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Sildenafil: Nebenwirkungen und Wirkung
Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiger PDE-5-Hemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen bei erwachsenen Männern. Es wirkt nur bei sexueller Stimulation. Sehr häufig sind Kopfschmerzen, häufig Gesichtsrötung, Verdauungsstörungen, verstopfte Nase, Schwindel und Sehstörungen. Zusammen mit Nitraten darf Sildenafil nicht eingenommen werden. Bei Brustschmerzen, einer übermäßig lang anhaltenden Erektion oder einer plötzlichen Verschlechterung des Sehvermögens beenden Sie die Einnahme und holen sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Störungen des Farbsehens (Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie, Xanthopsie), verschwommenes Sehen, Sehstörungen[1, 2]
- Häufig: Gesichtsrötung (Flush), Hitzewallung mit plötzlichem Wärmegefühl im Oberkörper[1, 2]
- Häufig: Verstopfte Nase[1, 2]
- Häufig: Übelkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
Wofür wird Sildenafil eingesetzt?
Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer, kurz PDE-5-Hemmer [1, 2]. Die dieser Seite zugrunde liegenden Filmtabletten werden zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) bei erwachsenen Männern angewendet. Eine solche Störung liegt vor, wenn ein Mann keinen für die sexuelle Aktivität ausreichend harten, aufgerichteten Penis bekommen oder beibehalten kann [1, 2]. Sildenafil wirkt nur, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt [1, 2]. Vor einer Behandlung sollte laut Fachinformation die Diagnose gestellt und nach zugrunde liegenden Ursachen gesucht werden [2].
Derselbe Wirkstoff steckt auch in Revatio, einem Präparat zur Behandlung von hohem Blutdruck in den Blutgefäßen der Lunge (pulmonale arterielle Hypertonie) bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 1 bis 17 Jahren [3]. Dafür gilt eine eigene Packungsbeilage mit eigenen Angaben. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Behandlung von Erektionsstörungen. Sildenafil gegen Erektionsstörungen darf nicht zusammen mit Sildenafil-haltigen Mitteln gegen Lungenhochdruck angewendet werden [1, 2]. Einen Überblick über verwandte Mittel bietet die Seite Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
Wie wirkt Sildenafil?
Bei sexueller Stimulation wird im Schwellkörper des Penis Stickstoffmonoxid freigesetzt. Es sorgt dafür, dass mehr cGMP entsteht, ein Botenstoff, der die glatte Muskulatur im Schwellkörper entspannt und so den Bluteinstrom ermöglicht. Das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE-5) baut cGMP wieder ab. Sildenafil hemmt dieses Enzym; dadurch bleibt bei sexueller Erregung mehr cGMP erhalten [2]. Laut Packungsbeilage unterstützt Sildenafil so die Entspannung der Blutgefäße im Penis, und Blut kann leichter in den Penis fließen [1]. Ohne sexuelle Stimulation entsteht keine Erektion [1, 2].
In einer Studie trat die Wirkung bei nüchternen Patienten, die unter Sildenafil eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Steifigkeit des Penis erreichten, im Mittel nach 25 Minuten ein, in einer Spanne von 12 bis 37 Minuten; in einer weiteren Studie konnte Sildenafil noch 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme auf sexuelle Stimulation eine Erektion auslösen [2]. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei 3 bis 5 Stunden [2]. Weil Sildenafil Blutgefäße erweitert, senkt es den Blutdruck leicht und vorübergehend. Entsprechend seiner Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel verstärkt es die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten; deshalb darf es nicht zusammen mit Nitraten angewendet werden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen zumeist leicht bis mäßig und von kurzer Dauer [1].
Sehr häufig sind Kopfschmerzen. Häufig sind Übelkeit, Verdauungsstörungen, Gesichtsrötung und Hitzewallungen, eine verstopfte Nase, Schwindel sowie Sehstörungen wie verschwommenes Sehen oder ein verändertes Farbsehen [1, 2]. Als vermutete Ursache für Veränderungen des Farbsehens nennt die Fachinformation die Hemmung eines verwandten Enzyms der Netzhaut (PDE-6); in einem Farbtest waren leichte Veränderungen des Blau-Grün-Sehens bei einigen Studienteilnehmern 1 Stunde nach Einnahme der empfohlenen Höchstdosis zu beobachten und nach 2 Stunden nicht mehr nachweisbar [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AugenStörungen des Farbsehens (Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie, Xanthopsie), verschwommenes Sehen, Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Gefäße und KreislaufGesichtsrötung (Flush), Hitzewallung mit plötzlichem Wärmegefühl im Oberkörper[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- AtemwegeVerstopfte Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmÜbelkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz), vermindertes Tastgefühl (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKribbeln und Taubheitsgefühl
- InfektionenEntzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) mit Beschwerden wie laufender Nase, Niesen und verstopfter Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- ImmunsystemAllergische Reaktion (Überempfindlichkeit) mit plötzlich einsetzendem pfeifendem Atmen, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schwindelgefühl, Schwellung der Augenlider, des Gesichts, der Lippen oder des Rachens[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- AugenAugenreizung, blutunterlaufene oder gerötete Augen, Augenschmerzen, Sehen von Lichtblitzen, optische Helligkeit, Lichtempfindlichkeit (Photophobie), wässrige Augen, trockenes Auge (Tränenflussstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenBindehautentzündung (Konjunktivitis)[2]
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo), Ohrensausen (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: SchwindelOhrgeräusche
- HerzHerzklopfen (Palpitationen), schneller Herzschlag oder Herzjagen (Tachykardie), erhöhte Herzfrequenz[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck, niedriger Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger Blutdruck
- AtemwegeNasenbluten (Epistaxis), blockierte oder verstopfte Nasennebenhöhlen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVerstopfte Nase
- Magen und DarmErbrechen, Schmerzen im Oberbauch, Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxerkrankung) mit Beschwerden wie Sodbrennen, trockener Mund[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenBauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenMundtrockenheit
- HautHautausschläge[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in den Armen oder Beinen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin (Hämaturie)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenBrustschmerzen[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenWärmegefühl, Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle, auch wiederholte Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemSchlaganfall, vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke)[1, 2]
- NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
- AugenPlötzliche Verschlechterung oder Verlust des Sehvermögens, auch durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie, NAION)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenBlutung im Augenhintergrund (Netzhautblutung), Doppeltsehen, verminderte Sehschärfe, abnormales Gefühl im Auge, Schwellung des Auges oder Augenlids, kleine Teilchen oder Punkte im Gesichtsfeld (Mouches volantes), Lichtkränze um Lichtquellen, Pupillenerweiterung (Mydriasis), Verfärbung im Augenweiß[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenVerschluss eines Netzhautgefäßes (retinaler Gefäßverschluss), arteriosklerotische Netzhautveränderungen (Retinopathie), andere Erkrankungen der Netzhaut, Glaukom (grüner Star), Gesichtsfelddefekt, Kurzsichtigkeit (Myopie), Ermüdung der Augen (Asthenopie), Erkrankung der Regenbogenhaut (Iris), Augenödem, Bindehautrötung, sonstige Augenerkrankungen[2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtPlötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzHerzinfarkt[1, 2]
- HerzUnregelmäßiger Herzschlag, darunter Vorhofflimmern und Rhythmusstörungen der Herzkammern (ventrikuläre Arrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzInstabile Angina pectoris und plötzlicher Herztod, nach der Markteinführung beschrieben; die meisten, aber nicht alle Betroffenen hatten vorher Herzerkrankungen, ein direkter Zusammenhang lässt sich nicht beurteilen[1, 2]
- AtemwegeEngegefühl im Hals, Schwellung in der Nase (Nasenödem), trockene Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmTauber Mund (orale Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- HautSchwerwiegende Hautreaktionen mit schwerer Hautabschilferung und starken Hautschwellungen, Blasenbildung im Mund, an den Genitalien und um die Augen sowie Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenFieber
- Geschlechtsorgane und BrustÜbermäßig lang anhaltende und manchmal schmerzhafte Erektionen (verlängerte Erektion, Priapismus)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustPenisblutung, Blut im Sperma (Hämatospermie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Allgemeine BeschwerdenReizbarkeit[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Nach der Markteinführung wurden schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse im zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme gemeldet, darunter Herzinfarkt, instabile Angina pectoris, plötzlicher Herztod, Rhythmusstörungen der Herzkammern, Hirnblutung, vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns, Bluthochdruck und niedriger Blutdruck. Die meisten, aber nicht alle Betroffenen hatten vorher Risikofaktoren für Herz und Kreislauf; viele Ereignisse traten während oder kurz nach dem Geschlechtsverkehr auf. Ob sie direkt mit Sildenafil zusammenhängen, lässt sich nicht entscheiden [2]. Mehr zu Brustschmerzen und Herzinfarkt lesen Sie unter Herzinfarkt.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen: Haben Sie Herzprobleme, sollte die Ärztin oder der Arzt sorgfältig prüfen, ob Ihr Herz der zusätzlichen Beanspruchung durch Geschlechtsverkehr gewachsen ist [1, 2]. Erzählen Sie, welche anderen Arzneimittel Sie einnehmen, vor allem Nitrate, Alphablocker gegen Bluthochdruck oder eine vergrößerte Prostata und Mittel gegen HIV [1]. Haben Sie das Gefühl, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, oder löst Sildenafil keine ausreichende Erektion aus, sprechen Sie ebenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Schwindel beim Aufstehen: Zusammen mit Alphablockern kann es bei einigen Männern zu Schwindelgefühl und Benommenheit kommen, meist innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme. Die Beschwerden können durch einen zu niedrigen Blutdruck beim raschen Aufsetzen oder Aufstehen verursacht sein. Um die Möglichkeit solcher Beschwerden zu verringern, sollten Sie den Alphablocker in einer regelmäßigen Tagesdosis einnehmen, bevor Sie Sildenafil nehmen [1, 2]. Mehr dazu unter Niedriger Blutdruck.
Sehen und Autofahren: Sildenafil kann Schwindel verursachen und das Sehvermögen beeinflussen. Achten Sie darauf, wie Sie reagieren, bevor Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen [1, 2]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen. Nehmen Sie Sildenafil während einer Behandlung mit anderen Arzneimitteln nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen ausdrücklich erlaubt [1]. Nitrate gegen Angina pectoris und Amylnitrit ("Poppers") dürfen nicht zusammen mit Sildenafil eingenommen werden, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann; auch Riociguat gegen Lungenhochdruck ist ausgeschlossen, weil Sildenafil dessen blutdrucksenkende Wirkung verstärkt [1, 2]. Sildenafil wird vor allem über das Enzym CYP3A4 abgebaut; Hemmstoffe dieses Enzyms wie das HIV-Mittel Ritonavir erhöhen die Menge im Blut deutlich, und von der Kombination mit Ritonavir wird abgeraten [2]. Grapefruitsaft kann die Spiegel geringfügig erhöhen; mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Nitrate (z. B. gegen Angina pectoris), Stickstoffmonoxid-Donatoren wie Amylnitrit ("Poppers") | Gefährlicher Blutdruckabfall[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Nicorandil (Herzmittel mit Nitratanteil) | Wegen des Nitratanteils ist eine schwerwiegende Wechselwirkung möglich[2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Riociguat (gegen Lungenhochdruck) | Verstärkte Blutdrucksenkung, möglicherweise mit Beschwerden durch zu niedrigen Blutdruck[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Alphablocker (gegen Bluthochdruck oder Prostatavergrößerung, z. B. Doxazosin) | Schwindelgefühl und Benommenheit durch zu niedrigen Blutdruck beim raschen Aufsetzen oder Aufstehen, meist innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme[1, 2] | Den Alphablocker vorher in einer regelmäßigen Tagesdosis einnehmen; die Ärztin oder der Arzt verordnet möglicherweise eine niedrigere Anfangsdosis |
| HIV-Protease-Hemmstoffe, vor allem Ritonavir; auch Saquinavir | Deutlich höhere Sildenafil-Spiegel; mit Ritonavir stieg die Gesamtmenge im Blut (AUC) auf das 11-Fache[1, 2] | Von der Kombination mit Ritonavir wird abgeraten; bei Protease-Hemmstoffen beginnt die Ärztin oder der Arzt möglicherweise mit der niedrigsten Dosis |
| Andere Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4, z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Cimetidin | Sildenafil wird langsamer abgebaut, die Spiegel im Blut steigen[2] | Eine niedrigere Anfangsdosis sollte erwogen werden |
| Starke CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin; Bosentan | Weniger Sildenafil im Blut[2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Andere Mittel gegen Erektionsstörungen, andere PDE-5-Hemmer, Sildenafil-haltige Mittel gegen Lungenhochdruck (z. B. Revatio) | Sicherheit und Wirksamkeit solcher Kombinationen sind nicht untersucht[1, 2] | Nicht gleichzeitig anwenden |
| Sacubitril/Valsartan (gegen Herzinsuffizienz) | Stärkere Blutdrucksenkung als mit Sacubitril/Valsartan allein[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; Vorsicht bei Beginn der Behandlung |
| Grapefruitsaft | Kann die Sildenafil-Spiegel im Blut geringfügig erhöhen[2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Sildenafil nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht einnehmen dürfen Sie Sildenafil unter anderem bei einer schweren Herz- oder Lebererkrankung, nach einem kürzlich erlittenen Schlaganfall oder Herzinfarkt, bei niedrigem Blutdruck und wenn Sie einen Sehverlust durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION) haben oder hatten [1, 2]. Mehr zur Herzschwäche lesen Sie unter Herzinsuffizienz, mehr zu Brustschmerzen bei Belastung unter Koronare Herzkrankheit. Frauen dürfen Sildenafil-Präparate gegen Erektionsstörungen nicht einnehmen, ebenso Personen unter 18 Jahren [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Sildenafil oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Einnahme von Nitraten, die häufig gegen Angina pectoris ("Herzschmerzen") verordnet werden, oder von Stickstoffmonoxid-Donatoren wie Amylnitrit ("Poppers"): Die Kombination kann einen gefährlichen Blutdruckabfall bewirken[1, 2]
- Einnahme von Riociguat (Mittel gegen Lungenhochdruck): Sildenafil verstärkt dessen blutdrucksenkende Wirkung[1, 2]
- Schwere Herz- oder Lebererkrankung; laut Fachinformation nicht bei Männern, denen von sexueller Aktivität abzuraten ist, etwa bei instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz[1, 2]
- Kürzlich erlittener Schlaganfall oder Herzinfarkt[1, 2]
- Niedriger Blutdruck (laut Fachinformation unter 90/50 mmHg)[1, 2]
- Bestimmte seltene erbliche Augenerkrankungen wie Retinitis pigmentosa[1, 2]
- Sehverlust durch eine nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION), jetzt oder früher[1, 2]
- Sildenafil-Präparate gegen Erektionsstörungen dürfen Frauen, Personen unter 18 Jahren und Männer ohne Erektionsstörung nicht einnehmen[1]
Besondere Vorsicht bei
- Herzprobleme: Die Ärztin oder der Arzt sollte sorgfältig prüfen, ob Ihr Herz der zusätzlichen Beanspruchung durch Geschlechtsverkehr gewachsen ist[1, 2]
- Verengung am Ausgang der linken Herzkammer (z. B. Aortenstenose, hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie) oder Multisystematrophie (schwere Störung der Blutdruckregulation): erhöhte Empfindlichkeit gegenüber gefäßerweiternden Wirkstoffen[2]
- Sichelzellanämie, Leukämie oder multiples Myelom: Diese Erkrankungen begünstigen einen Priapismus; besondere Vorsicht kann nötig sein[1, 2]
- Verformung des Penis (z. B. Abknickung, Fibrose der Schwellkörper) oder Peyronie-Krankheit[1, 2]
- Aktives Magen-Darm-Geschwür oder Störung der Blutgerinnung (z. B. Hämophilie): Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob eine niedrigere Dosis nötig ist[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Der Filmüberzug enthält Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Alkoholgenuss kann die Fähigkeit, eine Erektion zu erreichen, vorübergehend herabsetzen [1]. Sildenafil-Präparate gegen Erektionsstörungen sind nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt; geeignete und gut kontrollierte Studien mit schwangeren oder stillenden Frauen liegen laut Fachinformation nicht vor [1, 2]. Mehr zu Alkohol und Arzneimitteln im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
Sildenafil-Präparate gegen Erektionsstörungen sind nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkoholgenuss kann vorübergehend die Fähigkeit herabsetzen, eine Erektion zu erreichen. Laut Packungsbeilage sollten Sie vor der Einnahme keine übermäßigen Mengen Alkohol trinken.[1]
Autofahren und Maschinen
Sildenafil kann Schwindel verursachen und das Sehvermögen beeinflussen. Achten Sie darauf, wie Sie auf die Einnahme reagieren, bevor Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Ungefähr 1 Stunde vor dem beabsichtigten Geschlechtsverkehr einnehmen, die Filmtablette unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken; nicht häufiger als einmal am Tag. Die Einnahme ist mit oder ohne Nahrung möglich, nach einer reichhaltigen Mahlzeit kann es aber länger dauern, bis die Wirkung einsetzt.[1]
Sildenafil wirkt nur bei sexueller Stimulation; bis zum Wirkungseintritt vergehen üblicherweise ½ bis 1 Stunde. Löst es keine Erektion aus oder hält diese nicht lange genug an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Nicht zusammen mit anderen sildenafilhaltigen Produkten einnehmen, auch nicht mit Schmelztabletten oder Schmelzfilmen.[1]
Überdosierung
Nach einer zu großen Menge können Nebenwirkungen häufiger auftreten und schwerwiegender sein; Dosen von mehr als 100 mg erhöhen die Wirksamkeit nicht. Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der Filmtabletten nennt eine empfohlene Anfangsdosis und Hinweise für Männer, die bestimmte andere Arzneimittel einnehmen [1]. Ergänzend stehen zwei Grenzen aus der Fachinformation in der Übersicht: die empfohlene Maximaldosis und die Obergrenze bei gleichzeitiger Einnahme von Ritonavir [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Sildenafil immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, ungefähr 1 Stunde vor dem beabsichtigten Geschlechtsverkehr und nicht häufiger als einmal am Tag. Schlucken Sie die Filmtablette unzerkaut mit einem Glas Wasser. Nach einer reichhaltigen Mahlzeit kann es länger dauern, bis die Wirkung einsetzt [1]. Kombinieren Sie die Filmtabletten nicht mit anderen sildenafilhaltigen Produkten, auch nicht mit Schmelztabletten oder Schmelzfilmen [1].
Nehmen Sie nicht mehr Tabletten ein, als Ihnen verordnet wurde: Nach einer zu großen Menge können Nebenwirkungen häufiger auftreten und schwerwiegender sein. Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Sildenafil
Sildenafil gegen Erektionsstörungen gibt es als Filmtabletten in verschiedenen Stärken, außerdem als Schmelztabletten und Schmelzfilme [1, 2]. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur für VIAGRA, Packungsbeilage und Fachinformation der Filmtabletten [1, 2]. Sildenafil-Präparate gegen Lungenhochdruck wie Revatio haben eigene Packungsbeilagen [3].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Revatio | Viatris EESV (Zulassungsinhaber) | verschreibungspflichtig; zur Behandlung von Lungenhochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie), eigene Packungsbeilage |
| Sildenafil ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg gegen Erektionsstörungen, verschreibungspflichtig |
| VIAGRA | Viatris EESV (Zulassungsinhaber), in Deutschland Viatris Healthcare GmbH | Filmtabletten, Schmelztabletten und Schmelzfilme gegen Erektionsstörungen, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation VIAGRA (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage VIAGRA 25 mg/50 mg/100 mg Filmtabletten. Viatris EESV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation VIAGRA (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) VIAGRA Filmtabletten, und Anhang II. Viatris EESV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Revatio (EPAR), Anhang I und Anhang III B: Anwendungsgebiete (Lungenhochdruck). Viatris EESV (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Sildenafil und wie lange hält die Wirkung an?
Laut Packungsbeilage liegt der Zeitraum bis zum Wirkungseintritt üblicherweise bei ½ bis 1 Stunde; nach einer reichhaltigen Mahlzeit kann es länger dauern. In einer Studie trat die Wirkung bei nüchternen Patienten, die eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Steifigkeit des Penis erreichten, im Mittel nach 25 Minuten ein. In einer weiteren Studie konnte noch 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme eine Erektion auf sexuelle Stimulation ausgelöst werden. Ohne sexuelle Stimulation entsteht keine Erektion.
Warum darf Sildenafil nicht zusammen mit Nitraten eingenommen werden?
Sildenafil verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten, die häufig gegen Angina pectoris verordnet werden. Die Kombination kann einen gefährlichen Blutdruckabfall bewirken; dasselbe gilt für Stickstoffmonoxid-Donatoren wie Amylnitrit ("Poppers"). Bekommen Sie während oder nach dem Geschlechtsverkehr Brustschmerzen, wenden Sie keine Nitrate an, sondern beenden die Einnahme und holen sofort ärztliche Hilfe. Bei einem medizinischen Notfall sagen Sie dem Personal, dass und wann Sie Sildenafil eingenommen haben.
Was tun, wenn eine Erektion nicht abklingt?
Übermäßig lang anhaltende und manchmal schmerzhafte Erektionen sind selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Dauert eine Erektion länger als 4 Stunden, holen Sie umgehend ärztliche Hilfe. Ein nicht sofort behandelter Priapismus kann laut Fachinformation das Gewebe des Penis schädigen und zu dauerhaftem Potenzverlust führen.
Kann Sildenafil die Augen oder das Gehör schädigen?
Häufig, bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Störungen des Farbsehens, verschwommenes Sehen und Sehstörungen auf. Selten kommt es zu einer plötzlichen Verschlechterung oder einem Verlust des Sehvermögens, auch durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs (NAION), sowie zu plötzlicher Schwerhörigkeit oder Taubheit. Bei einer plötzlichen Abnahme oder einem Verlust der Sehkraft brechen Sie die Behandlung ab und benachrichtigen sofort eine Ärztin oder einen Arzt.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Sildenafil nehme?
Alkoholgenuss kann vorübergehend die Fähigkeit herabsetzen, eine Erektion zu erreichen. Die Packungsbeilage rät deshalb, vor der Einnahme keine übermäßigen Mengen Alkohol zu trinken.
Darf ich Sildenafil nehmen, wenn ich herzkrank bin?
Bei einer schweren Herzerkrankung, nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei niedrigem Blutdruck dürfen Sie Sildenafil nicht einnehmen; laut Fachinformation auch nicht, wenn von sexueller Aktivität abzuraten ist. Bei Herzproblemen sollte die Ärztin oder der Arzt sorgfältig prüfen, ob Ihr Herz der zusätzlichen Beanspruchung durch Geschlechtsverkehr gewachsen ist. Nehmen Sie Nitrate gegen Angina pectoris, ist Sildenafil ausgeschlossen.
Was ist der Unterschied zu Sildenafil gegen Lungenhochdruck?
Revatio, ein anderes Präparat mit Sildenafil, ist zur Behandlung von hohem Blutdruck in den Blutgefäßen der Lunge (pulmonale arterielle Hypertonie) bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 1 bis 17 Jahren zugelassen und hat eine eigene Packungsbeilage. Sildenafil-Präparate gegen Erektionsstörungen dürfen nicht gleichzeitig mit Sildenafil-haltigen Mitteln gegen Lungenhochdruck angewendet werden.
Ist Sildenafil rezeptfrei erhältlich?
Nein. Laut EU-Zulassung ist VIAGRA ein Arzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt. Vor einer Behandlung sollte laut Fachinformation die Diagnose einer Erektionsstörung gestellt und nach zugrunde liegenden Ursachen gesucht werden; außerdem sollte die Ärztin oder der Arzt den Zustand von Herz und Kreislauf berücksichtigen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Behandlungen Strahlentherapie: NebenwirkungenMüdigkeit und Hautreizungen im Bestrahlungsfeld gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie.