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Alendronsäure: Nebenwirkungen und Wirkung
Alendronsäure ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Bisphosphonate zur Behandlung der Osteoporose. Sie schlucken die Tablette morgens nüchtern mit einem vollen Glas Leitungswasser, bleiben danach mindestens 30 Minuten aufrecht und warten mit Essen, Trinken und anderen Arzneimitteln. Bei Brustschmerz, neuem oder stärkerem Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken beenden Sie die Einnahme und suchen unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schmerzen an Knochen, Muskeln und/oder Gelenken, manchmal schwerwiegend[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Benommenheit oder Schwindelgefühl[1, 2]
- Häufig: Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]
- Häufig: Geschwür der Speiseröhre (Ösophagusulkus) und Schluckbeschwerden (Dysphagie); mögliche Anzeichen von Beschwerden an der Speiseröhre sind Brustschmerz, neu auftretendes oder sich verschlechterndes Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen, Magenbeschwerden oder Aufstoßen nach dem Essen (Dyspepsie, saures Aufstoßen), Verstopfung, Völlegefühl oder aufgetriebener Bauch, Durchfall, Blähungen[1, 2]
- Häufig: Haarausfall (Alopezie)[1, 2]
- Häufig: Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
- Häufig: Gelenkschwellungen[1, 2]
- Häufig: Schwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit oder Schwäche (Asthenie)[1, 2]
Wofür wird Alendronsäure eingesetzt?
Alendronsäure ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Bisphosphonate, die zu den Osteoporosemitteln zählen [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird sie zur Behandlung der Osteoporose angewendet; bei Frauen wurde gezeigt, dass Alendronsäure das Risiko für Wirbel- und Hüftbrüche vermindert [1]. Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet die Osteoporose nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose); danach reduziert Alendronat das Risiko für Wirbel- und Hüftbrüche [2]. Die Tabletten sind zur Einnahme einmal pro Woche vorgesehen [1].
Bei Osteoporose werden die Knochen dünner und schwächer. Anfangs verursacht die Erkrankung keine Beschwerden; unbehandelt kann sie aber zu Knochenbrüchen führen, schon bei Alltagstätigkeiten wie dem Heben von Gegenständen oder durch kleine Verletzungen, die einen gesunden Knochen nicht brechen würden. Gewöhnlich sind Hüfte, Wirbelsäule oder Handgelenk betroffen. Wirbelbrüche können unbemerkt bleiben, bis die Körpergröße abnimmt; Brüche können zu Schmerzen, einer gebeugten Haltung und eingeschränkter Beweglichkeit führen [1]. Zusätzlich kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Bewegungsübungen, Ernährungsempfehlungen oder den Rauchstopp vorschlagen [1]. Laut Fachinformation sollten neben Östrogenmangel und Alter auch andere Ursachen einer Osteoporose berücksichtigt werden [2].
Wie wirkt Alendronsäure?
Alendronsäure hemmt den Knochenabbau durch die knochenabbauenden Zellen, die Osteoklasten, ohne die Knochenbildung direkt zu beeinflussen. Vorklinischen Studien zufolge reichert sie sich bevorzugt an Stellen an, an denen gerade Knochen abgebaut wird; der unter der Behandlung gebildete Knochen ist laut Fachinformation von normaler Qualität [2]. Laut Packungsbeilage verhindert Alendronsäure den Knochenschwund und vermindert das Risiko für Wirbel- und Hüftbrüche [1].
Aus dem Darm wird nur ein sehr kleiner Teil aufgenommen: bei Frauen nach nächtlichem Fasten im Mittel 0,64 Prozent. Die Aufnahme war minimal, wenn Alendronat zusammen mit einem Frühstück oder bis zu zwei Stunden danach eingenommen wurde, und Kaffee oder Orangensaft verringerten sie um etwa 60 Prozent [2]. Die Einnahmeregeln sollen laut Fachinformation eine ausreichende Aufnahme sicherstellen und das Risiko von Reizungen der Speiseröhre verringern [2]. Hinweise auf eine Verstoffwechselung von Alendronsäure gibt es nicht; was nicht im Knochen eingelagert wird, scheidet der Körper über den Urin aus. Wegen der Freisetzung des Wirkstoffs aus dem Skelett schätzt die Fachinformation die Halbwertszeit auf über zehn Jahre [2].
Die Fachinformation beschreibt eine dreijährige Studie mit Frauen nach den Wechseljahren, die bereits mindestens einen Wirbelbruch hatten und Alendronat oder ein Scheinmedikament (Placebo) einnahmen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten sind Schmerzen an Knochen, Muskeln oder Gelenken [1, 2]. Laut Fachinformation traten solche Schmerzen unter Bisphosphonaten zwischen einem Tag und mehreren Monaten nach Behandlungsbeginn auf; bei den meisten Betroffenen gingen sie nach dem Absetzen zurück, bei einem Teil kamen sie bei erneuter Einnahme desselben oder eines anderen Bisphosphonats wieder [2]. Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom stuft die Packungsbeilage als sehr selten ein, die einen Monat jüngere Fachinformation als selten; die Liste folgt der Fachinformation [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen an Knochen, Muskeln und/oder Gelenken, manchmal schwerwiegend[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemBenommenheit oder Schwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmGeschwür der Speiseröhre (Ösophagusulkus) und Schluckbeschwerden (Dysphagie); mögliche Anzeichen von Beschwerden an der Speiseröhre sind Brustschmerz, neu auftretendes oder sich verschlechterndes Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Magen und DarmBauchschmerzen, Magenbeschwerden oder Aufstoßen nach dem Essen (Dyspepsie, saures Aufstoßen), Verstopfung, Völlegefühl oder aufgetriebener Bauch, Durchfall, Blähungen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenVerstopfungBlähungenDurchfall
- HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautJuckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschwellungen[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit oder Schwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmReizungen oder Entzündungen der Speiseröhre oder des Magens (Ösophagitis, Gastritis), Schädigung der Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophaguserosionen)[1, 2]
- Magen und DarmSchwarzer oder teerähnlicher Stuhl (Meläna)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- HautHautausschlag, gerötete Haut (Erythem)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- NervensystemGeschmacksstörungen (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- AugenAugenentzündung (Uveitis, Skleritis, Episkleritis) mit verschwommenem Sehen, Augenschmerzen oder geröteten Augen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenVorübergehende grippeähnliche Beschwerden wie Muskelschmerzen, allgemeines Unwohlsein und manchmal Fieber, gewöhnlich zu Beginn der Behandlung (Akute-Phase-Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenFieber
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) mit Quaddeln (Nesselsucht) oder Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Rachen (Angioödem), auch mit Schluck- und Atembeschwerden[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Calcium-Spiegel im Blut (symptomatische Hypokalzämie) mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen oder -spasmen und/oder einem Kribbeln in den Fingern oder um den Mund; laut Fachinformation oft im Zusammenhang mit begünstigenden Faktoren[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenKribbeln und Taubheitsgefühl
- Magen und DarmVerengung der Speiseröhre (Ösophagusstriktur)[1, 2]
- Magen und DarmWunde Stellen in Mund oder Rachen (oropharyngeale Geschwüre), wenn die Tabletten zerkaut oder gelutscht wurden[1, 2]
- Magen und DarmGeschwüre im Magen oder Darm, manchmal schwerwiegend oder mit Blutungen; laut Fachinformation Durchbrüche, Geschwüre und Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- HautHautausschlag, der sich durch Sonnenlicht verstärkt (Ausschlag mit Photosensitivität)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der HautHautausschlag
- HautSchwere Hautreaktionen mit Hautausschlag, Blasenbildung oder anderen Veränderungen an Haut, Augen, Mund oder Geschlechtsorganen, Juckreiz oder Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchädigung des Kieferknochens (Osteonekrose des Kiefers): Schmerzen in Mund und/oder Kiefer, Schwellungen oder wunde Mundschleimhaut, Taubheits- oder Schweregefühl im Kiefer oder Lockerung eines Zahnes; im Allgemeinen mit verzögerter Wundheilung und Infektionen, oft nach dem Ziehen von Zähnen[1, 2]Mehr dazu: Zahnschäden
- Muskeln, Knochen und GelenkeUngewöhnliche (atypische) Brüche des Oberschenkelknochens, insbesondere bei Langzeitbehandlung gegen Osteoporose; Schmerzen, Schwäche oder Beschwerden in Oberschenkel, Hüfte oder Leiste können ein frühes Anzeichen sein[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Beschwerden an der Speiseröhre können laut Packungsbeilage insbesondere dann auftreten, wenn Sie sich nicht an die Einnahmeregeln halten. Nehmen Sie die Tabletten trotz solcher Beschwerden weiter, werden sich diese sehr wahrscheinlich verschlimmern [1]. Ungewöhnliche Brüche des Oberschenkelknochens entstehen laut Fachinformation nach einer geringen oder ganz ohne Verletzung und treten häufig an beiden Beinen auf; manche Betroffene spüren Wochen bis Monate vorher Schmerzen in Oberschenkel oder Leiste. Über eine schlechte Heilung dieser Brüche wurde berichtet [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Speiseröhre schonen: Halten Sie sich genau an die Einnahmeregeln: volles Glas Leitungswasser, aufrecht bleiben, nicht kauen oder lutschen. Laut Packungsbeilage mindert das das Risiko einer Verletzung der Speiseröhre [1]. Wunde Stellen in Mund oder Rachen sind selten und treten auf, wenn die Tabletten zerkaut oder gelutscht wurden [1, 2]. Mehr zu Beschwerden im Bauch lesen Sie unter Magenbeschwerden durch Medikamente.
Zähne und Kiefer: Pflegen Sie Ihre Zähne sorgfältig und lassen Sie sie während der Behandlung regelmäßig zahnärztlich kontrollieren. Sagen Sie in der Zahnarztpraxis, dass Sie Alendronsäure einnehmen, besonders vor einer Operation oder dem Ziehen eines Zahnes [1]. Laut Fachinformation sollte bei schlechtem Zahnstatus vor Beginn eine zahnärztliche Untersuchung mit vorbeugenden Maßnahmen in Betracht gezogen werden; während der Behandlung sollten diese Patientinnen und Patienten kieferchirurgische Eingriffe soweit möglich vermeiden [2]. Mehr dazu auf der Seite Zahnschäden durch Medikamente.
Calcium und Vitamin D: Laut Fachinformation sollten Behandelte ergänzend Calcium und Vitamin D erhalten, wenn die Nahrung nicht genug davon liefert; ein niedriger Calcium-Spiegel muss vor Beginn ausgeglichen werden [2]. Ob Sie ein Präparat wie Colecalciferol (Vitamin D3) brauchen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nehmen Sie Calcium- oder Vitaminpräparate frühestens 30 Minuten nach Alendronsäure ein [1].
Grippeähnliche Beschwerden wie Muskelschmerzen, Unwohlsein und manchmal Fieber treten gelegentlich auf, gewöhnlich zu Beginn der Behandlung, und sind vorübergehend [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Calciumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Mittel gegen Sodbrennen und einige andere Arzneimittel zum Einnehmen können die Aufnahme von Alendronsäure beeinträchtigen; deshalb nehmen Sie sie frühestens 30 Minuten danach ein [1, 2]. Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen können zusammen mit Alendronsäure zu Magenbeschwerden führen [1]. Nehmen Sie Kortisonpräparate wie Prednison oder Dexamethason ein, sagen Sie es vor Beginn der Behandlung; möglicherweise sind dann zusätzliche Untersuchungen nötig, etwa beim Zahnarzt [1]. Laut Fachinformation sind andere klinisch bedeutsame Wechselwirkungen nicht zu erwarten [2]. Wie Milch und Mineralstoffe Arzneimittel beeinflussen, erklärt der Ratgeber Medikamente mit Milch.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Kortisonpräparate (Glukokortikoide, z. B. Prednison oder Dexamethason) | Höheres Risiko für eine Schädigung des Kieferknochens; laut Fachinformation kann die Aufnahme von Calcium vermindert sein, eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D muss sichergestellt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; möglicherweise sind vorher zusätzliche Untersuchungen nötig, etwa beim Zahnarzt |
| Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen (NSAR) | Können zusammen mit Alendronsäure zu Magenbeschwerden führen; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Calciumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, Mittel gegen Sodbrennen (Antazida) und einige andere Arzneimittel zum Einnehmen | Können die Aufnahme von Alendronsäure in den Körper beeinträchtigen[1, 2] | Nach der Einnahme von Alendronsäure mindestens 30 Minuten warten, bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen |
| Nahrungsmittel und Getränke einschließlich Mineralwasser, Kaffee, Tee, Saft und Milch | Können die Wirksamkeit beeinträchtigen; laut Fachinformation verringerte die Einnahme mit Kaffee oder Orangensaft die Aufnahme um etwa 60 Prozent[1, 2] | Tablette nur mit Leitungswasser einnehmen und mindestens 30 Minuten bis zum ersten Essen oder Trinken warten |
| Angiogenese-Hemmer (z. B. Bevacizumab oder Thalidomid), Chemotherapie oder Strahlenbehandlung | Risikofaktoren für eine Schädigung des Kieferknochens (Osteonekrose)[1, 2] | Ärztin oder Arzt vor Beginn informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Alendronsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, nehmen Sie die Tabletten nicht ein, sondern sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei den Punkten unter "Besondere Vorsicht bei" sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Teilen Sie vor Behandlungsbeginn außerdem unbedingt mit, ob Sie schlechte Zähne oder eine Zahnfleischerkrankung haben, ob ein Zahn gezogen werden soll, ob Sie Krebs haben, eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen, Kortison einnehmen oder rauchen [1]. Laut Fachinformation sind das Risikofaktoren für eine Schädigung des Kieferknochens [2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Alendronsäure, andere Bisphosphonate oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bestimmte Erkrankungen der Speiseröhre, die ihre Entleerung verzögern, etwa eine Verengung (Striktur) oder eine Funktionsstörung mit Schluckbeschwerden (Achalasie)[1, 2]
- Unfähigkeit, mindestens 30 Minuten lang aufrecht zu stehen oder zu sitzen[1, 2]
- Zu niedriger Calcium-Spiegel im Blut (Hypokalzämie)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) unter 35 ml/min wird Alendronsäure laut Fachinformation wegen fehlender Erfahrungen nicht empfohlen[1, 2]
- Schluckbeschwerden oder Magen-Darm-Probleme wie eine Entzündung von Magenschleimhaut oder Zwölffingerdarm; schwere Erkrankungen von Magen oder Darm im letzten Jahr wie Geschwüre, Blutungen oder Operationen im Bereich von Magen oder Speiseröhre[1, 2]
- Barrett-Syndrom (Zellveränderungen im unteren Teil der Speiseröhre): Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt Nutzen und Risiken individuell abwägen[1, 2]
- Schlechte Aufnahme von Calcium oder Erkrankungen, die zu niedrigen Calcium-Spiegeln führen können, etwa Vitamin-D-Mangel oder eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus); laut Fachinformation sollten solche Störungen vor Behandlungsbeginn behandelt und der Calcium-Spiegel während der Behandlung überwacht werden[1, 2]
- Risikofaktoren für eine Schädigung des Kieferknochens: schlechte Zähne oder Zahnfleischerkrankung, geplantes Ziehen eines Zahnes, keine regelmäßigen Zahnarztbesuche, Krebs, Chemotherapie oder Strahlenbehandlung, Angiogenese-Hemmer, Kortisonpräparate, Rauchen (auch früheres Rauchen). Vor der Behandlung kann eine zahnärztliche Kontrolle empfohlen werden[1, 2]
- Ohrbeschwerden, auch chronische Ohreninfektionen: Laut Fachinformation sollte unter Bisphosphonaten an eine Knochennekrose des äußeren Gehörgangs gedacht werden; mögliche Risikofaktoren sind Steroide, Chemotherapie sowie Infektionen oder Verletzungen[2]
- Blutuntersuchungen: Alendronsäure kann die Calcium- und Phosphat-Spiegel im Blut beeinflussen; informieren Sie die Ärztin oder den Arzt über die Einnahme[1]
- Kinder und Jugendliche sollen nicht mit Alendronsäure behandelt werden[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollten Sie Alendronsäure nicht einnehmen, in der Stillzeit sollen Sie es nicht [1, 2]. Nebenwirkungen wie verschwommenes Sehen, Schwindel oder starke Knochen-, Muskel- und Gelenkschmerzen können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen [1, 2]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Alendronsäure STADA nicht; allgemeine Informationen bietet der Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
Sie sollten Alendronsäure nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten. Laut Fachinformation liegen keine geeigneten Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor; Tierstudien lassen keinen Hinweis auf direkt oder indirekt schädigende Wirkungen auf Schwangerschaft oder Entwicklung des Kindes erkennen. Bei trächtigen Ratten verursachte Alendronat eine erschwerte Geburt (Dystokie) im Zusammenhang mit einem niedrigen Calcium-Spiegel.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sie sollen Alendronsäure in der Stillzeit nicht einnehmen. Ob Alendronat beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Alendronsäure kann Nebenwirkungen wie verschwommenes Sehen, Schwindel und starke Knochen-, Muskel- oder Gelenkschmerzen hervorrufen, die Ihre Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können. Wie Sie darauf reagieren, kann individuell verschieden sein.[1, 2]
Einnahme
Einmal pro Woche, immer am gleichen Wochentag: morgens nach dem Aufstehen, auf nüchternen Magen und vor allen Speisen, Getränken und anderen Arzneimitteln die Tablette im Ganzen mit einem vollen Glas Leitungswasser (mindestens 200 ml) schlucken. Nicht mit Mineralwasser (still oder mit Kohlensäure), Kaffee, Tee, Saft oder Milch einnehmen. Die Tablette nicht kauen, zerbrechen, zermahlen oder im Mund zergehen lassen.[1, 2]
Nach der Einnahme mindestens 30 Minuten aufrecht bleiben (im Sitzen, Stehen oder Gehen) und sich erst nach der ersten Mahlzeit des Tages wieder hinlegen. Mindestens 30 Minuten warten, bevor Sie essen, trinken oder andere Arzneimittel wie Antazida, Calcium- oder Vitaminpräparate einnehmen, Alendronsäure wirkt nur auf nüchternen Magen. Nicht vor dem Zubettgehen und nicht morgens vor dem ersten Aufstehen einnehmen.[1, 2]
Einnahme vergessen: Nehmen Sie die Tablette am nächsten Morgen ein, nachdem Sie es bemerkt haben. Nehmen Sie nicht zwei Tabletten am selben Tag, sondern fahren Sie danach wie gewohnt mit einer Tablette pro Woche am vorgesehenen Wochentag fort.[1, 2]
Laut Fachinformation sollten Patientinnen und Patienten ergänzend Calcium und Vitamin D erhalten, wenn die Versorgung über die Nahrung nicht ausreicht.[2]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage lässt sich die Osteoporose nur behandeln, wenn Sie die Tabletten kontinuierlich einnehmen.[1]
Laut Fachinformation ist die optimale Dauer einer Bisphosphonat-Behandlung bei Osteoporose nicht festgelegt; ob die Behandlung weitergeführt wird, sollte regelmäßig individuell nach Nutzen und Risiken beurteilt werden, insbesondere nach 5 oder mehr Jahren.[2]
Bei Verdacht auf einen atypischen Oberschenkelbruch sollte laut Fachinformation ein Absetzen nach individueller Nutzen-Risiko-Bewertung in Betracht gezogen werden. Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen unter Bisphosphonaten gingen bei den meisten Betroffenen nach dem Absetzen zurück.[2]
Überdosierung
Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, trinken Sie ein volles Glas Milch und suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf; lösen Sie kein Erbrechen aus und legen Sie sich nicht hin. Mögliche Folgen sind ein niedriger Calcium-Spiegel (mit Missempfindungen oder unbeabsichtigten Muskelzuckungen), ein niedriger Phosphat-Spiegel (mit Störungen der Muskulatur, Schwäche oder Veränderungen des geistigen Zustands), Magenbeschwerden und Sodbrennen sowie Entzündungen und Geschwüre an Speiseröhre oder Magen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis, sofern die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet; die Fachinformation ergänzt Angaben zu Alter, Nieren- und Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung [1].
Einnahme und Absetzen
Damit Alendronsäure möglichst gut wirken kann und das Risiko für eine Verletzung der Speiseröhre gemindert wird, kommt es laut Packungsbeilage auf die genaue Einnahme an: morgens nach dem Aufstehen, auf nüchternen Magen, im Ganzen mit einem vollen Glas Leitungswasser, nicht mit Mineralwasser, Kaffee, Tee, Saft oder Milch. Danach bleiben Sie mindestens 30 Minuten aufrecht und warten mindestens 30 Minuten mit dem Frühstück, Getränken und anderen Arzneimitteln. Nehmen Sie die Tablette nicht vor dem Zubettgehen und nicht vor dem ersten Aufstehen ein [1, 2]. Hilfe beim Erinnern an den festen Wochentag bietet die Einnahme-Erinnerung.
Ihre Osteoporose lässt sich laut Packungsbeilage nur behandeln, wenn Sie die Tabletten kontinuierlich einnehmen; beenden oder unterbrechen Sie die Behandlung deshalb nicht ohne Rücksprache [1]. Wie lange die Behandlung dauern soll, ist laut Fachinformation nicht festgelegt; ob sie weitergeführt wird, sollte regelmäßig individuell nach Nutzen und Risiken beurteilt werden, besonders nach 5 oder mehr Jahren [2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Allgemeines zum Beenden einer Behandlung erklärt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Alendronsäure
Alendronsäure gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, auch in Kombination mit Vitamin D3 (Colecalciferol); für Kombinationspräparate gelten eigene Packungsbeilagen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Alendronsäure STADA 70 mg Tabletten [1, 2]. Weitere Wirkstoffe mit eigener Seite: Risedronsäure, Ibandronsäure und Denosumab.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Alendronsäure STADA | STADAPHARM GmbH | 70 mg Tabletten; Grundlage dieser Seite |
| Fosamax | Organon Healthcare GmbH | Tabletten zur Einnahme einmal pro Woche |
| Alendronsäure-ratiopharm plus Colecalciferol | ratiopharm GmbH | Kombination mit Vitamin D3 (Colecalciferol); eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Alendronsäure STADA 70 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Alendronsäure STADA Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 12/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Alendronsäure. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie nehme ich Alendronsäure richtig ein?
Nehmen Sie die Tablette morgens nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen, noch vor dem ersten Essen, Trinken oder anderen Arzneimitteln, im Ganzen mit einem vollen Glas Leitungswasser. Bleiben Sie danach mindestens 30 Minuten aufrecht und warten Sie mindestens 30 Minuten, bevor Sie essen, trinken oder andere Arzneimittel einnehmen. Die Tablette nicht kauen, zerbrechen oder im Mund zergehen lassen und nicht vor dem Zubettgehen einnehmen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.
Warum darf ich mich nach der Einnahme nicht hinlegen?
Laut Fachinformation sollen das volle Glas Wasser und die aufrechte Haltung den Transport der Tablette in den Magen erleichtern und dadurch das Risiko von Reizungen der Speiseröhre verringern. Wer Alendronsäure nicht korrekt einnimmt oder trotz Beschwerden weiter einnimmt, hat offenbar ein höheres Risiko für schwere Nebenwirkungen an der Speiseröhre. Legen Sie sich frühestens nach der ersten Mahlzeit des Tages wieder hin.
Welche Nebenwirkungen hat Alendronsäure am häufigsten?
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind Schmerzen an Knochen, Muskeln oder Gelenken, die manchmal schwerwiegend sind. Häufig, bei bis zu 1 von 10, treten Kopfschmerzen, Schwindel, Beschwerden an der Speiseröhre, Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Haarausfall, Juckreiz, Gelenkschwellungen, geschwollene Hände oder Beine sowie Müdigkeit oder Schwäche auf.
Kann Alendronsäure dem Kiefer schaden?
Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, kann es zu einer Schädigung des Kieferknochens kommen (Osteonekrose), im Allgemeinen mit verzögerter Wundheilung und Infektionen, oft nach dem Ziehen eines Zahnes. Pflegen Sie Ihre Zähne sorgfältig, lassen Sie sie regelmäßig zahnärztlich kontrollieren und sagen Sie in der Zahnarztpraxis, dass Sie Alendronsäure einnehmen. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Zahnarztpraxis bei Schmerzen oder Schwellungen im Mund, Taubheitsgefühl im Kiefer oder einem lockeren Zahn.
Was mache ich, wenn ich die Tablette vergessen habe?
Nehmen Sie die Tablette am nächsten Morgen ein, nachdem Sie es bemerkt haben. Nehmen Sie nie zwei Tabletten am selben Tag, sondern setzen Sie die Einnahme danach am gewohnten Wochentag fort. Sind Sie unsicher, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Darf ich Alendronsäure mit Kaffee, Milch oder Mineralwasser einnehmen?
Nein. Laut Fachinformation darf Alendronsäure nur mit Leitungswasser eingenommen werden. Die Packungsbeilage nennt ein volles Glas Wasser und schließt Mineralwasser (still oder mit Kohlensäure), Kaffee, Tee, Saft und Milch ausdrücklich aus, weil Getränke und Nahrungsmittel die Wirksamkeit beeinträchtigen können. Laut Fachinformation verringerte die Einnahme mit Kaffee oder Orangensaft die Aufnahme des Wirkstoffs um etwa 60 Prozent. Auch Calciumpräparate und Mittel gegen Sodbrennen nehmen Sie erst mindestens 30 Minuten nach Alendronsäure ein.
Wie lange nimmt man Alendronsäure?
Laut Fachinformation ist die optimale Dauer einer Behandlung mit Bisphosphonaten bei Osteoporose nicht festgelegt. Ob die Behandlung weitergeführt wird, sollte regelmäßig individuell nach Nutzen und Risiken beurteilt werden, besonders nach 5 oder mehr Jahren. Beenden oder unterbrechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Behandlungen Strahlentherapie: NebenwirkungenMüdigkeit und Hautreizungen im Bestrahlungsfeld gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie.