MedikamenteWirkstoff

Methylprednisolonaceponat (Advantan)

Methylprednisolonaceponat ist ein stark wirksames, verschreibungspflichtiges Glukokortikoid (Kortison) zum Auftragen auf die Haut, unter anderem enthalten in Advantan. Die Creme wird bei Ekzemen wie Neurodermitis und Kontaktekzem angewendet. Häufig kommt es an der behandelten Stelle zu Brennen und Juckreiz; eine Anwendung auf großen Hautflächen oder über längere Zeit erhöht laut Packungsbeilage die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich.

Mann Ende dreißig trägt in einem hellen Badezimmer mit den Fingerspitzen eine dünne Schicht weiße Creme auf die Innenseite seines Unterarms auf
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Wofür wird Methylprednisolonaceponat eingesetzt?

Methylprednisolonaceponat ist ein Glukokortikoid, umgangssprachlich ein Kortison, zum Auftragen auf die Haut. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Advantan 0,1 % Creme, einem verschreibungspflichtigen Präparat; 1 g Creme enthält 1 mg Methylprednisolonaceponat [1, 2]. Die Creme wird angewendet beim endogenen Ekzem (atopische Dermatitis, Neurodermitis), beim Kontaktekzem, beim degenerativen Ekzem und beim nummulären Ekzem [1, 2]. Methylprednisolonaceponat gehört zu den Cortison-Cremes (topischen Glucocorticoiden).

Laut Packungsbeilage gibt es Advantan auch als Salbe und als Fettsalbe; beide haben einen höheren Fettgehalt als die Creme [1]. Außerdem ist Methylprednisolonaceponat als Lotion im Handel [4]. Diese Zubereitungen haben eigene Packungsbeilagen, die in Einzelheiten abweichen können. Alle Angaben auf dieser Seite gelten für die Creme. Kortison zum Einnehmen, das im ganzen Körper wirkt, behandeln die Seiten Glucocorticoide und Prednisolon.

Wie wirkt Methylprednisolonaceponat?

Die Fachinformation ordnet Methylprednisolonaceponat den stark wirksamen Kortikosteroiden zu (Gruppe III) [2]. Nach dem Auftragen hemmt der Wirkstoff entzündliche und allergische Hautreaktionen sowie Hautreaktionen mit übermäßiger Zellvermehrung (Hyperproliferation). Dadurch bilden sich Rötung, Schwellung und Nässen zurück, ebenso Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Schmerz [2].

In der Haut wird der Wirkstoff in sein Hauptabbauprodukt gespalten. Dieses bindet stärker an die Kortison-Bindungsstellen (Rezeptoren) im Inneren der Zellen; die Fachinformation spricht deshalb von einer "Bioaktivierung" in der Haut [2]. Der Komplex aus Wirkstoff und Rezeptor bindet an bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (DNA) und löst eine Reihe biologischer Wirkungen aus. Dadurch wird vermehrt der Stoff Macrocortin gebildet, der die Entstehung von Entzündungsbotenstoffen wie Prostaglandinen und Leukotrienen hemmt; außerdem verengen sich die Blutgefäße [2].

Wie viel Wirkstoff durch die Haut in den Körper gelangt, hängt laut Fachinformation unter anderem von der Zubereitung, der Größe der behandelten Fläche, der Anwendungsdauer, abdeckenden Verbänden und dem Zustand der Haut ab [2]. In einer Untersuchung an Gesunden, die die Creme 8 Tage lang unter abdeckenden Verbänden auftrugen, gelangten im Mittel etwa 3 Prozent in den Körper; war die Hornschicht vorher entfernt worden, waren es etwa 16 Prozent [2]. Im Körper wird das Abbauprodukt rasch an Glucuronsäure gebunden und damit unwirksam. Die Abbauprodukte werden hauptsächlich über den Harn ausgeschieden, die Halbwertszeit beträgt etwa 16 Stunden; der Wirkstoff reichert sich nicht im Körper an [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Tabelle zeigt die Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation von Advantan 0,1 % Creme nennen, geordnet nach Häufigkeit [1, 2]. "Häufig" bedeutet bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100 und "selten" bei bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind Brennen und Juckreiz an der Stelle, an der die Creme aufgetragen wird; laut Fachinformation waren das in klinischen Studien die am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen [1, 2]. Gelegentlich treten eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff sowie an der Anwendungsstelle Hauttrockenheit, Hautrötung, Bläschen, eine Haarbalgentzündung, Ausschlag oder Missempfindungen der Haut auf [1, 2].

Hautverdünnung und andere Hautveränderungen: Selten wird die Haut dünner (Hautatrophie), es können sich die Hautgefäße erweitern (Teleangiektasien), Hautrisse, ein Pustelausschlag, Akne oder eine Pilzinfektion der Haut entwickeln [1, 2]. Ohne bekannte Häufigkeit nennen beide Dokumente Streifenbildung der Haut (Striae), verstärkten Haarwuchs, Hautverfärbungen, allergische Hautreaktionen und eine Entzündung der Haut im Mundbereich (periorale Dermatitis). Gelangt Wirkstoff über die Haut in den Körper, sind auch Wirkungen im ganzen Körper möglich [1, 2]. Mehr dazu unter Akne, Pigmentstörungen der Haut und Infektanfälligkeit.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenAn der Anwendungsstelle: Brennen und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenPilzinfektion der Haut[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • HautPustelausschlag (Pyodermitis), Hautrisse (Hautfissuren), Erweiterung von Hautgefäßen (Teleangiektasien), Hautverdünnung (Hautatrophie), Akne[1, 2]Mehr dazu: Akne
  • Allgemeine BeschwerdenAn der Anwendungsstelle: Cellulitis (Entzündung der Haut und des Unterhautgewebes), Schwellung (Ödem) und Hautreizungen[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautStreifenbildung der Haut (Striae), Entzündung der Haut im Mundbereich (periorale Dermatitis), Hautverfärbung und allergische Hautreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der HautAllergische Reaktionen
  • Allgemeine BeschwerdenVerstärkter Haarwuchs (Hypertrichose)[1, 2]
  • AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenWirkungen im ganzen Körper (systemische Wirkungen), weil Wirkstoff nach dem Auftragen auf die Haut in den Körper aufgenommen wird[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei der Anwendung von Kortison auf der Haut können laut Fachinformation Sehstörungen auftreten. Dann sollte eine Überweisung an eine Augenärztin oder einen Augenarzt erwogen werden, um mögliche Ursachen abzuklären, darunter einen Grauen Star (Katarakt), einen Grünen Star (Glaukom) oder eine seltene Netzhauterkrankung (zentrale seröse Chorioretinopathie), die nach Anwendung von Kortikosteroiden gemeldet wurden [2]. Mehr dazu unter Sehstörungen und Grüner Star.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Anfang vierzig sitzt mit einer Tasse Tee entspannt im Schneidersitz auf dem Sofa an einem hellen Fenster, eine Strickdecke neben sich
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Sparsam und nur so lange wie nötig: Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, rät die Packungsbeilage, die Creme so sparsam wie möglich zu verwenden, insbesondere bei Kindern, und nur so lange, wie es zur Behandlung der Hauterkrankung absolut notwendig ist [1]. Eine Anwendung auf großen Hautflächen oder über längere Zeit erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich [1].

Trockene Haut: Trocknet die Haut bei längerer Anwendung zu stark aus, sollte laut Packungsbeilage auf eine Zubereitung mit höherem Fettgehalt gewechselt werden, also Advantan Salbe oder Fettsalbe [1, 2]. Sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hautreizungen durch Hilfsstoffe: Die Creme enthält Cetylstearylalkohol und Butylhydroxytoluol, die örtlich begrenzte Hautreizungen wie eine Kontaktdermatitis hervorrufen können; Butylhydroxytoluol kann außerdem Augen und Schleimhäute reizen. Der enthaltene Benzylalkohol kann allergische Reaktionen und leichte örtliche Reizungen hervorrufen [1, 2].

Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie diesen Eindruck, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Nebenwirkungen können Sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte melden [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind laut Packungsbeilage und Fachinformation bisher nicht bekannt [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke trotzdem über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Wird die Creme im Anal- oder Genitalbereich angewendet, können einige ihrer sonstigen Bestandteile Kondome oder Diaphragmen aus Latex beschädigen. Diese wirken dann möglicherweise nicht mehr als Empfängnisverhütung oder als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion [1, 2]. Mehr zum Thema im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Methylprednisolonaceponat
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Kondome und Diaphragmen aus Latex (bei Anwendung im Anal- oder Genitalbereich)Sonstige Bestandteile der Creme (laut Fachinformation Hartfett) können Latexprodukte beschädigen bzw. ihre Wirksamkeit verringern; sie sind dann möglicherweise nicht mehr wirksam als Empfängnisverhütung oder als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion[1, 2]Bei Anwendung im Anal- oder Genitalbereich beachten; bei Fragen Ärztin, Arzt oder Apotheke ansprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Methylprednisolonaceponat nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Die Creme darf unter anderem nicht bei Virusinfektionen wie Herpes oder Windpocken, nicht bei Rosazea, nicht bei gewöhnlicher Akne, nicht bei Geschwüren und nicht bei Hautkrankheiten angewendet werden, die mit einer Verdünnung der Haut einhergehen [1, 2]. Auch Hautinfektionen durch Bakterien oder Pilze sind als Gegenanzeige genannt; hat die Ärztin oder der Arzt eine solche Infektion zusätzlich festgestellt, müssen auch die dafür verschriebenen Arzneimittel angewendet werden, sonst kann sich die Infektion verschlimmern [1, 2].

Für Kinder unter 3 Jahren wird die Creme nicht empfohlen, weil Daten zur Sicherheit fehlen; bei älteren Kindern gilt laut Packungsbeilage eine kürzere Anwendungsdauer als bei Erwachsenen [1, 2]. Windeln können wie ein abdeckender Verband wirken [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Methylprednisolonaceponat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Tuberkulöse oder syphilitische Prozesse[1, 2]
  • Virusinfektionen, zum Beispiel Herpes oder Windpocken (Varizellen)[1, 2]
  • Rot oder rosig gefärbte Entzündung der Haut (Rosazea)[1, 2]
  • Entzündung der Haut im Mundbereich (periorale Dermatitis)[1, 2]
  • Geschwüre (Ulzera)[1, 2]
  • Gewöhnliche Akne (Acne vulgaris)[1, 2]
  • Hautkrankheiten mit Verdünnung der Haut (atrophische Hautkrankheiten)[1, 2]
  • Impfreaktionen im Behandlungsbereich[1, 2]
  • Hautinfektionen durch Bakterien oder Pilze (siehe Vorsicht bei begleitender Hautinfektion)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Große Flächen und lange Anwendung: Kortison hat eine starke Wirkung auf den Körper. Von einer Anwendung auf großen Hautflächen oder über längere Zeit wird abgeraten, weil dies die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich erhöht. Laut Fachinformation sollte die Anwendungsdauer bei größeren Flächen möglichst kurz sein, weil eine Aufnahme in den Körper und Wirkungen im ganzen Körper nicht völlig auszuschließen sind[1, 2]
  • Die Creme so sparsam wie möglich verwenden, insbesondere bei Kindern, und nur so lange, wie es zur Behandlung der Hauterkrankung absolut notwendig ist[1, 2]
  • Die Creme darf nicht in die Augen, auf tiefe offene Wunden oder auf Schleimhäute gelangen[1, 2]
  • Nicht unter luft- und wasserdichten Materialien wie Bandagen, fest sitzenden Verbänden, enger Kleidung oder Windeln anwenden, außer die Ärztin oder der Arzt hat es so verordnet; laut Fachinformation können auch Hautfalten wie ein abdeckender Verband wirken[1, 2]
  • Begleitende Hautinfektion: Hat die Ärztin oder der Arzt zusätzlich eine Hautinfektion durch Bakterien und/oder Pilze festgestellt, müssen auch die dafür verschriebenen Arzneimittel angewendet werden, sonst kann sich die Infektion verschlimmern. Örtliche Hautinfektionen können durch Kortison zum Auftragen möglicherweise verstärkt werden[1, 2]
  • Grüner Star (Glaukom): Wie von innerlich angewendetem Kortison bekannt, kann er sich auch nach Anwendung auf der Haut entwickeln, zum Beispiel nach hoch dosierter oder großflächiger Anwendung über einen längeren Zeitraum, unter abdeckenden Verbänden oder nach Anwendung auf der Haut in Augennähe[1, 2]
  • Wird die Creme bei anderen als den vorgesehenen Erkrankungen angewendet, kann sie deren Anzeichen verschleiern und eine korrekte Diagnose und Behandlung behindern[1, 2]
  • Kinder: so wenig Creme wie notwendig verwenden und nicht unter luft- und wasserdichten Materialien wie Windeln anwenden. Für Kinder unter 3 Jahren wird die Creme aufgrund fehlender Daten zur Unbedenklichkeit nicht empfohlen; laut Fachinformation gibt es bei ihnen keine Erfahrungen[1, 2]
  • Laut Fachinformation wurden nach Anwendung von Advantan 0,1 % Salbe auf 60 Prozent der Hautoberfläche gesunder Erwachsener unter abdeckenden Verbänden über 22 Stunden eine Unterdrückung des Cortisolspiegels im Blut und ein Einfluss auf dessen Tagesrhythmus beobachtet[2]
  • Hilfsstoffe: Cetylstearylalkohol und Butylhydroxytoluol können örtlich begrenzte Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen, Butylhydroxytoluol außerdem Reizungen der Augen und der Schleimhäute. Die Creme enthält 1,0 g Benzylalkohol je 100 g; Benzylalkohol kann allergische Reaktionen und/oder leichte örtliche Reizungen hervorrufen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2]. Advantan 0,1 % Creme hat laut beiden Dokumenten keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen [1, 2]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Zum Einfluss des Wirkstoffs auf die Fruchtbarkeit liegen keine Daten vor [1, 2]. Mehr zum Thema lesen Sie in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Für die Anwendung in der Schwangerschaft liegen keine hinreichenden Daten vor; in Tierversuchen zeigte der Wirkstoff eine fruchtschädigende Wirkung. Große (epidemiologische) Studien lassen vermuten, dass nach einer innerlichen (systemischen) Kortisonbehandlung in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft möglicherweise ein Risiko für Gaumenspalten bei Neugeborenen besteht. In den ersten 3 Monaten sollten grundsätzlich keine kortisonhaltigen Zubereitungen zum Auftragen angewendet werden. Schwangere sollten die Creme nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch die Ärztin oder den Arzt anwenden; sie darf nicht auf größeren Flächen, über längere Zeiträume oder unter abdeckenden Verbänden angewendet werden, da dies das ungeborene Kind belasten könnte.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit darf die Creme nicht im Brustbereich angewendet werden; vor allem darf sie nicht auf größeren Flächen, über längere Zeiträume oder unter abdeckenden Verbänden angewendet werden. Stillende sollten sie nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch die Ärztin oder den Arzt anwenden. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff beim Menschen in die Muttermilch übergeht; bei Ratten ging praktisch kein Wirkstoff über die Muttermilch auf die Neugeborenen über. Zur Fruchtbarkeit liegen keine Daten vor.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Kein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet hat, wird die Creme 1-mal täglich dünn auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen und leicht eingerieben. Trocknet die Haut bei längerer Anwendung zu stark aus, sollte auf eine Zubereitung mit höherem Fettgehalt (Advantan Salbe oder Fettsalbe) gewechselt werden. Eine vergessene Anwendung nicht durch eine größere Menge ausgleichen, sondern die Behandlung wie mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen fortsetzen. Nach Anbruch ist die Tube 3 Monate haltbar; nicht über 25 °C lagern, nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.[1, 2]

Absetzen

Wird die Behandlung vorzeitig beendet, kann sich das Krankheitsbild verschlechtern. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung eigenmächtig unterbrechen oder beenden.[1]

Überdosierung

Laut Studienergebnissen besteht kein akutes Vergiftungsrisiko nach einmaligem Auftragen einer Überdosis auf die Haut (großflächige Anwendung unter günstigen Bedingungen für die Aufnahme in die Haut) oder nach versehentlicher Einnahme.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt, wie oft die Creme aufgetragen wird, und begrenzt die Anwendungsdauer für Erwachsene und für Kinder über 3 Jahren [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Wie Sie Methylprednisolonaceponat anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Anwendung und Absetzen

Wenden Sie die Creme immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke an. Sie wird dünn auf die erkrankten Hautpartien aufgetragen und leicht eingerieben [1]. Haben Sie eine Anwendung vergessen, tragen Sie beim nächsten Mal keine größere Menge auf, sondern setzen die Behandlung wie besprochen fort [1]. Nach Anbruch ist die Tube 3 Monate haltbar; lagern Sie sie nicht über 25 °C und nicht im Kühlschrank [1, 2].

Beenden Sie die Behandlung vorzeitig, kann sich das Krankheitsbild verschlechtern. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung eigenmächtig unterbrechen oder beenden [1]. Laut Studienergebnissen besteht nach einmaligem Auftragen einer Überdosis auf die Haut oder nach versehentlicher Einnahme kein akutes Vergiftungsrisiko [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Methylprednisolonaceponat

Laut Packungsbeilage gibt es Advantan als Creme, Salbe und Fettsalbe [1]; als Lotion ist Methylprednisolonaceponat unter anderem in MetiGalen Lotion enthalten [4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Advantan 0,1 % Creme, Zulassungsinhaber LEO Pharma A/S, beide mit Stand September 2025 [1, 2]. Methylprednisolonaceponat ist verschreibungspflichtig [2, 3]. Einen Überblick über Kortison zum Auftragen gibt die Seite Cortison-Cremes; ein weiterer Wirkstoff dieser Gruppe ist Betamethason.

Präparate mit Methylprednisolonaceponat
PräparatAnbieterHinweis
Advantan 0,1 % CremeLEO Pharma A/S1 mg Methylprednisolonaceponat je Gramm; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
MetiGalen LotionGALENpharma GmbHEmulsion (Lotion) mit 1 mg/g; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Advantan 0,1 % Creme. LEO Pharma A/S. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Advantan 0,1 % Creme. LEO Pharma A/S. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Methylprednisolon und seine Ester. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  4. Produktseite MetiGalen Lotion. GALENpharma GmbH. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange darf ich Advantan-Creme anwenden?

Das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Packungsbeilage sollte die Anwendungsdauer im Allgemeinen 6 Wochen bei Erwachsenen und 3 Wochen bei Kindern über 3 Jahren nicht überschreiten. Die Creme soll nur so lange verwendet werden, wie es zur Behandlung absolut notwendig ist, weil eine Anwendung über längere Zeit die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich erhöht.

Macht Methylprednisolonaceponat die Haut dünn?

Eine Hautverdünnung (Hautatrophie) ist laut Packungsbeilage selten, betrifft also bis zu 1 von 1.000 Behandelten; ebenso selten sind erweiterte Hautgefäße (Teleangiektasien) und Hautrisse. Streifenbildung der Haut (Striae) ist ohne bekannte Häufigkeit genannt. Eine Anwendung auf großen Flächen oder über längere Zeit erhöht die Gefahr von Nebenwirkungen deutlich.

Darf ich Advantan im Gesicht anwenden?

Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage darf die Creme nicht bei Rosazea und nicht bei einer Entzündung der Haut im Mundbereich (periorale Dermatitis) angewendet werden und nicht in die Augen gelangen. Nach Anwendung auf der Haut in Augennähe kann sich, wie von innerlich angewendetem Kortison bekannt, ein Grüner Star (Glaukom) entwickeln.

Darf Advantan-Creme bei Kindern verwendet werden?

Für Kinder unter 3 Jahren wird sie laut Packungsbeilage nicht empfohlen, weil Daten zur Sicherheit der Anwendung fehlen. Bei Kindern über 3 Jahren ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich; die Anwendungsdauer sollte im Allgemeinen 3 Wochen nicht überschreiten. Verwenden Sie so wenig Creme wie notwendig und nicht unter luft- und wasserdichten Materialien wie Windeln.

Darf ich Methylprednisolonaceponat in der Schwangerschaft anwenden?

In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft sollten laut Packungsbeilage grundsätzlich keine kortisonhaltigen Zubereitungen zum Auftragen angewendet werden. Generell sollte die Creme in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt angewendet werden; sie darf nicht auf größeren Flächen, über längere Zeiträume oder unter abdeckenden Verbänden angewendet werden. Für Schwangere liegen keine hinreichenden Daten vor.

Darf ich Advantan in der Stillzeit verwenden?

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Packungsbeilage darf die Creme in der Stillzeit nicht im Brustbereich angewendet werden, vor allem nicht auf größeren Flächen, über längere Zeiträume oder unter abdeckenden Verbänden. Ob der Wirkstoff beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist laut Fachinformation nicht bekannt.

Darf ich die Creme unter einem Verband oder Pflaster auftragen?

Nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das so verordnet hat. Laut Packungsbeilage sollte die Creme nicht unter luft- und wasserdichten Materialien wie Bandagen, fest sitzenden Verbänden, enger Kleidung oder Windeln verwendet werden. Laut Fachinformation erhöht die großflächige oder lang andauernde Anwendung großer Mengen von Kortison zum Auftragen, insbesondere unter abdeckenden Verbänden, das Risiko für Nebenwirkungen deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen Advantan Creme, Salbe und Fettsalbe?

Salbe und Fettsalbe haben einen höheren Fettgehalt als die Creme. Laut Packungsbeilage sollte auf eine solche Zubereitung gewechselt werden, wenn die Haut bei längerer Anwendung der Creme zu stark austrocknet. Für Salbe, Fettsalbe und andere Zubereitungen gelten eigene Packungsbeilagen; die Angaben auf dieser Seite betreffen die Creme.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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