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Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim): Nebenwirkungen

Cotrimoxazol ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus zwei Wirkstoffen, Sulfamethoxazol und Trimethoprim, die den Folsäurestoffwechsel von Bakterien hemmen. Es wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren unter anderem bei Infektionen der Harnwege, der Atemwege und des Darms sowie bei einer Lungenentzündung durch Pneumocystis jiroveci eingesetzt. Häufig sind Magen-Darm-Beschwerden und allergische Hautreaktionen. Bei einem Hautausschlag oder anderen Zeichen einer schweren Hautreaktion beenden Sie die Einnahme und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Mann in den Vierzigern sitzt im Schatten einer Markise auf einer Terrasse und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Entzündung von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut (Glossitis, Gingivitis, Stomatitis)[1, 2]
  • Häufig: Ungewöhnlicher Geschmack[1, 2]
  • Häufig: Beschwerden von Magen und Darm mit Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen unterschiedlichen Schweregrades wie Hautausschlag (z. B. mit Quaddeln, Rötung, Flecken, Knötchen oder kleinfleckig wie bei Masern), Juckreiz, kleinfleckige Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura), Hauterkrankung durch Lichteinwirkung (Photodermatose) und Erkrankung mit Bildung von roten Hautknötchen (Erythema nodosum)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Cotrimoxazol eingesetzt?

Cotrimoxazol ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum, das zwei Wirkstoffe kombiniert: Sulfamethoxazol und Trimethoprim [1, 2]. Es wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren zur Behandlung von Infektionen angewendet, die durch empfindliche Erreger verursacht werden und sich mit einem Mittel zum Einnehmen behandeln lassen [1, 2].

Dazu gehören Infektionen der oberen und unteren Atemwege, eine Lungenentzündung durch den Erreger Pneumocystis jiroveci, Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (außer einer durch Streptokokken verursachten Mandelentzündung), Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege wie eine Blasenentzündung, einschließlich der Kurzzeitbehandlung und der langfristigen Vorbeugung gegen Rückfälle, sowie Infektionen der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane einschließlich einer Prostataentzündung [1, 2]. Im Magen-Darm-Trakt wird es bei Bakterienruhr (Shigellose), Reisedurchfall und bei Typhus-Dauerausscheidern eingesetzt; bei Typhus, Paratyphus und Salmonellendurchfall mit septischem Verlauf (die Bakterien dringen in die Blutbahn ein) bei abwehrgeschwächten Menschen nur, wenn andere aktuell empfohlene Antibiotika nicht gegeben werden können. Weitere Anwendungsgebiete sind Brucellose, Nokardiose, ein nicht echt mykotisches Myzetom und die südamerikanische Blastomykose [1, 2].

Magen-Darm-Entzündungen durch sogenannte Enteritis-Salmonellen sollen in der Regel nicht mit Cotrimoxazol behandelt werden, weil es den Krankheitsverlauf nicht beeinflusst und die Ausscheidung der Erreger sogar verlängert [1, 2]. Laut Fachinformation wirkt es nicht bei einer Streptokokken-Angina und nicht bei Syphilis; für eitrige Hautentzündungen (Pyodermie), Furunkel, Abszesse und Wundinfektionen ist es nicht geeignet [2]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Wie wirkt Cotrimoxazol?

Beide Wirkstoffe hemmen den Stoffwechsel der Folsäure in empfindlichen Krankheitserregern [1]. Sulfamethoxazol, ein Sulfonamid, und Trimethoprim blockieren dabei zwei verschiedene Enzyme. Die Bakterien können dann keine Tetrahydrofolsäure mehr bilden, die sie für den Aufbau von Thymin und Purinen (Bausteinen der Erbsubstanz) brauchen. Jeder Wirkstoff allein hemmt das Wachstum der Bakterien (bakteriostatisch); zusammen verstärken sie sich gegenseitig und wirken zumeist bakterizid, also abtötend [2].

Beide Wirkstoffe werden nach der Einnahme rasch und vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel werden nach 2 bis 4 Stunden erreicht. Sie werden in der Leber verstoffwechselt und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt für Sulfamethoxazol 8 bis 11 Stunden, für Trimethoprim 6 bis 17 Stunden [2]. Zwischen Sulfamethoxazol und anderen Sulfonamiden besteht eine weitgehende Kreuzresistenz [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben. Wo beide Dokumente eine Häufigkeit nennen, stimmen sie überein; einige Nebenwirkungen führt die Fachinformation ohne eigene Klasse auf, dort gilt die Angabe der Packungsbeilage. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Ernste und lebensbedrohende Überempfindlichkeitsreaktionen treten häufiger bei Menschen über 60 Jahren auf [1]. Im Zusammenhang mit Nebenwirkungen an der Blutbildung und an der Haut sind Todesfälle berichtet worden [1, 2]. Bei Menschen mit HIV-Infektion treten Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut häufiger auf [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Schwere Hautreaktionen und Blutungen und Blutbild.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmEntzündung von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut (Glossitis, Gingivitis, Stomatitis)[1, 2]
  • Magen und DarmUngewöhnlicher Geschmack[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • Magen und DarmBeschwerden von Magen und Darm mit Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenAppetitlosigkeitÜbelkeitErbrechenDurchfall
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen unterschiedlichen Schweregrades wie Hautausschlag (z. B. mit Quaddeln, Rötung, Flecken, Knötchen oder kleinfleckig wie bei Masern), Juckreiz, kleinfleckige Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura), Hauterkrankung durch Lichteinwirkung (Photodermatose) und Erkrankung mit Bildung von roten Hautknötchen (Erythema nodosum)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtJuckreizLichtempfindlichkeit der Haut

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmSchwere Schleimhautentzündung des Darms (pseudomembranöse Enterokolitis), meist verursacht durch Clostridioides difficile, die lebensbedrohlich sein kann[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • ImmunsystemSchwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Erythema exsudativum multiforme und exfoliative Dermatitis, unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankungen, teilweise mit Hautablösung und eventuell Blasenbildung an Haut und Schleimhäuten[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenVermehrtes Auftreten von Pilzerkrankungen durch Candida albicans[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • Blut und LymphsystemBlutbildveränderungen mit Verminderung der Blutplättchen und der weißen Blutkörperchen (Thrombozytopenie, Leukozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemBlutarmut durch gestörte Blutbildung (aplastische Anämie), Blutarmut z. B. durch Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 (megaloblastische Anämie), starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) und Blutarmut durch Auflösung von roten Blutkörperchen (akute hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSchwere, plötzlich auftretende Überempfindlichkeitsreaktion, z. B. mit Blutdruckabfall bis hin zum anaphylaktischen Schock, Gesichtsschwellung, Herzjagen, Schwellung im Kehlkopf mit Einengung der Luftwege, Zungenschwellung oder Atemnot[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotNiedriger BlutdruckHerzrasen
  • ImmunsystemSchwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • ImmunsystemEntzündung kleinerer Arterien und Venen in der Unterhaut (Periarteriitis nodosa, Schoenlein-Henoch-Syndrom), systemischer Lupus erythematodes, punktförmige Hautblutungen (Petechien), Arzneimittelfieber und Krankheitsbild einer scheinbaren Blutvergiftung (Pseudosepsis)[1, 2]Mehr dazu: FieberBlutungen und blaue Flecken
  • ImmunsystemÜbermäßige Reaktion des Immunsystems durch zu starke Aktivierung weißer Blutkörperchen, die zu Entzündungen führt (hämophagozytische Lymphohistiozytose) und lebensbedrohlich sein kann, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • Stoffwechsel und ErnährungÜbersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) und verminderter Blutzucker (Hypoglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsycheSeelisch-geistige Erkrankungen (akute Psychosen) und Sinnestäuschungen (Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • NervensystemKopfschmerzen, Schwindel und Zittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelZittern
  • NervensystemHirnhautentzündung (aseptische Meningitis)[1, 2]
  • NervensystemNervenentzündungen (periphere Neuritiden), nicht entzündliche Nervenerkrankungen (Neuropathien) und Missempfindungen wie Kribbeln oder taubes Gefühl in Händen oder Beinen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemKrampfanfälle (Schüttelkrampf, Konvulsion)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • AugenVorübergehende Kurzsichtigkeit (transitorische Myopie) und Entzündung der Aderhaut (Uveitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzHerzmuskelentzündung (Myokarditis)[1, 2]
  • HerzVerlängerung der QT-Zeit im EKG und Störung der Herzschlagfolge (Torsade de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeÜberempfindlichkeitsreaktionen an der Lunge: Ansammlung von Entzündungszellen im Lungengewebe (Lungeninfiltrate), bestimmte Formen der Lungenentzündung (interstitielle und eosinophile Pneumonie) und Atemnot bzw. eingeschränkte Atemfunktion (respiratorische Insuffizienz); bei AIDS-Patientinnen und -Patienten häufiger. Laut Fachinformation sehr selten auch schwere Atemwegstoxizität, die manchmal zu einem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) fortschreitet[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Leber und GalleZerfall von Lebergewebe (fokale oder diffuse Lebernekrose), Syndrom mit Schwund der Gallengänge, Anstieg bestimmter Blutwerte (Transaminasen, Bilirubin) und akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteBauchspeicheldrüsenentzündung
  • Muskeln, Knochen und GelenkeStörung im geordneten Bewegungsablauf (Ataxie), verminderte Fähigkeit zu schnellen gegenläufigen Bewegungen (Dysdiadochokinese), Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
  • Nieren und HarnwegeAusfällung kleinster Kristalle in den Harnwegen (Kristallurie), insbesondere bei Unterernährung, Entzündung der Nieren (akute interstitielle Nephritis), akutes Nierenversagen und Anstieg von Kreatinin und Harnstoff im Blut[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Gefäße und KreislaufKreislaufschock, häufig mit Fieber, meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem; Anzeichen können Fieber, sehr niedriger Blutdruck und eine erhöhte Herzfrequenz sein[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckFieberHerzrasen
  • HautPflaumenfarbene, erhabene, schmerzhafte Hautveränderungen an den Gliedmaßen, manchmal auch im Gesicht und am Hals, mit Fieber (Sweet-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagFieber
  • HautFixes Arzneimittelexanthem (fixes Exanthem)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die schweren Hautreaktionen Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und DRESS zeigen sich anfangs als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Körperstamm, oft mit einer Blase in der Mitte; der Ausschlag kann zu großflächiger Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Das höchste Risiko besteht in den ersten Behandlungswochen [1]. Laut Fachinformation wird der Verlauf maßgeblich davon bestimmt, wie früh die Reaktion erkannt und das Mittel abgesetzt wird [2]. Ist eine dieser Reaktionen unter Sulfamethoxazol oder Trimethoprim aufgetreten, dürfen Sie nie wieder mit Cotrimoxazol behandelt werden [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern schenkt sich am Küchentisch ein Glas Wasser aus einer Karaffe ein
Bild: KI-generiert

Magen-Darm-Beschwerden: Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten ein [1]. Treten schwere, anhaltende, manchmal blutig-schleimige Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen während oder nach der Behandlung auf, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf: Dahinter kann eine schwere Darmentzündung stecken, meist verursacht durch das Bakterium Clostridioides difficile, die sofort behandelt werden muss. Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden [1, 2]. Mehr auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Trinken und Sonne: Achten Sie während der Behandlung auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr; bei Erwachsenen sollen täglich mindestens 1,2 Liter Harn ausgeschieden werden [1, 2]. Die Haut kann empfindlicher auf Licht reagieren; das ist vor allem bei starker Sonnen- und UV-Licht-Einwirkung zu beachten [1, 2].

Blutbild, Kalium und Folsäure: Grippeartige Beschwerden, Halsentzündungen oder Fieber können Anzeichen einer Blutbildveränderung sein; dann muss sofort das Blutbild kontrolliert werden [1, 2]. Bei einer Behandlung über mehr als 14 Tage sind regelmäßige Blutbildkontrollen erforderlich, besonders der Blutplättchen [1, 2]. Störungen des Salzhaushalts sind aufgetreten, deshalb sind Kalium und Natrium im Blut während der Behandlung engmaschig zu überwachen, besonders zu Beginn und bei eingeschränkter Nierenfunktion [1]. Zeichen einer schweren Hyperkaliämie können Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen sein [1]. Bei Folsäuremangel, bei hohen Dosen und bei älteren Menschen sollte eine Folsäuregabe erwogen werden [1, 2]. Mehr auf der Seite Kalium.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; die Packungsbeilage nennt eine lange Liste möglicher Wechselwirkungen [1]. Zusammen mit Spironolacton, Kaliumergänzungsmitteln und kaliumreichen Lebensmitteln kann es zu einer schweren Hyperkaliämie kommen, also einem erhöhten Kaliumspiegel im Blut [1, 2]. Die Wirkung von Methotrexat wird verstärkt, und mit anderen Mitteln, die einen Folsäuremangel verursachen, werden Folsäuremangelzustände häufiger [2]. Verstärkt wird auch die Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ, von blutzuckersenkenden Sulfonylharnstoffen und von Phenytoin [1, 2]. Die gleichzeitige Einnahme von Clozapin muss laut Fachinformation vermieden werden, weil das Risiko einer Knochenmarkschädigung steigt [2]. Bei Menschen nach einer Nierentransplantation, die Ciclosporin erhalten, ist die schädigende Wirkung auf die Nieren erhöht [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Methotrexat und andere Mittel, die einen Folsäuremangel verursachen (Folsäureantagonisten)Folsäuremangelzustände werden häufiger; die Wirkung von Methotrexat wird verstärkt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Spironolacton, Kaliumergänzungsmittel, kaliumreiche Lebensmittel und andere Mittel, die eine Hyperkaliämie verursachenSchwere Hyperkaliämie möglich; mögliche Symptome sind Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Kaliumspiegel kontrollieren lassen
Gerinnungshemmer vom Cumarin-TypVerstärkte gerinnungshemmende Wirkung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Blutzuckersenkende Sulfonylharnstoffe, Phenytoin sowie kurz wirksame Barbiturate zur Gabe in die Vene (z. B. Thiopental)Verstärkte Wirkung dieser Mittel[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
CiclosporinUmkehrbare Verschlechterung der Nierenfunktion[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Digoxin (bei Herzschwäche)Erhöhter Digoxinspiegel bei älteren Menschen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Clozapin (bei Psychosen)Höheres Risiko und/oder größere Schwere einer Schädigung des Knochenmarks[1, 2]Laut Fachinformation muss die gleichzeitige Einnahme vermieden werden
Pyrimethamin (z. B. gegen Malaria und Toxoplasmose)Blutbildveränderungen bei Dosen von mehr als 25 mg pro Woche[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Mineralische Mittel gegen Magensäure (Antazida) und ParaldehydCotrimoxazol wirkt schwächer[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Örtliche Betäubungsmittel wie Benzocain, Procain, Butacain oder Tetracain sowie ProcainamidCotrimoxazol wirkt schwächer; mit Procainamid und Amantadin können die Spiegel eines oder beider Wirkstoffe ansteigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Probenecid, Sulfinpyrazon, Indometacin, Phenylbutazon oder SalicylateDie Wirkung von Cotrimoxazol wird verstärkt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
p-Aminosalicylsäure, Barbiturate oder PrimidonCotrimoxazol wirkt stärker giftig[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Methenamin oder Ansäuern des UrinsHöheres Risiko für Kristalle im Urin[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
6-MercaptopurinDie Aufnahme wird gestört, die Wirkung gegen Leukämie eingeschränkt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
RifampicinHöhere Rifampicin-Spiegel im Blut[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Folsäure zur Behandlung einer megaloblastischen AnämieWirksamkeit der Folsäure kann vermindert oder aufgehoben sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Dapson oder PrilocainGefahr einer Methämoglobinämie (veränderter roter Blutfarbstoff); Trimethoprim erhöht Spiegel und Nebenwirkungen von Dapson[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Lamivudin oder Zidovudin (gegen HIV)Höhere Lamivudin-Spiegel; Risiko von Nebenwirkungen durch Zidovudin kann erhöht sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Cotrimoxazol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Cotrimoxazol hat mehrere Gegenanzeigen, unter anderem eine Allergie gegen Sulfonamide oder Trimethoprim, schwere Hautreaktionen (auch frühere), krankhafte Blutbildveränderungen, einen angeborenen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, Nierenschäden oder eine hochgradig verminderte Nierenfunktion, schwere Leberschäden und eine akute Porphyrie [1, 2]. Säuglinge in den ersten 6 Lebenswochen und Frühgeborene dürfen es nicht bekommen [1, 2]. Bei einem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel kann bei empfindlichen Menschen unabhängig von der Dosis ein Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolyse) ausgelöst werden [1, 2].

Besondere Vorsicht ist nötig bei leichteren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, einem möglichen Folsäuremangel und im höheren Alter; dann ist laut Packungsbeilage eine konsequente ärztliche Überwachung erforderlich [1]. Bei Menschen mit AIDS sind Nebenwirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, außergewöhnlich häufig, bedingt durch die hohen Dosen bei der Behandlung der Pneumocystis-Lungenentzündung [1, 2]. Mehr zu HIV lesen Sie auf der Krankheitsseite.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Sulfonamide, Trimethoprim und verwandte Wirkstoffe (Trimethoprim-Analoga, z. B. Tetroxoprim) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse oder Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), auch wenn diese früher einmal aufgetreten sind[1, 2]
  • Krankhafte Blutbildveränderungen (Verminderung der Blutplättchen oder bestimmter weißer Blutkörperchen, megaloblastische Anämie)[1, 2]
  • Angeborener Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel der roten Blutkörperchen und Hämoglobinanomalien wie Hb Köln und Hb Zürich[1, 2]
  • Nierenschäden oder hochgradig verminderte Nierenfunktion; laut Fachinformation Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min[1, 2]
  • Schwere Leberschäden oder gestörte Leberfunktion (z. B. akute Leberentzündung)[1, 2]
  • Akute Porphyrie (Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffs)[1, 2]
  • Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis), die zumeist durch Erreger verursacht ist (laut Fachinformation Staphylokokken), gegen die das Mittel oft nicht ausreichend wirksam ist[1, 2]
  • Säuglinge in den ersten 6 Lebenswochen und Frühgeborene[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Allergie gegen sulfonamidähnliche Arzneistoffe gegen Diabetes (Sulfonylharnstoffe) oder gegen Entwässerungsmittel auf Sulfonamidbasis, leichtere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, möglicher Folsäuremangel, fragiles X-Chromosom mit geistiger Entwicklungsverzögerung bei Kindern: Laut Fachinformation sollte Cotrimoxazol dann nicht angewendet werden; wird es doch angewendet, sind eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung und eine konsequente ärztliche Überwachung erforderlich[1, 2]
  • Ältere Menschen: konsequente ärztliche Überwachung, eine Folsäuregabe sollte erwogen werden; ernste und lebensbedrohende Überempfindlichkeitsreaktionen treten bei über 60-Jährigen häufiger auf[1, 2]
  • Kalium und Natrium: Störungen des Salzhaushalts sind aufgetreten; Kalium- und Natriumspiegel im Blut während der Behandlung engmaschig überwachen, besonders zu Beginn und bei eingeschränkter Nierenfunktion[1, 2]
  • Ausreichend trinken: bei Erwachsenen mindestens 1.200 ml Harnausscheidung pro Tag[1, 2]
  • Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung) möglich; das ist vor allem bei starker Sonnen- und UV-Licht-Einwirkung zu beachten[1, 2]
  • Folsäuremangel oder hohe Dosen: eine Folsäuregabe sollte erwogen werden[1, 2]
  • Nach Nierentransplantation mit Ciclosporin: stärkere schädigende Wirkung auf die Nieren; bei Harnwegsinfektionen sollte Cotrimoxazol dann nicht als Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden[1, 2]
  • AIDS: Nebenwirkungen, besonders Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, sind wegen der hohen nötigen Dosen bei der Pneumocystis-Lungenentzündung außergewöhnlich häufig; Bestimmungen der Blutspiegel sind erforderlich[1, 2]
  • Behandlung über mehr als 14 Tage: regelmäßige Blutbildkontrollen (insbesondere der Blutplättchen) erforderlich; längerfristige oder wiederholte Anwendung kann zu Neu- oder Zweitinfektionen mit unempfindlichen Bakterien oder Sprosspilzen führen[1, 2]
  • Phenylketonurie: Die Einnahme ist möglich, wenn eine streng phenylalaninarme Ernährung eingehalten wird[1, 2]
  • Kinder unter 6 Jahren: Die Tabletten mit 800 mg/160 mg sind wegen des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Bei Männern ergaben sich nach einer einmonatigen Dauerbehandlung Hinweise auf eine Störung der Samenzellentwicklung [1, 2]. Embryotox nennt Co-trimoxazol im ersten Schwangerschaftsdrittel ein Reserveantibiotikum; bei drohender Frühgeburt sollte es gemieden werden [3]. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Cotrimoxazol sollte in der Schwangerschaft nur nach einer eingehenden Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Bisherige Erfahrungen haben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen ergeben; wegen der Wirkung auf den Folsäurestoffwechsel könnte ein solches Risiko aber vorhanden sein. Für Neugeborene, die vor der Geburt dem Mittel ausgesetzt waren, besonders Frühgeborene, besteht ein besonderes Risiko für einen erhöhten Gallenfarbstoff im Blut (Hyperbilirubinämie). Bei Schwangeren sollte eine ausreichende Folsäureversorgung gewährleistet sein.[1, 2]

Embryotox ordnet Co-trimoxazol als Medikament ein, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt; ein leicht erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko lässt sich laut Embryotox nicht ausschließen. Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist es ein Reserveantibiotikum und sollte nur bei zwingender Indikation und nach Prüfung besser geeigneter Alternativen (Penicilline, Cephalosporine, gegebenenfalls Makrolide) eingesetzt werden; ist eine Behandlung unumgänglich, sollte auf eine ausreichende Folsäureversorgung geachtet werden. Nach dem ersten Drittel kann es laut Embryotox indikationsgerecht eingesetzt werden, wenn Antibiotika der ersten Wahl nicht infrage kommen; bei drohender Frühgeburt sollte es gemieden werden. Nach einer Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Die in der Muttermilch festgestellten Mengen sind gering und bedeuten in der Regel keine Gefährdung für den Säugling. Neugeborene und ebenso Säuglinge, die unter einem Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel leiden, sollten aber vorsichtshalber nicht gestillt werden.[1, 2]

Laut Embryotox sind Penicilline, Cephalosporine und Makrolide zu bevorzugen, insbesondere bei Stillkindern unter sechs Wochen; falls das Erregerspektrum es erfordert, kann auch unter Co-trimoxazol gestillt werden. Bei Frühgeborenen und Neugeborenen mit erhöhtem Bilirubin oder Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel sollte die Indikation besonders kritisch geprüft werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Sehr selten kommt es zu vorübergehender Kurzsichtigkeit oder einer akuten Psychose; Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Setzen Sie sich erst ans Steuer oder bedienen Sie Maschinen, wenn Sie wissen, wie Sie auf das Mittel reagieren; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten einnehmen; sie können in gleiche Dosen geteilt werden. Gleichmäßig und in regelmäßigen Abständen einnehmen und während der Behandlung ausreichend trinken.[1, 2]

Einnahme vergessen: weiter einnehmen, als wäre es nicht passiert, und nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Hören Sie nicht vorzeitig auf: Die Bekämpfung der Krankheitserreger muss auch nach dem Rückgang der Beschwerden eine Zeitlang fortgeführt werden, sonst können die Krankheitserscheinungen wieder auftreten. Bemerken Sie Nebenwirkungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Laut Fachinformation muss die Behandlung beim Auftreten von Zeichen eines Stevens-Johnson-Syndroms, einer toxischen epidermalen Nekrolyse oder eines DRESS beendet werden; frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose, und danach darf nie wieder mit Cotrimoxazol behandelt werden. Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen muss sofort abgebrochen werden.[1, 2]

Überdosierung

Bei erheblich zu hohen Mengen kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel sowie ungewöhnlich geringer oder gar keiner Harnausscheidung bzw. zur Ausfällung kleinster Kristalle in den Harnwegen. Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin oder einen Arzt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage der Tabletten mit 800 mg Sulfamethoxazol und 160 mg Trimethoprim nennt eine Standarddosis nach Alter und besondere Dosierungen für einzelne Anwendungsgebiete; die Fachinformation ergänzt eine Tabelle für eingeschränkte Nierenfunktion [1, 2]. Für niedrigere Arzneimengen, etwa für Kinder, gibt es Präparate mit niedrigerem Wirkstoffgehalt und eigenen Packungsbeilagen [1]. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung; welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Cotrimoxazol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein: unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten, gleichmäßig und in regelmäßigen Abständen. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie das Mittel weiter ein, als wäre es nicht passiert, und nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Hören Sie nicht vorzeitig auf: Die Bekämpfung der Krankheitserreger muss auch nach dem Rückgang der Beschwerden eine Zeitlang fortgeführt werden, sonst können die Krankheitserscheinungen wieder auftreten [1]. Haben Sie erheblich zu viel eingenommen, kann es zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel sowie einer ungewöhnlich geringen oder fehlenden Harnausscheidung bzw. zur Ausfällung kleinster Kristalle in den Harnwegen kommen; verständigen Sie dann sofort eine Ärztin oder einen Arzt [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Cotrimoxazol

Cotrimoxazol gibt es als Tabletten mit 400 mg/80 mg und 800 mg/160 mg; das Mengenverhältnis von Sulfamethoxazol zu Trimethoprim beträgt 5 zu 1 [2]. Außerdem gibt es einen Saft und ein Konzentrat für eine Infusion. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Cotrim forte-ratiopharm 800 mg/160 mg Tabletten und die Fachinformation der Cotrim-ratiopharm-Tabletten [1, 2]. Für den Saft und die Infusion gelten eigene Packungsbeilagen mit eigenen Dosierungsangaben.

Präparate mit Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)
PräparatAnbieterHinweis
Cotrim forte-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 800 mg Sulfamethoxazol/160 mg Trimethoprim; Grundlage dieser Seite
Cotrim-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 400 mg/80 mg, außerdem Konzentrat für eine Infusionslösung
Cotrim K-ratiopharm, Cotrim E-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Suspension zum Einnehmen (Saft) mit 200 mg/40 mg bzw. 400 mg/80 mg je 5 ml
Cotrim-CTAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 800 mg/160 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cotrim forte-ratiopharm 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Cotrim-ratiopharm 400 mg/80 mg Tabletten / Cotrim forte-ratiopharm 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Co-trimoxazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Cotrimoxazol eingesetzt?

Cotrimoxazol behandelt Infektionen durch empfindliche Erreger, unter anderem der Atemwege, des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs (außer einer Mandelentzündung durch Streptokokken), der Nieren und Harnwege, der Geschlechtsorgane und des Magen-Darm-Trakts, etwa Bakterienruhr oder Reisedurchfall. Es wird auch bei einer Lungenentzündung durch Pneumocystis jiroveci und bei weiteren Infektionen wie Brucellose oder Nokardiose eingesetzt. Bei einer Knochenmarkentzündung darf es nicht angewendet werden.

Was tun bei Hautausschlag unter Cotrimoxazol?

Wenn ein Hautausschlag oder andere Zeichen einer schweren Hautreaktion auftreten, beenden Sie die Einnahme und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. Solche Zeichen sind etwa rötliche, schießscheibenartige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte), Hautablösung, offene Stellen im Mund oder gerötete Augen. Sagen Sie dabei, dass Sie Cotrimoxazol einnehmen. Das Risiko für solche Reaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Ist ein Stevens-Johnson-Syndrom, eine toxische epidermale Nekrolyse oder ein DRESS in Zusammenhang mit Sulfamethoxazol oder Trimethoprim aufgetreten, dürfen Sie nie wieder mit Cotrimoxazol behandelt werden.

Warum wird unter Cotrimoxazol das Kalium kontrolliert?

Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, sinkt oder steigt der Kaliumgehalt im Blut, verbunden mit einem erniedrigten Natriumgehalt. Deshalb sind Kalium und Natrium im Blut während der Behandlung engmaschig zu überwachen, besonders zu Beginn und bei eingeschränkter Nierenfunktion. Zusammen mit Spironolacton, Kaliumergänzungsmitteln oder kaliumreichen Lebensmitteln kann es zu einer schweren Hyperkaliämie kommen.

Darf ich Cotrimoxazol zusammen mit Methotrexat nehmen?

Besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation verstärkt Cotrimoxazol die Wirkung von Methotrexat, und zusammen mit anderen Mitteln, die einen Folsäuremangel verursachen, werden Folsäuremangelzustände häufiger.

Brauche ich unter Cotrimoxazol zusätzlich Folsäure?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Packungsbeilage sollte bei Folsäuremangel, bei hohen Dosen und bei älteren Menschen eine Folsäuregabe erwogen werden; bei Schwangeren sollte eine ausreichende Folsäureversorgung gewährleistet sein. Haben Sie möglicherweise einen Folsäuremangel, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich unter Cotrimoxazol in die Sonne?

Unter Cotrimoxazol kann die Haut empfindlicher auf Licht reagieren (Photosensibilisierung); das ist vor allem bei starker Sonnen- und UV-Licht-Einwirkung zu beachten. Eine Hauterkrankung durch Lichteinwirkung gehört zu den häufigen allergischen Reaktionen. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit.

Darf ich Cotrimoxazol in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Cotrimoxazol in der Schwangerschaft nur nach einer eingehenden Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden; wegen der Wirkung auf den Folsäurestoffwechsel könnte ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bestehen. Embryotox nennt es im ersten Schwangerschaftsdrittel ein Reserveantibiotikum. In der Stillzeit sind die Mengen in der Muttermilch gering; Neugeborene und ebenso Säuglinge, die unter einem Glukose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel leiden, sollten aber vorsichtshalber nicht gestillt werden.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Cotrimoxazol nehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Cotrim-ratiopharm enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Infektion und Behandlung infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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