WirkstoffgruppenWirkstoffgruppe

Weitere Antibiotika (Makrolide, Fluorchinolone, Tetracycline u. a.)

Neben Penicillinen und Cephalosporinen gibt es weitere Antibiotikaklassen: Makrolide wie Azithromycin, Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Tetracycline wie Doxycyclin sowie Einzelwirkstoffe wie Clindamycin, Cotrimoxazol, Nitrofurantoin, Fosfomycin und Metronidazol. Gentamicin, Ofloxacin und Fusidinsäure sind auf dieser Website als Augen- bzw. Hautmittel beschrieben. Typisch sind Übelkeit und Durchfall; bei fast allen Antibiotika wurde über eine Darmentzündung durch Clostridioides difficile berichtet. Zu Fluorchinolonen gibt es Rote-Hand-Briefe von 2018 bis 2023. Sie warnen unter anderem vor sehr seltenen, lang anhaltenden Nebenwirkungen an Sehnen und Nerven sowie vor Risiken für Aorta und Herzklappen. Seit 2019 ist die Anwendung eingeschränkt.

Mann Ende vierzig sitzt mit einem Glas Wasser am Küchentisch und blickt entspannt aus dem Fenster
Bild: KI-generiert

Zu den weiteren Antibiotika zählen hier alle, die nicht zu den Penicillinen und Cephalosporinen gehören: Makrolide, Fluorchinolone, Tetracycline und weitere Klassen, jede mit eigenem Wirkprinzip und eigenen Warnhinweisen [1, 5, 8]. Sie werden zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt; bei viral verursachten akuten Atemwegsinfektionen sollte zum Beispiel Clindamycin laut Fachinformation nicht angewendet werden [9]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind Makrolide, Fluorchinolone und die weiteren Antibiotika?

Die Wirkstoffe dieser Seite im Überblick, mit Untergruppe und Wirkprinzip laut ihren Fachinformationen:

Untergruppen der weiteren Antibiotika und ihr Wirkprinzip laut Fachinformation
UntergruppeWirkprinzipWirkstoffe auf dieser Website
MakrolideHemmen die Eiweißbildung der Bakterien an der 50S-Untereinheit des Ribosoms [1]Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin [1, 2, 3, 4]
LincosamideHemmen ebenfalls die Eiweißbildung an der 50S-Untereinheit, meist bakteriostatisch, also wachstumshemmend [9]Clindamycin [9]
FluorchinoloneHemmen die Enzyme DNS-Gyrase und Topoisomerase IV, die Bakterien für ihre Erbsubstanz brauchen; bakterizid, also bakterientötend [5]Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Ofloxacin [5, 6, 7, 25]
TetracyclineHemmen die Eiweißbildung an der 30S-Untereinheit, vorwiegend bakteriostatisch [8]Doxycyclin [8]
Sulfonamid mit TrimethoprimHemmen zwei Enzyme des bakteriellen Folsäurestoffwechsels [10]Cotrimoxazol [10]
NitrofuraneWerden von Bakterien in wirksame Abbauprodukte umgewandelt, die die Erbsubstanz schädigen [11]Nitrofurantoin [11]
Andere: FosfomycinHemmt die erste Stufe des Zellwandaufbaus, bakterizid [12]Fosfomycin [12]
NitroimidazoleUnter Sauerstoffausschluss entstehen Radikale, die die Erbsubstanz angreifen [13]Metronidazol [13]
Augen- und HautmittelAnwendung am Auge bzw. auf der Haut [14, 25, 33]Gentamicin und Ofloxacin (Augen), Fusidinsäure (Haut) [14, 25, 33]

Wie die weiteren Antibiotika wirken

Bakteriostatische Mittel wie Doxycyclin hindern Bakterien am Wachstum, bakterizide wie Ciprofloxacin oder Fosfomycin töten sie ab [5, 8, 12]. Laut Fachinformation von Doxycyclin können bakteriostatische Mittel bakterizide wie Betalaktam-Antibiotika beeinträchtigen; die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden [8]. Zwischen den Makroliden besteht laut Fachinformation je nach Resistenzmechanismus eine vollständige Kreuzresistenz, teils auch mit Clindamycin [1, 3]. Nitrofurantoin und Metronidazol sind selbst unwirksam und werden erst von den Erregern in die wirksame Form umgewandelt [11, 13].

Wofür die weiteren Antibiotika eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in Abschnitt 4.1 der jeweiligen Fachinformation; die Fachinformationen verweisen zudem auf die offiziellen Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika [5, 11, 12, 13]:

  • Makrolide: unter anderem Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs, ambulant erworbene Lungenentzündung, bei Erythromycin und Roxithromycin auch Keuchhusten, bei Azithromycin auch Harnröhren- und Gebärmutterhalsentzündungen durch Chlamydien [1, 3, 4]. Clarithromycin ist für Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Betalaktam-Antibiotika zugelassen oder wenn diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind [2].
  • Fluorchinolone: laut den Fachinformationen bei mehreren Infektionen nur, wenn andere üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet erachtet werden, etwa bei akuter Nebenhöhlenentzündung, Verschlechterung einer COPD oder unkomplizierter Blasenentzündung [6, 7].
  • Doxycyclin: unter anderem Infektionen der Atemwege, des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs und des Urogenitaltrakts [8].
  • Clindamycin: unter anderem Infektionen von Knochen und Gelenken, des Zahn- und Kieferbereichs, der Haut und Weichteile sowie Scharlach [9].
  • Cotrimoxazol: unter anderem Infektionen der Atemwege und der Harnwege sowie die Pneumocystis-Pneumonie [10].
  • Nitrofurantoin und Fosfomycin: akute, unkomplizierte Blasenentzündung der Frau; Nitrofurantoin zur Vorbeugung nur, wenn risikoärmere Mittel nicht einsetzbar sind [11, 12].
  • Metronidazol: unter anderem Trichomoniasis, bakterielle Vaginose, Infektionen mit Anaerobiern (Bakterien, die ohne Sauerstoff leben) und Helicobacter pylori [13].

Wirkstoffe der Gruppe

Mit geprüftem Wirkstoff-Steckbrief beschrieben sind auf dieser Website:

  • Azithromycinz. B. Azithromycin-ratiopharm, Infectoazit, UltreonBakterielle Infektionen der Atemwege, der Haut und Chlamydien-Infektionen
  • Ciprofloxacinz. B. Ciprofloxacin-ratiopharm, CiprobayBakterielle Infektionen, u. a. der Harnwege, Atemwege, Knochen und Gelenke
  • Clarithromycinz. B. Clarithromycin STADA, KlacidBakterielle Infektionen der Atemwege und der Haut, Helicobacter pylori, wenn Penicillin oder andere Beta-Lactam-Antibiotika nicht infrage kommen
  • Clindamycinz. B. Clindamycin-ratiopharm, SobelinBakterielle Infektionen, u. a. von Knochen, Zähnen und Kiefer, Haut und Atemwegen
  • Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)z. B. Cotrim forte-ratiopharm, Cotrim-ratiopharm, Cotrim K-ratiopharm, Cotrim E-ratiopharmBakterielle Infektionen von Harnwegen, Atemwegen, Darm und Geschlechtsorganen; Pneumocystis-Lungenentzündung
  • Doxycyclinz. B. Doxy-M-ratiopharm, Doxycyclin-ratiopharm SFBakterielle Infektionen, Borreliose, schwere Akne und Rosacea
  • Erythromycinz. B. InfectoMycin, ErythrocinBakterielle Infektionen, u. a. der Atemwege, Keuchhusten, Hals-Nasen-Ohren-Infektionen, schwere Akne
  • Fosfomycinz. B. Fosfuro 3000 mg, InfectoFos, Monuril 3000 mgUnkomplizierte Blasenentzündung bei Frauen und weiblichen Jugendlichen
  • Fusidinsäurez. B. Fusidinsäure-ratiopharm 20 mg/g CremeOberflächliche bakterielle Hautinfektionen, etwa Impetigo und Haarbalgentzündung (Creme)
  • Gentamicinz. B. Gentamicin-POS 5,0 mg/ml Augentropfen, Gentamicin-POS 5,0 mg/g Augensalbe, Gentamicin-ratiopharm SFBakterielle Infektionen am vorderen Auge (Augentropfen, Augensalbe)
  • Levofloxacinz. B. Levofloxacin-ratiopharm, Levofloxacin STADA, Levofloxacin-1 A PharmaBakterielle Infektionen, u. a. der Harnwege, der Prostata, der Atemwege und der Haut
  • Metronidazolz. B. Arilin, Metronidazol STADA 400 mg Tabletten, Metronidazol-ratiopharm 400 mg TablettenInfektionen durch Bakterien ohne Sauerstoffbedarf und durch bestimmte Einzeller (Tabletten)
  • Moxifloxacinz. B. Moxifloxacin-ratiopharm, Moxifloxacin AbZ, Moxifloxacin STADABakterielle Infektionen der Atemwege, der Nasennebenhöhlen und des oberen weiblichen Genitaltrakts, wenn übliche Antibiotika ungeeignet sind
  • Nitrofurantoinz. B. Furadantin, Nifurantin, NifurettenAkute unkomplizierte Blasenentzündung der Frau; als Reserve zur Vorbeugung wiederkehrender Harnwegsinfekte
  • Ofloxacinz. B. Ofloxacin-POS 3 mg/ml Augentropfen, Ofloxacin-ratiopharm 3 mg/ml Augentropfen, Ofloxacin-ratiopharm 3 mg/ml Augentropfen im EinzeldosisbehältnisBakterielle Infektionen am äußeren Auge (Augentropfen)
  • Roxithromycinz. B. Roxithromycin-ratiopharm, Roxithromycin AbZ, Roxithromycin STADABakterielle Infektionen der Atemwege, im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, der Haut sowie Entzündungen von Harnröhre, Gebärmutterhals und Scheide durch Chlamydien und Mykoplasmen

Augentropfen und Hautmittel

Gentamicin und Ofloxacin sind auf dieser Website als Augentropfen bzw. Augensalbe beschrieben, Fusidinsäure als Creme bei oberflächlichen Hautinfektionen, etwa durch Staphylokokken [14]. Die Rote-Hand-Briefe zu Fluorchinolonen betreffen systemisch und inhalativ angewendete Mittel [17, 18]. In der Schwangerschaft ist eine Anwendung von Ofloxacin am Auge laut Embryotox wegen der geringen Konzentrationen im Blut akzeptabel, eine lokale Anwendung von Gentamicin vertretbar [25, 33]. Was die Packungsbeilagen der Augenpräparate zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen, steht auf den Wirkstoffseiten zu Gentamicin und Ofloxacin. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Bei Fusidinsäure wurde über Resistenzen von Staphylococcus aureus berichtet; eine längere Anwendung auf sehr großen Hautflächen sollte laut Fachinformation vor allem bei Kindern vermieden werden, und eine längere oder wiederholte Anwendung kann das Risiko einer Kontaktallergie erhöhen [14]. Mehr unter Bindehautentzündung.

Typische Nebenwirkungen

In den Fachinformationen zum Beispiel von Azithromycin, Ciprofloxacin, Clindamycin und Cotrimoxazol sind Übelkeit und Durchfall als häufig oder sehr häufig eingestuft [1, 5, 9, 10]. Die Tabelle zeigt, wie die Produktinformationen sechs Beschwerden einstufen; bei Gentamicin, Ofloxacin und Fusidinsäure beziehen sich die Angaben überwiegend auf Augentropfen bzw. Creme. Die Kategorien erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffDurchfallÜbelkeitHautausschlagGeschmacksstörungenPilzinfektionenLichtempfindlichkeit der Haut
AzithromycinSehr häufigHäufigGelegentlichGelegentlichGelegentlichSelten
CiprofloxacinHäufigHäufigGelegentlichGelegentlichGelegentlichSelten
ClarithromycinHäufigHäufigHäufigHäufigGelegentlichnicht genannt
ClindamycinSehr häufigSehr häufigHäufigGelegentlichnicht genanntnicht genannt
Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim)HäufigHäufigHäufigHäufigSehr seltenHäufig
DoxycyclinSeltenHäufigHäufigSeltenSeltenSehr häufig
ErythromycinHäufigHäufigGelegentlichnicht genanntGelegentlichnicht genannt
FosfomycinHäufigHäufigGelegentlichnicht genanntnicht genanntnicht genannt
Fusidinsäurenicht genanntnicht genanntGelegentlichnicht genanntnicht genanntnicht genannt
Gentamicinnicht genanntnicht genanntnicht genanntnicht genanntnicht genanntnicht genannt
LevofloxacinHäufigHäufigGelegentlichGelegentlichGelegentlichNicht bekannt
MetronidazolHäufigHäufigGelegentlichHäufigGelegentlichnicht genannt
MoxifloxacinHäufigHäufigGelegentlichGelegentlichHäufigNicht bekannt
NitrofurantoinSeltenHäufigSehr häufignicht genanntNicht bekanntnicht genannt
Ofloxacinnicht genanntNicht bekanntNicht bekanntnicht genanntnicht genanntnicht genannt
RoxithromycinHäufigHäufigHäufigNicht bekanntSeltennicht genannt

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Durchfall und Darmentzündung

Bei nahezu allen Antibiotika, ausdrücklich auch bei Clindamycin und Clarithromycin, wurde laut deren Fachinformationen über Durchfälle durch Clostridioides difficile berichtet, von leichtem Durchfall bis zu einer tödlich verlaufenden Darmentzündung (Kolitis); auch für Fosfomycin nennt die Fachinformation solche Darmentzündungen, von leicht bis lebensbedrohlich [2, 9, 12]. Laut Fachinformation von Ciprofloxacin kann schwerer, anhaltender Durchfall auch einige Wochen nach der Behandlung auf eine solche Kolitis hinweisen [5]. Mehr unter Durchfall und im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Fluorchinolone: Rote-Hand-Briefe und Anwendungsbeschränkungen

Mit dem Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 informierten die Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem BfArM über die Lebensqualität beeinträchtigende, lang anhaltende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen, hauptsächlich an Bewegungsapparat und Nervensystem [16]. Fluorchinolone sollen danach unter anderem nicht bei nicht schweren oder selbstlimitierenden Infektionen wie Rachen- und Mandelentzündung oder akuter Bronchitis, nicht zur Vorbeugung von Reisedurchfall und nicht nach früheren schwerwiegenden Nebenwirkungen verordnet werden [16]. Der Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnert daran; diese Nebenwirkungen sind danach sehr selten, können über Monate oder Jahre anhalten und umfassen unter anderem Sehnenentzündungen und -risse, Gelenk- und Gliederschmerzen, Nervenschäden mit Missempfindungen, Depressionen, Gedächtnisstörungen sowie Störungen von Hören, Sehen, Schmecken und Riechen [18].

Sehnenschäden, vor allem an der Achillessehne, können innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn, aber auch noch Monate nach dem Ende auftreten; bei älteren Menschen, bei eingeschränkter Nierenfunktion, nach Organtransplantation und unter Kortikosteroiden kann das Risiko erhöht sein [16, 18]. Der Rote-Hand-Brief vom 26. Oktober 2018 betrifft ein erhöhtes Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen (Aussackung bzw. Einriss der Hauptschlagader), insbesondere bei älteren Menschen, der vom 29. Oktober 2020 ein Risiko für undichte Herzklappen (Herzklappenregurgitation) [15, 17]. Eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG nennen die Fachinformationen von Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin als Nebenwirkung [5, 6, 7]. Laut Fachinformation von Ciprofloxacin wurden wie bei allen Chinolonen Blutzuckerentgleisungen berichtet, und Ciprofloxacin kann psychiatrische Reaktionen und Krampfanfälle auslösen sowie eine Myasthenia gravis verschlimmern [5]. Mehr unter Sehnenentzündung und Sehnenriss, Kribbeln und Taubheitsgefühl und Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Makrolide: Herzrhythmus und weitere Hinweise

Unter Makroliden einschließlich Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin und Roxithromycin wurden Verlängerungen des QT-Intervalls beobachtet, mit einem Risiko für Herzrhythmusstörungen und Torsade de pointes [1, 2, 3, 4]. Einige Beobachtungsstudien fanden laut den Fachinformationen von Clarithromycin und Erythromycin ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Rhythmusstörungen, Herzinfarkt und Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter Makroliden [2, 3]. Wie bei anderen Makroliden kann sich unter Roxithromycin eine Myasthenia gravis verschlimmern [4]. Eine Kreuzallergie zwischen Makroliden ist möglich; eine Überempfindlichkeit gegen andere Makrolide ist bei allen vier Wirkstoffen eine Gegenanzeige [1, 2, 3, 4]. Eine Einnahme durch die Mutter innerhalb von 10 Wochen vor der Entbindung kann laut Fachinformation von Erythromycin mit einem höheren Risiko für eine Verengung des Magenausgangs beim Säugling (infantile hypertrophe Pylorusstenose) verbunden sein [3]. Mehr unter QT-Verlängerung.

Doxycyclin: Licht, Speiseröhre und Zähne

Unter Doxycyclin kann es bei Sonnenbestrahlung zu phototoxischen Hautreaktionen kommen, selten auch an den Nägeln; Sonnenbaden im Freien oder im Solarium sollte vermieden werden [8]. Unter Tetracyclinen wurde über Entzündungen und Geschwüre der Speiseröhre berichtet, meist nach Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen oder mit zu wenig Flüssigkeit [8]. Während der Zahnentwicklung (in der zweiten Schwangerschaftshälfte, im Säuglingsalter und bis zum Alter von 8 Jahren) können Tetracycline bleibende Zahnverfärbungen verursachen; Kinder unter 8 Jahren sind laut Fachinformation bis auf Ausnahmen eine Gegenanzeige [8]. Innerhalb der Tetracycline besteht eine vollständige Kreuzallergie [8]. Mehr unter Lichtempfindlichkeit der Haut und Zahnschäden.

Cotrimoxazol, Nitrofurantoin, Fosfomycin, Metronidazol und Clindamycin

Cotrimoxazol: Berichtet wurden lebensbedrohliche Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse; grippeartige Beschwerden, Halsentzündung oder Fieber können Zeichen einer Blutbildveränderung sein [10]. Der Kaliumspiegel kann steigen, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion oder zusammen mit kaliumerhöhenden Mitteln wie Spironolacton; außerdem ist eine Photosensibilisierung möglich [10].

Nitrofurantoin: Beobachtet wurden Reaktionen der Lunge bis hin zu tödlichen Lungenfibrosen, deren Häufigkeit und Schwere mit der Dauer der Anwendung zunehmen, sowie seltene Leberreaktionen und Nervenschäden (Polyneuropathien) [11]. Bei Atemnot, Husten und Fieber ist die Therapie laut Fachinformation sofort abzubrechen [11].

Fosfomycin: Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren setzte das BfArM mit Bescheid vom 29. Juni 2020 Anwendungsbeschränkungen um: Fosfomycin zum Einnehmen kann weiterhin bei unkomplizierter Blasenentzündung von Frauen und weiblichen Jugendlichen eingesetzt werden, Fosfomycin in die Vene nur bei bestimmten schweren Infektionen, wenn andere Antibiotika ungeeignet sind [19].

Metronidazol: Während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach soll kein Alkohol getrunken werden, weil eine Unverträglichkeitsreaktion mit Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel möglich ist [13]. Berichtet wurden schwere Hautreaktionen; bei Menschen mit Cockayne-Syndrom kam es zu schwerer Leberschädigung [13]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Clindamycin: Neben Durchfall nennt die Fachinformation schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich schwerer Hautreaktionen; eine Kreuzallergie mit Penicillin ist nicht bekannt, in Einzelfällen wurde aber über eine Anaphylaxie bei bestehender Penicillin-Allergie berichtet [9].

Wichtige Wechselwirkungen

Frau Anfang sechzig mit Sonnenhut sitzt im Schatten eines Baumes in einem Garten
Bild: KI-generiert

Die folgenden Wechselwirkungen nennen die Fachinformationen, teils ausdrücklich für Makrolide, Tetracycline oder Fluorchinolone allgemein [4, 5, 8]:

Wichtige Wechselwirkungen der weiteren Antibiotika (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Mittel mit Calcium, Magnesium, Aluminium, Eisen oder Zink, Antazida, Milch und MilchprodukteCiprofloxacin und Doxycyclin werden schlechter aufgenommen; bei Ciprofloxacin gilt das für Milchprodukte und mit Mineralstoffen angereicherte Getränke, wenn sie allein und nicht zu einer Mahlzeit eingenommen werden [5, 8]
Andere Mittel, die das QT-Intervall verlängern, z. B. Antiarrhythmika, trizyklische Antidepressiva, AntipsychotikaHöheres Risiko für Herzrhythmusstörungen unter Fluorchinolonen und Makroliden [1, 5]
Mutterkornalkaloide wie ErgotaminMit Makroliden Gefahr starker Gefäßverengungen (Ergotismus); bei Clarithromycin, Erythromycin und Roxithromycin eine Gegenanzeige [1, 2, 3, 4]
Simvastatin, Lovastatin, ColchicinMit Clarithromycin höhere Spiegel; laut Fachinformation ist Clarithromycin zusammen mit Simvastatin, Lovastatin oder Colchicin kontraindiziert, bei den beiden Statinen wegen eines erhöhten Risikos für Muskelschäden einschließlich Rhabdomyolyse, bei Colchicin wegen berichteter Colchicin-Vergiftungen [2]
KortikosteroideUnter Fluorchinolonen kann das Risiko für Sehnenentzündung und -riss erhöht sein; die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden [16]
Theophyllin, Tizanidin, Clozapin, DuloxetinCiprofloxacin hemmt das Leberenzym CYP1A2 und kann deren Spiegel erhöhen; mit Tizanidin kontraindiziert [5]
AlkoholUnter Metronidazol und mindestens 48 Stunden danach Unverträglichkeitsreaktion möglich [13]
Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon, Tabletten gegen Diabetes, MethotrexatDoxycyclin kann die Gerinnungszeit verlängern, die Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärken und die Giftigkeit von Methotrexat erhöhen; unter Fluorchinolonen wurden Blutzuckerentgleisungen berichtet, die Kombination von Ciprofloxacin mit Methotrexat wird nicht empfohlen [5, 8]
Isotretinoin und andere RetinoideBeide können in seltenen Fällen eine Drucksteigerung im Schädel (Pseudotumor cerebri) bewirken; kurz vor, während und nach einer Aknebehandlung mit Isotretinoin oder anderen Retinoiden ist laut Fachinformation von einer Behandlung mit Doxycyclin abzusehen [8]
Spironolacton und andere Mittel, die Kalium erhöhenMit Cotrimoxazol schwere Hyperkaliämie möglich [10]

Die Liste ist nicht vollständig; auch Mineralstoffpräparate mit Calcium, Magnesium, Eisen oder Zink können beteiligt sein [5, 8]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen. Grundlagen erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen; zur Verhütung siehe Pille und Antibiotika.

Wann die weiteren Antibiotika nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff ist laut den Fachinformationen eine Gegenanzeige, bei mehreren Wirkstoffen auch gegen verwandte Wirkstoffe derselben Klasse, etwa gegen andere Makrolide, andere Chinolone, andere Tetracycline, andere 5-Nitroimidazole oder bei Clindamycin gegen Lincomycin [1, 5, 8, 9, 13]. Darüber hinaus nennen die Fachinformationen zum Beispiel:

  • Fluorchinolone: Nach früheren schwerwiegenden Nebenwirkungen unter einem Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum sollen sie laut Rote-Hand-Briefen nicht verordnet werden [16, 18]. Sehnenbeschwerden nach einer früheren Chinolon-Behandlung sowie Schwangerschaft und Stillzeit sind laut den Fachinformationen von Levofloxacin und Moxifloxacin Gegenanzeigen, bei Levofloxacin auch eine Epilepsie; Ciprofloxacin sollte bei solchen Sehnenbeschwerden laut Fachinformation generell nicht angewendet werden [5, 6, 7]. Bei Myasthenia gravis raten die Fachinformationen zur Vorsicht, Levofloxacin wird dann nicht empfohlen; bei Risikofaktoren für Aortenaneurysmen oder Herzklappenerkrankungen, etwa Marfan-Syndrom oder Bluthochdruck, sollten Fluorchinolone laut Rote-Hand-Briefen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden [5, 6, 7, 15, 17].
  • Makrolide: bei Clarithromycin eine bekannte QT-Verlängerung oder Herzrhythmusstörungen, bei Erythromycin unter anderem eine schwere Leberinsuffizienz [2, 3].
  • Doxycyclin: schwere Leberfunktionsstörungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Kinder unter 8 Jahren [8].
  • Cotrimoxazol: unter anderem schwere Hautreaktionen in der Vorgeschichte, krankhafte Blutbildveränderungen, Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel und hochgradige Niereninsuffizienz [10].
  • Nitrofurantoin: unter anderem eine eingeschränkte Nierenfunktion, krankhafte Leberwerte, Polyneuropathien, das letzte Schwangerschaftsdrittel sowie Frühgeborene und Säuglinge bis zum 3. Lebensmonat [11].

Vorsicht bei Myasthenia gravis gilt laut den Fachinformationen auch für Doxycyclin und Clindamycin [8, 9]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr unter Niereninsuffizienz.

Schwangerschaft und Stillzeit

Zu den Makroliden insgesamt liegen laut Embryotox Daten zu über 26.000 Schwangerschaften vor; Azithromycin, Clarithromycin und Roxithromycin können danach bei entsprechender Indikation in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden, Erythromycin ebenfalls, wobei wegen einer möglichen Leberschädigung der Mutter durch Erythromycinestolat andere Erythromycin-Salze bevorzugt werden sollten [20, 21, 22, 23]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ciprofloxacin ist laut Embryotox ein Antibiotikum der 2. Wahl, Levofloxacin, Moxifloxacin und Ofloxacin sind Reservemittel [24, 25, 26, 27]. Die Fachinformationen von Levofloxacin und Moxifloxacin nennen die Schwangerschaft als Gegenanzeige, laut Fachinformation von Ciprofloxacin sollte es in der Schwangerschaft vermieden werden [5, 6, 7]. Doxycyclin ist laut Embryotox im ersten Schwangerschaftsdrittel ein Mittel der 2. Wahl, nach dem ersten Drittel, spätestens ab der 16. Schwangerschaftswoche, sind Tetracycline wegen möglicher Auswirkungen auf Zähne und Knochen kontraindiziert; die Fachinformation nennt die Schwangerschaft insgesamt als Gegenanzeige [8, 28].

Clindamycin und Nitrofurantoin sind laut Embryotox Antibiotika der 2. Wahl, Nitrofurantoin am Ende der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden [29, 31]. Cotrimoxazol ist im ersten Drittel ein Reserveantibiotikum; ist eine Behandlung im ersten Drittel unumgänglich, sollte auf eine ausreichende Folsäureversorgung geachtet werden [30]. Die orale Einmalgabe von Fosfomycin bei unkomplizierten Harnwegsinfekten ist laut Embryotox möglich, Metronidazol kann bei kritisch geprüfter Indikation in der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden [32, 34]. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox bei den meisten dieser Wirkstoffe Penicilline und Cephalosporine, gegebenenfalls Makrolide, bei Nitrofurantoin und Fosfomycin auch Pivmecillinam [20, 24, 28, 31, 32]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit: Makrolide können laut Embryotox in der Stillzeit indikationsgerecht eingesetzt werden; nach einer oralen Einmalgabe von Fosfomycin darf uneingeschränkt gestillt werden [20, 32]. Bei Fluorchinolonen, Doxycyclin, Clindamycin, Cotrimoxazol, Nitrofurantoin und Gentamicin sind laut Embryotox Penicilline, Cephalosporine und Makrolide bzw. Pivmecillinam zu bevorzugen; falls erforderlich (bei Levofloxacin und Nitrofurantoin: zwingend erforderlich), kann laut Embryotox auch unter diesen Mitteln gestillt werden, bei Moxifloxacin nur, wenn keine besser untersuchten Alternativen in Frage kommen [24, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 33]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Fachinformationen von Doxycyclin, Levofloxacin und Moxifloxacin nennen die Stillzeit dagegen als Gegenanzeige; laut Fachinformation sollte Ciprofloxacin in der Stillzeit nicht eingenommen werden, Clindamycin soll von stillenden Müttern nicht eingenommen werden und Nitrofurantoin nur, wenn es aus klinischer Sicht eindeutig erforderlich ist [5, 6, 7, 8, 9, 11]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Laut den Fachinformationen werden die Mittel bei schweren Überempfindlichkeits- oder Hautreaktionen sofort abgesetzt [5, 8, 13]. Bei Fluorchinolonen sollen Behandelte laut Rote-Hand-Brief von 2019 bei den ersten Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung, etwa Sehnenentzündung, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Nervenschäden oder Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems, die Behandlung beenden und sich ärztlich beraten lassen [16]. Sonst gilt: Nehmen Sie das Antibiotikum so lange ein, wie es verordnet wurde, und setzen Sie es nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu Penicillinen und Cephalosporinen

Die Antibiotika auf dieser Seite gehören nicht zu den Penicillinen und Cephalosporinen. Laut ihren Fachinformationen setzen die meisten an den Ribosomen oder an der Erbsubstanz an, Fosfomycin dagegen an der ersten Stufe des Zellwandaufbaus [1, 5, 8, 12]. Clarithromycin und Roxithromycin sind bei einigen Infektionen ausdrücklich für Menschen zugelassen, die Betalaktam-Antibiotika nicht vertragen, und Clindamycin ist laut Fachinformation unter Umständen eine Alternative bei Penicillin-Allergie [2, 4, 9]. Mehr auf der Seite Penicilline und Cephalosporine.

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Azithromycin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA® 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation InfectoMycin 200 Saft / 400 Saft / 600 Saft (Erythromycin als Estolat). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Roxithromycin-ratiopharm® 150 mg / 300 mg Filmtabletten (Version 6). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Ciprofloxacin-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Levofloxacin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten (Version 19). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Moxifloxacin-ratiopharm® 400 mg Filmtabletten (Version 15). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm® 100 mg / 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Clindamycin-ratiopharm® 300 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Cotrim-ratiopharm 400 mg/80 mg Tabletten / Cotrim forte-ratiopharm 800 mg/160 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Nifurantin® 100 mg Tabletten. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Fosfuro® 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Metronidazol-ratiopharm® 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Fusidinsäure-ratiopharm® 20 mg/g Creme. ratiopharm GmbH. Stand 12/2019. abgerufen am 12.10.2026
  15. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone, Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 26.10.2018. abgerufen am 12.10.2026
  16. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika, Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen; Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 12.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone, Risiko einer Herzklappenregurgitation/-insuffizienz. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 29.10.2020. abgerufen am 12.10.2026
  18. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete fluorchinolonhaltige Antibiotika, Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 12.10.2026
  19. Behörde Fosfomycin: Empfehlungen zur Anwendungseinschränkung (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 29.06.2020). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.04.2022. abgerufen am 12.10.2026
  20. Embryotox Embryotox: Azithromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  21. Embryotox Embryotox: Clarithromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  22. Embryotox Embryotox: Erythromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  23. Embryotox Embryotox: Roxithromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  24. Embryotox Embryotox: Ciprofloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  25. Embryotox Embryotox: Ofloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  26. Embryotox Embryotox: Levofloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  27. Embryotox Embryotox: Moxifloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  28. Embryotox Embryotox: Doxycyclin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  29. Embryotox Embryotox: Clindamycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  30. Embryotox Embryotox: Co-trimoxazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  31. Embryotox Embryotox: Nitrofurantoin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  32. Embryotox Embryotox: Fosfomycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  33. Embryotox Embryotox: Gentamicin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  34. Embryotox Embryotox: Metronidazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Penicillinen und den weiteren Antibiotika?

Penicilline und Cephalosporine gehören zu den Betalaktam-Antibiotika, die Klassen auf dieser Seite nicht. Laut ihren Fachinformationen hemmen Makrolide, Tetracycline und Clindamycin die Eiweißbildung der Bakterien an den Ribosomen, Fluorchinolone hemmen Enzyme, die Bakterien für ihre Erbsubstanz brauchen, und Cotrimoxazol greift in den Folsäurestoffwechsel ein. Clarithromycin ist zum Beispiel für Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Betalaktam-Antibiotika zugelassen oder wenn diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind. Mehr dazu auf der Seite Penicilline und Cephalosporine.

Warum gibt es Rote-Hand-Briefe zu Fluorchinolonen?

Die Zulassungsinhaber informierten in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und dem BfArM am 26. Oktober 2018 über ein Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen, am 8. April 2019 über lang anhaltende, möglicherweise irreversible Nebenwirkungen vor allem an Bewegungsapparat und Nervensystem mit Anwendungsbeschränkungen, am 29. Oktober 2020 über ein Risiko für undichte Herzklappen und am 7. Juni 2023 erneut über die Anwendungsbeschränkungen. Laut dem Brief von 2023 sind die lang anhaltenden, möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen sehr selten.

Was tun bei Sehnenschmerzen unter Ciprofloxacin oder Levofloxacin?

Sehnenentzündungen und Sehnenrisse, besonders der Achillessehne, können laut den Fachinformationen schon in den ersten 48 Stunden, aber auch noch Monate nach der Behandlung auftreten. Laut Rote-Hand-Brief von 2019 sollen Behandelte bei den ersten Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung wie einer Sehnenentzündung die Behandlung beenden und sich an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden. Holen Sie in diesem Fall sofort ärztlichen Rat ein.

Darf ich während einer Antibiotika-Behandlung Alkohol trinken?

Bei Metronidazol nicht: Laut Fachinformation sollen Behandelte während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach keinen Alkohol trinken, weil eine Unverträglichkeitsreaktion mit Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel möglich ist. Für andere Wirkstoffe stehen die Hinweise auf der jeweiligen Wirkstoffseite; mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Warum soll ich Doxycyclin nicht mit Milch einnehmen?

Calcium aus Milch und Milchprodukten sowie Aluminium, Magnesium, Eisen oder Zink können laut Fachinformation die Aufnahme von Doxycyclin aus dem Darm verringern. Die Fachinformation sieht vor, die Tablette mit einem Glas Wasser, nicht mit Milch, und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen einzunehmen, um Geschwüre der Speiseröhre zu vermeiden.

Darf ich in der Schwangerschaft Makrolide oder Fluorchinolone nehmen?

Makrolide wie Azithromycin, Clarithromycin oder Roxithromycin können laut Embryotox bei entsprechender Indikation in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden. Ciprofloxacin ist laut Embryotox ein Antibiotikum der 2. Wahl, Levofloxacin, Moxifloxacin und Ofloxacin sind Reservemittel. Die Fachinformationen von Levofloxacin und Moxifloxacin nennen die Schwangerschaft als Gegenanzeige, laut Fachinformation von Ciprofloxacin sollte es in der Schwangerschaft vermieden werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Penicilline und Cephalosporine, bei Fluorchinolonen gegebenenfalls auch Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Machen Antibiotika die Haut lichtempfindlich?

Manche ja. Laut den Fachinformationen kann es unter Doxycyclin bei Sonnenbestrahlung zu phototoxischen Hautreaktionen kommen, auch Ciprofloxacin und Cotrimoxazol können die Haut lichtempfindlich machen. Sonnenbaden im Freien oder im Solarium sollte unter Doxycyclin vermieden werden. Mehr unter Lichtempfindlichkeit der Haut.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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