NebenwirkungenNebenwirkung

Nährstoffmangel durch Medikamente

Einige Medikamente können dazu führen, dass dem Körper bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe fehlen. Metformin kann den Vitamin-B12-Spiegel senken. Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol können bei längerer Einnahme die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen und den Magnesiumwert senken, Carbamazepin kann den Folsäurespiegel senken, und Colestyramin und Orlistat können die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen beeinträchtigen. Ein Magnesiummangel unter Omeprazol kann sich laut Fachinformation schleichend entwickeln und übersehen werden. Ob Blutwerte kontrolliert werden, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau um die sechzig mit kurzem grauem Haar sitzt müde am Esstisch und stützt den Kopf in die Hand, vor ihr ein Teller mit Gemüse
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können dazu führen, dass dem Körper bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe fehlen. Die Produktinformationen beschreiben zum Beispiel niedrige Vitamin-B12-Spiegel unter Metformin [3], eine verminderte Aufnahme von Vitamin B12 und niedrige Magnesiumwerte unter Omeprazol [1], einen Folsäuremangel unter Carbamazepin [5] und einen Mangel an Vitamin A, D und K unter Colestyramin [14]. Ein Magnesiummangel kann laut gesund.bund.de lange unbemerkt bleiben; Beschwerden zeigen sich oft erst, wenn er ausgeprägt ist, und sind meistens nicht eindeutig [16].

Welche Medikamente einen Nährstoffmangel auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Packungsbeilagen und Fachinformationen einzelner Mittel; jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Vitamin B12 unter Metformin: In der Packungsbeilage von Metformin sind verminderte oder niedrige Vitamin-B12-Spiegel im Blut als häufig eingestuft (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) [3]. Das Risiko steigt laut Fachinformation mit zunehmender Dosis und Behandlungsdauer und bei Menschen mit Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel [4]. Mehr unter Orale Antidiabetika und Vitamin-B12-Mangel.
  • Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker): Omeprazol kann laut Packungsbeilage die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen, besonders wenn es über einen längeren Zeitraum eingenommen wird [1]; laut Fachinformation gilt das wie für alle säurehemmenden Arzneimittel [2]. Wird Omeprazol mehr als drei Monate angewendet, kann außerdem der Magnesiumgehalt im Blut sinken; die Häufigkeit ist nicht bekannt [1]. Schwere Fälle wurden laut Fachinformation bei Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol nach mindestens drei Monaten, in den meisten Fällen nach einem Jahr Behandlung berichtet [2]. Niedrige Magnesiumwerte können auch die Kalium- und Calciumwerte im Blut senken [1].
  • Harntreibende Mittel (Diuretika): Bei Hydrochlorothiazid ist eine vermehrte Ausscheidung von Magnesium im Harn laut Packungsbeilage häufig; als Magnesiummangel im Blut zeigt sie sich nur gelegentlich [11]. Für Furosemid nennt die Packungsbeilage einen verminderten Kalzium- und Magnesiumgehalt des Blutes mit nicht bekannter Häufigkeit [13]. Laut gesund.bund.de können manche harntreibenden Medikamente und einige Antibiotika einen Magnesiummangel begünstigen [16].
  • Antiepileptika: Bei Carbamazepin ist ein Folsäuremangel in der Packungsbeilage als selten eingestuft (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten); Carbamazepin kann den Folsäurespiegel im Blut senken, und es gibt Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-Spiegel [5]. Für Valproinsäure nennt die Packungsbeilage eine verminderte Aktivität des Enzyms Biotinidase und einen Biotinmangel mit nicht bekannter Häufigkeit [6, 7]. Laut gesund.bund.de können manche Medikamente zu einem Mangel an Vitamin D führen, vor allem Medikamente gegen Epilepsie und Medikamente einer Chemotherapie [17].
  • Methotrexat und Folsäure: Methotrexat greift in den Folsäurestoffwechsel ein [9]. Ein Folsäuremangel kann laut Fachinformation die Giftigkeit von Methotrexat erhöhen, ebenso andere Arzneimittel, die einen Folsäuremangel verursachen, etwa Cotrimoxazol; Vitaminzubereitungen mit Folsäure können umgekehrt die Wirksamkeit von Methotrexat beeinträchtigen [9]. Ob Folsäure während der Behandlung eingesetzt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [9].
  • Gichtmittel: Eine Langzeitanwendung von Colchicin kann laut Packungsbeilage und Fachinformation zu einem Vitamin-B12-Mangel führen [10].
  • Colestyramin und Orlistat: Für Colestyramin nennt die Packungsbeilage einen Mangel an Vitamin A, Vitamin K und Vitamin D mit nicht bekannter Häufigkeit; außerdem kann die Folsäurekonzentration im Blut sinken [14]. Die Behandlung mit Orlistat gegen Übergewicht kann laut Fachinformation die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K beeinträchtigen [15]. Mehr unter Statine und weitere Lipidsenker.

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Nebenwirkungsliste einen Nährstoffmangel nennt:

Nährstoffmangel als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
ChlortalidonHäufigErniedrigte Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)
CiclosporinHäufigHohe Harnsäure- oder Kaliumwerte im Blut, verminderte Magnesiumwerte
MetforminHäufigVerminderte oder niedrige Vitamin-B12-Spiegel im Blut; mögliche Zeichen sind extreme Müdigkeit (Fatigue), eine wunde und rote Zunge (Glossitis), Kribbeln (Parästhesie) oder blasse oder gelbe Haut
MycophenolsäureHäufigVerminderter Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)
SulfasalazinHäufigBlutarmut durch Folsäuremangel (Folsäuremangelanämie), häufig mit vergrößerten roten Blutkörperchen (Megaloblastose, Makrozytose); zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie) · Folatmangel (Mangel an Folsäure)
XipamidHäufigSenkung des Magnesiumspiegels im Blut (Hypomagnesiämie)
HydrochlorothiazidGelegentlichMagnesiummangel im Blut (Hypomagnesiämie) als Folge der verstärkten Magnesiumausscheidung
CarbamazepinSeltenFolsäuremangel und verminderter Appetit
AzathioprinNicht bekanntVitamin-B3-Mangel (Pellagra) mit pigmentiertem Ausschlag, Durchfall und Gedächtnisverlust
ColchicinNicht bekanntVitamin-B12-Mangel (eine Langzeitanwendung kann dazu führen)
ColestyraminNicht bekanntMangel an Vitamin A, Vitamin K oder Vitamin D
EsomeprazolNicht bekanntZu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelanspannungen (Muskelkontraktionen), Verwirrtheit, Krämpfe,…
FurosemidNicht bekanntZu wenig Kalzium oder Magnesium im Blut (Hypokalzämie, Hypomagnesiämie); Anstieg des pH-Werts im Blut (metabolische Alkalose); Pseudo-Bartter-Syndrom, eine Nierenfunktionsstörung im Zusammenhang mit Missbrauch und/oder…
OmeprazolNicht bekanntZu niedriger Magnesiumwert im Blut (Hypomagnesiämie), möglich bei Anwendung über mehr als 3 Monate; Zeichen können Erschöpfung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und ein erhöhter…
PantoprazolNicht bekanntZu niedrige Natrium-, Magnesium-, Kalzium- oder Kaliumwerte im Blut (Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hypokalzämie, Hypokaliämie)
ValproinsäureNicht bekanntVerminderte Aktivität des Enzyms Biotinidase, Biotinmangel

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (16 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; zu niedrige Kaliumwerte behandelt die Seite Kaliumstörungen.

Woran Sie einen Nährstoffmangel durch ein Medikament erkennen

Vitamin B12: Als mögliche Zeichen eines niedrigen Vitamin-B12-Spiegels nennen die Packungsbeilagen von Metformin und Omeprazol extreme Müdigkeit oder Energielosigkeit, eine wunde und rote Zunge (Glossitis), Geschwüre im Mund, ein Kribbeln wie von Nadelstichen auf der Haut (Parästhesie), blasse oder gelbe Haut, Muskelschwäche, Sehstörungen sowie Gedächtnisschwäche, Verwirrtheit oder Depression [1, 3]. Einige dieser Beschwerden können laut Packungsbeilage von Metformin auch durch den Diabetes oder andere Gesundheitsprobleme verursacht sein; die Ärztin oder der Arzt kann deshalb Tests veranlassen, um die Ursache herauszufinden [3]. Mehr unter Kribbeln und Nervenschäden und Müdigkeit.

Magnesium: Niedrige Magnesiumwerte können sich unter Omeprazol laut Packungsbeilage als Erschöpfung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl und erhöhte Herzfrequenz äußern [1]. Laut gesund.bund.de sind häufige Muskelkrämpfe in den Waden sowie Kribbeln und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen mögliche Anzeichen; manchmal treten Kopfschmerzen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder Verdauungsbeschwerden auf [16]. Schwere Formen können sich laut Fachinformation von Omeprazol schleichend entwickeln und dann übersehen werden [2].

Vitamin D, Vitamin A und Vitamin K: Ein Vitamin-D-Mangel kann sich bei Erwachsenen laut gesund.bund.de durch Knochen- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Muskelzuckungen, Stürze und Knochenbrüche sowie Müdigkeit und schnelle Erschöpfbarkeit äußern; durch die Entkalkung des Knochens kann es zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie) kommen [17]. Unter Colestyramin nennt die Packungsbeilage Nachtblindheit bei Vitamin-A-Mangel und eine erhöhte Blutungsneigung bei Vitamin-K-Mangel [14]. Mehr unter Osteoporose durch Medikamente und Vitamin-D-Mangel.

Zeitlicher Zusammenhang: Mehrere Produktinformationen beziehen sich auf eine längere Einnahme. Bei Omeprazol nennt die Packungsbeilage eine Anwendung über mehr als drei Monate [1], bei Metformin steigt das Risiko mit der Behandlungsdauer [4], und bei Colchicin und Colestyramin beschreiben die Packungsbeilagen die Langzeitanwendung als Risiko [10, 14]. Notieren Sie Beschwerden und Laborbefunde, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch, und lesen Sie in der Packungsbeilage nach, in Abschnitt 2 bei den Warnhinweisen und in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [1, 3].

Warum Medikamente einen Nährstoffmangel auslösen können

Älterer Mann mit weißem Haar sitzt am Küchentisch und schaut aufmerksam auf einen Teller mit Vollkornbrot und Salat
Bild: KI-generiert

Weniger Magensäure: Omeprazol kann laut Fachinformation wie alle säurehemmenden Arzneimittel die Aufnahme von Vitamin B12 verringern, weil weniger Magensäure gebildet wird (Hypo- oder Achlorhydrie); das sollte bei Menschen mit geringen Körperspeichern oder Risikofaktoren für eine verminderte Aufnahme während einer Langzeitbehandlung beachtet werden [2].

Verminderte Aufnahme im Darm: Colchicin kann laut Packungsbeilage die Aufnahme von Vitamin B12 aus dem Magen-Darm-Trakt verringern [10]. Colestyramin bindet im Darm Gallensäuren; solche Gallensäuren bindenden Arzneimittel senken laut Packungsbeilage die Aufnahme von Vitamin K [14]. Orlistat kann die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine beeinträchtigen [15].

Mehr Ausscheidung über die Nieren: Hydrochlorothiazid führt laut Packungsbeilage als Folge der vermehrten Ausscheidung von Flüssigkeit und Salzen zu Störungen im Salzhaushalt; dass sich die vermehrte Magnesiumausscheidung nur gelegentlich als Mangel im Blut zeigt, erklären Packungsbeilage und Fachinformation damit, dass Magnesium aus dem Knochen freigesetzt wird [11, 12]. Laut gesund.bund.de entsteht ein Magnesiummangel entweder durch eine zu geringe Aufnahme oder eine zu starke Ausscheidung [16].

Eingriff in den Folsäurestoffwechsel: Methotrexat hemmt laut Fachinformation das Enzym Dihydrofolat-Reduktase, das die Folsäure in ihre wirksame Form umwandelt; dadurch wird die Bildung von Erbsubstanz (DNS und RNS) gehemmt [9].

Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Für Metformin hält die Fachinformation fest, dass die Behandlung fortgesetzt werden sollte, solange sie vertragen wird und keine Gegenanzeige besteht; die Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels richtet sich laut Fachinformation nach den aktuellen Leitlinien [4]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Blutwerte kontrollieren lassen. Bei Verdacht auf einen Vitamin-B12-Mangel unter Metformin, etwa bei einer Blutarmut oder Nervenschäden, sollten die Vitamin-B12-Spiegel laut Fachinformation überwacht werden; bei Risikofaktoren könnte eine regelmäßige Überwachung erforderlich sein [4]. Unter Omeprazol führt die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise regelmäßige Blutuntersuchungen zur Kontrolle der Magnesiumwerte durch [1]. Vor und während einer längeren Behandlung oder bei gleichzeitiger Einnahme von Digoxin oder harntreibenden Mitteln sollte das laut Fachinformation erwogen werden [2]. Bei Hydrochlorothiazid sind regelmäßige Kontrollen der Blutsalze, insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium, laut Packungsbeilage angezeigt [11]. Unter Colestyramin überprüft die Ärztin oder der Arzt bei Erkrankungen, die zu einem Mangel an Vitamin A, D, E oder K führen können, eventuell regelmäßig die Vitaminspiegel [14]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Nahrungsergänzung nicht auf eigene Faust. Ob ein Mangel ausgeglichen werden muss, klärt die Ärztin oder der Arzt nach einer Untersuchung. Bei Methotrexat sollen Sie laut Packungsbeilage vorher Bescheid geben, wenn Sie Vitaminpräparate mit Folsäure einnehmen [8]. Laut Fachinformation können sie die Wirksamkeit von Methotrexat beeinträchtigen [9]. Was Anwenderinnen und Anwender von Orlistat bei den fettlöslichen Vitaminen beachten sollen, beschreibt die Packungsbeilage von alli; fragen Sie bei Unklarheiten in der Apotheke [15]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Bei Kinderwunsch und Antiepileptika. In der Schwangerschaft kann es laut Packungsbeilage von Carbamazepin zu einem Folsäuremangel kommen, den Antiepileptika verstärken können; ein solcher Mangel kann ein zusätzlicher Faktor für die Entstehung von Fehlbildungen sein [5]. Wenn Sie schwanger werden möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Knochen im Blick behalten. Unter Carbamazepin wurden laut Packungsbeilage Fälle verringerter Knochendichte berichtet; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Antiepileptika über lange Zeit anwenden, eine Osteoporose festgestellt wurde oder Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone einnehmen [5].

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein Nährstoffmangel kann ernste Folgen haben. Treten unter Omeprazol Erschöpfung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindelgefühl oder eine erhöhte Herzfrequenz auf, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Ein sehr starker Magnesiummangel kann laut gesund.bund.de schwere Herzrhythmusstörungen verursachen [16]. Unter Furosemid wurden als Folge eines Magnesiummangels in seltenen Fällen ein Zustand neuromuskulärer Übererregbarkeit mit Muskelkrämpfen (Tetanie) oder Herzrhythmusstörungen beobachtet; ein Kalziummangel kann ebenfalls eine Tetanie auslösen [13]. Eine Langzeitanwendung von Colestyramin kann zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Vitamin-K-Mangel führen [14]. Mehr unter Blutungen und Blutbildveränderungen.

Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei Bewusstlosigkeit oder erheblicher Bewusstseinstrübung, starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden oder starken, nicht stillbaren Blutungen, alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [18]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [18].

Andere Ursachen

Nicht jeder Nährstoffmangel kommt vom Medikament. Ein Magnesiummangel hat laut gesund.bund.de bei den meisten Menschen andere Ursachen, zum Beispiel eine einseitige Ernährung bei Essstörungen oder Diäten, hoher Alkoholkonsum, ein erhöhter Bedarf durch Stress, Sport oder Schwangerschaft sowie starker Durchfall und häufiges Erbrechen [16]. Auch chronische Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa und eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen können den Magnesiumhaushalt beeinflussen [16]. Ungefähr 2 Prozent aller Menschen haben laut gesund.bund.de zu wenig Magnesium im Blut [16].

Ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben laut gesund.bund.de vor allem Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, etwa eingeschränkt bewegliche, chronisch kranke oder pflegebedürftige Menschen, außerdem ältere Menschen und Säuglinge [17]. Auch chronische Magen-Darm-Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen und Lebererkrankungen wie eine Leberzirrhose erhöhen das Risiko [17]. Bei Beschwerden wie Müdigkeit oder Kribbeln unter Metformin kommt laut Packungsbeilage auch der Diabetes selbst als Ursache infrage [3]. Mehr unter Vitamin-B12-Mangel, Vitamin-D-Mangel, Eisenmangel, Diabetes Typ 2 und Morbus Crohn.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Omeprazol-ratiopharm NT magensaftresistente Hartkapseln (10/20/40 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten (Methotrexat). medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten (Methotrexat). medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Colchicin-ratiopharm 0,5 mg Tabletten (mit Fachinformation 07/2025). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quantalan zuckerfrei 4 g, Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Colestyramin). CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 12.10.2026
  15. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation alli (Orlistat), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage alli 60 mg Hartkapseln. Haleon Ireland Dungarvan Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  16. Behörde Magnesiummangel. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 25.11.2021. abgerufen am 12.10.2026
  17. Behörde Vitamin-D-Mangel. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 26.07.2024. abgerufen am 12.10.2026
  18. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können einen Vitamin-B12-Mangel verursachen?

Laut den Produktinformationen zum Beispiel Metformin, das den Vitamin-B12-Spiegel senken kann (in der Packungsbeilage als häufig eingestuft), säurehemmende Mittel wie Omeprazol, die die Aufnahme von Vitamin B12 besonders bei längerer Einnahme beeinträchtigen können, und Colchicin, bei dem eine Langzeitanwendung zu einem Vitamin-B12-Mangel führen kann. Bei Carbamazepin gibt es laut Packungsbeilage Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-Spiegel. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Nebenwirkungsliste einen Nährstoffmangel nennt.

Woran erkenne ich einen Vitamin-B12-Mangel durch Medikamente?

Mögliche Zeichen sind laut den Packungsbeilagen von Metformin und Omeprazol extreme Müdigkeit oder Energielosigkeit, eine wunde und rote Zunge, ein Kribbeln wie von Nadelstichen auf der Haut, blasse oder gelbe Haut, Muskelschwäche, Sehstörungen sowie Gedächtnisschwäche, Verwirrtheit oder Depression. Einige dieser Beschwerden können laut Packungsbeilage von Metformin auch durch den Diabetes oder andere Gesundheitsprobleme verursacht sein; die Ärztin oder der Arzt kann deshalb Tests veranlassen.

Können Magenschutz-Tabletten einen Magnesiummangel auslösen?

Ja, das ist möglich. Wenden Sie Omeprazol mehr als drei Monate an, kann laut Packungsbeilage der Magnesiumgehalt im Blut sinken; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Schwere Fälle wurden laut Fachinformation bei Protonenpumpenhemmern nach mindestens drei Monaten, meist nach einem Jahr Behandlung berichtet. Erschöpfung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Verwirrtheit, Krämpfe, Schwindel oder ein erhöhter Puls sind dann ein Grund, umgehend die Ärztin oder den Arzt zu informieren.

Sollte ich Vitamine oder Mineralstoffe zusätzlich einnehmen, wenn mein Medikament einen Mangel verursachen kann?

Das entscheiden Sie nicht allein, sondern mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ob ein Mangel vorliegt, klärt sie oder er, zum Beispiel mit einer Blutuntersuchung; einige Packungsbeilagen sehen vor, dass die Ärztin oder der Arzt Blutwerte kontrolliert, etwa den Magnesiumwert unter Omeprazol oder die Vitaminspiegel unter Colestyramin. Bei Methotrexat können Vitaminpräparate mit Folsäure laut Fachinformation die Wirksamkeit beeinträchtigen. Mehr im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Führen Medikamente gegen Epilepsie zu einem Vitamin-D-Mangel?

Das ist möglich. Laut gesund.bund.de können manche Medikamente zu einem Vitamin-D-Mangel führen, vor allem Medikamente gegen Epilepsie und Medikamente einer Chemotherapie. Bei Carbamazepin nennt die Packungsbeilage sehr selten Störungen im Knochenstoffwechsel, die vereinzelt zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie) führten; außerdem wurden Fälle verringerter Knochendichte berichtet. Wer Antiepileptika lange anwendet, spricht das laut Packungsbeilage mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke an.

Warum sinkt unter Entwässerungstabletten der Magnesiumwert?

Hydrochlorothiazid steigert laut Packungsbeilage die Ausscheidung von Flüssigkeit und Salzen. Dabei ist eine vermehrte Ausscheidung von Magnesium im Harn laut Packungsbeilage häufig; als Magnesiummangel im Blut zeigt sie sich nur gelegentlich, weil Magnesium aus dem Knochen freigesetzt wird. Bei Furosemid nennt die Packungsbeilage einen verminderten Magnesium- und Kalziumgehalt des Blutes mit nicht bekannter Häufigkeit. Regelmäßige Kontrollen der Blutsalze sind bei Hydrochlorothiazid laut Packungsbeilage angezeigt.

Ist ein Nährstoffmangel durch Medikamente gefährlich?

Er kann Folgen haben. Ein sehr starker Magnesiummangel kann laut gesund.bund.de schwere Herzrhythmusstörungen verursachen; als Folge eines Magnesiummangels unter Furosemid wurden laut Packungsbeilage in seltenen Fällen Muskelkrämpfe (Tetanie) oder Herzrhythmusstörungen beobachtet. Eine Langzeitanwendung von Colestyramin kann laut Packungsbeilage zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Vitamin-K-Mangel führen. Bei starkem Herzrasen, Krämpfen oder starken Blutungen holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Nebenwirkungen Infektanfälligkeit durch Medikamente

    Manche Medikamente schwächen die Abwehr oder fördern Pilzinfektionen.

  • Nebenwirkungen Pigmentstörungen durch Medikamente

    Manche Medikamente können die Haut dunkler oder heller färben, etwa Amiodaron, Hydroxychloroquin oder die Pille Mayra.

  • Nebenwirkungen Akne durch Medikamente

    Manche Medikamente können Akne auslösen oder verstärken, etwa Kortison, bestimmte Minipillen oder Testosteron.

  • Werkzeuge Einnahme-Erinnerung

    Wiederkehrende Erinnerungen zu selbst gewählten Uhrzeiten als Kalenderdatei (.ics) für Ihren Kalender erstellen.