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Pregabalin absetzen

Pregabalin soll nicht plötzlich abgesetzt werden: Laut Packungsbeilage wird die Behandlung allmählich über mindestens 1 Woche beendet, und wie, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen wie Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Krampfanfälle oder Suizidgedanken auftreten, nach längerer Einnahme häufiger oder schwerer. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, und holen Sie bei einem Krampfanfall oder bei Suizidgedanken sofort ärztliche Hilfe.

Frau Mitte fünfzig mit kurzem graublondem Haar sitzt einer Ärztin im hellen Sprechzimmer gegenüber und hört aufmerksam zu
Bild: KI-generiert

Pregabalin soll nicht plötzlich abgesetzt werden. Wenn Sie die Einnahme beenden möchten, besprechen Sie das laut Packungsbeilage zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; die Behandlung wird allmählich über mindestens 1 Woche beendet [1]. Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung können Entzugserscheinungen auftreten, darunter Schlafprobleme, Übelkeit, Angst, Krampfanfälle und Gedanken, sich das Leben zu nehmen [1].

Pregabalin wird bei Erwachsenen gegen Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen), als Zusatzbehandlung bei bestimmten epileptischen Anfällen und bei generalisierter Angststörung eingesetzt [1]. Es kann eine Arzneimittelabhängigkeit verursachen, die bei therapeutischen Dosen auftreten kann [2]. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Pregabalin.

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Laut Packungsbeilage nehmen Sie Pregabalin so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie aufhören sollen. Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab. Wenn Sie aufhören möchten, besprechen Sie das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er sagt Ihnen, wie Sie die Einnahme beenden. Wird die Behandlung beendet, muss das allmählich über mindestens 1 Woche geschehen [1].

Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte empfiehlt in Übereinstimmung mit der gängigen klinischen Praxis, die Dosis beim Absetzen ausschleichend über einen Zeitraum von mindestens 1 Woche zu verringern. Das gilt unabhängig davon, ob Pregabalin gegen Nervenschmerzen, bei Epilepsie oder bei einer Angststörung verordnet wurde [2]. Die Woche ist eine Untergrenze: Einzelne Schritte, Abstände oder eine Höchstdauer nennen weder Packungsbeilage noch Fachinformation [1, 2]. Über mögliche Entzugssymptome sollten Behandelte laut Fachinformation schon zu Beginn der Behandlung informiert werden [2].

Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet

Bei einigen Nebenwirkungen sprechen Packungsbeilage und Fachinformation das Ende der Behandlung ausdrücklich an:

  • Schwere Hautreaktionen: Bei Anzeichen eines Stevens-Johnson-Syndroms oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse brechen Sie die Anwendung laut Packungsbeilage unverzüglich ab und begeben sich umgehend in ärztliche Behandlung [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
  • Schwellungen im Gesicht, im Mund oder an den oberen Atemwegen: Bei Zeichen eines Angioödems muss Pregabalin laut Fachinformation sofort abgesetzt werden; laut Packungsbeilage suchen Sie bei Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder Hals umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1, 2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
  • Suizidgedanken: Treten Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auf, sollte laut Fachinformation in Betracht gezogen werden, die Behandlung zu beenden [2]. Laut Packungsbeilage setzen Sie sich dann sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1].
  • Sehstörungen, Nierenversagen, Herzmuskelschwäche: Laut Fachinformation kann das Absetzen dazu führen, dass Sehstörungen verschwinden oder sich bessern. Ein Nierenversagen bildete sich in einigen Fällen nach dem Absetzen zurück, eine Herzmuskelschwäche kann sich danach möglicherweise zurückbilden [2]. Bemerken Sie Veränderungen Ihrer Sehkraft, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei einer verringerten Harnmenge sprechen Sie mit ihr oder ihm [1].

Abgesehen von solchen Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung mit Pregabalin können laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auftreten [1]. Genannt werden:

Wie häufig Entzugserscheinungen sind und wie lange sie anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2]. Wenn bei Ihnen Entzugserscheinungen auftreten, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Dauer der Einnahme und Dosis

Nach längerer Einnahme können die Entzugserscheinungen laut Packungsbeilage häufiger oder schwerer auftreten [1]. Für das Absetzen nach einer Langzeitbehandlung deuten die Daten laut Fachinformation darauf hin, dass Auftreten und Schweregrad der Entzugssymptome von der Dosis abhängen können [2]. Auf ihrer Seite zu den Gabapentinoiden beschreibt die Bundesärztekammer epileptische Entzugsanfälle und ein Entzugsdelir als Komplikationen schwerer Entzugssymptome. Sie treten nach ihrer Darstellung in der Regel auf, wenn ein solches Mittel nach längerer, annähernd täglicher Einnahme plötzlich statt ausschleichend abgesetzt wird; je höher die zuvor eingenommene Tagesdosis, desto wahrscheinlicher sind solche Komplikationen [15].

Krampfanfälle

Krampfanfälle, einschließlich eines Status epilepticus und Grand-Mal-Anfällen, können laut Fachinformation während der Anwendung von Pregabalin oder kurz nach dem Absetzen auftreten [2]. Die Packungsbeilage nennt Krampfanfälle unter den Entzugserscheinungen, ohne sie auf Menschen mit Epilepsie zu beschränken [1]. Der Hinweis auf Krampfanfälle kurz nach dem Absetzen steht seit 2010 in der Produktinformation des Originalpräparats; im selben Jahr wurde auch Angst in die Liste der Entzugssymptome aufgenommen [13].

Suizidgedanken nach dem Absetzen

Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, stehen in der Liste der Entzugserscheinungen [1]. Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat Spontanberichte ausgewertet, in denen Suizidgedanken in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Absetzen von Pregabalin begannen, mit oder ohne weitere Entzugssymptome. Er hält einen ursächlichen Zusammenhang für wahrscheinlich und kam zu dem Schluss, dass die Produktinformationen pregabalinhaltiger Arzneimittel entsprechend geändert werden sollten; der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) stimmte am 12.10.2023 zu [11]. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft wies im März 2024 darauf hin, dass Suizidgedanken auch nach dem Absetzen von Pregabalin im Rahmen eines Entzugssyndroms auftreten können [14].

Entzugserscheinungen oder Abhängigkeit?

Das Auftreten von Entzugssymptomen nach dem Absetzen kann laut Fachinformation auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen [2]. Laut Fachinformation wurde auch über Fälle von Missbrauch und nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch berichtet [2]. Die Packungsbeilage führt die Arzneimittelabhängigkeit mit nicht bekannter Häufigkeit. Wer schon einmal Alkohol, verschreibungspflichtige Arzneimittel oder illegale Drogen missbraucht hat oder davon abhängig war, hat laut Packungsbeilage möglicherweise ein größeres Risiko [1]. Im Juli 2022 stimmte der CHMP der EMA einer Änderung der Produktinformation des Originalpräparats zu, die Fälle von Missbrauch und Abhängigkeit bei Menschen ohne Suchterkrankung in der Vorgeschichte aufgreift [13].

Diese Anzeichen während der Einnahme können laut Packungsbeilage darauf hindeuten, dass Sie abhängig geworden sind [1]:

  • Sie müssen das Mittel länger einnehmen, als Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfohlen hat.
  • Sie haben das Gefühl, mehr als die empfohlene Dosis einnehmen zu müssen.
  • Sie nehmen es aus anderen Gründen ein als denen, für die es verschrieben wurde.
  • Sie haben wiederholt erfolglos versucht, die Einnahme zu beenden oder zu kontrollieren.
  • Wenn Sie die Einnahme abbrechen, fühlen Sie sich unwohl, und es geht Ihnen besser, sobald Sie das Mittel wieder einnehmen.

Bemerken Sie eines dieser Anzeichen, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt den besten Behandlungsweg, auch wann und wie Sie die Einnahme sicher beenden können [1]. Behandelte sollten laut Fachinformation auf Zeichen eines Missbrauchs oder einer Abhängigkeit wie Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und wirkstoffsuchendes Verhalten überwacht werden [2]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Absetzerscheinungen.

Und die ursprünglichen Beschwerden?

Ob Nervenschmerzen, Anfälle oder Angst nach dem Absetzen zurückkehren, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Angst, Schmerzen und Krampfanfälle stehen in der Packungsbeilage unter den möglichen Entzugserscheinungen; Angst, Schmerzen und epileptische Anfälle beschreibt sie auch bei den Erkrankungen, gegen die Pregabalin eingesetzt wird [1].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann um die sechzig mit grauem Bart sitzt auf dem Sofa, seine Frau mit hellbraunem Haar legt ihm beruhigend die Hand auf den Arm
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Laut Bundesärztekammer erfordert die Verordnung suchtfördernder Mittel wie der Gabapentinoide eine regelmäßige Therapiekontrolle, möglichst durch dieselbe verschreibende Ärztin oder denselben Arzt; überschreiten die Risiken den Nutzen, sollte möglichst abdosiert werden [15].

Besteht eine Abhängigkeit von Gabapentinoiden, reicht nach Darstellung der Bundesärztekammer in der Regel eine ambulante Entzugsbehandlung, bei der die Ärztin oder der Arzt das Mittel langsam in kleinen Schritten verringert. Ausdrücklich empfohlen werden regelmäßige, mindestens wöchentliche Kontrollen. Dabei werden zum Beispiel Entzugssymptome, die Aktivität der Grunderkrankung, Probleme mit der Einnahme einschließlich nicht abgesprochener anderer Medikamente und mögliche Überdosierungen erfasst oder erfragt [15].

Als Gründe für eine Behandlung im Krankenhaus, bei der unter ständiger ärztlicher Kontrolle auch rascher abdosiert werden kann, nennt die Bundesärztekammer instabile körperliche oder psychische Begleiterkrankungen, vergebliche ambulante Versuche, Komplikationen beim ambulanten Abdosieren wie Angstattacken, massive Schlafstörungen, gravierende Unruhezustände, quälendes Zittern, Entzugsanfälle oder ein Entzugsdelir, wiederholte Vergiftungszeichen und eine Abhängigkeit von hohen Dosen, etwa eine regelmäßige Einnahme über der in der Fachinformation empfohlenen Tageshöchstdosis [15].

Besondere Situationen

Epilepsie: Bei Epilepsie wird Pregabalin zusätzlich zu anderen antiepileptischen Maßnahmen eingesetzt und ist nicht dafür gedacht, allein eingenommen zu werden [1]. Ist unter der Zusatzbehandlung mit Pregabalin eine Anfallskontrolle erreicht, liegen laut Fachinformation keine hinreichenden Daten darüber vor, die übrigen Antiepileptika abzusetzen, um nur noch Pregabalin zu nehmen [2]. Mehr zur Gruppe: Antiepileptika.

Generalisierte Angststörung: Hier sollte laut Fachinformation regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch nötig ist [2].

Schwangerschaft: Laut Packungsbeilage darf Pregabalin in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich empfohlen hat [1]. Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, sollten sowohl eine Neueinstellung als auch eine Fortsetzung von Pregabalin in der Schwangerschaft kritisch geprüft werden. Embryotox bietet eine individuelle Beratung an [3]. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox bei Nervenschmerzen zum Beispiel Amitriptylin, bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam und bei generalisierter Angststörung gut untersuchte Antidepressiva, wobei dort auch nicht-medikamentöse Behandlungen, insbesondere eine Psychotherapie, in Betracht gezogen werden sollten [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Es ist laut Packungsbeilage wichtig, die Kapseln regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die Dosis, sobald Sie es bemerken, es sei denn, es ist bereits Zeit für die nächste Einnahme; dann machen Sie mit der nächsten normalen Einnahme weiter. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:

  • Was spricht in meiner Situation dafür, Pregabalin zu beenden, und was dagegen?
  • In welchen Schritten verringern wir die Dosis, und wie lange dauert das insgesamt?
  • Welche Entzugserscheinungen sind möglich, und wann soll ich mich melden?
  • Woran erkenne ich, ob Beschwerden vom Absetzen kommen oder ob meine Erkrankung zurückkehrt?
  • Was tue ich bei einem Krampfanfall oder bei Gedanken, mir etwas anzutun?
  • Wie geht es mit meinen anderen Medikamenten weiter?

Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten.

Wenn Sie befürchten, abhängig zu werden: Sprechen Sie laut Packungsbeilage unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Medikamente, die auch körperlich abhängig machen, sollte man laut gesund.bund.de nicht schlagartig absetzen, sondern ausschleichen. Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen können dabei helfen, einen schädlichen Konsum oder eine Abhängigkeit zu erkennen; Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Online-Portal der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) [16].

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen und Pregabalin und Gewichtszunahme.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Krampfanfall: Bekommen Sie während der Einnahme oder kurz nach dem Ende einen Krampfanfall, kontaktieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [17].

Gedanken, sich etwas anzutun: Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1]. Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [17]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Atemprobleme, auch zusammen mit Opioiden: Bei Atemproblemen oder flacher Atmung wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Zusammen mit anderen Mitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen, einschließlich Opioiden, kann Pregabalin deren Wirkungen verstärken und zu Atemschwäche, Koma und Tod führen [1]. Für das Originalpräparat stimmte der CHMP der EMA am 14.11.2019 einem Warnhinweis zum erhöhten Risiko opioidbedingter Todesfälle bei gleichzeitiger Einnahme von Pregabalin und Opioiden zu [13]. Nach einem Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission vom 20.11.2020, den das BfArM mit Bescheid vom 20.01.2021 umsetzte, warnen die Produktinformationen außerdem vor schwerer Atemdepression. Der PRAC sah einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Pregabalin und Atemdepression als erwiesen an; der Warnhinweis betrifft Menschen ohne Opioide, andere dämpfende Mittel oder sonstige Risikofaktoren ebenso wie Menschen mit Risikofaktoren wie einer Atembeeinträchtigung [12]. Schwere Atemnot und erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [17]. Mehr dazu: Atemnot.

Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [17].

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln (25 bis 300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pregabalin-ratiopharm Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Pregabalin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Scientific conclusions and grounds for the variation to the terms of the marketing authorisation(s), pregabalin, Procedure No. EMEA/H/C/PSUSA/00002511/202301 (Suizidgedanken nach dem Absetzen). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) auf Grundlage des PRAC-Beurteilungsberichts. Stand 12.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
  5. Behörde Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der Europäischen Kommission zum PSUR Single Assessment betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Pregabalin vom 20.11.2020 (Atemdepression; Bescheid vom 20.01.2021 und Anlage 2a). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 22.01.2021. abgerufen am 16.10.2026
  6. Behörde Lyrica (Pregabalin): Procedural steps taken and scientific information after the authorisation, Archivfassung (Verfahren II/0037 vom 18.02.2010, II/0039 vom 22.04.2010, WS/1605 vom 14.11.2019 und WS/2293 vom 21.07.2022). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  7. Information zu Pregabalin und Gabapentin: Berichterstattung in den Medien zu Todesfällen (Drug Safety Mail 2024-12). Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 28.03.2024. abgerufen am 16.10.2026
  8. Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin). Bundesärztekammer. Stand 02.08.2022 (letzte Aktualisierung der Seite). abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (geprüft durch die DGPPN). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 16.10.2026
  10. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Pregabalin einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie die Einnahme nicht plötzlich abbrechen, sondern das Beenden zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen; die Behandlung muss allmählich über mindestens 1 Woche beendet werden.

Gibt es ein Schema zum Ausschleichen von Pregabalin?

Packungsbeilage und Fachinformation enthalten kein Schema mit einzelnen Schritten. Laut Packungsbeilage muss das Beenden allmählich über mindestens 1 Woche erfolgen; die Fachinformation empfiehlt, die Dosis unabhängig vom Anwendungsgebiet über mindestens 1 Woche ausschleichend zu verringern. Wie schnell und in welchen Schritten das bei Ihnen geschieht, bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Welche Absetzerscheinungen kann Pregabalin machen?

Laut Packungsbeilage können nach dem Ende einer Kurz- oder Langzeitbehandlung Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angst, Durchfall, grippeähnliche Beschwerden, Krampfanfälle, Nervosität, Depression, Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit auftreten. Wenn Entzugserscheinungen auftreten, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie lange dauern Absetzerscheinungen bei Pregabalin?

Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Nach längerer Einnahme können die Entzugserscheinungen laut Packungsbeilage häufiger oder schwerer auftreten; laut Fachinformation können Auftreten und Schweregrad nach einer Langzeitbehandlung von der Dosis abhängen. Besprechen Sie Beschwerden beim Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ist Übelkeit beim Absetzen von Pregabalin möglich?

Ja. Übelkeit steht in der Packungsbeilage unter den Entzugserscheinungen, die nach dem Ende einer Behandlung auftreten können, ebenso Durchfall und grippeähnliche Beschwerden. Ob Ihre Übelkeit vom Absetzen kommt oder eine andere Ursache hat, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Bin ich abhängig, wenn ich beim Absetzen Beschwerden bekomme?

Das kann sein. Laut Fachinformation kann das Auftreten von Entzugssymptomen nach dem Absetzen auf eine Arzneimittelabhängigkeit hinweisen. Weitere Anzeichen sind laut Packungsbeilage zum Beispiel, dass Sie das Mittel länger als empfohlen nehmen müssen, das Gefühl haben, mehr als die empfohlene Dosis zu brauchen, oder wiederholt erfolglos versucht haben aufzuhören. Besprechen Sie das offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Pregabalin in der Schwangerschaft absetzen?

Nicht auf eigene Faust. Laut Packungsbeilage darf Pregabalin in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es ausdrücklich empfohlen hat. Embryotox empfiehlt, eine Fortsetzung von Pregabalin in der Schwangerschaft kritisch zu prüfen, und bietet eine individuelle Beratung an.

Was tun bei Suizidgedanken nach dem Absetzen von Pregabalin?

Setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Bei einem Suizidversuch rufen Sie den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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