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Parkinson- und Demenzmittel
Parkinson-Mittel wie Levodopa (mit Benserazid oder Carbidopa), die Dopaminagonisten Pramipexol und Ropinirol sowie das Anticholinergikum Biperiden sollen den Dopaminmangel bei der Parkinson-Krankheit ausgleichen bzw. Bewegungsstörungen beeinflussen. Demenzmittel wie die Cholinesterasehemmer Donepezil und Rivastigmin, Memantin und Ginkgo-biloba-Extrakt werden vor allem bei Alzheimer-Demenz eingesetzt. Heilen können beide Gruppen die Erkrankungen nicht. Bei Levodopa und Dopaminagonisten nennen die Fachinformationen unter anderem Übelkeit, Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen, Halluzinationen und Impulskontrollstörungen. Bei Cholinesterasehemmern sind es unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und einen verlangsamten Herzschlag.

Parkinson- und Demenzmittel sind zwei Arzneimittelgruppen, die bei Erkrankungen des Gehirns eingesetzt werden. Parkinson-Mittel sollen den Mangel an Dopamin ausgleichen, der bei der Parkinson-Krankheit zu Bewegungsstörungen führt [16]. Demenzmittel (Antidementiva) werden je nach Wirkstoff bei Alzheimer-Demenz, bei Demenz mit Parkinson-Krankheit oder bei leichter Demenz eingesetzt [7, 9, 11, 12]. Heilen können die Mittel die Erkrankungen nicht [16, 17]. Einzelheiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.
Was sind Parkinson- und Demenzmittel?
Parkinson-Mittel
Levodopa wird mit einem sogenannten Decarboxylasehemmer kombiniert: mit Benserazid oder mit Carbidopa. Die Fachinformationen ordnen die Kombinationen den Arzneimitteln zur Behandlung des Parkinson-Syndroms (ATC N04BA11) bzw. den dopaminergen Mitteln (N04BA02) zu [2, 3]. Pramipexol und Ropinirol sind Dopaminagonisten (N04BC05 und N04BC04) [4, 5]. Biperiden ist ein Anticholinergikum [6].
Demenzmittel
Donepezil und Rivastigmin gehören laut Fachinformation zu den Cholinesterasehemmern (N06DA02 und N06DA03) [7, 9]. Memantin ordnet seine Fachinformation den anderen Antidementiva zu (N06DX01) [11]. Ginkgo-biloba-Extrakt ist laut Fachinformation ein pflanzliches Antidementivum (ATC N06DP01) [12].
Wie Parkinson- und Demenzmittel wirken
Parkinson-Mittel
Bei der Parkinson-Krankheit wird im Gehirn zu wenig des Botenstoffs Dopamin hergestellt; Nervenreize werden schlechter übertragen, und es kommt zu Bewegungsstörungen und anderen Beschwerden [16]. Levodopa ist laut Fachinformation der Stoffwechselvorläufer von Dopamin und dient dazu, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen [2, 3]. Benserazid und Carbidopa gelangen nicht oder kaum ins Gehirn und hemmen die Umwandlung von Levodopa außerhalb des Gehirns; so gelangt mehr Levodopa ins Gehirn, und Nebenwirkungen an Magen, Darm, Herz und Kreislauf durch außerhalb des Gehirns gebildetes Dopamin werden laut Fachinformation von Levodopa/Benserazid weitgehend, laut der von Levodopa/Carbidopa ganz oder teilweise vermieden [2, 3]. Dopaminagonisten wie Pramipexol und Ropinirol regen die Bindungsstellen (Rezeptoren) an, über die Dopamin wirkt, laut Fachinformationen vor allem vom Typ D2 und D3 [4, 5, 16]. Biperiden beeinflusst laut Packungsbeilage Erkrankungen, die durch eine Störung der Erregungsübertragung zwischen Nerven und Muskulatur entstehen und den Bewegungsablauf stören, etwa mit Problemen beim Gehen oder Zittern der Hände [6].
Demenzmittel
Bei der Alzheimer-Krankheit sterben mit der Zeit mehr und mehr Nervenzellen im Gehirn ab [17]. Cholinesterasehemmer können laut IQWiG den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen anregen [17]. Donepezil hemmt laut Fachinformation gezielt und umkehrbar die Acetylcholinesterase, die im Gehirn überwiegende Cholinesterase [7]. Rivastigmin hemmt laut Fachinformation die Acetyl- und die Butyrylcholinesterase und fördert vermutlich die Signalübertragung, indem es den Abbau des Botenstoffs Acetylcholin verlangsamt [9]. Memantin ist laut Fachinformation ein Gegenspieler an sogenannten NMDA-Rezeptoren und reguliert die Wirkung krankhaft erhöhter Konzentrationen des Botenstoffs Glutamat, die zu Funktionsstörungen von Nervenzellen führen können [11]. Bei Ginkgo-biloba-Extrakt ist der genaue Wirkmechanismus laut Fachinformation nicht bekannt [12]. Ob Donepezil den Verlauf der Grunderkrankung beeinflusst, ist laut Fachinformation nicht untersucht [7].
Wofür Parkinson- und Demenzmittel eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Präparats:
- Levodopa/Benserazid: Parkinson-Krankheit, Parkinson-ähnliche Beschwerden nach Vergiftungen, Hirnentzündungen oder arteriosklerotischen Veränderungen der Hirngefäße (ausgenommen solche durch Arzneimittel) und das Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom) ohne bekannte Ursache oder bei Nierenschwäche mit Dialyse [1, 2].
- Levodopa/Carbidopa (Retardtabletten): Parkinson-Krankheit, insbesondere um die "Off"-Phasen zu verkürzen, wenn zuvor schnell freisetzende Levodopa-Präparate oder Levodopa allein eingenommen wurden und Schwankungen der Beweglichkeit auftraten [3].
- Pramipexol und Ropinirol: Parkinson-Krankheit, allein oder zusammen mit Levodopa, und mittelschweres bis schweres Restless-Legs-Syndrom ohne bekannte Ursache [4, 5].
- Biperiden: Parkinson-Krankheit und durch Arzneimittel ausgelöste Bewegungsstörungen, insbesondere durch Neuroleptika [6].
- Donepezil: leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz [7].
- Rivastigmin: leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz; Kapseln und Lösung zum Einnehmen außerdem leichte bis mittelschwere Demenz bei Parkinson-Krankheit, das Pflaster nicht [9, 10].
- Memantin: moderate bis schwere Alzheimer-Demenz [11].
- Ginkgo-biloba-Extrakt (Filmtabletten mit 240 mg): Verbesserung einer altersbedingten geistigen (kognitiven) Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz [12].
Die Behandlung mit Parkinson-Mitteln ist laut IQWiG sehr individuell und muss häufig angepasst werden [16]. Eine Behandlung mit Rivastigmin darf laut Fachinformation nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme regelmäßig überwacht; die Fachinformationen von Donepezil und Memantin sehen das ebenfalls vor [7, 9, 11].
Wirkstoffe der Gruppe
Diese Parkinson- und Demenzmittel sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:
- Biperidenz. B. Akineton, Biperiden-neuraxpharmParkinson-Krankheit, durch Arzneimittel ausgelöste Bewegungsstörungen
- Donepezilz. B. Donepezil STADA, Donepezil-HCl AbZ, Donepezil-HCl-ratiopharmLeichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz
- Ginkgo-biloba-Extraktz. B. Gingium, Ginkobil ratiopharm, KaveriAltersbedingte geistige Beeinträchtigung und leichte Demenz; je nach Präparat auch Schwindel, Ohrgeräusche, Schaufensterkrankheit
- Levodopa/Benserazidz. B. Levodopa/Benserazid-CT, Levodopa/Benserazid-ratiopharm, MadoparParkinson-Krankheit, Restless-Legs-Syndrom
- Levodopa/Carbidopaz. B. Isicom, Levodopa/Carbidopa-ratiopharmParkinson-Krankheit
- Memantinz. B. Axura, Ebixa, Memantin AbZModerate bis schwere Alzheimer-Demenz
- Pramipexolz. B. Pramipexol AbZ, Pramipexol-ratiopharm, Pramipexol STADAParkinson-Krankheit, Restless-Legs-Syndrom
- Rivastigminz. B. Exelon, Rivastigmin AbZ, Rivastigmin-ratiopharmLeichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz; Kapseln und Lösung auch bei Demenz mit Parkinson-Krankheit
- Ropinirolz. B. Ropinirol AbZ, Ropinirol-ratiopharm, Ropinirol STADAParkinson-Krankheit, Restless-Legs-Syndrom
Laut IQWiG sind in Deutschland drei Cholinesterasehemmer auf dem Markt: Donepezil, Galantamin und Rivastigmin; Rivastigmin gibt es auch als Pflaster, aus dem der Wirkstoff über die Haut in den Körper gelangt [17]. Beim Rivastigmin-Pflaster führten laut Fachinformation Anwendungsfehler zu schweren Nebenwirkungen, in seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang; am häufigsten wurde das alte Pflaster nicht entfernt oder es wurden mehrere Pflaster gleichzeitig verwendet [10]. Bestimmte Dopaminagonisten gibt es ebenfalls als Pflaster [16]. Ginkgo-Präparate sind nach IQWiG ohne Rezept erhältlich [17].
Typische Nebenwirkungen

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Das Risiko für Nebenwirkungen von Parkinson-Mitteln hängt laut IQWiG vom Medikament, von der Dosis, vom Alter, von weiteren Erkrankungen und von weiteren Medikamenten ab [16]. Wie die Produktinformationen ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Übelkeit | Schwindel | Müdigkeit | Psychose und Halluzinationen | Verwirrtheit | Niedriger Blutdruck |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Biperiden | Selten | Selten | Selten | Selten | Selten | nicht genannt |
| Donepezil | Sehr häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | nicht genannt |
| Ginkgo-biloba-Extrakt | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Levodopa/Benserazid | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Levodopa/Carbidopa | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig |
| Memantin | nicht genannt | Häufig | Häufig | Gelegentlich | Gelegentlich | nicht genannt |
| Pramipexol | Sehr häufig | Sehr häufig | Sehr häufig | Häufig | Häufig | Häufig |
| Rivastigmin | Häufig | Häufig | Häufig | Sehr selten | Häufig | nicht genannt |
| Ropinirol | Sehr häufig | Häufig | Sehr häufig | Häufig | Häufig | Gelegentlich |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Die Fachinformation von Levodopa/Benserazid nennt für keine Nebenwirkung eine Häufigkeit; in der Tabelle steht dort deshalb "nicht bekannt" [2]. Pramipexol und Ropinirol stufen ihre Nebenwirkungen getrennt für die Parkinson-Krankheit und das Restless-Legs-Syndrom ein; die Tabelle zeigt die höchste Einstufung [4, 5]. Bei Rivastigmin beruht die Tabelle auf den Angaben zum Pflaster [10]; die Fachinformation der Kapseln stuft bei Alzheimer-Demenz unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel als sehr häufig ein, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, und bei Demenz mit Parkinson-Krankheit Sinnestäuschungen beim Sehen (visuelle Halluzinationen) als häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [9].
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten unter Levodopa/Benserazid laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung auf [2]. Alle drei Cholinesterasehemmer können laut IQWiG Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Durchfall auslösen, umso häufiger, je höher die Dosis ist [17]. Laut Fachinformation von Rivastigmin treten diese Beschwerden besonders zu Beginn und bei Dosissteigerung auf; anhaltendes Erbrechen oder anhaltender Durchfall kann zu einem Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) mit schweren Folgen führen [9]. Menschen mit Alzheimer-Demenz verlieren laut den Fachinformationen von Rivastigmin unter Cholinesterasehemmern möglicherweise an Gewicht; das Gewicht sollte während der Behandlung überwacht werden [9, 10].
Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen
Levodopa wurde laut den Fachinformationen mit Schläfrigkeit und plötzlich auftretenden Schlafattacken in Verbindung gebracht, sehr selten auch während Alltagstätigkeiten und teils ohne Warnzeichen [2, 3]. Pramipexol und Ropinirol werden laut ihren Fachinformationen ebenfalls mit übermäßiger Schläfrigkeit und plötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht, vor allem bei Parkinson-Krankheit [4, 5]. Wer davon betroffen ist, darf kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen; die Ärztin oder der Arzt erwägt dann eine Änderung der Behandlung [2, 3, 4, 5]. Auch unter Donepezil und Rivastigmin kann die Verkehrstüchtigkeit laut Fachinformation beeinträchtigt sein, durch die Alzheimer-Erkrankung selbst und durch Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Schläfrigkeit; die Ärztin oder der Arzt soll sie regelmäßig überprüfen [7, 9]. Mehr unter Müdigkeit und im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Impulskontrollstörungen
Bei Menschen, die mit Dopaminagonisten oder anderen dopaminergen, levodopahaltigen Arzneimitteln behandelt werden, können laut den Fachinformationen Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten: krankhafte Spielsucht, gesteigerte Libido und Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang; die Fachinformation von Ropinirol nennt zusätzlich aggressives Verhalten [2, 3, 4, 5]. Betroffene und Betreuende sollen darauf hingewiesen werden; die Fachinformationen empfehlen eine regelmäßige Überwachung [2, 3, 4, 5]. Laut IQWiG können auch ständig wiederholte, ziellose Tätigkeiten wie das Ordnen von Gegenständen auftreten [16]. Bei einigen Menschen führt laut den Fachinformationen der Levodopa-Kombinationen eine suchtartige Störung dazu, dass sie das Mittel übermäßig und gegen ärztlichen Rat in zunehmend hohen Dosen einnehmen (Dopamin-Dysregulationssyndrom) [2, 3].
Halluzinationen, Verwirrtheit und psychische Veränderungen
Halluzinationen sind laut den Fachinformationen von Pramipexol und Ropinirol bekannte Nebenwirkungen einer Behandlung mit Dopaminagonisten und Levodopa; bei Pramipexol meist als Sehen von Dingen, die nicht da sind [4, 5]. Besonders ältere Menschen können laut IQWiG auf Levodopa und Dopaminagonisten mit Halluzinationen und Verwirrtheit reagieren [16]. Die Fachinformationen von Pramipexol und Ropinirol nennen außerdem manisches Verhalten und ein Delir [4, 5]. Alle Behandelten sollen laut den Fachinformationen der Levodopa-Kombinationen auf psychische Veränderungen und Depressionen mit und ohne Suizidgedanken überwacht werden [2, 3]. Unter Biperiden können bei höheren Dosen Unruhe, Angst, Verwirrtheit und Sinnestäuschungen auftreten; bei Menschen mit Hirnleistungsstörungen ist eine zentral erregende Wirkung laut Packungsbeilage häufig [6]. Bei Memantin wurden Halluzinationen laut Fachinformation hauptsächlich bei schwerer Alzheimer-Demenz beobachtet [11].
Bewegungsstörungen
Unter Levodopa können im fortgeschrittenen Stadium der Behandlung unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) und nach längerer Behandlung Schwankungen der Beweglichkeit ("On-Off"-Phänomene) auftreten [2, 3]. Laut IQWiG ist das ein Zeichen dafür, dass in manchen Hirnregionen zu viel Dopamin vorhanden ist [16]. Wird Pramipexol im fortgeschrittenen Stadium zusätzlich zu Levodopa begonnen, können Dyskinesien vorkommen [4]. Cholinesterasehemmer können als sogenannte Cholinomimetika umgekehrt Parkinson-ähnliche (extrapyramidale) Beschwerden verstärken oder auslösen; bei Menschen mit Demenz bei Parkinson-Krankheit wurden unter Rivastigmin unter anderem eine Verschlechterung der Beweglichkeit und mehr Zittern beobachtet [7, 9]. Mehr unter Parkinson-Symptome.
Kreislauf und Herzschlag
Bei dopaminerger Behandlung besteht laut Fachinformation von Pramipexol ein allgemeines Risiko für einen Blutdruckabfall beim Aufstehen [4]. Unter Levodopa/Benserazid gelten ältere Menschen und Menschen, die Blutdrucksenker einnehmen, als gefährdet; sie sollen besonders zu Beginn sorgfältig überwacht werden [2]. Mehr unter niedriger Blutdruck.
Cholinesterasehemmer können laut Fachinformation von Donepezil über den Vagusnerv den Herzschlag verlangsamen (Bradykardie) [7]. Die Zulassungsinhaber donepezilhaltiger Arzneimittel informierten in einem Rote-Hand-Brief vom 13. Dezember 2021 darüber, dass Fälle von Verlängerungen des QTc-Intervalls im EKG und von Torsade de Pointes, einer gefährlichen Herzrhythmusstörung, berichtet wurden; Vorsicht ist danach bei bestehender oder familiärer QTc-Verlängerung, bei Arzneimitteln mit Einfluss auf das QTc-Intervall und bei relevanten Herzerkrankungen geboten [8]. Auch unter Rivastigmin kann laut Fachinformation eine QT-Verlängerung auftreten [9]. Schneller, unregelmäßiger Herzschlag und Ohnmacht können laut Packungsbeilage von Donepezil Zeichen einer solchen lebensbedrohlichen Rhythmusstörung sein; informieren Sie dann umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [18]. Mehr unter verlangsamter Herzschlag und QT-Verlängerung.
Hautkrebs, Blutungen und Harnverhalt
Menschen mit Parkinson-Krankheit haben laut den Fachinformationen der Levodopa-Kombinationen ein höheres Risiko für schwarzen Hautkrebs (Melanom); ob die Krankheit selbst oder etwa die Behandlung die Ursache ist, ist unklar. Die Haut soll regelmäßig untersucht werden, möglichst von Fachleuten wie Hautärztinnen und Hautärzten [2, 3]. Bei Ginkgo-biloba-Extrakt gibt es laut Fachinformation einzelne Hinweise, dass er die Blutungsbereitschaft erhöhen könnte [12]. Biperiden kann laut Packungsbeilage unter anderem Mundtrockenheit, Störungen der Harnentleerung, eine Harnverhaltung und Sehstörungen verursachen; bei älteren Menschen ist die Gefahr von Nebenwirkungen erhöht [6].
Wichtige Wechselwirkungen
Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen bzw. die Packungsbeilage [2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 12]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Neuroleptika (Antipsychotika) und andere Dopamin-Gegenspieler wie Metoclopramid | Neuroleptika können die Wirkung von Levodopa abschwächen [2, 3]. Mit Pramipexol sollte die gleichzeitige Gabe von Antipsychotika vermieden werden, mit Ropinirol die von Neuroleptika und Dopamin-Gegenspielern wie Sulpirid oder Metoclopramid [4, 5] |
| Nicht selektive MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin) | Gefährlicher Blutdruckanstieg; zusammen mit Levodopa-Kombinationen eine Gegenanzeige, zwischen Absetzen und Beginn mindestens 2 Wochen Abstand [2, 3] |
| Blutdrucksenker | Unter Levodopa stärkere Blutdrucksenkung und Blutdruckabfall beim Aufstehen möglich [2, 3] |
| Eiweißreiche Mahlzeiten | Können die Wirkung von Levodopa/Benserazid vermindern [2] |
| Andere beruhigende Mittel, Alkohol | Bei Pramipexol mögliche verstärkte Wirkung [4]; bei Biperiden Verstärkung der Alkoholwirkung und der Nebenwirkungen anderer auf das Nervensystem wirkender Mittel [6] |
| Mittel, die das Leberenzym CYP1A2 hemmen (z. B. Ciprofloxacin, Fluvoxamin), Rauchen | Veränderte Ropinirol-Spiegel; eine Dosisanpassung durch die Ärztin oder den Arzt kann nötig sein [5] |
| Mittel, die das QT-Intervall verlängern, und Betablocker | Bei Donepezil und Rivastigmin Vorsicht und gegebenenfalls EKG-Kontrolle; mit Betablockern wurde unter Rivastigmin über einen verlangsamten Herzschlag berichtet [7, 9] |
| Muskelentspannende Mittel bei einer Narkose (Succinylcholin-Typ) | Cholinesterasehemmer können deren Wirkung verstärken; den Narkosearzt informieren [7, 9] |
| Amantadin, Ketamin, Dextromethorphan | Mit Memantin vermeiden: Nebenwirkungen am Nervensystem können häufiger oder stärker auftreten; mit Amantadin Risiko einer arzneimittelbedingten Psychose [11] |
| Blutgerinnungshemmer und Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Phenprocoumon, ASS, Clopidogrel), Efavirenz | Bei Ginkgo-biloba-Extrakt ist eine Beeinflussung der Wirkung nicht auszuschließen; mit Efavirenz nicht empfohlen [12] |
Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Wann Parkinson- und Demenzmittel nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Die Gegenanzeigen unterscheiden sich stark. Levodopa/Benserazid darf laut Fachinformation unter anderem bei Menschen unter 25 Jahren, bei schweren Herz-, Nieren-, Leber-, Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen, bei Psychosen und bei Engwinkelglaukom nicht angewendet werden, Levodopa/Carbidopa unter anderem nicht bei Engwinkelglaukom und bei einem Melanom oder unklaren Hautveränderungen [2, 3]. Ropinirol ist bei schwerer Nierenschwäche ohne regelmäßige Dialyse und bei Leberschwäche kontraindiziert [5]. Biperiden darf bei unbehandeltem Engwinkelglaukom, Verengungen im Magen-Darm-Trakt, Erweiterung des Dickdarms und Darmverschluss nicht eingenommen werden [6]. Bei Pramipexol, Donepezil und Memantin nennt die Fachinformation nur eine Überempfindlichkeit als Gegenanzeige, bei Donepezil auch gegen verwandte Stoffe (Piperidin-Derivate) [4, 7, 11].
Vorsicht verlangen die Fachinformationen der Cholinesterasehemmer unter anderem bei Störungen der Erregungsleitung im Herzen, bei Asthma oder obstruktiven Lungenerkrankungen in der Vorgeschichte, bei einem erhöhten Risiko für Magen- und Darmgeschwüre sowie bei Neigung zu Krampfanfällen [7, 9]; die Fachinformation von Memantin bei Epilepsie [11]. Patienten mit psychotischen Störungen sollen laut Fachinformation von Pramipexol nur dann mit Dopaminagonisten behandelt werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt [4]. Bei Biperiden ist laut Packungsbeilage Vorsicht geboten bei vergrößerter Prostata mit Restharn und bei Blasenentleerungsstörungen [6]. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung und unter Gerinnungs- oder Thrombozytenaggregationshemmern soll Ginkgo-biloba-Extrakt laut Fachinformation nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden; vor einer Operation sieht sie vor, ihn vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vorher abzusetzen [12]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schwangerschaft und Stillzeit
Levodopa/Benserazid und Levodopa/Carbidopa dürfen laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden; Frauen im gebärfähigen Alter müssen sicher verhüten [2, 3]. Ginkgo-biloba-Extrakt ist in der Schwangerschaft kontraindiziert [12]. Pramipexol, Donepezil, Rivastigmin und Memantin sollen laut Fachinformation in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es unbedingt bzw. eindeutig erforderlich ist [4, 7, 9, 11]; Ropinirol nur, wenn der mögliche Nutzen das Risiko für das Ungeborene überwiegt [5], Biperiden nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung durch die Ärztin oder den Arzt [6].
Laut Embryotox sind etwa 80 Schwangerschaftsverläufe unter Levodopa dokumentiert; Hinweise auf deutlich erhöhte spezifische Risiken ergaben sich nicht, für eine differenzierte Bewertung reichen die Daten aber nicht aus [13]. Besteht eine eindeutige Indikation für eine dopaminerge Behandlung, ist Levodopa laut Embryotox akzeptabel; als Decarboxylasehemmer sollte bevorzugt Carbidopa eingesetzt werden [13, 14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auf Ginkgo-Extrakte sollte laut Embryotox in der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden [15].
In der Stillzeit sollen die Wirkstoffe dieser Seite laut den Fachinformationen bzw. der Packungsbeilage nicht angewendet werden oder Behandelte sollen nicht stillen; teils sehen die Quellen ausdrücklich das Abstillen vor [2, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 11, 12]. Levodopa hemmt laut Embryotox die Ausschüttung des Hormons Prolaktin und kann die Milchmenge verringern; unter einer moderat dosierten Kombination mit Carbidopa hält Embryotox Stillen bei guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel [13, 14]. Ob Sie stillen können, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Absetzen
Levodopa darf laut Fachinformation nicht plötzlich abgesetzt werden: Nach langjähriger Behandlung kann ein plötzliches Absetzen ein lebensbedrohliches malignes Levodopa-Entzugssyndrom mit sehr hohem Fieber, Muskelsteife und psychischen Auffälligkeiten oder eine akinetische Krise auslösen, laut Packungsbeilage eine vollständige Bewegungsstarre; therapeutisch begründete Behandlungspausen dürfen deshalb nur im Krankenhaus erfolgen [1, 2, 3]. Symptome eines malignen neuroleptischen Syndroms wurden laut den Fachinformationen von Pramipexol und Ropinirol im Zusammenhang mit dem plötzlichen Absetzen einer dopaminergen Behandlung berichtet [4, 5]. Nach dem Absetzen oder Verringern von Dopaminagonisten kann außerdem ein Absetzsyndrom (DAWS) mit Teilnahmslosigkeit, Angst, Depression, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzen auftreten; bei Parkinson-Krankheit wird die Behandlung schrittweise verringert [4, 5]. Ein plötzliches Absetzen von Biperiden ist laut Packungsbeilage außer bei lebensgefährlichen Komplikationen zu vermeiden [6]. Die Fachinformationen von Donepezil, Rivastigmin und Memantin sehen vor, den Nutzen regelmäßig zu überprüfen und einen Abbruch zu erwägen, wenn keine Wirkung mehr erkennbar ist; bei Ginkgo-biloba-Extrakt soll die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob die Behandlung noch gerechtfertigt ist, wenn sich nach 3 Monaten keine Besserung zeigt oder die Beschwerden stärker werden [7, 9, 11, 12]. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.
Unterschied zu Antipsychotika
Antipsychotika mit dopaminrezeptorblockierenden Eigenschaften können laut den Fachinformationen der Levodopa-Kombinationen die Wirkung von Levodopa hemmen bzw. verringern [2, 3]. Durch Neuroleptika ausgelöste Bewegungsstörungen sind ein Anwendungsgebiet von Biperiden [6]. Viele Menschen mit Alzheimer-Demenz nehmen laut IQWiG auch Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Antipsychotika gegen psychische Beschwerden und auffälliges Verhalten ein; sie können ernsthafte Nebenwirkungen wie Verwirrtheit oder eine erhöhte Sturzgefahr haben [17]. Unter Donepezil wurde laut Fachinformation sehr selten über ein malignes neuroleptisches Syndrom berichtet, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Antipsychotika [7]. Weitere Gruppen: Antidepressiva und Beruhigungs- und Schlafmittel.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levodopa/Benserazid-ratiopharm® 100 mg/25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levodopa/Benserazid-ratiopharm® 100 mg/25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levodopa/Carbidopa-ratiopharm® 100 mg/25 mg, 200 mg/50 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pramipexol-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ropinirol-ratiopharm® Filmtabletten (Version 7). ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Akineton® 2 mg Tabletten. Desma GmbH. Stand 02/2019. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Donepezil-HCl-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Donepezil: QTc-Intervallverlängerung und Torsade de Pointes. Zulassungsinhaber donepezilhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 13.12.2021. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Fachinformation Exelon Hartkapseln. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Exelon (EPAR), Anhang I: Fachinformation Exelon transdermales Pflaster. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang I: Fachinformation Ebixa 10 mg/20 mg Filmtabletten. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levodopa. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Carbidopa. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ginkgo. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Medikamentöse Behandlung bei Parkinson-Krankheit. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.02.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Medikamente gegen Alzheimer. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 25.08.2021. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Donepezil-HCl-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente werden bei Parkinson eingesetzt?
Auf dieser Website beschrieben sind Levodopa in Kombination mit Benserazid oder Carbidopa, die Dopaminagonisten Pramipexol und Ropinirol sowie das Anticholinergikum Biperiden. Levodopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt, Dopaminagonisten regen die Dopamin-Rezeptoren an. Laut IQWiG kommen außerdem MAO-B-Hemmer in Frage, die den Abbau von Dopamin im Gehirn blockieren.
Welche Medikamente gibt es gegen Demenz?
Bei Alzheimer-Demenz werden laut IQWiG Cholinesterasehemmer (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin), Memantin und Ginkgo-biloba-Extrakt eingesetzt. Donepezil und Rivastigmin sind für leichte bis mittelschwere, Memantin für moderate bis schwere Alzheimer-Demenz zugelassen. Heilen oder stoppen können die Mittel die Erkrankung nicht.
Warum kann man unter Parkinson-Mitteln plötzlich einschlafen?
Levodopa, Pramipexol und Ropinirol werden laut Fachinformation mit Schläfrigkeit und plötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht, manchmal ohne Warnzeichen und während Alltagstätigkeiten. Wer davon betroffen ist, darf kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was sind Impulskontrollstörungen?
Das sind Verhaltensauffälligkeiten wie krankhafte Spielsucht, zwanghaftes Einkaufen oder Geldausgeben, Essattacken oder ein gesteigertes sexuelles Verlangen. Sie können laut Fachinformationen unter Dopaminagonisten und levodopahaltigen Mitteln auftreten. Bemerken Sie oder Ihre Angehörigen solche Veränderungen, informieren Sie die Ärztin oder den Arzt.
Welche Nebenwirkungen haben Demenzmittel?
Cholinesterasehemmer wie Donepezil und Rivastigmin können laut IQWiG Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Durchfall auslösen, umso häufiger, je höher die Dosis ist. Laut Fachinformation können sie außerdem den Herzschlag verlangsamen; zu Donepezil gibt es einen Rote-Hand-Brief vom 13.12.2021 zu QT-Verlängerung. Bei Memantin nennt die Fachinformation unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen und Schläfrigkeit.
Darf ich Levodopa oder Pramipexol einfach absetzen?
Nein. Ein plötzliches Absetzen von Levodopa kann nach langjähriger Behandlung ein lebensbedrohliches Entzugssyndrom mit hohem Fieber und Muskelsteife auslösen; bei Dopaminagonisten sind ähnliche Beschwerden und ein Absetzsyndrom mit Angst, Depression und Müdigkeit möglich. Bei Parkinson wird die Behandlung ärztlich und schrittweise beendet. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Ist Ginkgo bei Demenz ohne Risiko?
Nein. Laut Fachinformation sind Kopfschmerzen, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden möglich, außerdem Blutungen und allergische Reaktionen mit unbekannter Häufigkeit. Bei erhöhter Blutungsneigung oder unter Gerinnungs- oder Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. ASS, Clopidogrel) soll Ginkgo nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, und in der Schwangerschaft darf es nicht angewendet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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