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Morphin: Nebenwirkungen und Wirkung
Morphin ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und ein Betäubungsmittel. Es wird bei starken und stärksten Schmerzen angewendet. Sehr häufige Nebenwirkungen sind Stimmungsveränderungen, enge Pupillen und bei Dauerbehandlung Verstopfung. Eine flache, verlangsamte Atmung (Atemdepression) ist die bedeutsamste Gefahr einer Überdosierung; rufen Sie dann sofort eine Ärztin oder einen Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, meist gehobene (euphorische) Stimmung, aber auch missmutige Verstimmung (Dysphorie)[1, 2]
- Sehr häufig: Pupillenverengung (Miosis)[1, 2]
- Sehr häufig: Verstopfung (bei Dauerbehandlung)[1, 2]
- Häufig: Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)[1, 2]
- Häufig: Appetitabnahme bis zum Appetitverlust[1, 2]
- Häufig: Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen[1, 2]
- Häufig: Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
- Häufig: Schwitzen, Quaddeln bzw. nesselartiger Hautausschlag (Urtikaria), Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Harnverhalt[1, 2]
- Häufig: Unwohlsein, Schwächegefühl, Müdigkeit oder Erschöpfung[1, 2]
Wofür wird Morphin eingesetzt?
Morphin ist ein stark wirkendes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Es wird bei starken und stärksten Schmerzen angewendet [1, 2].
Morphin ist ein Betäubungsmittel nach Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes und wird nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung verschrieben [1, 2, 4]. Das Mittel wurde Ihnen persönlich verschrieben; geben Sie es nicht an andere weiter, denn es kann anderen Menschen schaden [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Ihnen, was Sie von Morphin erwarten können, wann und wie lange Sie es anwenden, wann Sie sich melden sollten und wann es abgesetzt wird [1]. Laut Fachinformation sollten dabei Behandlungsziele, Behandlungsdauer und ein Plan für das Ende der Behandlung vereinbart werden [2].
Wie wirkt Morphin?
Morphin ist ein Inhaltsstoff des Schlafmohns. Es zeigt eine ausgeprägte Bindung (Affinität) an die sogenannten µ-Rezeptoren, also an Andockstellen für Opioide im Nervensystem. Im zentralen Nervensystem wirkt es schmerzstillend, hustenstillend, beruhigend und atemdämpfend; es verengt die Pupillen, kann Erbrechen auslösen und senkt Blutdruck und Herzfrequenz geringfügig [2]. Außerhalb des Gehirns verursacht Morphin unter anderem Verstopfung und eine verzögerte Magenentleerung; über die Freisetzung des Botenstoffs Histamin kann es Hautrötung, Nesselsucht und Juckreiz auslösen [2]. Wegen seiner euphorisierenden Wirkung besteht laut Fachinformation Suchtgefahr [2].
Retardtabletten geben den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum ab und wirken dadurch länger [1]. Morphin wird vor allem in der Leber abgebaut; eines der Abbauprodukte ist selbst wirksam, und die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren [2]. Werden Retardtabletten zerteilt, zerkaut oder zerrieben, setzen sie den Wirkstoff schneller frei; das kann zu einer möglicherweise tödlichen Überdosierung führen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Morphin hat laut Packungsbeilage vielfältige Nebenwirkungen auf die Psyche, die je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer unterschiedlich stark und unterschiedlich ausgeprägt sein können [1]. Die wiederholte Anwendung kann zu Gewöhnung, Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, was eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben kann; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendungsdauer steigen [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitabnahme bis zum Appetitverlust[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheVeränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätSchlafstörungenPsychose und HalluzinationenVerwirrtheit
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindelGeschmacksstörungen
- Magen und DarmErbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautSchwitzen, Quaddeln bzw. nesselartiger Hautausschlag (Urtikaria), Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenNesselsuchtJuckreiz
- Nieren und HarnwegeHarnverhalt[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Allgemeine BeschwerdenUnwohlsein, Schwächegefühl, Müdigkeit oder Erschöpfung[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HerzPulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung (Tachykardie, Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall, Blutdruckanstieg[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckBlutdruckanstieg
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- HormonsystemSyndrom der unangemessenen Freisetzung eines Hormons, das die Wasserausscheidung steuert (SIADH); Leitsymptom laut Fachinformation ist ein zu niedriger Natriumwert im Blut[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
- PsycheVerminderung der Libido[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- NervensystemEpileptische Krampfanfälle, Muskelzittern, unwillkürliche Muskelzuckungen[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleZittern
- AugenVerschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern (Nystagmus)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmDarmverschluss, Bauchschmerzen, Zahnerkrankungen, ein ursächlicher Zusammenhang mit der Morphin-Behandlung lässt sich dabei jedoch nicht herstellen[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenZahnschäden
- Leber und GalleErhöhung der Leberwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAndere Hautausschläge (z. B. Exantheme)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe, Erhöhung der Muskelspannung[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung[1, 2]Mehr dazu: ErektionsstörungenZyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchüttelfrost, Wasseransammlung im Gewebe (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemAkute allergische Allgemeinreaktionen wie plötzlich auftretende Atemprobleme, Schwellung der Haut und/oder Blutdruckabfall (anaphylaktische Reaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnotNiedriger Blutdruck
- PsychePsychische Abhängigkeit und körperliche Abhängigkeit mit Entzugssymptomen[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- NervensystemBenommenheit, Sedierung (dosisabhängig), Ohnmacht, Missempfindungen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemErhöhte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie); laut Fachinformation auch Schmerzempfinden bei Reizen, die normalerweise nicht schmerzen (Allodynie)[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- HerzHerzklopfen, Herzversagen[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenHerzschwäche
- Gefäße und KreislaufHitzegefühl[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- AtemwegeVerminderter Hustenreiz, Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression, eine dosisabhängige Nebenwirkung), Wasseransammlungen in der Lunge (nach rascher Dosissteigerung)[1, 2]
- AtemwegeAtemaussetzer während des Schlafs (Schlafapnoe)[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitMundtrockenheit
- Magen und DarmBeschwerden im Zusammenhang mit einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und des Gallengangsystems, wie starke Schmerzen im Oberbauch, die möglicherweise in den Rücken ausstrahlen, Übelkeit, Erbrechen oder Fieber[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenÜbelkeitErbrechenFieber
- Leber und GalleVerkrampfung des Schließmuskels im Bereich der Gallenwege (Spasmus des Sphincter Oddi)[2]
- HautSchwere Hautreaktion mit Blasenbildung, großflächig schuppiger Haut und eitergefüllten Stellen zusammen mit Fieber (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- Allgemeine BeschwerdenToleranzentwicklung (Gewöhnung)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenEntzugserscheinungen bei Neugeborenen, deren Mutter Morphin in der Schwangerschaft angewendet hat[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die bedeutsamste Gefahr einer Überdosierung von Opioiden ist eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) [1, 2]. Morphin kann außerdem schlafbezogene Atemstörungen wie Atemaussetzer im Schlaf und einen niedrigen Sauerstoffgehalt des Blutes verursachen; die Ärztin oder der Arzt wird dann eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen [1]. Die schwere Hautreaktion AGEP kann laut Fachinformation lebensbedrohlich sein [2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Verstopfung: Sie ist unter einer Behandlung mit Morphin häufig, bei Dauerbehandlung sogar sehr häufig [1]. Gerade wenn Sie schon vor Beginn der Einnahme Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie laut Packungsbeilage von Anfang an ein Abführmittel nehmen; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu auf der Seite Verstopfung durch Medikamente.
Erbrechen und Übelkeit: Erbrechen ist häufig, besonders zu Beginn der Behandlung; Übelkeit hängt von der Dosis ab [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Hintergründe finden Sie unter Übelkeit und Erbrechen.
Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel: Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen sind häufig; außerdem sind Benommenheit und eine dosisabhängige Dämpfung (Sedierung) beschrieben, deren Häufigkeit nicht bekannt ist [1, 2]. Die Verkehrstüchtigkeit kann vor allem zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung oder einem Präparatewechsel beeinträchtigt sein [1]. Mehr auf den Seiten Müdigkeit und Schwindel.
Schwitzen und Juckreiz: Beides ist häufig, ebenso Nesselsucht [1, 2]. Mehr unter Schwitzen und Juckreiz.
Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bemerken Sie eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, obwohl Sie höhere Dosen einnehmen (Hyperalgesie), sprechen Sie ebenfalls ärztlich darüber; die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Dosis geändert oder das Schmerzmittel umgestellt werden muss [1]. Beschwerden wie Schwäche, Erschöpfung, Appetitlosigkeit oder niedriger Blutdruck können auf eine zu geringe Bildung des Hormons Kortisol hinweisen; auch das besprechen Sie ärztlich [1].
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Werden Morphin und andere zentral dämpfende Arzneimittel gleichzeitig angewendet (etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine, Antidepressiva, Neuroleptika, Gabapentin, Pregabalin oder andere Opioide), können sich die Nebenwirkungen von Morphin verstärken: vor allem eine Beeinträchtigung der Atmung, eine ausgeprägte Dämpfung, ein Blutdruckabfall oder ein Koma, unter Umständen mit tödlichem Ausgang [1, 2]. Die gleichzeitige Anwendung sollte deshalb nur in Erwägung gezogen werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht infrage kommen; Dosis und Dauer sollte die Ärztin oder der Arzt beschränken [1, 2]. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf die Anzeichen achten zu lassen [1].
Mit MAO-Hemmern gegen Depressionen sind lebensbedrohende Wechselwirkungen nicht auszuschließen; Morphin sollte deshalb nicht gleichzeitig und nicht innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen gegeben werden [1, 2]. Die Wirkung von Mitteln gegen Blutgerinnsel wie Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor kann verzögert und vermindert sein [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere zentral dämpfende Arzneimittel: Mittel gegen Angststörungen, Antidepressiva, Neuroleptika, Narkosemittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder Barbiturate, Muskelrelaxanzien, Blutdrucksenker, Gabapentin oder Pregabalin, Mittel gegen Allergien oder Reisekrankheit (Antihistaminika, zentral wirksame Antiemetika) und andere Opioide | Verstärkte Nebenwirkungen von Morphin, vor allem Beeinträchtigung der Atmung, ausgeprägte Sedierung, Blutdruckabfall oder Koma, unter Umständen mit tödlichem Ausgang[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht infrage kommen; Dosis und Dauer sollte die Ärztin oder der Arzt beschränken. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf die Anzeichen achten zu lassen; bei Anzeichen an Ärztin oder Arzt wenden |
| MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen) | Mit dem Opioid Pethidin wurden lebensbedrohende Wechselwirkungen auf Gehirn, Atmung und Kreislauf beobachtet; mit Morphin sind sie nicht auszuschließen[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung und Gabe von Morphin innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen eines MAO-Hemmers vermeiden |
| Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung, z. B. Psychopharmaka oder Mittel gegen Allergien, Erbrechen oder Parkinson | Anticholinerge Nebenwirkungen der Opioide wie Verstopfung, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen können sich verstärken[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Muskelentspannende Arzneimittel (Muskelrelaxanzien) | Ihre Wirkung kann durch Morphin verstärkt werden[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Cimetidin (gegen Magengeschwüre) und andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel belasten | Höhere Morphin-Konzentrationen im Blut durch gehemmten Abbau möglich[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Rifampicin (gegen Tuberkulose) | Die Wirkung von Morphin kann abgeschwächt werden[1, 2] | Laut Fachinformation die Schmerzlinderung während und nach der Rifampicin-Behandlung überwachen und die Morphin-Dosis anpassen |
| Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor (gegen Blutgerinnsel) | Ihre Wirkung kann verzögert und vermindert sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Alkohol | Verstärkte Schläfrigkeit oder höheres Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust[1, 2] | Während der Einnahme wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Morphin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Morphin darf unter anderem nicht eingenommen werden bei einem möglichen Darmverschluss, bei einer schweren Störung der Atmung mit Sauerstoffmangel, bei schwerer COPD, schwerem Bronchialasthma und bei unklaren akuten Bauchschmerzen [1, 2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Das Risiko, abhängig oder süchtig zu werden, ist von Person zu Person unterschiedlich [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Morphin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Möglicher Darmverschluss (Ileus); laut Fachinformation schon bei einem Risiko für eine Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1, 2]
- Schwere Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion mit Sauerstoffmangel und/oder zu viel Kohlendioxid im Blut (Atemdepression mit Hypoxie und Hyperkapnie)[1, 2]
- Schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)[1, 2]
- Schweres Bronchialasthma[1, 2]
- Unklare akute schmerzhafte Bauchbeschwerden (akutes Abdomen)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Abhängigkeit von Opioiden[1, 2]
- Bestehender oder früherer Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln: Morphin ist dann nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden[1]
- Höheres Risiko für Abhängigkeit oder Sucht: Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen bei Ihnen oder in Ihrer Familie, Rauchen, frühere psychische Probleme wie Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung[1, 2]
- Bewusstseinsstörungen unklarer Ursache, Kopf- oder Hirnverletzungen, erhöhter Hirndruck[1, 2]
- Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion, Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe), schwere Veränderung des Herzens infolge chronischer Überlastung des Lungenkreislaufs (Cor pulmonale)[1, 2]
- Niedriger Blutdruck bei geringer zirkulierender Blutmenge (Hypotension bei Hypovolämie)[1, 2]
- Vergrößerte Prostata mit Restharn (Gefahr eines Risses der Harnblase durch Harnverhalt), Verengungen oder Koliken der Harnwege[1, 2]
- Gallenwegserkrankungen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), verengende oder entzündliche Darmerkrankungen[1, 2]
- Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
- Schwere Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion[1, 2]
- Epilepsie oder erhöhte Neigung zu Krampfanfällen[1, 2]
- Sichelzellkrankheit: Laut Fachinformation ist bei einer Behandlung während einer Gefäßverschlusskrise eine engmaschige Überwachung auf ein akutes Thorax-Syndrom angezeigt[1, 2]
- Einnahme von Arzneimitteln, die dämpfend auf die Gehirnfunktion wirken, oder von MAO-Hemmern gegen Depressionen oder Parkinson[1, 2]
- Operationen: vor und innerhalb von 24 Stunden nach einer Operation nicht empfohlen (erhöhtes Risiko für Darmlähmung oder Atemdämpfung)[1, 2]
- Erhöhte Schmerzempfindlichkeit trotz höherer Dosen (Hyperalgesie): Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Dosis geändert oder das Schmerzmittel umgestellt werden muss[1, 2]
- Hormonelle Veränderungen: Schwäche, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder niedriger Blutdruck können Anzeichen einer zu geringen Bildung des Hormons Kortisol in den Nebennieren sein; möglicherweise müssen Sie dann ein Hormonergänzungsmittel einnehmen. Vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen oder Ausbleiben der Regelblutung können auf eine verminderte Bildung von Sexualhormonen zurückzuführen sein[1, 2]
- Ältere Menschen: Morphin ist bei ihnen besonders vorsichtig zu dosieren[1]
- Kinder unter 12 Jahren: Zur Anwendung liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vor[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Retardtabletten mit 10, 30 und 60 mg enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
- Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Während der Einnahme empfiehlt die Packungsbeilage, keinen Alkohol zu trinken [1]. In der Schwangerschaft dürfen Sie Morphin nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend notwendig hält; vom Stillen rät die Packungsbeilage ab [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; die Einschätzungen von Packungsbeilage und Embryotox stehen dort nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol, Medikamente und Autofahren und Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Weil Tierstudien Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen ergeben haben, dürfen Sie Morphin in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält es für zwingend notwendig und schätzt den Nutzen für Sie deutlich höher ein als das Risiko für das Kind. Haben Sie in der Schwangerschaft Morphin eingenommen, sollte beim Neugeborenen auf eine abgeflachte und verlangsamte Atmung (Atemdepression) oder Entzugserscheinungen geachtet werden, etwa hochfrequentes Schreien, Reizbarkeit und Unruhe, Muskelzittern, Probleme beim Stillen und Schwitzen; diese Symptome sollten ärztlich behandelt werden.[1, 2]
Wegen seiner erbgutverändernden Eigenschaften sollte Morphin Männern und Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter nur gegeben werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist. Laut Fachinformation reichen die Daten beim Menschen nicht aus, um ein Fehlbildungsrisiko zu bewerten; über einen möglichen Zusammenhang mit häufigeren Leistenbrüchen wurde berichtet. Außerdem kann Morphin laut Fachinformation die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es kaum systematische Untersuchungen zum ersten Schwangerschaftsdrittel, aber auch keine Hinweise auf fehlbildende Wirkungen; bei strenger Indikationsstellung kann Morphin in der Schwangerschaft verwendet werden. Kurz vor der Entbindung gegeben, ist beim Neugeborenen mit einer Atemdepression zu rechnen, nach längerer Anwendung mit schweren Entzugserscheinungen, die auch bis zu 72 Stunden verzögert auftreten können; dann sollte die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen. Ein akuter Opiat-Entzug sollte in der Schwangerschaft vermieden werden, weil er zum Tod des Kindes im Mutterleib oder zu vorzeitigen Wehen führen kann. Schmerzmittel der ersten Wahl sind laut Embryotox Paracetamol oder bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen; von den zentral wirksamen Schmerzmitteln kommen auch Tramadol oder Buprenorphin in Betracht. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Morphin geht in die Muttermilch über und kann beim Säugling wirksame Konzentrationen erreichen; vom Stillen wird daher abgeraten. Laut Fachinformation erreicht Morphin in der Muttermilch höhere Konzentrationen als im Blut der Mutter.[1, 2]
Laut Embryotox sollte Morphin wie alle Opioid-Schmerzmittel in der Stillzeit allenfalls kurzzeitig und bei guter Beobachtung des Säuglings angewendet werden; Einzeldosen erfordern keine Einschränkung des Stillens. Besondere Vorsicht gilt bei Neu- und Frühgeborenen und bei Säuglingen mit Neigung zu Atemaussetzern. Schmerzmittel der ersten Wahl in der Stillzeit sind laut Embryotox Ibuprofen oder Paracetamol; ist ein Opioid akut unumgänglich, wären Tramadol oder Buprenorphin kurzzeitig akzeptable Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann während der Behandlung die Schläfrigkeit verstärken und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen, etwa einer flachen Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust. Es wird empfohlen, während der Einnahme keinen Alkohol zu trinken.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, nach einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln, dann nicht Auto fahren, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie zum Beispiel Auto fahren können. Laut Fachinformation beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die jeweilige Situation; bei einer stabilen Behandlung ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.[1, 2]
Einnahme
Die Retardtabletten unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten, am besten morgens und abends. Nicht zerteilen, zerkauen oder zerreiben, das führt zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung und möglicherweise zu einer tödlichen Überdosierung.[1, 2]
Einnahme vergessen: Liegt die nächste reguläre Einnahme mehr als 8 Stunden entfernt, können Sie die vergessene Dosis nachholen und Ihren Einnahmeplan beibehalten. Ist es weniger als 8 Stunden, nehmen Sie die Dosis ebenfalls, Ihr Einnahmeplan verschiebt sich dann; besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Grundsätzlich nicht häufiger als alle 12 Stunden einnehmen und nie die doppelte Einzeldosis.[1]
Morphin sollte nicht länger als unbedingt notwendig angewendet werden; bei längerer Behandlung sollte in kurzen Abständen regelmäßig geprüft werden, ob sie noch nötig ist. Die Ärztin oder der Arzt bespricht vor und während der Behandlung, was Sie erwarten können, wie lange Sie Morphin anwenden und wann es abgesetzt wird.[1, 2]
Absetzen
Beenden Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und fragen Sie, wie Sie die Dosis langsam verringern können, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Möglich sind Körperschmerzen, Zittern, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, grippeähnliche Beschwerden, schneller Herzschlag und große Pupillen; psychisch ein ausgeprägtes Gefühl der Unzufriedenheit, Angst und Reizbarkeit.[1, 2]
Überdosierung
Wer mehr als verordnet eingenommen hat, sollte sofort die nächste erreichbare Ärztin oder den nächsten erreichbaren Arzt informieren. Möglich sind enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, eine Funktionsstörung des Gehirns (toxische Leukenzephalopathie), Blutdruckabfall bis zum Schock, beschleunigter Herzschlag, Krampfanfälle und Muskelschäden bis zum Muskelzerfall, unter Umständen mit Nierenversagen; auch eine Lungenentzündung durch eingeatmetes Erbrochenes ist möglich. Eine Überdosierung starker Opioide kann tödlich sein. Bis die Ärztin oder der Arzt eintrifft: die Person wach halten, zum Atmen auffordern und beim Atmen helfen. Keinesfalls Auto fahren.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine Dosis, die gilt, wenn die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet, und beschreibt, wie die Behandlung beginnt und für wen besonders vorsichtig dosiert wird [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Morphin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Retardtabletten unzerkaut, unzerkleinert und ungeteilt mit ausreichend Flüssigkeit, unabhängig von den Mahlzeiten; empfohlen ist die Einnahme morgens und abends [1]. Morphin sollte nicht länger als unbedingt notwendig angewendet werden; bei längerer Behandlung sollte in kurzen Abständen regelmäßig geprüft werden, ob sie noch nötig ist [1]. Vor einer Operation und in den ersten 24 Stunden danach wird Morphin nicht empfohlen [1, 2].
Beenden Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach längerer Anwendung kann ein abruptes Ende Entzugserscheinungen auslösen; fragen Sie, wie Sie die Dosis langsam verringern können [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen. Nicht mehr benötigte Tabletten gehören nicht ins Abwasser; wie Sie sie entsorgen, erklärt der Ratgeber Medikamente entsorgen [1].
Präparate mit Morphin
Morphin gibt es von mehreren Herstellern als Retardtabletten, als nicht retardierte Tabletten und Lösungen zum Einnehmen und als Injektionslösung [1, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Morphin-ratiopharm Retardtabletten [1, 2]. Andere Darreichungsformen haben eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Morphin-ratiopharm Retardtabletten | ratiopharm GmbH | Betäubungsmittel; Retardtabletten mit 10, 30, 60 oder 100 mg Morphinsulfat; Grundlage dieser Seite |
| Morphinsulfat AbZ Retardtabletten | AbZ-Pharma GmbH | Betäubungsmittel; eigene Packungsbeilage |
| Capros | Betäubungsmittel | |
| MST | Betäubungsmittel | |
| Oramorph | Betäubungsmittel | |
| Sevredol | Betäubungsmittel |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Morphin-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Morphin-ratiopharm Retardtabletten (10, 30, 60 und 100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Morphin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Morphin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Morphin verschrieben?
Morphin ist zur Behandlung starker und stärkster Schmerzen zugelassen. Es gehört zu den Opioiden und ist ein Betäubungsmittel, das nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung verschrieben wird. Die Ärztin oder der Arzt bespricht vor und während der Behandlung mit Ihnen, was Sie von Morphin erwarten können, wie lange Sie es anwenden und wann es abgesetzt wird.
Macht Morphin abhängig?
Das ist möglich. Die wiederholte Anwendung von Opioiden kann dazu führen, dass das Mittel weniger wirkt (Toleranz), und kann zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen; das kann eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben. Das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendung steigen und ist von Person zu Person unterschiedlich. Bemerken Sie Anzeichen einer Abhängigkeit, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich während der Einnahme von Morphin Alkohol trinken?
Die Packungsbeilage empfiehlt, während der Einnahme keinen Alkohol zu trinken. Alkohol kann die Schläfrigkeit verstärken und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen, etwa einer flachen Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust.
Darf ich mit Morphin Auto fahren?
Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Behandlung, nach einer Dosiserhöhung, nach einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln; fahren Sie dann laut Packungsbeilage nicht Auto oder andere Fahrzeuge. Ob und unter welchen Voraussetzungen Sie fahren können, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation ist bei stabiler Behandlung ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.
Was hilft gegen Verstopfung durch Morphin?
Verstopfung ist bei Dauerbehandlung sehr häufig und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Gerade wenn Sie schon vor Beginn der Einnahme Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie laut Packungsbeilage von Anfang an ein Abführmittel nehmen; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was passiert, wenn man Morphin plötzlich absetzt?
Nach längerer Anwendung kann ein abruptes Ende der Behandlung Entzugserscheinungen auslösen, zum Beispiel Körperschmerzen, Zittern, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, grippeähnliche Beschwerden, schnellen Herzschlag, große Pupillen, Angst und Reizbarkeit. Beenden Sie die Behandlung deshalb nur nach Rücksprache und fragen Sie, wie Sie die Dosis langsam verringern können.
Darf man Morphin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage dürfen Sie Morphin in der Schwangerschaft nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend notwendig hält. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, dass Morphin bei strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft verwendet werden kann; nach längerer Anwendung bis zur Geburt sind beim Neugeborenen Entzugserscheinungen möglich. Vom Stillen rät die Packungsbeilage ab; Embryotox hält eine kurzzeitige Anwendung bei guter Beobachtung des Säuglings für möglich.
Wie hoch ist die Dosis von Morphin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach der Stärke der Schmerzen, Ihrer Empfindlichkeit, Ihrem Alter und dem bisherigen Schmerzmittelbedarf. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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