeutliche Aussprache (Dysarthrie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Schläfrigkeit (Sedierung), Benommenheit und Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Krampfanfälle und Muskelzuckungen (myoklonische Zuckungen)[1, 2]
  • Häufig: Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Sehr häufig: Schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]
  • Häufig: Veränderungen im EKG[1, 2]
  • Häufig: Ohnmacht (Synkope), Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel (orthostatische Hypotonie) und Bluthochdruck[1, 2]
  • Sehr häufig: Verstopfung, die schwer sein kann und ärztlich behandelt werden muss; vermehrte Speichelbildung[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Geringfügige Abweichungen der Leberwerte (erhöhte Leberenzymwerte)[1, 2]
  • Häufig: Verlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) und Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit, Fieber, gutartige Erhöhung der Körpertemperatur, Störung der Schweiß- und Temperaturregulation mit vermehrtem Schwitzen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Clozapin eingesetzt?

Clozapin gehört zu den Antipsychotika, Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Erkrankungen wie Psychosen [1]. Es wird angewendet bei Schizophrenie, wenn andere Arzneimittel nicht gewirkt haben: Voraussetzung sind Behandlungsversuche mit mindestens zwei anderen Antipsychotika, darunter einem neueren atypischen, die nicht wirkten oder Nebenwirkungen hatten, die nicht behandelt werden konnten [1, 2]. Außerdem wird Clozapin bei schweren Störungen des Denkens, Fühlens und Verhaltens bei Parkinson-Krankheit eingesetzt, wenn andere Behandlungen nicht gewirkt haben [1, 2].

Clozapin ist verschreibungspflichtig [2]. Laut Fachinformation kann es eine Agranulozytose verursachen; die Anwendung ist deshalb auf diese Anwendungsgebiete beschränkt und auf Menschen, die zu Beginn normale Werte bestimmter weißer Blutkörperchen (neutrophiler Granulozyten) haben und bei denen regelmäßige Blutbildkontrollen möglich sind [2]. Clozapin darf nur unter strikter ärztlicher Überwachung angewendet werden [2].

Wie wirkt Clozapin?

Laut Fachinformation unterscheidet sich Clozapin von herkömmlichen Neuroleptika: Es blockiert die meisten Dopaminrezeptoren nur schwach, bindet aber stark an den D4-Rezeptor. Außerdem wirkt es stark gegen die Botenstoffe Noradrenalin, Acetylcholin und Histamin und hat Eigenschaften gegen Serotonin gezeigt [2]. Klinisch bewirkt Clozapin eine schnelle und ausgeprägte Beruhigung und wirkt antipsychotisch bei Menschen, bei denen andere Mittel nicht ausreichend wirken [2]. Im Vergleich zu klassischen Neuroleptika verursacht es weniger Bewegungsstörungen und erhöht das Hormon Prolaktin nur gering oder gar nicht [2].

Clozapin wird zu 90 bis 95 Prozent aufgenommen; Mahlzeiten beeinflussen die Aufnahme nicht. Die höchste Konzentration im Blut ist bei zweimal täglicher Einnahme nach 2,1 Stunden erreicht, die Halbwertszeit beträgt im Mittel 12 Stunden [2]. Abgebaut wird Clozapin vor allem über die Enzyme CYP1A2 und CYP3A4; Koffein, Rauchgewohnheiten und bestimmte Arzneimittel können den Blutspiegel beeinflussen [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation (beide Stand Juni 2026) eine Häufigkeit angeben; nennen sie verschiedene Klassen, steht die der Packungsbeilage. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation sind die schwerwiegendsten Nebenwirkungen die Agranulozytose, Krampfanfälle, Wirkungen auf Herz und Kreislauf sowie Fieber; am häufigsten sind Schläfrigkeit, Schwindel, schneller Herzschlag, Verstopfung und übermäßiger Speichelfluss [2]. Eine Agranulozytose ist im Allgemeinen nach dem Absetzen umkehrbar, kann aber zu einer Blutvergiftung und zum Tod führen; die meisten Fälle traten in den ersten 18 Behandlungswochen auf [2]. Laut Fachinformation tritt eine Herzmuskelentzündung vor allem in den ersten zwei Monaten auf, eine Kardiomyopathie im Allgemeinen später [2]. Mehr unter Blutbild, Verstopfung, Herzrasen und Gewichtszunahme.

Blutkrebs: Bei Menschen, die Clozapin einnehmen, wurde ein leicht erhöhtes Risiko für bösartige Erkrankungen des Blutes beobachtet, insbesondere bei längerer Behandlung [1]. Laut Fachinformation zeigten epidemiologische Studien einen Zusammenhang, der von der Gesamtdosis und der Behandlungsdauer abhängt [2]. Stoffwechsel: Clozapin kann den Blutzucker erhöhen, die Blutfette verändern und zu einer Gewichtszunahme führen [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchläfrigkeit (Sedierung), Benommenheit und Schwindel[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwindel
  • HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmVerstopfung, die schwer sein kann und ärztlich behandelt werden muss; vermehrte Speichelbildung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie), mögliche Zeichen sind Erkältungsanzeichen, Fieber, grippeartige Beschwerden, Halsschmerzen oder andere Infektionen; erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) und bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • PsycheSprachstörungen, z. B. undeutliche Aussprache (Dysarthrie)[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle und Muskelzuckungen (myoklonische Zuckungen)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemBewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzVeränderungen im EKG[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufOhnmacht (Synkope), Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel (orthostatische Hypotonie) und Bluthochdruck[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckBlutdruckanstiegSchwindel
  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenAppetitlosigkeitMundtrockenheit
  • Leber und GalleGeringfügige Abweichungen der Leberwerte (erhöhte Leberenzymwerte)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Nieren und HarnwegeVerlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) und Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Fieber, gutartige Erhöhung der Körpertemperatur, Störung der Schweiß- und Temperaturregulation mit vermehrtem Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitFieberVermehrtes Schwitzen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemFehlen von weißen Blutkörperchen (Agranulozytose); laut Fachinformation kann sie zu einer Blutvergiftung (Sepsis) und zum Tod führen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
  • PsycheSprachstörungen wie Stottern (Dysphemie)[1, 2]
  • NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom: plötzlicher, schneller Anstieg der Körpertemperatur und Muskelsteifigkeit, der zu Bewusstlosigkeit führen kann[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • Verletzungen und VergiftungenStürze, bedingt durch von Clozapin ausgelöste Krämpfe, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall beim Aufstehen (posturale Hypotension) und Unsicherheit von Bewegung und Wahrnehmung (motorische und sensible Instabilität); laut Fachinformation sind dabei Knochenbrüche oder andere Verletzungen möglich[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemNiedrige Zahl an roten Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungHoher Blutzuckerspiegel, verminderte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • PsycheErregtheit (Agitiertheit) und Ruhelosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • NervensystemVerwirrtheit und Delir[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • HerzKreislaufkollaps mit Ohnmacht und Muskelschwäche durch einen erheblichen Blutdruckabfall; unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckHerzrhythmusstörungen
  • HerzEntzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis), Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikarderguss); laut Fachinformation sind einige Fälle tödlich verlaufen[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in der Lunge (Thromboembolie)[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • AtemwegeEinatmen von Nahrung (Aspiration), Lungenentzündung und Infektionen der unteren Atemwege mit Fieber, Husten, Atembeschwerden oder Keuchen, möglicherweise mit tödlichem Ausgang; häufige Unterbrechung der Atmung im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmSchwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie), wodurch Nahrung in die Luftröhre gelangen kann[1, 2]
  • Leber und GalleEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit starken, brennenden Oberbauchschmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen, Übelkeit und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) und Lebererkrankung mit Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin und Juckreiz (Ikterus)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Werte des Enzyms Kreatinphosphokinase (CK) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), erkennbar an spontanen Blutungen oder blauen Flecken; Zunahme der Blutplättchen (Thrombozythämie) mit möglicher Gerinnselbildung in den Blutgefäßen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • Stoffwechsel und ErnährungSchwere Hyperglykämie mit Ketoazidose oder hyperosmolarem Koma; Zeichen von unkontrolliertem Blutzucker sind Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst, übermäßiges Wasserlassen, Desorientierung oder Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungSehr hohe Werte von Triglyzeriden oder Cholesterin im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Stoffwechsel und ErnährungZeichen von beginnendem oder fortschreitendem Übergewicht (Adipositas)[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • NervensystemZwangsgedanken und zwanghaftes, sich wiederholendes Verhalten (Symptome einer Zwangsstörung)[1, 2]
  • NervensystemNicht kontrollierbare Bewegungen von Mund, Zunge und Gliedern (Spätdyskinesie)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • HerzErkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie) und Herzstillstand[1, 2]
  • HerzLaut Fachinformation Herzrasen der Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie) und QT-Verlängerung, die mit Torsade de pointes verbunden sein können; ein schlüssiger ursächlicher Zusammenhang mit Clozapin ist nicht erkennbar[2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeAtemprobleme, Atemdepression oder Atemstillstand[1, 2]
  • Magen und DarmDarmverschluss, Darmlähmung (paralytischer Ileus) und Kotstau mit Bauchschmerzen, Krämpfen, geschwollenem Bauch, Erbrechen, Verstopfung und behindertem Gasabfluss[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungBauchschmerzen
  • Magen und DarmSchwellung vor dem Ohr durch Vergrößerung der Speicheldrüse[1, 2]
  • Leber und GalleFulminante Lebernekrose: plötzliches Absterben von Lebergewebe; Zeichen sind Appetitlosigkeit, geschwollener Bauch, Bauchschmerzen, gelbliche Haut, extreme Schwäche und Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Nieren und HarnwegeNierenentzündung (tubulo-interstitielle Nephritis), möglicherweise mit Übelkeit, Erbrechen, Ermüdung und Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenPlötzliche unerklärliche Todesfälle[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • InfektionenBlutvergiftung (Sepsis): nachgewiesene oder stark vermutete Infektion mit Fieber oder erniedrigter Körpertemperatur, ungewöhnlich schneller Atmung, schnellem Herzschlag, Veränderung der Reaktionsfähigkeit und des Bewusstseins und Blutdruckabfall[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitFieber
  • Gutartige und bösartige NeubildungenBösartige Erkrankungen des Blutes (Blutkrebs): Bei Menschen, die Clozapin einnehmen, wurde ein leicht erhöhtes Risiko beobachtet, insbesondere bei längerer Behandlung. Mögliche Zeichen sind unerklärliches Fieber, geschwollene Drüsen, anhaltende Infektionen, Gewichtsverlust, extreme Müdigkeit, Rötung, Nachtschweiß sowie leichte Blutergüsse oder Blutungen[1, 2]
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen mit Schwellungen hauptsächlich in Gesicht, Mund, Rachen und Zunge, die juckend oder schmerzhaft sein können (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
  • ImmunsystemEntzündung der Blutgefäße (leukozytoklastische Vaskulitis) mit Hautausschlag, purpurroten Flecken, Fieber oder Jucken[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizFieber
  • ImmunsystemArzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HormonsystemPlötzliche unkontrollierbare Erhöhung des Blutdrucks (Pseudophäochromozytom)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • NervensystemNach plötzlichem Absetzen: starkes Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (cholinerges Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und EntzugserscheinungenVermehrtes Schwitzen
  • NervensystemVeränderungen der Hirnstromwellen im EEG; unkontrollierte Krümmung des Körpers zu einer Seite (Pleurothotonus)[1, 2]
  • NervensystemUnwiderstehlicher Drang, die Beine oder Arme zu bewegen, meist mit einem unangenehmen Gefühl in den Beinen, besonders abends oder nachts, zeitweise gebessert durch Bewegung (Restless-Leg-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Unruhige Beine (Restless Legs)
  • HerzHerzinfarkt, manchmal mit tödlichem Ausgang; Brustschmerzen und Angina pectoris (Brustdruck, Schweregefühl, Engegefühl, Brennen oder Erstickungsgefühl als Anzeichen einer unzureichenden Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzmuskels), manchmal mit tödlichem Ausgang[1, 2]
  • HerzStoßweises Pochen, Klopfen oder Flattern in der Brust (Herzrasen); schneller, unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern), gelegentlich mit Herzklopfen, Ohnmacht, Kurzatmigkeit oder Brustbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzrhythmusstörungen
  • HerzLaut Fachinformation Fehler der Mitralklappe (Mitralklappeninsuffizienz) im Zusammenhang mit einer durch Clozapin bedingten Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie)[2]
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen), die über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen können (venöse Thromboembolie)[1, 2]Mehr dazu: BlutgerinnselAtemnot
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie) mit Anzeichen wie Benommenheit, Schwindel, Ohnmacht, verschwommenem Sehen, ungewöhnlicher Müdigkeit, kalter und feuchter Haut oder Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
  • AtemwegeVerstopfte Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
  • AtemwegeLaut Fachinformation Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum (Pleuraerguss)[2]
  • Magen und DarmDurchfall, Magenbeschwerden, Sodbrennen und Beschwerden nach dem Essen (Dyspepsie); Darmentzündung (Colitis) mit Durchfall und Bauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: DurchfallSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzen
  • Magen und DarmBlinddarmentzündung (Appendizitis), auch mit Durchbruch, manchmal mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Magen und DarmGeschwüre im Magen und/oder Darm mit brennenden Schmerzen im Oberbauch, besonders zwischen den Mahlzeiten, früh am Morgen oder nach sauren Getränken, teerigem, schwarzem oder blutigem Stuhl, Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen oder frühem Sättigungsgefühl; Magen- oder Darmdurchbruch (Perforation) mit starken, bei Bewegung zunehmenden Bauchschmerzen, Erbrechen, auch von Blut, verhärtetem Bauch, Fieber oder Schüttelfrost; beides manchmal mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und GeschwüreBauchschmerzen
  • Magen und DarmAusweitung des Darms (Megakolon), Darminfarkt, Minderdurchblutung (Ischämie) oder Absterben (Nekrose) des Darms mit Verstopfung, Bauchschmerzen, druckempfindlichem Bauch, Fieber, Blähungen und/oder blutigem Durchfall, manchmal mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungBauchschmerzenDurchfall
  • Leber und GalleFettleber, Lebernekrose, Leberschädigung, Leberfibrose und Leberzirrhose sowie Lebererkrankungen mit lebensbedrohlichen Folgen wie Leberschaden, Leberversagen (möglicherweise tödlich) und Lebertransplantation[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautPigmentierungsstörungen der Haut[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche, Muskelkrämpfe (Spasmen) und Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelerkrankung (Rhabdomyolyse); mögliche Anzeichen sind beginnende oder sich verschlimmernde Muskelschwäche, Muskelkrämpfe und Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSystemischer Lupus erythematodes mit Veränderung der Hautfarbe, Schmetterlingserythem im Gesicht, Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber und Ermüdung[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenFieber
  • Nieren und HarnwegeNierenversagen (stark verminderte Urinmenge); nächtliches Bettnässen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • SchwangerschaftEntzugssyndrom beim Neugeborenen nach Einnahme in der Schwangerschaft (Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen)[2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
  • Geschlechtsorgane und BrustSamenerguss in die Harnblase statt nach außen (retrograde Ejakulation, trockener Orgasmus)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenLaut Fachinformation Entzündung mehrerer seröser Häute (Polyserositis)[2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Sicherheitsmaßnahmen sind laut Packungsbeilage sehr wichtig: Halten Sie sie ein, um das Risiko für schwerwiegende, lebensbedrohliche Nebenwirkungen möglichst gering zu halten [1]. Bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung oder Herzmuskelerkrankung muss Clozapin laut Fachinformation sofort abgesetzt werden; wer eine durch Clozapin ausgelöste Herzmuskelentzündung hatte, darf nicht wieder damit behandelt werden [2]. Bei älteren Menschen mit Demenz wurde unter Antipsychotika ein leichter Anstieg der Todesfälle berichtet [1, 2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern schenkt sich morgens an einer hellen Küchenarbeitsplatte ein Glas Wasser ein, daneben eine Schale mit frischem Obst und Gemüse
Bild: KI-generiert

Blutuntersuchungen einhalten: Vor Beginn wird Ihr Blut untersucht; Clozapin dürfen Sie nur einnehmen, wenn Ihre Blutzellzahlen normal sind [1]. In den ersten 18 Wochen sind die Kontrollen einmal wöchentlich nötig, in den folgenden 34 Wochen mindestens einmal monatlich [1, 4]. Laut Rote-Hand-Brief vom 8. September 2025 wird dafür nur noch die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen gemessen, der neutrophilen Granulozyten; die Überwachung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen wurde aufgehoben [4]. Ist im ersten Behandlungsjahr keine Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie) aufgetreten, kann die Kontrolle auf einmal alle 12 Wochen verringert werden; nach zwei Behandlungsjahren ohne Neutropenie sollte sie einmal jährlich erfolgen [2, 4]. Nimmt die Zahl der weißen Blutkörperchen ab, müssen Sie die Behandlung sofort beenden [1]; wurde Clozapin wegen einer zu niedrigen Zahl der neutrophilen Granulozyten abgesetzt, darf es laut Fachinformation nicht wieder angewendet werden [2]. In bestimmten Fällen sind nach dem Ende der Behandlung noch weitere 4 Wochen lang Blutuntersuchungen nötig [1, 2].

Verstopfung: Laut Fachinformation ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine Verstopfung erkannt und aktiv behandelt wird [2]. Besondere Vorsicht ist nötig, wenn Sie weitere Mittel einnehmen, die verstopfen können, wenn Sie eine Dickdarmerkrankung hatten oder am Unterbauch operiert wurden [1, 2]. Bei starker Verstopfung informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Schwindel beim Aufstehen: Leiden Sie schon unter Schwindel oder führt Clozapin bei Ihnen zu Schwindel, Benommenheit oder nahender Ohnmacht, seien Sie beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen vorsichtig, weil dadurch die Sturzgefahr erhöht ist [1]. Laut Fachinformation sind Stürze gelegentlich, betreffen also bis zu 1 von 100 Behandelten, und können zu Knochenbrüchen oder anderen Verletzungen führen [2]. Ältere Menschen ab 60 Jahren haben möglicherweise häufiger Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel, Benommenheit, schnellen Herzschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Verstopfung [1]. Mehr unter Schwindel und niedriger Blutdruck.

Gewicht, Blutzucker und Blutfette: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht möglicherweise Ihr Gewicht und Ihre Blutfettwerte und bei Diabetes Ihren Blutzucker [1]. Laut Fachinformation wird bei Risikofaktoren für Diabetes empfohlen, den Nüchternblutzucker zu Beginn und regelmäßig während der Behandlung zu kontrollieren [2]. Mehr unter Blutzucker und Blutfette.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über rezeptfreie und pflanzliche [1]. Nicht zusammen mit Clozapin einnehmen dürfen Sie Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Bildung von Blutkörperchen verringern; dazu gehören Carbamazepin, bestimmte Antibiotika wie Chloramphenicol und Sulfonamide wie Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Penicillamin, Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depot-Injektionen von Antipsychotika [1, 2].

Zusammen mit Benzodiazepinen oder anderen Psychopharmaka kann laut Fachinformation das Risiko für einen Kreislaufkollaps erhöht sein, der zu Herz- und/oder Atemstillstand führen kann [2]. Mittel wie Fluvoxamin, Ciprofloxacin oder hormonelle Verhütungsmittel können den Clozapin-Spiegel erhöhen, Omeprazol, Phenytoin oder Rifampicin können ihn senken [1, 2]. Valproinsäure kann laut Fachinformation das Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung erhöhen [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Clozapin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Bildung von Blutkörperchen verringern: Carbamazepin, Chloramphenicol, Sulfonamide wie Cotrimoxazol, Pyrazolon-Schmerzmittel wie Phenylbutazon, Penicillamin, zytotoxische Mittel einer Chemotherapie und langwirksame Depot-Injektionen von AntipsychotikaHöheres Risiko für eine Agranulozytose[1, 2]Dürfen nicht zusammen mit Clozapin eingenommen werden
Benzodiazepine und andere PsychopharmakaLaut Fachinformation erhöhtes Risiko für einen Kreislaufkollaps, der zu Herz- und/oder Atemstillstand führen kann, Berichte lassen vermuten, dass Atemdepression und Kollaps vermehrt zu Beginn der Kombination auftreten[1, 2]Vorsicht; Ärztin oder Arzt informieren
Alkohol, MAO-Hemmer und andere dämpfende Mittel wie Narkosemittel, Antihistaminika und BetäubungsmittelVerstärkung der dämpfenden Wirkungen, Beeinträchtigung von Denk- und Bewegungsleistungen[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken; laut Fachinformation wird vor der Teilnahme am Straßenverkehr und dem Bedienen von Maschinen gewarnt
Mittel, die das Enzym CYP1A2 hemmen, z. B. Fluvoxamin, Ciprofloxacin, Perazin, Koffein und hormonelle VerhütungsmittelDer Clozapin-Spiegel im Blut kann steigen, mit mehr Nebenwirkungen; beim Absetzen solcher Mittel kann er wieder sinken[1, 2]Laut Fachinformation muss die Clozapin-Dosis möglicherweise angepasst werden
Rauchen und koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola)Plötzliche Änderungen der Rauchgewohnheiten oder des Koffeinkonsums können die Wirkung beeinflussen; laut Fachinformation kann der Clozapin-Spiegel nach plötzlichem Rauchstopp steigen und nach 5 Tagen ohne Koffein um etwa die Hälfte sinken[1, 2]Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie rauchen und wie viel Koffein Sie zu sich nehmen
Mittel, die den Abbau beschleunigen, z. B. Omeprazol, Phenytoin oder RifampicinDer Clozapin-Spiegel kann sinken, die Wirkung kann nachlassen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Valproinsäure (Mittel gegen Epilepsie)Laut Fachinformation selten schwere Krampfanfälle und Einzelfälle von Delir; das Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung kann erhöht sein[1, 2]Sorgfältige ärztliche Überwachung
Lithium und andere auf das Gehirn wirkende MittelLaut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutdrucksenkende Mittel; Adrenalin und NoradrenalinLaut Fachinformation kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt werden; die blutdrucksteigernde Wirkung von Noradrenalin kann sich abschwächen, die von Adrenalin umkehren[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren, besonders zu Beginn der Behandlung
Anticholinerg wirkende Arzneimittel, z. B. gegen Magenkrämpfe, Spasmen oder Reisekrankheit, und AtropinClozapin verstärkt ihre Wirkungen; laut Fachinformation auf Nebenwirkungen wie Verstopfung achten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Warfarin und DigoxinLaut Fachinformation kann ihre Konzentration im Blut steigen[1, 2]Laut Fachinformation auf Nebenwirkungen dieser Mittel achten; ihre Dosis wird gegebenenfalls ärztlich angepasst
Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern oder Störungen der Blutsalze auslösenLaut Fachinformation Vorsicht wie bei anderen Neuroleptika[2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Clozapin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Clozapin darf unter anderem nicht eingenommen werden, wenn regelmäßige Blutuntersuchungen nicht möglich sind, wenn Sie früher eine niedrige Zahl an weißen Blutkörperchen hatten, bei einer Erkrankung des Knochenmarks, bei nicht kontrollierter Epilepsie, bei einer Herzmuskelentzündung oder anderen schweren Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen und bei einer Darmlähmung [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung außerdem über die weiteren Punkte unten, etwa Blutgerinnsel, Glaukom, Diabetes, Prostataprobleme oder chronische Verstopfung [1]. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Clozapin nicht einnehmen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Clozapin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen sind nicht möglich[1, 2]
  • Früher niedrige Zahl an weißen Blutkörperchen (z. B. Leukopenie oder Agranulozytose), insbesondere wenn sie durch ein Arzneimittel verursacht wurde (Ausnahme: nach einer Chemotherapie)[1, 2]
  • Frühere Behandlung mit Clozapin, die wegen schwerer Nebenwirkungen abgebrochen werden musste, z. B. wegen Agranulozytose oder Herzproblemen[1, 2]
  • Jetzige oder frühere Behandlung mit langwirksamen Depot-Injektionen von Antipsychotika; laut Fachinformation wird von der gleichzeitigen Anwendung abgeraten[1, 2]
  • Erkrankung des Knochenmarks, jetzt oder früher; Einnahme von Arzneimitteln, die das Knochenmark beeinträchtigen oder die Zahl der weißen Blutkörperchen verringern[1, 2]
  • Epilepsie, die durch eine Behandlung nicht kontrolliert ist[1, 2]
  • Akute psychiatrische Erkrankung, die durch Alkohol oder Arzneimittel (z. B. Betäubungsmittel) verursacht ist; Arzneimittelvergiftung[1, 2]
  • Bewusstseinstrübung, starke Schläfrigkeit oder Koma; Kreislaufkollaps[1, 2]
  • Schwere Nierenerkrankung[1, 2]
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder irgendeine andere schwere Herzerkrankung[1, 2]
  • Aktive Lebererkrankung, z. B. mit Gelbsucht, Übelkeit und Appetitlosigkeit; andere schwere oder fortschreitende Lebererkrankung, Leberversagen[1, 2]
  • Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Blutbildkontrollen: Vor Beginn wird das Blut untersucht; Clozapin darf nur bei normalen Blutzellzahlen eingenommen werden. Laut Rote-Hand-Brief vom 08.09.2025 und Fachinformation wird dafür nur noch die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen gemessen, der neutrophilen Granulozyten (absolute Neutrophilenzahl); die Überwachung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytenzahl) wurde aufgehoben. Die Neutrophilenzahl wird in den ersten 18 Behandlungswochen wöchentlich kontrolliert, anschließend 34 Wochen lang monatlich (bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres). Ist im ersten Behandlungsjahr keine Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie) aufgetreten, kann die Kontrolle auf einmal alle 12 Wochen verringert werden; ist in den ersten zwei Behandlungsjahren keine Neutropenie aufgetreten, sollte sie einmal jährlich erfolgen. Nach einer leichten Neutropenie, die sich stabilisiert hat oder abgeklungen ist, sollten die Kontrollen während der gesamten Behandlung monatlich erfolgen. Bei Anzeichen einer Infektion muss die Neutrophilenzahl sofort bestimmt werden; bei älteren Menschen und bei gleichzeitiger Behandlung mit Valproinsäure kann eine engmaschigere Kontrolle erwogen werden, vor allem zu Beginn der Behandlung. Fällt die Neutrophilenzahl unter den Grenzwert der Fachinformation, muss Clozapin sofort abgesetzt werden und darf nicht wieder angewendet werden[1, 2, 4]
  • Ende der Behandlung: Noch weitere 4 Wochen lang sind Blutuntersuchungen nötig, wenn die Behandlung wegen einer Blutbildstörung (Agranulozytose) vollständig abgebrochen wird, die Überwachung weniger als 2 Jahre gedauert hat und/oder früher eine Neutropenie aufgetreten ist, die nicht zu einer Unterbrechung der Behandlung geführt hat[1, 2]
  • Venöse Blutgerinnsel bei Ihnen oder in Ihrer Familie; geplante Operation oder längere Zeit, in der Sie nicht gehen können: Es besteht ein erhöhtes Thromboserisiko; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
  • Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), Prostataprobleme oder Probleme beim Wasserlassen[1, 2]
  • Diabetes mellitus: Bei Menschen mit und ohne bekannten Diabetes wurden erhöhte, in einigen Fällen stark erhöhte Blutzuckerwerte beobachtet; die Ärztin oder der Arzt überprüft die Blutzuckerwerte möglicherweise regelmäßig. Auch Gewicht und Blutfette werden möglicherweise überwacht[1, 2]
  • Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung; bei einer Lebererkrankung werden regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt[1, 2]
  • Chronische Verstopfung oder Einnahme von Arzneimitteln, die Verstopfung hervorrufen (z. B. Anticholinergika); Erkrankung des Dickdarms oder Operation im Bauchbereich[1, 2]
  • Gut eingestellte Epilepsie: Laut Fachinformation wurden dosisabhängige Krampfanfälle berichtet; eine engmaschige Überwachung ist nötig[1, 2]
  • Herzerkrankung oder Verlängerung des QT-Intervalls bei Ihnen oder einem nahen Verwandten; Risiko für einen Schlaganfall, z. B. bei hohem Blutdruck oder Problemen mit den Blutgefäßen des Herzens oder Gehirns[1, 2]
  • Frühere schwere Hautreaktion nach der Einnahme von Clozapin, z. B. schwerer Hautausschlag, Schälen der Haut, Bläschen oder Wunden im Mund; laut Fachinformation darf Clozapin nach einem DRESS zu keinem Zeitpunkt wieder eingenommen werden[1, 2]
  • Fieber zu Beginn: Laut Fachinformation kann vor allem in den ersten 3 Wochen eine vorübergehende Erhöhung der Körpertemperatur über 38 °C auftreten; Menschen mit Fieber sollten sorgfältig untersucht werden, um eine Infektion oder eine Agranulozytose auszuschließen[2]
  • Ältere Menschen ab 60 Jahren: Sie haben möglicherweise häufiger Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel, Benommenheit, schnellen Herzschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Verstopfung; die Behandlung beginnt möglicherweise mit einer niedrigeren Dosis[1, 2]
  • Demenz: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei älteren Menschen mit Demenz wurde unter Antipsychotika ein leichter Anstieg der Todesfälle berichtet; laut Fachinformation ist Clozapin nicht zur Behandlung demenzbedingter Verhaltensstörungen zugelassen[1, 2]
  • Schwindel, auch wenn er schon vor der Behandlung besteht, Benommenheit oder nahende Ohnmacht: Seien Sie beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen vorsichtig, weil dadurch die Sturzgefahr erhöht ist. Laut Fachinformation ist bei Erkrankungen, Begleiterscheinungen oder Arzneimitteln, die Krämpfe, Schläfrigkeit, Blutdruckabfall beim Aufstehen oder Unsicherheit verstärken, eine Abschätzung der Sturzgefahr zu Beginn und in regelmäßigen Abständen während einer Langzeitbehandlung nötig[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Clozapin sollten sie nicht einnehmen, weil es nicht ausreichend Erfahrung in dieser Altersgruppe gibt[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol [1, 2]. Clozapin kann vor allem zu Beginn müde machen und die Schwelle für Krampfanfälle senken; laut Fachinformation sollten deshalb die Teilnahme am Straßenverkehr und Arbeiten an Maschinen vermieden werden, vor allem in den ersten Behandlungswochen [1, 2]. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; stillen dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht [1]. Die Karten stellen die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Rauchen.

Schwangerschaft

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt spricht mit Ihnen über Nutzen und mögliche Risiken in der Schwangerschaft; werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie sie oder ihn unverzüglich. Bei Neugeborenen, deren Mütter Clozapin im letzten Schwangerschaftsdrittel einnahmen, können Zittern, Muskelsteifigkeit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen auftreten; entwickelt Ihr Baby eines dieser Zeichen, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren. Nach einem Wechsel auf Clozapin können die Monatsblutungen wieder einsetzen, deshalb sollten Sie wirksam verhüten.[1]

Laut Fachinformation liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vor; Tierstudien ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen. Die Anwendung bei Schwangeren darf nur unter besonderer Vorsicht erfolgen.[2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Mehr als 400 ausgewertete und etwa 500 vom Hersteller dokumentierte Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen; für eine differenzierte Risikobewertung reicht die Qualität der bisherigen Daten laut Embryotox jedoch nicht aus. Bei Schwangeren wurden vermehrt Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes beobachtet. Bei einer gut eingestellten Patientin ist laut Embryotox kein Wechsel der Behandlung angezeigt; ein Schwangerschaftsdiabetes sollte ausgeschlossen werden, und die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) erfolgen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser erprobte Antipsychotika vorgezogen werden; besser geeignete Alternativen sind Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon, und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Behandlung dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht stillen, weil Clozapin in die Muttermilch übertreten und Ihr Kind beeinflussen kann; auch die Fachinformation rät vom Stillen ab.[1, 2]

Embryotox beurteilt das Stillen unter Clozapin eher kritisch, weil eine Agranulozytose beim Kind nicht völlig auszuschließen ist; im Einzelfall kann es bei alleiniger Behandlung, eher niedriger Dosis und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt akzeptabel sein. Bei Zeichen einer Agranulozytose beim Kind, etwa grippeähnlichen Beschwerden oder Schleimhautinfektionen, ist sofort eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt aufzusuchen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol; laut Fachinformation kann sich die dämpfende Wirkung verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Clozapin kann Müdigkeit, Schläfrigkeit und Krampfanfälle verursachen, insbesondere zu Beginn der Behandlung. Haben Sie solche Beschwerden, dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen; laut Fachinformation sollten die Teilnahme am Straßenverkehr und Arbeiten an Maschinen vermieden werden, vor allem in den ersten Behandlungswochen.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten mit Wasser einnehmen. Die meisten Patientinnen und Patienten nehmen einen Teil der Tagesdosis morgens und einen Teil abends ein; wie Sie die Dosis aufteilen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie die Tabletten so lange ein, wie es Ihnen gesagt wird; bei Schizophrenie müssen Sie Clozapin mindestens 6 Monate einnehmen.[1, 2]

Dosis vergessen: Nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, außer es ist fast Zeit für die nächste Einnahme; nehmen Sie nicht die doppelte Menge. Haben Sie mehr als 48 Stunden kein Clozapin eingenommen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Es kann zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen, denen weitere schwerwiegende Nebenwirkungen folgen können, wenn sie nicht sofort behandelt werden; außerdem können die ursprünglichen Beschwerden wiederkehren. Muss die Behandlung beendet werden, wird die Dosis allmählich über ein oder zwei Wochen verringert; bei plötzlichem Beenden muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie überwachen.[1, 2]

Liegt die letzte Einnahme mehr als zwei Tage zurück und soll die Behandlung wieder aufgenommen werden, muss sie wieder mit der Anfangsdosis beginnen.[1, 2]

Überdosierung

Glauben Sie, zu viele Tabletten eingenommen zu haben, oder hat jemand anderes Ihre Tabletten eingenommen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder rufen Sie einen Notarzt. Mögliche Folgen sind Schläfrigkeit, Müdigkeit, Energiemangel, Bewusstlosigkeit, Koma, Verwirrtheit, Halluzinationen, Erregtheit, unzusammenhängende Sprache, Steifigkeit der Glieder, Zittern der Hände, Krampfanfälle, vermehrte Speichelbildung, erweiterte Pupillen, verschwommenes Sehen, niedriger Blutdruck, Kollaps, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, flacher Atem oder Atemprobleme. Laut Fachinformation ist wegen möglicher Spätfolgen eine mindestens 5-tägige engmaschige medizinische Überwachung notwendig.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Anfangsdosen, die übliche wirksame Tagesdosis und die Höchstdosis für die Behandlung der Schizophrenie und von Psychosen bei Parkinson-Krankheit sowie Hinweise für ältere Menschen, zum Beenden und zum Wiederbeginn [1]. Die Dosis wird schrittweise erhöht, um die Risiken eines niedrigen Blutdrucks, von Krampfanfällen und Schläfrigkeit gering zu halten [1]. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Clozapin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein und ändern Sie die Dosis nicht ohne vorherige Rücksprache [1]. Haben Sie mehr als 48 Stunden kein Clozapin eingenommen, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; liegt die letzte Einnahme mehr als zwei Tage zurück, muss die Behandlung wieder mit der Anfangsdosis beginnen [1].

Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache: Es kann zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen, und die ursprünglichen Beschwerden können wiederkehren [1]. Muss die Behandlung beendet werden, wird die Dosis allmählich über ein oder zwei Wochen verringert; bei einem plötzlichen Ende, etwa wegen eines Mangels an weißen Blutkörperchen, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie überwachen [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Clozapin

Clozapin gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Clozapin-ratiopharm Tabletten [1, 2]. Laut Rote-Hand-Brief vom 8. September 2025 werden die Produktinformationen aller clozapinhaltigen Arzneimittel an die überarbeiteten Empfehlungen zu den Blutbildkontrollen angepasst [4].

Präparate mit Clozapin
PräparatAnbieterHinweis
Clozapin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 25, 50, 100 oder 200 mg
Clozapin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 100 oder 200 mg; Grundlage dieser Seite
Elcritverschreibungspflichtig
Leponexverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Clozapin-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Clozapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief Clozapin: Überarbeitete Empfehlungen zur routinemäßigen Blutbildkontrolle im Hinblick auf das Risiko einer Agranulozytose. Zulassungsinhaber clozapinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.09.2025. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Warum muss bei Clozapin regelmäßig das Blut untersucht werden?

Clozapin kann eine schwerwiegende Verringerung der weißen Blutkörperchen verursachen, die Agranulozytose. Weiße Blutkörperchen braucht der Körper, um Infektionen zu bekämpfen. Ob sich eine Agranulozytose entwickelt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nur durch regelmäßige Blutuntersuchungen feststellen; Clozapin dürfen Sie nur einnehmen, wenn Ihre Blutzellzahlen normal sind.

Wie oft wird das Blutbild unter Clozapin kontrolliert?

Laut Packungsbeilage in den ersten 18 Wochen einmal wöchentlich, in den folgenden 34 Wochen mindestens einmal monatlich. Seit einem Rote-Hand-Brief vom September 2025 wird dafür nur noch die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen gemessen, der neutrophilen Granulozyten; die Überwachung der Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen wurde aufgehoben. Ist im ersten Behandlungsjahr keine Verminderung der neutrophilen Granulozyten (Neutropenie) aufgetreten, kann die Kontrolle auf einmal alle 12 Wochen verringert werden; nach zwei Behandlungsjahren ohne Neutropenie sollte sie einmal jährlich erfolgen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen genau, wann und wo die Untersuchungen stattfinden.

Was soll ich bei Fieber oder Halsschmerzen unter Clozapin tun?

Bei Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartigen Beschwerden, Halsschmerzen oder einer anderen Infektion informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen. Es muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen, um festzustellen, ob die Beschwerden auf das Arzneimittel zurückzuführen sind.

Kann Clozapin das Herz schädigen?

Clozapin ist mit einem erhöhten Risiko für eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) verbunden, insbesondere in den ersten zwei Monaten der Behandlung; einige Fälle verliefen tödlich. Selten sind auch eine Herzbeutelentzündung und sehr selten eine Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie). Haben Sie auch in Ruhe einen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, Herzklopfen, Atemprobleme, Schmerzen in der Brust oder unerklärliche Müdigkeit, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die nächste Tablette nehmen.

Macht Clozapin Verstopfung?

Ja, Verstopfung gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation kann Clozapin die Darmbewegung verlangsamen; sehr selten kommt es zu Darmverschluss oder Darmlähmung, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang. Haben Sie starke Verstopfung, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Verstopfung muss behandelt werden, um Komplikationen zu verhindern.

Macht Clozapin dick?

Eine Gewichtszunahme gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Clozapin kann außerdem die Blutfette verändern und den Blutzucker erhöhen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht möglicherweise Gewicht, Blutfette und Blutzucker.

Darf ich während der Behandlung rauchen oder Kaffee trinken?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie rauchen und wie häufig Sie koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola trinken. Plötzliche Änderungen der Rauchgewohnheiten oder des Koffeinkonsums können die Wirkung von Clozapin beeinflussen; laut Fachinformation kann der Clozapin-Spiegel nach einem plötzlichen Rauchstopp steigen. Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol.

Was passiert, wenn ich Clozapin plötzlich absetze?

Es kann zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen; teilen Sie diese unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Außerdem können die ursprünglichen Beschwerden wiederkehren. Beenden Sie die Einnahme deshalb nicht ohne Rücksprache; muss die Behandlung enden, wird die Dosis allmählich über ein oder zwei Wochen verringert.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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