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Levomethadon: Nebenwirkungen und Wirkung
Levomethadon ist ein Opioid und ein Betäubungsmittel. Als Lösung zum Einnehmen wird es bei Erwachsenen in der Substitutionstherapie bei Opiat- oder Opioidabhängigkeit eingesetzt, eingebettet in eine medizinische, soziale und psychologische Betreuung. Zu Beginn treten häufig Entzugssymptome auf; gelegentlich bis häufig sind unter anderem Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung, Schweißausbrüche und eine gedämpfte Atmung. Zusammen mit Alkohol, Benzodiazepinen oder anderen dämpfenden Mitteln drohen Atemdepression, Koma und Tod.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Zu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen, Gänsehaut, Gewichtsverlust, Herzrasen, laufende Nase, Niesen, erweiterte Pupillen, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, allgemeine körperliche Schmerzen, Schwächeanfälle, starkes Schwitzen, verstärkter Tränenfluss, Übelkeit, Unruhe, Unterleibskrämpfe und Zittern[1]
- Häufig: Appetitlosigkeit, laut Fachinformation gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Gehobene Stimmung (Euphorie) und Missstimmung (Dysphorie), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Benommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Sehstörungen, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Herzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Abgeflachte, verlangsamte Atmung (Atemdepression), gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Erbrechen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Gallenwegskrämpfe, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Nesselfieber und andere Hautausschläge, Juckreiz, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Verminderte Harnmenge, Störungen der Blasenentleerung, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Eingeschränkte Libido und/oder eingeschränkte Potenz, gelegentlich bis häufig[1]
- Häufig: Schweißausbrüche, Mattigkeit, Schwächeanfälle, Wassereinlagerungen (Ödeme), gelegentlich bis häufig[1]
Wofür wird Levomethadon eingesetzt?
Levomethadon ist ein vollsynthetisches Opioid und gehört zu den opioidhaltigen Mitteln [1]. Als Lösung zum Einnehmen wird es bei Erwachsenen in der Substitutionstherapie bei Opiat- oder Opioidabhängigkeit angewendet, im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzepts, das die medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht [1]. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird Levomethadon außerdem zur Behandlung von starken und sehr starken Schmerzen angewendet [2]. Diese Seite beschreibt die Lösung zur Substitution.
Levomethadon ist verschreibungspflichtig und ein Betäubungsmittel nach Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes [1, 3]. Es darf nur bei opiat- oder opioidabhängigen Patientinnen und Patienten durch Ärztinnen und Ärzte angewendet werden, die zur Substitution ermächtigt sind. Die in der Substitution üblichen Dosen können bei Menschen, die vorher nicht mit Opiaten behandelt wurden, zu schweren und sogar tödlichen Vergiftungen führen [1].
Wie wirkt Levomethadon?
Levomethadon ist das R(-)-Enantiomer von Methadon und etwa doppelt so wirksam wie das Methadon-Gemisch (Razemat) [1]. Laut Fachinformation beruht seine Wirkung in der Substitution auf zwei Mechanismen: Als Opioidagonist erzeugt es morphinartige Wirkungen, die bei abhängigen Menschen die Entzugssymptome unterdrücken. Bei Langzeitanwendung kann außerdem eine Toleranz entstehen, die die als euphorisierend empfundene Wirkung gespritzter Opiate blockiert [1].
Die Wirkung setzt 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein und hält bei einmaliger Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei wiederholter Gabe steigt die Wirkdauer auf 22 bis 48 Stunden, sodass eine Einnahme einmal täglich ausreicht [1]. Die Halbwertszeit schwankt stark zwischen 14 und 55 Stunden; sie ist bei längerer Einnahme, im höheren Alter und bei chronischen Lebererkrankungen verlängert [1]. Die atemdämpfende Wirkung ist nach 4 Stunden am stärksten und kann bis zu 75 Stunden andauern. Weil Levomethadon lange im Körper bleibt, kann eine Dosis, die die Beschwerden lindert, bei wiederholter täglicher Einnahme zu einer Anreicherung und möglicherweise zum Tod führen [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Grundlage der Liste ist die Fachinformation. Sie gibt viele Häufigkeiten als Spanne an, etwa "gelegentlich bis häufig" oder "selten bis sehr selten". In der Liste stehen diese Nebenwirkungen unter der höheren Klasse, die Spanne ist jeweils dazugeschrieben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zu Beginn der Substitutionsbehandlung treten laut Fachinformation häufig Entzugssymptome auf, zum Beispiel Angst, Unruhe, Gähnen, Gänsehaut, laufende Nase, Schwitzen, Durchfall, Übelkeit und Zittern [1]. Wie bei anderen starken Opioiden sollte eine angemessene Vorbeugung bekannter Nebenwirkungen wie Verstopfung in Betracht gezogen werden [1]. Mehr dazu auf den Seiten Abhängigkeit und Entzugserscheinungen, Verstopfung und Schwitzen.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenZu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen, Gänsehaut, Gewichtsverlust, Herzrasen, laufende Nase, Niesen, erweiterte Pupillen, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, allgemeine körperliche Schmerzen, Schwächeanfälle, starkes Schwitzen, verstärkter Tränenfluss, Übelkeit, Unruhe, Unterleibskrämpfe und Zittern[1]Mehr dazu: Absetz- und EntzugserscheinungenErbrechenÜbelkeitAngstDurchfallVermehrtes SchwitzenZitternUnruhe und Nervosität
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit, laut Fachinformation gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheGehobene Stimmung (Euphorie) und Missstimmung (Dysphorie), gelegentlich bis häufig[1]
- NervensystemBenommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: MüdigkeitVerwirrtheitKopfschmerzenSchlafstörungenUnruhe und Nervosität
- AugenSehstörungen, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzklopfen, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter Herzschlag
- AtemwegeAbgeflachte, verlangsamte Atmung (Atemdepression), gelegentlich bis häufig[1]
- Magen und DarmErbrechen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: ErbrechenÜbelkeitMundtrockenheitVerstopfung
- Leber und GalleGallenwegskrämpfe, gelegentlich bis häufig[1]
- HautNesselfieber und andere Hautausschläge, Juckreiz, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: NesselsuchtHautausschlagJuckreiz
- Nieren und HarnwegeVerminderte Harnmenge, Störungen der Blasenentleerung, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustEingeschränkte Libido und/oder eingeschränkte Potenz, gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: Weniger Lust auf SexErektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchweißausbrüche, Mattigkeit, Schwächeanfälle, Wassereinlagerungen (Ödeme), gelegentlich bis häufig[1]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenSchwäche (Asthenie)Wassereinlagerungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- HerzHerzrhythmusstörungen (Synkopen), Herzstillstand, laut Fachinformation selten bis sehr selten[1]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufSickerblutungen (Hämorrhagie), Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie), Einschränkung der Kreislauffunktion, Schock, selten bis sehr selten[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenNiedriger Blutdruck
- AtemwegeAtemstillstand, selten bis sehr selten[1]
- Allgemeine BeschwerdenHautrötung mit Hitzegefühl (Flush), selten bis sehr selten[1]Mehr dazu: Hitzewallungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie)[1]Mehr dazu: Unterzuckerung
- PsycheAbhängigkeit[1]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
- AtemwegeZentrales Schlafapnoe-Syndrom (Atemaussetzer im Schlaf)[1]
- Magen und DarmAkute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Leber und GalleFunktionsstörung des Schließmuskels am Ausgang von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang (Sphinkter Oddi)[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine Überdosierung zeigt sich laut Fachinformation unter anderem durch eine Dämpfung der Atmung (Atemdepression). Massive Vergiftungen können Atemstillstand, Kreislaufversagen, Herzstillstand und den Tod verursachen [1]. Unter Opioid-Agonisten wie Levomethadon muss außerdem mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG und in der Folge mit einer bestimmten Herzrhythmusstörung (polymorphe ventrikuläre Tachykardie, Torsade de pointes) gerechnet werden; vor Beginn müssen alle Patientinnen und Patienten nach Herzerkrankungen und ungeklärten Ohnmachtsanfällen gefragt und über die Möglichkeit von Herzrhythmusstörungen informiert werden [1]. Mehr dazu unter QT-Verlängerung. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Sicher aufbewahren: Für Menschen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, vor allem für Kinder, ist die Einnahme lebensgefährlich und kann zum Tod durch Atemstillstand führen. Laut Fachinformation ist deshalb eine sichere Aufbewahrung, insbesondere außerhalb der Reichweite von Kindern, erforderlich [1]. Bei einer Mitgabe für zu Hause (Take-home) wird das Mittel in kindergesichert abgefüllten Tagesportionen ausgegeben [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente aufbewahren.
Zu starke Wirkung: Sich "komisch fühlen", schlechte Konzentration, Schläfrigkeit und möglicherweise Schwindel beim Stehen können Zeichen einer übermäßigen Wirkung sein; laut Fachinformation wird dann eine Verringerung der Dosis empfohlen [1]. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt, statt die Dosis selbst zu ändern.
Andere Mittel und Beikonsum: Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitution kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden [1]. Informieren Sie die behandelnde Praxis über jedes neue Arzneimittel, auch über pflanzliche Mittel wie Johanniskraut: Manche Mittel können die Konzentration von Levomethadon erhöhen, andere senken und so Entzugserscheinungen auslösen [1].
Hormone und Nebennieren: Bei Langzeitanwendung von Opioiden können Sexualhormone sinken und das Hormon Prolaktin steigen, etwa mit verminderter Lust, Potenzstörungen oder Ausbleiben der Regelblutung [1]. Opioide können außerdem eine umkehrbare Schwäche der Nebennieren verursachen, mit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedrigem Blutdruck [1]. Sprechen Sie solche Beschwerden an. Mehr dazu unter Libido und Potenz.
Wechselwirkungen
Die Wirkung von Levomethadon kann durch viele andere Arzneimittel verändert werden; je nach Fall ist eine Anpassung der Dosis von Levomethadon oder des anderen Mittels erforderlich [1]. Besonders gefährlich sind dämpfende Mittel: Zusammen mit Beruhigungsmitteln wie Diazepam oder Lorazepam steigt das Risiko für Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod [1]. Auch Alkohol kann zusammen mit Levomethadon zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Andere Opiate sowie Schlaf- und Narkosemittel können die dämpfende und atemdämpfende Wirkung verstärken, und Gabapentinoide wie Pregabalin erhöhen das Risiko einer Opioid-Überdosierung, Atemdepression und Tod [1].
Buprenorphin und Pentazocin können bei Menschen in der Substitution Entzugserscheinungen auslösen; Buprenorphin darf frühestens 20 Stunden nach Absetzen von Levomethadon zur Substitution angewendet werden [1]. Mittel wie Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut oder einige HIV-Mittel können den Abbau von Levomethadon beschleunigen, Pilzmittel wie Fluconazol, Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder Ciprofloxacin ihn bremsen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel | Erhöhtes Risiko für Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod[1] | Gleichzeitige Verschreibung nur, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt; dann niedrigste wirksame Dosis und kürzestmögliche Dauer mit engmaschiger Überwachung |
| Andere dämpfende oder atemdämpfende Mittel und Substanzen: starke Schmerzmittel (auch andere Opiate), Alkohol, Phenothiazine, Barbiturate und andere Schlaf- oder Narkosemittel, trizyklische Antidepressiva | Gegenseitige Verstärkung der dämpfenden und atemdämpfenden Wirkung[1] | Ärztin oder Arzt über alle Mittel informieren; Alkohol vermeiden |
| Gabapentinoide (Gabapentin, Pregabalin) | Erhöhtes Risiko für eine Opioid-Überdosierung, Atemdepression und Tod[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| MAO-Hemmer | Lebensbedrohliche Wirkungen auf Nervensystem, Atmung und Kreislauf sind nicht auszuschließen[1] | Nicht zusammen und nicht innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen eines MAO-Hemmers anwenden |
| Pentazocin und Buprenorphin | Können bei Menschen in Methadon-Substitution Entzugserscheinungen auslösen[1] | Buprenorphin darf frühestens 20 Stunden nach Absetzen von Levomethadon zur Substitution angewendet werden |
| Serotonerg wirkende Mittel wie SSRI, SNRI, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer und Pethidin | Laut Fachinformation kann bei Methadon ein Serotonin-Syndrom auftreten, mit Veränderungen des geistigen Zustands, Störungen der vegetativen Funktionen, der Muskeln und Nerven und/oder Magen-Darm-Beschwerden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die den Abbau in der Leber hemmen: Cimetidin, Pilzmittel (z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol, Fluconazol), Makrolid-Antibiotika, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, hormonelle Verhütungsmittel, SSRI (z. B. Sertralin, Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin), Ciprofloxacin, außerdem Cannabidiol | Die Konzentration von Levomethadon im Blut kann steigen bzw. die Wirkdauer sich verlängern[1] | Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Mittel, die den Abbau in der Leber fördern: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut, Spironolacton, Fusidinsäure, Flunitrazepam sowie die HIV-Mittel Efavirenz, Nevirapin, Nelfinavir, Ritonavir und Amprenavir | Die Konzentration von Levomethadon kann sinken bzw. die Wirkdauer sich verkürzen; dadurch können Entzugserscheinungen ausgelöst werden[1] | Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung |
| Blutdrucksenker wie Reserpin, Clonidin, Urapidil oder Prazosin | Die Wirkung von Levomethadon kann verstärkt werden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| HIV-Mittel Didanosin, Stavudin und Zidovudin | Erniedrigte (Didanosin, Stavudin) oder erhöhte (Zidovudin) Konzentrationen dieser Mittel im Blut beschrieben[1] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung auf Wirkung und Zeichen einer Vergiftung |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Levomethadon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Levomethadon darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil, während einer Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen danach und nicht zusammen mit Opioid-Gegenmitteln oder Mitteln wie Pentazocin und Buprenorphin, außer zur Behandlung einer Überdosierung [1]. Bei vielen weiteren Erkrankungen, etwa der Atemwege, des Herzens, der Leber und Gallenwege oder bei erhöhtem Hirndruck, sind eine strenge Prüfung und besondere ärztliche Überwachung nötig [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Levomethadon, Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Behandlung mit MAO-Hemmern (bestimmte Mittel gegen Depressionen oder Parkinson) oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen[1]
- Gleichzeitige Anwendung von Opioid-Gegenmitteln (Opioidantagonisten) oder anderen Opioid-Agonisten/-Antagonisten wie Pentazocin und Buprenorphin, außer zur Behandlung einer Überdosierung[1]
- Menschen, die nicht von Opiaten oder Opioiden abhängig bzw. an sie gewöhnt sind: Die in der Substitution üblichen Dosen können bei ihnen zu schweren und sogar tödlichen Vergiftungen führen[1]
Besondere Vorsicht bei
- Strenge Prüfung und besondere ärztliche Überwachung bei Bewusstseinsstörungen, gleichzeitiger Anwendung anderer dämpfender oder atemdämpfender Arzneimittel und Substanzen, Krankheiten, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss, und erhöhtem Hirndruck[1]
- Strenge Prüfung und besondere ärztliche Überwachung außerdem bei niedrigem Blutdruck durch Flüssigkeitsmangel, vergrößerter Prostata mit Restharn, Leber- und Gallenerkrankungen, verengenden oder entzündlichen Darmerkrankungen, Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmarks), Schilddrüsenunterfunktion, verlangsamtem Herzschlag und Behandlung mit Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen der Klassen I und III[1]
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen der Gallenwege: Levomethadon kann eine Funktionsstörung und Verkrampfung des Sphinkter Oddi verursachen und so das Risiko für Gallenwegserkrankungen und Pankreatitis erhöhen[1]
- Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Cor pulmonale, stark eingeschränkte Atemreserve, vorbestehende Beeinträchtigung der Atmung, Sauerstoffmangel oder Kohlendioxid-Anstieg im Blut: Selbst übliche Dosen können die Atmung herabsetzen[1]
- Bekannte oder vermutete Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, Störungen der Blutsalze (vor allem Kaliummangel) oder Herzrhythmusstörungen: Behandlung nur mit äußerster Vorsicht. Laut Fachinformation ist vor Therapiebeginn und nach zwei Behandlungswochen ein EKG abzuleiten; vor einer Dosiserhöhung sowie mindestens jährlich wird eine EKG-Kontrolle angeraten[1]
- Suizidgefährdung: Suizidversuche mit Opiaten, vor allem zusammen mit Antidepressiva, Alkohol und anderen auf das Nervensystem wirkenden Stoffen, gehören laut Fachinformation zum Krankheitsbild der Substanzabhängigkeit; die Behandlung muss mit äußerster Vorsicht erfolgen[1]
- Akute Bauchbeschwerden (akutes Abdomen): Levomethadon kann Diagnose und Verlauf verschleiern; bis zur genauen Diagnose sollten Betroffene laut Fachinformation besonders engmaschig überwacht werden[1]
- Missbrauch und Abhängigkeit: Levomethadon hat selbst ein hohes Suchtpotenzial und kann sich wegen seiner langen Halbwertszeit im Körper anreichern; Toleranz sowie körperliche und psychische Abhängigkeit können sich entwickeln. Das Risiko ist erhöht bei Substanzgebrauchsstörungen (einschließlich Alkohol) in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, bei Rauchern und bei anderen psychischen Erkrankungen wie schwerer Depression, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen[1]
- Beikonsum: Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitutionsbehandlung kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen und muss unbedingt vermieden werden; laut Fachinformation sind regelmäßige Urinkontrollen durchzuführen[1]
- Gespritzte (intravenöse) Anwendung: Die Lösung ist ausschließlich zum Einnehmen bestimmt; missbräuchliches Spritzen kann zu schweren Nebenwirkungen, auch mit tödlichem Ausgang, führen, zum Beispiel Blutvergiftung (Sepsis), Venenentzündungen oder Lungenembolien[1]
- Nebennierenschwäche: Opioide können eine umkehrbare Nebenniereninsuffizienz verursachen; mögliche Zeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Ermüdung, Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck[1]
- Langzeitanwendung: kann mit erniedrigten Sexualhormonen und erhöhtem Prolaktin verbunden sein, etwa mit verminderter Libido, Impotenz oder Ausbleiben der Regelblutung[1]
- Schlafbezogene Atemstörungen: Opioide können eine zentrale Schlafapnoe und einen Sauerstoffmangel im Schlaf verursachen; das Risiko steigt mit der Dosis[1]
- Unterzuckerung: Bei Überdosierung oder Dosissteigerung von Methadon wurden Unterzuckerungen beobachtet; laut Fachinformation wird während einer Dosissteigerung eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers empfohlen[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Es liegen keine Daten vor; die Anwendung wird nicht empfohlen[1]
- Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) kann Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen[1]
- Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Alkohol soll während der Behandlung vermieden werden [1]. Über die Fahrtüchtigkeit entscheidet in jedem Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt [1]. In der Schwangerschaft müssen laut Fachinformation eine ausreichende Substitution und die Vermeidung von Entzugssymptomen sichergestellt werden, um eine Schädigung des ungeborenen Kindes möglichst gering zu halten; eine Dosisverringerung oder ein Entzug während der Schwangerschaft ist nur unter sorgfältiger Beobachtung und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen [1]. Die Karten stellen die Angaben der Fachinformation und des Beratungszentrums Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Laut Fachinformation darf Levomethadon in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung und unter angemessener Überwachung angewendet werden, vorzugsweise in einem darauf spezialisierten Zentrum. Eine ausreichende Substitution und die Vermeidung von Entzugssymptomen müssen sichergestellt sein; eine Dosisverringerung oder ein Entzug ist nur unter sorgfältiger Beobachtung und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen. Levomethadon passiert die Plazenta und kann vor oder während der Geburt beim Neugeborenen die Atmung dämpfen; ungefähr 60 bis 80 Prozent der Neugeborenen müssen wegen eines Entzugssyndroms stationär behandelt werden. Beobachtungsstudien berichten über angeborene Fehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern von Müttern, die in der Schwangerschaft wegen einer Opioidabhängigkeit mit Methadon behandelt wurden; ein ursächlicher Zusammenhang mit Methadon kann laut Fachinformation wegen der Grenzen dieser Studien nicht beurteilt werden.[1]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an; die meisten Studien liegen zu Methadon vor. Methadon gilt laut Embryotox nicht als fehlbildungsauslösend, die Studienergebnisse sind aber widersprüchlich. Nach längerer Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel muss mit einem Entzugssyndrom beim Neugeborenen gerechnet werden, das auch verzögert auftreten kann. Ein akuter Opiatentzug ist laut Embryotox zu vermeiden; eine Substitution sollte nur von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten vorgenommen werden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neonatologie (Neugeborenenmedizin) entbinden. Zu den besser geeigneten Alternativen führt Embryotox an, dass die umfangreichsten Erfahrungen zu Methadon vorliegen und es bei Buprenorphin Hinweise auf einen milderen Entzug beim Neugeborenen gibt; in der Schmerzbehandlung sind laut Embryotox besser untersuchte Arzneistoffe zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Levomethadon geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Laut Fachinformation sollte zur Entscheidung, ob gestillt werden kann, der Rat einer Spezialistin oder eines Spezialisten eingeholt werden; die Dosis sollte dann so niedrig wie möglich sein, und das Kind sollte auf Schläfrigkeit und Atemprobleme beobachtet werden. Ist ein Abstillen nötig, sollte es schrittweise erfolgen.[1]
Laut Embryotox können Frauen, die bereits in der Schwangerschaft Levomethadon erhalten haben und stabil eingestellt sind, im Rahmen eines Gesamtbetreuungskonzepts unter bestimmten Voraussetzungen stillen, unter anderem, wenn keine Drogen oder anderen zentral wirksamen Substanzen zusätzlich konsumiert werden und keine HIV-Infektion vorliegt. Ein abruptes Abstillen sollte vermieden werden. Als Schmerzmittel sollte Levomethadon laut Embryotox in der Stillzeit nicht eingesetzt werden. Ist die akute Anwendung eines Opioids als Schmerzmittel unumgänglich, wären laut Embryotox Tramadol oder Buprenorphin kurzzeitig akzeptable Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden einschließlich Levomethadon und Alkohol kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung soll vermieden werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Levomethadon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird, in verstärktem Maß zusammen mit Alkohol. Die Entscheidung über die Fahrtüchtigkeit trifft in jedem Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.[1]
Einnahme
Levomethadon darf nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt bzw. eine beauftragte Person misst die erforderliche Dosis ab und gibt sie zur unmittelbaren Einnahme; eingenommen wird im Allgemeinen in Wasser oder Fruchtsaft. Eine Mitgabe für zu Hause (Take-home) muss ärztlich verordnet werden; die Ausgabe erfolgt dann über die Apotheke in kindergesichert abgefüllten Tagesportionen.[1]
Bewahren Sie Levomethadon sicher und insbesondere außerhalb der Reichweite von Kindern auf: Die Einnahme durch Personen, die nicht an Opiate gewöhnt sind, ist lebensgefährlich.[1]
Absetzen
Bei abruptem Absetzen oder bei Anwendung eines Opiatantagonisten sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten. Die Dauer der Behandlung richtet sich im Rahmen des Gesamtkonzepts nach dem Erfolg der Substitution und den individuellen Bedürfnissen; Ziel ist die Abstinenz von Drogen.[1]
Überdosierung
Eine Überdosierung zeigt sich laut Fachinformation durch Atemdepression (verlangsamte oder flache Atmung, Blaufärbung), extreme Schläfrigkeit mit Neigung zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, enge Pupillen, Erschlaffung der Muskulatur, feuchtkalte Haut und manchmal einen verlangsamten Herzschlag und niedrigen Blutdruck. Massive Vergiftungen können Atemstillstand, Kreislaufversagen, Herzstillstand und Tod verursachen. Es sind unverzüglich notfallmedizinische Maßnahmen erforderlich. Die atemdämpfende Wirkung kann bis zu 75 Stunden anhalten, während Gegenmittel (Opiatantagonisten) viel kürzer wirken; deshalb können wiederholte Gaben nötig sein. Zeichen einer übermäßigen Wirkung können sein, dass man sich "komisch fühlt", sich schlecht konzentrieren kann, schläfrig ist und möglicherweise beim Stehen Schwindel verspürt; dann wird laut Fachinformation eine Verringerung der Dosis empfohlen.[1]
Dosierung laut Fachinformation
Die Fachinformation nennt Grundsätze für die Einstellung der Dosis und Hinweise für besondere Patientengruppen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Die Dosis stellen zur Substitution ermächtigte Ärztinnen und Ärzte für jede Person einzeln ein [1].
Einnahme und Absetzen
Levomethadon darf nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Die Ärztin oder der Arzt oder eine beauftragte Person gibt die erforderliche Dosis zur unmittelbaren Einnahme; das Abmessen erfolgt laut Fachinformation ausschließlich durch sie. Eingenommen wird im Allgemeinen in Wasser oder Fruchtsaft [1]. Eine Mitgabe für zu Hause muss ärztlich verordnet werden; sie ist zum Beispiel nicht zulässig, wenn noch keine stabile Dosis erreicht ist oder Stoffe missbräuchlich konsumiert werden [1]. Die Lösung ist ausschließlich zum Einnehmen bestimmt: Wird sie gespritzt, sind schwere Nebenwirkungen auch mit tödlichem Ausgang möglich [1]. Laut Fachinformation sind regelmäßige Urinkontrollen vorgesehen [1].
Setzen Sie Levomethadon nicht abrupt ab: Dann sind schwere, zum Teil lebensbedrohliche Entzugssymptome zu erwarten [1]. Wie lange die Behandlung dauert, richtet sich nach dem Erfolg der Substitution und Ihren Bedürfnissen; Ziel ist die Abstinenz von Drogen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Levomethadon
Levomethadon gibt es als Lösung zum Einnehmen zur Substitution; laut Embryotox ist es unter dem Namen L-Polamidon und als Generikum im Handel [2]. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation von Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| L-Polamidon | Betäubungsmittel | |
| Levomethadon-neuraxpharm | neuraxpharm Arzneimittel GmbH | Betäubungsmittel; 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen zur Substitution; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Levomethadon-neuraxpharm 5 mg/ml Lösung zum Einnehmen. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levomethadon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Levomethadon. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Levomethadon eingesetzt?
Die Lösung zum Einnehmen wird bei Erwachsenen in der Substitutionstherapie bei Opiat- oder Opioidabhängigkeit angewendet, im Rahmen eines Behandlungskonzepts, das medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird Levomethadon außerdem zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen angewendet. Diese Seite beschreibt die Lösung zur Substitution.
Wie lange wirkt Levomethadon?
Laut Fachinformation setzt die Wirkung in der Substitution 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme ein und hält bei einmaliger Gabe 6 bis 8 Stunden an. Bei wiederholter Gabe steigt die Wirkdauer auf 22 bis 48 Stunden, sodass eine Einnahme einmal am Tag ausreicht. Die atemdämpfende Wirkung kann bis zu 75 Stunden andauern.
Darf ich während der Behandlung Alkohol trinken?
Nein. Die gleichzeitige Anwendung von Levomethadon und Alkohol kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen; Alkohol soll während der Behandlung vermieden werden. Auch Drogen- und Arzneimittelmissbrauch während der Substitution kann zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen.
Darf ich Levomethadon zusammen mit Beruhigungsmitteln nehmen?
Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine erhöhen zusammen mit Levomethadon das Risiko für Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Laut Fachinformation kommt eine gleichzeitige Verschreibung nur infrage, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, und dann mit niedrigster Dosis, kurzer Dauer und engmaschiger Überwachung. Auch Gabapentin und Pregabalin erhöhen das Risiko einer Atemdepression.
Warum sind EKG-Kontrollen nötig?
Laut Fachinformation muss unter Wirkstoffen wie Levomethadon mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG und in der Folge mit einer bestimmten Herzrhythmusstörung (Torsade de pointes) gerechnet werden. Vor Beginn und nach zwei Behandlungswochen ist deshalb ein EKG abzuleiten; vor einer Dosiserhöhung und mindestens einmal im Jahr wird ein EKG angeraten. Ungeklärte Ohnmachtsanfälle sollten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen.
Darf ich mit Levomethadon Auto fahren?
Levomethadon kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, verstärkt zusammen mit Alkohol. Die Entscheidung über die Fahrtüchtigkeit trifft laut Fachinformation in jedem Einzelfall die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Was gilt in der Schwangerschaft und Stillzeit?
In der Schwangerschaft darf Levomethadon laut Fachinformation nur bei strenger Indikationsstellung und unter angemessener Überwachung angewendet werden; eine Dosisverringerung oder ein Entzug ist nur unter sorgfältiger Beobachtung und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen. Einen akuten Opiatentzug gilt es laut Embryotox zu vermeiden, und eine substituierte Schwangere muss in einer Klinik mit Neonatologie entbinden. Ob gestillt werden kann, sollte laut Fachinformation mit einer Spezialistin oder einem Spezialisten geklärt werden.
Wie hoch ist die Dosis von Levomethadon?
Die Dosis stellen zur Substitution ermächtigte Ärztinnen und Ärzte für jede Person einzeln ein. Sie orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen; angestrebt wird die niedrigstmögliche Erhaltungsdosis. Was die Fachinformation dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Fachinformation" auf dieser Seite.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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