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Dexamethason: Nebenwirkungen und Wirkung

Dexamethason ist ein verschreibungspflichtiges, künstlich hergestelltes Glucocorticoid, also ein Cortison-Wirkstoff. Seine glucocorticoide Wirkung ist laut Fachinformation etwa 7,5-mal stärker als die von Prednisolon. Als Tablette wird es unter anderem bei Hirnschwellung, schwerem Asthmaanfall, schweren entzündlichen Erkrankungen, gegen Erbrechen bei Chemotherapie und bei COVID-19 mit Sauerstoffbedarf eingesetzt. Die Nebenwirkungen hängen stark von Dosis und Dauer ab. Setzen Sie es nie eigenmächtig ab, denn nach längerer Behandlung kann die Nebennierenrinde zu wenig eigenes Hormon bilden.

Mann in den Fünfzigern sitzt am Morgen an einem hellen Esstisch, frühstückt ein Butterbrot und trinkt dazu ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Wofür wird Dexamethason eingesetzt?

Dexamethason ist ein künstlich hergestelltes Glucocorticoid, also ein Nebennierenrindenhormon, im Alltag oft "Cortison" genannt. Es wirkt auf den Stoffwechsel, den Salzhaushalt (Elektrolythaushalt) und auf Gewebefunktionen und ist als Tablette verschreibungspflichtig [1, 2]. Dexamethason gehört zu den Glucocorticoiden zum Einnehmen und Spritzen.

Laut Packungsbeilage wird Dexamethason-ratiopharm bei Erkrankungen angewendet, die eine Behandlung mit Glucocorticoiden im ganzen Körper notwendig machen, je nach Erscheinungsform und Schweregrad [1]. Dazu gehören eine Hirnschwellung durch einen Hirntumor, eine Operation am Gehirn oder einen Hirnabszess, ein schwerer akuter Asthmaanfall, die Anfangsbehandlung ausgedehnter schwerer Hautkrankheiten, bestimmte Gefäßentzündungen, der systemische Lupus erythematodes, eine schwer verlaufende rheumatoide Arthritis, die juvenile idiopathische Arthritis und rheumatisches Fieber mit Herzentzündung [1, 2]. Weitere Anwendungsgebiete sind schwere Infektionskrankheiten mit vergiftungsähnlichen Zuständen (nur zusammen mit einer Behandlung gegen die Erreger), die unterstützende Behandlung bei bösartigen Tumoren und die Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen bei einer Chemotherapie [1, 2].

Dexamethason-ratiopharm 4 mg ist außerdem zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht zugelassen, die zusätzlichen Sauerstoff zum Atmen brauchen [1, 2].

Wie wirkt Dexamethason?

Dexamethason wirkt ausgeprägt antiallergisch und entzündungshemmend und beeinflusst den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Laut Fachinformation ist seine glucocorticoide Wirkung etwa 7,5-mal stärker als die von Prednisolon und Prednison und 30-mal stärker als die von Hydrocortison; eine Wirkung auf den Salz- und Wasserhaushalt (mineralocorticoide Wirkung) fehlt [2]. Glucocorticoide wie Dexamethason hemmen die Bildung, Freisetzung und Aktivität von Entzündungsbotenstoffen sowie Funktion und Wanderung von Entzündungszellen [2].

Nach der Einnahme wird Dexamethason rasch und fast vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel werden nach 60 bis 120 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit im Blut beträgt bei Erwachsenen im Mittel etwa 250 Minuten, die biologische Halbwertszeit aber über 36 Stunden; bei täglicher, fortlaufender Gabe kann es deshalb zu Anreicherung und Überdosierung kommen [2]. Ist nach einer Anfangsbehandlung eine Langzeitbehandlung nötig, sollte laut Fachinformation auf Prednison oder Prednisolon umgestellt werden, weil die Nebennierenrinde dann weniger unterdrückt wird [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Packungsbeilage und Fachinformation von Dexamethason-ratiopharm nennen für keine Nebenwirkung eine Häufigkeit. Die Fachinformation begründet das damit, dass die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen und ihre Häufigkeit daher nicht angegeben werden kann [1, 2]. In der Liste unten stehen sie deshalb alle unter "nicht bekannt", also ohne Angabe einer Häufigkeit. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Unter hohen Dosen kann sich der Puls verlangsamen; schwere anaphylaktische Reaktionen können auftreten [1, 2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Blutzucker, Schlafstörungen, Infektanfälligkeit und Schluckauf.

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • InfektionenVerschleierung von Infektionen; Auftreten und Verschlimmerung von Infektionen durch Viren, Pilze, Bakterien, Parasiten oder sonst seltene (opportunistische) Erreger[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionen
  • InfektionenAktivierung einer Infektion mit Zwergfadenwürmern (Strongyloidiasis)[1, 2]
  • Blut und LymphsystemBlutbildveränderungen: Vermehrung der weißen Blutkörperchen oder aller Blutzellen, Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel Arzneimittelhautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
  • ImmunsystemSchwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen wie Herzrhythmusstörungen, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, Kreislaufkollaps oder Herzstillstand[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHerzrhythmusstörungenAtemnotNiedriger Blutdruck
  • ImmunsystemSchwächung der Immunabwehr[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • HormonsystemAusbildung eines Cushing-Syndroms mit typischen Zeichen wie Vollmondgesicht, Stammfettsucht und Gesichtsröte[1, 2]
  • HormonsystemUnterfunktion bzw. Schwund der Nebennierenrinde[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutzuckerwerte und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhung der Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyceride)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Stoffwechsel und ErnährungVermehrter Natriumgehalt mit Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • Stoffwechsel und ErnährungKaliummangel durch vermehrte Kaliumausscheidung, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelHerzrhythmusstörungen
  • Stoffwechsel und ErnährungAppetitsteigerung[1, 2]
  • PsycheDepressionen, Gereiztheit, Euphorie und Antriebssteigerung[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAggressivität und Reizbarkeit
  • PsychePsychosen, Manie und Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • PsycheStimmungsschwankungen (Stimmungslabilität) und Angstgefühle[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • PsycheSchlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • PsycheSelbstmordgefährdung (Suizidalität)[1, 2]
  • NervensystemErhöhter Hirndruck (Pseudotumor cerebri)[1, 2]
  • NervensystemAuftreten einer bis dahin unerkannten Epilepsie und gehäuftere Krampfanfälle bei bekannter Epilepsie[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
  • AugenSteigerung des Augeninnendrucks (Glaukom) und Linsentrübung (Katarakt)[1, 2]
  • AugenVerschlimmerung von Hornhautgeschwüren; Begünstigung oder Verschlechterung von Entzündungen am Auge durch Viren, Bakterien oder Pilze; Verschlechterung bakterieller Hornhautentzündungen[1, 2]
  • AugenHängendes Augenlid, Pupillenerweiterung, Bindehautschwellung, Durchbruch (Perforation) der weißen Augenhaut[1, 2]
  • AugenStörungen oder Verlust des Sehvermögens, verschwommenes Sehen; Erkrankung der Netz- und Aderhaut (Chorioretinopathie)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Gefäße und KreislaufBluthochdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Gefäße und KreislaufErhöhung des Arteriosklerose- und Thromboserisikos[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • Gefäße und KreislaufGefäßentzündung (Vaskulitis), auch als Entzugssyndrom nach Langzeitbehandlung[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufErhöhte Brüchigkeit der Blutgefäße[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • AtemwegeSchluckauf[1, 2]Mehr dazu: Schluckauf
  • Magen und DarmMagen-Darm-Geschwüre und Magen-Darm-Blutungen[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Magen und DarmMagenbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • HautDehnungsstreifen, Dünnwerden der Haut ("Pergamenthaut") und Erweiterung von Hautgefäßen[1, 2]
  • HautNeigung zu Blutergüssen, punktförmige oder flächige Hautblutungen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautVermehrte Körperbehaarung (Hypertrichose)[1, 2]
  • HautAkne (Steroidakne)[1, 2]Mehr dazu: Akne
  • HautEntzündliche Hautveränderungen im Gesicht, besonders um Mund, Nase und Augen (rosazea-artige, periorale Dermatitis)[1, 2]
  • HautÄnderungen der Hautpigmentierung[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelerkrankungen, Muskelschwäche und Muskelschwund[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenschwund (Osteoporose), dosisabhängig und auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeAndere Formen des Knochenabbaus (Knochennekrosen)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSehnenbeschwerden, Sehnenentzündung und Sehnenrisse[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • Muskeln, Knochen und GelenkeFetteinlagerungen im Wirbelkanal (epidurale Lipomatose)[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeWachstumshemmung bei Kindern[1, 2]
  • Geschlechtsorgane und BrustStörungen der Sexualhormonausschüttung mit unregelmäßiger oder ausbleibender Regel (Amenorrhö), männlicher Körperbehaarung bei Frauen (Hirsutismus) oder Impotenz[1, 2]Mehr dazu: ZyklusstörungenErektionsstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenVerzögerte Wundheilung[1, 2]Mehr dazu: Wundheilungsstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Menschen, die hohe Dosen erhalten, können die Zeichen einer Bauchfellreizung nach dem Durchbruch eines Magen-Darm-Geschwürs fehlen [1, 2]. Laut Fachinformation wurde bei Menschen mit bösartigen Erkrankungen des Blutes nach Dexamethason allein oder zusammen mit anderen Krebsmitteln ein sogenanntes Tumorlyse-Syndrom beobachtet; Menschen mit hohem Risiko sollten engmaschig überwacht werden [2]. Viruserkrankungen wie Masern oder Windpocken können unter Dexamethason besonders schwer verlaufen [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern mit kurzen grauen Haaren geht an einem sonnigen Morgen mit Walkingstöcken über einen Feldweg
Bild: KI-generiert

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen: Bemerken Sie eine der aufgeführten Nebenwirkungen oder andere unerwünschte Wirkungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; brechen Sie die Behandlung aber auf keinen Fall selbst ab [1]. Bei Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen im Rücken-, Schulter- oder Hüftbereich, psychischen Verstimmungen oder auffälligen Blutzuckerschwankungen bei Diabetes informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Knochen schützen: Abhängig von Dauer und Dosis muss mit einem ungünstigen Einfluss auf den Calciumstoffwechsel gerechnet werden; die Packungsbeilage empfiehlt deshalb eine Vorbeugung gegen Osteoporose durch ausreichend Calcium und Vitamin D sowie körperliche Aktivität. Das gilt vor allem bei Risikofaktoren wie familiärer Veranlagung, höherem Lebensalter, zu geringer Eiweiß- und Calciumzufuhr, starkem Rauchen, übermäßigem Alkoholgenuss, nach den Wechseljahren und bei Bewegungsmangel [1]. Bei bereits bestehender Osteoporose sollte laut Fachinformation zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erwogen werden [2].

Kalium, Salz und Kontrollen: Achten Sie vor allem bei länger dauernder Behandlung mit hohen Dosen auf eine ausreichende Kaliumzufuhr, etwa über Gemüse und Bananen, und eine begrenzte Kochsalzzufuhr; lassen Sie den Kaliumspiegel von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überwachen [1]. Bei einer Langzeitbehandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrollen nötig, auch beim Augenarzt [1]; laut Fachinformation in dreimonatigen Abständen [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mittel, die den Abbau in der Leber beschleunigen (etwa bestimmte Mittel gegen Krampfanfälle oder Rifampicin), können die Wirkung abschwächen; Mittel, die ihn verlangsamen (etwa bestimmte Pilzmittel oder die HIV-Mittel Ritonavir und Cobicistat), können sie verstärken [1, 2]. Zusammen mit Entzündungs- und Rheumamitteln aus der Gruppe der NSAR kann die Gefahr von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen steigen [1, 2]. Magensäurebinder mit Magnesium- oder Aluminiumhydroxid sollten Sie mit 2 Stunden Abstand einnehmen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Dexamethason
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Barbiturate, Phenytoin, Carbamazepin, Primidon und Rifampicin (beschleunigen den Abbau in der Leber)Die Cortisonwirkung kann vermindert werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Ketoconazol, Itraconazol und andere Mittel, die den Abbau in der Leber verlangsamen; HIV-Mittel wie Ritonavir oder CobicistatDie Cortisonwirkung und das Risiko für Nebenwirkungen können steigen[1, 2]Ärztliche Überwachung möglich; laut Fachinformation sollte die Kombination mit Hemmstoffen des Enzyms CYP3A einschließlich Cobicistat-haltiger Mittel vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko von Nebenwirkungen; dann sollte auf Nebenwirkungen hin überwacht werden
Ephedrin (z. B. in Mitteln gegen niedrigen Blutdruck, Bronchitis, Asthma, Schnupfen oder in Appetitzüglern)Die Wirksamkeit von Dexamethason kann durch beschleunigten Abbau herabgesetzt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Weibliche Geschlechtshormone, z. B. zur Empfängnisverhütung ("Pille")Die Wirkung von Dexamethason kann verstärkt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Magensäurebinder mit Magnesium- oder Aluminiumhydroxid (Antazida)Dexamethason kann schlechter aufgenommen werden[1, 2]In zeitlichem Abstand einnehmen (2 Stunden)
ACE-Hemmer (Blutdrucksenker)Erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Herzglykoside (Mittel zur Herzstärkung)Ihre Wirkung kann durch einen Kaliummangel verstärkt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Harntreibende Mittel (Saluretika) und AbführmittelDie Kaliumausscheidung kann verstärkt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Blutzuckersenkende Tabletten und InsulinDie blutzuckersenkende Wirkung kann vermindert werden[1, 2]Blutzucker regelmäßig kontrollieren
Gerinnungshemmer aus der Gruppe der CumarineDie gerinnungshemmende Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob die Dosis des Gerinnungshemmers angepasst werden muss
Entzündungs- und Rheumamittel (Salicylate, Indometacin und andere NSAR)Die Gefahr von Magengeschwüren und Magen-Darm-Blutungen kann steigen[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Nicht depolarisierende MuskelrelaxanzienDie muskelerschlaffende Wirkung kann länger anhalten[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Atropin und andere AnticholinergikaDie augendrucksteigernde Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Praziquantel (Wurmmittel)Seine Wirkung kann vermindert werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Chloroquin, Hydroxychloroquin, MefloquinErhöhtes Risiko für Muskelerkrankungen und Herzmuskelerkrankungen[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Somatropin (Wachstumshormon)Seine Wirkung kann vermindert werden, insbesondere bei hoher Dosierung oder Langzeitbehandlung[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Protirelin (TRH)Der Anstieg des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) kann vermindert sein[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, insbesondere CiclosporinErhöhte Infektanfälligkeit, Verschlimmerung noch nicht ausgebrochener Infektionen; Ciclosporinspiegel können steigen, erhöhte Gefahr von Krampfanfällen[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Fluorchinolone (bestimmte Antibiotika)Erhöhtes Risiko für Sehnenbeschwerden, Sehnenentzündung und Sehnenrisse[1, 2]Vorher Rücksprache halten

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Dexamethason nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Dexamethason darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Dexamethason oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Bei bestimmten Infektionen, um Impfungen mit Lebendimpfstoffen und bei einem vermuteten oder bekannten Phäochromozytom sollte die Behandlung nur begonnen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält [1]. Andere Erkrankungen wie Magen-Darm-Geschwüre, Osteoporose, schwere Herzschwäche, schwer einstellbarer Bluthochdruck oder Diabetes, psychische Erkrankungen oder ein grüner Star müssen während der Behandlung gezielt überwacht und behandelt werden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Dexamethason oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Akute Virusinfektionen (Windpocken, Gürtelrose, Herpes-simplex-Infektionen, Hornhautentzündung durch Herpesviren), chronisch-aktive Hepatitis B, akute und chronische bakterielle Infektionen, Pilzerkrankungen innerer Organe, bestimmte Parasitenerkrankungen, Kinderlähmung, Lymphknotenerkrankung nach Tuberkulose-Impfung: Behandlung nur beginnen, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält; gegebenenfalls zusätzlich Mittel gegen die Erreger[1, 2]
  • Verdacht auf oder bekannte Infektion mit Zwergfadenwürmern: Dexamethason kann zur Aktivierung und Massenvermehrung der Parasiten führen. Tuberkulose in der Vorgeschichte: Anwendung nur bei gleichzeitiger Gabe von Mitteln gegen Tuberkulose[1, 2]
  • Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen: im Zeitraum von etwa 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach der Impfung die Behandlung nur beginnen, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält; Impfungen mit Totimpfstoffen sind grundsätzlich möglich, der Impferfolg kann bei höheren Dosen aber beeinträchtigt sein[1, 2]
  • Vermutetes oder bekanntes Phäochromozytom (Tumor der Nebenniere): Behandlung nur, wenn unbedingt erforderlich; laut Fachinformation nur nach angemessener Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
  • Magen-Darm-Geschwüre, Osteoporose, schwere Herzschwäche, schwer einstellbarer Bluthochdruck, schwer einstellbare Zuckerkrankheit, psychische Erkrankungen (auch früher) einschließlich Selbstmordgefährdung, erhöhter Augeninnendruck, Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut: gezielte Überwachung und Behandlung dieser Erkrankungen[1, 2]
  • Schwere Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) mit drohendem Durchbruch, Abszessen oder eitrigen Entzündungen, Divertikulitis, die Zeit unmittelbar nach bestimmten Darmoperationen: wegen der Gefahr eines Darmwanddurchbruchs nur bei zwingenden Gründen und unter Überwachung[1, 2]
  • Diabetes: Stoffwechsel regelmäßig kontrollieren; ein erhöhter Bedarf an Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten ist möglich[1, 2]
  • Schwerer Bluthochdruck oder schwere Herzschwäche: sorgfältige Überwachung, da die Gefahr einer Verschlechterung besteht; unter hohen Dosen kann sich der Puls verlangsamen[1, 2]
  • Myasthenia gravis: Zu Beginn der Behandlung kann sich die Erkrankung verschlechtern[1, 2]
  • Langzeitbehandlung: regelmäßige ärztliche Kontrollen einschließlich augenärztlicher Kontrollen (laut Fachinformation alle 3 Monate); bei hohen Dosen auf ausreichende Kaliumzufuhr und begrenzte Kochsalzzufuhr achten und den Kaliumspiegel überwachen lassen[1, 2]
  • Schilddrüsenunterfunktion oder Leberzirrhose: Bereits niedrigere Dosierungen können ausreichen, oder es kann eine Dosisminderung erforderlich sein[1, 2]
  • Frühgeborene: Dexamethason sollte nicht routinemäßig bei Atmungsproblemen eingesetzt werden; laut Fachinformation deuten Daten nach früher Behandlung bei bronchopulmonaler Dysplasie auf unerwünschte Langzeitfolgen für die neurologische Entwicklung hin[1, 2]
  • Kinder: wegen des Risikos einer Wachstumshemmung nur bei zwingenden medizinischen Gründen; Längenwachstum bei Langzeitbehandlung regelmäßig kontrollieren; Behandlung zeitlich begrenzt oder abwechselnd (alternierend)[1, 2]
  • Ältere Menschen: wegen des erhöhten Osteoporoserisikos besondere Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
  • COVID-19: Laut Fachinformation sollten bereits aus anderen Gründen eingenommene Cortisontabletten bei Menschen, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen, nicht abgesetzt werden[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; laut Packungsbeilage erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen, laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Unverträglichkeit, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption das Arzneimittel nicht einnehmen. Allergietests: Hautreaktionen können unterdrückt werden. Dopingkontrollen: positive Ergebnisse möglich[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Dexamethason passiert die Plazenta; in der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, soll es nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden [1, 2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité nennt für eine Behandlung im ganzen Körper in Schwangerschaft und Stillzeit Prednisolon und Prednison als Mittel der Wahl [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox sagen [1, 2, 3]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Dexamethason passiert die Plazenta. Während der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, soll eine Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen; informieren Sie deshalb Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über eine bestehende oder eingetretene Schwangerschaft. Bei einer Langzeitbehandlung sind Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes nicht auszuschließen. Wird Dexamethason am Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann beim Neugeborenen eine Unterfunktion der Nebennierenrinde auftreten, die eine ausschleichende Ersatzbehandlung erforderlich machen kann.[1, 2]

Laut Fachinformation können Glucocorticoide bei trächtigen Tieren Fehlbildungen wie Gaumenspalten verursachen; einen Hinweis auf eine erhöhte Häufigkeit angeborener Fehlbildungen wie Lippen- oder Gaumenspalten beim Menschen gibt es danach nicht.[2]

Embryotox: Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung darf Dexamethason systemisch in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn es Vorteile gegenüber Prednisolon bietet; für eine Behandlung der Mutter im ganzen Körper sind Prednison und Prednisolon Mittel der Wahl. Ein geringfügig erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bei Behandlung zwischen der 8. und 11. Schwangerschaftswoche lässt sich laut Embryotox nicht ganz ausschließen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Dexamethason geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden; trotzdem sollte die Notwendigkeit in der Stillzeit genau geprüft werden. Sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollte abgestillt werden, setzen Sie sich dann umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung.[1, 2]

Laut Embryotox gibt es keine dokumentierten Erfahrungen mit Dexamethason in der Stillzeit, aber auch keine Berichte über Beschwerden bei gestillten Säuglingen. Glucocorticoide der Wahl in der Stillzeit sind danach Prednisolon und Prednison; wirkungsgleiche Mengen Dexamethason sind wahrscheinlich ebenfalls verträglich. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Die Packungsbeilage nennt keine Wechselwirkung mit Alkohol. Übermäßigen Alkoholgenuss zählt sie aber zu den Risikofaktoren, bei denen eine Vorbeugung gegen Knochenschwund besonders zu empfehlen ist.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Dexamethason die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten zu oder nach dem Essen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Die Tagesdosis sollte, wenn möglich, als Einzeldosis morgens eingenommen werden; bei Erkrankungen, die eine Hochdosisbehandlung erfordern, ist häufig eine mehrmalige Einnahme am Tag nötig.[1, 2]

Einnahme vergessen: Sie können sie im Laufe des Tages nachholen und am nächsten Tag die verordnete Dosis wie gewohnt einnehmen; nehmen Sie nicht die doppelte Dosis. Haben Sie die Einnahme mehrmals vergessen, kann die behandelte Krankheit wieder aufflammen oder sich verschlimmern; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Bei einer Langzeitbehandlung sollte Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Corticoid-Ausweis ausstellen, den Sie immer bei sich tragen sollten.[1, 2]

Absetzen

Dexamethason darf nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken kann (Unterfunktion der Nebennierenrinde). Eine ausgeprägte körperliche Stresssituation ohne ausreichende Glucocorticoid-Bildung kann lebensgefährlich sein. Folgen Sie stets dem Dosierungsschema Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.[1]

Um eine akute Unterfunktion der Nebennierenrinde zu vermeiden, legt die Ärztin oder der Arzt bei vorgesehenem Behandlungsende einen Plan zum Dosisabbau fest, den Sie genau einhalten sollten; der Dosisabbau sollte grundsätzlich stufenweise erfolgen. Die Unterfunktion kann je nach Dosis und Behandlungsdauer noch mehrere Monate, im Einzelfall länger als ein Jahr nach dem Absetzen anhalten; in körperlichen Stresssituationen kann dann die Gabe von Glucocorticoiden notwendig sein.[1, 2]

Beim Beenden einer Langzeitbehandlung ist an ein Wiederaufflammen oder eine Verschlimmerung der Grundkrankheit, eine akute Unterfunktion der Nebennierenrinde und ein Cortison-Entzugssyndrom zu denken. Bei zu rascher Dosisminderung nach langdauernder Behandlung kann ein Entzugssyndrom auftreten, das sich zum Beispiel in Muskel- und Gelenkschmerzen äußern kann.[1, 2]

Überdosierung

Laut Packungsbeilage werden auch große Mengen bei kurzfristiger Einnahme im Allgemeinen ohne Komplikationen vertragen; besondere Maßnahmen sind nicht erforderlich. Bemerken Sie verstärkte oder ungewöhnliche Nebenwirkungen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Laut Fachinformation ist bei chronischer Überdosierung mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen, vor allem an Hormonsystem, Stoffwechsel und Salzhaushalt; ein Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet eine übliche Dosis, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet; bei Schilddrüsenunterfunktion oder Leberzirrhose können danach bereits niedrigere Dosierungen ausreichen [1]. Die Fachinformation ergänzt, dass bei älteren Menschen und eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion keine Dosisanpassung nötig ist [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Dosis und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten zu oder nach dem Essen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die Tagesdosis sollte, wenn möglich, als Einzeldosis morgens eingenommen werden; bei einer Hochdosisbehandlung ist häufig eine mehrmalige Einnahme am Tag nötig [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, können Sie sie im Laufe des Tages nachholen; nehmen Sie aber nicht die doppelte Dosis [1]. Bei einer Langzeitbehandlung sollten Sie einen Corticoid-Ausweis bei sich tragen [1].

Setzen Sie Dexamethason nie eigenmächtig ab: Vor allem eine länger dauernde Behandlung kann die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken, und eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein [1]. Zum Behandlungsende legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Plan zum stufenweisen Dosisabbau fest, den Sie genau einhalten sollten [1]. Die Unterfunktion der Nebennierenrinde kann je nach Dosis und Dauer noch mehrere Monate, im Einzelfall länger als ein Jahr nach dem Absetzen anhalten; in körperlichen Stresssituationen kann dann eine Gabe von Glucocorticoiden nötig sein [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen und unter Medikamente vor der OP; Telefonnummern im Notfall unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Dexamethason

Dexamethason gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten (Stand März 2022) und die Fachinformation zu Dexamethason-ratiopharm 4 mg und 8 mg (Stand Oktober 2025) [1, 2]. Laut Embryotox wird Dexamethason außer als Tablette auch über die Vene und örtlich angewendet, etwa an Haut, Gelenken, Auge, Nase oder Ohr; dafür gelten eigene Packungsbeilagen [3]. Als Saft zum Einnehmen ist Dexamethason laut Fachinformation von InfectoDexaKrupp 2 mg/5 ml unter anderem bei einer akuten Entzündung von Kehlkopf und Luftröhre (Laryngotracheitis, Pseudokrupp) bei Kindern ab einem Alter von 1 Monat zugelassen; für diesen Saft gelten die Angaben seiner eigenen Produktinformation, nicht die dieser Seite [4]. Mehr dazu auf der Seite Pseudokrupp.

Präparate mit Dexamethason
PräparatAnbieterHinweis
Dexamethason-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 4 oder 8 mg; Grundlage dieser Seite
Dexamethason GALENGALENpharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten in mehreren Stärken
Dexamethason JENAPHARMmibe GmbH Arzneimittelverschreibungspflichtig; Tabletten in mehreren Stärken

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Dexamethason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation InfectoDexaKrupp 2 mg/5 ml Saft, Lösung zum Einnehmen (Dexamethason). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Dexamethason?

Die Nebenwirkungen hängen laut Fachinformation sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab; eine Häufigkeit lässt sich deshalb nicht angeben. Möglich sind unter anderem erhöhte Blutzuckerwerte, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Kaliummangel, Schlafstörungen, Stimmungsveränderungen und Psychosen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Magen-Darm-Geschwüre, Knochenschwund, dünne Haut, Akne und eine verzögerte Wundheilung. Die vollständige Liste steht im Abschnitt Nebenwirkungen.

Kann Dexamethason schlaflos oder unruhig machen?

Ja. Schlafstörungen, Antriebssteigerung, Gereiztheit, Euphorie, Stimmungsschwankungen und Angstgefühle gehören zu den möglichen Nebenwirkungen; eine Häufigkeit ist nicht angegeben. Bemerken Sie psychische Verstimmungen, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, brechen Sie die Behandlung aber nicht selbst ab.

Erhöht Dexamethason den Blutzucker?

Erhöhte Blutzuckerwerte und eine Zuckerkrankheit sind mögliche Nebenwirkungen. Bei Diabetes muss der Stoffwechsel regelmäßig kontrolliert werden; ein erhöhter Bedarf an Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten ist möglich. Fallen Ihnen bei Diabetes auffällige Blutzuckerschwankungen auf, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Dexamethason einfach absetzen?

Nein. Dexamethason darf nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken kann; eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein. Zum Behandlungsende legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Plan zum stufenweisen Dosisabbau fest. Die Unterfunktion der Nebennierenrinde kann laut Packungsbeilage noch Monate, im Einzelfall länger als ein Jahr nach dem Absetzen anhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Dexamethason und Prednisolon?

Beide sind Glucocorticoide. Laut Fachinformation wirkt Dexamethason etwa 7,5-mal stärker glucocorticoid als Prednisolon und Prednison und hat keine mineralocorticoide Wirkung; seine biologische Halbwertszeit liegt bei über 36 Stunden. Ist nach einer Anfangsbehandlung eine Langzeitbehandlung nötig, sollte laut Fachinformation auf Prednison oder Prednisolon umgestellt werden, weil die Nebennierenrinde dann weniger unterdrückt wird.

Wird Dexamethason bei COVID-19 eingesetzt?

Ja, Dexamethason-ratiopharm 4 mg ist zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit mindestens 40 kg Körpergewicht zugelassen, die zusätzlichen Sauerstoff zum Atmen brauchen. Wer bereits aus anderen Gründen Cortisontabletten nimmt und keinen zusätzlichen Sauerstoff braucht, sollte diese laut Fachinformation nicht absetzen.

Darf ich Dexamethason in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Dexamethason passiert die Plazenta. In der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, soll es nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Laut Embryotox darf es nach individueller Abwägung eingesetzt werden, wenn es Vorteile gegenüber Prednisolon bietet; Mittel der Wahl in Schwangerschaft und Stillzeit sind danach Prednisolon und Prednison. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sind in der Stillzeit höhere Dosen nötig, sollte laut Packungsbeilage abgestillt werden.

Welche Dosis Dexamethason ist üblich?

Die Dosis richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt, ebenso die Dauer der Einnahme. Die üblichen Dosen laut Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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