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Hydrochlorothiazid (HCT): Nebenwirkungen und Wirkung
Hydrochlorothiazid, kurz HCT, ist ein verschreibungspflichtiges Entwässerungsmittel (Thiazid-Diuretikum) gegen Bluthochdruck und Wassereinlagerungen, das bei chronischer Herzschwäche zusätzlich zu ACE-Hemmern eingesetzt wird. Sehr häufig verändert es die Blutsalze, vor allem durch Kalium- und Natriummangel; häufig steigen Blutzucker, Harnsäure und Blutfette. Die Behandlung, vor allem eine hoch dosierte Langzeitanwendung, kann das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor der Sonne.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion: insbesondere Mangel an Kalium und Natrium, außerdem Mangel an Magnesium und Chlorid und ein erhöhter Calciumgehalt im Blut[1, 2]
- Sehr häufig: Zucker im Urin (Glukosurie)[1, 2]
- Häufig: Verringerung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum[1, 2]
- Häufig: Wieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie), die bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen können[1, 2]
- Häufig: Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), auch bei Stoffwechselgesunden; ein bestehender Diabetes kann sich verschlechtern, ein bisher unerkannter Diabetes in Erscheinung treten[1, 2]
- Häufig: Anstieg der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride)[1, 2]
- Häufig: Verstärkte Ausscheidung von Magnesium im Urin (Hypermagnesiurie)[1, 2]
Wofür wird Hydrochlorothiazid eingesetzt?
Hydrochlorothiazid, kurz HCT, ist ein verschreibungspflichtiges harntreibendes Arzneimittel aus der Gruppe der Diuretika, genauer der Thiazide [1, 2]. Es steigert die Harnausscheidung, kann so Wasseransammlungen im Gewebe ausschwemmen und senkt den Blutdruck [1].
Angewendet wird Hydrochlorothiazid bei Bluthochdruck, bei Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen) infolge von Erkrankungen des Herzens, der Leber oder der Nieren und zur unterstützenden Behandlung einer chronischen Herzmuskelschwäche zusätzlich zu ACE-Hemmern [1, 2]. Bei schwerer Herzmuskelschwäche sollte laut Packungsbeilage zusätzlich auch Digitalis erwogen werden [1]. Hydrochlorothiazid ist außerdem in festen Kombinationen mit anderen Blutdrucksenkern enthalten, etwa mit Valsartan; dafür gelten eigene Packungsbeilagen [4].
Wie wirkt Hydrochlorothiazid?
Hydrochlorothiazid hemmt vor allem in einem Abschnitt der Nierenkanälchen, dem distalen Tubulus, die Rückaufnahme von Natrium. Mit Natrium und Chlorid scheidet der Körper auch mehr Wasser aus; höchstens etwa 15 Prozent des gefilterten Natriums können so ausgeschieden werden [2]. Dabei steigt auch die Ausscheidung von Kalium. Bei längerer Behandlung wird dagegen weniger Calcium ausgeschieden, sodass der Calciumwert im Blut steigen kann [2]. Wie Hydrochlorothiazid den Blutdruck senkt, ist laut Fachinformation noch nicht ausreichend geklärt [2].
Die vermehrte Ausscheidung von Salz und Wasser setzt etwa 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein, ist nach 3 bis 6 Stunden am stärksten und hält je nach Dosis 6 bis 12 Stunden an [2]. Etwa 80 Prozent werden aus dem Darm aufgenommen; die Halbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei etwa 6 bis 8 Stunden, und bei Gesunden verlassen mehr als 95 Prozent den Körper unverändert über die Nieren [2]. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist Hydrochlorothiazid praktisch unwirksam und kann sogar schaden [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die Packungsbeilage rät, Hydrochlorothiazid bei den genannten Nebenwirkungen nicht weiter einzunehmen und möglichst umgehend die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen, die oder der über weitere Maßnahmen entscheidet [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten verändert Hydrochlorothiazid den Salz- und Wasserhaushalt, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion: vor allem durch einen Mangel an Kalium und Natrium [1, 2]. Bei hoher Dosierung kann sich ein Flüssigkeits- und Natriumverlust unter anderem durch Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit und Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Schläfrigkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit, Muskelkrämpfe, Herzklopfen, Blutdruckabfall und Kreislaufkollaps zeigen. Bei sehr starker Entwässerung kann sich das Blut eindicken; vor allem bei Venenerkrankungen oder im höheren Alter steigt dann die Neigung zu Thrombosen und Embolien [1, 2]. Häufig steigen außerdem der Blutzucker, die Harnsäure und die Blutfette [1, 2].
Weißer Hautkrebs: In zwei Studien auf Grundlage des dänischen Krebsregisters stieg das Risiko für nicht-melanozytären Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) mit der über die Zeit eingenommenen Gesamtmenge an Hydrochlorothiazid; eine der beiden Studien ergab einen möglichen Zusammenhang mit Lippenkrebs. Die lichtsensibilisierende Wirkung könnte dazu beitragen [2]. Die Packungsbeilage nennt Haut- und Lippenkrebs als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit [1]. Über dieses Risiko haben die Zulassungsinhaber hydrochlorothiazidhaltiger Arzneimittel im Oktober 2018 in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM in einem Rote-Hand-Brief informiert. Danach sollten Patientinnen und Patienten ihre Haut regelmäßig auf neue Hautveränderungen und auf Veränderungen bestehender Hautstellen untersuchen und verdächtige Hautveränderungen melden [4]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungStörungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion: insbesondere Mangel an Kalium und Natrium, außerdem Mangel an Magnesium und Chlorid und ein erhöhter Calciumgehalt im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelNatriummangel
- Nieren und HarnwegeZucker im Urin (Glukosurie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerringerung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmAppetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum[1, 2]Mehr dazu: AppetitlosigkeitÜbelkeitErbrechenDurchfallVerstopfungBauchschmerzen
- Nieren und HarnwegeWieder zurückgehender Anstieg von Harnstoff und Kreatinin im Blut[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenVeränderte Laborwerte
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie), die bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen können[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), auch bei Stoffwechselgesunden; ein bestehender Diabetes kann sich verschlechtern, ein bisher unerkannter Diabetes in Erscheinung treten[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungVerstärkte Ausscheidung von Magnesium im Urin (Hypermagnesiurie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungMagnesiummangel im Blut (Hypomagnesiämie) als Folge der verstärkten Magnesiumausscheidung[1, 2]Mehr dazu: Nährstoffmangel
- Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktionen als Haut- und Schleimhautreaktionen, selten als Nierenentzündung (interstitielle Nephritis), Gelbsucht durch Gallestau, Entzündung der Blutgefäße, Blutbildveränderungen oder Arzneimittelfieber[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenFieber
- AugenSehstörungen wie verschwommenes Sehen oder Gelbsehen, verminderte Bildung von Tränenflüssigkeit (Vorsicht beim Tragen von Kontaktlinsen); eine bestehende Kurzsichtigkeit kann sich verschlechtern[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBlutdruckabfall, auch beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen), vor allem bei verminderter Blutmenge oder Flüssigkeitsmangel, etwa bei schwerer Herzschwäche oder hohen Dosen harntreibender Mittel[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße (Vaskulitis), in Einzelfällen mit Absterben von Gewebe[1, 2]
- AtemwegeAtemnot und Atembeschwerden, eine bestimmte akute Form der Lungenentzündung (akute interstitielle Pneumonie)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Leber und GalleAnstieg des Enzyms Amylase im Blut, akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungVeränderte Laborwerte
- HautAllergische Haut- und Schleimhautreaktionen wie Juckreiz, Hautrötung, Hautausschläge, auch durch Lichteinwirkung (photoallergisches Exanthem), kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhaut (Purpura) und stark juckende Quaddeln (Nesselsucht)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagLichtempfindlichkeit der HautNesselsuchtBlutungen und blaue Flecken
- Nieren und HarnwegeAkute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustPotenzstörungen[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenFieberhafte Zustände (Arzneimittelfieber)[1, 2]Mehr dazu: Fieber
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie ein Kreislaufkollaps (anaphylaktischer Schock); erste Anzeichen sind unter anderem heftige Hautrötung (Flush) oder Nesselsucht, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit und bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtHitzewallungenVermehrtes SchwitzenÜbelkeitNiedriger Blutdruck
- PsycheDepressionen, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungSchlafstörungen
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel, Missempfindungen wie Kribbeln in den Gliedmaßen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelKribbeln und Taubheitsgefühl
- HerzHerzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Leber und GalleGelbsucht (Ikterus)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Stoffwechsel und ErnährungBei sehr starker Harnausscheidung mit verminderter Blutmenge und Flüssigkeitsmangel: Krampfanfälle, Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und akutes Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckKrampfanfälleMüdigkeitVerwirrtheitNierenfunktionsstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch vermehrten Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie) oder durch Störungen der Blutbildung im Knochenmark (aplastische Anämie); starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinbeschwerden (Agranulozytose); Hinweise darauf können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitFieber
- Blut und LymphsystemBei gleichzeitiger Einnahme von Methyldopa in Einzelfällen Auflösung roter Blutkörperchen durch Antikörper gegen Hydrochlorothiazid (immunhämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AtemwegePlötzlich auftretendes Lungenödem mit Schockbeschwerden, vermutlich allergisch; akute Atemnot (akutes Atemnotsyndrom) mit starker Kurzatmigkeit, Fieber, Schwäche und Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: AtemnotSchwäche (Asthenie)FieberVerwirrtheit
- HautSchwerwiegende Hauterkrankung mit Blasenbildung (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- HautIn Einzelfällen kutaner Lupus erythematodes, lupusähnliche Hautreaktionen oder das Wiederaufflammen eines Lupus erythematodes[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AugenVerminderung des Sehvermögens oder Augenschmerzen durch erhöhten Augendruck: mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Aderhaut (Aderhauterguss) oder eines akuten Winkelblockglaukoms; akute Kurzsichtigkeit[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Gutartige und bösartige NeubildungenHaut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs: Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom)[1, 2]
- Leber und GalleAkute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) bei vorbestehenden Gallensteinen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Nach der Einnahme von Hydrochlorothiazid wurden sehr selten schwere Fälle von akuter Schädigung der Atemwege einschließlich eines akuten Atemnotsyndroms berichtet; das Wasser in der Lunge entwickelt sich typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden. Ist das einmal aufgetreten, darf Hydrochlorothiazid nicht wieder angewendet werden [2]. Ein Aderhauterguss oder akutes Winkelblockglaukom zeigt sich durch eine plötzlich verringerte Sehschärfe oder Augenschmerzen, typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Behandlung [1, 2]. Bestimmte Nebenwirkungen wie ein Kaliummangel oder Blutbildveränderungen können unter Umständen lebensbedrohlich werden [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Blutsalze und Flüssigkeit: Achten Sie während der Behandlung auf ausreichendes Trinken und essen Sie wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel, zum Beispiel Bananen, Gemüse oder Nüsse [1, 2]. Unerwünschte Flüssigkeitsverluste, etwa durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen, sollen ausgeglichen werden [1, 2]. Der Gewichtsverlust durch die verstärkte Harnausscheidung sollte 1 kg am Tag nicht überschreiten [1, 2]. Bei einer Langzeitbehandlung werden Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Nierenwerte, Blutfette, Harnsäure und Blutzucker regelmäßig kontrolliert [1, 2].
Haut schützen: Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange Sie Hydrochlorothiazid einnehmen [1]. Laut Fachinformation gehören dazu, die Sonnen- und UV-Bestrahlung einzuschränken und sich andernfalls angemessen zu schützen, die Haut regelmäßig auf neue Veränderungen zu prüfen und verdächtige Stellen unverzüglich zu melden [2].
Blutzucker und Magen-Darm: Der Blutzucker steigt unter Hydrochlorothiazid häufig; bei bestehendem oder bisher unerkanntem Diabetes wird er regelmäßig kontrolliert [1, 2]. Treten ausgeprägte Magen-Darm-Beschwerden auf, sollte die Behandlung laut Packungsbeilage abgebrochen werden; sprechen Sie dann möglichst umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Blutdrucksenker, Nitrate, bestimmte Psychopharmaka und Alkohol können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken; zusammen mit einem ACE-Hemmer droht zu Beginn ein starker Blutdruckabfall [1, 2]. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR können die Wirkung abschwächen [1, 2]. Zusammen mit Kortison, Abführmitteln oder anderen kaliumausscheidenden Mitteln wie Furosemid geht mehr Kalium verloren, und ein Kaliummangel kann die Wirkung von Digitalis verstärken [1, 2]. Bei Lithium wird empfohlen, den Lithiumspiegel sorgfältig zu überwachen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril) | Zu Beginn massiver Blutdruckabfall bis zum Schock und Verschlechterung der Nierenfunktion, selten bis zum akuten Nierenversagen[1, 2] | Laut Packungsbeilage sollte das Diuretikum 2 bis 3 Tage vor Beginn eines ACE-Hemmers abgesetzt werden, nach ärztlicher Anweisung |
| Andere harntreibende oder blutdrucksenkende Mittel (z. B. Betablocker), Nitrate, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, gefäßerweiternde Mittel; Alkohol | Blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden; mit anderen Diuretika verstärkte Harnausscheidung[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure), Salicylate, Phenytoin | Blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung kann nachlassen; die giftige Wirkung hoch dosierter Salicylate auf das zentrale Nervensystem kann zunehmen; bei Flüssigkeitsmangel ist ein akutes Nierenversagen möglich[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Betablocker | Höheres Risiko für einen erhöhten Blutzucker[1, 2] | Blutzucker kontrollieren lassen |
| Insulin und blutzuckersenkende Tabletten, harnsäuresenkende Mittel, gefäßverengende Mittel (z. B. Epinephrin, Norepinephrin) | Wirkung dieser Mittel kann abgeschwächt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Herzwirksame Glykoside (Digitalis) | Bei Kalium- oder Magnesiummangel stärkere Wirkung und mehr Nebenwirkungen der Glykoside[1, 2] | Kalium und Magnesium kontrollieren lassen |
| Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können (z. B. Terfenadin, Antiarrhythmika der Klassen I und III) | Bei Elektrolytstörungen höheres Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Kaliumausscheidende Diuretika (z. B. Furosemid), Kortison (Glukokortikoide), ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G, Salicylate, Amphotericin B, Abführmittel | Verstärkte Kaliumverluste[1, 2] | Kalium kontrollieren lassen |
| Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat) | Stärkere Schädigung des Knochenmarks, vor allem weniger Granulozyten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Lithium | Lithium wird langsamer ausgeschieden; seine schädliche Wirkung auf Herz und Nerven kann zunehmen[1, 2] | Lithiumspiegel sorgfältig überwachen lassen |
| Curareartige Muskelrelaxanzien (bei Narkosen) | Wirkung kann verstärkt oder verlängert werden[1, 2] | Narkoseärztin oder Narkosearzt informieren |
| Colestyramin oder Colestipol (Cholesterinsenker) | Hydrochlorothiazid wird schlechter aus dem Darm aufgenommen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Methyldopa (Blutdrucksenker) | In Einzelfällen Auflösung roter Blutkörperchen durch Antikörper[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Allopurinol (Gichtmittel) | Höheres Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Amantadin | Mehr Nebenwirkungen von Amantadin möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Calciumsalze oder Vitamin-D-Präparate | Calciumspiegel im Blut kann steigen[1, 2] | Calcium überwachen lassen |
| Ciclosporin | Höheres Risiko für erhöhte Harnsäure und gichtähnliche Beschwerden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Carbamazepin (Mittel gegen Krampfanfälle) | Laut EMA-Fachinformation von CoAprovel (Irbesartan/Hydrochlorothiazid) wurde die gleichzeitige Anwendung mit dem Risiko eines Natriummangels im Blut mit Beschwerden (symptomatische Hyponatriämie) in Verbindung gebracht; Packungsbeilage und Fachinformation von HCT-ratiopharm nennen dagegen einen möglichen Anstieg des Natriumspiegels[1, 2, 5] | Natriumspiegel regelmäßig kontrollieren lassen |
| Chinidin (Herzrhythmusmittel) | Chinidin wird langsamer ausgeschieden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Hydrochlorothiazid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Haben Sie eine Allergie gegen Sulfonamide, zum Beispiel gegen das Antibiotikum Cotrimoxazol, dürfen Sie Hydrochlorothiazid wegen möglicher Kreuzreaktionen nicht einnehmen [1, 2]. Bei älteren Menschen wird besonders auf die Nierenfunktion geachtet [1]. Für Kinder und Jugendliche ist Hydrochlorothiazid nicht geeignet, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen [1, 2]. Hydrochlorothiazid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, Sulfonamide (z. B. Cotrimoxazol, Kreuzreaktionen) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwere Nierenfunktionsstörung mit stark verminderter oder fehlender Harnproduktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml)[1, 2]
- Akute Nierenentzündung (Glomerulonephritis)[1, 2]
- Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen (Coma und Praecoma hepaticum)[1, 2]
- Erniedrigter Kalium- oder Natriumspiegel im Blut, erhöhter Calciumspiegel im Blut[1, 2]
- Verminderte Blutmenge (Hypovolämie) oder Flüssigkeitsmangel (Dehydratation)[1, 2]
- Gicht[1, 2]
- Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) nach einer früheren Einnahme von Hydrochlorothiazid[2]
Besondere Vorsicht bei
- Stark erniedrigter Blutdruck[1, 2]
- Durchblutungsstörungen der Hirngefäße oder der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)[1, 2]
- Bestehender oder bisher nicht erkannter Diabetes mellitus: Blutzucker regelmäßig kontrollieren[1, 2]
- Leicht eingeschränkte Nierenfunktion (Serum-Kreatinin 1,1 bis 1,8 mg/100 ml bzw. Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) oder eingeschränkte Leberfunktion[1, 2]
- Frühere Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie: höheres Risiko für ein akutes Winkelblockglaukom[1, 2]
- Hautkrebs jetzt oder früher oder eine unerwartete Hautveränderung während der Behandlung: Die Behandlung, besonders eine hoch dosierte Langzeitanwendung, kann das Risiko für einige Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs) erhöhen; die Haut vor Sonne und UV-Strahlen schützen und regelmäßig auf neue Hautveränderungen und auf Veränderungen bestehender Hautstellen prüfen[1, 2, 4]
- Atem- oder Lungenprobleme, einschließlich Entzündungen oder Wasser in der Lunge, nach einer früheren Einnahme von Hydrochlorothiazid[1, 2]
- Langzeitbehandlung: regelmäßige Kontrolle von Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Kreatinin, Harnstoff, Blutfetten, Harnsäure und Blutzucker[1, 2]
- Auf ausreichendes Trinken achten und wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel essen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse); der Gewichtsverlust durch die verstärkte Harnausscheidung sollte 1 kg am Tag nicht überschreiten[1, 2]
- Ältere Menschen: auf eine eingeschränkte Nierenfunktion achten[1]
- Kinder und Jugendliche: nicht geeignet, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen[1, 2]
- Doping: Hydrochlorothiazid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über eine bestehende oder vermutete Schwangerschaft; in der Regel wird sie oder er zu einem anderen Arzneimittel raten. Hydrochlorothiazid wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, weil es in die Plazenta gelangt und nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dem ungeborenen Kind und dem Neugeborenen schaden kann.[1, 2]
Laut Fachinformation kann es im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel die Durchblutung von Mutterkuchen und Kind stören und beim Kind zu Gelbsucht, Störungen der Blutsalze und zu wenigen Blutplättchen führen. Bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshochdruck oder Präeklampsie sollte es nicht angewendet werden, bei Schwangeren mit essenzieller Hypertonie, einer Form des Bluthochdrucks, nur in den seltenen Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist.[2]
Embryotox ordnet Hydrochlorothiazid den Mitteln mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen zu (mittlerer Erfahrungsumfang). Thiaziddiuretika gehören nicht zur Standardbehandlung eines chronischen Bluthochdrucks in der Schwangerschaft und sollten nicht bei Schwangerschaftshochdruck, Schwangerschaftsödemen oder Präeklampsie eingesetzt werden. Allenfalls bei schwerem chronischem Bluthochdruck mit bereits bestehender Behandlung mit drei blutdrucksenkenden Mitteln einschließlich Hydrochlorothiazid kann laut Embryotox nach individueller Abwägung von Nutzen und Risiko erwogen werden, die Behandlung fortzuführen. Ist in der Schwangerschaft ein Diuretikum erforderlich, sollte laut Embryotox primär Hydrochlorothiazid in Betracht gezogen werden. Nach einer Einnahme im ersten Drittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden; bei einer langfristigen Behandlung sollten Fruchtwasser und Wachstum des Kindes per Ultraschall kontrolliert werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin; als Diuretikum nennt Embryotox keine besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Hydrochlorothiazid wird für stillende Mütter nicht empfohlen. Laut Fachinformation geht es in geringen Mengen in die Muttermilch über; hohe Dosen können die Milchbildung hemmen. Wird es in der Stillzeit angewendet, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein.[1, 2]
Embryotox hält Hydrochlorothiazid bis zu einer Tagesdosis von 50 mg in der Stillzeit für akzeptabel; hohe Dosierungen könnten die Milchproduktion beeinträchtigen. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt sollte informiert sein.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Hydrochlorothiazid verstärken. Zusammen mit Alkohol kann auch das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Die Behandlung bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Hydrochlorothiazid kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zum Autofahren, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei Dosiserhöhung, beim Wechsel des Präparats und zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut zum Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einnehmen. Über die Dauer der Anwendung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern mit der verordneten Dosis fortfahren.[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach einer Langzeitbehandlung sollte Hydrochlorothiazid ausschleichend abgesetzt werden.[1, 2]
Überdosierung
Bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt benachrichtigen und die Packung bereithalten. Mögliche Folgen sind Durst, Schwäche, Schwindel, Muskelschmerzen und -krämpfe, Kopfschmerzen, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Kreislaufstörungen beim Aufstehen, bei starkem Flüssigkeitsverlust auch Thromboseneigung, Krampfanfälle, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma und akutes Nierenversagen. Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt für Bluthochdruck und Wassereinlagerungen je eine Anfangs- und eine Erhaltungsdosis, für die Herzmuskelschwäche eine Tagesdosis; bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen sollte der Einschränkung entsprechend dosiert werden [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor allem nach dem Behandlungserfolg fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut zum Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel einem Glas Wasser. Wie lange Sie Hydrochlorothiazid einnehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Art und Schwere der Erkrankung [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern fahren mit der verordneten Dosis fort [1].
Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; nach einer Langzeitbehandlung sollte Hydrochlorothiazid ausschleichend abgesetzt werden [1, 2]. Hydrochlorothiazid kann die Wirkung bestimmter Muskelentspannungsmittel, die bei Narkosen eingesetzt werden, verstärken oder verlängern; kann es vorher nicht abgesetzt werden, muss die Narkoseärztin oder der Narkosearzt davon wissen [1, 2]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Hydrochlorothiazid
Hydrochlorothiazid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, auch in festen Kombinationen, etwa mit ACE-Hemmern oder Sartanen; für Kombinationspräparate gelten eigene Packungsbeilagen [4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von HCT-ratiopharm 25 mg [1, 2]. Weitere Entwässerungsmittel sind etwa Torasemid und Spironolacton.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| HCT-CT | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 25 mg |
| HCT-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 25 mg; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Hydrochlorothiazid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Hydrochlorothiazid (HCT): Risiko von nichtmelanozytärem Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom der Haut). Zulassungsinhaber hydrochlorothiazidhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 17.10.2018. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation CoAprovel (Irbesartan/Hydrochlorothiazid), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen. Sanofi Winthrop Industrie. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Erhöht HCT das Risiko für Hautkrebs?
Ja. Laut Packungsbeilage kann die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine hoch dosierte Langzeitanwendung, das Risiko für einige Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs) erhöhen; laut Fachinformation stieg das Risiko in Studien mit der insgesamt eingenommenen Menge. Schützen Sie Ihre Haut vor Sonne und UV-Strahlen, prüfen Sie sie regelmäßig und zeigen Sie neue oder verdächtige Hautveränderungen unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hatten Sie schon einmal Hautkrebs, sprechen Sie vor der Einnahme mit ihr oder ihm.
Wann sollte ich HCT einnehmen?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie die Tabletten unzerkaut zum Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit ein, zum Beispiel einem Glas Wasser. Laut Fachinformation setzt die vermehrte Harnausscheidung nach etwa 1 bis 2 Stunden ein und hält je nach Dosis 6 bis 12 Stunden an. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge.
Muss ich unter HCT auf Kalium achten?
Ja. Ein Kaliummangel gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; er kann sich durch Müdigkeit, Muskelschwäche, Missempfindungen, Verstopfung oder Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen. Laut Packungsbeilage sollten Sie wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel essen, etwa Bananen, Gemüse und Nüsse, und ausreichend trinken. Der Kaliumwert wird zu Beginn und bei längerer Einnahme regelmäßig kontrolliert.
Kann HCT Gicht auslösen?
Erhöhte Harnsäurewerte im Blut sind unter Hydrochlorothiazid häufig und können bei entsprechender Veranlagung Gichtanfälle auslösen. Bei bestehender Gicht darf Hydrochlorothiazid nicht eingenommen werden. Die Harnsäure wird während der Behandlung regelmäßig kontrolliert.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich HCT nehme?
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Hydrochlorothiazid verstärken, und zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein. Wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Allgemeines im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Darf ich HCT in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Hydrochlorothiazid wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über eine bestehende oder vermutete Schwangerschaft. In der Regel wird zu einem anderen Arzneimittel geraten. Für stillende Mütter wird es laut Packungsbeilage ebenfalls nicht empfohlen. Das Beratungszentrum Embryotox hält Hydrochlorothiazid in der Stillzeit bis zu einer bestimmten Tagesdosis für akzeptabel (siehe Karte Stillzeit); besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Dosis HCT ist üblich?
Die Dosis hängt vom Anwendungsgebiet ab und wird vor allem nach dem Behandlungserfolg festgelegt; bei Bluthochdruck ist sie niedriger als bei Wassereinlagerungen. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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