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Isotretinoin: Nebenwirkungen und Wirkung

Isotretinoin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Retinoide, der als Kapsel gegen schwere Akne eingenommen wird, wenn andere Behandlungen nicht geholfen haben. Sehr häufig trocknen Haut, Lippen und Augen aus; Muskel- und Gelenkschmerzen sowie veränderte Blutfettwerte sind ebenfalls sehr häufig. Isotretinoin kann ein ungeborenes Kind schwer schädigen: Frauen, die schwanger werden können, nehmen es nur im Rahmen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms mit zuverlässiger Verhütung und regelmäßigen Schwangerschaftstests ein.

Junge Frau Anfang zwanzig trägt in einem hellen Badezimmer behutsam Feuchtigkeitscreme auf ihre Wange auf
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Trockene Haut, besonders an Lippen und Gesicht; Hautentzündung, rissige und entzündete Lippen, Ausschlag, leichter Juckreiz und leichtes Abschälen der Haut[1, 2]
  • Sehr häufig: Haut wird empfindlicher und röter als sonst, besonders im Gesicht; laut Fachinformation erhöhte Verletzlichkeit der Haut (Risiko von Schürfwunden)[1, 2]
  • Sehr häufig: Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]
  • Sehr häufig: Entzündung der Augen (Bindehautentzündung) und der Augenlider, trockene und gereizte Augen[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Leberenzymwerte (im Bluttest festgestellt)[1, 2]
  • Sehr häufig: Veränderte Blutfettwerte: erhöhte Triglyzeride, vermindertes HDL-Cholesterin[1, 2]
  • Sehr häufig: Blutergüsse, Blutungen oder schnellere Blutgerinnung, wenn die Blutplättchen betroffen sind (Thrombozytopenie, Thrombozytose)[1, 2]
  • Sehr häufig: Blutarmut (Anämie) mit Schwäche, Schwindel und blasser Haut, wenn die roten Blutkörperchen betroffen sind; laut Fachinformation auch erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Cholesterinspiegel im Blut[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Blutzuckerspiegel[1, 2]
  • Häufig: Eiweiß oder Blut im Urin (Proteinurie, Hämaturie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, wenn die weißen Blutkörperchen betroffen sind (Neutropenie)[1, 2]
  • Häufig: Austrocknung und Verkrustung der Nasenschleimhäute mit leichtem Nasenbluten[1, 2]
  • Häufig: Wunder oder entzündeter Nasen-Rachen-Raum (Nasopharyngitis)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Isotretinoin eingesetzt?

Isotretinoin ist ein Wirkstoff, der mit Vitamin A verwandt ist und zu den Retinoiden gehört [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Isotretinoin-ratiopharm Weichkapseln mit 10 mg und 20 mg. Sie werden bei Erwachsenen und Jugendlichen gegen schwere Formen der Akne eingenommen (etwa Akne mit Knotenbildung, Acne conglobata oder Akne mit Gefahr dauerhafter Narben), wenn andere Behandlungen wie Antibiotika und Behandlungen der Haut keine Besserung gebracht haben [1, 2]. Die Behandlung muss von einer Hautärztin oder einem Hautarzt überwacht werden [1]. Bei Akne vor der Pubertät und bei Kindern unter 12 Jahren sollte Isotretinoin nicht angewendet werden [1, 2].

Isotretinoin gibt es auch in Zubereitungen zum Auftragen auf die Haut, die eigene Packungsbeilagen haben [3]. Laut einem Rote-Hand-Brief von 2019 gelangt nach dem Auftragen nur eine vernachlässigbare Menge in den Körper; als Vorsichtsmaßnahme dürfen Retinoide zum Auftragen dennoch in der Schwangerschaft und bei geplanter Schwangerschaft nicht angewendet werden [4]. Alle weiteren Angaben auf dieser Seite gelten für die Kapseln zum Einnehmen.

Wie wirkt Isotretinoin?

Wie Isotretinoin genau wirkt, ist laut Fachinformation nicht in allen Einzelheiten geklärt. Die Besserung schwerer Akne geht damit einher, dass weniger Talg gebildet wird und die Talgdrüsen kleiner werden; außerdem wirkt der Wirkstoff in der Haut entzündungshemmend [2]. Isotretinoin bremst die Vermehrung der Zellen in den Talgdrüsen. Weil Talg ein wichtiger Nährboden für Aknebakterien ist, werden die Ausführungsgänge der Talgdrüsen mit weniger Talg auch weniger mit diesen Bakterien besiedelt [2].

Mit einer Mahlzeit eingenommen, gelangt doppelt so viel Wirkstoff in den Körper wie auf nüchternen Magen. Die Halbwertszeit beträgt im Mittel 19 Stunden, die des wichtigsten Abbauprodukts 29 Stunden. Etwa 2 Wochen nach Behandlungsende sind wieder die körpereigenen Retinoidwerte erreicht [2]. Die Akne kann sich bis zu 8 Wochen nach Behandlungsende weiter bessern [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Einige Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab. Sie klingen im Allgemeinen nach einer Dosisänderung oder nach Behandlungsende ab, manche können aber auch danach bestehen bleiben [1, 2]. Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation trockene Haut und trockene Schleimhäute, etwa an den Lippen, in der Nase mit Nasenbluten und an den Augen mit Bindehautentzündung [2]. Mehr zu Blutfetten lesen Sie unter Erhöhte Blutfette.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HautTrockene Haut, besonders an Lippen und Gesicht; Hautentzündung, rissige und entzündete Lippen, Ausschlag, leichter Juckreiz und leichtes Abschälen der Haut[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • HautHaut wird empfindlicher und röter als sonst, besonders im Gesicht; laut Fachinformation erhöhte Verletzlichkeit der Haut (Risiko von Schürfwunden)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]Mehr dazu: RückenschmerzenMuskelschmerzenGelenkschmerzen
  • AugenEntzündung der Augen (Bindehautentzündung) und der Augenlider, trockene und gereizte Augen[1, 2]
  • Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte (im Bluttest festgestellt)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Laborwerte und UntersuchungenVeränderte Blutfettwerte: erhöhte Triglyzeride, vermindertes HDL-Cholesterin[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Blut und LymphsystemBlutergüsse, Blutungen oder schnellere Blutgerinnung, wenn die Blutplättchen betroffen sind (Thrombozytopenie, Thrombozytose)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
  • Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie) mit Schwäche, Schwindel und blasser Haut, wenn die roten Blutkörperchen betroffen sind; laut Fachinformation auch erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsSchwäche (Asthenie)Schwindel

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • PsycheGedanken oder Wunsch, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen (Selbstmordgedanken), Selbstmordversuch, Selbstmord; Betroffene müssen nicht depressiv erscheinen[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • PsycheUngewöhnliches Verhalten (Verhaltensauffälligkeiten)[1, 2]
  • PsycheAnzeichen einer Psychose: Verlust des Bezugs zur Realität, z. B. Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht da sind[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • AtemwegePlötzliches Engegefühl in der Brust mit Kurzatmigkeit und Keuchen (Bronchospasmus), insbesondere bei Asthma[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Leber und GalleGelbfärbung der Haut oder Augen und Müdigkeitsgefühl als mögliche Anzeichen einer Leberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteMüdigkeit
  • Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten beim Wasserlassen, geschwollene Augenlider, Gefühl übermäßiger Müdigkeit als mögliche Anzeichen einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis)[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenProbleme beim WasserlassenMüdigkeit
  • NervensystemAnhaltende Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen wie verschwommenem Sehen als mögliche Anzeichen einer Erhöhung des Schädelinnendrucks (benigne intrakranielle Hypertension), insbesondere zusammen mit Tetrazyklinen[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenÜbelkeitErbrechenSehstörungen
  • Magen und DarmStarke Bauchschmerzen im Oberbauch, mit oder ohne schweren blutigen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen als mögliche Anzeichen ernsthafter Darmerkrankungen; laut Fachinformation entzündliche Darmerkrankung, Kolitis, Ileitis, Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Magen-Darm-Blutungen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenDurchfallÜbelkeitErbrechenMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • AugenVerschwommenes Sehen; schlechteres Sehen in der Nacht; Verschlechterung von Farbenblindheit und Farbensehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenErhöhte Lichtempfindlichkeit der Augen (Photophobie)[1, 2]
  • AugenAndere Augenprobleme wie verzerrtes Sehen, Trübung der Hornhaut oder Linse (Hornhauttrübung, Katarakt), Unverträglichkeit von Kontaktlinsen, Hornhautentzündung (Keratitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Stoffwechsel und ErnährungÜbermäßiges Durstgefühl und häufiges Bedürfnis, Wasser zu lassen, als mögliche Anzeichen für Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerHäufiges Wasserlassen
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Harnsäurewerte im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • HautVerschlimmerung der Akne in den ersten Wochen; laut Fachinformation auch schwere Akneschübe (Akne fulminans)[1, 2]Mehr dazu: Akne
  • HautEntzündete, geschwollene und dunklere Haut, besonders im Gesicht; Hautausschlag (Exanthem), Verfärbung der Haut, rote erhabene Beulen, die leicht bluten (pyogenes Granulom)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagPigmentstörungen der Haut
  • HautÜbermäßiges Schwitzen oder Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenJuckreiz
  • HautErhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautNagelfalzentzündung, Nagelveränderungen[1, 2]
  • HautVermehrte Körperbehaarung, Haarerkrankungen[1, 2]
  • HautVerdickte Narbenbildung nach Operationen[1]Mehr dazu: Wundheilungsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenSchwellungen, Absonderung, Eiter (laut Fachinformation vermehrte Bildung von Granulationsgewebe)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Unwohlsein[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkentzündung (Arthritis), Knochenerkrankungen mit verzögertem oder zusätzlichem Wachstum und Veränderungen der Knochendichte; das Knochenwachstum kann zum Stillstand kommen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenKnochenschwund und Knochenbrüche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeKalkablagerungen im Weichteilgewebe, Sehnenentzündung, hohe Werte von Muskelzerfallsprodukten im Blut bei intensiver körperlicher Betätigung[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und SehnenrissVeränderte Laborwerte
  • NervensystemKrämpfe, Benommenheit, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleMüdigkeitSchwindel
  • Blut und LymphsystemLymphknotenschwellung[1, 2]
  • AtemwegeTrockenheit des Rachenraums, Heiserkeit[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtVerschlechterung des Hörens[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • InfektionenBakterielle Infektionen; laut Fachinformation von Haut und Schleimhaut mit grampositiven Bakterien[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße (Vaskulitis), manchmal mit Blutergüssen und roten Flecken[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautSchwere Hautreaktionen (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse): anfangs rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte; Entzündung der Augen, offene schmerzende Stellen in Mund, Hals, Nase oder an den Genitalien; sehr schwere Formen können zu einer großflächigen Ablösung der Haut führen; oft gehen Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen voraus[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautGroßflächiger roter, schuppender Ausschlag mit tastbaren Knötchen unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber, üblicherweise zu Beginn der Behandlung (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • Muskeln, Knochen und GelenkeZerfall des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse) mit möglicherweise lebensbedrohlicher Muskelschwäche, Bewegungsschwierigkeiten der Arme und Beine, schmerzenden, geschwollenen, blutunterlaufenen Körperbereichen, dunklem Urin, verringerter Harnausscheidung oder Harnverhalt, Verwirrtheit und Austrocknung; kann zu Nierenversagen führen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenVerwirrtheitNierenfunktionsstörungen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeEntzündliche Rückenschmerzen mit Schmerzen im Gesäß und im unteren Rücken (Sakroiliitis)[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
  • Magen und DarmKleiner Riss in der Schleimhaut des Afters (Analfissur)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeDunkler Urin oder Urin in der Farbe von Cola[1]Mehr dazu: Urinverfärbung
  • Nieren und HarnwegeEntzündung der Harnröhre (Urethritis)[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustSchwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten; schwächere Libido[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenWeniger Lust auf Sex
  • Geschlechtsorgane und BrustBrustschwellung bei Männern mit oder ohne Druckempfindlichkeit (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Geschlechtsorgane und BrustScheidentrockenheit[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Psychische Veränderungen: Laut Packungsbeilage bemerken Sie manche Veränderungen Ihrer Stimmung und Ihres Verhaltens womöglich selbst nicht. Erzählen Sie deshalb Familie und Freunden, dass Sie Isotretinoin einnehmen; sie können Veränderungen bemerken und Ihnen helfen, Probleme rasch zu erkennen [1]. Ordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Absetzen an, reicht das möglicherweise nicht aus, um die Probleme zu beenden; dann kann weitere Hilfe nötig sein [1]. Laut Fachinformation sind alle Behandelten auf Anzeichen einer Depression zu überwachen, mit besonderer Vorsicht bei einer Depression in der Vorgeschichte [2]. Mehr dazu unter Depressive Verstimmung.

Haut: Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom können lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen. Nach einer solchen Reaktion darf Isotretinoin laut Fachinformation nie wieder eingenommen werden [2]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Junge Frau mit Sonnenhut und Sonnenbrille sitzt entspannt im Schatten eines Baumes in einem Park
Bild: KI-generiert

Trockene Haut und Lippen: Verwenden Sie von Beginn der Behandlung an eine Feuchtigkeitssalbe oder -creme und einen Lippenbalsam. Schälende oder andere Aknemittel zum Auftragen sollten Sie meiden, um Reizungen vorzubeugen [1, 2].

Sonne und Kosmetik: Meiden Sie intensive Sonne, UV-Lampen und Solarium und verwenden Sie Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 [1, 2]. Wachsenthaarung, Dermabrasion und Laserbehandlungen der Haut sollten Sie während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach nicht durchführen lassen, weil sie Narben, Reizungen oder selten Veränderungen der Hautfarbe verursachen können [1]. Mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit der Haut.

Augen: Bei trockenen Augen kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine befeuchtende Augensalbe oder Tränenersatz empfehlen; bei einer Unverträglichkeit von Kontaktlinsen kann eine Brille nötig werden. Fragen Sie in der Apotheke nach passenden Augentropfen [1]. Melden Sie Sehstörungen; laut Fachinformation sollten Betroffene augenärztlich untersucht werden [1, 2].

Muskeln und Gelenke: Schränken Sie intensive körperliche Aktivität ein, um Knochen- und Muskelbeschwerden nicht zu verschlimmern [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, auch pflanzliche und rezeptfreie [1]. Nehmen Sie während der Behandlung keine Vitamin-A-haltigen Präparate und keine Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline ein: Zusammen mit Tetrazyklinen wurde über einen erhöhten Druck im Schädel berichtet [1, 2]. Feuchtigkeitscremes und rückfettende Hautpflege dürfen Sie verwenden [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Isotretinoin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Tetrazykline (Antibiotika)Erhöhung des Schädelinnendrucks (benigne intrakranielle Hypertension) berichtet[1, 2]Gleichzeitige Anwendung nicht erlaubt
Vitamin-A-haltige PräparateGefahr einer Vitamin-A-Überdosierung (Hypervitaminose A)[1, 2]Nicht gleichzeitig einnehmen
Akne-Mittel zur Anwendung auf der Haut, vor allem schälende oder hornhautauflösende PräparateMehr örtliche Hautreizungen[1, 2]Nicht gleichzeitig anwenden; Feuchtigkeitscremes und Hautpflege sind möglich

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Isotretinoin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor Beginn noch einmal mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Leber- und Blutfettwerte werden vor, während und nach der Behandlung kontrolliert [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden können, wenn nicht alle Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt sind[1, 2]
  • Allergie gegen Isotretinoin, Soja, Erdnuss, den Farbstoff Ponceau 4R (E 124) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Lebererkrankung (laut Fachinformation Leberinsuffizienz)[1, 2]
  • Stark erhöhte Blutfettwerte (z. B. Cholesterin oder Triglyzeride)[1, 2]
  • Sehr hohe Vitamin-A-Werte (Hypervitaminose A)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Tetrazyklinen (bestimmte Antibiotika)[1, 2]
  • Früherer schwerer Hautausschlag, Hautablösung, Blasen oder schmerzhafte Veränderungen in Mund, Rachen oder Genitalbereich nach Einnahme von Isotretinoin[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte, etwa Depression, Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Gedanken an Selbstverletzung oder Selbstmord oder eine Psychose, und Medikamente gegen solche Erkrankungen: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; Familie und Freunde informieren, damit sie Veränderungen bemerken können[1, 2]
  • Leberwerte und Blutfettwerte werden vor, während und nach der Behandlung kontrolliert; laut Fachinformation vor Beginn, nach 1 Monat und danach alle 3 Monate[1, 2]
  • Diabetes, Übergewicht, Alkoholabhängigkeit oder bereits hohe Blutfettwerte: Möglicherweise sind häufigere Bluttests nötig[1, 2]
  • Nierenprobleme: Die Ärztin oder der Arzt beginnt möglicherweise mit einer geringeren Dosis[1, 2]
  • Intensive körperliche Aktivität: einschränken, weil Muskel- und Gelenkschmerzen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, und Muskelschäden auftreten können[1, 2]
  • Augen: Trockene Augen, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen und schlechteres Sehen in der Nacht sind möglich, auch plötzlich; trockene Augen haben in einigen Fällen nach Behandlungsende angehalten, schlechteres Sehen in der Nacht in seltenen Fällen ebenfalls[1, 2]
  • Haut: Feuchtigkeitscreme und Lippenbalsam von Beginn an verwenden; keine schälenden oder hornhautauflösenden Aknemittel; intensive Sonne, UV-Lampen und Solarium meiden und Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 verwenden[1, 2]
  • Kosmetische Behandlungen: Während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach keine Wachsenthaarung, keine Dermabrasion und keine Laserbehandlung der Haut[1]
  • Blutspende: Während der Behandlung und einen Monat danach kein Blut spenden; Kapseln nie an andere weitergeben und übrige Kapseln in der Apotheke zurückgeben[1, 2]
  • Die Kapseln enthalten Sojaöl und den Farbstoff Ponceau 4R (E 124), die allergische Reaktionen hervorrufen können, sowie Sorbitol[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Isotretinoin kann ein ungeborenes Kind schwer schädigen; es gilt als fruchtschädigend (teratogen) [1, 2]. Frauen, die schwanger werden können, erhalten es deshalb nur im Rahmen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms [1, 2].

Das Schwangerschaftsverhütungsprogramm

Aufklärung: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen das Risiko für das ungeborene Kind und berät Sie zur Verhütung, gegebenenfalls bei einer Fachärztin oder einem Facharzt. Alle Punkte werden anhand einer Checkliste besprochen; Sie (oder ein Elternteil bzw. eine gesetzliche Vertretung) bestätigen mit Ihrer Unterschrift, dass Sie aufgeklärt wurden und die Regeln einhalten [1].

Verhütung: Sie verhüten ohne Unterbrechung ab einem Monat vor Beginn, während der gesamten Behandlung und bis einen Monat nach ihrem Ende. Dafür brauchen Sie mindestens eine sehr zuverlässige Methode wie eine Spirale oder ein Verhütungsimplantat oder zwei zuverlässige Methoden, die auf verschiedene Weise wirken, etwa Pille und Kondom. Das gilt auch, wenn Sie keine Periode haben oder sexuell nicht aktiv sind, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet anders [1, 2].

Schwangerschaftstests: Vor Beginn wird ein Test gemacht, der zeigen muss, dass Sie nicht schwanger sind; laut Fachinformation frühestens einen Monat nach Beginn der Verhütung und kurz vor der ersten Verschreibung. Weitere Tests folgen idealerweise jeden Monat während der Behandlung und einen Monat nach ihrem Ende; zusätzliche Tests kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verlangen. Dazu kommen regelmäßige, idealerweise monatliche Kontrolluntersuchungen [1, 2]. Ein Rezept für Frauen im gebärfähigen Alter darf höchstens den Bedarf für 30 Tage umfassen und gilt nur bis zu 6 Tage nach dem Ausstellungsdatum [4, 5]. Laut Fachinformation erfolgen Schwangerschaftstest, Ausstellung des Rezepts und Abgabe idealerweise am selben Tag [2].

Wenn Sie schwanger werden: Werden Sie während der Behandlung schwanger, beenden Sie die Einnahme sofort und verständigen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; das gilt auch für eine Schwangerschaft innerhalb eines Monats nach Behandlungsende. Sie oder er kann Sie zur weiteren Beratung an eine Fachärztin oder einen Facharzt überweisen [1]. Bei Männern sind die Wirkstoffmengen im Sperma laut Packungsbeilage zu gering, um dem ungeborenen Kind der Partnerin zu schaden [1]. Mehr zur Verhütung lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel.

Schwangerschaft

Isotretinoin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Es kann ein ungeborenes Kind schwer schädigen, mit schweren Fehlbildungen von Gehirn, Gesicht, Ohr, Auge, Herz und bestimmten Drüsen (Thymus, Nebenschilddrüse), und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt, auch bei kurzer Einnahme.[1, 2]

Schwangerschaftsverhütungsprogramm: Frauen, die schwanger werden können, erhalten Isotretinoin nur unter strengen Regeln. Die Ärztin oder der Arzt erklärt das Risiko und berät zur Verhütung. Verhütet wird ohne Unterbrechung ab einem Monat vor Beginn, während der Behandlung und bis einen Monat nach Ende, mit mindestens einer sehr zuverlässigen Methode (z. B. Spirale oder Verhütungsimplantat) oder zwei zuverlässigen Methoden, die auf verschiedene Weise wirken (z. B. Pille und Kondom), auch ohne Periode oder ohne sexuelle Aktivität, sofern die Ärztin oder der Arzt nichts anderes entscheidet.[1, 2, 6]

Schwangerschaftstests: vor Behandlungsbeginn (laut Fachinformation frühestens einen Monat nach Beginn der Verhütung und kurz vor der ersten Verschreibung), idealerweise monatlich während der Behandlung und einen Monat nach Behandlungsende; dazu regelmäßige, idealerweise monatliche Kontrolluntersuchungen. Die Ärztin oder der Arzt bespricht die Regeln anhand einer Checkliste, die Patientin unterschreibt ein Formular. Ein Rezept für Frauen im gebärfähigen Alter darf höchstens den Bedarf für 30 Tage umfassen und gilt nur bis zu 6 Tage nach dem Ausstellungsdatum; laut Fachinformation erfolgen Schwangerschaftstest, Ausstellung des Rezepts und Abgabe idealerweise am selben Tag.[1, 2, 4, 5, 6]

Während der Behandlung und einen Monat danach dürfen Sie nicht schwanger werden, weil noch Reste des Arzneimittels im Körper sein können. Werden Sie schwanger, beenden Sie die Einnahme sofort und verständigen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei Männern sind die Wirkstoffmengen im Sperma zu gering, um dem ungeborenen Kind der Partnerin zu schaden.[1, 2]

Embryotox: Retinoide sind nach Thalidomid die beim Menschen am stärksten fruchtschädigenden Arzneimittel; nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel liegt das Fehlbildungsrisiko bei bis zu 25 Prozent, auch Intelligenzdefizite bei Kindern ohne erkennbare Fehlbildungen wurden beobachtet. Die örtliche Anwendung von Retinoiden ist in der Schwangerschaft ebenfalls nicht erlaubt (kontraindiziert). Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Antiseptika und Antibiotika wie Erythromycin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Stillzeit dürfen Sie Isotretinoin nicht einnehmen: Es geht voraussichtlich in die Muttermilch über und kann Ihrem Baby schaden. Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Berichte zum Stillen unter Isotretinoin vor; eine Behandlung zum Einnehmen sollte in der Stillzeit wegen des schädlichen Potenzials und der langen Halbwertszeit unterbleiben.[1, 2, 3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Behandlung sollten Sie möglichst auf alkoholische Getränke verzichten oder zumindest Ihren durchschnittlichen Alkoholkonsum verringern, weil Isotretinoin häufig die Blutfettwerte erhöht.[1]

Autofahren und Maschinen

Sie sehen während der Behandlung nachts möglicherweise schlechter; das kann plötzlich auftreten und hielt in seltenen Fällen nach Behandlungsende an. Sehr selten wurden Schläfrigkeit und Schwindel berichtet. Dann sollten Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Kapseln 1- oder 2-mal täglich mit vollem Magen einnehmen und im Ganzen mit einem Getränk oder etwas Nahrung schlucken. Dosis vergessen: so bald wie möglich nachholen; steht die nächste Einnahme kurz bevor, die vergessene Dosis auslassen und wie gewohnt fortfahren, nicht die doppelte Menge einnehmen.[1, 2]

In den ersten Wochen kann sich die Akne verschlimmern; das bessert sich in der Regel bei weiterer Behandlung. Die Akne kann sich noch bis zu 8 Wochen nach Behandlungsende weiter bessern.[1, 2]

Absetzen

Bei Anzeichen psychischer Probleme kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Absetzen anordnen; das reicht möglicherweise nicht aus, um die Probleme zu beenden, und weitere Hilfe kann nötig sein. Laut Fachinformation darf Isotretinoin nach einer schweren Hautreaktion wie SJS, TEN oder AGEP zu keinem Zeitpunkt wieder eingenommen werden.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie zu viele Kapseln eingenommen oder hat jemand anderes Ihr Arzneimittel versehentlich eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das nächstgelegene Krankenhaus. Laut Fachinformation können Zeichen einer Vitamin-A-Überdosierung (Hypervitaminose A) auftreten; als Anzeichen einer akuten Vitamin-A-Vergiftung nennt sie starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, Schläfrigkeit, Reizbarkeit und Juckreiz.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangsdosis nach Körpergewicht und den Dosisbereich für die weitere Behandlung; die Fachinformation ergänzt eine Obergrenze bei stark eingeschränkter Nierenfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Kapseln immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, 1- oder 2-mal täglich mit vollem Magen; schlucken Sie sie im Ganzen mit einem Getränk oder etwas Nahrung [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie so bald wie möglich nach; steht die nächste Einnahme kurz bevor, lassen Sie die vergessene aus [1]. Ein Behandlungszyklus dauert in der Regel 16 bis 24 Wochen; die meisten Behandelten brauchen nur einen [1].

Geben Sie Ihr Arzneimittel nie an andere weiter, bringen Sie übrige Kapseln am Ende in die Apotheke zurück und spenden Sie während der Behandlung und einen Monat danach kein Blut [1, 2]. Haben Sie zu viele Kapseln eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das nächste Krankenhaus; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1]. Was nach der letzten Kapsel noch gilt, erklärt die Seite Isotretinoin absetzen.

Präparate mit Isotretinoin

Isotretinoin gibt es von mehreren Herstellern als Kapseln zum Einnehmen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Isotretinoin-ratiopharm Weichkapseln [1, 2]. Isotretinoin ist verschreibungspflichtig [2, 5]. Für das Schwangerschaftsverhütungsprogramm stellt der Zulassungsinhaber laut Fachinformation Schulungsmaterialien zur Verfügung [2].

Präparate mit Isotretinoin
PräparatAnbieterHinweis
AknenorminPräparat mit eigener Packungsbeilage
Isotretinoin-ratiopharm 10 mg und 20 mg Weichkapselnratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Isotretinoin-ratiopharm 20 mg Weichkapseln (gleichlautend 10 mg). ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Isotretinoin-ratiopharm Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Isotretinoin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Retinoide, Aktualisierungen zu Teratogenität und neuropsychiatrischen Erkrankungen. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM (auf der Produktseite von ratiopharm). Stand 03.09.2019. abgerufen am 11.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), § 3b und Anlage 1, Eintrag Isotretinoin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  6. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu oralen Retinoiden (Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin): Erinnerung an die bestehenden Einschränkungen zur Verhinderung der Exposition während der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 02.05.2024. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange muss ich bei Isotretinoin verhüten?

Frauen, die schwanger werden können, verhüten ohne Unterbrechung ab einem Monat vor Beginn der Einnahme, während der gesamten Behandlung und bis einen Monat nach ihrem Ende. Nötig ist mindestens eine sehr zuverlässige Methode, etwa eine Spirale oder ein Verhütungsimplantat, oder zwei zuverlässige Methoden, die auf verschiedene Weise wirken, etwa Pille und Kondom. Das gilt laut Packungsbeilage auch ohne Periode oder ohne sexuelle Aktivität, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet anders.

Welche Schwangerschaftstests sind bei Isotretinoin nötig?

Vor Behandlungsbeginn führt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Schwangerschaftstest durch; laut Fachinformation frühestens einen Monat nach Beginn der Verhütung und kurz vor der ersten Verschreibung. Während der Behandlung folgen regelmäßige Tests, idealerweise jeden Monat, und ein abschließender Test einen Monat nach Behandlungsende. Bei Bedarf kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zusätzliche Tests verlangen.

Kann Isotretinoin depressiv machen?

Depressionen, eine Verschlechterung einer bestehenden Depression, Angst und Aggressivität sind selten, betreffen also bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Sehr selten wurden Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche und Selbstmorde berichtet; Betroffene müssen dabei nicht depressiv erscheinen. Kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Veränderungen bemerken, und erzählen Sie Familie und Freunden von der Behandlung. Laut Packungsbeilage nehmen Sie manche Veränderungen womöglich selbst nicht wahr, während Familie und Freunde sie bemerken könnten.

Darf ich während der Isotretinoin-Behandlung Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung möglichst auf alkoholische Getränke verzichten oder zumindest Ihren durchschnittlichen Alkoholkonsum verringern, weil Isotretinoin häufig die Blutfettwerte erhöht. Bei Alkoholabhängigkeit können häufigere Blutuntersuchungen nötig sein.

Warum wird die Akne am Anfang schlimmer?

Einige Behandelte bemerken in den ersten Wochen eine Verschlimmerung der Akne. Laut Packungsbeilage bessert sich das in der Regel bei weiterer Behandlung; laut Fachinformation klingen solche Schübe gewöhnlich innerhalb von 7 bis 10 Tagen ab. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.

Was hilft gegen trockene Haut und Lippen unter Isotretinoin?

Die Packungsbeilage empfiehlt, von Beginn der Behandlung an eine Feuchtigkeitssalbe oder -creme und einen Lippenbalsam zu verwenden. Schälende oder hornhautauflösende Aknemittel sollten Sie vermeiden, weil es sonst vermehrt zu Hautreizungen kommen kann. Gegen trockene Augen kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine befeuchtende Augensalbe oder Tränenersatzmittel empfehlen.

Darf ich während der Behandlung in die Sonne oder ins Solarium?

Ihre Haut kann empfindlicher gegen Sonnenlicht werden. Meiden Sie intensive Sonne, verwenden Sie keine UV-Lampe und kein Solarium und tragen Sie vor dem Aufenthalt in der Sonne ein Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 auf. Wachsenthaarung, Dermabrasion und Laserbehandlungen der Haut sollten Sie während der Behandlung und mindestens 6 Monate danach nicht durchführen lassen.

Darf ich unter Isotretinoin Blut spenden?

Nein. Während der Behandlung und einen Monat danach dürfen Sie kein Blut spenden, weil das ungeborene Kind einer Schwangeren, die Ihr Blut erhält, geschädigt werden könnte. Geben Sie Ihr Arzneimittel außerdem nie an andere weiter und bringen Sie übrige Kapseln in die Apotheke zurück.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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