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Zittern (Tremor) durch Medikamente
Zittern (Tremor) steht in den Produktinformationen vieler Medikamente als Nebenwirkung: bei Valproinsäure, Amitriptylin und Tacrolimus zum Beispiel als sehr häufig, beim Asthmaspray Salbutamol und bei Citalopram als häufig. Bei Lithium kann zu Beginn der Behandlung ein feinschlägiges Zittern auftreten. Zittern zusammen mit Bewegungsstörungen, Verwirrtheit oder Schläfrigkeit kann aber auch ein Zeichen einer Lithiumvergiftung sein. Auch zu viel Schilddrüsenhormon kommt infrage, ebenso Mittel, die Parkinson-ähnliche Beschwerden auslösen können, etwa Metoclopramid oder Risperidon. Sprechen Sie das Zittern in der Praxis an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Zittern kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Ein Tremor ist ein gleichförmiges Muskelzittern; normalerweise zittern die Muskeln nur so leicht, dass man es nicht wahrnimmt [1]. Ein auffälliger Tremor kann laut gesund.bund.de bei vielen verschiedenen Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten und Arme und Hände, aber auch den Kopf oder andere Körperteile betreffen [1]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißt diese Nebenwirkung zum Beispiel Zittern, Tremor oder Zittrigkeit; bei Valproinsäure und Amitriptylin ist sie als sehr häufig eingestuft [7, 13, 16].
Welche Medikamente Zittern auslösen können
Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gilt nur für ihren Wirkstoff.
- Lithium: Zu Beginn der Behandlung können laut Fachinformation ein feinschlägiges Zittern, vermehrte Harnausscheidung, Durst und Übelkeit auftreten; die Häufigkeit ist nicht bekannt [5]. Meist klingen diese Beschwerden mit der Zeit oder nach einer Verringerung der Dosis ab [5]. Zittern gehört aber auch zu den Zeichen einer Lithiumvergiftung (Intoxikation); mehr dazu im Abschnitt "Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen" [5]. Die Angaben stammen aus der österreichischen Gebrauchs- und Fachinformation von Quilonorm retard; die deutsche Fassung kann in Einzelheiten abweichen [5, 6].
- Antiepileptika (Mittel gegen Krampfanfälle): Bei Valproinsäure ist Zittern (Tremor) in Packungsbeilage und Fachinformation als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten) [7, 8]. Die Packungsbeilage bittet Sie, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren, wenn das Zittern schwerwiegend wird oder länger als ein paar Tage andauert [7].
- Asthma- und COPD-Medikamente: Für das Dosieraerosol (Spray zum Inhalieren) mit Salbutamol nennt die Packungsbeilage Zittern unter den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen, zusammen mit Übelkeit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen; eingestuft ist es als häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) [9]. Diese Nebenwirkungen können sich bei fortgesetzter Anwendung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [9, 10].
- Antidepressiva: In der Fachinformation von Amitriptylin ist Zittern als sehr häufig eingestuft [13]. Bei Citalopram ist es als häufig eingestuft; die Nebenwirkungen treten laut Fachinformation am häufigsten in den ersten ein oder zwei Behandlungswochen auf und klingen danach im Allgemeinen wieder ab [15]. Zittern kann außerdem beim Absetzen und als Zeichen eines Serotonin-Syndroms auftreten [14].
- Immunsuppressiva (Mittel, die das Immunsystem dämpfen): Bei Tacrolimus gehört Zittern laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mehr als 10 Prozent der Behandelten auftreten [16].
- Schilddrüsenmittel: Wird die Dosisstärke von Levothyroxin im Einzelfall nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können laut Packungsbeilage die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung [11]. Dazu zählt sie auch Zittern, mit nicht bekannter Häufigkeit [11, 12].
- Mittel, die Parkinson-ähnliche Beschwerden auslösen können: Für Metoclopramid, ein Mittel gegen Übelkeit, nennt die Packungsbeilage als häufig unkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen sowie ähnliche Beschwerden wie bei der Parkinson-Krankheit (Starre, Tremor) [19]. Beim Antipsychotikum Risperidon ist Zittern als häufig eingestuft; Parkinsonismus, zu dessen Anzeichen laut Packungsbeilage ein Zittern in Ruhe gehört, ist sehr häufig [18]. Mehr dazu: Parkinson-Symptome durch Medikamente und Antipsychotika.
Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief auf dieser Website, deren Produktinformation Zittern als Nebenwirkung nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Amisulprid | Sehr häufig | Extrapyramidale Störungen wie Zittern (Tremor), Muskelversteifung (Rigidität), verminderte Bewegungsfähigkeit (Hypokinese), vermehrter Speichelfluss, Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), unwillkürliche… |
| Amitriptylin | Sehr häufig | Zittern der Hände oder anderer Körperteile (Tremor) |
| Ciclosporin | Sehr häufig | Nicht kontrollierbares Zittern (Tremor) |
| Haloperidol | Sehr häufig | Unkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), zum Beispiel Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer (Spätdyskinesie), Rastlosigkeit oder Unvermögen, ruhig zu sitzen, verstärkte… |
| Quetiapin | Sehr häufig | Ungewöhnliche Muskelbewegungen: erschwerter Bewegungsbeginn, Zittern, Ruhelosigkeit, steife Muskeln |
| Risperidon | Sehr häufig | Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter… |
| Rituximab | Sehr häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: allgemeines Unwohlsein oder Unbehagen, Müdigkeit (Fatigue), Zittern, Anzeichen einer Grippe · Bei rheumatoider Arthritis: Blutdruckveränderungen, Übelkeit, Ausschlag, Fieber, Juckreiz,… |
| Tacrolimus | Sehr häufig | Zittern (Tremor), Kopfschmerzen · Versagen mehrerer Organe, grippeartige Erkrankung, erhöhte Empfindlichkeit gegen Wärme und Kälte, Druckgefühl auf der Brust, Zittrigkeit oder Krankheitsgefühl |
| Trastuzumab | Sehr häufig | Zittern (Tremor) |
| Valproinsäure | Sehr häufig | Zittern (Tremor) |
| Amiodaron | Häufig | Muskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen · Ungewöhnliche Muskelbewegungen, Steifheit, Zittern und Ruhelosigkeit (Parkinsonismus) |
| Aripiprazol | Häufig | Unkontrollierbare Zuckungen, zuckende oder windende Bewegungen (laut Fachinformation extrapyramidale Erkrankung), Zittern |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Kindern und Jugendlichen: Ohnmachtsanfall, Zittern und Migräne · Bei Erwachsenen: Zittern; Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen |
| Baclofen | Häufig | Zittern (Tremor), Bewegungsstörungen (Ataxie), Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Ermüdung |
| Budesonid/Formoterol | Häufig | Leichtes oder starkes Muskelzittern (Tremor) |
| Bupropion | Häufig | Wackeligkeit, Zittern |
| Citalopram | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Clozapin | Häufig | Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie) |
| Duloxetin | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Escitalopram | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Fentanyl | Häufig | Muskelzittern (Tremor) |
| Fluoxetin | Häufig | Schlechte Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit oder Schläfrigkeit, Schwindel, Geschmacksveränderungen, unkontrollierbare schüttelnde Bewegungen (Zittern) |
| Formoterol | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Gabapentin | Häufig | Krämpfe, ruckartige Bewegungen (Hyperkinesie), Sprachstörungen, Gedächtnisverlust, Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen |
| Lacosamid | Häufig | Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination oder beim Gehen, Gleichgewichtsstörungen, Zittern (Tremor), Kribbeln (Parästhesie) |
| Lamotrigin | Häufig | Schütteln oder Zittern (Tremor) |
| Levetiracetam | Häufig | Krämpfe (Konvulsionen), Gleichgewichtsstörungen, Schwindel (Gefühl der Wackeligkeit), Mangel an Energie und Begeisterungsfähigkeit (Lethargie), unwillkürliches Zittern (Tremor) |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen, Zittern oder ungewöhnlich starke Aktivität |
| Metoclopramid | Häufig | Unkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen mit Steifheit oder Starre (extrapyramidale Erkrankungen), laut Fachinformation besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen… |
| Mirtazapin | Häufig | Wackeligkeit oder Zittern (Tremor) |
| Olanzapin | Häufig | Zittern |
| Oxcarbazepin | Häufig | Zittern, Koordinationsstörungen und unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus) |
| Oxycodon | Häufig | Muskelzittern (Tremor) und Lethargie |
| Paliperidon | Häufig | Parkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik · Schwindel,… |
| Paroxetin | Häufig | Schwindelgefühl und Zittern (Tremor) |
| Pregabalin | Häufig | Zittern (Tremor) · Ruckartige Bewegungen (Myoklonus), ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus), Bewegungsstörungen (Dyskinesie), Hyperaktivität, bewegungsabhängiges Zittern, verringerte Reflexe · Der… |
| Rivastigmin | Häufig | Steife Arme oder Beine und zitternde Hände (laut Fachinformation extrapyramidale Symptome) · Verschlechterung der Beschwerden einer Parkinson-Krankheit, zum Beispiel Zittern, Steifheit, schlurfender Gang · Zittern und… |
| Salbutamol | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Sertralin | Häufig | Zittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden) |
| Tapentadol | Häufig | Aufmerksamkeitsstörung, Zittern, Muskelzucken |
| Tianeptin | Häufig | Ohnmacht und Zittern (Tremor) |
| Topiramat | Häufig | Unwillkürliches Zittern oder Zucken; schnelle, unkontrollierbare Bewegungen der Augen (Nystagmus) |
| Venlafaxin | Häufig | Zittern (Tremor) |
| Adalimumab | Gelegentlich | Zittern (Tremor), Nervenerkrankungen (Neuropathie) |
| Alprazolam | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Amlodipin | Gelegentlich | Zittern (Tremor), Geschmacksstörungen, kurze Bewusstlosigkeit (Synkope) · Zittern, steife Körperhaltung, maskenartiges Gesicht, langsame Bewegungen und schlurfender, ungleichmäßiger Gang (extrapyramidale Erkrankung) |
| Beclometason/Formoterol | Gelegentlich | Zittern (Tremor), Schwindelgefühl |
| Budesonid | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Carbamazepin | Gelegentlich | Unwillkürliche Bewegungen wie Zittern, Flattertremor, Ticks oder Dystonie; Augenbewegungsstörungen mit Augenzittern (Nystagmus) |
| Clarithromycin | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Doxazosin | Gelegentlich | Schlaganfall (zerebrovaskuläre Ereignisse), verminderte Berührungs- oder Sinnesempfindung (Hypästhesie), Ohnmacht (Synkope), Zittern (Tremor) |
| Hydromorphon | Gelegentlich | Zittern oder unwillkürliche Muskelzuckungen (Tremor, Myoklonus) |
| Levodopa/Carbidopa | Gelegentlich | Beeinträchtigung des Denkens, erhöhte Fallneigung (Ataxie), verstärktes Zittern der Hände |
| Levofloxacin | Gelegentlich | Schläfrigkeit, Zittern (Tremor) |
| Methylphenidat | Gelegentlich | Zittern |
| Moxifloxacin | Gelegentlich | Zittern, Schwindel, Schläfrigkeit |
| Mycophenolsäure | Gelegentlich | Zittern |
| Nifedipin | Gelegentlich | Muskelzittern (Tremor) |
| Ondansetron | Gelegentlich | Ungewöhnliche Körperbewegungen oder Zittern; laut Fachinformation Bewegungsstörungen wie Muskelverkrampfungen (dystone Reaktionen), krisenhafte Störungen der Augenbewegung mit Blickabweichung (okulogyre Krise) und… |
| Opipramol | Gelegentlich | Schwindel, Benommenheit, Zittern |
| Propiverin | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Ranolazin | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Rizatriptan | Gelegentlich | Störungen des Bewegungsablaufs beim Gehen (Ataxie), Drehschwindel (Vertigo), Zittern (Tremor) und Bewusstlosigkeit (Synkope) |
| Salmeterol/Fluticason | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Trazodon | Gelegentlich | Zittern (Tremor) |
| Zolpidem | Gelegentlich | Sprechstörung, Aufmerksamkeitsstörung, Zittern |
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Selten | Zittern |
| Ciprofloxacin | Selten | Kribbeln, ungewöhnliche Empfindlichkeit auf Sinnesreize, herabgesetzte Empfindlichkeit der Haut, Zittern oder Schwindel |
| Dihydralazin | Selten | Zittern (Tremor) und Muskelkrämpfe |
| Donepezil | Selten | Steifheit, Zittern oder unkontrollierbare Bewegungen, insbesondere im Gesicht und an der Zunge, aber auch an Armen und Beinen (extrapyramidale Symptome) |
| Flecainid | Selten | Zittern (Tremor) |
| Fluconazol | Selten | Zittern (Tremor) |
| Montelukast | Selten | Zittern (Tremor) |
| Ramipril | Selten | Zittern (Tremor) · Bei Kindern und Jugendlichen: Zittern (Tremor) |
| Tramadol | Selten | Missempfindungen auf der Haut wie Jucken, Prickeln oder Taubheitsgefühl (Parästhesien), Zittern |
| Verapamil | Selten | Zittern (Tremor) |
| Aciclovir | Sehr selten | Erscheinungen am Nervensystem: körperliche Unruhe, Verwirrtheit, Zittern, Bewegungs- und Sprachstörungen, Wahnvorstellungen, Entfremdungserlebnisse, Krampfanfälle, krankhafte Veränderung des Gehirns, Schläfrigkeit und… |
| Cetirizin | Sehr selten | Bewusstseinsverlust (Synkope), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), krankhafte anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie), Zittern (Tremor), veränderter Geschmackssinn (Dysgeusie) |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Sehr selten | Kopfschmerzen, Schwindel und Zittern (Tremor) |
| Diclofenac | Sehr selten | Zittern |
| Methocarbamol | Sehr selten | Zittern (Tremor) |
| Midazolam | Sehr selten | Wirkungsumkehr (paradoxe Reaktionen), vor allem bei Kindern und älteren Menschen: Erregung, unwillkürliche Bewegungen einschließlich Muskelkrämpfen und Muskelzittern, übersteigerte Aktivität, Feindseligkeit,… |
| Morphin | Sehr selten | Epileptische Krampfanfälle, Muskelzittern, unwillkürliche Muskelzuckungen |
| Azathioprin | Nicht bekannt | Zittern (Tremor) |
| Brinzolamid | Nicht bekannt | Verringerte Berührungsempfindlichkeit (Hypoästhesie); Zucken (Tremor) |
| Diazepam | Nicht bekannt | Zittern (Tremor) |
| Domperidon | Nicht bekannt | Unwillkürliche Bewegungen des Gesichts, der Arme oder Beine, übermäßiges Zittern, übermäßige Muskelstarre oder Muskelspasmen (extrapyramidale Nebenwirkungen) |
| Doxepin | Nicht bekannt | Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Zittern, Schlafstörungen |
| Doxylamin | Nicht bekannt | "Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern |
| Hydroxychloroquin | Nicht bekannt | Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen) wie Bewegungsunruhe, unwillkürliche Bewegungen oder Zuckungen im Gesicht oder an Armen und Beinen, Unfähigkeit, still zu sitzen, Zittern |
| Levocetirizin | Nicht bekannt | Krampfanfälle (Konvulsion), Kribbeln (Parästhesie), Schwindelgefühl, plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope), Zittern, gestörtes Geschmacksempfinden |
| Levothyroxin | Nicht bekannt | Zittern (Tremor) |
| Lithium | Nicht bekannt | Zu Beginn der Behandlung: feinschlägiges Zittern, vermehrte Harnausscheidung, Durst und Übelkeit; laut Fachinformation klingen diese Beschwerden meist mit der Zeit oder nach Verringerung der Dosis ab · Zittern… |
| Lorazepam | Nicht bekannt | Zittern |
| Pipamperon | Nicht bekannt | Zittern |
| Pridinol | Nicht bekannt | Zittern (Tremor), Missempfindungen der Haut wie Kribbeln, Brennen oder Taubheit (Parästhesie) |
| Pyridostigmin | Nicht bekannt | Unwillkürliches Muskelzucken, Muskelzittern und Muskelkrämpfe |
| Sumatriptan | Nicht bekannt | Zittern, Muskelkrämpfe (Dystonie) |
| Tilidin/Naloxon | Nicht bekannt | Zittern (Tremor) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Besonders zu Beginn der Behandlung: Zittern (Tremor), Benommenheit und Schwindel |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (100 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Zittern als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (9 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Citalopram | Serotonin-Syndrom, erkennbar an Krankheitszeichen wie hohem Fieber, Zittern, plötzlichen Muskelzuckungen und Unruhe | Selten |
| Dapagliflozin | Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Menschen mit Diabetes, die Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden; Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schneller Herzschlag, Hungergefühl, Kopfschmerzen,… | Sehr häufig |
| Empagliflozin | Niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie); das Risiko ist höher, wenn Sie zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Mittel wie einen Sulfonylharnstoff oder Insulin nehmen, die Fachinformation ordnet "sehr häufig" dieser Kombination zu; mögliche Anzeichen sind… | Sehr häufig |
| Escitalopram | Serotonin-Syndrom mit hohem Fieber, Erregtheit (Agitiertheit), Verwirrtheit, Zittern und plötzlichen Muskelzuckungen | Selten |
| Fluoxetin | Serotonin-Syndrom: Kombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber mit schnellerer Atmung oder schnellerem Puls, Schwitzen, Muskelsteifheit oder Muskelzittern, Verwirrtheit, äußerster Erregung oder Schläfrigkeit | Selten |
| Guanfacin | Hoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie) | Sehr selten |
| Levomethadon | Zu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen,… | Häufig |
| Metronidazol | Nicht entzündliche Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) mit z. B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmungen, Lichtempfindlichkeit, Störungen der Seh- und Bewegungsfähigkeit, Nackensteife sowie Erkrankung des Kleinhirns mit z. B.… | Sehr selten |
| Semaglutid | Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,… | Sehr häufig |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie Zittern durch ein Medikament erkennen
Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang. Laut der österreichischen Packungsbeilage ist Zittern bei Lithium besonders zu Beginn der Behandlung möglich [6]. Erscheinungen einer Überfunktion unter Levothyroxin treten laut Packungsbeilage besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn auf [11]. Nebenwirkungen von Citalopram zeigen sich am häufigsten in den ersten ein oder zwei Behandlungswochen [15]. Bei Salbutamol können sich Zittern und die anderen häufigsten Nebenwirkungen bei fortgesetzter Anwendung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [9].
Auch die Art des Zitterns kann einen Hinweis geben. Die Einordnung ist aber Sache der Ärztin oder des Arztes. Bei den meisten Menschen mit Parkinson-Krankheit tritt laut IQWiG ein Zittern in Ruhe (Ruhetremor) auf, das bei Bewegung abnimmt; besonders häufig zittern die Hände, und die Schrift wird kleiner und undeutlicher [3]. Parkinson-ähnliche Beschwerden durch Risperidon zeigen sich laut Packungsbeilage unter anderem mit langsamen oder gestörten Bewegungen, steifen Muskeln, einem langsamen, schlurfenden Gang und einem Zittern in Ruhe [18]. Laut Fachinformation gehört dieser Parkinsonismus zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Risperidon und hängt dem Anschein nach von der Dosis ab [17]. Bei Metoclopramid treten Bewegungsstörungen laut Fachinformation normalerweise zu Beginn der Behandlung auf, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und bei hohen Dosierungen, und können schon nach einer einzigen Gabe auftreten [20]. Das Zittern zu Beginn einer Lithiumbehandlung beschreibt die Fachinformation als feinschlägig [5].
Schwierig wird die Zuordnung, wenn die Erkrankung selbst oder andere Mittel eine Rolle spielen. Laut Fachinformation von Amitriptylin können einige Nebenwirkungen, zum Beispiel Kopfschmerzen und Zittern, auch Symptome der Depression sein; sie werden in der Regel schwächer, wenn sich die Depression bessert [13]. Bei Mitteln, die das Immunsystem dämpfen, lässt sich das Nebenwirkungsprofil laut Fachinformation von Tacrolimus wegen der Grunderkrankung und der gleichzeitigen Behandlung mit vielen anderen Medikamenten oft nicht genau feststellen [16]. Bei Lithium stehen Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen laut der österreichischen Fachinformation im Allgemeinen in direktem Zusammenhang mit dem Lithiumspiegel im Blut und der persönlichen Empfindlichkeit [5]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.
Zittern kann auch beim Absetzen auftreten. Nach Beendigung einer Behandlung mit Citalopram sind Absetzerscheinungen laut Packungsbeilage häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen; dazu gehören unter anderem Schwindel, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, innere Unruhe, Übelkeit, Zittern und Schwitzen [14]. Sie treten normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen auf und klingen im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab; bei einigen Menschen können sie länger andauern, zwei bis drei Monate oder mehr [14].
Ob Ihr Medikament Zittern als Nebenwirkung nennt, lesen Sie in Abschnitt 4 der Packungsbeilage nach [7, 9]. Was die Häufigkeitsangaben dort bedeuten, erklärt das Werkzeug Häufigkeit übersetzen.
Warum Medikamente Zittern auslösen können
Die Gründe sind je nach Wirkstoff verschieden, und nicht für jedes Mittel beschreibt die Produktinformation einen Mechanismus. Einige Beispiele:
Wirkung auf die Skelettmuskulatur: Salbutamol regt laut Fachinformation bestimmte Bindungsstellen (Beta-2-Adrenozeptoren) an und beeinflusst sowohl die glatte Muskulatur als auch die Skelettmuskulatur. Zu seinen Wirkungen auf die Muskeln gehören die Entspannung der Bronchial- und Gefäßmuskulatur, aber auch ein Zittern der Skelettmuskulatur [10].
Blockade des Botenstoffs Dopamin: Die Bewegungsstörungen (extrapyramidalen Symptome) unter Metoclopramid beruhen laut Fachinformation darauf, dass es im zentralen Nervensystem Rezeptoren des Botenstoffs Dopamin blockiert [20]. Dopamin sorgt laut IQWiG unter anderem dafür, dass Impulse vom Gehirn über die Nerven zu den Muskeln übertragen werden; bei der Parkinson-Krankheit werden Nervenzellen geschädigt, die Dopamin bilden [3]. Auch Medikamente wie Psychopharmaka können laut IQWiG Parkinson-Beschwerden verursachen [3].
Zu viel Schilddrüsenhormon: Eine Überdosierung von Levothyroxin kann laut Fachinformation zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen [12]. Bei einer Überfunktion laufen laut IQWiG viele Körperfunktionen "auf Hochtouren"; zu den möglichen Beschwerden gehören Zittern, nervöse Unruhe, Herzklopfen und Herzrasen [4].
Der Lithiumspiegel: Bei Lithium ist die therapeutische Breite (der Abstand zwischen wirksamem und giftigem Spiegel) laut der österreichischen Fachinformation sehr gering; Nebenwirkungen treten bei höheren Konzentrationen häufiger und stärker auf [5]. Zu einer Lithiumvergiftung kann es laut Fachinformation unter anderem bei Erbrechen, Durchfall, Infekten und zu geringer Flüssigkeitsaufnahme kommen [5]. Außerdem können Arzneimittel die Lithiumspiegel erhöhen, zum Beispiel entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR), ACE-Hemmer, Sartane, harntreibende Mittel (Diuretika) und Metronidazol [5]. Mehr dazu: Wechselwirkungen.
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Lithium sollten Sie laut der österreichischen Packungsbeilage von Quilonorm retard nicht von einem Tag auf den anderen absetzen; wie Sie die Einnahme am besten beenden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [6]. Für Citalopram empfiehlt die Packungsbeilage, die Behandlung ausschleichend zu beenden, also durch schrittweise Verringerung der Dosis über mehrere Wochen oder Monate [14]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Was dann infrage kommt, hängt vom Mittel ab. Bei Valproinsäure informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn das Zittern schwerwiegend wird oder länger als ein paar Tage andauert [7]. Bei Levothyroxin bestimmt laut Packungsbeilage die Ärztin oder der Arzt, ob die Tagesdosis herabgesetzt oder die Einnahme für mehrere Tage unterbrochen wird; sobald die Nebenwirkung verschwunden ist, kann die Behandlung mit vorsichtiger Dosierung wieder aufgenommen werden [11]. Bei Lithium klingen die Beschwerden zu Behandlungsbeginn laut Fachinformation meist mit der Zeit oder nach einer Verringerung der Dosis ab [5]. Ob die Dosis geändert wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Bei Lithium: Kontrollen, Salz und Flüssigkeit. Weil jeder Mensch anders auf Lithium reagiert, sind laut Packungsbeilage häufige Blutuntersuchungen notwendig; gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen [6]. Achten Sie laut Packungsbeilage darauf, genügend Salz und Flüssigkeit zu sich zu nehmen [6]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke auch, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder einnehmen möchten; genannt sind dort unter anderem nichtsteroidale Entzündungshemmer gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber [6].
Bei Asthmasprays. Informieren Sie laut Packungsbeilage von Salbutamol Ihre Ärztin oder Ihren Arzt so schnell wie möglich, wenn das Spray nicht so gut zu wirken scheint wie üblich, zum Beispiel wenn Sie mehr davon brauchen, um Ihre Atemprobleme zu lindern; dann verschlimmert sich möglicherweise Ihr Asthma [9]. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab, denn laut Packungsbeilage könnte sich Ihre Krankheit dadurch verschlechtern [9].
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [11]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Für das Arztgespräch helfen die Fragen für das Arztgespräch.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Zeichen einer Lithiumvergiftung: Lithium ist laut der österreichischen Fachinformation von Quilonorm retard bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung sofort abzusetzen; besonders empfindliche Menschen können solche Zeichen schon bei üblichen Lithiumspiegeln zeigen [5]. Zu den Zeichen zählt die Fachinformation unter anderem Herzrhythmusstörungen, Durchfall und Erbrechen sowie neurologische Beschwerden wie Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), Zittern, unwillkürliche Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit und Schläfrigkeit; in schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen und Koma mit tödlichem Ausgang kommen [5]. Die Packungsbeilage nennt Bewegungsstörungen, Zittern, Zucken, unwillkürliche oder verlangsamte Bewegungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit und Augenzittern sowie starkes Erbrechen, heftige Durchfälle und hohes Fieber als Gründe, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen [6]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Serotonin-Syndrom: Verständigen Sie laut Packungsbeilage von Citalopram unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt: hohes Fieber, Zittern, plötzliche Muskelzuckungen und Unruhe; sie können auf ein sogenanntes Serotonin-Syndrom hindeuten, und die Ärztin oder der Arzt wird die Behandlung dann sofort abbrechen [14]. Laut Fachinformation kann eine Kombination von Beschwerden wie Erregtheit (Agitiertheit), Zittern, Muskelzuckungen (Myoklonie) und erhöhter Körpertemperatur (Hyperthermie) den Beginn eines Serotonin-Syndroms anzeigen [15]. Mehr dazu: Unruhe und Angst und Arzneimittelfieber.
Unkontrollierbare Bewegungen unter Metoclopramid: Bemerken Sie unkontrollierbare Bewegungen, häufig unter Einbeziehung von Kopf oder Nacken, sollen Sie laut Packungsbeilage die Behandlung abbrechen und unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen [19]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Laut Fachinformation klingen diese Bewegungsstörungen nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab [20].
Unterzuckerung: Zittern kann auch ein Zeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein, zum Beispiel unter dem Diabetesmittel Glimepirid. Die Packungsbeilage nennt als mögliche Anzeichen unter anderem Heißhunger, Kopfschmerzen, Übelkeit, Unruhe, Verwirrtheit, Sprach- und Sehstörungen, Zittern, Schwitzen, feuchtkalte Haut und Herzklopfen [21]. In den meisten Fällen lassen sich die Anzeichen laut Packungsbeilage sehr schnell beheben, wenn Sie Zucker zu sich nehmen, etwa Würfelzucker oder gezuckerten Tee; zeigt das keine Wirkung oder kehren die Anzeichen zurück, kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus [21]. Bei fortschreitender Unterzuckerung können Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auftreten [21]. Mehr dazu: Unterzuckerung und erhöhter Blutzucker durch Medikamente.
Zu viel Salbutamol: Wurde zu viel Salbutamol angewendet, können laut Packungsbeilage unter anderem Herzrasen, ein unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen und heftiges Zittern auftreten, insbesondere an den Händen, aber auch am ganzen Körper; dann soll unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden [9]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, akute und anhaltende Krampfanfälle und Vergiftungen sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [22].
Andere Ursachen
Nicht jedes Zittern unter einem Medikament kommt vom Medikament. Ein auffälliger Tremor kann laut gesund.bund.de bei vielen verschiedenen Erkrankungen auftreten; manchmal ist die genaue Ursache nicht bekannt [1]. So ist beim essentiellen Tremor die genaue Ursache nicht bekannt [2]. Mehr dazu auf der Seite Tremor.
- Parkinson: Typische Beschwerden sind laut IQWiG Bewegungsarmut, Muskelsteifheit und Zittern; die Krankheit tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf, und oft machen sich die Beschwerden auf einer Körperseite stärker bemerkbar [3]. Parkinson-Beschwerden können laut IQWiG auch die Folge anderer Erkrankungen des Nervensystems sein, etwa einer Demenz, oder von Entzündungen und Tumoren [3].
- Schilddrüsenüberfunktion: Zu viele Schilddrüsenhormone können laut IQWiG unter anderem zu Zittern, nervöser Unruhe, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Herzrasen und Gewichtsverlust trotz Heißhunger führen; Betroffene schwitzen häufig [4].
- Unterzuckerung: Das Risiko einer Unterzuckerung erhöhen laut Packungsbeilage von Glimepirid zum Beispiel unregelmäßige, verspätete oder ausgelassene Mahlzeiten, Alkohol und eine höhere körperliche Belastung, wenn nicht genug gegessen wird [21]. Mehr dazu: Diabetes Typ 2.
- Absetzen eines Medikaments: Zittern kann zu den Absetzerscheinungen gehören, zum Beispiel nach Beendigung einer Behandlung mit Citalopram [14].
Quellen
- Behörde ICD-Code R25.1: Tremor, nicht näher bezeichnet (Erläuterung der "Was hab’ ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde ICD-Code G25.0: Essentieller Tremor (Erläuterung der "Was hab’ ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Parkinson. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.02.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation L-Thyroxin Henning 25 bis 200 (Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 06/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Citalopram-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Prograf™ 0,5 mg/1 mg/5 mg Hartkapseln (Tacrolimus). Astellas Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm® 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation MCP-ratiopharm® 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Glimepirid STADA® 3 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Zittern auslösen?
Zittern nennen viele Produktinformationen als Nebenwirkung. Sehr häufig ist es zum Beispiel bei Valproinsäure, Amitriptylin und Tacrolimus, häufig beim Asthmaspray Salbutamol und bei Citalopram. Bei Lithium kann es zu Beginn der Behandlung auftreten, bei Levothyroxin, wenn die Dosis nicht vertragen wird. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website Zittern nennen, zeigt die Tabelle im Abschnitt "Welche Medikamente Zittern auslösen können".
Geht Zittern durch Medikamente wieder weg?
Das ist je nach Wirkstoff unterschiedlich. Bei Salbutamol können sich Zittern und andere häufige Nebenwirkungen laut Packungsbeilage bei fortgesetzter Anwendung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden. Das feinschlägige Zittern zu Beginn einer Lithiumbehandlung klingt laut der österreichischen Fachinformation von Quilonorm retard meist mit der Zeit oder nach einer Verringerung der Dosis ab. Hält das Zittern an oder belastet es Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Warum zittere ich nach dem Asthmaspray?
Salbutamol wirkt laut Fachinformation nicht nur auf die Muskulatur der Bronchien, sondern auch auf die Skelettmuskulatur, und zu seinen Wirkungen dort gehört ein Zittern. Laut Packungsbeilage zählt Zittern zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen. Wurde zu viel angewendet, können heftiges Zittern, Herzrasen und Brustschmerzen auftreten. Dann soll unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wann ist Zittern unter Lithium gefährlich?
Zittern gehört laut der österreichischen Fachinformation von Quilonorm retard zu den möglichen Zeichen einer Lithiumvergiftung, ebenso wie Störungen der Bewegungskoordination, Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Erbrechen oder Durchfall. Besonders empfindliche Menschen können solche Zeichen laut Fachinformation schon bei üblichen Lithiumspiegeln zeigen. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen rufen Sie den Notruf 112.
Kann eine Schilddrüsentablette Zittern auslösen?
Ja. Wird die Dosisstärke von Levothyroxin im Einzelfall nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können laut Packungsbeilage die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, darunter Zittern, Herzklopfen und Nervosität, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn. Ob die Dosis verringert oder die Einnahme unterbrochen wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Kann Zittern nach dem Absetzen eines Antidepressivums auftreten?
Ja. Nach Beendigung einer Behandlung mit Citalopram sind laut Packungsbeilage Absetzerscheinungen häufig, besonders bei plötzlichem Absetzen. Dazu gehören unter anderem Schwindel, Schlafstörungen, innere Unruhe, Übelkeit, Zittern und Schwitzen. Sie klingen im Allgemeinen innerhalb von zwei Wochen ab, können bei einigen Menschen aber länger andauern. Deshalb empfiehlt die Packungsbeilage, die Behandlung schrittweise zu beenden. Wie Sie dabei vorgehen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ist es Parkinson oder kommt das Zittern vom Medikament?
Das kann nur die Ärztin oder der Arzt klären. Bei der Parkinson-Krankheit tritt laut IQWiG typischerweise ein Zittern in Ruhe auf, das bei Bewegung abnimmt, zusammen mit Bewegungsarmut und Muskelsteifheit. Ähnliche Beschwerden können laut IQWiG auch Medikamente wie Psychopharmaka verursachen. Die Packungsbeilagen von Metoclopramid und Risperidon nennen sie als häufig bzw. sehr häufig. Mehr dazu auf der Seite Parkinson-Symptome durch Medikamente.
Soll ich das Medikament absetzen, wenn ich zittere?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Manche Mittel sollten nicht plötzlich abgesetzt werden, zum Beispiel Lithium laut der österreichischen Packungsbeilage von Quilonorm retard. Eine Ausnahme sind Warnzeichen, bei denen die Packungsbeilage das Beenden verlangt, etwa unkontrollierbare Bewegungen unter Metoclopramid: Holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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