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Sacubitril/Valsartan (Entresto): Nebenwirkungen und Wirkung
Sacubitril/Valsartan (Entresto) ist ein verschreibungspflichtiges Herzmittel mit zwei Wirkstoffen, ein sogenannter Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI). Es wird zur Behandlung einer chronischen Herzschwäche bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen ab einem Jahr eingesetzt. Sehr häufig sind ein niedriger Blutdruck, ein hoher Kaliumspiegel und eine verminderte Nierenfunktion. Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen brechen Sie die Einnahme ab und begeben sich umgehend in medizinische Behandlung.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie), der Beschwerden wie Schwindelgefühl und Benommenheit verursachen kann[1, 2]
- Sehr häufig: Hoher Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]
- Sehr häufig: Verminderte Nierenfunktion (Nierenfunktionsstörung)[1, 2]
- Häufig: Husten[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Ohnmacht (Synkope)[1, 2]
- Häufig: Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]
- Häufig: Niedriger Blutdruck mit Schwindelgefühl oder Benommenheit beim Wechsel vom Sitzen oder Liegen zum Stehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
- Häufig: Durchfall[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Magenschleimhautentzündung (Gastritis) mit Magenschmerzen und Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]
- Häufig: Niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]
- Häufig: Niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]
- Häufig: (Akutes) Nierenversagen[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit (Fatigue), Schwäche (Asthenie)[1, 2]
Wofür wird Sacubitril/Valsartan eingesetzt?
Sacubitril/Valsartan ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit zwei Wirkstoffen, das unter dem Namen Entresto in der EU zentral zugelassen ist [1, 2]. Es wird zur Behandlung einer bestimmten Art von chronischer Herzschwäche bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen ab einem Jahr angewendet [1]. Die Packungsbeilage beschreibt diese Herzschwäche so: Das Herz ist schwach und kann nicht genug Blut zu den Lungen und in den übrigen Körper pumpen; die häufigsten Beschwerden sind Atemnot, Erschöpfung, Müdigkeit und geschwollene Knöchel [1].
Genauer nennt die Fachinformation für Erwachsene eine chronische Herzschwäche mit Beschwerden und verminderter Auswurfleistung der linken Herzkammer (reduzierte Ejektionsfraktion), für Kinder und Jugendliche eine chronische Herzschwäche mit Beschwerden und einer Funktionsstörung der linken Herzkammer [2].
Wie wirkt Sacubitril/Valsartan?
Das Arzneimittel gehört zu den Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren, kurz ARNI, und kombiniert zwei Wirkprinzipien [1, 2]. Aus Sacubitril entsteht im Körper der Wirkstoff LBQ657. Er hemmt das Enzym Neprilysin, das unter anderem die natriuretischen Peptide abbaut. Diese körpereigenen Botenstoffe können laut Fachinformation die Gefäße erweitern, die Ausscheidung von Salz und Wasser fördern, die Freisetzung von Renin und Aldosteron hemmen und die Aktivität des Sympathikus vermindern [2].
Der zweite Wirkstoff, Valsartan, gehört zu den Sartanen. Er blockiert den AT1-Rezeptor und damit die Wirkungen von Angiotensin II, einem Botenstoff, der die Gefäße verengt und Salz und Wasser im Körper zurückhält [2]. Die höchsten Blutspiegel werden nach 1 bis 2 Stunden erreicht; gleichbleibende Spiegel stellen sich bei zweimal täglicher Einnahme innerhalb von drei Tagen ein [2]. Das Valsartan in diesem Arzneimittel ist laut Fachinformation leichter bioverfügbar als das Valsartan in anderen Tabletten; Angaben zum Einzelwirkstoff stehen auf der Seite Valsartan [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten berichtet wurden bei Erwachsenen laut Fachinformation ein niedriger Blutdruck (17,6 %), ein erhöhter Kaliumspiegel (11,6 %) und Nierenfunktionsstörungen (10,1 %); Angioödeme traten bei 0,5 % der Behandelten auf [2]. Mehr dazu auf den Seiten veränderter Kaliumspiegel und Nierenschäden durch Medikamente. Selten wurden Halluzinationen und Schlafstörungen beobachtet, sehr selten eine Paranoia [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie), der Beschwerden wie Schwindelgefühl und Benommenheit verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Stoffwechsel und ErnährungHoher Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Nieren und HarnwegeVerminderte Nierenfunktion (Nierenfunktionsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck mit Schwindelgefühl oder Benommenheit beim Wechsel vom Sitzen oder Liegen zum Stehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Magen und DarmMagenschleimhautentzündung (Gastritis) mit Magenschmerzen und Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeit
- Blut und LymphsystemZu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
- Nieren und Harnwege(Akutes) Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue), Schwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktion mit Ausschlag und Juckreiz (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreiz
- HautJuckreiz (Pruritus) und Hautausschlag[2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlag
- HautSchwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen, die zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen kann (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- NervensystemSchwindelgefühl beim Wechsel vom Sitzen zum Stehen (posturaler Schwindel)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheSehen, Hören oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheÄnderungen im Schlafverhalten (Schlafstörung)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- PsycheParanoia[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Magen und DarmSchwellung des Darms (intestinales Angioödem) mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenBauchschmerzenDurchfall
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ein Angioödem ist eine rasche Schwellung unter der Haut, etwa im Gesicht, im Rachen oder an Armen und Beinen; schwillt der Rachen so an, dass die Atemwege blockiert werden, kann es lebensbedrohlich sein [1]. Tritt unter der Behandlung ein Angioödem auf, muss das Arzneimittel laut Fachinformation sofort abgesetzt werden und darf nicht erneut gegeben werden; Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind für Angioödeme anfälliger [2]. Mehr zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf der Seite Arzneimittelallergie, zu Wahrnehmungsstörungen auf der Seite Halluzinationen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Niedriger Blutdruck und Schwindel: Ein niedriger Blutdruck kann Schwindelgefühl und Benommenheit verursachen. Sprechen Sie vor und während der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben, andere blutdrucksenkende Mittel nehmen oder unter Erbrechen oder Durchfall leiden; das gilt besonders ab 65 Jahren [1]. Fühlen Sie sich schwindlig oder sehr müde, dürfen Sie weder ein Fahrzeug führen noch Fahrrad fahren oder Maschinen benutzen [1].
Kalium und Nieren: Ob der Kaliumspiegel zu hoch ist, zeigt eine Blutuntersuchung. Treten ein niedriger Blutdruck, ein hoher Kaliumspiegel oder eine verminderte Nierenfunktion auf, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis eines anderen Arzneimittels verringern, die Dosis von Sacubitril/Valsartan vorübergehend senken oder die Behandlung beenden [1]. Das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion kann laut Fachinformation durch Austrocknung oder entzündungshemmende Schmerzmittel weiter steigen [2].
Bauchbeschwerden und Wahrnehmung: Bemerken Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig [1]. Sprechen Sie auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Halluzinationen, Paranoia oder Veränderungen im Schlafverhalten bemerken; laut Fachinformation sollte dann ein Abbruch der Behandlung erwogen werden [1, 2]. Wird eine Nebenwirkung stärker, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mit ACE-Hemmern darf das Arzneimittel nicht gleichzeitig eingenommen werden, und zwischen der letzten Dosis des einen und der ersten Dosis des anderen Mittels müssen mindestens 36 Stunden liegen [1, 2]. Weil das Arzneimittel selbst Valsartan enthält, sollte es nicht zusammen mit einem anderen Sartan gegeben werden [2]. Auch Mittel gegen Erektionsstörungen wie Sildenafil oder Tadalafil nennt die Packungsbeilage; laut Fachinformation sank der Blutdruck bei Menschen mit Bluthochdruck nach zusätzlicher Gabe von Sildenafil deutlich stärker [1, 2]. Bei Lithium können der Lithiumspiegel und seine giftige Wirkung steigen [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril) | Erhöhtes Risiko für ein Angioödem[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen: Nach der letzten Dosis eines ACE-Hemmers mindestens 36 Stunden warten, bevor Sacubitril/Valsartan begonnen wird; nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan ebenfalls 36 Stunden warten, bevor ein ACE-Hemmer eingenommen wird |
| Andere Sartane (Angiotensin-Rezeptor-Blocker) oder Aliskiren | Mit Aliskiren möglicherweise häufiger niedriger Blutdruck, erhöhtes Kalium und verminderte Nierenfunktion (einschließlich akuten Nierenversagens)[1, 2] | Mit Aliskiren bei Diabetes oder Nierenfunktionsstörung nicht erlaubt, sonst nicht empfohlen; ein anderes Sartan sollte laut Fachinformation nicht zusätzlich angewendet werden |
| Statine (Cholesterinsenker, z. B. Atorvastatin) | Die Menge des Statins im Blut kann steigen[1, 2] | Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten |
| Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil (PDE-5-Hemmer gegen Erektionsstörungen oder Lungenhochdruck) | Laut Fachinformation bei Menschen mit Bluthochdruck deutlich stärkere Blutdrucksenkung nach zusätzlicher Gabe von Sildenafil[1, 2] | Vorsicht beim Beginn einer solchen Behandlung |
| Kaliumerhöhende Mittel: Kaliumergänzungsmittel, kaliumhaltiger Salzersatz, kaliumsparende Mittel (z. B. Triamteren, Amilorid, Spironolacton, Eplerenon), Heparin | Kalium und Kreatinin im Blut können steigen[1, 2] | Laut Fachinformation wird eine Kaliumkontrolle empfohlen |
| Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, auch COX-2-Hemmer) | Bei älteren Menschen, Flüssigkeitsmangel (auch unter harntreibenden Mitteln) oder eingeschränkter Nierenfunktion höheres Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt überprüft möglicherweise zu Beginn oder bei Änderung der Behandlung die Nierenfunktion |
| Lithium (gegen bestimmte psychiatrische Erkrankungen) | Lithiumspiegel im Blut und giftige Wirkung von Lithium können steigen (umkehrbar), mit zusätzlichem Entwässerungsmittel möglicherweise noch mehr[1, 2] | Laut Fachinformation nicht empfohlen; wenn nötig, sorgfältige Kontrolle des Lithiumspiegels |
| Furosemid (harntreibendes Mittel) | Laut Fachinformation sinken die Blutspiegel von Furosemid, und mit dem Urin wird weniger Natrium ausgeschieden; die Urinmenge änderte sich nicht relevant[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Nitroglycerin und andere Nitrate (gegen Angina pectoris) | Laut Fachinformation Unterschied der Herzfrequenz um 5 Schläge pro Minute; keine Wechselwirkung bei der Blutdrucksenkung[1, 2] | Normalerweise keine Dosisanpassung notwendig |
| Rifamycin-Antibiotika (z. B. Rifampicin), Ciclosporin, Ritonavir, Tenofovir, Cidofovir | Die Blutspiegel der Wirkstoffe können steigen[1, 2] | Laut Fachinformation Sorgfalt bei Beginn oder Ende einer solchen Behandlung |
| Metformin (gegen Diabetes) | Metforminspiegel im Blut sinkt; die klinische Bedeutung ist unbekannt[1, 2] | Laut Fachinformation den Zustand zu Beginn der Behandlung überprüfen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Sacubitril/Valsartan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, nehmen Sie das Arzneimittel nicht ein beziehungsweise informieren Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Kinder unter einem Jahr erhalten es nicht, weil es in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurde; Kinder ab einem Jahr mit weniger als 40 kg Körpergewicht bekommen Granulat statt Tabletten [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Sacubitril, Valsartan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers (z. B. Enalapril, Lisinopril oder Ramipril); nach einem ACE-Hemmer darf die Einnahme frühestens 36 Stunden nach dessen letzter Dosis beginnen[1, 2]
- Früheres Angioödem als Reaktion auf einen ACE-Hemmer oder ein Sartan (Angiotensin-Rezeptor-Blocker wie Valsartan, Telmisartan oder Irbesartan)[1, 2]
- Erbliches Angioödem oder Angioödem unbekannter Ursache (idiopathisch)[1, 2]
- Diabetes oder Nierenfunktionsstörung bei gleichzeitiger Behandlung mit Aliskiren[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung (laut Fachinformation schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose oder Gallestau)[1, 2]
- Schwangerschaft ab dem vierten Monat (laut Fachinformation zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Behandlung mit einem anderen Sartan (Angiotensin-Rezeptor-Blocker) oder Aliskiren: Laut Fachinformation sollte das Arzneimittel nicht zusammen mit einem anderen Sartan gegeben werden, weil es selbst Valsartan enthält[1, 2]
- Früheres Angioödem: Laut Fachinformation könnte ein höheres Risiko bestehen; Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind für Angioödeme anfälliger[1, 2]
- Niedriger Blutdruck, andere blutdrucksenkende Mittel (z. B. harntreibende Mittel), Erbrechen oder Durchfall, besonders ab 65 Jahren oder bei Nierenerkrankung mit niedrigem Blutdruck. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei Erwachsenen erst ab einem oberen (systolischen) Blutdruckwert von 100 mmHg begonnen werden[1, 2]
- Nierenerkrankung oder Austrocknung (Dehydrierung): Laut Fachinformation kann sich die Nierenfunktion verschlechtern; das Risiko kann durch Austrocknung oder entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) weiter steigen. Bei chronischem Nierenversagen wird die Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Verengte Nierenarterie (Nierenarterienstenose): Harnstoff- und Kreatininwerte können steigen; laut Fachinformation wird eine Überwachung der Nierenfunktion empfohlen[1, 2]
- Lebererkrankung: Bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist laut Fachinformation Vorsicht geboten[1, 2]
- Hoher Kaliumspiegel im Blut: Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei einem Kaliumwert über 5,4 mmol/l (Erwachsene) nicht begonnen werden; eine Überwachung wird besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes, Hypoaldosteronismus, kaliumreicher Ernährung oder Einnahme von Mineralkortikoid-Rezeptor-Antagonisten empfohlen[1, 2]
- Herzschwäche der NYHA-Klasse IV (körperliche Betätigung ist nicht ohne Beschwerden möglich, Beschwerden können auch in Ruhe auftreten): laut Fachinformation Vorsicht zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Kontrollen: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann während der Behandlung regelmäßig Kalium und Natrium im Blut überprüfen und zu Beginn und bei einer Dosiserhöhung den Blutdruck messen[1]
- Kinder unter 1 Jahr: nicht geben, da in dieser Altersgruppe nicht untersucht; Kinder ab 1 Jahr unter 40 kg erhalten Granulat statt Tabletten[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In der frühen Schwangerschaft wird Sacubitril/Valsartan nicht empfohlen; ab dem vierten Schwangerschaftsmonat darf es nicht eingenommen werden [1, 2]. Stillenden Frauen wird es nicht empfohlen [1, 2]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine eigene Angabe [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was die EMA-Produktinformation zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagt [1, 2]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie denken, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen. Im Normalfall wird Ihnen empfohlen, die Einnahme vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie von ihr wissen zu beenden und ein anderes Arzneimittel einzunehmen. In der frühen Schwangerschaft wird das Arzneimittel nicht empfohlen; ab dem vierten Schwangerschaftsmonat darf es nicht eingenommen werden, weil es dann schwerwiegende Schäden beim Kind verursachen kann.[1]
Laut Fachinformation verursacht die Einnahme von Sartanen wie Valsartan im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beim Kind Schäden (verminderte Nierenfunktion, zu wenig Fruchtwasser, verzögerte Verknöcherung des Schädels) und beim Neugeborenen Nierenversagen, niedrigen Blutdruck und einen zu hohen Kaliumwert. Mit Sacubitril und mit der Kombination gibt es keine Erfahrungen bei Schwangeren; Tierstudien zeigten eine schädigende Wirkung auf die Fortpflanzung. Nach einer Einnahme ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel wird eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Schädel empfohlen.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Das Arzneimittel wird bei stillenden Frauen nicht empfohlen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie stillen oder bald damit beginnen.[1]
Laut Fachinformation gehen Sacubitril und LBQ657 nach begrenzten Daten in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über; Valsartan lag unter der Nachweisgrenze. Ob das Arzneimittel gestillte Kinder beeinflusst, ist nur ungenügend bekannt; wegen eines möglichen Risikos wird es in der Stillzeit nicht empfohlen.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Prüfen Sie, wie das Arzneimittel Sie beeinträchtigt, bevor Sie ein Fahrzeug führen, Werkzeuge oder Maschinen benutzen oder andere Tätigkeiten ausüben, die Konzentration erfordern. Fühlen Sie sich schwindlig oder sehr müde, dürfen Sie weder ein Fahrzeug führen noch Fahrrad fahren und keine Werkzeuge oder Maschinen benutzen.[1, 2]
Einnahme
Zweimal täglich einnehmen, eine Tablette morgens und eine abends, möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit. Die Tabletten mit einem Glas Wasser schlucken, unabhängig von den Mahlzeiten; Teilen oder Zerkleinern wird nicht empfohlen.[1, 2]
Dosis vergessen: die nächste Tablette zum planmäßigen Zeitpunkt einnehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Ein Absetzen kann dazu führen, dass sich die Herzschwäche verschlechtert. Beenden Sie die Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Sie dazu aufgefordert. Nach dem Absetzen dürfen Sie erst 36 Stunden nach der letzten Dosis einen ACE-Hemmer einnehmen.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen oder hat eine andere Person Ihre Tabletten genommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Treten starkes Schwindelgefühl und/oder Ohnmacht auf, legen Sie sich hin und informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation ist ein niedriger Blutdruck das wahrscheinlichste Zeichen einer Überdosierung; durch Blutwäsche (Hämodialyse) wird der Wirkstoff wahrscheinlich nicht entfernt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangs- und Zieldosis für Erwachsene und beschreibt, wie die Dosis bei Kindern festgelegt wird; die Fachinformation ergänzt Grenzwerte für den Behandlungsbeginn und Hinweise bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: zweimal täglich, eine Tablette morgens und eine abends, mit einem Glas Wasser und unabhängig von den Mahlzeiten [1]. Es empfiehlt sich, jeden Tag dieselben Zeiten einzuhalten. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie die nächste Tablette zum planmäßigen Zeitpunkt und nicht die doppelte Menge [1].
Ein Absetzen kann dazu führen, dass sich die Herzschwäche verschlechtert. Beenden Sie die Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Sie dazu aufgefordert [1]. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei starkem Schwindel oder Ohnmacht legen Sie sich hin [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Sacubitril/Valsartan
Grundlage dieser Seite ist die deutsche EMA-Produktinformation von Entresto Filmtabletten mit Packungsbeilage (Anhang III B) und Fachinformation (Anhang I) [1, 2]. Für Kinder unter 40 kg Körpergewicht gibt es Entresto als Granulat zur Entnahme aus Kapseln, mit eigener Packungsbeilage [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Entresto | Novartis Europharm Limited | Filmtabletten 24 mg/26 mg, 49 mg/51 mg und 97 mg/103 mg sowie Granulat; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Entresto Filmtabletten, Anhang III B: Packungsbeilage. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber); Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Entresto, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber); Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Warum darf ich Sacubitril/Valsartan nicht mit einem ACE-Hemmer nehmen?
Laut Fachinformation kann die gleichzeitige Hemmung von Neprilysin und ACE das Risiko für ein Angioödem erhöhen, eine möglicherweise lebensbedrohliche Schwellung unter der Haut. Deshalb dürfen Sie nach der letzten Dosis eines ACE-Hemmers wie Enalapril, Lisinopril oder Ramipril erst 36 Stunden später mit Sacubitril/Valsartan beginnen. Umgekehrt warten Sie nach der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan 36 Stunden, bevor Sie einen ACE-Hemmer einnehmen.
Wie wird Sacubitril/Valsartan eingenommen?
Zweimal täglich, eine Tablette morgens und eine abends, möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit. Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser; das geht unabhängig von den Mahlzeiten. Teilen oder Zerkleinern wird nicht empfohlen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und passt sie je nach Ansprechen alle 2 bis 4 Wochen an; die Angaben der Produktinformation stehen im Abschnitt Dosierung.
Warum wird unter Sacubitril/Valsartan das Blut kontrolliert?
Ein hoher Kaliumspiegel und eine verminderte Nierenfunktion gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; auch ein niedriger Kalium- oder Natriumspiegel ist möglich. Laut Packungsbeilage kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt regelmäßig Kalium und Natrium im Blut überprüfen und zu Beginn sowie bei einer Dosiserhöhung den Blutdruck messen. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei Erwachsenen mit einem Kaliumwert über 5,4 mmol/l nicht begonnen werden.
Was tun, wenn mir unter Sacubitril/Valsartan schwindlig wird?
Ein niedriger Blutdruck, der Schwindelgefühl und Benommenheit verursachen kann, gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Ein niedriger Blutdruck beim Wechsel vom Sitzen oder Liegen zum Stehen ist häufig, ein Schwindelgefühl beim Wechsel vom Sitzen zum Stehen gelegentlich. Fühlen Sie sich schwindlig oder sehr müde, dürfen Sie weder ein Fahrzeug führen noch Fahrrad fahren oder Maschinen benutzen. Bei starkem Schwindel oder Ohnmacht nach versehentlich zu vielen Tabletten legen Sie sich hin und informieren so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Treten niedriger Blutdruck, hohes Kalium oder eine verminderte Nierenfunktion auf, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis eines anderen Arzneimittels verringern, die Dosis von Sacubitril/Valsartan vorübergehend senken oder die Behandlung beenden.
Darf ich Sacubitril/Valsartan in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
In der frühen Schwangerschaft wird das Arzneimittel nicht empfohlen; wenn Sie länger als 3 Monate schwanger sind, dürfen Sie es nicht einnehmen, weil es dann schwerwiegende Schäden beim Kind verursachen kann. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie schwanger sein könnten oder eine Schwangerschaft planen. Stillenden Frauen wird es nicht empfohlen.
Was passiert, wenn ich Sacubitril/Valsartan absetze?
Laut Packungsbeilage kann ein Absetzen dazu führen, dass sich die Herzschwäche verschlechtert. Beenden Sie die Einnahme nicht, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Sie dazu aufgefordert. Soll anschließend ein ACE-Hemmer eingenommen werden, liegen zwischen der letzten Dosis Sacubitril/Valsartan und der ersten Dosis des ACE-Hemmers mindestens 36 Stunden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Behandlungen Narkose: NebenwirkungenDirekt nach Operationen gehören Benommenheit, Übelkeit und Kreislaufprobleme laut IQWiG zu den häufigsten Nebenwirkungen.