MedikamenteWirkstoff
Memantin: Nebenwirkungen und Wirkung
Memantin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antidementiva zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Verstopfung, Kurzatmigkeit und ein erhöhter Blutdruck. Bei eingeschränkter Nierenfunktion überwacht die Ärztin oder der Arzt die Nieren und passt die Dosis wenn nötig an.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Memantin eingesetzt?
Memantin gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Antidementiva genannt werden, und damit zu den Parkinson- und Demenzmitteln [1]. Es wird angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz [1, 2]. Memantin ist verschreibungspflichtig [2].
Laut Fachinformation sollte die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz begonnen und überwacht werden. Beginnen sollte sie nur, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme regelmäßig überwacht. Verträglichkeit und Dosis sollten regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise in den ersten 3 Monaten nach Beginn; danach sollten Nutzen und Verträglichkeit regelmäßig nach den aktuellen klinischen Richtlinien überprüft werden [2].
Wie wirkt Memantin?
Laut Packungsbeilage entsteht der Gedächtnisverlust bei der Alzheimer-Demenz durch eine Störung der Signalübertragung im Gehirn. Dort gibt es sogenannte NMDA-Rezeptoren, die an der Übertragung der Nervensignale für Lernen und Erinnerung beteiligt sind. Memantin gehört zu den NMDA-Rezeptor-Antagonisten: Es wirkt an diesen Rezeptoren und verbessert laut Packungsbeilage die Übertragung der Nervensignale und damit das Gedächtnis [1]. Die Fachinformation beschreibt, dass Memantin die Wirkung krankhaft erhöhter Konzentrationen des Botenstoffs Glutamat reguliert, die zu Funktionsstörungen von Nervenzellen führen können [2].
Memantin wird nach der Einnahme nahezu vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 3 bis 8 Stunden erreicht, und es gibt keine Hinweise, dass Nahrung die Aufnahme beeinflusst. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 60 bis 100 Stunden. Ausgeschieden wird Memantin fast vollständig über die Nieren; ist der Urin alkalisch, kann die Ausscheidung über die Nieren um den Faktor 7 bis 9 verringert sein [2]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion und nach einer grundlegenden Umstellung der Ernährung muss die Ärztin oder der Arzt die Dosis möglicherweise anpassen [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; die Klassen stimmen in beiden Dokumenten überein. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Im Allgemeinen sind die beobachteten Nebenwirkungen laut Packungsbeilage leicht bis mittelschwer [1]. Laut Fachinformation unterschied sich in klinischen Studien mit Menschen mit leichter bis schwerer Demenz die Gesamthäufigkeit unerwünschter Wirkungen unter Memantin nicht von der unter einem Scheinmedikament (Placebo). Am häufigsten und häufiger als unter Placebo traten Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung, Schläfrigkeit und ein erhöhter Blutdruck auf [2]. Mehr dazu auf den Seiten Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung und Blutdruckanstieg.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- ImmunsystemArzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- PsycheSchläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemSchwindel, Gleichgewichtsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Leber und GalleErhöhte Leberfunktionswerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Allgemeine BeschwerdenKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenPilzinfektionen[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- PsycheVerwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- PsycheHalluzinationen; laut Fachinformation hauptsächlich bei schwerer Alzheimer-Demenz beobachtet[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- NervensystemAnomaler Gang (Gangstörung)[1, 2]
- HerzHerzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- Gefäße und KreislaufVenöse Blutgerinnsel (Thrombosen, Thromboembolien)[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- PsychePsychotische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Leber und GalleEntzündung der Leber (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage nennt keine Nebenwirkungen, bei denen die Einnahme sofort zu beenden ist; sie bittet, alle Nebenwirkungen der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke mitzuteilen [1]. Halluzinationen wurden laut Fachinformation hauptsächlich bei schwerer Alzheimer-Demenz beobachtet [2]. Alzheimer-Demenz wird mit Depression, Suizidgedanken und Suizid in Verbindung gebracht; solche Ereignisse wurden auch bei Menschen berichtet, die Memantin einnahmen [1, 2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Langsamer Beginn: Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, wird die übliche Dosis schrittweise nach einem festen Behandlungsplan erreicht [1]. Laut Fachinformation sollten Verträglichkeit und Dosis regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise in den ersten 3 Monaten nach Beginn der Behandlung [2]. Ändern Sie den Plan nicht selbst, sondern sprechen Sie bei Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Gangstörungen: Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehören zu den häufigen, ein anomaler Gang zu den gelegentlichen Nebenwirkungen [1, 2]. Die Fachinformation sieht eine Betreuungsperson vor, die die Einnahme regelmäßig überwacht [2]; teilen Sie solche Beobachtungen der Ärztin oder dem Arzt mit [1]. Allgemeine Hinweise zu Medikamenten im höheren Lebensalter gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.
Blutdruck und Atmung: Ein erhöhter Blutdruck und Kurzatmigkeit sind häufig [1, 2]. Bei kürzlich erlittenem Herzinfarkt, ausgeprägter Herzschwäche oder unbehandeltem Bluthochdruck muss die Behandlung sorgfältig überwacht werden [1]. Herzleistungsschwäche und venöse Blutgerinnsel sind gelegentliche Nebenwirkungen [1, 2]. Mehr dazu unter Atemnot und Thromboserisiko.
Verwirrtheit und Halluzinationen: Verwirrtheit und Halluzinationen sind gelegentlich, psychotische Reaktionen haben eine nicht bekannte Häufigkeit [1, 2]; laut Fachinformation stammen die Angaben dazu aus Einzelfallberichten seit der Markteinführung [2]. Informieren Sie die Ärztin oder den Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken. Mehr unter Halluzinationen und Vergesslichkeit und Verwirrtheit.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; werden Sie in ein Krankenhaus aufgenommen, sagen Sie dort, dass Sie Memantin einnehmen [1]. Die gleichzeitige Anwendung von Amantadin (gegen Parkinson), Ketamin (Narkosemittel), Dextromethorphan (gegen Husten) und anderen NMDA-Antagonisten sollte vermieden werden [1, 2]. Memantin kann die Wirkung von L-Dopa, Mitteln wie Bromocriptin und Anticholinergika möglicherweise verstärken und die von Barbituraten und Neuroleptika abschwächen; bei mehreren Mitteln kann eine Anpassung ihrer Dosis nötig sein [1, 2].
Bei Gerinnungshemmern zum Einnehmen wie Warfarin wurden einzelne Fälle erhöhter INR-Werte berichtet; die Fachinformation hält eine engmaschige Kontrolle der Blutgerinnung für ratsam [2]. Mit Donepezil wurden in Studien mit einmaliger Gabe bei jungen gesunden Probanden keine relevanten Wechselwirkungen beobachtet [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Amantadin (gegen Parkinson), Ketamin (Narkosemittel), Dextromethorphan (gegen Husten) und andere NMDA-Antagonisten | Sie wirken am selben Rezeptorsystem wie Memantin; Nebenwirkungen, vor allem des zentralen Nervensystems, können häufiger oder stärker auftreten. Laut Fachinformation birgt die Kombination mit Amantadin das Risiko einer durch Arzneimittel ausgelösten Psychose[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| L-Dopa, dopaminerge Agonisten (z. B. Bromocriptin) und Anticholinergika (z. B. gegen Bewegungsstörungen oder Darmkrämpfe) | Laut Fachinformation kann ihre Wirkung verstärkt werden[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an |
| Barbiturate (Schlafmittel) und Neuroleptika (Mittel gegen psychische Störungen) | Laut Fachinformation kann ihre Wirkung abgeschwächt werden[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an |
| Dantrolen und Baclofen (krampflösende Mittel, Spasmolytika) | Ihre Wirkung kann sich ändern[1, 2] | Gegebenenfalls ist eine Anpassung der Dosis nötig |
| Mittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva), z. B. Phenytoin | Ihre Wirkung kann beeinflusst werden; laut Fachinformation weist ein veröffentlichter Fallbericht auf eine mögliche Gefahr bei der Kombination mit Phenytoin hin[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Chinidin, Chinin und Nikotin | Sie nutzen dasselbe Transportsystem in der Niere wie Amantadin; laut Fachinformation besteht die Möglichkeit einer Wechselwirkung mit Memantin und dadurch die potenzielle Gefahr eines erhöhten Spiegels im Blut[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Hydrochlorothiazid (Entwässerungsmittel, auch in Kombinationspräparaten) | Der Spiegel von Hydrochlorothiazid im Blut kann möglicherweise erniedrigt sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Gerinnungshemmer zum Einnehmen (orale Antikoagulanzien wie Warfarin) | Seit der Markteinführung wurden einzelne Fälle erhöhter INR-Werte berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang konnte nicht hergestellt werden[1, 2] | Laut Fachinformation ist eine engmaschige Kontrolle der Blutgerinnung (Prothrombinzeit oder INR) ratsam |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Memantin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Memantin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei epileptischen Anfällen in der Krankengeschichte, nach einem kürzlichen Herzinfarkt, bei ausgeprägter Herzschwäche, unbehandeltem Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion geboten [1, 2]. Laut Fachinformation waren Menschen mit diesen Herz-Kreislauf-Erkrankungen von den meisten klinischen Studien ausgeschlossen; deshalb liegen nur begrenzte Daten vor, und sie müssen engmaschig überwacht werden [2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Epileptische Anfälle in der Krankengeschichte; laut Fachinformation auch Krämpfe in der Vorgeschichte oder Faktoren, die eine Epilepsie begünstigen[1, 2]
- Kürzlich erlittener Herzinfarkt, ausgeprägte Herzleistungsstörung (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder unbehandelter Bluthochdruck: Die Behandlung muss sorgfältig überwacht und ihr Nutzen regelmäßig ärztlich neu beurteilt werden[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Ärztin oder der Arzt muss die Nierenfunktion sorgfältig überwachen und die Dosis wenn nötig anpassen[1, 2]
- Renale tubuläre Azidose (ein Überschuss an säurebildenden Stoffen im Blut durch eine Störung der Nierenfunktion) oder eine schwere Harnwegsinfektion: Die Dosis muss möglicherweise angepasst werden; laut Fachinformation können eine renale tubuläre Azidose oder schwere Harnwegsinfektionen mit Proteus-Bakterien den pH-Wert des Urins erhöhen[1, 2]
- Grundlegende Umstellung der Ernährung, zum Beispiel von normaler auf streng vegetarische Kost: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil möglicherweise die Dosis angepasst werden muss; laut Fachinformation können eine solche Umstellung und die massive Einnahme von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure den pH-Wert des Urins erhöhen und unter Umständen eine besonders sorgfältige Überwachung erforderlich machen[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörungen: Laut Fachinformation liegen keine Daten vor; die Anwendung wird nicht empfohlen[2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine eigene Angabe [1, 2]. Ob Sie ein Fahrzeug führen dürfen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; Memantin kann das Reaktionsvermögen verändern [1]. In der Schwangerschaft ist die Anwendung laut Packungsbeilage nicht empfehlenswert, und Frauen, die Memantin einnehmen, sollten nicht stillen [1]. Die Karten geben die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation wieder [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage ist die Anwendung von Memantin während der Schwangerschaft nicht empfehlenswert. Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor; Tierstudien zeigten ein mögliches vermindertes Wachstum des Ungeborenen, das Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Memantin darf laut Fachinformation in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Frauen, die Memantin einnehmen, sollten laut Packungsbeilage nicht stillen. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Memantin in die Muttermilch übergeht; wegen seiner fettlöslichen Eigenschaften ist jedoch davon auszugehen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung es erlaubt, gefahrlos ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Außerdem kann Memantin das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass das sichere Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen nicht mehr gewährleistet ist. Laut Fachinformation schränkt eine moderate bis schwere Alzheimer-Demenz die Verkehrstüchtigkeit normalerweise ein; Memantin hat zusätzlich einen geringen bis mäßigen Einfluss.[1, 2]
Einnahme
Einmal täglich einnehmen, regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit; die Tabletten mit etwas Wasser schlucken, mit oder ohne Nahrung. Werden Sie in ein Krankenhaus aufgenommen, informieren Sie die dortige Ärztin oder den dortigen Arzt über die Einnahme.[1]
Einnahme vergessen: die nächste Dosis einfach zur gewohnten Zeit nehmen, nicht die doppelte Dosis.[1]
Laut Fachinformation sollte die Behandlung nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügung steht, die die Einnahme regelmäßig überwacht; Einleitung und Überwachung sollten durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz erfolgen.[2]
Absetzen
Laut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange das Arzneimittel wirksam ist; die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden. Laut Fachinformation sollte ein Beenden erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird.[1, 2]
Überdosierung
Laut Packungsbeilage sollte eine Überdosierung normalerweise zu keinen schädlichen Wirkungen führen; die bekannten Nebenwirkungen können jedoch verstärkt auftreten. Bei einer starken Überdosierung wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder holen medizinischen Rat ein, da Sie möglicherweise eine Behandlung brauchen. Laut Fachinformation zeigten Betroffene nach Überdosierungen unter anderem Verwirrtheit, Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Unruhe, Aggression, Halluzinationen, Gangstörungen, Erbrechen und Durchfall; nach massiven Überdosierungen wurden auch Psychose, Krampfneigung, Bewusstlosigkeit und Koma beschrieben. Ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis und den Behandlungsplan für die ersten Wochen; die Fachinformation ergänzt Angaben für eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Memantin wird einmal täglich eingenommen, am besten regelmäßig jeden Tag zur gleichen Zeit, damit es optimal wirken kann. Die Tabletten werden mit etwas Wasser geschluckt, mit oder ohne Nahrung [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis einfach zur gewohnten Zeit, nicht die doppelte Menge [1]. Haben Sie Ihre Ernährung kürzlich grundlegend umgestellt, etwa auf streng vegetarische Kost, oder planen Sie das, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil dann möglicherweise die Dosis angepasst werden muss [1, 2]. Hilfreich für die tägliche Einnahme kann ein Medikationsplan sein.
Laut Packungsbeilage wird Memantin eingenommen, solange es wirksam ist; die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden [1]. Laut Fachinformation sollte ein Beenden erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird [2]. Setzen Sie Memantin deshalb nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer starken Überdosierung wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt oder holen medizinischen Rat ein [1].
Präparate mit Memantin
Memantin gibt es als Filmtabletten in verschiedenen Stärken und als Lösung zum Einnehmen, von den Originalherstellern und als Generikum. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Ebixa, hier die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 10 mg und die Fachinformation [1, 2]. Für die Lösung zum Einnehmen gilt eine eigene Packungsbeilage.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Axura | Merz Pharmaceuticals GmbH | verschreibungspflichtig |
| Ebixa | H. Lundbeck A/S | verschreibungspflichtig; Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen; Grundlage dieser Seite: Ebixa 10 mg Filmtabletten |
| Memantin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten |
| Memantin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Ebixa 10 mg Filmtabletten. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ebixa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Ebixa 10 mg/20 mg Filmtabletten, und Anhang II. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Memantin eingesetzt?
Memantin ist zur Behandlung von Erwachsenen mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz zugelassen. Laut Fachinformation sollte die Behandlung von einer Ärztin oder einem Arzt mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz begonnen und überwacht werden, und nur, wenn eine Betreuungsperson die Einnahme regelmäßig überwacht.
Wie lange nimmt man Memantin ein?
Laut Packungsbeilage wird die Einnahme fortgesetzt, solange das Arzneimittel wirksam ist; die Behandlung sollte regelmäßig ärztlich beurteilt werden. Laut Fachinformation sollte ein Beenden erwogen werden, wenn keine therapeutische Wirkung mehr erkennbar ist oder die Behandlung nicht vertragen wird.
Macht Memantin müde?
Schläfrigkeit gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, kann also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Müdigkeit ist gelegentlich und betrifft bis zu 1 von 100. Im Allgemeinen sind die beobachteten Nebenwirkungen laut Packungsbeilage leicht bis mittelschwer. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Beschwerden bemerken.
Was gilt bei Nierenproblemen?
Memantin wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Ärztin oder der Arzt die Nierenfunktion sorgfältig überwachen und die Dosis wenn nötig anpassen; für mittelschwere und schwere Nierenfunktionsstörungen nennt die Fachinformation eine niedrigere Dosis. Auch eine renale tubuläre Azidose oder eine schwere Harnwegsinfektion kann eine Anpassung nötig machen.
Darf ich Hustenmittel mit Dextromethorphan nehmen, wenn ich Memantin einnehme?
Laut Packungsbeilage sollte die gleichzeitige Anwendung von Dextromethorphan, Amantadin, Ketamin und anderen NMDA-Antagonisten vermieden werden. Laut Fachinformation wirken sie am selben Rezeptorsystem wie Memantin, sodass Nebenwirkungen, hauptsächlich des zentralen Nervensystems, häufiger oder stärker auftreten können. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Kann Memantin zusammen mit Donepezil eingenommen werden?
Laut Fachinformation wurden in Studien mit einmaliger Gabe bei jungen gesunden Probanden keine relevanten Wechselwirkungen zwischen Memantin und Donepezil beobachtet. Ob eine Kombination für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Darf man mit Memantin Auto fahren?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung das gefahrlose Führen eines Fahrzeugs erlaubt. Laut Packungsbeilage kann Memantin außerdem das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass das sichere Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen nicht mehr gewährleistet ist.
Wie hoch ist die Dosis von Memantin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, wird die übliche Dosis in den ersten Wochen schrittweise nach einem festen Plan erreicht; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sie niedriger sein. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation stehen im Abschnitt "Dosierung" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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