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Schluckauf durch Medikamente

Schluckauf (Singultus) ist in den Produktinformationen einiger Medikamente als Nebenwirkung genannt: als häufig bei dem starken Schmerzmittel Oxycodon, als gelegentlich unter anderem bei Aripiprazol, Ondansetron, Pramipexol und Ropinirol und ohne bekannte Häufigkeit bei Dexamethason und Tramadol. Hält der Schluckauf an oder belastet er Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann um die fünfzig mit dunkelblondem Haar sitzt in einer hellen Küche und hält sich überrascht eine Hand vor den Mund, vor ihm ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Schluckauf heißt in der Fachsprache Singultus [1]. In den Packungsbeilagen und Fachinformationen einiger Medikamente steht er als mögliche Nebenwirkung, zum Beispiel beim starken Schmerzmittel Oxycodon, beim Glucocorticoid Dexamethason, beim Mittel gegen Übelkeit Ondansetron und bei den Parkinsonmitteln Pramipexol und Ropinirol [2, 6, 9, 12, 13]. Bei Oxycodon ist er als häufig eingestuft, bei den meisten anderen Wirkstoffen als gelegentlich, selten oder sehr selten [2, 5, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14].

Welche Medikamente Schluckauf auslösen können

Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Opioide (starke Schmerzmittel): Bei Oxycodon ist Schluckauf laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten); er steht dort zusammen mit Bauchschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit und Verdauungsstörungen [2, 3]. Bei Tramadol nennt die Packungsbeilage Schluckauf mit nicht bekannter Häufigkeit [4]. Bei Buprenorphin-Pflastern ist er laut Packungsbeilage sehr selten (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) [5].
  • Glucocorticoide: Packungsbeilage und Fachinformation von Dexamethason nennen Schluckauf unter den Nebenwirkungen an den Atemwegen [6, 7]. Eine Häufigkeit lässt sich laut Fachinformation nicht angeben, weil die Nebenwirkungen von Dexamethason sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [7]. Angewendet wird Dexamethason laut Packungsbeilage unter anderem bei einer Hirnschwellung, einem schweren akuten Asthmaanfall, als unterstützende Behandlung bei bösartigen Tumoren und zur Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen bei einer Zytostatikabehandlung [6].
  • Benzodiazepine: Für Midazolam, das als Injektionslösung unter anderem zur Schmerzausschaltung und Beruhigung (Analgosedierung) vor und während Eingriffen und zur Narkose angewendet wird, nennt die Packungsbeilage Schluckauf als sehr selten [8].
  • Mittel gegen Übelkeit: Bei Ondansetron, das laut Packungsbeilage unter anderem bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemo- oder Strahlentherapie angewendet wird, ist Schluckauf gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [9].
  • Antipsychotika und Antidepressiva: Bei Aripiprazol ist Schluckauf laut Packungsbeilage gelegentlich [10]. Die Packungsbeilage von Sertralin nennt ihn als selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten), zusammen mit anderen Beschwerden der Atmung wie schneller oder langsamer Atmung und Enge im Hals [11].
  • Parkinsonmittel: Die Dopaminagonisten Pramipexol und Ropinirol werden laut Packungsbeilage bei der Parkinson-Krankheit und beim Restless-Legs-Syndrom angewendet; für beide Anwendungsgebiete nennen die Packungsbeilagen Schluckauf als gelegentlich [12, 13]. Bei Levodopa/Carbidopa ist Schluckauf laut Packungsbeilage selten [14].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Schluckauf nennt:

Schluckauf als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
OxycodonHäufigBauchschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit, Schluckauf und Verdauungsstörungen
AripiprazolGelegentlichSchluckauf
OndansetronGelegentlichSchluckauf
PramipexolGelegentlichBei Parkinson-Krankheit: Atemnot (Dyspnoe) und Schluckauf · Bei Restless-Legs-Syndrom: Atemnot (Dyspnoe) und Schluckauf
RopinirolGelegentlichBei Parkinson-Krankheit: Schluckauf · Beim Restless-Legs-Syndrom: Schluckauf
Levodopa/CarbidopaSeltenDunkle Verfärbung des Speichels, Brennen auf der Zunge, Schluckauf
SertralinSeltenSchnelle oder langsame Atmung (Hyperventilation, Hypoventilation), Enge im Hals (Laryngospasmus), Atemgeräusch bei verengten Atemwegen (Stridor), Sprachstörung (Dysphonie), Schluckauf
BuprenorphinSehr seltenRasches Atmen (Hyperventilation), Schluckauf
MidazolamSehr seltenÜbelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Verstopfung, Mundtrockenheit
DexamethasonNicht bekanntSchluckauf
TramadolNicht bekanntSchluckauf

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (11 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Schluckauf durch ein Medikament erkennen

Ob Schluckauf mit einem Medikament zusammenhängt, klärt die Ärztin oder der Arzt. Hilfreich ist ein Blick in die Packungsbeilage Ihres Präparats: Die Nebenwirkungen stehen dort in Abschnitt 4, geordnet nach ihrer Häufigkeit [2, 9]. Bei Dexamethason ist dort keine Häufigkeit angegeben, weil die Nebenwirkungen laut Fachinformation sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [6, 7]. Bei Pramipexol und Ropinirol nennen die Packungsbeilagen Schluckauf sowohl für die Behandlung der Parkinson-Krankheit als auch für die des Restless-Legs-Syndroms [12, 13].

Auch andere Beschwerden können zusammen mit dem Schluckauf auftreten. Bei Oxycodon nennt die Packungsbeilage Schluckauf in einer Reihe mit Bauchschmerzen, Durchfall, Mundtrockenheit und Verdauungsstörungen, bei Midazolam zusammen mit Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Mundtrockenheit [2, 8]. Mehr dazu: Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen und Mundtrockenheit.

Eine Rolle spielen können außerdem mehrere Mittel zugleich: Die Nebenwirkungen von Oxycodon können laut Packungsbeilage häufiger oder in stärkerer Form auftreten, wenn es zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, die die Gehirnfunktion beeinträchtigen können oder gegen Allergien, Reisekrankheit oder Erbrechen eingesetzt werden [2]. Mehr dazu: Wechselwirkungen.

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Kurzhaarschnitt sitzt entspannt am Fenster und hält ein Glas Wasser in beiden Händen
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Dexamethason darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil insbesondere eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken kann; eine ausgeprägte körperliche Belastung ohne ausreichende eigene Glucocorticoid-Bildung kann lebensgefährlich sein [6]. Wird Oxycodon abgebrochen, kann das laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auslösen; daher kann es ratsam sein, dass die Ärztin oder der Arzt die Dosis schrittweise verringert [2]. Auch Sertralin, Pramipexol und Ropinirol sollen laut Packungsbeilage nicht ohne ärztliche Rücksprache beendet werden [11, 12, 13]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Sprechen Sie anhaltenden oder belastenden Schluckauf in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen. Wie es weitergeht, hängt vom Wirkstoff und von Ihrer Erkrankung ab. Für Dexamethason gilt laut Fachinformation grundsätzlich, dass Dosis und Behandlungsdauer so hoch bzw. lang wie nötig, aber so gering bzw. kurz wie möglich gehalten werden sollten [7]. Bei weiteren Fragen zur Einnahme wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [6].

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie zudem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [9]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage von Sertralin nennt Schluckauf in einer Reihe mit anderen seltenen Beschwerden der Atmung, etwa schneller oder langsamer Atmung, Enge im Hals und Sprachstörungen [11]. Schwere Atemnot ist laut KBV ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [15]. Wer Oxycodon einnimmt, soll das Mittel laut Packungsbeilage bei langsamer und flacher Atmung nicht weiter einnehmen und möglichst umgehend ärztliche Hilfe suchen [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Atemnot.

Können Beschwerden aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten und sind die Praxen geschlossen, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117; in lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie den Rettungsdienst unter 112 [15].

Andere Ursachen

Nicht jeder Schluckauf unter einem Medikament kommt vom Medikament. Ob ein Zusammenhang besteht, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Quellen

  1. Behörde ICD-Code R06.6: Singultus (Erläuterung "Sie haben Schluckauf.", bereitgestellt von der "Was hab’ ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Buprenorphin-ratiopharm 35 Mikrogramm/h Transdermales Pflaster. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Midazolam-ratiopharm 5 mg/5 ml Injektionslösung. ratiopharm GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg, 8 mg Filmtabletten. TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation ABILIFY (Aripiprazol), Anhang III B: Packungsbeilage ABILIFY Tabletten. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pramipexol-ratiopharm 0,18 mg/0,35 mg/0,7 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ropinirol-ratiopharm 1 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Carbidopa-ratiopharm 100 mg/25 mg und 200 mg/50 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 12.10.2026
  15. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Schluckauf auslösen?

Schluckauf steht zum Beispiel in den Produktinformationen der Opioide Oxycodon, Tramadol und Buprenorphin, des Glucocorticoids Dexamethason, des Benzodiazepins Midazolam, des Mittels gegen Übelkeit Ondansetron, des Antipsychotikums Aripiprazol, des Antidepressivums Sertralin und der Parkinsonmittel Pramipexol, Ropinirol und Levodopa/Carbidopa. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation Schluckauf nennt. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wie häufig ist Schluckauf als Nebenwirkung?

Das hängt vom Wirkstoff ab. Bei Oxycodon ist Schluckauf laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten). Bei Aripiprazol, Ondansetron, Pramipexol und Ropinirol ist er gelegentlich (bis zu 1 von 100), bei Levodopa/Carbidopa und Sertralin selten (bis zu 1 von 1.000), bei Buprenorphin-Pflastern und Midazolam sehr selten (bis zu 1 von 10.000). Bei Dexamethason und Tramadol ist die Häufigkeit nicht bekannt.

Kann Dexamethason Schluckauf machen?

Ja. Packungsbeilage und Fachinformation von Dexamethason nennen Schluckauf unter den möglichen Nebenwirkungen. Wie häufig er auftritt, lässt sich laut Fachinformation nicht angeben, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen. Dexamethason darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden. Sprechen Sie den Schluckauf in der Praxis an.

Soll ich das Medikament absetzen, wenn ich Schluckauf bekomme?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Dexamethason kann eine länger dauernde Behandlung laut Packungsbeilage die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken. Bei Oxycodon kann ein Abbruch Entzugserscheinungen auslösen, und bei Sertralin wird die Dosis laut Packungsbeilage schrittweise über mehrere Wochen verringert. Sprechen Sie anhaltenden oder belastenden Schluckauf in der Praxis an.

Wann ist Schluckauf unter einem Medikament ein Notfall?

Die Packungsbeilage von Sertralin nennt Schluckauf in einer Reihe mit anderen seltenen Beschwerden der Atmung, etwa schneller oder langsamer Atmung und Enge im Hals. Bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112. Hält der Schluckauf an oder belastet er Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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