MedikamenteWirkstoff
Colecalciferol (Vitamin D3): Nebenwirkungen und Wirkung
Colecalciferol ist Vitamin D3. Als Arzneimittel wird es zur Anfangsbehandlung eines Vitamin-D-Mangels sowie zur Vorbeugung von Rachitis und Osteomalazie und unterstützend bei Osteoporose eingesetzt. Ist auf der Packung eine Tagesdosis bis zu 1.000 I.E. angegeben, ist es von der Verschreibungspflicht ausgenommen; andere Arzneimittel wie Weichkapseln mit 20.000 I.E. sind verschreibungspflichtig. Gelegentlich steigt der Calciumspiegel in Blut und Urin. Bei Zeichen einer Überdosierung wie Übelkeit, Erbrechen, übermäßigem Durst und großen Urinmengen wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme.

Wofür wird Colecalciferol eingesetzt?
Colecalciferol ist Vitamin D3 [1]. Hochdosierte Weichkapseln mit 20.000 I.E., etwa Colecalciferol-ratiopharm, sind zur Anfangsbehandlung eines klinisch relevanten Vitamin-D-Mangels bei Erwachsenen zugelassen; die Fachinformation nennt dafür einen Vitamin-D-Spiegel im Blut unter 25 nmol/l bzw. unter 10 ng/ml [1, 2].
Niedriger dosierte Tabletten sind zum Beispiel Dekristol 400 I.E., 500 I.E. und 1000 I.E.; laut den Pflichtangaben des Herstellers werden sie zur Vorbeugung gegen Rachitis und Osteomalazie bzw. bei erkennbarem Risiko einer Vitamin-D-Mangelerkrankung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt, außerdem zur unterstützenden Behandlung der Osteoporose bei Erwachsenen; Dekristol 400 I.E. auch zur Vorbeugung gegen Rachitis bei Frühgeborenen [4]. Für diese Präparate gelten ihre eigenen Packungsbeilagen.
Rezeptpflicht: Nach Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Colecalciferol grundsätzlich verschreibungspflichtig. Ausgenommen sind Zubereitungen zur Anwendung beim Menschen, auf deren Behältnis und äußerer Umhüllung eine Tagesdosis von höchstens 1.000 I.E. (entspricht 0,025 mg) angegeben ist [3]. Weichkapseln mit 20.000 I.E. sind deshalb verschreibungspflichtig [2]. Was die Begriffe bedeuten, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei, apothekenpflichtig, verschreibungspflichtig.
Wie wirkt Colecalciferol?
Vitamin D3 regelt die Aufnahme und den Stoffwechsel von Calcium sowie den Einbau von Calcium in das Knochengewebe [1]. Damit es wirken kann, wird Colecalciferol laut Fachinformation zuerst in der Leber zu 25-Hydroxycolecalciferol umgewandelt (an dessen gewünschten Blutwerten sich unter anderem die Erhaltungsdosis orientiert) und dann in der Niere zur aktiven Form 1,25-Dihydroxycolecalciferol [2].
Die aktive Form fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat im Dünndarm, den Einbau von Calcium in den Knochen und seine Freisetzung aus dem Knochen. In den Nieren verringert sie die Ausscheidung von Calcium und Phosphat, und sie hemmt die Bildung des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon. Vitamin D, das nicht verstoffwechselt wird, wird im Fett- und Muskelgewebe gespeichert; ausgeschieden wird es hauptsächlich über Galle und Stuhl [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Packungsbeilage und Fachinformation von Colecalciferol-ratiopharm nennen nur wenige Nebenwirkungen; die Liste unten führt alle auf, für die sie eine Häufigkeit angeben. "Gelegentlich" heißt: bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Ein erhöhter Calciumspiegel in Blut und Urin ist eine gelegentliche Nebenwirkung, und laut Fachinformation ist ein zu hoher Calciumspiegel auch die schwerwiegendste Folge einer Überdosierung [1, 2]. Zu seinen möglichen Zeichen zählt die Fachinformation Appetitlosigkeit, Durst, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit, geistige Störungen, vermehrtes Trinken (Polydipsie), viel Wasserlassen, Knochenschmerzen, Calciumablagerungen in den Nieren und Nierensteine, in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen [2]. Die Kapselhülle kann Spuren von Phosphatidylcholin aus Soja enthalten, das allergische Reaktionen hervorrufen kann [1]. Mehr zu veränderten Blutwerten lesen Sie auf der Seite Veränderte Laborwerte durch Medikamente.
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) und im Urin (Hyperkalzurie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- HautJuckreiz, Nesselsucht und Hautausschlag (Pruritus, Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsuchtHautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen), zum Beispiel mit geschwollenem Gesicht, Anschwellen von Lippe, Zunge oder Rachen, Schluckstörungen und Atembeschwerden; laut Fachinformation Angioödem oder Kehlkopfödem[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fachinformation kann ein extrem erhöhter Calciumspiegel zu Koma und Tod führen, und anhaltend hohe Calciumspiegel können die Nieren dauerhaft schädigen und Weichteile verkalken lassen [2]. Bewahren Sie das Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Calciumspiegel im Blick behalten: Laut Fachinformation sollen während der Anfangsbehandlung der Calciumspiegel im Blut und die Nierenfunktion kontrolliert werden, besonders bei älteren Menschen, die Herzglykoside oder Entwässerungsmittel einnehmen, bei Neigung zu Nierensteinen und bei Menschen, die sich kaum bewegen können [2]. Nehmen Sie zusätzliches Calcium nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1].
Andere Vitamin-D-Quellen mitrechnen: Nehmen Sie weitere Vitamin-D-Präparate oder Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel ein, sollte laut Fachinformation die Vitamin-D-Menge des Arzneimittels berücksichtigt werden; zusätzliche Vitamin-D-Gaben sollten unter strenger ärztlicher Überwachung eingenommen werden [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Hautreaktionen: Juckreiz, Nesselsucht und Hautausschlag sind selten [1, 2]. Bei Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Rachen, Schluckstörungen oder Atembeschwerden nehmen Sie das Arzneimittel nicht mehr ein und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind Entwässerungsmittel vom Thiazid-Typ wie Hydrochlorothiazid, weil sie die Calciumausscheidung verringern, und Herzglykoside, weil ein durch zu viel Vitamin D erhöhter Calciumspiegel das Risiko für eine Digitalisvergiftung und schwere Herzrhythmusstörungen erhöhen kann [2]. Mittel wie Orlistat, Colestyramin oder Abführmittel mit Paraffinöl können die Aufnahme des fettlöslichen Vitamins verringern [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Entwässerungsmittel vom Thiazid-Typ | Weniger Calcium wird über den Urin ausgeschieden; höheres Risiko für einen erhöhten Calciumspiegel[1, 2] | Calciumspiegel im Blut überwachen lassen |
| Herzglykoside (Digitalis), z. B. Digoxin | Ein durch zu viel Vitamin D erhöhter Calciumspiegel kann das Risiko für eine Digitalisvergiftung und schwere Herzrhythmusstörungen erhöhen[1, 2] | EKG und Calciumspiegel engmaschig überwachen lassen |
| Phenytoin oder Barbiturate (Mittel gegen Epilepsie) | Die Wirkung von Vitamin D kann nachlassen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Glukokortikoide (Kortison) | Vitamin D kann schneller verstoffwechselt und ausgeschieden werden[1, 2] | Die Colecalciferol-Dosis muss möglicherweise erhöht werden |
| Colestyramin, Abführmittel mit Paraffinöl, Orlistat | Vitamin D wird möglicherweise schlechter aufgenommen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Rifampicin, Isoniazid, Actinomycin und Imidazol-Antimykotika | Die Wirkung von Vitamin D kann vermindert sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Magnesiumhaltige Präparate, z. B. Antazida (Mittel gegen Sodbrennen) | Risiko für einen zu hohen Magnesiumspiegel bei hohen Vitamin-D-Dosen[1, 2] | Laut Fachinformation während der Behandlung mit hohen Dosen nicht einnehmen |
| Phosphorhaltige Präparate in hohen Dosen | Höheres Risiko für einen zu hohen Phosphatspiegel[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Colecalciferol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung darf Colecalciferol-ratiopharm laut Fachinformation nicht angewendet werden, da Vitamin D3 dann möglicherweise nicht normal verstoffwechselt wird [2]. Mehr zur Nierenfunktion auf der Seite Niereninsuffizienz.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Colecalciferol, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Zu hoher Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) oder im Urin (Hyperkalzurie); laut Fachinformation auch Erkrankungen oder Zustände, die dazu führen[1, 2]
- Erhöhte Vitamin-D-Spiegel im Blut (Hypervitaminose D)[1, 2]
- Calciumablagerungen in den Nieren (Nephrokalzinose)[1, 2]
- Nierensteine oder schwerwiegende Nierenprobleme[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Sarkoidose, eine Bindegewebserkrankung, die Lunge, Haut und Gelenke betrifft; laut Fachinformation werden dann die Calciumspiegel in Blut und Urin überwacht[1, 2]
- Behandlung wegen einer Herzerkrankung[1]
- Stark eingeschränkte Beweglichkeit: Risiko für erhöhte Calciumspiegel in Blut oder Urin[1, 2]
- Andere Arzneimittel mit Vitamin D: Laut Fachinformation sollte die Vitamin-D-Menge des Arzneimittels berücksichtigt werden, wenn andere Vitamin-D-Präparate verschrieben werden oder Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden; zusätzliche Vitamin-D-Gaben sollten unter strenger ärztlicher Überwachung eingenommen werden[1, 2]
- Nierenprobleme oder frühere Nierensteine; laut Fachinformation werden bei eingeschränkter Nierenfunktion Calcium und Phosphat überwacht[1, 2]
- Pseudohypoparathyreoidismus, eine seltene genetische Störung, bei der der Körper nicht auf das Nebenschilddrüsenhormon anspricht; laut Fachinformation wird Vitamin D dann nicht empfohlen[1, 2]
- Zusätzliches Calcium nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1]
- Laut Fachinformation sollen während der Anfangsbehandlung der Calciumspiegel im Blut und die Nierenfunktion kontrolliert werden, vor allem bei älteren Menschen, die Herzglykoside oder Entwässerungsmittel einnehmen, bei Neigung zu Nierensteinen und bei Menschen, die sich kaum bewegen können[2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Hochdosierte Weichkapseln mit 20.000 I.E. werden nicht empfohlen; für Kinder sind andere Zubereitungen möglicherweise besser geeignet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Die Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit beziehen sich auf das hochdosierte Arzneimittel mit 20.000 I.E.; für niedriger dosierte Präparate gilt deren Packungsbeilage [1, 2]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Die Einnahme des hochdosierten Arzneimittels mit 20.000 I.E. wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen; es sollte ein niedriger dosiertes Arzneimittel angewendet werden. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1, 2]
Laut Fachinformation muss eine Überdosierung in der Schwangerschaft vermieden werden: Ein lang anhaltend erhöhter Calciumspiegel kann beim Kind zu körperlicher und geistiger Entwicklungsverzögerung, einer Verengung oberhalb der Aortenklappe (supravalvuläre Aortenstenose) und Netzhautschäden führen. Laut Fachinformation sollten sich Frauen während der Schwangerschaft an die Empfehlungen ihrer Ärztin oder ihres Arztes halten, da der Bedarf je nach Schwere der Erkrankung und Ansprechen auf die Behandlung unterschiedlich sein kann; die Angaben der Fachinformation zur Tagesmenge stehen im Abschnitt Dosierung.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Vitamin D3 geht in die Muttermilch über; das hochdosierte Arzneimittel wird in der Stillzeit nicht empfohlen. Erhält das gestillte Kind zusätzlich Vitamin D, sollte das berücksichtigt werden. Laut Fachinformation wurde eine Überdosierung bei Säuglingen durch stillende Mütter nicht beobachtet.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Colecalciferol hat keine bekannten Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Kapseln im Ganzen mit Wasser schlucken, vorzugsweise zu einer Mahlzeit; laut Fachinformation vorzugsweise zur Hauptmahlzeit des Tages. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Arzneimittel zur Anwendung beim Menschen sind nur dann von der Verschreibungspflicht ausgenommen, wenn auf Behältnis und äußerer Umhüllung eine Tagesdosis bis zu 1.000 I.E. (entspricht 0,025 mg) Colecalciferol angegeben ist. Halten Sie sich an die Dosis in der Packungsbeilage Ihres Präparats; laut Fachinformation sollte die Vitamin-D-Menge des Arzneimittels berücksichtigt werden, wenn andere Vitamin-D-Präparate verschrieben werden oder Sie Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.[3, 2]
Absetzen
Laut Fachinformation wird die Behandlung bei einer Calciumausscheidung im Urin über 300 mg (7,5 mmol) in 24 Stunden abgebrochen; bei Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion wird die Dosis verringert oder die Behandlung beendet.[2]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen oder hat ein Kind das Arzneimittel versehentlich eingenommen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notaufnahme. Häufigste Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, übermäßiger Durst, große Urinmengen, Verstopfung, Austrocknung sowie erhöhte Calciumwerte in Blut und Urin. Laut Fachinformation ist die schwerwiegendste Folge einer Überdosierung ein zu hoher Calciumspiegel im Blut; zu seinen Zeichen können außerdem Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Müdigkeit, geistige Störungen, vermehrtes Trinken (Polydipsie), Knochenschmerzen, Calciumablagerungen in den Nieren und Nierensteine gehören, in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen. Ein extrem hoher Calciumspiegel kann zu Koma und Tod führen; anhaltend hohe Calciumspiegel können die Nieren dauerhaft schädigen und Weichteile verkalken lassen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der Weichkapseln mit 20.000 I.E. nennt eine Dosis für die Anfangsbehandlung des Vitamin-D-Mangels bei Erwachsenen; laut Fachinformation legt die Ärztin oder der Arzt die Dosis individuell fest und erwägt nach dem ersten Monat eine niedrigere Erhaltungsdosis [1, 2]. Außerdem gibt die Übersicht die Angaben der Fachinformation für Schwangere wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Laut Fachinformation gibt es auch Arzneimittel mit geringeren Stärken als 20.000 I.E.; für sie gilt die Dosis in ihrer eigenen Packungsbeilage [2].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Colecalciferol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Die Kapseln werden im Ganzen mit Wasser geschluckt, vorzugsweise zu einer Mahlzeit; haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Laut Fachinformation wird die Behandlung abgebrochen, wenn zu viel Calcium mit dem Urin ausgeschieden wird; bei Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion wird die Dosis verringert oder die Behandlung beendet [2].
Präparate mit Colecalciferol
Colecalciferol gibt es als verschreibungspflichtige, hochdosierte Weichkapseln und als niedriger dosierte Tabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Colecalciferol-ratiopharm 20 000 I.E. Weichkapseln [1, 2]. Für Präparate, die Colecalciferol zusammen mit Calcium oder mit einem Osteoporosemittel wie Alendronsäure enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen. Weitere Wirkstoffe stellt die Seite Vitamine, Mineralstoffe und Eisenpräparate vor.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Colecalciferol-ratiopharm 20 000 I.E. | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Weichkapseln; Grundlage dieser Seite |
| Dekristol 400 I.E., 500 I.E. und 1000 I.E. | mibe GmbH Arzneimittel | Tabletten zur Vorbeugung und unterstützenden Behandlung |
| Vitamin D3 STADA 20.000 I.E. | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Weichkapseln |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Colecalciferol-ratiopharm 20 000 I.E. Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Colecalciferol-ratiopharm 20 000 I.E. Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Colecalciferol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Pflichtangaben Dekristol 400 I.E./500 I.E./1000 I.E. Tabletten. mibe GmbH Arzneimittel. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Ist Vitamin D3 rezeptpflichtig?
Das hängt von der Dosis ab. Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung sind Arzneimittel mit Colecalciferol zur Anwendung beim Menschen nur dann von der Verschreibungspflicht ausgenommen, wenn auf Behältnis und äußerer Umhüllung eine Tagesdosis bis zu 1.000 I.E. (entspricht 0,025 mg) angegeben ist. Andere Arzneimittel, etwa Weichkapseln mit 20.000 I.E., sind verschreibungspflichtig.
Wofür wird Colecalciferol eingesetzt?
Hochdosierte Weichkapseln mit 20.000 I.E. sind zur Anfangsbehandlung eines klinisch relevanten Vitamin-D-Mangels bei Erwachsenen zugelassen. Für niedriger dosierte Tabletten nennen die Pflichtangaben des Herstellers zu Dekristol 400 I.E., 500 I.E. und 1000 I.E. die Vorbeugung gegen Rachitis und Osteomalazie bzw. bei erkennbarem Risiko einer Vitamin-D-Mangelerkrankung sowie die unterstützende Behandlung der Osteoporose bei Erwachsenen. Welches Präparat für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Kann man Vitamin D überdosieren?
Ja. Laut Fachinformation ist die schwerwiegendste Folge einer Überdosierung ein zu hoher Calciumspiegel im Blut. Die häufigsten Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, übermäßiger Durst, große Urinmengen, Verstopfung und Austrocknung; in schweren Fällen können Herzrhythmusstörungen auftreten, und anhaltend hohe Calciumspiegel können die Nieren dauerhaft schädigen. Haben Sie zu viel eingenommen oder hat ein Kind Kapseln geschluckt, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notaufnahme.
Darf ich Vitamin D zusätzlich zu Nahrungsergänzungsmitteln nehmen?
Laut Fachinformation sollte die Vitamin-D-Menge des Arzneimittels berücksichtigt werden, wenn andere Vitamin-D-Präparate verschrieben werden oder Sie Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen; zusätzliche Vitamin-D-Gaben sollten unter strenger ärztlicher Überwachung eingenommen werden. Sagen Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, welche Präparate Sie sonst einnehmen.
Wann nehme ich Vitamin D am besten ein?
Die Kapseln werden im Ganzen mit Wasser geschluckt, vorzugsweise zu einer Mahlzeit; die Fachinformation nennt die Hauptmahlzeit des Tages. Wie oft und wie lange Sie Colecalciferol einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Darf ich hochdosiertes Vitamin D in der Schwangerschaft nehmen?
Die Packungsbeilage der Weichkapseln mit 20.000 I.E. empfiehlt die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit nicht; stattdessen sollte ein niedriger dosiertes Arzneimittel angewendet werden. Laut Fachinformation muss eine Überdosierung in der Schwangerschaft vermieden werden, weil ein lang anhaltend erhöhter Calciumspiegel dem Kind schaden kann. Lassen Sie sich ärztlich beraten.
Welche Arzneimittel vertragen sich nicht mit Vitamin D?
Wichtig sind unter anderem Entwässerungsmittel vom Thiazid-Typ, die zusammen mit Vitamin D das Risiko für einen erhöhten Calciumspiegel steigern, und Herzglykoside wie Digoxin, bei denen ein erhöhter Calciumspiegel das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht. Andere Mittel wie Phenytoin, Rifampicin, Colestyramin oder Orlistat können die Wirkung von Vitamin D abschwächen. Die vollständige Übersicht steht im Abschnitt Wechselwirkungen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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