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Epilepsie

Eine Epilepsie liegt laut Patientenleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie vor, wenn mindestens zwei Anfälle ohne erkennbaren Auslöser aufgetreten sind oder nach einem ersten Anfall ein hohes Risiko für weitere besteht. Behandelt wird vor allem mit anfallssuppressiven Medikamenten (Antiepileptika); bei neu aufgetretener fokaler Epilepsie sollte zuerst Lamotrigin gegeben werden. Dauert ein Anfall länger als fünf Minuten oder folgen mehrere Anfälle kurz aufeinander, rufen Sie den Notruf 112.

Frau Ende zwanzig mit dunkelblondem Pferdeschwanz in einer senfgelben Strickjacke sitzt entspannt mit einer Tasse Tee auf einem Sofa in einem hellen Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Bei einer Epilepsie sind das Gehirn oder einzelne Hirnbereiche übermäßig aktiv und geben zu viele Signale ab; das löst epileptische Anfälle aus [2]. Knapp jeder zehnte Mensch hat im Leben mindestens einmal einen epileptischen Anfall, knapp 1 Prozent der Bevölkerung hat eine Epilepsie [1]. Die wichtigste Säule der Behandlung sind Medikamente gegen Anfälle, sogenannte Anfallssuppressiva oder Antiepileptika [1]. Grundlage dieser Seite ist die Leitlinie für Patientinnen und Patienten zur Leitlinie "Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Auflage von Oktober 2024 [1].

Was ist eine Epilepsie?

Ein epileptischer Anfall ist laut Patientenleitlinie das vorübergehende Auftreten einer überschießenden oder synchronisierten elektrochemischen Hirnaktivität; die Betroffenen verlieren dabei vorübergehend die Kontrolle über ihren Körper oder ihr Bewusstsein [1]. Eine Epilepsie liegt vor, wenn mindestens zwei Anfälle ohne erkennbaren Auslöser (unprovoziert) im Abstand von mindestens 24 Stunden aufgetreten sind oder wenn nach einem ersten unprovozierten Anfall das Risiko für einen weiteren in den kommenden 10 Jahren auf über 60 Prozent geschätzt wird [1, 2]. Davon abgegrenzt werden akut-symptomatische Anfälle, etwa bei Alkohol- oder Drogenentzug, Unterzuckerung oder einem Schlaganfall [1].

Bleibt die Störung zu Beginn auf eine Hirnregion beschränkt, spricht man von einem fokalen Anfall, erfasst sie von Beginn an beide Hirnhälften, von einem generalisierten Anfall [1]. Entsprechend unterscheidet die Patientenleitlinie fokale, generalisierte und unklassifizierte Epilepsien [1]. Epileptische Anfälle enden in der Regel nach 1 bis 2 Minuten von selbst. Von einer Anfallsserie spricht man bei mindestens drei Anfällen innerhalb von 24 Stunden, von einem Status epilepticus, wenn ein Anfall länger als 5 Minuten dauert [1].

Symptome

Ein Anfall kann wenige Sekunden dauern und sogar unbemerkt bleiben, nur einen Arm oder ein Bein betreffen oder den ganzen Körper erfassen; manche Menschen werden bewusstlos, andere sind nur kurz abwesend [2]. Laut IQWiG zeigen sich generalisierte Anfälle zum Beispiel so [2]:

  • tonisch-klonisch ("Grand mal"): Der ganze Körper krampft und zuckt, die Person wird bewusstlos [2].
  • Absencen: plötzliche, kurze Bewusstseinspausen [2].
  • myoklonisch, tonisch, klonisch oder atonisch: rasche Zuckungen einzelner Muskelgruppen, versteifte Gliedmaßen, rhythmisches Zucken großer Muskelgruppen oder plötzlich nachlassende Muskelspannung, etwa mit einknickenden Beinen [2].

Bei fokalen Anfällen hängen die Beschwerden davon ab, wofür der betroffene Hirnbereich zuständig ist, etwa ein Zucken des Arms, eine Gefühlsstörung oder ein verändertes Sehen [2]. Möglich sind ungewöhnliche Sinneswahrnehmungen (Aura), Schmatzen, Nesteln oder zielloses Umherlaufen; ein fokaler Anfall kann sich auch auf das ganze Gehirn ausbreiten [2]. Nach einem stärkeren Anfall sind manche Menschen erschöpft und schlafen viel; vorübergehend sind auch Vergesslichkeit, Sprachstörungen oder Lähmungen möglich [2]. Verwechselt werden können epileptische Anfälle laut Patientenleitlinie unter anderem mit Ohnmachtsanfällen (Synkopen), schlafbezogenen Bewegungen, psychogenen nicht-epileptischen Anfällen oder Migräneauren [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko für eine Epilepsie besteht laut Patientenleitlinie nach einer Hirnschädigung, etwa durch eine angeborene Fehlbildung, einen Schlaganfall, eine Hirnblutung oder eine Entzündung; auch Autoimmunerkrankungen des Gehirns und eine genetische Veranlagung kommen infrage [1]. Oft lässt sich laut IQWiG keine eindeutige Ursache feststellen [2]. Chronischer Alkohol- oder Drogenkonsum kann die Entstehung einer Epilepsie begünstigen [1].

Auslöser: Alkoholentzug und Alkoholvergiftung können Anfälle auslösen, bei Menschen mit Epilepsie auch schon moderater Alkohol zusammen mit Schlafmangel [1]. Laut IQWiG können außerdem zu wenig Schlaf, Flackerlicht, Sauerstoffmangel oder Vergiftungen einen Anfall auslösen [2]. Zur Malariavorbeugung soll Mefloquin laut Patientenleitlinie nicht gegeben werden, weil es das Auftreten von Anfällen begünstigen kann [1]. Welche Medikamente als Nebenwirkung Krampfanfälle auslösen können, steht unter Krampfanfälle durch Medikamente.

Diagnose

Für die Diagnose ist der genaue Ablauf des Anfalls wichtig, am besten geschildert von Menschen, die ihn beobachtet haben [1]. Laut Patientenleitlinie gehören dazu eine neurologische Untersuchung, eine Magnetresonanztomographie (MRT) innerhalb weniger Tage, ein EEG (Messung der Hirnströme) möglichst innerhalb von 24 Stunden, gegebenenfalls gefolgt von weiteren EEGs, und Blutuntersuchungen, gegebenenfalls eine Untersuchung des Nervenwassers und bei bestimmten Fragen genetische Untersuchungen [1]. Ein EEG allein reicht laut IQWiG nicht aus, um eine Epilepsie festzustellen [2].

Behandlung ohne Medikamente

Mann Mitte vierzig mit kurzem grauem Haar und Brille spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Neurologin mit dunklem Pagenkopf, die ihm ein Kunststoffmodell eines Gehirns zeigt
Bild: KI-generiert

Operation und Stimulation: Wird eine fokale Epilepsie mit dem zweiten Medikament nicht anfallsfrei, soll laut Patientenleitlinie die Überweisung an ein epilepsiechirurgisch qualifiziertes Zentrum erfolgen [1]. Kommt bei einer Epilepsie, die auf Medikamente nicht anspricht, eine Operation nicht infrage, kann die Stimulation des Vagusnervs oder eine Tiefe Hirnstimulation erwogen werden [1].

Ergänzende Verfahren: Bei Epilepsien, die auf Medikamente nicht ansprechen, kann laut Patientenleitlinie eine modifizierte Atkins-Diät, eine Form der ketogenen Ernährung, zusätzlich zu den Medikamenten erwogen werden; die Begleitung soll in spezialisierten Einrichtungen erfolgen [1]. Wer Stress als Auslöser nennt oder sich weniger Stress wünscht, für den sollten Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation erwogen werden [1]. Entspannungsverfahren, Heilpflanzen, Akupunktur oder Homöopathie sollen eine medikamentöse Behandlung nicht ersetzen; wer pflanzliche Mittel einnehmen möchte, sollte über Wechselwirkungen mit Antiepileptika informiert werden [1].

Regelmäßiger Schlaf: Ausreichender Schlaf und eine gute Schlafhygiene können laut Patientenleitlinie helfen, Anfälle zu vermeiden [1]. Ein Anfallskalender, in dem Medikamente und Anfälle notiert werden, erleichtert laut IQWiG die Beurteilung des Verlaufs [3].

Behandlung mit Medikamenten

Ziel der Behandlung ist laut Patientenleitlinie Anfallsfreiheit oder die bestmögliche Anfallskontrolle bei möglichst wenigen Nebenwirkungen [1]. Die Medikamente hemmen laut IQWiG die übermäßige Aktivität der Nervenzellen; die Ursache der Epilepsie heilen sie nicht [3]. Zugelassen sind über 20 Wirkstoffe, am häufigsten eingesetzt werden laut IQWiG Carbamazepin, Gabapentin, Lamotrigin, Levetiracetam, Pregabalin und Valproinsäure [3]. Weitere Wirkstoffe mit eigener Seite sind Brivaracetam, Oxcarbazepin und Topiramat.

Die Patientenleitlinie empfiehlt [1]:

  • Fokale Epilepsie: Bei neu aufgetretener fokaler Epilepsie sollte als Mittel der ersten Wahl Lamotrigin allein gegeben werden; kommt Lamotrigin nicht infrage, sollten Levetiracetam oder Lacosamid allein verwendet werden [1].
  • Genetische generalisierte Epilepsie: Bei Männern und bei Frauen, bei denen eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden kann, sollte als Mittel der ersten Wahl Valproinsäure allein eingesetzt werden. Bei Frauen, bei denen das nicht der Fall ist, sollten Lamotrigin oder Levetiracetam allein zum Einsatz kommen; als alleinige Behandlung ist Levetiracetam dafür nicht zugelassen [1].
  • Unklassifizierte Epilepsie: Als Mittel der ersten Wahl sollten Lamotrigin, Levetiracetam oder, mit den genannten Einschränkungen, Valproinsäure allein eingesetzt werden [1].
  • Ab 65 Jahren: Bei fokaler Epilepsie sollte zuerst Lamotrigin gegeben werden, sonst Gabapentin, Lacosamid oder Levetiracetam [1].

Kombinationen sollten zu Beginn vermieden werden; hilft ein Mittel nicht oder wird es nicht vertragen, sollte auf ein anderes allein gewechselt werden [1]. Wird mit zwei Medikamenten, allein oder kombiniert und in ausreichender Dosis, über 12 Monate keine Anfallsfreiheit erreicht, spricht man von Pharmakoresistenz; dann sollte die Vorstellung in einer spezialisierten Ambulanz, Schwerpunktpraxis oder einem Epilepsiezentrum erfolgen [1]. Vor Beginn und ein bis drei Monate danach sollten Blutbild, Blutsalze, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberwerte bestimmt werden [1]. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten, zum Beispiel bei Lamotrigin.

Medikamente bei Epilepsie nach der Patientenleitlinie der DGN und dem IQWiG, Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Antiepileptika: erste Wahl bei fokaler EpilepsieLamotriginPharmakologische Studien deuten darauf hin, dass es spannungsgesteuerte Natriumkanäle der Nervenzellen blockiert; es hemmt anhaltende wiederholte Entladungen und die Freisetzung des Botenstoffs Glutamat [6]Sehr häufig: Kopfschmerzen, Hautausschlag; häufig unter anderem Aggressivität oder Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Zittern, Schlafstörungen, Übelkeit, Müdigkeit [5]
Antiepileptika: Alternativen bei fokaler EpilepsieLevetiracetam, LacosamidLevetiracetam: Wirkmechanismus noch nicht vollständig aufgeklärt; in Laborstudien beeinflusste es den Calciumspiegel in Nervenzellen und band an das synaptische Vesikelprotein 2A, was zur Wirkung beizutragen scheint [7]. Lacosamid: genauer Wirkmechanismus noch nicht vollständig aufgeklärt; in Laborstudien verstärkte es die langsame Inaktivierung spannungsabhängiger Natriumkanäle und trug so zur Stabilisierung übererregbarer Nervenzellmembranen bei [8]Levetiracetam, sehr häufig: Entzündung des Nasen-Rachen-Raums, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen; häufig unter anderem Depression, Feindseligkeit oder Aggression, Angst, Reizbarkeit, Schwindel, Müdigkeit [7]. Lacosamid, sehr häufig: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Doppeltsehen [8]
Antiepileptika: erste Wahl bei genetischer generalisierter Epilepsie (mit Einschränkungen)ValproinsäureVerstärkt wahrscheinlich die hemmende Wirkung des Botenstoffs GABA, über dessen Abbau oder direkt an den Ionenkanälen der Nervenzellen [10]Sehr häufig: Zittern, Übelkeit vor allem zu Beginn der Behandlung, erhöhter Ammoniakgehalt im Blut mit Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit und Erbrechen; häufig unter anderem schwere, manchmal tödliche Leberschäden und Blutergüsse durch einen Mangel an Blutplättchen [9, 10]
Antiepileptika: weiteres häufig eingesetztes MittelCarbamazepinWirkmechanismus nicht geklärt; ähnlich wie Phenytoin hemmt es die Übertragung zwischen Nervenzellen und vermindert so die Weiterleitung krampfauslösender Entladungen [12]Sehr häufig: verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen, allergische, auch stark ausgeprägte Hautreaktionen, Anstieg des Leberwerts Gamma-GT [11]
Benzodiazepine als NotfallmedikamentMidazolam (Lösung für die Wangentasche)Wirkt gegen Krampfanfälle, außerdem stark beruhigend und schlafauslösend, angstlösend und muskelentspannend; die Wirkung ist kurz [13]Laut Packungsbeilage von Buccolam häufig: Übelkeit und Erbrechen, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit [13]

Die Nebenwirkungen stammen aus der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats und gelten nur für den Wirkstoff, bei dem sie stehen ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10) [5, 7, 8, 9, 11, 13]. Carbamazepin sollte laut Packungsbeilage bei Absencen nicht angewendet werden, weil es solche Anfälle hervorrufen oder verstärken kann [11].

Notfallmedikamente

Dauert ein Anfall länger als 5 Minuten, soll laut Patientenleitlinie ein Notfallmedikament aus der Gruppe der Benzodiazepine gegeben werden, zum Beispiel Lorazepam, Midazolam oder Diazepam [1]. Für Midazolam und Lorazepam gibt es Formen, die Laien als Nasenspray, als Lösung in die Wangentasche oder als lösliche Tablette geben können [1]. Bei einer Anfallsserie sollte nach dem dritten Anfall innerhalb eines Tages ein Notfallmedikament gegeben werden [1]. Bei einem einzelnen Anfall soll weder während noch nach dem Anfall ein Benzodiazepin gegeben werden [1]. Die Lösung Buccolam dürfen Eltern und Betreuungspersonen laut Packungsbeilage nur anwenden, wenn bei der Person eine Epilepsie festgestellt wurde [13].

Schwangerschaft und Kinderwunsch

Vor, während und nach einer Schwangerschaft sollen Frauen mit Epilepsie laut Patientenleitlinie gezielt zu ihren Medikamenten beraten werden; bei Kinderwunsch sollte nur ein Mittel eingesetzt werden [1]. Frauen mit Epilepsie sollen Folsäure einnehmen, sobald ein Schwangerschaftswunsch besteht und bevor sie die Verhütung beenden [1]. Kann eine Schwangerschaft nicht mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, sollte bei fokaler, genetischer generalisierter oder unklassifizierter Epilepsie Lamotrigin in möglichst niedriger wirksamer Dosis oder Levetiracetam gegeben werden; als alleinige Behandlung der genetischen generalisierten Epilepsie ist Levetiracetam nicht zugelassen. Valproinsäure kann dann bei genetischer generalisierter oder unklassifizierter Epilepsie nur erwogen werden, wenn andere sinnvoll einsetzbare Mittel nicht wirksam oder verträglich waren [1]. Manche Antiepileptika können laut Patientenleitlinie die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel abschwächen; als sicherste anwenderunabhängige Verhütungsmethode sollte die Spirale (Intrauterinpessar) zum Einsatz kommen [1].

Valproinsäure: Bei Kindern, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren, besteht laut Rote-Hand-Brief vom 9. November 2018 ein hohes Risiko für schwerwiegende Entwicklungsstörungen (in bis zu 30 bis 40 Prozent der Fälle) und angeborene Missbildungen (in ungefähr 10 Prozent der Fälle); bei Epilepsie besteht in der Schwangerschaft eine Gegenanzeige, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen Behandlungen zur Verfügung, und bei Frauen im gebärfähigen Alter ist Valproat bei Epilepsie nur unter den Bedingungen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms erlaubt [14]. Laut Rote-Hand-Brief vom 19. Februar 2024 weist eine Beobachtungsstudie auf ein mögliches, nicht belegtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern von Vätern hin, die in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat allein einnahmen, verglichen mit Vätern unter Lamotrigin oder Levetiracetam allein; Ärztinnen und Ärzte sollten Männer über das mögliche Risiko informieren und mit ihnen besprechen, während der Behandlung und für drei Monate danach eine zuverlässige Verhütung für sich und die Partnerin in Betracht zu ziehen [15]. Topiramat kann laut Rote-Hand-Brief vom 2. November 2023 bei Anwendung in der Schwangerschaft schwere angeborene Fehlbildungen und Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes verursachen; aktuelle Daten deuten auch auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen hin. Bei Epilepsie besteht seither eine Gegenanzeige in der Schwangerschaft, es sei denn, es gibt keine geeignete andere Behandlung, und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne hochwirksame Verhütung, mit einer eng begrenzten Ausnahme; dazu gilt ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm [16]. Unter Levetiracetam wird das Stillen laut Packungsbeilage nicht empfohlen [7], unter Valproinsäure sollen Sie laut Packungsbeilage nicht stillen [9], und unter Lamotrigin bespricht die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage Nutzen und Risiko des Stillens [5]. Allgemein sollen Frauen mit Epilepsie laut Patientenleitlinie dahingehend beraten werden, dass eine Stillzeit von 4 bis 6 Monaten auch unter Antiepileptika sinnvoll ist [1]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Möglich sind laut IQWiG unter anderem Müdigkeit, Schwindel, verlangsamtes Denken, Übelkeit und Hautausschlag; oft sind diese Beschwerden leicht und gehen vorüber [3]. Tritt eine Nebenwirkung auf, ist es laut IQWiG wichtig, mit der Ärztin oder dem Arzt darüber zu sprechen und die Medikamente bis dahin weiter einzunehmen [3].

  • Stimmung und Suizidgedanken: Eine geringe Anzahl von Menschen, die mit Antiepileptika wie Lamotrigin behandelt wurden, hatte laut Packungsbeilage Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen [5]. Bei Levetiracetam informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage, wenn ungewöhnliche Gedanken, Reizbarkeit oder aggressivere Reaktionen als gewöhnlich schwer verlaufen oder länger als ein paar Tage anhalten oder wenn Ihr Umfeld deutliche Veränderungen von Stimmung oder Verhalten bemerkt [7]. Depressionen und Angststörungen sind bei Epilepsie häufiger; dann soll laut Patientenleitlinie geprüft werden, ob eine Nebenwirkung die Ursache ist, und eine antidepressive Behandlung soll nicht aus Sorge vor mehr Anfällen vorenthalten werden [1]. Mehr: Depressive Verstimmung durch Medikamente.
  • Schwere Hautreaktionen: Bei einer kleinen Anzahl von Menschen, die Lamotrigin einnehmen, kommt es laut Packungsbeilage zu allergischen Reaktionen oder potenziell lebensbedrohlichen Hautreaktionen, eher in den ersten Monaten, besonders bei zu hoher Anfangsdosis, zu schneller Dosissteigerung oder zusammen mit Valproat [5]. Auch unter Carbamazepin wurden lebensbedrohliche Hautreaktionen berichtet, mit dem höchsten Risiko in den ersten Behandlungswochen [11]. Mehr: Schwere Hautreaktionen.
  • Leber und Bauchspeicheldrüse unter Valproinsäure: Vor Beginn und in den ersten sechs Behandlungsmonaten sollte die Leberfunktion laut Packungsbeilage mit regelmäßigen Blutuntersuchungen überwacht werden [9]. Mehr: Erhöhte Leberwerte.
  • Müdigkeit und Verkehr: Levetiracetam kann laut Packungsbeilage die Fähigkeit zum Fahren beeinträchtigen, besonders zu Beginn oder nach einer Dosissteigerung [7]. Mehr: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.
  • Säfte für Kinder: Für Keppra Lösung zum Einnehmen in der 150-ml-Flasche für Kinder von 6 Monaten bis 4 Jahren warnt ein Rote-Hand-Brief vom 8. Juli 2026 vor Medikationsfehlern, weil eine neue 5-ml-Applikationsspritze die bisherige 3-ml-Spritze ersetzt; Betreuungspersonen sollten über die Änderung informiert und zum Abmessen der richtigen Dosis angeleitet werden [17]. Tegretal Suspension (Carbamazepin) darf laut Rote-Hand-Brief vom 5. Januar 2026 bei Neugeborenen bis 4 Wochen wegen des Hilfsstoffs Propylenglykol nicht angewendet werden, bei Frühgeborenen bis 44 Wochen nach der letzten Regelblutung der Mutter [18].

Absetzen: Laut Packungsbeilage sollte Levetiracetam am Ende der Behandlung schrittweise abgesetzt werden, damit die Anfälle nicht häufiger werden [7]. Die Einnahme auf eigene Faust zu beenden, ist laut IQWiG nicht zu empfehlen [3]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen sagen, steht auf den Absetz-Seiten zu Levetiracetam, Lamotrigin, Gabapentin und Pregabalin.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [7]. Wie Sie Nebenwirkungen auch direkt dem BfArM melden, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Epilepsie

Baden und Schwimmen: Ertrinken ist laut Patientenleitlinie die häufigste epilepsiespezifische Todesursache. Wer im letzten Jahr Anfälle hatte, dem soll je nach Schwere geraten werden, zu duschen statt zu baden und Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, etwa den Ablauf nicht zu schließen und eine rutschfeste Matte oder einen Duschhocker zu nutzen [1]. Zum Schwimmen in offenen Gewässern soll eine individuelle Beratung erfolgen [1].

SUDEP: Dass Menschen mit Epilepsie plötzlich und unerwartet sterben, kommt laut IQWiG sehr selten vor [2]. Das Risiko für einen einzelnen Anfall ist laut Patientenleitlinie sehr gering und hängt vor allem von Schwere und Häufigkeit der Anfälle und den Lebensumständen ab [1]. Betroffene und Angehörige sollen über ihr Risiko und über Möglichkeiten zur Vorbeugung aufgeklärt werden [1].

Impfungen und Reisen: Menschen mit Epilepsie sollen nach den allgemeinen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission geimpft werden [1]. Bei Reisen in andere Zeitzonen muss die Einnahme sorgfältig geplant werden [1]. Schulungsprogramme wie MOSES und Selbsthilfeorganisationen bieten laut Patientenleitlinie Unterstützung [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Anfälle. Wer einen ersten epileptischen Anfall hatte, soll laut Patientenleitlinie akut in einer Notaufnahme vorgestellt werden [1]. Den Notruf 112 braucht es laut IQWiG, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, mehrere Anfälle hintereinander auftreten, es Atemprobleme oder Verletzungen gibt, es der erste Anfall war oder die Person nicht wieder zu sich kommt [4]. Legt sich ein Anfall nicht innerhalb von 10 Minuten nach der Gabe von Buccolam, rufen Sie laut Packungsbeilage den Notarzt; bei schweren Atemproblemen danach, etwa langsamer oder flacher Atmung oder blauen Lippen, wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder rufen den Notarzt [13]. Akute und anhaltende Krampfanfälle nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fall für die 112 [19].

Haut, Leber, Blut. Bei Hautausschlag, Fieber, Geschwüren im Mund oder geschwollenen Drüsen unter Lamotrigin nehmen Sie laut Packungsbeilage umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch [5]; bei Hautausschlag unter Carbamazepin suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [11]. Bei Schwäche, Appetitlosigkeit, wiederholtem Erbrechen, Bauchschmerzen, blauen Flecken, Nasenbluten oder mehr Anfällen unter Valproinsäure suchen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [9].

Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Haben Sie unter Antiepileptika solche Gedanken, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [5]. Suizidversuche aller Art sind laut KBV ein Fall für den Notruf 112 [19]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [20].

Quellen

  1. Leitlinie Leitlinie erster epileptischer Anfall und Epilepsie für Patientinnen und Patienten im Erwachsenenalter, 1. Auflage (zur S2k-Leitlinie "Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter", AWMF-Registernr. 030/041). Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Hirnstiftung, Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und Deutsche Epilepsievereinigung. Stand 10/2024 (gültig bis 31.08.2028). abgerufen am 18.10.2026
  2. Epilepsie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Epilepsie bei Erwachsenen: Behandlung mit Medikamenten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 18.10.2026
  4. Was tun, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lamotrigin-ratiopharm 100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keppra (Levetiracetam), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Keppra Filmtabletten. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Vimpat (Lacosamid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Vimpat Filmtabletten. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
  13. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Buccolam (Midazolam), Lösung zur Anwendung in der Mundhöhle, Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Neuraxpharm Pharmaceuticals, S.L. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  14. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Valproat: Neue Anwendungseinschränkungen; Einführung des Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.11.2018. abgerufen am 18.10.2026
  15. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Valproat: Neue Maßnahmen in Bezug auf das mögliche Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern von Vätern, die in den drei Monaten vor der Zeugung mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 19.02.2024. abgerufen am 18.10.2026
  16. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Topiramat: Neue Beschränkungen zur Verhinderung einer Exposition während der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber topiramathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 02.11.2023. abgerufen am 18.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Keppra Lösung zum Einnehmen (Levetiracetam): Risiko eines Medikationsfehlers durch Wechsel der Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen. UCB Pharma GmbH in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.07.2026. abgerufen am 18.10.2026
  18. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Tegretal Suspension (Carbamazepin): Einschränkung der Anwendung bei Neugeborenen, da die Konzentration des Hilfsstoffs Propylenglykol den empfohlenen Grenzwert überschreitet. Novartis Pharma GmbH in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 05.01.2026. abgerufen am 18.10.2026
  19. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  20. TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente helfen gegen Epilepsie?

Zur Behandlung einer Epilepsie sind laut IQWiG über 20 Wirkstoffe zugelassen; am häufigsten eingesetzt werden Carbamazepin, Gabapentin, Lamotrigin, Levetiracetam, Pregabalin und Valproinsäure. Welches Mittel infrage kommt, hängt laut Patientenleitlinie vor allem von der Art der Epilepsie ab, außerdem von Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und anderen Medikamenten. Bei neu aufgetretener fokaler Epilepsie sollte zuerst Lamotrigin gegeben werden, bei genetischer generalisierter Epilepsie bei Männern und bei Frauen, bei denen eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit ausgeschlossen ist, Valproinsäure.

Muss man nach einem ersten Anfall Medikamente nehmen?

Nicht immer. Nach einem ersten Anfall sind laut IQWiG häufig nicht gleich Antiepileptika sinnvoll, viele Menschen haben auch ohne sie keinen zweiten Anfall. Sind nach einem ersten Anfall ohne erkennbaren Auslöser aber die Kriterien einer Epilepsie erfüllt, sollte laut Patientenleitlinie eine anfallssuppressive Behandlung begonnen werden; dabei sollen Ihre Situation und Ihre Wünsche berücksichtigt werden.

Was tun, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat?

Laut IQWiG ist es am wichtigsten, ruhig zu bleiben und die Person vor Verletzungen zu schützen: etwas Weiches unter den Kopf legen, gefährliche Gegenstände wegräumen, die Person nicht festhalten und nichts zwischen die Zähne schieben. Bleiben Sie bei ihr und achten Sie auf die Uhr. Nach dem Anfall bringen Sie eine sehr müde Person in die stabile Seitenlage. Den Notruf 112 rufen Sie, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, mehrere Anfälle aufeinander folgen, Atemprobleme oder Verletzungen auftreten, es der erste Anfall war oder die Person nicht wieder zu sich kommt.

Kann ich mit Epilepsie schwanger werden?

Ja, die meisten Frauen mit Epilepsie bringen laut IQWiG gesunde Kinder zur Welt; wichtig ist eine rechtzeitige ärztliche Beratung. Frauen mit Epilepsie sollen laut Patientenleitlinie Folsäure einnehmen, sobald ein Kinderwunsch besteht und bevor sie die Verhütung beenden. Kann eine Schwangerschaft nicht mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, sollte bei fokaler Epilepsie Lamotrigin in möglichst niedriger wirksamer Dosis oder Levetiracetam gegeben werden. Für Valproinsäure und Topiramat gelten laut Rote-Hand-Briefen Schwangerschaftsverhütungsprogramme.

Darf ich mit Epilepsie Auto fahren?

Das regeln laut Patientenleitlinie die Fahrerlaubnisverordnung und die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung. Ist nach einem ersten Anfall unklar, wie lange keine Fahreignung besteht, soll die weitere Aufklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Neurologie erfolgen; bis dahin besteht keine Fahreignung. Auch Antiepileptika können laut Packungsbeilagen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, etwa durch Müdigkeit oder Schwindel.

Kann ich die Medikamente irgendwann absetzen?

Manchmal. Laut IQWiG kommt ein Absetzen vor allem für Menschen infrage, die schon lange anfallsfrei sind, ein niedrig dosiertes Medikament einnehmen und bei denen das EEG keine erhöhte Anfallsneigung zeigt. Die Entscheidung sollte zusammen mit einer Ärztin oder einem Arzt abgewogen werden; die Dosis wird dann schrittweise über mindestens 2 bis 3 Monate verringert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf mein Antiepileptikum gegen ein anderes Präparat ausgetauscht werden?

Bei anfallsfreien Menschen mit Epilepsie soll laut Patientenleitlinie kein Wechsel des Herstellers erfolgen, weil sich mit Farbe und Form der Tabletten die Therapietreue verringern kann. Ist ein Wechsel etwa wegen Lieferengpässen unvermeidbar, sollen Sie darüber aufgeklärt werden, dass sich wirkstoffgleiche Präparate in Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht unterscheiden. Mehr im Ratgeber Generika und Original.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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