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Indapamid: Nebenwirkungen und Wirkung

Indapamid ist ein verschreibungspflichtiges, harntreibendes Mittel, das mit den Thiaziddiuretika verwandt ist. Es wird bei Erwachsenen gegen Bluthochdruck eingesetzt. Häufig sind ein geröteter, erhabener Hautausschlag und, bei Neigung zu Allergien oder Asthma, allergische Reaktionen vor allem der Haut. Der Kalium- und Natriumspiegel im Blut kann sinken. Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, schweren Hautreaktionen oder lebensbedrohlichem unregelmäßigem Herzschlag nehmen Sie Indapamid nicht mehr ein und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau Anfang sechzig in leichter Jacke geht am Morgen auf einem ruhigen Uferweg an einem See spazieren
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Geröteter, erhabener Hautausschlag (makulopapulöser Ausschlag)[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen, vor allem an der Haut, bei Menschen mit Veranlagung zu Allergien oder Asthma[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Indapamid eingesetzt?

Indapamid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Diuretika, also der entwässernden Mittel [1, 2]. Er wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Bluthochdruck angewendet; die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet die essentielle Hypertonie, also einen Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursache [1, 2]. Laut Packungsbeilage ist die Behandlung des Bluthochdrucks normalerweise eine lebenslange Therapie [1].

Grundlage dieser Seite sind Indapamid-Retardtabletten mit 1,5 mg Wirkstoff. Bei Kindern und Jugendlichen wird Indapamid nicht empfohlen, weil Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen [1, 2].

Wie wirkt Indapamid?

Indapamid ist ein Sulfonamidabkömmling und pharmakologisch mit den Thiaziddiuretika verwandt. Es hemmt in einem Abschnitt der Nierenkanälchen, dem Anfangsteil des distalen Tubulus, die Rückaufnahme von Natrium. Dadurch werden mehr Natrium und Chlorid und in geringerem Umfang auch Kalium und Magnesium mit dem Urin ausgeschieden [2]. Laut Packungsbeilage erhöht Indapamid die Harnmenge dabei nur wenig; zudem weitet es die Blutgefäße, sodass das Blut leichter hindurchfließen kann, was hilft, den Blutdruck zu senken [1].

Die Retardtablette gibt den Wirkstoff aus einer Trägermasse verzögert ab. Die höchsten Blutspiegel werden etwa 12 Stunden nach einer Einzeldosis erreicht; die Halbwertszeit liegt zwischen 14 und 24 Stunden, im Mittel bei 18 Stunden, und ein gleichbleibender Blutspiegel stellt sich nach 7 Tagen ein [2]. In Studien senkte Indapamid den Blutdruck über 24 Stunden. Laut Fachinformation steigern höhere Dosen die blutdrucksenkende Wirkung nicht, verstärken aber die Salzausscheidung; bei Thiaziden und verwandten Diuretika nehmen die Nebenwirkungen mit steigender Dosis weiter zu [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen, vor allem an der Haut, bei Menschen mit Neigung zu Allergien oder Asthma, sowie ein geröteter, erhabener Hautausschlag [2]. Als Hauptrisiko von Thiaziddiuretika und verwandten Mitteln nennt die Fachinformation einen Abfall des Kaliumspiegels: In Studien hatten nach vier bis sechs Wochen 10 % der Behandelten einen Kaliumwert unter 3,4 mmol/l und 4 % unter 3,2 mmol/l [2]. Mehr dazu auf den Seiten veränderter Kaliumspiegel und Natriummangel. Die meisten Nebenwirkungen, die Beschwerden oder Laborwerte betreffen, hängen laut Fachinformation von der Dosis ab [2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HautGeröteter, erhabener Hautausschlag (makulopapulöser Ausschlag)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • HautAllergische Reaktionen, vor allem an der Haut, bei Menschen mit Veranlagung zu Allergien oder Asthma[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
  • HautKleine rote Punkte auf der Haut (Purpura)[1, 2]

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds: weniger Blutplättchen (Thrombozytopenie), was zu leichten Blutergüssen und Nasenbluten führt; weniger weiße Blutkörperchen (Leukopenie, Agranulozytose), was zu Fieber unklarer Ursache, Halsschmerzen oder anderen grippeähnlichen Beschwerden führen kann; weniger rote Blutkörperchen (Anämie, laut Fachinformation aplastische und hämolytische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Calciumwerte im Blut (Hyperkalzämie)[1, 2]
  • HerzHerzrhythmusstörungen (Arrhythmien)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die starke Bauch- und Rückenschmerzen mit ausgeprägtem Unwohlsein verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leber und GalleVeränderte Leberfunktion[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautSchwellungen der Haut an den Gliedmaßen oder im Gesicht, an Lippen oder Zunge oder der Schleimhäute von Hals oder Atemwegen (Angioödem), die zu Kurzatmigkeit oder Schluckbeschwerden führen können; Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnot
  • HautSchwere Hautreaktionen mit ausgeprägtem Hautausschlag, Rötung der Haut am ganzen Körper, starkem Juckreiz, Blasenbildung, Abschälen und Anschwellen der Haut und Entzündung der Schleimhäute (Stevens-Johnson-Syndrom, laut Fachinformation auch toxische epidermale Nekrolyse) oder andere allergische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagJuckreizAllergische Reaktionen
  • Nieren und HarnwegeNierenerkrankungen (laut Fachinformation Niereninsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HerzLebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag (Torsade de pointes)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleErkrankung des Gehirns, verursacht durch eine Lebererkrankung (hepatische Enzephalopathie); laut Fachinformation möglich bei eingeschränkter Leberfunktion[1, 2]
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche, Muskelkrämpfe, Druckschmerz oder Muskelschmerzen; besonders zusammen mit Unwohlsein oder hohem Fieber möglicher Hinweis auf einen krankhaften Muskelabbau (laut Fachinformation Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
  • HautVerschlechterung eines bestehenden systemischen Lupus erythematodes (einer Kollagenkrankheit)[1, 2]
  • HautLichtempfindlichkeitsreaktionen (Hautveränderungen), nachdem die Haut der Sonne oder künstlicher UVA-Strahlung ausgesetzt war[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • AugenKurzsichtigkeit (Myopie), verschwommenes Sehen, Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenVerschlechterung des Sehvermögens oder Augenschmerzen durch hohen Augendruck, mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss) oder eines akuten Winkelverschlussglaukoms[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedrige Kaliumwerte im Blut (Hypokaliämie), laut Fachinformation besonders schwerwiegend bei bestimmten Risikogruppen[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie), die zu einem Mangel an Körperwasser (Dehydratation) und niedrigem Blutdruck führen können[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelNiedriger Blutdruck
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Harnsäurewerte im Blut; Harnsäure kann eine Gicht mit schmerzenden Gelenken, besonders in den Füßen, hervorrufen oder verschlimmern[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetikern[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Laborwerte und UntersuchungenUngewöhnliche EKG-Aufzeichnungen (laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei einem Angioödem und/oder Nesselsucht, schweren Hautreaktionen oder anderen allergischen Reaktionen, lebensbedrohlichem unregelmäßigem Herzschlag, Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsen- oder Leberentzündung, einer hepatischen Enzephalopathie oder eines krankhaften Muskelabbaus nehmen Sie Indapamid laut Packungsbeilage nicht mehr ein und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, denn diese Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Bei Anzeichen zu weniger weißer Blutkörperchen und bei einer Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei Menschen mit einem langen QT-Intervall im EKG begünstigen ein niedriger Kaliumspiegel und ein verlangsamter Herzschlag laut Fachinformation schwere Herzrhythmusstörungen, insbesondere die möglicherweise tödlich verlaufenden Torsade de pointes; mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende fünfzig sitzt morgens am Küchentisch und schluckt eine kleine weiße Tablette mit einem Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Blutwerte kontrollieren lassen: Ob Natrium oder Kalium zu niedrig oder Calcium zu hoch ist, kontrolliert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gegebenenfalls mit einer Blutuntersuchung [1]. Laut Fachinformation ist der Natriumwert vor Behandlungsbeginn und dann regelmäßig zu kontrollieren, bei älteren Menschen und bei Leberzirrhose engmaschig; ein Kaliummangel muss ausgeglichen werden [2]. Bei Diabetes ist es wichtig, den Blutzucker zu kontrollieren, besonders wenn zugleich der Kaliumspiegel niedrig ist [2].

Haut und Sonne: Nach Sonne oder künstlicher UVA-Strahlung wurden Lichtempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn bei Ihnen solche Reaktionen auftraten [1]. Laut Fachinformation wird empfohlen, die Behandlung bei solchen Reaktionen abzubrechen; hält die Ärztin oder der Arzt eine weitere Gabe für notwendig, wird empfohlen, die Hautstellen zu schützen, die der Sonne oder künstlicher UVA-Strahlung ausgesetzt sind [2]. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab [1]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit.

Schwindel und Müdigkeit: Infolge der Blutdrucksenkung können Schwindel oder Müdigkeit auftreten, eher zu Beginn der Behandlung und nach Dosiserhöhungen. Wenn das bei Ihnen zutrifft, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine anderen Tätigkeiten ausüben, die Ihre Aufmerksamkeit erfordern [1].

Augen: Eine Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen können Zeichen eines Aderhautergusses oder eines Druckanstiegs im Auge sein. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation besteht die erste Behandlung darin, das Arzneimittel so schnell wie möglich abzusetzen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Sehstörungen.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit Lithium sollten Sie Indapamid nicht einnehmen, weil der Lithiumspiegel im Blut steigen kann [1, 2]. Bei zahlreichen Mitteln, die selbst Herzrhythmusstörungen auslösen können, ist besondere Vorsicht nötig; laut Fachinformation werden dann vorher der Kaliumspiegel kontrolliert und gegebenenfalls ausgeglichen sowie Blutsalze und EKG überwacht [1, 2]. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen [2].

Wechselwirkungen von Indapamid
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Lithium (gegen Depressionen)Lithiumspiegel im Blut kann steigen, mit Zeichen einer Überdosierung[1, 2]Sollte nicht zusammen eingenommen werden; ist die Kombination unumgänglich, sind laut Fachinformation engmaschige Kontrollen des Lithiumspiegels und eine Dosisanpassung erforderlich
Arzneimittel, die die gefährliche Herzrhythmusstörung Torsade de pointes auslösen können, z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Ibutilid, Dofetilid, Bretylium), bestimmte Mittel gegen psychische Erkrankungen (z. B. Amisulprid, Sulpirid, Tiaprid, Haloperidol, Droperidol), Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythromycin oder Vincamin in die Vene, Moxifloxacin, Sparfloxacin, Halofantrin, Pentamidin, Methadon, Mizolastin, Astemizol, TerfenadinErhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen, insbesondere Torsade de pointes; ein niedriger Kaliumspiegel ist ein Risikofaktor[1, 2]Besondere Vorsicht: laut Fachinformation vorher Kalium kontrollieren und gegebenenfalls ausgleichen, Blutsalze und EKG überwachen
Trizyklische Antidepressiva, NeuroleptikaStärkere Blutdrucksenkung und höheres Risiko für einen Blutdruckabfall beim Aufstehen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR, z. B. Ibuprofen, auch COX-2-Hemmer) und hoch dosierte AcetylsalicylsäureBlutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen; bei Flüssigkeitsmangel Risiko eines akuten Nierenversagens[1, 2]Laut Fachinformation auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und zu Beginn die Nierenfunktion kontrollieren
ACE-Hemmer (gegen Bluthochdruck und Herzschwäche)Bei bestehendem Natriummangel Risiko eines plötzlichen Blutdruckabfalls und/oder eines akuten Nierenversagens zu Beginn der ACE-Hemmer-Behandlung, besonders bei Verengung der Nierenarterien[1, 2]Laut Fachinformation wird Indapamid 3 Tage vorher abgesetzt oder der ACE-Hemmer niedrig dosiert begonnen; die Nierenfunktion wird in den ersten Wochen kontrolliert
Amphotericin B in die Vene, Kortikosteroide zum Einnehmen, Tetracosactid, stimulierende AbführmittelErhöhtes Risiko für einen Kaliummangel; Kortikosteroide und Tetracosactid können außerdem die blutdrucksenkende Wirkung vermindern[1, 2]Kaliumspiegel kontrollieren und gegebenenfalls ausgleichen; laut Fachinformation nicht stimulierende Abführmittel verwenden
Digitalis-Präparate (Herzglykoside)Ein niedriger Kaliumspiegel begünstigt die giftigen Nebenwirkungen der Digitalisglykoside[1, 2]Kalium und EKG kontrollieren
Baclofen (gegen Muskelsteifigkeit)Verstärkte Blutdrucksenkung[1, 2]Laut Fachinformation auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und zu Beginn die Nierenfunktion kontrollieren
Allopurinol (gegen Gicht)Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol können häufiger auftreten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Kaliumsparende Entwässerungsmittel (Amilorid, Spironolacton, Triamteren)Zu niedriger oder zu hoher Kaliumspiegel möglich, insbesondere bei Niereninsuffizienz oder Diabetes[1, 2]Kalium und EKG kontrollieren
Metformin (gegen Diabetes)Erhöhtes Risiko einer Übersäuerung des Blutes durch Metformin (Laktatazidose), weil Entwässerungsmittel die Nierenfunktion beeinträchtigen können[1, 2]Laut Fachinformation ist Metformin oberhalb bestimmter Kreatininwerte nicht anzuwenden
Jodhaltige Kontrastmittel (Röntgenuntersuchungen)Bei Flüssigkeitsmangel erhöhtes Risiko eines akuten Nierenversagens, besonders bei hohen Dosen Kontrastmittel[1, 2]Flüssigkeitsmangel vorher ausgleichen
Calciumtabletten oder andere calciumhaltige NahrungsergänzungsmittelRisiko eines zu hohen Calciumspiegels im Blut[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Ciclosporin, Tacrolimus (unterdrücken die Immunabwehr)Kreatininwert im Blut kann steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Indapamid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder haben Sie Zweifel, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Wer allergisch gegen Sulfonamide ist, darf Indapamid nicht einnehmen [1, 2]. Ältere Menschen können behandelt werden, wenn ihre Nierenfunktion normal oder nur geringfügig eingeschränkt ist [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Indapamid, andere Wirkstoffe mit ähnlicher Struktur (Sulfonamide bzw. Sulfonamidderivate) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwere Nierenfunktionsstörung (laut Packungsbeilage Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörung oder Symptome einer hepatischen Enzephalopathie (Gehirnerkrankung mit Bewusstseinsstörungen)[1, 2]
  • Zu niedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Probleme mit der Leberfunktion: Laut Fachinformation kann es bei Lebererkrankungen, vor allem bei gestörtem Salzhaushalt, zu einer hepatischen Enzephalopathie kommen, die sich zu einem Leberkoma entwickeln kann; dann ist Indapamid sofort abzusetzen[1, 2]
  • Diabetes: Laut Fachinformation ist es wichtig, den Blutzucker zu kontrollieren, besonders wenn zugleich der Kaliumspiegel niedrig ist[1, 2]
  • Gicht: Bei erhöhter Harnsäure kann es vermehrt zu Gichtanfällen kommen[1, 2]
  • Herzrhythmusstörungen jeder Art oder Nierenprobleme[1]
  • Risikogruppen, bei denen ein Kaliummangel laut Fachinformation besonders zu vermeiden ist: ältere, unterernährte oder mit vielen Medikamenten behandelte Menschen, Menschen mit Leberzirrhose und Wassereinlagerungen oder Bauchwasser, mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder langem QT-Intervall im EKG. Hier sind häufigere Kaliumkontrollen erforderlich; die erste sollte in der ersten Woche nach Behandlungsbeginn erfolgen[2]
  • Natrium im Blut: laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn und regelmäßig während der Behandlung zu kontrollieren, weil ein Abfall zunächst ohne Beschwerden verlaufen kann; engmaschig bei älteren Menschen und bei Leberzirrhose[1, 2]
  • Frühere Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie: möglicherweise höheres Risiko für einen Aderhauterguss oder einen Anstieg des Augeninnendrucks[1, 2]
  • Muskelerkrankungen, einschließlich Muskelschmerzen, Druckschmerz, Schwäche oder Krämpfen[1]
  • Geplanter Test der Schilddrüsenfunktion (so die Packungsbeilage; laut Fachinformation ist vor einer eventuellen Untersuchung der Nebenschilddrüsenfunktion die Behandlung abzubrechen)[1, 2]
  • Frühere Lichtempfindlichkeitsreaktionen: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1]
  • Leistungssport: Der Wirkstoff kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Anwendung nicht empfohlen, weil Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage sollte Indapamid in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, und Stillen wird während der Einnahme nicht empfohlen [1]. Zur Stillzeit unterscheiden sich Packungsbeilage und Fachinformation: Die Packungsbeilage sagt, dass Indapamid in die Muttermilch übergeht; die Fachinformation spricht von ungenügenden Informationen dazu [1, 2]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine eigene Angabe [1, 2]; Allgemeines dazu steht im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Schwangerschaft

Indapamid sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Ist eine Schwangerschaft geplant oder bestätigt, sollte so rasch wie möglich auf eine andere Behandlung umgestellt werden. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten.[1]

Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit weniger als 300 Schwangerschaften vor. Nimmt die Mutter verwandte Mittel (Thiazide) im letzten Schwangerschaftsdrittel länger ein, können ihr Blutvolumen und die Durchblutung der Plazenta abnehmen; beim Kind können dann eine Mangelversorgung und Wachstumsstörungen auftreten. Aus Vorsichtsgründen soll die Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Packungsbeilage geht Indapamid in die Muttermilch über; Stillen wird während der Einnahme nicht empfohlen.[1]

Laut Fachinformation gibt es nur ungenügende Informationen, ob Indapamid in die Muttermilch übergeht. Beim Kind können eine Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide und ein Kaliummangel auftreten; verwandte Thiaziddiuretika wurden mit einem Rückgang oder sogar einer Unterdrückung der Milchbildung in Verbindung gebracht. Die Anwendung in der Stillzeit wird nicht empfohlen.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Infolge der Blutdrucksenkung können Schwindel oder Müdigkeit auftreten, eher zu Beginn der Behandlung und nach Dosiserhöhungen. Wenn das bei Ihnen zutrifft, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine anderen Tätigkeiten ausüben, die Ihre Aufmerksamkeit erfordern. Bei guter Überwachung treten diese Nebenwirkungen laut Packungsbeilage nur selten auf.[1, 2]

Einnahme

Vorzugsweise morgens einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Retardtablette unzerteilt mit Wasser schlucken, nicht zerdrücken oder kauen. Die Behandlung des Bluthochdrucks ist normalerweise eine lebenslange Therapie.[1, 2]

Dosis vergessen: die nächste Dosis zur üblichen Zeit einnehmen, nicht die doppelte Dosis.[1]

Absetzen

Da die Behandlung des Bluthochdrucks für gewöhnlich lebenslang erfolgt, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung abbrechen.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Eine sehr hohe Dosis kann zu Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Krämpfen, Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheit und Veränderungen der Urinmenge führen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis für Erwachsene und Hinweise für Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und für ältere Menschen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Indapamid immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, vorzugsweise morgens und unabhängig von den Mahlzeiten. Schlucken Sie die Retardtablette unzerteilt mit Wasser; zerdrücken oder kauen Sie sie nicht [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie die nächste zur üblichen Zeit und nicht die doppelte Menge [1].

Weil die Behandlung des Bluthochdrucks für gewöhnlich lebenslang erfolgt, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung abbrechen [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Indapamid

Indapamid gibt es von mehreren Herstellern als Retardtabletten und als Hartkapseln. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Indapamid-ratiopharm 1,5 mg Retardtabletten [1, 2]. Für andere Stärken, Darreichungsformen und Kombinationen mit weiteren Wirkstoffen gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Indapamid
PräparatAnbieterHinweis
Indapamid-ratiopharmratiopharm GmbH1,5 mg Retardtabletten, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Indapamid-CTAbZ-Pharma GmbH2,5 mg Hartkapseln, verschreibungspflichtig
Indapamid STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Indapamid-ratiopharm 1,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Indapamid-ratiopharm 1,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Ist Indapamid eine Wassertablette?

Indapamid gehört zu den Diuretika, also zu den entwässernden Mitteln, und ist mit den Thiaziddiuretika verwandt. Laut Packungsbeilage unterscheidet es sich von anderen Entwässerungsmitteln aber dadurch, dass es die Harnmenge nur wenig erhöht. Zugelassen ist es zur Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen.

Wann sollte ich Indapamid einnehmen?

Die Packungsbeilage sieht die Einnahme vorzugsweise morgens vor, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Retardtablette wird unzerteilt mit Wasser geschluckt und darf nicht zerdrückt oder gekaut werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.

Warum wird unter Indapamid das Blut kontrolliert?

Indapamid kann den Kalium- und den Natriumspiegel im Blut senken und den Calciumspiegel erhöhen. Laut Fachinformation soll der Natriumwert vor Behandlungsbeginn und dann regelmäßig kontrolliert werden, weil ein Abfall zunächst ohne Beschwerden verlaufen kann. Bei bestimmten Risikogruppen sind laut Fachinformation häufigere Kaliumkontrollen erforderlich; die erste sollte in der ersten Woche nach Behandlungsbeginn erfolgen. Bei Diabetes ist es laut Fachinformation wichtig, zusätzlich den Blutzucker zu kontrollieren.

Kann Indapamid die Augen beeinträchtigen?

Ja, laut Packungsbeilage können eine Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen Zeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss) oder eines Druckanstiegs im Auge sein. Sie können innerhalb von Stunden bis Wochen nach Beginn der Einnahme auftreten und unbehandelt zu einem dauerhaften Sehverlust führen. Wer früher eine Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie hatte, kann ein höheres Risiko haben. Sprechen Sie bei solchen Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Indapamid in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage sollte Indapamid während der Schwangerschaft nicht angewendet werden; ist eine Schwangerschaft geplant oder bestätigt, sollte so rasch wie möglich auf eine andere Behandlung umgestellt werden. Stillen wird während der Einnahme nicht empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen.

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Indapamid?

Lithium sollten Sie laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Indapamid einnehmen, weil der Lithiumspiegel im Blut steigen kann. Besondere Vorsicht kann bei zahlreichen Mitteln erforderlich sein, die den Herzrhythmus beeinflussen können, etwa bei bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen oder gegen psychische Erkrankungen und bei bestimmten Antibiotika. Dasselbe gilt für Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, ACE-Hemmer, Kortikosteroide, Digitalis und Metformin. Nennen Sie bei jeder neuen Verordnung alle Mittel, die Sie einnehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Enalapril

    Enalapril senkt den Blutdruck und entlastet das Herz.

  • Medikamente Telmisartan

    Telmisartan senkt den Blutdruck.

  • Medikamente Morphin

    Morphin ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide.

  • Wirkstoffgruppen Sartane (AT1-Rezeptorblocker) und ARNI

    Sartane wie Candesartan und Valsartan senken den Blutdruck.