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Gabapentin: Nebenwirkungen und Wirkung
Gabapentin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen partielle epileptische Anfälle und gegen langanhaltende Nervenschmerzen (periphere neuropathische Schmerzen) bei Erwachsenen. Sehr häufig sind Benommenheit, Schwindel, fehlende Koordination der Bewegungen, Müdigkeit, Fieber und Virusinfektionen. Gabapentin kann abhängig machen und darf nicht plötzlich abgesetzt werden. Bei schweren Hautreaktionen oder Zeichen einer schweren allergischen Reaktion brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Virusinfektionen[1, 2]
- Sehr häufig: Benommenheit (Somnolenz), Schwindelgefühl, fehlende Koordination der Bewegungen (Ataxie)[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit, Fieber[1, 2]
- Häufig: Lungenentzündung, Infektionen der Atemwege, Harnwegsinfektionen, Mittelohrentzündung oder sonstige Infektionen[1, 2]
- Häufig: Verminderte Zahl weißer Blutzellen (Leukopenie)[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit, gesteigerter Appetit[1, 2]
- Häufig: Feindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen[1, 2]
- Häufig: Krämpfe, ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie), Sprachstörungen, Gedächtnisverlust, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Missempfindungen wie empfindliche Haut oder vermindertes Empfindungsvermögen, Koordinationsstörungen, ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus), verstärkte, abgeschwächte oder fehlende Reflexe[1, 2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Hoher Blutdruck, Erröten, Gefäßerweiterung[1, 2]
- Häufig: Atembeschwerden, Bronchitis, Halsentzündung, Husten, trockene Nase[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, trockener Mund oder Hals, Blähungen[1, 2]
- Häufig: Probleme mit den Zähnen, Zahnfleischentzündung[1, 2]
- Häufig: Anschwellen des Gesichts, Blutergüsse (meist nach Verletzungen), Ausschlag, Juckreiz, Akne[1, 2]
- Häufig: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelzucken[1, 2]
- Häufig: Erektionsstörungen (Impotenz)[1, 2]
- Häufig: Schwellungen an Armen und Beinen (periphere Ödeme), Schwierigkeiten beim Gehen, Schwäche, Schmerzen, Unwohlsein, grippeähnliche Beschwerden[1, 2]
- Häufig: Verminderte Zahl weißer Blutzellen im Blutbild, Gewichtszunahme[1, 2]
- Häufig: Unfallbedingte Verletzungen, Knochenbrüche, Hautabschürfungen[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Gabapentin eingesetzt?
Gabapentin gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die gegen Epilepsie und gegen periphere neuropathische Schmerzen eingesetzt werden [1]. Bei Epilepsie wird es gegen partielle Anfälle angewendet. Das sind Anfälle, die zunächst auf bestimmte Bereiche des Gehirns beschränkt sind, unabhängig davon, ob sie sich ausweiten. Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren erhalten es zusätzlich zur bisherigen Behandlung, wenn diese nicht ausreicht; Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren können es auch allein einnehmen [1, 2].
Periphere neuropathische Schmerzen sind langanhaltende Schmerzen durch eine Schädigung der Nerven, vor allem in Armen und Beinen. Sie können zum Beispiel durch Diabetes oder eine Gürtelrose entstehen; Betroffene beschreiben sie unter anderem als brennend, stechend, einschießend oder kribbelnd [1]. Für diese Schmerzen ist Gabapentin bei Erwachsenen zugelassen [1, 2]. Mehr dazu unter Nervenschmerzen und Polyneuropathie. Gabapentin zählt zu den Antiepileptika [1, 2].
Wie wirkt Gabapentin?
Gabapentin bindet an eine bestimmte Untereinheit (α2δ) spannungsabhängiger Calciumkanäle. In vorklinischen Modellen verringert es so vermutlich die Freisetzung erregender Botenstoffe in Bereichen des Zentralnervensystems; welche Bedeutung das für die Wirkung beim Menschen hat, ist laut Fachinformation noch nicht geklärt [2]. An die Rezeptoren des Botenstoffs GABA bindet Gabapentin nicht [2].
Gabapentin wird unverändert über die Nieren ausgeschieden; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt durchschnittlich 5 bis 7 Stunden [2]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion und im höheren Alter wird Gabapentin langsamer ausgeschieden; deshalb kann die Ärztin oder der Arzt dann eine andere Dosierung verordnen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100 und "selten" bei bis zu 1 von 1.000; unter "nicht bekannt" stehen Nebenwirkungen, die seit der Markteinführung berichtet wurden und deren Häufigkeit sich nicht abschätzen lässt [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Sehr häufig sind Benommenheit, Schwindel, fehlende Koordination der Bewegungen (Ataxie), Müdigkeit, Fieber und Virusinfektionen [1, 2]. Häufig sind außerdem Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen. Bei Menschen ab 65 Jahren traten Benommenheit, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen und Schwäche in einer Studie zu Nervenschmerzen etwas häufiger auf als bei jüngeren [2]. Atemwegsinfekte, Mittelohrentzündung, Krämpfe und Bronchitis wurden laut Fachinformation nur in Studien bei Kindern berichtet [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenLungenentzündung, Infektionen der Atemwege, Harnwegsinfektionen, Mittelohrentzündung oder sonstige Infektionen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemVerminderte Zahl weißer Blutzellen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit, gesteigerter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheFeindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitVerwirrtheitDepressive VerstimmungAngstUnruhe und Nervosität
- NervensystemKrämpfe, ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie), Sprachstörungen, Gedächtnisverlust, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleKonzentrations- und GedächtnisstörungenZitternSchlafstörungenKopfschmerzen
- NervensystemMissempfindungen wie empfindliche Haut oder vermindertes Empfindungsvermögen, Koordinationsstörungen, ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus), verstärkte, abgeschwächte oder fehlende Reflexe[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenVerschwommenes Sehen, Doppeltsehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck, Erröten, Gefäßerweiterung[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegHitzewallungen
- AtemwegeAtembeschwerden, Bronchitis, Halsentzündung, Husten, trockene Nase[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhusten
- Magen und DarmErbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, trockener Mund oder Hals, Blähungen[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenÜbelkeitDurchfallBauchschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenVerstopfungMundtrockenheitBlähungen
- Magen und DarmProbleme mit den Zähnen, Zahnfleischentzündung[1, 2]Mehr dazu: Zahnschäden
- HautAnschwellen des Gesichts, Blutergüsse (meist nach Verletzungen), Ausschlag, Juckreiz, Akne[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenBlutungen und blaue FleckenHautausschlagJuckreizAkne
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelzucken[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenRückenschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustErektionsstörungen (Impotenz)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen an Armen und Beinen (periphere Ödeme), Schwierigkeiten beim Gehen, Schwäche, Schmerzen, Unwohlsein, grippeähnliche Beschwerden[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenSchwäche (Asthenie)
- Laborwerte und UntersuchungenVerminderte Zahl weißer Blutzellen im Blutbild, Gewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsGewichtszunahme
- Verletzungen und VergiftungenUnfallbedingte Verletzungen, Knochenbrüche, Hautabschürfungen[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- PsycheBei Kindern (in klinischen Studien): aggressives Verhalten und ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie)[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheAnhaltende Unruhe mit unbeabsichtigten, nicht zielgerichteten Bewegungen (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- ImmunsystemAllergische Reaktionen wie Nesselsucht[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsucht
- NervensystemBewegungsarmut (Hypokinesie), geistige Beeinträchtigung[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- HerzHerzklopfen, Herzrasen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmSchluckbeschwerden[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen, die Gesicht, Rumpf und Gliedmaßen betreffen können (generalisierte Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Laborwerte und UntersuchungenAuffällige Leberwerte im Blut (AST, ALT, Bilirubin)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Verletzungen und VergiftungenSturz[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker, am häufigsten bei Menschen mit Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemVerminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemSchwere, möglicherweise lebensbedrohliche allergische Reaktion (Anaphylaxie) mit Atembeschwerden, Schwellung von Lippen, Rachen und Zunge und niedrigem Blutdruck; außerdem eine Überempfindlichkeitsreaktion des ganzen Körpers mit zum Beispiel Fieber, Ausschlag, Leberentzündung, Lymphknotenschwellung und vermehrten Eosinophilen (Hypersensitivitätssyndrom)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNiedriger Blutdruck
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumspiegel im Blut[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
- PsycheSelbstmordgedanken, Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheAbhängigkeit von Gabapentin[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- NervensystemBewegungsstörungen wie Zusammenzucken, ruckartige Bewegungen, Steifigkeit (z. B. Choreoathetose, Dyskinesie, Dystonie)[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Leber und GalleGelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht), Leberentzündung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, DRESS), Erythema multiforme, Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödeme), Haarausfall[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHaarausfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeAuflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), Muskelzuckungen (Myoklonus), Verschlimmerung einer Myasthenia gravis[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeAkutes Nierenversagen, Inkontinenz[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustZunahme an Brustgewebe, Vergrößerung der Brust; sexuelle Funktionsstörungen wie veränderte Libido, Probleme beim Samenerguss oder Unvermögen, einen Höhepunkt zu erreichen[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungWeniger Lust auf Sex
- Allgemeine BeschwerdenAbsetz- und Entzugserscheinungen bei plötzlichem Abbruch oder Dosisverringerung (z. B. Angst, Schlafstörungen, Übelkeit, Schmerzen, Schwitzen), Brustschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Kreatinphosphokinase im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere Hautreaktionen unter Gabapentin können lebensbedrohlich oder tödlich sein. Ist eine solche Reaktion einmal aufgetreten, darf Gabapentin laut Fachinformation nie wieder eingenommen werden [2]. Eine geringe Anzahl von Menschen, die Antiepileptika wie Gabapentin erhielten, hatte Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen; wenden Sie sich in diesem Fall sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Benommenheit, Schwindel und Müdigkeit: Beim Autofahren und Bedienen von Maschinen können sie gefährlich sein, verstärkt zu Behandlungsbeginn und nach einer Dosiserhöhung [2]. Laut Fachinformation kann es dadurch häufiger zu Stürzen und Verletzungen kommen; seien Sie deshalb vorsichtig, bis Sie mit der Wirkung vertraut sind [2]. Fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine komplizierten Maschinen, bis Sie wissen, wie Gabapentin auf Sie wirkt [1]. Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Zu starke oder zu schwache Wirkung: Haben Sie den Eindruck, dass Gabapentin zu stark oder zu schwach wirkt, sprechen Sie so schnell wie möglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; nehmen Sie nicht mehr als die verordnete Dosis ein [1].
Weitere Beschwerden: Wenn Sie in Hämodialyse-Behandlung sind, teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Muskelschmerzen oder Schwäche mit [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, besonders über Mittel gegen Krämpfe, Schlafstörungen, Depression, Angst oder andere neurologische oder psychische Erkrankungen [1]. Opioide wie Morphin können die Wirkung von Gabapentin verstärken; die Kombination kann Schläfrigkeit, Beruhigung oder eine verminderte Atmung hervorrufen oder zum Tod führen [1, 2]. Mittel gegen Magensäure mit Aluminium oder Magnesium können die Aufnahme von Gabapentin verringern; die Packungsbeilage empfiehlt deshalb, Gabapentin frühestens 2 Stunden danach einzunehmen [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Opioide wie Morphin | Opioide können die Wirkung von Gabapentin verstärken; die Kombination kann Schläfrigkeit, Beruhigung (Sedierung) oder eine verminderte Atmung hervorrufen oder zum Tod führen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; laut Fachinformation sorgfältige Überwachung auf Zeichen einer Dämpfung des zentralen Nervensystems und entsprechende Verringerung der Gabapentin- oder Opioiddosis |
| Andere Mittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen, sowie Mittel gegen Krämpfe, Schlafstörungen, Depression, Angst oder andere neurologische oder psychische Probleme | Gefahr einer Dämpfung des zentralen Nervensystems mit Schläfrigkeit, Sedierung oder Atemdämpfung[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel gegen Magensäure mit Aluminium oder Magnesium (Antazida) | Gabapentin wird schlechter aus dem Magen aufgenommen (laut Fachinformation um bis zu 24 %)[1, 2] | Gabapentin frühestens 2 Stunden nach einem solchen Antazidum einnehmen |
| Andere Antiepileptika (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Valproinsäure, Carbamazepin) und die Pille | Beeinflussen sich wahrscheinlich nicht gegenseitig; laut Fachinformation wurden keine Wechselwirkungen beobachtet[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke trotzdem über alle Arzneimittel informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Gabapentin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Gabapentin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, insbesondere bei Nierenproblemen, Erkrankungen der Atemwege oder des Nervensystems, im Alter über 65 Jahren und wenn Sie jemals Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Nierenerkrankungen: Die Ärztin oder der Arzt verordnet möglicherweise ein anderes Dosierungsschema; bei Hämodialyse Muskelschmerzen oder Schwäche mitteilen[1, 2]
- Erkrankungen des Nervensystems oder der Atemwege oder Alter über 65 Jahre: möglicherweise andere Dosierung; laut Fachinformation besteht dann, ebenso bei beeinträchtigter Atemfunktion, Nierenschwäche und gleichzeitiger Einnahme zentral wirkender Antidepressiva, ein höheres Risiko für eine schwere Atemdämpfung (Atemdepression)[1, 2]
- Krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis): Die Beschwerden können sich verschlimmern[1, 2]
- Früherer Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen: größeres Risiko, von Gabapentin abhängig zu werden[1, 2]
- Epilepsie mit gemischten Anfallsformen einschließlich Absencen: Gabapentin gilt laut Fachinformation als nicht wirksam gegen primär generalisierte Anfälle wie Absencen und kann diese verstärken; auch neue Anfallsarten oder häufigere Anfälle sind möglich[2]
- Schwindel und Benommenheit können zu Stürzen und Verletzungen führen; sind Sie mit der Wirkung noch nicht vertraut, seien Sie vorsichtig[2]
- Kinder unter 6 Jahren: Behandlung nicht empfohlen. Die Auswirkungen einer Langzeitbehandlung über 36 Wochen auf Lernfähigkeit, Intelligenz und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind nicht ausreichend untersucht[1, 2]
- Urinuntersuchungen: Gabapentin kann manche Laborwerte beeinflussen (Eiweiß-Teststreifen können falsch positiv sein); teilen Sie mit, dass Sie Gabapentin einnehmen[1, 2]
Autofahren, Schwangerschaft, Stillzeit
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Verkehrstüchtigkeit, Einnahme, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Frauen im gebärfähigen Alter, insbesondere wenn sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind, sollten laut Fachinformation fachkundig über das mögliche Risiko für das ungeborene Kind durch epileptische Anfälle und die antiepileptische Behandlung beraten werden [2]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Gabapentin kann bei Bedarf im ersten Schwangerschaftsdrittel angewendet werden. Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab: Ein plötzliches Absetzen kann zu Krampfanfällen mit möglicherweise ernsten Folgen für Sie und Ihr Kind führen.[1, 2]
In einer skandinavischen Studie mit mehr als 1.700 Schwangeren, die Gabapentin im ersten Schwangerschaftsdrittel einnahmen, zeigte sich kein erhöhtes Risiko für schwere Fehlbildungen oder neurologische Entwicklungsstörungen; es gab aber begrenzte Hinweise auf ein höheres Risiko für niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburt. Nach Anwendung in der Schwangerschaft kann es beim Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen; das Risiko dafür kann bei gleichzeitiger Einnahme von Opioid-Schmerzmitteln erhöht sein. Neugeborene sollten sorgfältig überwacht werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Gabapentin geht in die Muttermilch über. Laut Packungsbeilage sollten Sie nicht stillen, während Sie Gabapentin einnehmen, weil die Auswirkungen auf den Säugling nicht bekannt sind. Die Fachinformation sieht eine Anwendung bei stillenden Müttern nur vor, wenn der Nutzen eindeutig größer ist als die Risiken.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Gabapentin kann Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit hervorrufen. Laut Fachinformation können diese Wirkungen beim Fahren oder Bedienen von Maschinen eine Gefahr darstellen, verstärkt zu Behandlungsbeginn und nach einer Dosiserhöhung. Fahren Sie nicht Auto, bedienen Sie keine komplizierten Maschinen und üben Sie keine gefährlichen Tätigkeiten aus, bis Sie wissen, wie Gabapentin auf Sie wirkt.[1, 2]
Einnahme
Hartkapseln im Ganzen mit ausreichend Wasser schlucken, mit oder ohne Nahrung. Gabapentin so lange einnehmen, bis die Ärztin oder der Arzt die Behandlung beendet; nicht mehr als die verordnete Dosis einnehmen.[1]
Einnahme vergessen: nachholen, sobald Sie es bemerken, außer es ist bereits Zeit für die nächste Dosis; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab und verringern Sie die Dosis nicht plötzlich, sondern besprechen Sie das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Beenden oder Verringern muss allmählich über mindestens 1 Woche erfolgen. Nach Kurz- wie Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten, etwa Krampfanfälle, Angst, Schlafstörungen, Übelkeit, Schmerzen, Schwitzen, Zittern, Kopfschmerzen, Depressionen, Krankheitsgefühl, Schwindel und Unwohlsein, in der Regel innerhalb von 48 Stunden; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Überdosierung
Höhere Dosen als empfohlen können vermehrt Nebenwirkungen auslösen, darunter Bewusstlosigkeit, Schwindel, Doppeltsehen, Sprachstörungen, Benommenheit und Durchfall; laut Fachinformation kann eine Überdosierung vor allem zusammen mit anderen dämpfenden Arzneimitteln zum Koma führen. Wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an die Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses und nehmen Sie die restlichen Kapseln mit Behältnis und Packungsbeilage mit.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Anfangs- und Höchstdosis für Erwachsene und Jugendliche sowie eine Dosis nach Körpergewicht für Kinder ab 6 Jahren; die Ärztin oder der Arzt erhöht die Dosis in der Regel allmählich [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Kapseln im Ganzen mit ausreichend Wasser, mit oder ohne Essen, und nehmen Sie Gabapentin so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Behandlung beendet [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, außer es ist schon Zeit für die nächste Dosis; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab und verringern Sie die Dosis nicht plötzlich. Soll die Behandlung enden oder die Dosis sinken, geschieht das in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt allmählich über mindestens 1 Woche [1, 2]. Bei Epilepsie kann laut Fachinformation das abrupte Absetzen von Mitteln gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva) einen anhaltenden Krampfanfall (Status epilepticus) auslösen [2]. Mögliche Entzugserscheinungen treten laut Packungsbeilage in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Absetzen oder einer Verringerung der Dosis auf [1]. Welche Beschwerden möglich sind und wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen, erklärt die Seite Gabapentin absetzen. Mehr dazu unter Abhängigkeit und Entzug und im Ratgeber Medikamente absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Gabapentin
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Gabapentin-ratiopharm Hartkapseln, die es in drei Stärken gibt [1, 2]. Andere Präparate können sich in Stärke und Darreichungsform unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Gabapentin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Hartkapseln mit 100, 300 oder 400 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Gabapentin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Macht Gabapentin abhängig?
Ja, manche Menschen können von Gabapentin abhängig werden, auch bei üblichen Dosen. Das Risiko ist größer, wenn Sie früher Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren. Haben Sie das Gefühl, mehr oder länger als verordnet einnehmen zu müssen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie setzt man Gabapentin richtig ab?
Nur nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und allmählich über mindestens 1 Woche. Nach dem Beenden einer kurzen oder langen Behandlung oder nach einer Dosisverringerung können Entzugserscheinungen auftreten, etwa Krampfanfälle, Angst, Schlafstörungen, Übelkeit, Schmerzen, Schwitzen und Zittern, in der Regel innerhalb von 48 Stunden.
Macht Gabapentin müde oder schwindelig?
Ja. Benommenheit, Schwindelgefühl und Müdigkeit gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, betreffen also mehr als 1 von 10 Behandelten. Beim Autofahren und Bedienen von Maschinen sind sie laut Fachinformation besonders zu Behandlungsbeginn und nach einer Dosiserhöhung eine mögliche Gefahr. Fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Gabapentin auf Sie wirkt.
Macht Gabapentin dick?
Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten. Auch Wassereinlagerungen in Armen und Beinen sind häufig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.
Darf ich Gabapentin zusammen mit Schmerzmitteln wie Morphin nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Opioide wie Morphin können die Wirkung von Gabapentin verstärken; die Kombination kann Schläfrigkeit, Beruhigung oder eine verminderte Atmung hervorrufen oder zum Tod führen. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Gabapentin nehme?
Packungsbeilage und Fachinformation von Gabapentin-ratiopharm enthalten dazu keine eigene Angabe. Gabapentin kann aber Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit hervorrufen. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Gabapentin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage kann Gabapentin bei Bedarf im ersten Schwangerschaftsdrittel angewendet werden. Sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, und brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab. In einer skandinavischen Studie mit Frauen, die Gabapentin im ersten Schwangerschaftsdrittel einnahmen, zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, aber Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburt.
Wie hoch ist die Dosis von Gabapentin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und erhöht sie in der Regel allmählich. Was die Packungsbeilage für Epilepsie und Nervenschmerzen angibt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Behandlungen Hormonersatztherapie: NebenwirkungenEine Hormonersatztherapie kann je nach Präparat Kopfschmerzen, Brustschmerzen und Blutungen auslösen.