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Chlortalidon: Nebenwirkungen und Wirkung

Chlortalidon ist ein verschreibungspflichtiges, lang wirkendes harntreibendes Mittel, das mit den Thiaziden verwandt ist. Es wird gegen Bluthochdruck, Wassereinlagerungen, Herzmuskelschwäche und eine von den Nieren ausgehende verstärkte Harnausscheidung eingesetzt. Sehr häufig sinkt der Kaliumspiegel, und Harnsäure und Blutfette im Blut steigen. Die Packungsbeilage sieht während der Behandlung regelmäßige ärztliche Kontrollen der Blutwerte vor. In der Schwangerschaft dürfen Sie Chlortalidon nicht anwenden.

Mann in den Sechzigern frühstückt am sonnigen Küchentisch, daneben ein Glas Wasser und eine Obstschale mit Bananen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Erniedrigte Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), vorzugsweise bei höheren Dosen[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie); bei entsprechend veranlagten Menschen kann das zu Gichtanfällen führen[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhung der Blutfette (Cholesterin und Triglyceride)[1, 2]
  • Häufig: Erniedrigte Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]
  • Häufig: Erniedrigte Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) und vermehrte Ausscheidung von Zucker im Urin (Glukosurie); bei bereits bestehender Zuckerkrankheit kann sich die Stoffwechsellage verschlechtern, eine bisher nicht in Erscheinung getretene (latente) Zuckerkrankheit kann in Erscheinung treten[1, 2]
  • Häufig: Anstieg stickstoffhaltiger Stoffe im Blut (Harnstoff, Kreatinin), vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel- und Schwächegefühl[1, 2]
  • Häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]
  • Häufig: Kreislaufstörungen mit Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen)[1, 2]
  • Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
  • Häufig: Appetitlosigkeit[1, 2]
  • Häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden und krampfartige Beschwerden im Bauchraum[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung, Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Allergische Hautreaktionen wie Hautrötung (Exanthem), Nesselsucht (Urtikaria) und Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
  • Häufig: Herabgesetzte Spannung der Skelettmuskulatur (Hypotonie der Skelettmuskulatur), Muskelkrämpfe[1, 2]
  • Häufig: Impotenz[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Chlortalidon eingesetzt?

Chlortalidon ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Diuretika, also der harntreibenden Mittel. Die Packungsbeilage beschreibt ihn als Langzeitdiuretikum, das zugleich den Blutdruck senkt [1, 2]. Zugelassen ist Chlortalidon zur Behandlung von Wasseransammlungen im Körpergewebe, die vom Herzen, von der Leber oder von den Nieren ausgehen (Ödeme), von Bluthochdruck und von einer Herzmuskelschwäche [1, 2]. Ein viertes Anwendungsgebiet ist eine krankhaft verstärkte Harnausscheidung, die von den Nieren ausgeht (renaler Diabetes insipidus), dort aber nur, wenn andere medikamentöse Maßnahmen nicht infrage kommen [1, 2].

Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Hygroton 25 mg Tabletten und die Fachinformation für Hygroton 25 mg und 50 mg [1, 2]. Bei Kindern darf Chlortalidon nicht angewendet werden, weil keine ausreichenden Behandlungserfahrungen vorliegen [1, 2].

Wie wirkt Chlortalidon?

Chlortalidon ist mit den Thiaziden verwandt. Es hemmt vorwiegend im distalen Abschnitt der Nierenkanälchen die Rückaufnahme von Natrium; dadurch scheidet der Körper mehr Natrium, Chlorid und Wasser aus [1, 2]. Abhängig von der Dosis gehen auch mehr Kalium und Magnesium verloren, Calcium wird dagegen vermehrt zurückgehalten [1]. Laut Fachinformation können maximal etwa 15 % des in den Nieren gefilterten Natriums ausgeschieden werden [2].

Laut Fachinformation setzt die harntreibende Wirkung nach 2 bis 3 Stunden ein, erreicht ihr Maximum nach 4 bis 24 Stunden und kann 2 bis 3 Tage anhalten [2]. Bei Bluthochdruck sinkt der Blutdruck zu Beginn, weil die Flüssigkeitsmenge außerhalb der Zellen abnimmt; bei längerer Behandlung normalisiert sich diese Menge wieder, die blutdrucksenkende Wirkung bleibt aber erhalten [2]. Bei renalem Diabetes insipidus vermindert Chlortalidon, wie andere Thiazide, paradoxerweise die krankhaft vermehrte Harnmenge [1]. Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung verliert Chlortalidon seine harntreibende Wirkung [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Sehr häufig betreffen die Nebenwirkungen den Stoffwechsel: Der Kaliumspiegel im Blut sinkt, vorzugsweise bei höheren Dosen, und Harnsäure und Blutfette steigen [1, 2]. Wie viel Kalium ausgeschieden wird, hängt laut Packungsbeilage von der Dosis ab und ist von Mensch zu Mensch verschieden [1]. Häufig sinken Natrium und Magnesium im Blut, der Blutzucker steigt, und vor allem zu Behandlungsbeginn nehmen stickstoffhaltige Stoffe wie Harnstoff und Kreatinin im Blut zu [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Kaliumstörungen, Natriummangel, Gicht und erhöhte Harnsäure, erhöhte Blutfette und Blutzucker.

Ebenfalls häufig sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel- und Schwächegefühl, ein niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen beim Aufstehen, Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen, Muskelkrämpfe und Impotenz [1, 2]. Selten sind unter anderem Veränderungen des Blutbilds, ein erhöhter Calciumspiegel, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, eine Gallenstauung in der Leber oder Gelbsucht und durch Licht hervorgerufene Hautreaktionen (siehe Lichtempfindlichkeit) [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungErniedrigte Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), vorzugsweise bei höheren Dosen[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie); bei entsprechend veranlagten Menschen kann das zu Gichtanfällen führen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhung der Blutfette (Cholesterin und Triglyceride)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungErniedrigte Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • Stoffwechsel und ErnährungErniedrigte Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie)[1, 2]Mehr dazu: Nährstoffmangel
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) und vermehrte Ausscheidung von Zucker im Urin (Glukosurie); bei bereits bestehender Zuckerkrankheit kann sich die Stoffwechsellage verschlechtern, eine bisher nicht in Erscheinung getretene (latente) Zuckerkrankheit kann in Erscheinung treten[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungAnstieg stickstoffhaltiger Stoffe im Blut (Harnstoff, Kreatinin), vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • NervensystemSchwindel- und Schwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: SchwindelSchwäche (Asthenie)
  • HerzNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • HerzKreislaufstörungen mit Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Magen und DarmAppetitlosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
  • Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden und krampfartige Beschwerden im Bauchraum[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenBauchschmerzen
  • Magen und DarmVerstopfung, Durchfall[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungDurchfall
  • HautAllergische Hautreaktionen wie Hautrötung (Exanthem), Nesselsucht (Urtikaria) und Juckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtJuckreiz
  • Muskeln, Knochen und GelenkeHerabgesetzte Spannung der Skelettmuskulatur (Hypotonie der Skelettmuskulatur), Muskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Geschlechtsorgane und BrustImpotenz[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds: weniger Blutplättchen und weiße Blutkörperchen (Thrombozytopenie, Leukopenie); weitgehendes Fehlen bestimmter weißer Blutkörperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinbeschwerden (Agranulozytose); vermehrte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)[1, 2]
  • NervensystemMissempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühl an Armen und Beinen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • AugenSehstörungen; eingeschränkte Bildung von Tränenflüssigkeit[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzHerzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleGallenstauung in der Leber (intrahepatische Cholestase) oder Gelbsucht[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautDurch Lichteinwirkung hervorgerufene Hautreaktionen (Photosensibilität), zum Beispiel Hautrötung[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • HautAllergisch bedingte Gefäßentzündung (Vaskulitis)[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungVeränderung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut durch einen Chloridmangel (hypochlorämische Alkalose)[1, 2]
  • AtemwegeDurch Überempfindlichkeit ausgelöste Wasseransammlung in der Lunge (idiosynkratisches Lungenödem); Atembeschwerden[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Nieren und HarnwegeAllergisch bedingte Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • AugenVerminderung des Sehvermögens oder Augenschmerzen durch hohen Druck, mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss) oder eines akuten Winkelverschlussglaukoms[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Beobachten Sie die genannten Nebenwirkungen bei sich, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen [1]. Bei bestimmten Beschwerden, etwa Überempfindlichkeitsreaktionen, einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Veränderungen des Blutbilds, sollte die Behandlung nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt abgebrochen werden [1, 2]. Eine Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen können innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Einnahme auftreten und unbehandelt zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens führen; mehr dazu auf der Seite Sehstörungen [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Paar Anfang sechzig geht an einem warmen Sommermorgen auf einem schattigen Parkweg spazieren
Bild: KI-generiert

Blutwerte kontrollieren lassen: Während der Behandlung sollten die Blutsalze (insbesondere Kalium, Natrium und Calcium), Kreatinin und Harnstoff, die Blutfette, die Harnsäure und der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden [1, 2]. Den Kaliumspiegel bestimmt die Ärztin oder der Arzt in der Dauerbehandlung zu Beginn und nach 3 bis 4 Wochen; danach kann er alle 4 bis 6 Monate bestimmt werden, wenn keine weiteren Einflüsse wie Erbrechen, Durchfall oder eine veränderte Nierenfunktion hinzukommen [1, 2].

Trinken und Ernährung: Achten Sie laut Packungsbeilage auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und essen Sie wegen der erhöhten Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel, zum Beispiel Bananen, Gemüse und Nüsse [1]. Wenn es notwendig ist, kann Chlortalidon mit kaliumergänzenden Präparaten oder kaliumsparenden harntreibenden Mitteln kombiniert werden; dann wird der Kaliumspiegel ärztlich überprüft [1, 2]. Mehr zum Thema auf der Seite Kaliummangel.

Warnhinweise für gestörte Blutsalze kennen: Mundtrockenheit, Durst, Schwäche, Antriebsschwäche, Schläfrigkeit, Unruhe, Muskelschmerzen oder Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, ein niedriger Blutdruck, eine verminderte Harnmenge, ein schneller Puls und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen können auf Störungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt hinweisen [1, 2]. Haben Sie Wassereinlagerungen, kann bei heißem Wetter ein Natriummangel auftreten [1, 2].

Diabetes und Gicht: Haben Sie eine Zuckerkrankheit oder Gicht, werden Sie laut Packungsbeilage besonders sorgfältig ärztlich überwacht; bei bestehender Zuckerkrankheit muss möglicherweise die Dosis von Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten angepasst werden [1, 2]. Notieren können Sie Beschwerden und ihren zeitlichen Verlauf im Nebenwirkungs-Tagebuch.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Von der Kombination mit Lithium wird abgeraten, weil Lithium dann vermindert ausgeschieden wird und seine schädliche Wirkung auf Herz und Nervensystem zunimmt [1, 2]. Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind bei Mitteln erforderlich, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen können, und bei ACE-Hemmern: Kommt ein ACE-Hemmer hinzu, besteht zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls und einer Verschlechterung der Nierenfunktion [1, 2]. Schmerz- und Rheumamittel aus der Gruppe der NSAR können die blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung abschwächen [1, 2]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Chlortalidon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Lithium (gegen psychische Erkrankungen)Lithium wird vermindert ausgeschieden; seine schädliche Wirkung auf Herz und Nervensystem wird verstärkt[1, 2]Von der Kombination wird abgeraten; ist sie unumgänglich, sind eine engmaschige Kontrolle des Lithiumspiegels und eine Anpassung der Dosierung erforderlich
Mittel, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) auslösen können: bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Klasse Ia, z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid; Klasse III, z. B. Amiodaron, Sotalol), bestimmte Antipsychotika (Phenothiazine wie Chlorpromazin, Cyamemazin, Levomepromazin, Thioridazin, Trifluoperazin; Benzamide wie Amisulprid, Sulpirid, Sultoprid, Tiaprid; Butyrophenone wie Droperidol, Haloperidol) sowie Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythromycin in die Vene, Halofantrin, Mizolastin, Pentamidin, Sparfloxacin, Moxifloxacin und Vincamin in die VeneErhöhtes Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern, insbesondere Torsade de pointes, vor allem bei einem Kaliummangel[1, 2]Besondere Vorsichtsmaßnahmen: Kalium vor Beginn der Kombination bestimmen und gegebenenfalls ausgleichen, Blutsalze regelmäßig kontrollieren und EKG überwachen; bevorzugt Mittel verwenden, die bei Kaliummangel keine Torsade de pointes hervorrufen
ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril)Zu Behandlungsbeginn Risiko eines massiven Blutdruckabfalls und einer Verschlechterung der Nierenfunktion[1, 2]Die harntreibende Behandlung sollte von der Ärztin oder vom Arzt 2 bis 3 Tage vor Beginn einer ACE-Hemmer-Behandlung abgesetzt werden; bei gleichzeitiger ACE-Hemmer-Behandlung ist eine Kombination mit Kaliumpräparaten oder kaliumsparenden Diuretika zu unterlassen, wenn sie nicht unbedingt erforderlich ist
Entzündungshemmende Schmerz- und Rheumamittel (NSAR, z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure) einschließlich COX-2-Hemmern, SalicylateDie blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung von Chlortalidon kann abnehmen; hoch dosierte Salicylate können stärker schädlich auf das zentrale Nervensystem wirken; bei verminderter Blutmenge (Hypovolämie) kann ein akutes Nierenversagen ausgelöst werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Kaliumausscheidende Diuretika (z. B. Furosemid), Glukokortikoide ("Kortison"), ACTH, Carbenoxolon, Penicillin G, Salicylate, stimulierende Abführmittel, Amphotericin B in die VeneStörungen im Elektrolythaushalt, insbesondere verstärkte Kaliumverluste, vor allem bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden zu beachten[1, 2]Kaliumspiegel engmaschig kontrollieren und gegebenenfalls ausgleichen
Andere harntreibende oder blutdrucksenkende Mittel (z. B. Betablocker, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer, Vasodilatatoren, Methyldopa, Guanethidin), Nitrate, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, AlkoholDie blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Herzglykoside (Digitalis-Präparate)Entwickelt sich ein Kalium- und/oder Magnesiummangel, ist der Herzmuskel empfindlicher; Wirkungen und Nebenwirkungen der Herzglykoside können verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Insulin, blutzuckersenkende Mittel zum Einnehmen (z. B. Sulfonylharnstoffe), harnsäuresenkende Mittel gegen Gicht, Sympathomimetika (z. B. in Nasen- und Augentropfen oder Hustensaft; laut Fachinformation Noradrenalin, Adrenalin)Die Wirkung dieser Mittel kann abgeschwächt werden[1, 2]Die Dosierung von Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten muss möglicherweise angepasst werden
Nicht depolarisierende (curareartige) Muskelrelaxanzien, z. B. Tubocurarinchlorid (bei Narkosen)Ihre Wirkung kann verstärkt oder verlängert werden[1, 2]Kann Chlortalidon vorher nicht abgesetzt werden, muss die Narkoseärztin oder der Narkosearzt von der Behandlung wissen
Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat)Ihre Ausscheidung über die Nieren kann herabgesetzt sein; mit einer verstärkten schädlichen Wirkung auf das Knochenmark (insbesondere Granulozytopenie) ist zu rechnen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Colestyramin, Colestipol (zur Senkung der Blutfette)Chlortalidon wird schlechter aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen[1, 2]Chlortalidon mindestens eine Stunde vor oder vier bis sechs Stunden nach diesen Mitteln einnehmen
Calciumsalze, Vitamin DErhöhte Calciumspiegel im Blut durch verringerte Ausscheidung möglich[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Allopurinol (gegen Gicht)Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol können verstärkt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
AmantadinDas Risiko unerwünschter Wirkungen von Amantadin kann steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Betablocker, DiazoxidErhöhtes Risiko für einen erhöhten Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
CiclosporinHöheres Risiko für erhöhte Harnsäure im Blut (Hyperurikämie) und gichtartige Komplikationen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Anticholinergika (z. B. Atropin, Biperiden)Chlortalidon kann vermehrt aufgenommen werden, wahrscheinlich wegen der verlangsamten Magen-Darm-Tätigkeit und Magenentleerung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Chlortalidon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Chlortalidon darf unter anderem nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff, andere Thiazide oder Sulfonamidabkömmlinge, bei fehlender Harnproduktion, bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, bei einem erhöhten Calciumspiegel, einem starken Natriummangel oder einem nicht behandelbaren Kaliummangel sowie bei erhöhter Harnsäure, Gicht oder Gallensteinen in der Vorgeschichte [1, 2]. Nur mit Vorsicht wird es bei Nieren- und Lebererkrankungen eingesetzt [1, 2]. Wenn Sie 65 Jahre oder älter sind, könnte die Wirksamkeit erhöht sein; die Ärztin oder der Arzt passt dann die Dosierung an [1]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Chlortalidon, andere Thiazide oder Sulfonamidabkömmlinge (mögliche Kreuzreaktionen; Vorsicht bei Bronchialasthma) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Fehlende Harnproduktion (Anurie: weniger als 100 ml Harn in 24 Stunden)[1, 2]
  • Schwere Nierenfunktionsstörung mit stark eingeschränkter oder fehlender Harnproduktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml)[1, 2]
  • Nierenentzündung (Glomerulonephritis), laut Packungsbeilage eine akute Glomerulonephritis[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörung oder Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen (Präkoma und hepatisches Koma)[1, 2]
  • Erhöhter Calciumgehalt im Blut (Hyperkalzämie)[1, 2]
  • Starker Natriummangel im Blut (schwere Hyponatriämie)[1, 2]
  • Nicht behandelbarer Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie) oder erhöhte Kaliumverluste, zum Beispiel bei Erbrechen oder Durchfall[1, 2]
  • Erhöhter Harnsäuregehalt im Blut (Hyperurikämie), Gicht oder Gallensteine in der Vorgeschichte[1]
  • Schwangerschaft[1, 2]
  • Kinder, weil keine ausreichenden Behandlungserfahrungen vorliegen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Nierenerkrankung: Chlortalidon darf dann nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Es kann eine Stickstoffüberladung des Blutes (Azotämie) auslösen, bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Wirkung verstärken (kumulative Wirkung); bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung passt die Ärztin oder der Arzt die Dosis an[1, 2]
  • Leberfunktionsstörung oder fortschreitende Lebererkrankung, besonders eine Leberzirrhose: Chlortalidon nur mit Vorsicht, weil schon kleinere Veränderungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ein Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen (hepatisches Koma und Präkoma) auslösen können[1, 2]
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Gicht: besonders sorgfältige ärztliche Überwachung. Chlortalidon kann die Zuckerverwertung (Glucosetoleranz) beeinträchtigen; bei bestehender Zuckerkrankheit ist möglicherweise eine Anpassung der Dosis von Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten nötig. Die Harnsäure kann ansteigen, Gichtanfälle sind unter einer Dauerbehandlung jedoch selten aufgetreten[1, 2]
  • Laufende Kontrolle der Blutsalze ist besonders angezeigt bei älteren Menschen, bei Bauchwasser (Aszites) infolge einer Leberzirrhose und bei Wassereinlagerungen durch Nierenerkrankungen; dann darf Chlortalidon nur unter engmaschiger Kontrolle, bei normalen Kaliumspiegeln und ohne Anzeichen von Volumenverlusten verordnet werden[1, 2]
  • Das Risiko eines Kaliummangels ist am größten bei Leberzirrhose, bei gesteigertem Harnfluss, bei unzureichender Aufnahme von Elektrolyten über die Nahrung und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden ("Kortison"), ACTH, Herzglykosiden (Digitalis) oder Abführmitteln, diese Menschen müssen besonders sorgfältig überwacht werden. Ein Kaliummangel kann außerdem das Herz empfindlicher für schädliche Wirkungen von Herzglykosiden machen[1, 2]
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) bei heißem Wetter: Ein Natriummangel durch Verdünnung (Dilutions-Hyponatriämie) kann auftreten[1, 2]
  • Chlortalidon kann die Ausscheidung von Calcium verringern und das Calcium im Blut vorübergehend leicht erhöhen; ein deutlicher Anstieg kann auf eine versteckte Überfunktion der Nebenschilddrüse hinweisen. Vor einer Untersuchung der Nebenschilddrüsenfunktion sollte Chlortalidon von der Ärztin oder vom Arzt abgesetzt werden. Chlortalidon erhöht außerdem die Ausscheidung von Magnesium, was zu einem Magnesiummangel führen kann[1, 2]
  • Schwere Herzleistungsschwäche mit ausgeprägten Wassereinlagerungen: Chlortalidon wird dann möglicherweise praktisch nicht mehr in den Körper aufgenommen[1, 2]
  • Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder der Hirngefäße (koronare Herzkrankheit, Zerebralsklerose) sowie Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall: Die Ärztin oder der Arzt dosiert besonders vorsichtig[1, 2]
  • Überempfindlichkeitsreaktionen können bei Menschen mit oder ohne Allergien oder Bronchialasthma in der Vorgeschichte auftreten[1, 2]
  • Frühere Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie: möglicherweise höheres Risiko für eine Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges oder einen Druckanstieg im Auge[1, 2]
  • Menschen ab 65 Jahren: Die Wirksamkeit könnte erhöht sein; die Ärztin oder der Arzt passt die Dosierung an[1, 2]
  • Regelmäßige Kontrollen während der Behandlung: Blutsalze (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium), Kreatinin und Harnstoff, Blutfette (Cholesterin und Triglyceride), Harnsäure und Blutzucker. Den Kaliumspiegel muss die Ärztin oder der Arzt in der Dauerbehandlung zu Beginn und nach 3 bis 4 Wochen bestimmen; danach kann er, wenn keine weiteren Einflüsse wie Erbrechen, Durchfall oder eine veränderte Nierenfunktion hinzukommen, alle 4 bis 6 Monate bestimmt werden. Die Behandlung des Bluthochdrucks bedarf regelmäßiger ärztlicher Kontrolle[1, 2]
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und essen Sie wegen der erhöhten Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel (zum Beispiel Bananen, Gemüse, Nüsse)[1, 2]
  • Chronischer Missbrauch harntreibender Mittel kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit Wassereinlagerungen auslösen (Folge eines Anstiegs von Renin und Aldosteron)[1, 2]
  • Leistungssport: Chlortalidon kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen; die gesundheitlichen Folgen einer Anwendung als Dopingmittel sind nicht absehbar, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; nehmen Sie sie dann erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Unverträglichkeit, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption die Tabletten nicht einnehmen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Chlortalidon nicht anwenden. In der Stillzeit sollten Sie es aus Sicherheitsgründen nicht anwenden bzw. abstillen, weil der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht [1, 2]. Alkohol sollten Sie möglichst meiden, da Chlortalidon die Alkoholwirkung verstärkt [1]. Chlortalidon kann das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei einer Dosiserhöhung und bei einem Präparatewechsel [1, 2]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol, Medikamente und Autofahren und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Chlortalidon nicht anwenden. Chlortalidon kann, wie andere harntreibende Mittel, die Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta) vermindern; Thiazide und verwandte Wirkstoffe gelangen auch in den Kreislauf des ungeborenen Kindes und können Elektrolytstörungen verursachen. Über eine verminderte Zahl von Blutplättchen beim Neugeborenen (Thrombozytopenie) wurde berichtet.[1, 2]

Laut Fachinformation zeigten Studien an Ratten und Kaninchen keine Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen. Für die Frühschwangerschaft liegen unzureichende Erfahrungen vor; eine Studie mit 20 Frauen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel behandelt wurden, ergab Anhaltspunkte für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Chlortalidon geht in die Muttermilch über. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie in der Stillzeit kein Chlortalidon anwenden bzw. abstillen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol: Chlortalidon verstärkt die Alkoholwirkung, zum Beispiel kann Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein. Alkohol kann außerdem die blutdrucksenkende Wirkung von Chlortalidon verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Chlortalidon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel, zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln und im Zusammenwirken mit Alkohol.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (1 Glas Wasser) einnehmen; bei einmal täglicher Einnahme morgens mit dem Frühstück, bei zweimal täglicher Einnahme zusätzlich zum Abendessen. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden: auf eine harte, ebene Fläche legen, die tiefere Bruchkerbe nach unten, und mit dem Daumen auf die Oberseite drücken.[1, 2]

Über die Dauer der Anwendung entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern die Einnahme wie beschrieben bzw. wie verordnet fortsetzen.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nach einer längeren Behandlung sollte Chlortalidon nicht plötzlich abgesetzt werden; die Einnahme wird zunächst einige Tage mit niedriger Dosis fortgesetzt (ausschleichend dosieren).[1, 2]

Überdosierung

Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei Überdosierungen und/oder schwerwiegenden Beschwerden ist sofort ärztliche oder notärztliche Hilfe nötig. Die Beschwerden hängen vom Ausmaß des Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts ab: möglich sind Schwindel- und Schwächegefühl, Übelkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, schneller Puls, niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen beim Aufstehen sowie Elektrolytstörungen mit Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfen. Bei starker Entwässerung kann es zu Bluteindickung, Krämpfen, Benommenheit, Antriebsschwäche, Verwirrtheit, Kreislaufkollaps und akutem Nierenversagen kommen, bei Kaliummangel zu Müdigkeit, Muskelschwäche, Missempfindungen, Lähmungen, Teilnahmslosigkeit, Blähungen, Verstopfung oder Herzrhythmusstörungen; schwere Kaliumverluste können einen Darmverschluss (paralytischer Ileus) oder Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auslösen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Erhaltungsdosen getrennt nach Anwendungsgebiet, für Wasseransammlungen und Herzschwäche auch eine Maximaldosis, sowie Hinweise für ältere Menschen und für Menschen mit eingeschränkter Nieren-, Leber- oder Herzfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung; welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Chlortalidon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen, bei einmal täglicher Einnahme morgens mit dem Frühstück, bei zweimal täglicher Einnahme zusätzlich zum Abendessen [1, 2]. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden; wie das geht, beschreibt die Packungsbeilage [1]. Allgemeines dazu steht im Ratgeber Tabletten teilen und mörsern. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern setzen die Einnahme wie verordnet fort [1]. Nehmen Sie Colestyramin oder Colestipol ein, sollte Chlortalidon mindestens eine Stunde vorher oder vier bis sechs Stunden danach eingenommen werden [1, 2].

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach längerer Behandlung sollte Chlortalidon nicht plötzlich abgesetzt werden; die Einnahme wird zunächst einige Tage mit niedriger Dosis fortgesetzt [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Kann Chlortalidon vor einer Narkose mit curareartigen Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelerschlaffung) nicht abgesetzt werden, muss die Narkoseärztin oder der Narkosearzt über die Behandlung informiert werden [1, 2]; siehe auch Medikamente vor der OP.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei Überdosierungen und/oder schwerwiegenden Beschwerden nehmen Sie sofort ärztliche oder notärztliche Hilfe in Anspruch [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Chlortalidon

Hygroton gibt es als Tabletten mit 25 mg und mit 50 mg Chlortalidon [2]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Hygroton 25 mg Tabletten und die Fachinformation für beide Stärken [1, 2]. Präparate anderer Hersteller und Kombinationen mit weiteren Wirkstoffen haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Chlortalidon
PräparatAnbieterHinweis
Hygroton 25 mgTrommsdorff GmbH & Co. KGTabletten mit 25 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Hygroton 50 mgTrommsdorff GmbH & Co. KGTabletten mit 50 mg, verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Hygroton 25 mg Tabletten. Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Hygroton 25 mg/Hygroton 50 mg Tabletten. Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Ist Chlortalidon eine Wassertablette?

Chlortalidon gehört zu den Diuretika, also zu den harntreibenden Mitteln; die Packungsbeilage nennt es ein Langzeitdiuretikum, das zugleich den Blutdruck senkt. Es ist mit den Thiaziden verwandt. Zugelassen ist es bei Wasseransammlungen im Körpergewebe, Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche und einer von den Nieren ausgehenden verstärkten Harnausscheidung (renaler Diabetes insipidus), dort aber nur, wenn andere medikamentöse Maßnahmen nicht infrage kommen.

Warum wird unter Chlortalidon regelmäßig das Blut kontrolliert?

Chlortalidon kann Kalium, Natrium und Magnesium im Blut senken und Calcium, Harnsäure, Blutfette, Blutzucker sowie Harnstoff und Kreatinin erhöhen. Laut Packungsbeilage sollten Blutsalze, Kreatinin und Harnstoff, Blutfette, Harnsäure und Blutzucker während der Behandlung regelmäßig kontrolliert werden. Den Kaliumspiegel bestimmt die Ärztin oder der Arzt in der Dauerbehandlung zu Beginn und nach 3 bis 4 Wochen, danach kann er alle 4 bis 6 Monate bestimmt werden, wenn keine weiteren Einflüsse wie Erbrechen oder Durchfall hinzukommen.

Kann Chlortalidon Gicht auslösen?

Erhöhte Harnsäurespiegel im Blut sind laut Packungsbeilage sehr häufig; bei entsprechend veranlagten Menschen kann das zu Gichtanfällen führen. Unter einer Dauerbehandlung sind Gichtanfälle laut Packungsbeilage jedoch selten aufgetreten. Bei erhöhter Harnsäure im Blut, Gicht oder Gallensteinen in der Vorgeschichte darf Chlortalidon laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Menschen mit Gicht müssen laut Packungsbeilage besonders sorgfältig ärztlich überwacht werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Gicht oder erhöhte Harnsäurewerte haben.

Wie lange wirkt Chlortalidon?

Laut Fachinformation setzt die harntreibende Wirkung nach 2 bis 3 Stunden ein, erreicht ihr Maximum nach 4 bis 24 Stunden und kann 2 bis 3 Tage anhalten. Bei älteren Menschen wird Chlortalidon laut Fachinformation langsamer ausgeschieden als bei gesunden jungen Erwachsenen.

Wann sollte ich Chlortalidon einnehmen?

Die Packungsbeilage sieht bei einmal täglicher Einnahme den Morgen mit dem Frühstück vor, bei zweimal täglicher Einnahme zusätzlich das Abendessen. Die Tabletten werden unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.

Darf ich Chlortalidon in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Nein, während der Schwangerschaft dürfen Sie Chlortalidon laut Packungsbeilage nicht anwenden. Der Wirkstoff kann die Durchblutung des Mutterkuchens vermindern; Thiazide und verwandte Wirkstoffe gelangen auch in den Kreislauf des ungeborenen Kindes und können Elektrolytstörungen verursachen. Chlortalidon geht in die Muttermilch über; aus Sicherheitsgründen sollten Sie es in der Stillzeit nicht anwenden bzw. abstillen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen.

Darf ich unter Chlortalidon Alkohol trinken und Auto fahren?

Alkohol sollten Sie laut Packungsbeilage möglichst meiden, weil Chlortalidon die Alkoholwirkung verstärkt; zum Beispiel kann Ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein. Auch ohne Alkohol kann Chlortalidon das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Das gilt verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei einer Dosiserhöhung, einem Präparatewechsel und zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln.

Kann ich Chlortalidon einfach absetzen?

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Nach einer längeren Behandlung sollte Chlortalidon laut Packungsbeilage nicht plötzlich abgesetzt werden; die Einnahme wird zunächst einige Tage mit niedriger Dosis fortgesetzt (ausschleichend dosieren).

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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  • Medikamente Minoxidil

    Minoxidil-Tabletten senken schwer einstellbaren Bluthochdruck.

  • Medikamente Sacubitril/Valsartan (Entresto)

    Sacubitril/Valsartan behandelt eine chronische Herzschwäche.

  • Medikamente Furosemid

    Furosemid schwemmt Wasser aus und senkt den Blutdruck.

  • Behandlungen Strahlentherapie: Nebenwirkungen

    Müdigkeit und Hautreizungen im Bestrahlungsfeld gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie.