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Pregabalin: Nebenwirkungen und Wirkung

Pregabalin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff für Erwachsene gegen Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen), als Zusatzbehandlung bei bestimmten epileptischen Anfällen und bei generalisierter Angststörung. Sehr häufig verursacht es Benommenheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen. Pregabalin kann abhängig machen; setzen Sie es nicht plötzlich ab, und holen Sie bei Schwellungen im Gesicht, schweren Hautreaktionen oder Suizidgedanken sofort ärztliche Hilfe.

Frau in den Fünfzigern sitzt auf einer Parkbank im Herbst und massiert sich mit beiden Händen den Fuß
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Benommenheit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Halsschmerzen (Entzündung von Nase und Rachen, Nasopharyngitis)[1, 2]
  • Häufig: Gesteigerter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Euphorie, Verwirrtheit, Desorientierung, Reizbarkeit[1, 2]
  • Häufig: Verringerung des Geschlechtstriebs[1, 2]
  • Häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
  • Häufig: Nachlassende Aufmerksamkeit, Gedächtnisstörung, Gedächtnisverlust (Amnesie)[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Sprechschwierigkeiten (Dysarthrie), Schwerfälligkeit, Koordinationsstörungen (Ataxie)[1, 2]
  • Häufig: Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl[1, 2]
  • Häufig: Beruhigung (Sedierung), Lethargie[1, 2]
  • Häufig: Gleichgewichtsstörung[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen[1, 2]
  • Häufig: Schwindel (Vertigo)[1, 2]
  • Häufig: Mundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, aufgeblähter Bauch[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Nackenkrämpfe (zervikale Spasmen)[1, 2]
  • Häufig: Erektionsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine (Ödeme)[1, 2]
  • Häufig: Trunkenheitsgefühl, abnormer Gang, Stürze[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit (Abgeschlagenheit), Krankheitsgefühl[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Pregabalin eingesetzt?

Pregabalin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der bei Erwachsenen eingesetzt wird [1, 2]. Er gehört zu den Antiepileptika, wird aber nicht nur bei Epilepsie verordnet. Laut Packungsbeilage gibt es drei Anwendungsgebiete [1]:

Nervenschmerzen: Pregabalin behandelt periphere und zentrale neuropathische Schmerzen, also lang anhaltende Schmerzen, die durch Schädigungen von Nerven entstehen. Periphere neuropathische Schmerzen können zum Beispiel durch Diabetes oder Gürtelrose verursacht werden. Betroffene beschreiben sie etwa als brennend, einschießend, stechend oder kribbelnd [1]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie auf der Seite Nervenschmerzen.

Epilepsie: Bei Erwachsenen mit partiellen Anfällen, mit oder ohne Ausbreitung auf das ganze Gehirn, wird Pregabalin zusätzlich zur bisherigen Behandlung gegeben, wenn diese nicht ausreicht. Es ist nicht dafür gedacht, allein eingenommen zu werden [1]. Mehr dazu auf der Seite Epilepsie.

Generalisierte Angststörung: Gemeint sind lang anhaltende, schwer behandelbare Angst- und Besorgniszustände, die mit Unruhe, Anspannung, Erschöpfbarkeit, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen einhergehen können [1]. Laut Fachinformation sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist [2]. Mehr dazu auf der Seite Angststörung.

Wie wirkt Pregabalin?

Pregabalin ist chemisch mit dem Botenstoff Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verwandt. Es bindet im zentralen Nervensystem an eine bestimmte Untereinheit von Calciumkanälen, das α2-δ-Protein [2, 3].

Auf nüchternen Magen eingenommen wird Pregabalin rasch aufgenommen. Die höchste Konzentration im Blut ist dann innerhalb von 1 Stunde erreicht; mit einer Mahlzeit dauert es etwa 2,5 Stunden, was laut Fachinformation keine klinisch bedeutsame Auswirkung hat. Bei regelmäßiger Einnahme stellt sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden ein gleichbleibender Spiegel ein [2]. Pregabalin wird im Körper kaum verändert und überwiegend unverändert über die Nieren ausgeschieden; die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 6,3 Stunden. Deshalb hängt die Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion von der Nierenleistung ab [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten berichtet wurden in den Studien Benommenheit und Schläfrigkeit; sie waren auch die häufigsten Gründe, die Behandlung abzubrechen. Der Schweregrad der Nebenwirkungen war in der Regel leicht bis mäßig [2]. Häufig sind außerdem Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit, Schwindel, verschwommenes Sehen und Doppeltsehen, Verwirrtheit, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Schwellungen durch Wassereinlagerungen [1]. Bei Menschen mit Rückenmarkverletzung traten Nebenwirkungen, vor allem Schläfrigkeit, häufiger auf [1, 2].

Atembeschwerden und eine flache Atmung wurden nach der Markteinführung berichtet; die Packungsbeilage nennt dafür keine Häufigkeit, die Fachinformation führt die Atemdepression mit "nicht bekannt" [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Laborwerte und UntersuchungenVerringerte Zahl weißer Blutkörperchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen einschließlich Atembeschwerden; Schwellungen der Haut und Schleimhäute (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • PsycheUnangemessenes Verhalten (Enthemmung), suizidales Verhalten, Suizidgedanken[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • NervensystemDer Parkinson-Krankheit ähnelnde Beschwerden (Parkinsonismus) wie Zittern, verminderte Bewegungsfähigkeit und Muskelsteifheit[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
  • NervensystemLangsame oder verminderte Bewegung des Körpers, Schwierigkeit, richtig zu schreiben, anormaler Geruchssinn[1, 2]
  • AugenVerlust des Sehvermögens, schaukelnde Sicht (Oszillopsie), veränderte Tiefenwahrnehmung, Lichtempfindlichkeit der Augen, geweitete Pupillen, Schielen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenEntzündung der Hornhaut des Auges (Keratitis)[1, 2]
  • HerzVeränderungen im EKG (QT-Verlängerung) und Herzrhythmusstörungen (Sinustachykardie, Sinusarrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • AtemwegeFlüssigkeit in der Lunge (Lungenödem), Engegefühl im Hals[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Magen und DarmGeschwollene Zunge, Schluckbeschwerden, vermehrte Flüssigkeit im Bauchraum (Aszites)[1, 2]
  • Leber und GalleGelbsucht (Gelbfärbung der Haut und des weißen Teils der Augen)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautSchwere Hautreaktionen mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, Blasen, Abschälen der Haut und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautKalter Schweiß[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschäden (Rhabdomyolyse)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeNierenversagen, Verringerung der Harnmenge, Harnverhalt[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenProbleme beim Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustBrustabsonderungen, anormale Brustvergrößerung, Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
  • Geschlechtsorgane und BrustAusbleibende Regelblutung (Amenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Einige Menschen, die mit Antiepileptika wie Pregabalin behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen [1]. Wenn Sie solche Gedanken haben, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Unter Pregabalin wurde außerdem über Herzmuskelschwäche berichtet, vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie über Nierenversagen, das sich durch Absetzen zurückbilden kann [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern geht mit einem Stock vorsichtig durch ein helles Treppenhaus, neben ihm das Geländer
Bild: KI-generiert

Benommenheit und Schläfrigkeit: Sie sind die häufigsten Nebenwirkungen. Bei älteren Menschen können sie zu mehr Stürzen und Verletzungen führen. Seien Sie deshalb vorsichtig, bis Sie sich an die Wirkungen gewöhnt haben, und fahren Sie nicht Auto, bis Sie wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst [1]. Alkohol, Beruhigungsmittel wie Lorazepam und Schmerzmittel wie Oxycodon können diese Wirkungen verstärken [1]. Mehr zum Thema auf der Seite Müdigkeit durch Medikamente.

Sehstörungen: Pregabalin kann verschwommenes Sehen, einen Verlust des Sehvermögens und andere Sehstörungen verursachen; viele davon gehen vorüber. Bemerken Sie Veränderungen Ihrer Sehkraft, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Verstopfung und Gewicht: Nehmen Sie zusätzlich Mittel ein, die Verstopfung verursachen können, etwa einige Schmerzmittel, sprechen Sie bei Verstopfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Häufig sind auch Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit und ein Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine [1]. Haben Sie Diabetes und nehmen zu, kann eine Anpassung Ihrer Diabetesmittel nötig sein [1]. Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Gewicht sagen und woran Sie Wassereinlagerungen erkennen, lesen Sie unter Pregabalin und Gewichtszunahme.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [1]. Setzen Sie Pregabalin wegen einer Nebenwirkung nicht eigenmächtig ab. Welche Wirkstoffe eine Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder; für das Arztgespräch hilft das Nebenwirkungs-Tagebuch.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Pregabalin kann die Wirkung anderer Mittel verstärken, die das zentrale Nervensystem dämpfen, einschließlich Opioiden wie Oxycodon und Beruhigungsmitteln wie Lorazepam. Nach der Markteinführung wurden bei solchen Kombinationen Atemschwäche, Koma und Todesfälle berichtet [1, 2]. Laut Fachinformation ist bei gleichzeitiger Verordnung mit Opioiden wegen des Risikos einer Dämpfung des zentralen Nervensystems Vorsicht geboten: In einer Studie mit Menschen, die Opioide anwendeten, war das Risiko opioidbedingter Todesfälle bei zusätzlicher Einnahme von Pregabalin erhöht, auch bei niedrigen Pregabalin-Dosen [2]. Weil Pregabalin kaum verstoffwechselt wird, den Abbau anderer Mittel nicht behindert und nicht an Bluteiweiße bindet, hält die Fachinformation Wechselwirkungen, die die Wirkstoffspiegel im Blut verändern, für unwahrscheinlich. Die Wirkstoffspiegel der Pille (mit Norethisteron und/oder Ethinylestradiol) bleiben unverändert; Pregabalin kann zusammen mit der Pille angewendet werden [1, 2].

Wechselwirkungen von Pregabalin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Opioide und andere Arzneimittel, die das zentrale Nervensystem dämpfenWirkungen können verstärkt werden; berichtet wurden Atemschwäche (respiratorische Insuffizienz), Koma und Tod[1, 2]Nur nach ärztlicher Rücksprache kombinieren
Oxycodon (Schmerzmittel), Lorazepam (Beruhigungsmittel) oder AlkoholBenommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit können sich verstärken; die durch Oxycodon verursachte Beeinträchtigung von Denk- und Bewegungsfunktionen scheint verstärkt zu werden[1, 2]Vorher ärztlich besprechen; während der Einnahme keinen Alkohol trinken
Arzneimittel, die Verstopfung verursachen können (z. B. einige Schmerzmittel)Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, blockierte oder gelähmte Verdauung möglich[1]Bei Verstopfung mit Ärztin oder Arzt sprechen
Pille (orale Verhütungsmittel mit Norethisteron und/oder Ethinylestradiol)Kein Einfluss auf die Wirkstoffspiegel der Pille[1, 2]Pregabalin kann zusammen mit der Pille angewendet werden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pregabalin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Pregabalin darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden, weil Sicherheit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht untersucht sind [1]. Haben Sie schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder Drogen missbraucht oder waren Sie davon abhängig, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Beginn der Behandlung [1]. Sprechen Sie auch dann vorher mit ihr oder ihm, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pregabalin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit wurden nicht untersucht, deshalb darf Pregabalin in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen in der Vorgeschichte: möglicherweise größeres Risiko, von Pregabalin abhängig zu werden[1, 2]
  • Ältere Menschen: Benommenheit und Schläfrigkeit können zu mehr unfallbedingten Verletzungen führen; bis Sie die Wirkungen kennen, ist Vorsicht nötig[1, 2]
  • Herzerkrankung, auch in der Vorgeschichte: Über Herzmuskelschwäche wurde berichtet, vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Ärztin oder der Arzt passt Dosis und Einnahmerhythmus an[1, 2]
  • Schwerwiegende Erkrankungen einschließlich Leber- oder Nierenerkrankungen: Bei einigen Betroffenen wurde über eine verringerte Gehirnfunktion (Enzephalopathie) berichtet[1, 2]
  • Erkrankungen des Nervensystems, Atemwegserkrankungen, beeinträchtigte Nierenfunktion, Alter über 65 Jahre oder gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen: Es wurde über Atemschwierigkeiten und über schwere Atemdepression berichtet; möglicherweise ist eine andere Dosierung nötig[1, 2]
  • Diabetes: Wer unter Pregabalin zunimmt, braucht möglicherweise eine Anpassung der Diabetesmittel[1, 2]
  • Rückenmarkverletzung: Bestimmte Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit können häufiger auftreten, da möglicherweise weitere Arzneimittel mit ähnlichen Nebenwirkungen eingenommen werden; bei gemeinsamer Einnahme kann ihr Schweregrad erhöht sein[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die Verstopfung verursachen können (z. B. einige Schmerzmittel), besonders bei Neigung zu Verstopfung: Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, blockierte oder gelähmte Verdauung möglich[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung wirksam verhüten[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung wirksam verhüten [1, 2]. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Embryotox empfiehlt, sowohl eine Neueinstellung als auch die Fortsetzung von Pregabalin in der Schwangerschaft kritisch zu prüfen [3].

Schwangerschaft

Pregabalin darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es ausdrücklich empfohlen. Die Einnahme in den ersten 3 Monaten kann zu Geburtsfehlern führen, die eine medizinische Behandlung erfordern: In einer nordeuropäischen Studie hatten 6 von 100 Kindern solche Fehlbildungen, ohne Pregabalin 4 von 100. Berichtet wurden Fehlbildungen von Gesicht (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten), Augen, Nervensystem einschließlich Gehirn, Nieren und Genitalien. Frauen, die schwanger werden können, müssen wirksam verhüten.[1, 2]

Embryotox sieht nach heutiger Datenlage kein deutlich erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko, kann ein leicht erhöhtes Risiko aber nicht ganz ausschließen. Neueinstellung und Fortsetzung in der Schwangerschaft sollten kritisch geprüft werden; bei Einnahme bis zur Geburt ist mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen zu rechnen, die Entbindung sollte daher in einer Klinik mit Neugeborenenstation erfolgen. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox bei Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) zum Beispiel Amitriptylin, bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam und bei generalisierter Angststörung gut untersuchte Antidepressiva, wobei auch nicht-medikamentöse Behandlungen, insbesondere eine Psychotherapie, in Betracht gezogen werden sollten. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Pregabalin geht in die Muttermilch über; ob es Neugeborene oder Säuglinge beeinträchtigt, ist nicht bekannt. In der Stillzeit nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich empfiehlt; laut Fachinformation muss entschieden werden, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird.[1, 2]

Embryotox beurteilt volles Stillen bei hohen Dosierungen und besonders bei Früh- und Neugeborenen eher kritisch; im Einzelfall kann Stillen bei eher niedrig dosierter alleiniger Behandlung und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel sein; dann sollte 2 bis 3 Wochen nach der Geburt und gegebenenfalls später der Wirkstoffspiegel im Blut des Kindes kontrolliert werden. Treten beim Kind anders nicht erklärbare Zeichen wie Sedierung (Dämpfung), Trinkschwäche oder Unruhe auf, sollte eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt kontaktiert werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Während der Einnahme wird empfohlen, keinen Alkohol zu trinken: Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit können sich verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Pregabalin kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verursachen. Führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine komplizierten Maschinen und üben Sie keine gefährlichen Tätigkeiten aus, bis Sie wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst.[1]

Einnahme

Die Hartkapseln im Ganzen mit Wasser schlucken, mit oder ohne Nahrung, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit. Nicht mehr als die verschriebene Dosis einnehmen und so lange, bis die Ärztin oder der Arzt etwas anderes sagt.[1]

Einnahme vergessen: die Dosis nehmen, sobald Sie es bemerken, außer, es ist schon Zeit für die nächste; dann mit der nächsten normalen Einnahme weitermachen. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab, sondern besprechen Sie das Beenden zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Behandlung muss allmählich über mindestens 1 Woche beendet werden.[1, 2]

Nach Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Krampfanfälle, Nervosität, Depression, Suizidgedanken, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit. Nach längerer Einnahme können sie häufiger oder schwerer auftreten. Wenn Entzugserscheinungen auftreten, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden oder die Notfallambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen und die Packung mitnehmen. Mögliche Zeichen sind Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Erregung oder Ruhelosigkeit; auch Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit (Koma) wurden gemeldet.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für alle drei Anwendungsgebiete einen gemeinsamen üblichen Dosisbereich und überlässt die genaue Einstellung der Ärztin oder dem Arzt [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Nehmen Sie nicht mehr als die verschriebene Dosis ein [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Pregabalin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Hartkapseln im Ganzen mit Wasser, mit oder ohne Nahrung, und zwar jeden Tag zur gleichen Zeit. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, außer es ist schon Zeit für die nächste. Nehmen Sie nie die doppelte Menge [1].

Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab. Wenn Sie aufhören möchten, besprechen Sie das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Die Behandlung wird allmählich über mindestens 1 Woche beendet [1, 2]. Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten: Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Krampfanfälle, Nervosität, Depression, Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit. Laut Fachinformation können sie auf eine Abhängigkeit hinweisen und nach längerer Behandlung von der Dosis abhängen [1, 2]. Was beim Absetzen zu beachten ist und welche Warnzeichen sofortige Hilfe erfordern, erklärt die Seite Pregabalin absetzen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen, mehr zu Entzugserscheinungen die Seite Abhängigkeit und Absetzerscheinungen.

Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt oder an die Notfallambulanz und nehmen Sie die Packung mit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Pregabalin

Pregabalin gibt es als Originalpräparat und als Nachahmerpräparate (Generika) [3], unter anderem als Hartkapseln in verschiedenen Stärken und als Lösung zum Einnehmen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln [1, 2].

Präparate mit Pregabalin
PräparatAnbieterHinweis
Lyricaverschreibungspflichtig
Pregabalin-ratiopharmratiopharm GmbHHartkapseln 25 bis 300 mg und Lösung zum Einnehmen, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Pregabalin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Macht Pregabalin abhängig?

Ja, das ist möglich. Die Packungsbeilage nennt Arzneimittelabhängigkeit als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit. Menschen, die schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht haben oder davon abhängig waren, haben möglicherweise ein größeres Risiko. Anzeichen sind etwa, dass Sie das Mittel länger als empfohlen nehmen müssen, das Gefühl haben, mehr als die empfohlene Dosis zu brauchen, oder dass wiederholte Versuche aufzuhören scheitern. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Pregabalin dick?

Gewichtszunahme und gesteigerter Appetit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Behandelten). Außerdem kann der Körper anschwellen, auch an Armen und Beinen. Wer Diabetes hat und unter Pregabalin zunimmt, braucht möglicherweise eine Anpassung der Diabetesmittel.

Wie setze ich Pregabalin ab?

Nicht plötzlich und nicht auf eigene Faust. Laut Packungsbeilage wird die Behandlung allmählich über mindestens 1 Woche beendet; wie, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Danach können Entzugserscheinungen wie Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, Schwitzen, Krampfanfälle oder Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, auftreten, nach längerer Einnahme häufiger oder schwerer. Treten Entzugserscheinungen auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Pregabalin nehme?

Die Packungsbeilage empfiehlt, während der Einnahme keinen Alkohol zu trinken. Alkohol kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verstärken.

Darf ich mit Pregabalin Auto fahren?

Pregabalin kann Benommenheit, Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit verursachen. Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine komplizierten Maschinen, bis Sie wissen, ob das Mittel Sie dabei beeinflusst. Besprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie fahrtüchtig sind.

Wie schnell wirkt Pregabalin?

Laut Fachinformation ist die höchste Konzentration im Blut bei Einnahme auf nüchternen Magen innerhalb von 1 Stunde erreicht (mit einer Mahlzeit nach etwa 2,5 Stunden), ein gleichbleibender Spiegel nach 24 bis 48 Stunden regelmäßiger Einnahme. Wann Ihre Beschwerden nachlassen, nennt die Packungsbeilage nicht; fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Pregabalin in der Schwangerschaft nehmen?

Nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich empfiehlt. In einer nordeuropäischen Studie hatten 6 von 100 Kindern, deren Mütter in den ersten 3 Monaten Pregabalin genommen hatten, Geburtsfehler, ohne Pregabalin 4 von 100. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung wirksam verhüten.

Wie hoch wird Pregabalin dosiert?

Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Welche Dosis Sie nehmen und wie Sie sie über den Tag verteilen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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