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Ginkgo-biloba-Extrakt: Nebenwirkungen und Wirkung
Ginkgo-biloba-Extrakt ist ein apothekenpflichtiges pflanzliches Arzneimittel aus Ginkgo-Blättern. Die hier ausgewerteten Filmtabletten mit 240 mg sind zugelassen zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz, die 120-mg-Filmtabletten desselben Herstellers auch bei bestimmten Formen von Schwindel, Ohrgeräuschen und der Schaufensterkrankheit. Unter den 240-mg-Tabletten sind Kopfschmerzen sehr häufig; die Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten nennt keine gesicherten Häufigkeiten. Weil Ginkgo die Blutungsbereitschaft erhöhen könnte, ist Vorsicht bei Blutverdünnern und vor Operationen geboten.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Ginkgo-biloba-Extrakt eingesetzt?
Ginkgo-biloba-Extrakt ist ein pflanzliches Arzneimittel aus den Blättern des Ginkgo-Baums. Die Filmtabletten mit 240 mg, auf denen diese Seite beruht, werden zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung (einer Verschlechterung geistiger Fähigkeiten) und der Lebensqualität bei leichter Demenz angewendet [1, 2]. Die Fachinformation ordnet den Extrakt den pflanzlichen Antidementiva zu, also den Demenzmitteln [2]. Er ist apothekenpflichtig und als Arzneimittel zugelassen [1, 2].
Die 120-mg-Filmtabletten desselben Herstellers haben laut ihrer Packungsbeilage weitere Anwendungsgebiete: hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen bei Demenz mit Beschwerden wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, die Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei der Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit) im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbesondere Gehtraining, sowie Schwindel und die unterstützende Behandlung von Ohrgeräuschen (Tinnitus), jeweils infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen [3, 4]. Bei den hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen sollte vor Beginn der Behandlung geklärt werden, ob die Krankheitszeichen nicht auf einer gezielt zu behandelnden Grunderkrankung beruhen; das individuelle Ansprechen lässt sich nicht vorhersagen [3].
Wie wirkt Ginkgo-biloba-Extrakt?
Der Wirkstoff ist ein quantifizierter, raffinierter Trockenextrakt aus Ginkgo-Blättern, eingestellt auf bestimmte Mengen an Flavonoiden sowie den Inhaltsstoffen Ginkgolide und Bilobalid [1, 2]. Laut Fachinformation ist der genaue Wirkmechanismus nicht bekannt. Untersuchungen am Menschen zeigten eine erhöhte Wachsamkeit im EEG bei älteren Menschen, verbesserte Fließeigenschaften des Blutes, eine gesteigerte Hirndurchblutung in bestimmten Bereichen bei gesunden Männern von 60 bis 70 Jahren und eine verminderte, durch den Botenstoff PAF ausgelöste Verklumpung von Blutplättchen; außerdem gefäßerweiternde Effekte an Blutgefäßen des Unterarms [2].
Die Inhaltsstoffe Ginkgolid A, Ginkgolid B und Bilobalid gelangen nach Einnahme von 120 mg Ginkgo-Extrakt zu 79 bis 88 Prozent in den Blutkreislauf (absolute Bioverfügbarkeit); ihre Halbwertszeiten liegen zwischen 2 und 6 Stunden [2]. Laut Fachinformation wurde die Wirksamkeit in klinischen Studien bei Menschen mit leichter Demenz vor allem im Alter über 50 Jahren gezeigt [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation der 240-mg-Tabletten eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Packungsbeilage und Fachinformation der 120-mg-Tabletten nennen Blutungen an einzelnen Organen (vor allem bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Mittel), schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock), allergische Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Schwindel, aber ohne Häufigkeit: Gesicherte Angaben seien nicht möglich, weil die Nebenwirkungen durch einzelne Meldungen bekannt geworden sind. Sie beschreiben die Magen-Darm-Beschwerden als leicht und nennen zusätzlich eine Verstärkung bereits bestehender Schwindelbeschwerden [3, 4]. Mehr dazu auf den Seiten Kopfschmerzen, Schwindel und Blutungen und Blutbild.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen (Filmtabletten mit 240 mg)[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemBlutungen an einzelnen Organen (Auge, Nase, Gehirn und Magen-Darm-Trakt)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HautAllergische Hautreaktionen (Hautrötung, Hautschwellung, Jucken und Ausschlag)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei Blutungen und allergischen Reaktionen sollten Sie das Arzneimittel laut Packungsbeilage absetzen und sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke wenden [1]. Häufig auftretende Schwindelgefühle und Ohrensausen gehören grundsätzlich ärztlich abgeklärt; bei plötzlicher Schwerhörigkeit oder einem Hörverlust sollten Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [3]. Mehr zu allergischen Reaktionen lesen Sie unter Arzneimittelallergie. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden: Beeinträchtigt Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [3]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit ihnen [1]. Die Filmtabletten sollen nicht im Liegen eingenommen werden, sondern unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, am besten einem Glas Trinkwasser; die Mahlzeiten spielen keine Rolle [1].
Blutungsneigung: Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung oder zusammen mit blutverdünnenden Mitteln sollten Sie Ginkgo nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen [1, 2]. Vor einer Operation sollte Ginkgo laut Fachinformation vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vorher abgesetzt werden [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente vor der OP.
Andere Mittel: Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über rezeptfreie [1]. Den Überblick über Ihre Medikamente behalten Sie mit einem Medikationsplan.
Wechselwirkungen
Bei gleichzeitiger Einnahme mit Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Warfarin oder mit Hemmern der Blutplättchen-Verklumpung wie Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und anderen nichtsteroidalen Antirheumatika kann eine Beeinflussung ihrer Wirkung nicht ausgeschlossen werden [1, 2]. Laut Fachinformation weisen die verfügbaren Studien mit Warfarin nicht auf Wechselwirkungen hin; trotzdem sollten bei Beginn, Dosisänderung, Ende der Behandlung oder einem Präparatewechsel geeignete Laborkontrollen erfolgen [2]. Die gleichzeitige Anwendung mit dem HIV-Mittel Efavirenz wird nicht empfohlen, weil dessen Konzentration im Blut sinken kann [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Blutgerinnungshemmende Mittel (z. B. Phenprocoumon, Warfarin) und Hemmer der Blutplättchen-Verklumpung (z. B. Clopidogrel, Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika) | Eine Beeinflussung ihrer Wirkung kann nicht ausgeschlossen werden; laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten können Blutungen vor allem bei gleichzeitiger Einnahme solcher Mittel auftreten. Studien mit Warfarin weisen laut Fachinformation nicht auf Wechselwirkungen hin[1, 2, 3] | Nur nach ärztlicher Rücksprache; laut Fachinformation geeignete Laborkontrollen bei Beginn, Dosisänderung, Ende der Behandlung oder Präparatewechsel |
| Efavirenz (HIV-Mittel) | Die Konzentration von Efavirenz im Blut kann sinken[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen |
| Andere Arzneimittel, die über die Leberenzyme CYP3A4, CYP1A2 oder CYP2C19 abgebaut werden | Ein Einfluss auf Wirkungsstärke und/oder Wirkungsdauer kann nicht ausgeschlossen werden; ausreichende Untersuchungen liegen nicht vor[1, 2] | Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Ginkgo-biloba-Extrakt nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Ginkgo-Extrakt darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Ginkgo biloba oder einen der sonstigen Bestandteile und in der Schwangerschaft [1, 2]. Bei bekanntem Krampfleiden sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Laut Fachinformation ist nicht auszuschließen, dass bei Menschen mit Epilepsie weitere Krampfanfälle gefördert werden [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Krankhaft erhöhte Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) oder gleichzeitige Behandlung mit blutverdünnenden Mitteln: nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt[1, 2]
- Geplante Operation: Wegen möglicher erhöhter Blutungsbereitschaft sollte Ginkgo laut Fachinformation vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vorher abgesetzt werden; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
- Bekanntes Krampfleiden (Epilepsie): vor der Einnahme ärztlich besprechen; laut Fachinformation ist nicht auszuschließen, dass weitere Krampfanfälle gefördert werden[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Efavirenz (HIV-Mittel): nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; dann erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Für konkrete Dosierungsempfehlungen gibt es keine hinreichenden Daten[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Für die 240-mg-Tabletten gibt es keine relevante Indikation; die 120-mg-Tabletten sollen in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen[1, 3]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zur Einnahme mit Nahrungsmitteln und Getränken nennt die Packungsbeilage keine Besonderheiten; eine eigene Angabe zu Alkohol macht sie nicht [1]. Untersuchungen zur Verkehrstüchtigkeit wurden laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten nicht durchgeführt; Benommenheit und Schwindel sind bei diesen Tabletten häufige Nebenwirkungen [1, 2]. In der Schwangerschaft darf Ginkgo nicht eingenommen werden; in der Stillzeit soll es nicht angewendet werden [1, 2]. Die Karten stellen die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 5]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Ginkgo-Extrakt nicht eingenommen werden, weil es einzelne Hinweise darauf gibt, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten. Laut Fachinformation ergaben Tierstudien an drei Arten keinen Hinweis auf eine Schädigung des Embryos oder Fehlbildungen durch den enthaltenen Extrakt.[1, 2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an: Systematische Untersuchungen zu Schwangerschaften unter Ginkgo gibt es nicht, Hinweise auf eine spezifische fehlbildende Wirkung ergaben sich bisher nicht. Auf die Verwendung von Ginkgo-Extrakten sollte laut Embryotox während der Schwangerschaft möglichst verzichtet werden.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit soll Ginkgo-Extrakt nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen; es ist nicht bekannt, ob die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch vor; eine längerfristige Anwendung in der Stillzeit kann deshalb nicht empfohlen werden.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Laut Fachinformation der 240-mg-Tabletten wurden Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht durchgeführt; Benommenheit oder Schwindel gehören bei diesen Tabletten zu den häufigen Nebenwirkungen.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtabletten nicht im Liegen einnehmen; unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, am besten einem Glas Trinkwasser, schlucken. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.[1]
Einnahme vergessen: beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern wie vorgesehen fortfahren.[1]
Absetzen
Vor einer Operation sollte Ginkgo-Extrakt laut Fachinformation vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vorher abgesetzt werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt rechtzeitig, damit sie oder er über das weitere Vorgehen entscheiden kann.[1, 2, 3]
Überdosierung
Überdosierungserscheinungen sind bisher nicht bekannt; möglicherweise treten die Nebenwirkungen verstärkt auf. Benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der über nötige Maßnahmen entscheidet. Ein spezifisches Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 240 mg nennt eine Dosis für die altersbedingte geistige Beeinträchtigung; die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 120 mg nennt Dosen und Behandlungsdauern für ihre weiteren Anwendungsgebiete [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats; hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt etwas anderes verordnet, gilt das [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Ginkgo-Extrakt immer genau nach der Anweisung in der Packungsbeilage oder wie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnet ein; wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, fragen Sie in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke nach [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge, sondern fahren wie vorgesehen fort [1]. Überdosierungserscheinungen sind bisher nicht bekannt; möglicherweise treten die Nebenwirkungen verstärkt auf, dann benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Wie lange die Einnahme sinnvoll ist, hängt vom Anwendungsgebiet ab: Bei altersbedingter geistiger Beeinträchtigung soll die Behandlung mindestens 8 Wochen dauern, und nach 3 Monaten ist ärztlich zu überprüfen, ob sie weitergeführt werden sollte [1, 2]. Bei Schwindel bringt eine Anwendung über länger als 6 bis 8 Wochen laut Packungsbeilage der 120-mg-Tabletten keine Verbesserung [3]. Vor einer Operation sollte Ginkgo vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vorher abgesetzt werden; sprechen Sie das rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab [1, 2].
Präparate mit Ginkgo-biloba-Extrakt
Ginkgo-Extrakt gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken und als Tropfen; Embryotox nennt unter anderem Gingium, Kaveri, Rökan und Tebonin [5]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten, für die weiteren Anwendungsgebiete die Unterlagen der 120-mg-Tabletten desselben Herstellers [1, 2, 3, 4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Gingium | ||
| Ginkobil ratiopharm | ratiopharm GmbH | apothekenpflichtig; Filmtabletten 240 mg (Grundlage dieser Seite) und 120 mg |
| Kaveri | ||
| Rökan | ||
| Tebonin |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ginkobil ratiopharm 240 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ginkobil ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ginkobil ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH (Zulassungsinhaber: Bioplanta Arzneimittel GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Ginkgo. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Ginkgo-Extrakt eingesetzt?
Die hier ausgewerteten Filmtabletten mit 240 mg Ginkgo-Extrakt sind als pflanzliches Arzneimittel zugelassen zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung, also einer Verschlechterung geistiger Fähigkeiten, und der Lebensqualität bei leichter Demenz. Die 120-mg-Filmtabletten desselben Herstellers sind laut ihrer Packungsbeilage außerdem zugelassen bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen, zur Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei der Schaufensterkrankheit sowie bei Schwindel und zur unterstützenden Behandlung von Ohrgeräuschen infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen. Welche Anwendungsgebiete Ihr Präparat hat, steht in seiner Packungsbeilage.
Wie viel Ginkgo-Extrakt nimmt man am Tag?
Laut Packungsbeilage nehmen Erwachsene ab 18 Jahren von den Filmtabletten mit 240 mg 1-mal täglich 1 Filmtablette ein, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet. Bei den 120-mg-Filmtabletten desselben Herstellers hängt die Zahl der Tabletten vom Anwendungsgebiet ab; die Angaben stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".
Wie lange sollte man Ginkgo einnehmen?
Bei altersbedingter geistiger Beeinträchtigung soll die Behandlung laut Packungsbeilage mindestens 8 Wochen dauern; nach 3 Monaten ist ärztlich zu überprüfen, ob die Weiterführung noch gerechtfertigt ist. Verschlimmert sich das Krankheitsbild oder tritt keine Besserung ein, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Erhöht Ginkgo das Blutungsrisiko?
Es gibt einzelne Hinweise darauf, dass Ginkgo-haltige Präparate die Blutungsbereitschaft erhöhen könnten. Als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Blutungen an einzelnen Organen wie Auge, Nase, Gehirn und Magen-Darm-Trakt. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung oder wenn Sie blutverdünnende Mittel einnehmen, sollten Sie Ginkgo nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
Darf ich Ginkgo zusammen mit ASS oder anderen Blutverdünnern nehmen?
Bei gleichzeitiger Einnahme mit Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon oder Warfarin oder mit Mitteln wie Clopidogrel, Acetylsalicylsäure (ASS) und anderen nichtsteroidalen Antirheumatika kann eine Beeinflussung ihrer Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation weisen die verfügbaren Studien mit Warfarin nicht auf Wechselwirkungen hin; trotzdem sollten bei Beginn, Dosisänderung, Ende der Behandlung oder einem Präparatewechsel geeignete Laborkontrollen erfolgen.
Muss ich Ginkgo vor einer Operation absetzen?
Laut Fachinformation sollte Ginkgo-Extrakt vorsichtshalber 3 bis 4 Tage vor einer Operation abgesetzt werden, weil es die Blutungsbereitschaft erhöhen könnte. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt rechtzeitig, dass Sie Ginkgo einnehmen.
Ist Ginkgo bei Tinnitus zugelassen?
Die hier ausgewerteten Filmtabletten mit 120 mg Ginkgo-Extrakt sind laut ihrer Packungsbeilage zur unterstützenden Behandlung von Ohrgeräuschen infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen zugelassen. Laut dieser Packungsbeilage sollte die Behandlung mindestens 12 Wochen dauern; ist nach 6 Monaten kein Erfolg eingetreten, ist er auch bei längerer Behandlung nicht mehr zu erwarten. Häufiges Ohrensausen sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, bei plötzlichem Hörverlust unverzüglich.
Darf ich Ginkgo in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft darf Ginkgo-Extrakt laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden, weil es die Blutungsbereitschaft erhöhen könnte. In der Stillzeit soll er nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen. Auch das Beratungszentrum Embryotox rät, in der Schwangerschaft möglichst auf Ginkgo zu verzichten.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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