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Tapentadol: Nebenwirkungen und Wirkung

Tapentadol ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und ein Betäubungsmittel. Retardtabletten werden bei starken, chronischen Schmerzen von Erwachsenen angewendet, die nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können. Sehr häufig sind Übelkeit, Verstopfung, Schwindel, Schläfrigkeit und Kopfschmerz. Wird die Atmung langsamer oder schwächer als erwartet, kontaktieren Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt.

Frau Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar sitzt auf einem Sofa, ein Kissen im Rücken, und schaut ruhig aus dem Fenster in einen herbstlichen Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit, Verstopfung[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz), Kopfschmerz[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe[1, 2]
  • Häufig: Aufmerksamkeitsstörung, Zittern, Muskelzucken[1, 2]
  • Häufig: Erröten[1, 2]
  • Häufig: Kurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]
  • Häufig: Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz, verstärktes Schwitzen, Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Schwächegefühl, Müdigkeit, Empfinden von Schwankungen der Körpertemperatur, trockene Schleimhäute, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödem)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Tapentadol eingesetzt?

Tapentadol ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide [1]. Retardtabletten werden zur Behandlung starker, chronischer Schmerzen bei Erwachsenen angewendet, die nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können [1, 2]. Nicht retardierte Filmtabletten sind für mäßig starke bis starke, akute Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen, die ebenfalls nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können [3]. Diese Seite beschreibt die Retardtabletten.

Tapentadol ist ein Betäubungsmittel nach Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes und verschreibungspflichtig [2, 4]. Das Mittel wurde Ihnen persönlich verschrieben; geben Sie es nicht an andere weiter, denn es kann anderen Menschen schaden [1]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Ihnen, was Sie von Tapentadol erwarten können, wann und wie lange Sie es einnehmen, wann Sie sich melden sollten und wann die Einnahme beendet wird [1]. Laut Fachinformation sollten dabei Behandlungsziele, Behandlungsdauer und ein Plan für das Ende der Behandlung vereinbart werden [2].

Wie wirkt Tapentadol?

Tapentadol hat zwei Wirkprinzipien: Es wirkt wie ein Opioid an den µ-Opioid-Rezeptoren, also an Andockstellen für Opioide im Nervensystem, und hemmt zusätzlich die Wiederaufnahme des Botenstoffs Noradrenalin in die Nervenzellen. Seine schmerzstillende Wirkung entfaltet Tapentadol direkt, ohne wirksame Abbauprodukte [2].

Die Retardtabletten geben den Wirkstoff verzögert ab. Nach der Einnahme wurden die höchsten Konzentrationen im Blut nach 3 bis 6 Stunden gemessen; gleichbleibende Spiegel stellen sich am zweiten Behandlungstag ein. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt durchschnittlich 5 bis 6 Stunden. Tapentadol wird vor allem durch Bindung an Glucuronsäure abgebaut und fast vollständig über die Nieren ausgeschieden [2]. Werden die Tabletten gekaut, gebrochen oder zerkleinert, wird der Wirkstoff zu schnell freigesetzt; das kann zu einer Überdosierung führen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren die Nebenwirkungen in placebokontrollierten Studien mit Tapentadol-Retardtabletten vorwiegend von geringer bis mäßiger Schwere; am häufigsten betrafen sie Magen-Darm-Trakt und Nervensystem mit Übelkeit, Schwindel, Verstopfung, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit [2]. Die wiederholte Einnahme kann zu Gewöhnung, Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, wodurch es zu einer lebensbedrohlichen Überdosierung kommen kann; das Risiko kann mit höherer Dosis und längerer Anwendungsdauer steigen [1]. Mehr dazu auf der Seite Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Menschen mit chronischen Schmerzen haben allgemein ein erhöhtes Risiko für Selbstmordgedanken, und Mittel gegen Depressionen können dieses Risiko besonders zu Beginn einer Behandlung erhöhen. Obwohl auch Tapentadol Botenstoffe im Gehirn beeinflusst, geben die Daten zur Anwendung beim Menschen laut Packungsbeilage keinen Anhalt für ein solches erhöhtes Risiko [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • PsycheArzneimittelabhängigkeit, abnormes Denken[1, 2]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
  • NervensystemEpileptischer Anfall, sich einer Ohnmacht nahe fühlen, abnorme Koordination[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • AtemwegeAtmung langsamer oder schwächer als erwartet (Atemdepression); am häufigsten bei älteren und geschwächten Menschen[1, 2]
  • Magen und DarmGestörte Magenentleerung[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenTrunkenheitsgefühl, Gefühl der Entspannung[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • PsycheDelirium; laut Fachinformation bei Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Krebs und fortgeschrittenem Alter beobachtet[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Eine verlangsamte oder abgeschwächte Atmung tritt laut Packungsbeilage am häufigsten bei älteren und geschwächten Menschen auf [1]. Tapentadol kann außerdem schlafbezogene Atemstörungen wie Atemaussetzer im Schlaf und einen niedrigen Sauerstoffgehalt des Blutes verursachen; die Ärztin oder der Arzt kann dann eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen [1]. Nehmen Sie Mittel ein, die den Serotoninspiegel beeinflussen, beachten Sie die Anzeichen eines Serotonin-Syndroms in der Tabelle "Wechselwirkungen" [1]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar geht mit einem Mann in ihrem Alter langsam auf einem Uferweg an einem See spazieren
Bild: KI-generiert

Übelkeit und Verstopfung: Beides gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen sind häufig [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Hintergründe finden Sie auf den Seiten Übelkeit und Erbrechen und Verstopfung durch Medikamente.

Schwindel und Schläfrigkeit: Auch sie sind sehr häufig [1, 2]. Ihr Reaktionsvermögen kann besonders zu Beginn der Einnahme, bei einer Änderung der Dosis und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln beeinträchtigt sein [1]. Mehr auf den Seiten Schwindel und Müdigkeit.

Kopfschmerz, Schwitzen und Juckreiz: Kopfschmerz ist sehr häufig, verstärktes Schwitzen und Juckreiz sind häufig [1, 2]. Mehr unter Kopfschmerzen, Schwitzen und Juckreiz.

Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung der Tabletten zu stark oder zu schwach ist, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, bei welchen Arzneimitteln die Anwendung zusammen mit Tapentadol sicher ist [1]. Werden Tapentadol und sedierende Arzneimittel wie Benzodiazepine, andere Opioide wie Morphin, Antipsychotika oder H1-Antihistaminika gleichzeitig angewendet, steigt das Risiko für Schläfrigkeit, Atemdepression und Koma; das kann lebensbedrohlich sein [1, 2]. Die gleichzeitige Anwendung sollte nur erwogen werden, wenn keine anderen Behandlungsmöglichkeiten bestehen [1]. Auch Gabapentin und Pregabalin erhöhen zusammen mit Opioiden das Risiko für eine Überdosierung und Atemdepression [1, 2].

Zusammen mit Mitteln, die den Serotoninspiegel beeinflussen (laut Fachinformation etwa SSRI, SNRI und trizyklische Antidepressiva), wurde über ein Serotonin-Syndrom berichtet, einen seltenen, aber lebensbedrohlichen Zustand [1, 2]. MAO-Hemmer sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden [1]. Johanniskraut, Rifampicin und Phenobarbital können die Wirkung von Tapentadol beeinflussen oder Nebenwirkungen verursachen, vor allem wenn sie begonnen oder beendet werden [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Tapentadol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Sedierende Arzneimittel wie Benzodiazepine oder ähnliche Mittel (bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel, z. B. Barbiturate), Schmerzmittel wie Opioide, Morphin und Kodein (auch als Hustenmittel), Antipsychotika, H1-AntihistaminikaHöheres Risiko von Schläfrigkeit, Atemschwierigkeiten (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Gleichzeitige Anwendung sollte nur erwogen werden, wenn keine anderen Behandlungsmöglichkeiten bestehen; Dosis und Dauer sollten von der Ärztin oder dem Arzt begrenzt werden. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte zu bitten, auf die Anzeichen zu achten; bei Anzeichen an Ärztin oder Arzt wenden
Gabapentin und Pregabalin (gegen Epilepsie, Nervenschmerzen oder Angststörungen)Höheres Risiko für eine Opioid-Überdosierung und Atemdepression; das kann lebensbedrohlich sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren und die ärztlichen Dosisempfehlungen streng einhalten
Arzneimittel, die den Serotoninspiegel beeinflussen, z. B. bestimmte Mittel gegen Depressionen (laut Fachinformation SSRI, SNRI und trizyklische Antidepressiva)Ein Serotonin-Syndrom wurde berichtet, selten, aber lebensbedrohlich. Anzeichen sind unwillkürliche, rhythmische Muskelzuckungen, auch der Augenmuskeln, Unruhe, starkes Schwitzen, Zittern, gesteigerte Reflexe, erhöhte Muskelspannung und eine Körpertemperatur über 38 °C[1, 2]Vor der Einnahme an Ärztin oder Arzt wenden
Arzneimittel, die Krampfanfälle auslösen können, z. B. bestimmte Mittel gegen Depressionen oder PsychosenDas Risiko für Krampfanfälle kann ansteigen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt beurteilt, ob Tapentadol geeignet ist
MAO-Hemmer (bestimmte Mittel gegen Depressionen)Laut Fachinformation mögliche Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen wie eine hypertensive Krise (krisenhafter Blutdruckanstieg)[1, 2]Sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden; Ärztin oder Arzt informieren, auch bei Einnahme in den letzten 14 Tagen
Pentazocin, Nalbuphin oder BuprenorphinDie Kombination ist nicht untersucht; Tapentadol wirkt möglicherweise nicht ausreichend[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Rifampicin, Phenobarbital, JohanniskrautDie Wirkung von Tapentadol kann beeinflusst werden oder es können Nebenwirkungen auftreten, vor allem wenn diese Mittel begonnen oder beendet werden[1, 2]Ärztin oder Arzt über alle Arzneimittel informieren
Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung: Mittel gegen Depressionen, gegen Allergien, Reisekrankheit oder Übelkeit, Antipsychotika, Muskelrelaxanzien, Mittel gegen ParkinsonDas Risiko von Nebenwirkungen kann erhöht sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Starke Hemmer bestimmter Abbauenzyme (UGT), z. B. Ketoconazol, Fluconazol, MeclofenaminsäureLaut Fachinformation kann mehr Tapentadol im Körper wirksam sein (erhöhte systemische Exposition)[2]Ärztlich besprechen
AlkoholHöheres Risiko von Schläfrigkeit, Atemschwierigkeiten (Atemdepression) und Koma; das kann lebensbedrohlich sein. Einige Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit können verstärkt auftreten[1, 2]Während der Behandlung keinen Alkohol trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Tapentadol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Tapentadol darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Asthma, einer bedrohlich langsamen oder flachen Atmung, einer Darmlähmung und bei einer akuten Vergiftung durch Alkohol, Schlaftabletten, Schmerzmittel oder andere Psychopharmaka [1, 2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Das Risiko, abhängig oder süchtig zu werden, ist von Person zu Person unterschiedlich [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Tapentadol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Asthma (laut Fachinformation akutes oder starkes Bronchialasthma)[1, 2]
  • Bedrohlich langsame oder flache Atmung (Atemdepression) oder zu viel Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie)[1, 2]
  • Darmlähmung (laut Fachinformation bestehender oder vermuteter paralytischer Ileus)[1, 2]
  • Akute Vergiftung durch Alkohol, Schlaftabletten, Schmerzmittel oder andere Psychopharmaka[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Langsame oder flache Atmung; laut Fachinformation eingeschränkte Atemfunktion[1, 2]
  • Erhöhter Hirndruck, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kopfverletzung oder Hirntumor[1, 2]
  • Leber- oder Nierenleiden: Bei schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung sollte Tapentadol nicht eingenommen werden[1, 2]
  • Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, etwa eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), oder der Gallenwege[1, 2]
  • Behandlung mit gemischten µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten/-Antagonisten (z. B. Pentazocin, Nalbuphin) oder partiellen µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten (z. B. Buprenorphin)[1, 2]
  • Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen sowie Arzneimittel, die das Risiko für Krampfanfälle erhöhen[1, 2]
  • Höheres Risiko für Abhängigkeit oder Sucht: Missbrauch von oder Abhängigkeit von Alkohol, verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder illegalen Drogen bei Ihnen oder in Ihrer Familie, Rauchen, frühere psychische Probleme wie Depression, Angststörung oder Persönlichkeitsstörung[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung von Tapentadol-ratiopharm Retardtabletten nicht empfohlen[1, 2]
  • Aufbewahrung: an einem abgeschlossenen, sicheren Ort, an dem andere Personen keinen Zugriff haben, bei Menschen, denen es nicht verschrieben wurde, kann Tapentadol schweren Schaden verursachen und zum Tod führen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung sollen Sie keinen Alkohol trinken [1]. In der Schwangerschaft nehmen Sie Tapentadol nur auf ärztliche Anweisung ein, während der Geburt und in der Stillzeit nicht [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol, Medikamente und Autofahren und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Tapentadol in der Schwangerschaft nicht ein, außer auf ärztliche Anweisung. Bei Anwendung über längere Zeit kann es beim Neugeborenen zu Entzugssymptomen führen, die lebensbedrohlich sein können, wenn sie nicht erkannt und ärztlich behandelt werden. Während der Geburt nicht einnehmen, weil es beim Neugeborenen zu einer bedrohlich verlangsamten oder flachen Atmung (Atemdepression) führen kann. Werden Sie während der Behandlung schwanger, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Laut Fachinformation liegen nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor. Tierstudien zeigten keine fehlbildende Wirkung, aber bei Dosierungen oberhalb des therapeutischen Bereichs eine verzögerte Entwicklung und Schäden am Embryo. Tapentadol sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für das Kind rechtfertigt; während und unmittelbar vor Wehen und Entbindung wird es nicht empfohlen.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Stillzeit nicht einnehmen, da der Wirkstoff möglicherweise in die Muttermilch übergeht. Laut Fachinformation gibt es keine Daten beim Menschen; Tierstudien sprechen für einen Übergang in die Milch, ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol, da einige Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit verstärkt auftreten können.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Tapentadol kann Schläfrigkeit, Schwindel und verschwommenes Sehen verursachen und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn der Einnahme, bei einer Änderung der Dosis und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Laut Fachinformation hat Tapentadol großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen dürfen.[1, 2]

Einnahme

Die Retardtabletten immer als Ganzes mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, auf nüchternen Magen oder zu den Mahlzeiten. Nicht kauen, brechen oder zerkleinern, das kann zu einer Überdosierung führen, weil der Wirkstoff zu schnell freigesetzt wird. Die leere Hülle der Tablette kann im Stuhl zu sehen sein; das ist kein Grund zur Besorgnis, der Wirkstoff wurde bereits aufgenommen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern die Einnahme wie bisher fortführen. Nehmen Sie Tapentadol nicht länger ein als verordnet.[1]

Absetzen

Möchten Sie die Behandlung abbrechen, wenden Sie sich vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Anweisung plötzlich ab; das Absetzen kann eine schrittweise Verringerung der Dosis beinhalten. Im Allgemeinen verursacht ein Abbruch keine Entzugserscheinungen; wurden die Tabletten einige Zeit eingenommen, kann ein abruptes Ende aber gelegentlich zu Unwohlsein führen, mit Unruhe, tränenden Augen, laufender Nase, Gähnen, Schwitzen, Frösteln, Muskelschmerzen, erweiterten Pupillen, Reizbarkeit, Angstzuständen, Rücken- und Gelenkschmerzen, Schwäche, Bauchkrämpfen, Schlafstörungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutdruckanstieg, erhöhter Atemfrequenz und beschleunigtem Herzschlag. Treten solche Beschwerden auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Nach sehr hohen Dosen können stecknadelkopfgroße Pupillen, Erbrechen, Blutdruckabfall, erhöhter Herzschlag, Kreislaufkollaps, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, epileptische Krampfanfälle und eine bedrohlich verlangsamte oder flache Atmung oder ein Atemstillstand auftreten, die zum Tod führen können. Rufen Sie dann unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt zu Hilfe.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage der Retardtabletten nennt eine empfohlene Dosis, eine Tagesmenge, deren Überschreiten nicht empfohlen wird, und Hinweise für ältere Menschen und für eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Tapentadol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Retardtabletten als Ganzes mit ausreichend Flüssigkeit, auf nüchternen Magen oder zu den Mahlzeiten, und nehmen Sie sie nicht länger ein als verordnet [1]. Bewahren Sie Tapentadol an einem abgeschlossenen, sicheren Ort auf, an dem andere Personen keinen Zugriff haben [1].

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, treten die Schmerzen wahrscheinlich wieder auf. Möchten Sie die Behandlung abbrechen, wenden Sie sich vorher an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Anweisung plötzlich ab [1]. Laut Fachinformation gaben klinische Studien von bis zu einem Jahr nach plötzlichem Absetzen nur einen geringen Hinweis auf Entzugssymptome, die in der Regel leicht waren [2]. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente absetzen und Medikamente entsorgen.

Präparate mit Tapentadol

Tapentadol gibt es als Retardtabletten in mehreren Stärken und als nicht retardierte Filmtabletten [1, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tapentadol-ratiopharm Retardtabletten [1, 2]; für die Filmtabletten gilt eine eigene Packungsbeilage.

Präparate mit Tapentadol
PräparatAnbieterHinweis
Palexia retardGrünenthal GmbHBetäubungsmittel; Retardtabletten
Tapentadol-ratiopharm Retardtablettenratiopharm GmbHBetäubungsmittel; Retardtabletten mit 25, 50, 100, 150, 200 oder 250 mg; Grundlage dieser Seite
Tapentadol-ratiopharm akut Filmtablettenratiopharm GmbHBetäubungsmittel; nicht retardierte Filmtabletten mit 50 mg für akute Schmerzen, eigene Packungsbeilage

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tapentadol-ratiopharm 25/50/100/150/200/250 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Tapentadol-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tapentadol-ratiopharm akut 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Tapentadol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Tapentadol verschrieben?

Tapentadol-Retardtabletten werden zur Behandlung starker, chronischer Schmerzen bei Erwachsenen angewendet, die nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können. Nicht retardierte Filmtabletten sind für mäßig starke bis starke, akute Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen, die ebenfalls nur mit Opioid-Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden können. Tapentadol ist ein Betäubungsmittel.

Ist Tapentadol ein Opioid?

Ja. Tapentadol gehört laut Packungsbeilage zur Gruppe der Opioide. Laut Fachinformation wirkt es wie ein Opioid an den µ-Opioid-Rezeptoren und hemmt zusätzlich die Wiederaufnahme des Botenstoffs Noradrenalin. Es kann abhängig und süchtig machen.

Darf ich Tapentadol zusammen mit Antidepressiva nehmen?

Das klären Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zusammen mit Mitteln, die den Serotoninspiegel beeinflussen, etwa bestimmten Antidepressiva, wurde über ein Serotonin-Syndrom berichtet, einen seltenen, aber lebensbedrohlichen Zustand. Bestimmte Mittel gegen Depressionen oder Psychosen können außerdem das Risiko für Krampfanfälle erhöhen, und MAO-Hemmer sollen nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Darf ich während der Einnahme von Tapentadol Alkohol trinken?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie während der Behandlung keinen Alkohol trinken, da einige Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit verstärkt auftreten können. Laut Fachinformation erhöhen Alkohol und andere dämpfende Stoffe zusammen mit Tapentadol das Risiko für Atemdepression, Koma und Tod.

Darf ich mit Tapentadol Auto fahren?

Tapentadol kann Schläfrigkeit, Schwindel und verschwommenes Sehen verursachen und das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, besonders zu Beginn, bei einer Änderung der Dosis und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Laut Fachinformation hat es großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie fahren dürfen.

Was passiert, wenn man Tapentadol absetzt?

Im Allgemeinen verursacht ein Abbruch laut Packungsbeilage keine Entzugserscheinungen. Wurden die Tabletten einige Zeit eingenommen, kann ein abruptes Ende aber gelegentlich zu Unwohlsein führen, etwa mit Unruhe, Schwitzen, Frösteln, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit oder Durchfall. Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Anweisung plötzlich ab; das Absetzen kann eine schrittweise Verringerung der Dosis beinhalten.

Warum sehe ich die Tablette im Stuhl?

Die leere Hülle der Retardtablette wird möglicherweise nicht vollständig verdaut und kann im Stuhl zu sehen sein. Laut Packungsbeilage ist das kein Grund zur Besorgnis, denn der Wirkstoff wurde bereits in den Körper aufgenommen.

Wie hoch ist die Dosis von Tapentadol?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach der Stärke Ihrer Schmerzen und Ihrem Schmerzempfinden fest. Was die Packungsbeilage dazu sagt, einschließlich der Tagesmenge, die nicht überschritten werden soll, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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